Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1918)
- Date
- 1918-04-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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s ile 118 I U 1:1)1 sidilcn, welche der Beteiligung der deutschen Zionisten an der VJOD zugrunde ließen, keine Mißverstandnissc bestellen bleiben. Derartige Mißverständnisse ei׳- zeugen notwendigerweise immer eine Atmosphäre der Unsicherheit und gefährden dadurch nach allen Seiten eine ersprießliche Ai beit. Soweit die Beteiligung der deutschen Zionisten an der VJOD in zionistischen Kreisen des Auslands eine ablehnende Kritik criahren liat, läßt sich für diejenigen, die guten Willens sind, durch Hervorhebung einiger Momente der richtige Gesichtspunkt hcrslcllen, von dem aus allein eine Kritik ohne Mißdeutung tmd ohne Mißverständnis möglich ist. Um eine Polemik mit einzelnen Zionisten im Ausland, welche mit einer seltenen Betriebsamkeit und in einer selbst dem tmgciibtesten Auge erkennbaren Tendcnzin.iclierei gcgoii die Beteiligung der deutschen Zionisten an der VJOD und speziell gegen den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, der zugleich Mitglied des Engeren Aktionskomitees ist, Stimmung zu machen suchen, kann es sich uns natürlich nicht handeln. Soweit aber die Bedenken der maßgebenden zionistisdieu Gruppen im Ausland — und vielleicht zum Teil auch im Inland — in Frage kommen, dürfte, wie gesagt, die Klarstellung einiger Punkte niitzlich sein. Zunächst einmal .scheint an einzelnen Stellen das starke Vorwärlsechrcilen der Zionistischen Organisation und das Sichtbarwerden der Erfolge ihrer bisherigen Arbeit den Eindruck hervor gerufen zu haben, als wenn es unnötig, ja vielleicht sogar schädlich wäre, wenn sich die Zionistische Organisation in einzelnen Ländern, statt die ihr durch das zionistische Programm vorgezeichnete Arbeit mit höchster Intensität allein zu verfolgen, mit anderen Gruppen, wenn euch nur zu besti11i1ntenAkti01.cn, zusamnientiie. Daß das Zusammengehen der Zionisten mit anderen jüdischen Richtungen kein Vergehen! gegen den Geist des Zionismus darstellcu kann, beweist aber die Geschichte der Zionistischen Organisation sowohl vor dem Kriege als während des Krieges. Um nicht auf frühere Epochen zuriiek/ugeheii,' kann unter anderem auf die von Wolffsohn veranstaltete Brüsseler Konferenz hingewiescu werden, an welcher nicht etwa zionistische Gruppen einzelner Länder, sondern die /.ionistische Gesamtorganisation beteiligt war. Während des Krieges ist fast in jedem Lande die Zionistische Organisation eine Verbindung mit anderen jüdischen Gruppen cingegangen, deren Mitarbeit für die Errci- ן chting «ler gestellten Ziele wünschenswert erschien, liier■׳ in liegt ja eine der Wurzeln der jüdischen Kongreß״■■ bevvegimg in den verschiedenen Ländern. Allerdings haben sielt die /ionislis׳:h11'׳ Organisationen, die sich an diesen Kongi'i ßbewc11!1׳׳׳j;1» beteiligleit, sehr wohl vor Augen gelullten, daß die Vorauva-t/uug ihrer Zusammeiiaiheit mit anderen Gruppen ist, daß sie seile.i eine politisch starke Potenz mit einer sicheren I ühning darstellen. Dort, wo keine starke zioni-ai,!iu׳ Orguii!