Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1918)
- Date
- 1918-04-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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N l «► Seife 112 j־a:. i״. blX- 15 Dia JiMIsdien Gemeindewalilsn in Warschau Die Wahlen zur jüdischen Gemeinde in Warschau sind auf den 20. April festgesetzt worden. Die Aus- Schreibung׳ der Wahlen geschah überraschend und ohne vorherige Verständigung, der Behörde 'mit den jiidisehen demokratischen Parteien. Bezeichnenderweise erfolgte die Ausschreibung der Wahlen zuerst 11 u r i in ״Jiidiseb’cn Wort“, dem Organ des Herrn Rah- Inner Pinchas K 0 h n. P0gro1ue in Turlccstcn und in der Ukraine Das Kopenhagen('!• Büro der Zionist. Organisation erhielt am 2. April aus Petersburg Nachrichten über furchtbare Judenpogrome in Turkcstn.11. In Kok a n d wurden 300 Juden getötet und Tausende nusgcpliiiidcrt. Aus allen kleineren Orten werden Raub und Mord gemeldet. In .Samarkand wird stündlich der Ausbruch von Judenpogromen erwartet. Der Finanzministcr der turkcstanischcn Republik, Herz fei d, der, Vorsitzende des zionistischen Rayonkoiiiitces, wurde in tierischer Weise ermordet. Die Lage ist verzweifelt. Es werden I lilfsansRchiisse gebildet. Audi aus der Ukraine werden Judenpogrome'gemeldet. In Oiuchow wurde fast die ganze jüdische Devölkerung ermordet. Nähere Nachrichten stellen noch aus. Zeugnis horvoriraf. Po; :׳'T cd... . ״■1 ־־ - .י,״ •■■■■־(.!; drei Monaten -־• er 11,י״י!ד am .1as״ . ׳•1 :.׳׳׳■׳! ■׳ vor «.ein mul111a(!licl1r11 Zeitpunkt der 1 at 1• :׳.׳.r m»;:׳״׳׳ a La• gkiteru nahe der späteren Ftm:Uc;;a der j.f.ic'ue von einer zirka 700 Meter entfernten v.״.,o־::e au■; gesellen. Derselbe Zeuge,, ,gegen dessen Gbi'.l'Avürdigkeit auch sonst die schwersten 1 .aucnaeii oi/waiicten, erwies sich bei einer späleien;>ס;1י\י׳־,״'ו die r. 11 derselben Stelle und auf dieselbe Entfernung. nügeh.fwii wurde, nicht imstande, eine ihm bekannte und durch Fuu.icu auffällige Person zu erkennen, Poa.d; war_dcr ,,Krön- /,enge“ dieses I alles, in dem anderen Falle feislte vollends jede Spur eines Seimldhcwcmc:;; tim Verurki- 11111g gründete r.ieh im wcr.entiid.en auf eine angebliche 1 febereinsüinmung der, l.ckiu'.iibcfiuuie, von der aus man auf denselben Täter glaubte schlidkn zu dürfen. Nach der Verhandlung sagte der Vorsitzende des Schwurgeriebts tieferschüttert den! Verteidiger, inan habe heute einen Unschuldigen verurteilt. Trotzdem!)Hoben alle Versuche und Bemiilmugeii, eine Wiederaufnahme des Prozesses diirch/tisetzen, völlig ergebnislos. Die jetzt erfolgte Begnadigung 1 lihners stellt keiner* lei (ienugtiiiing für dm! an Hiimer I־;rgr.ngr11e JitMlzver* hrcchen dar. Ohne Wiederaufnahme der. E.:\vei.;ver* fahren» und!•'re is p rech ung des imr.cbuldig Verurteilten kamt die östcrrcidiisdie Justiz den auf Ihr lastenden Makel nicht tilgen, darauf hin, dal( eine Umwälzung im Leben der Juden* heit bovofdelit. Die a!!gfmeine Spannung macht sieh in einer erhöhten Tätigkeit jüdischer Kreise geltend; gleichviel wie die Organisationen heißen, ob Zentralvesciu, Hiifxverein, Agudas Jisroel, Verband der deutschen Juden, Liberale Vereinigung usw., sic alle'sind im Laufe der Kriegi/cit an neue Aufgaben herangetreien und Italien eine intensivere Tätigkeit entfaltet als je zuvor. Am deutlichsten macht sich diese verstärkte Aktivität der deutschen jiuienhcit in der kürzlich gegründeten V. j, O, D. geltend, deren Aufgabe es werden soll, «Ile Kresse der deutschen Juden zur gemeinsamen Durch• fi'ilirung gewisser Aufgaben zu veranlassen. Man sollte glauben, daß sich in diesem entscheiden* den Augenblick such in den. zionistischen Ortsgruppen eine regere Bewegung zeigt als je zuvor. Man sollte annehmen, daß man' liier einen Moment, in dem die gesamte Jn.icnlicit danach verlangt, sich! mindestens eingehend über den Zionismus zu unterrichte״, in dem die Gelegenheit zu einer lebhaften Propaganda ung«- wohnlich günstig ist und in dem sich die Möglichkeit praktischer Arbeit ergibt, benutzt,, um eine rege Tätigkeil zu entfalten. Was wir statt dessen sc 11 c 11, ist, daß viele unsrer Ortsgruppen in einem ti«* f c n Dornröschenschlaf liegen. Rumänische Wirtschaft in Beßarabien Die Nachrichten, die aus dem von den Rumänen okkupierten Teil Bessarnbiens kommen, rollen ein, furchterliches Bild auf. Die ersten Schritte der Rumänen im eroberten Lande waren; die Errungenschaften der russischen Revolution zu vernichten, das öffentliche politische Leben zu unterbinden, die Gesellschaften mul Vereine nulztiltcbcii, die Bauern- und Arhcitcrorganisationen aufzuiösc'ii. Ais Zeichen der Vernichtung der rcvolutionärcii Spuren wurden die Denkmäler lies russischen Zaren, die während der Revolutionszeit von den Bauern mit Brettern vernagelt wurden, unter dem Jubel des rumänischen Militärs freigemacht. Zusammen damit wurde auch■ mit der Verpflanzung der rumänischen Judenpolitik ins eroberte Land begonnen. In Kischi- 11 e w wurde die jüdische Militärorganisation aufgc* löst, die jüdische Selbstschutz-Organisation aufgehoben und deren Führer W c i 11 s c 11 e 1 b n 11111 zusammen mit anderen 73 jungen Juden verhaftet. Das jüdische Mitglied des Stadiales Marguiies wurde verhaftet. Menseilen wurden auf den Straßen überfallen, geschlagen und ins Gefängnis geschleppt, und dort solange festgehalten bis es ihnen zu beweisen gelang, eiaß sie keine Juden seien. Aclinliche Nachrichten kommen auch aus Tiraspoli, Soroki, Bjelz.i. ״Es ist viel schlimmer als zur Zeit Nikolaus II.“, schließt der Berieht aus Kisclvincw, der sich an die Odessaer Judenheit um Hilfe wamjtc und um Fürsprache beim englisehen Botschafter in Odessa bat. Eine Interpellation über die galfzjsclien Judenexzesse Die Abgeordneten Dr. Strauche!■ und Genossen haben in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 15. März an den Ministerpräsidenten und den Minister des Innern eine Anfrage in Angelegenheit der fortge* setzten, Exzesse gegen die Juden in Galizien sowie der Plünderungen und körperlichen Mißhandlungen der Juden gerichtet. In der Interpellation heißt es 1t. 11.: ״Könneu lmd dürfen die geschilderten Zustände in einem Rechtsstaat geduldet werden und sind denn die Juden in Oesterreich wirklich vogelfrei? Mit allein Nachdruck und empört und entrüstet über diese nun schon seit Wochen inszenierten und verübten, wohl vorbereiteten, schmachvollen Verfolgungen der Juden in Galizien fordem wir unverzüglich geeignete und gründliche Abhilfe. Deshalb richten wir die dringende Anfrage: Sind ihre Exellenzen, der Herr k. k, Ministerpräsident und der Herr k. k. Minister des Innern bereit, ungesäumt und mit aller Energie strenge Maßnahmen gegen die ge* schilderten Verfolgungen der Juden in Galizien zu tieffeil, die Schuldigen zu eruieren mul sie ohne Ansehen der Person zur Verantwortung und Strafe zu ziehen, die diesbezüglichen Erlieluiiigen auf Grund fiühercr trauriger Erfahrungen durch vollkommen unparteiische Organe zu führen und den überaus schwer geschädigten Juden den gebührenden Ersatz zu leisten?