• Kation bestell!, müßte natürlich jedes Z11:.a11m1c11gt'l1eu mit anderen Gruppen zum Schaden der zionistische» Arbeit aiisscliingen. Nur wer sieh stark fühlt, wer wirklich stark ist, kann sich ohne Beeinlräditigung seiner eigenen Ziele mit den Vertreter» anderer Gruppen zu bestimmten Aktionen ziisammeutim. Die Kongreßhewegung war daher überall dort mftglieh, wo kräftig arbeitende, zielbewulJt geleitete und national zuverlässige *;«nistische Organisationen voihrmden sind. Dort war die Sicherheit gegeben, daß die zionistische Arbeit auf keine Abwege gelenkt werde, wenn auch «11 die Spitze der KoagieUlRiwoguiißcii nicht das klar formulierte Baseler Programm gestellt wurde. Nun wird, abgesehen von diesem prinzipiellen Einwände gegen die Beteiligung■ der deutschen Zionisten an der VJOD, das Bedenken geltend gemacht, daß diese Beteiligung! mit Rücksicht auf die Richtlinien der VJOD nicht hatte slnfUimk'ti diivtvn, weil diese eine Abirrung vom Baseler Programm bedeuten. Dieses Bedenken scheint durch eine terminologische Fassung iu dem zitierten Aufsatz der ״Jüdischen Rundschau" Nahrung bekommen zu haben, iu welcher von einem Minimal- Programm die Rede war, auf weichet sich die heteiligten jüdischen Gruppen in Deutschland geeinigt hatten. Wir sagten damals, nachdem wir die einzelnen Punkte der Richtlinien aiifgezählt und beleuchtet halten, daß sie ein vom zionistischen Standpunkt annehmbares Mindestprogramm für das gesamte deutsche Judentum daretelkm, und fügten hinzu: ״Es ist sclbstverstiuidlieh, daß keine der »!»geschlossenen Organisationen, ohne gegen den Geist der VJOD ru verstoßen, in einer Richtung arbeiten kann oder darf, die in einem der Punkte entgegengesetzter Tendenz ist. Ebenso selbstverständlich ist es, daß dort, wo es auf eigene Arbeit •«kommt, das Minimalprogramm nicht hindern kann, daß die eine oder die andere der ««geschlossenen Organisationen über das Minimalprogramm hinaus Anstrcngunge» macht. Für solche Bemühungen wird natürlich die VJOD Deckung und Unterstützung nicht bieten können und dürfen. Im gcsamtjüdisdien Interesse ist es aber sicherlich zu begrüßen, daß es schon zu einem solchen Mindestprogramm gekommen ist.“ Der von uns gebrauchte Terminus Mindestprogramm ist an einigen Stellen mißverstanden worden. Uns scheint allerdings, daß zu einem solchen Mißverstehen kein Grund vorhanden war. Wir verstehen unter diesem Mindest- Programm nichts, was die eigene über diese# Mindest- Programm hinausgehende Arbeit der Zionistischen Grganinatioii hindern oder schädig«! kann oder darf, und haben für diese Arbeit 4k Zulässigkeit, ja Notwendig- Leit der ungehinderten Freiheit betont und gewahrt. Die Einigung auf diese» Minimalprogramm bedeutet für uns keineswegs, daß wir unsere eigenen im Rahmen der Zäonwtisdieu Gesamtorganisation erforderlichen Beuiühiingvii zur hrii:l!׳tng des vioni'i. ::.,.en t׳,,;gr.1״!m« irgendwie zurück,׳.,,:stdl.st 11ält;'!1. Es o.׳.:,־;׳:..'.־( zmj, wir uns freuen, wenn iür je1;1!׳.׳ i cd!!.;:,e.'er wumei.c tir.il Forderungen, die schon zum Gemem'-uf ucs 1ו11.;;:,;<ןteil deutschen Judentums geworden iiiu, o:' :,cn Nrmte sich zur Verfügung׳ stellen. Angesicht« der iimercii ji'uliseheti Entwicklung tnul henomiers auch anger.irinu der politischen Lage und der notwendigerweise in Rech- 111111g zu stcllcmlcii politischen Möglichkeiten m der Zukunft schien und scheint es der verantwonihha! Leitung der Zionistischen Vereinigung fiir Deutschland sowohl im ge-amljüdisclien Inleivr.sc, als anen im hiler* esse der Ineomlerei! zionistischen Arbeit als unzulässig, iu den in Betracht kommenden Punkten eine auf i>estimmte Aktionen ausgehende Vereinbarung des gesamten deutschen Judentums