“ Unterfertigt i,st die Anfrage außer von dem Antragsteiler von den Abgeordneten Reizes, Breiter, Dr. Ritter v. I so n eseti 1-(Trc c 111, Mruska, Sa* in io 110 viei, ,Dr. Ritter von! Onicui, Serbu, Ritter von Ltikaczewicz, Friedmann, Zenker, Ritter von Sc 111 nka, Dr. von Snial-Stockyi, Petruszewycz, Spenui. Die Begnadigung Leopold Hilsners Leopold Hilsucr, der durch das Sdnvurgei m Pi sek am 10. September 1800 auf grund c U11 ua l mo rdbesehu 1 di K u ״ g, zum; Tode urteilte und zu lebcnsl;inj»iichem Zuchthaus bci'imt bdiühniachcrgcscllc aus Polna (Böhmen) ist jetzt gnadigi worden, nachdem er acht zehn Jahre Kerker gesessen hat. Ilil'.ner war bekanntlich der Ermordung zweier J clien zu rituellen Zwecken beschuldigt worden, dem einen f alle war die Hauptstütze der Anklage bcblosser Pesak, der drei Monate nach Auffindung Leiche, nachdem in der Zwischenzeit die Bevölkc unablässig bearbeitet worden war, plötzlich mit se, I־len״r:r»n Ccece j Donnertag, den 4. April, vormittag verschied in seiner Berliner Wohnung der (ieheime Regicrungsrst Professor Dr. Hermann Go 11 en im Alter von 70 Jahren an den Folgen eines schweren Herzkir.ppeufdilers, Mit Professor Hermäim Gölten ist einer der bedcu* teiidsten Erneuerer und Fortbiidner des Kanisdien idc• alismus und einer der hervorragendsten Vertreter der modernen jüdischen Rcligionr. Philosophie dahingegaugen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten, insbesondere sein Hauptwerk ״System1 der Philosophie", gehören zu dem Tiefsten und Gründlichsten, das die Philosophie der Gegenwart hervorgebracht-hat. Aus allen seinen philo״ sophisdien Werken spricht eine gründliche Kenntnis der jüdischen Religioiisqucllen und eine heiße und tiefe Liebe zu dem Lehrinhalt des Judentums', das ihm der Inbegriff der höchsten ethischen Forderungen war. Ais Sohn eines jüdischen Gcmeindelchrcrs zu Coswig in■ Anhalt geboren, wurde er von seinem Vater iu das Studium: des Talmud■ und der jüdischen Rcligionsphito* sophen ciugcfiihrt. Mit 15 Jahren trat er in das Breslauer jüdisch-thcologischc Seminar ein, wo er von Grütz, Joel, Jakob lkrnnys und anderen inannigfadic ■wissenschaftliche Anregungen erhielt. 1804 setzte er seine Studien in Berlin fort und trat mit dem Sprachforscher und Jiegründe!• der Völkerpsychologie ChnjinV Stcinthal iu Verbindung. Sein erstes größeres Werk: ״Kants Theorie der Erfahrung" veröffentlichte er im Jahre 1871. Nacli weiteren Studien■ wurde er 1875, nachdem■ er zwei Jahre lang als Privaidazent der philosophischen Fakul* tät in Marburg angchört hatte, auf einmütigen Vorschlag der Fakultät vom' Kultusminister Falk als Nachfolger Friedrich Albert Langes berufen und ein Jahr darauf zum ordentlichen Professor ernannt, in Marburg wirkte Cohen als Führer der ״Marburger Schule“ ein ganzes Mcnsclienaltor, bis 1912, in weichem Jahre er —, als Siebzigjähriger — von seinem' Universitätsieliranit zurücktrat mul nach Berlin übcrsieileite. 111 Berlin hielt er bis iu die letzten Tage seines Lehens an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums Vorlesungen über jüdische Religionspliilosophic und Ethik. Die geistcsgcschiditlidic Bedeutung Hermann Cohens, sein fruchtbares Wirken auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft iiiut Philosophie, sowie seine Stellung zu den großen jüdischen Fragen der Gegenwart werden wir noch in besonderer Darstellung wür* digeu. Au 1!ermann Cohens Grabe trauert die gesamte Kiiliiiriiicnsclihcit. Mit ihm verliert sie einen ihrer tiefsten Denker, der «ein Leben dem Ringen um!!io hüclidcM Me11>,chi1eil:;i'r,!!;e11 gewh!;1:.T hat. In tiefer 1:111׳• furcht vor der Grolle!;eine» Wirkens und in nnlkiiig• lielier Dankbarkeit für seine besonderen Vcrdiem.le um die jüdische Wissenschaft sieht d jiriil: Eie Volk an der Bahre seines treuen Sohnes, dec'icu in lüge Ergeben• heit und aufrichtige Liebe zur jüdischen Sache ,1115־ jedem seiner Worte über Juden und Judentum klang. Wa3 fehlt ■;;—!? Seit Ausbruch des Weltkrieges!;aber, wir gefühlt, daß das Judentum Ereignissen von tmgeheurer Trag• weite cutgegeiigclit.־ ■die Katastrophe, die; über die Juden in . Polen und Galizien heivinhrnch, die!:man• zipation der rusrärclien Juden, endlich die Einnahme Jerusalems durch die Engländer -- <1ד״ altes w;uan Geschehnisse, deren Einfluß auf ehe gcsr.mte Judenfrage sieb über kurz oder lang gehend m.״.ci;:m muUe, .Die Heranziehung /.׳ihiri;eher eher Arbeiter zur Arbeit in den(!,dien IndudWcbrtr'ebeii!!;;;! die Aus• sieht, daß nach Frieden.״ rt.ß'fi eine •;,!,;:!,ß.rira F'i1;w.־!n* dening von Osijudcit cüiot.; a würde ••־ w. ,1» nicht nach dein Willen ge w i:׳«■;.׳. ׳ Vni״r!.־,u ß,*11;!:״.'e dri Ciren* * zeu vor Ihnen venhkr, ■j! werd: :1 ■!.ד,׳.,;:; dl;: <te;!t* Rehe Jiulonhvit, siih i.i'.i drי׳;!!״- schattigen, Die irrlrlärungen :י.׳r ׳" d::ß'dld'di,.:! und deutschen Regierung;״:djic": die tV";;:■jafrage in das Zentrum de:,!:־de;״11 ,י;.:.:׳d er•.':;;■.cd: J;״. sonders den B)ic!:cn der :;;1 vr.r ■:;.״ יc:rh kiiini für möglich gchißta:::; ta;״ Aiira weist Durch Vortragsreisen habe ich im letzten Jahre Gelegenheit gehabt, eine ganze Rcilie von Ortsgruppen zu besuchen und eine weitere Reihe — nicht zu besuchen. Jene nämlich, die da fanden, daß die Vcranstaltung eines Vortrages in diesem Augenblick sie zu viel Zeit und Mühe kosten würde. In den Orten, die,ich aufsuchte, habe ich mich eingehend nach dem Stand der Dinge erkundigt und habe dabei die betrübende Erfahrting gemacht, daß die Ortsgruppen sich in einem Zustande befinden, der des gegenwärtigen Augenblicks durchaus unwürdig ist. Es ist unrichtig, daß hieran allein die Verhältnisse des Krieges schulet sind. Sicherlieh steht eine grolle Schar tüchtiger Gesinnungsgenossen im Heeresdienst, sicherlich sind von den Zuhausgcblicbcncn viele stark durch ihren Demi in An- Spruch genommen,/ aber bei einigem Interesse an der Bewegung wäre cs zweifellos den Acltcrcn geglückt, die Jüngeren so weit zur Arbeit heranpuziehen, daß eie selbst entlastet worden wären. Denn diese jüngeren Kräfte sind vorhanden und verlangen