unmöglich■ zu machen, wobei garnichl davon gesprochen werden soll, welche Eventualitäten sieh ergeben hätten, wenn ausschließlich die Zionistische Vereinigung fiir Deutschland sich in einen Gegensatz zu dem übrigen deuischeii Judentum gestellt und darauf verzichtet hätte, dasselbe auf dem Wege der praktischen Arbeit mit zu beeinfiusr.cn. Um diese Momente und die ׳in ihnen liegenden Möglichkeiten zu erfassen, muß mau, was allerdings von dem poütischeu VeiY.tämlnid (einer einsichtigen Kritik verlangt weiden darf, verstehen, daß die bekannten Richtlinien der VJOD, was schon in dem IE griff ״Richtlinien“ liegt, nicht ein formuliertes Programm darslellcn, sondem nur, ztirn Beginn der Arbeit, die Gesichtspunkte aufslellen sollen, welche fiir die Arbeit als richtunggehend zit betrachten wären. Sie •stellen aber, vor allem nach obenhin, kein dogmatisches Programm dar, welches mit Rücksicht auf die programmatischen Grundsätze eiwa der Zionistischen Organisation für dieselbe j keine Basis für bestimmte Aktionen darslellcn würde. M ■ ' ׳ | ׳! ■v Vcransioliun?» des jüdiachen Natlonalfonds.?) ן. h p Sonntag, den 28. April 1918, vormittags 11 Uhr j \\ Filmaufführung j Düs Leben in den jüdischen Kolonien ¬ז Palästinas ׳ mit begleitendem Vortrag von * 1י Prof. Dr. Heinrich Löwe. je j Lichtspieltheater MärmOfhüUS, Kurfündendsmm 236. I Billetts *11 1, 2, 3, 5׳ und 5 Mark sind lin Vorverkauf! j vom Büro des Jüdischen NallonnlfoiuU, Berlin W, 15, ן SfSd1*l*d»e Strafte ft, zu bestehen. M ...__... ..״...! Man luum rs daher wohl kaum mdir eine gtitgläuhigc Aiilfassimg nennen, wenn von einer gewissen Steile aus der Versuch gemacht wird, die Beteiligung der Organisation der iletiDcheti Zionisten an der VjOD so dar/iisIcHen, als wenn sie das Basler Programm vemden hätte. Daß 03 möglich ist, die politische Bedeutung׳ der Teilnahme der deutschen Zionisten an der VJOD richtig zu verstehen und cin/uschätzen, beweist eine Aetilkruiig der englische» Zeitschrift ״Pa I e s 1 i n e“, de* Organ* de« britischen Palästina- Komitees, das entsprechend der englischen Regierung*- crklärung für die Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina eintritt. In einem Leitartikel dieser Zeitschrift über die VJOD heißt es: ״Was die deutschen Zionisten betrifft, so ist ihre Stellung ehrlich und klar. Das gemeinsame Programm, welches sie uniersrh riebe» habcu, enthält nichts, was sie 1!Uht seit Jahren verlangt haben, und sic la,;seit deutlich erkennen, 11,all es iu ihren Auge» ein Minimmnprogriimm ist, weiches ilncu die Freiheit läßt, das ganze zionistische Programm zu verlangen.“ Dieser Wertung int von unserer Seite kein Wort hiiizuzutiigeii, wir können mir mit Genugtuung fcststellen, daß man sich auch in politischen Kreisen Englands der Eiuf.ic.lri nicht verschließt, daß die Keteilignug der deutschen Zionisten an der VJOD gerechter Weise nur to beurteilt werden kann, wie wir es selbst getan haben, Mau könnte aber vielleicht sagen, daß diese unsere Auffassung nicht die Au׳nV.r,3tr,!g der führenden Rcpräseiitante» der anderen jüdischen Gruppen ist, welche die Gründung der VJOD iicrbcige'iihil haben. Wäre dem so, so dürfte, man allerdings noch immer nicht die Behauptung ,׳.ufsteiien, . daß die deutschen Zionisten einen Verrat am zionistischen Programm begangen haben, könnte aber meinen, daß ihres Bleibens in der V.jüS> nicht Sarge nein werde und daß cs notwendig werden würde, 1*1)׳ fl 'inCil die Vertretung der deutschen Zionisten wieder aus der VjOD zurückziehe, wenn cid» lieraiiüstdle, daß die Bedeutung der Zu״ ar.;mcnarbcil tler einzelnen jüdischen Gruppen von eher! fintieren Riehtursgen der VJOD anders aufgcfr.Ct werde als von der zionistischen. Allerdings lir.be.» wir, auch die äußersten Möglichkeiten ins A!.