geradezu nach Arbeit — müssen sich diese aber, da die älteren Zionisteu an vielen Stellen vollkommen versagen, durch Schaffung von Jtigcndgruppcn selbst ermöglichen. Diese Jugendgruppen sind eine sehr erfreuliche Erscheinung, aber sie sollten eigentlich nur eine Ergänzung und niciil einen Ersatz der Ortsgruppen bilden; cs sollte nicht möglich sein, daß iu größeren Städten Leute in vorgeriicktercu Jahren, die sich nacli) einem Vortrag zur Ortsgruppe anmcldcn wollen, nicht aufgenommen werden können —• weil cs nur eine Jugendgruppe und überhaupt keine Ortsgruppe am Ort gibt. Es ist sehr erfreulich, daß wir die Jugend für 1ms haben, aber es ist zur Zeit nötiger als je, der Welt zu beweisen, daß nicht nur jugendliche Idealisten, sondern reife Mensehen dem Rad der jüdischen Geschichte eine be• stimmte Richtung geben. Und auch ist cs vor allem notwendig, daß in einer ganzen Reihe deutscher Städte, in denen cs früher einmal Ortsgruppen gab und heute keine mehr .oder nur nominell■ weiche gibt, neues Leben erwacht. Um! hierzu zu gelangen, müssen! wir uns klarmachen, woran cs liegt, daß die ältere Generation, welche die Ortsgruppen hätte am Leben erhalten müssen, so gleichgültig geworden und uns vielfach ganz verlorcn gegangen ist. Meinen Erfahrungen nach ist die Ursache dieses Schlappwcrdcns darin zu suchen, daß den reiferen Zionisten keine ihrer wirrd i g c 11 Aufgaben z u c r t c i 11 worden sind. Seit 20 Jahren ist den Mitgliedern der Ortsgruppen niemals eine andre Aufgabe übertragen worden als die des Oeldsammeliis, Sicherlich war das jederzeit eine .ernste Aufgabe, aber sic konnte nicht genügen, um «len Leuten den Zionismus zu einem immer lebendigen, ihre Krall« «tet» aufs nein׳ anregenden Strom zu machen. Ganz im Aiifan!׳; «!er Bewegung hatte matt wohl das Wort von. der ״Eroberung! der Geiueimlestuheii“ geprägt,, aber als die ersten Bestrebungen auf starken Widerstand stießen, gab man sie auf und setzte sieii zur Ruhe. Später setzte dann das zionistische Streben nach jiklischer Erziehung ein, dessen Feld sich von Tag zu Tag erweitert. Erzielten lassen sich aber nur junge Mensehen; die älteren, die sich meistens als fertig erzogen betrachten, wollen nicht in sieh hinein, sondern aus sich heraus wirken. Selbstverständlich! bot sieii der älteren Generation in der Propaganda eine Aufgabe aber wie vielen Mitgliedern der Ortsgruppen ist das Talent eine:! Wirkens durch das gesprochene und ge- «chrichenc Wart verliehen? Wandten sie sich aber mit der Bitte um Redner au die Zeutralldtuug, tu mußte ihnen diese häufig aus Mangel an geeigneten Persönlichkeiten. einen abschlägigen Bescheid geben. Kommt dann wirklich einmal nach langer Zeit ״jemand aus Berlin“ zu einem Vorträge in die Orts gruppen, *5» geschieht es allzu häufig, um zu einer neuerliehen ücklsaiiuiilung nuf/iifordcrn, sotlnß; den Orup- P<11־ vaiy diesen Besuchen angst uini hange wird. E» ist fa.'.t ׳ unbegreiflich, daß man «ließen Dingen libher so wenig Aufmeiks.unkeit geschenkt hat. ln It ’nz Deutschland sitzen alte Herren des K. J. V. und;,.;iiirer nationaler Kreise, die. nicht das Geringste mit den^ an ihrem Wohnort befindlichen Ortsgruppen veromtiet — viele von ihnen haben mir auf meine Frage, weshalb sie sie!! auriiekgezog•!! haben, «!■wittert, dal