״׳c fronend, schon in unserem früheren Artikel ur.verbüßt erl.ü'rt, (lr.fi die Zioni: iir.che Vereinigung für De l { י-''';''־ Ccl'il SClbüt“ verständlich dazu werde ■:.... ' ärD.1 ״.ca, Kc;.:cqucBzeii aus einer verr bkr e:.׳. ■־;::■; ';,:׳• •g über die Bedeutung der Zu:.:1,;:.r.‘>:־.b:ii ur.ü die der zu führenden Aktionen zu :ד״::״:. \fr T־itדr*. c.'iro ■für notwendig, um von vorm.et״ in k!:־.r;;:״1 נ:,.ä;r;1, d.:ß :,Ich die!,eitiuig der «!־:.' ׳ .׳:::־n Zir־:i7,e!1;.:0 די!:ti-cken Möglichkeiten '.:g; i,־:g!. »vor Ge i’:::n erklärte. Int übrige;! Grer i ..••■;:11 wir!י:r: r,Z;on <hrau{ Nr. 18 Iiiniwciscii, daß '.vir in unsmr Auffassung über die Bed .׳»innig de.■! Z11:.:!11111u11)11:1־k1׳:::cs nicht allein stihcti. 10 dt.״ :־Neuen Jüdi'.ehen MouatsiieflHi“ scluciht ibrr l>r. Paul Nathan, weither zusaninieu mit Herrn Dr. Hautke die Ge: ehäftsführuii״ der VJOD besorgt, in einem ״Viribus uiiiiis“ übersdiriebcnen Aufsatz: ״Die Weltijistiiauimg und das Programm, auf dein die versehie* denen Richtungen des Judentums In Deutschland stehen ist unberührt geblieben mul mußte erklärlicherweise unberunrt bleiben, wenn iibi rhaispt an einen Zusammen- Schluß gedacht werden sollte, l 'ml es mußten gleichwohl gemein •amc Richtlinien aufgest! lit werden, die’ doch ein einheitliches H a n d e I n gegenüber den großen auftauchenden Problemen ermöglicht«!1. Die Aufgabe war nicht leicht, aber sie war lösbar und ist gelöst’ w01 den. Es wurden jene Kernpunkte aller jüdischen Bestrebungen ermittelt, die Innerhalb dos GesamtjudenUnns nicht strittig sind, und diese Kernpunkte sind das Programm der neuen Vereinigung.“ Diese Darstellung bestätigt wohl einwandfrei, daß man auch außerhalb dir Zk>- nistische» Organisation die Bedeutung des Zusammen* Schlusses so ansieht, wie es von unserer Seite geschieht Demgegenüber hat cs keim•» Sinn, sieh weiter in brniiuologische Untersuchungen zu verliefen, was imtu einem Maximal- und einem Minimal-Programin, w as unter einen» Programm und unter Richtlinien zu verstehen i»t. Wir haben unsere Auffassung hiermit genügend klargelegt. Im übrigen braucht nicht vergessen zu werden, daß es sicii bei der VJOD vorläufig uni einen . Zweckverband handelt, welcher durch seine praktische Arbeit erweisen wird, 011 ihm־ das ,Recht auf längere Dauer und auf allgemeine Anerkennung zustcht. ln Fortsetzung seiner eben zitierten Ausführungen sagt Herr Dr. Paul Nathan: ״Das Programm ist weder ein Maxinialnoch Mininial-Prograinm. Es ist das Programm an sich, auf Grund dessen sieh eine Verstaudigmig erzielen ließ, und das hoffentlich die Probe gemeinsamen "Arbcitens für die Zeit, die un mittelhar vor uns lipgt, mul fiir die Aufgaben, die jetzt zu lösen sind, bestehen wird.“ Auch wirjiogen die Hoffinnig, daß diese Probe bestanden werden wird. Es wird sich zeigen, daß die angestrebten Ziele mir zu erreichen sind, wenn die Arbeit, die auf Grund der Richtlinien zu führen ist mul deren Inhalt durcli die Richtlinien ja keineswegs schon bestimmt ist, in (irtem Geist 1111(1 in einer Tendenz, geleistet wird, weiche auf die Interessen und Forderungen des jüdischen Volkes vollauf Rücksicht nehmen. Wenn sieh die VJOD in ihrem etwas unbeholfenen mul aus Gründen der Genauigkeit recht umständliche» Namen Vereinigung Jüdisch(!■ Orgauisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens nennt wobei unter Osten sowohl der ('11r0|i.ils111c Osten als der nahe Orient zu ver• «teilen ist - so soll dies wahrlich iiktd heißen, ah׳ oh chic Politik der Bevormundung beabsichtigt wäre, welche sieh nicht darum kümmert, welitic l oinicii und Garantien des Eigenlebens das jüdische Volk iu jenen 1/ändern verlangt, in (lenen die politische Gestaltung jetzt und in Zukunft einer lleeiiiiiiissung unterliegt. Diese unsere Ausführungen werden vielleicht für eine weitere Diskussion, die nur förderlich sein kam!, durch Beseitigung von Mißverständnissen den Hoden frei gemacht liabon. Die Diskussion au sieh ist wim• sehenswert, weil es selbstverständlich eine Reihe von Fragen gibt, über welche man siel! iu dauernder Ausspräche, iniieihnlt) der VJOD und in der Oeffeiitlichkeit, weitere Klarheit wird schaffen wollen. In manchcii Punktci! diiifle eine Differenz vielleicht nur in der Ausdruckswcise zu finden sein. Herr Dr. Nathan sagt in seinem Aufsatz: ״Es ist offensichtlich, daß gewisse Richtungen Innerhalb des deutschen Judentums die letzlen Ziele ihres Strcbeus innerhalb dieses Rahmens (der VJOD) nicht erreichen können. Es zeigt ilire taktische Klugheit, daß sie fiir jetzt auf einzelne ihn r Forderungen zu vci/ichlcii bereit waren, und daß sic :;0 ein Kompromiß ermöglichten, dessen Durchführung wahrsehemlieh ist, da hinter ihm die gesamte ,deutsche Judeiiheit ohne Ausnahme stellt.“ Wir haben seinerzeit und jetzt ausfiiiamiergcsctzt, daß es sich für die deutschen Zionisten keineswegs um einen Verzieht auf einzelne Punkte ihrer Forderungen handelt, sondern mir dämm, daß sie innerhalb der VJOD selbstverständlich nicht iiir ganze? Programm erfüllen können, welches ja nicht nur Forde• rungen enthält, sondern auch eigene Arbeit voraussetzt. Wir können annchtncn, daß auch Herr Dr. Nathan mit seinen Sätzen nichts anderes sagen will. Es ist nntüriidi unmöglich, all denen, welche ״an dem Zustandekommen der VJOD mitgewirkt haben, die gleiche Motivierung ihres Tuns beizubringen oder zu supponieren. Wenn Herr Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs in dem Aufsatz ״Einigkeit' in den ״Neuen Jüdischen Monatsheften“ feststellt, worauf es bei der Gründung der VjOD besonders in der Palästina frage ankam, so ist seine Deutung eben als seine persönliche Ansicht sufzufassen. Er schreibt: ״In der Palästinafragc kam cs darauf an, den Engländern den Wind der Juden- Sympathie aus ׳den Segeln zu nehmen, ohne daß ihr eigentlicher Plan, die Türkei zu schwächen, dadurch mjtgefördert würde.“ Selbstverständlich kann es unseres Erachtc;1s die Aufgabe eines Palästinaprogramms, welches die jüdischen Organ:׳ר־Ionen vertreten, nur sein, dein jüdi* tfil.en Interesse des jüdischen Volkes zu dienen, und nhht, Vorwand, Mittel und Aushängeschild einer anfienglischen Konkurrenzpropaganda zu bilden. Wir sind allerdings der Ansicht, daß die Förderung der jüdischen PaLärtliiawünfdic auch deutschem und türkischem Inter* esse cnfepr;.1hi. Wenn man aber, wie Geh. Justizrat Dz. Euch!:, den Zweck dieser Förderung in der zitierten '״'che angibt, so entwertet man diese Förderung von vornherein und macht es, was für Herr« Oeheimrat