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Jüdische Rundschau · 1918-03-27 · Heft 13-14 (27.3.1918) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 13-14 (27.3.1918)
Date
1918-03-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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sc־״,.״ J־״,:;:!ca wird, thmt wird die jüdische KjcMI■•::.־•• kät i',!r G.ide gs.fuiuieti haken. I.s ist unveroälme , dn״ Tr.aLrii kein Wort für (-־1״־ Stam»;0״;..4־.osscs; in BreM-LKowek sprach. Die ü-kraina hat die nationalcn Rechte der Juden vollkommen anerkannt. En fflaad ging viel weiter und sichert® den Juden eine freie Heimstätte in Palästina zu. Die Judenfrage ist aber ■ein internationales Problem, dessen Übung ein lntcrer.se der ganzen Menschheit ist. Die Intcmatioii.-ile wird ihr ganzes Gewicht in di»־ Wagschale werfen, um der jüdischen Rechtlosigkeit ein Ende zu bereiten. Tritt die internationale Sozialistcnkonferenz endlich zusammen, dann können di« Juden sicher sein, daß ihnen Recht widerfahren wird. Ein® Reihe sozialistischer Parteien hat sich bereits in die&9m Sinn ausgesprochen; Nur eine Ausnahme gibt es. Es gibt eine sozialdemokratische Partei, der wir mißtrauen. Das ist die polnische. Wenn die Polen eich) dem Beschluß der Konferenz nicht unterwerfen werden, wenn sie ihre antisemitischen Empfindungen nicht überwinden werden, dann ist für die polnischen Sozialisten kein Platz in der Internationale. (Stürmischer Applaus der Versammlung.) Wenn di® Konferenz zusammentritt, dann ist Zion gerettet!“ Nach van Kol ergriff Ka pla 11 sk y das Wort, der mit lautem Applaus begrüßt wurde. Er besprach die Bedeutung des Stockholmer Manifestes für das jüdisehe Volk. Er legte die nationalen Forderungen dar und behandelte insbesondere die Judcn f ragc in Polen, Die Regierungen verschanzen sich gewöhnlich, so führte er aus, wenn man die Forderungen der Völker vor sic bringt, hinter der Formel! innere Angelegenheiten. Die Internationale hat die nationalen Fragen der Staaten zu inneren Angelegenheiten der Menschheit erklärt. Die Internationnle muß uns Juden vor Entrechtung schützen, Van Kol hat auf das polnisch-jüdische Verhältnis bcreits bingewiesen. Die polnischen Sozialisten und wir können uns nicht verständigen, Die polnischen Sozialisten sagen, daß wir Polen werden müssen. Sie verlangen im voraus, daß wir untergeben und darum bebandeln nie uns so, als wären wir nicht auf der Welt. Erinnert man die Polen, was inan ihnen selbst angetan hat, dann erklären sie; wir unterdrücken euch nicht. Wir geben euch Menschenrechte. Die Polen hatten im zaristischen Rußland ebenfalls Menschenrechte. Sie betrachteten es aber ab Unterdrückung ihrer nationalen Eigenart, wenn 6ic in russische Schulen gehen mußten. Aber die Polen wollen uns dasselbe anttm. So oft wir in der europäischen ()Öffentlichkeit unser® Klagen gegen die Polen Vorbringen, sagen die Polen, daß wir ihrem Freiheitsdrange sdiaden. Ich erklär« mit allem Nachdruck, daß das eine Unterstellung ist. Wir müssen aber Schutz für imsern nationalen Bestand suchen. Der Redner begründete dann die Palästinaforderung. Die Türken haben nicht das Recht, den Juden den Zutritt nach Palästina zu versperren. Die Juden werden nach Palästina gehen, um dort einer neuen Religion, der Religion des Sozialismus zu leben. Der Abgeordnete Klccrckopcr nahm gegen die jüdische Kongrcßdcnionstration Stellung. Er wollte an ihr nicht tcilnchmcn, da er nicht mit Menschen zusarn• menarbeiten könne, die während der größten Judenvcrfolgungen kein Wort des Protestes gefunden hatten. Lhiter Absingung der Hatikwah und der Intcrnatio• nale schloß die erste Versammlung einer Sozialdemokrat!'• sehen Partei in Europa, die nur der Erörterung der Judenfragc gewidmet war. Die Tschlcnow-Trauer in.London Am Mittwoch, den 13. Februar, fand die von der Inglisli Zionist Federation veranstaltete Trauerfeier für Dr. Tschlenow unter dem Vorsitz von Dr. Chaim Weizmann statt. Eine Reihe von Bcilcidskundgcbungcn wurden verlesen, Dr. Nordau schrieb aus Madrid: ״Es war ein schwerer Schlag fiir midi» ak idi vor zwei Tagen ganz unerwartet und unvorbereitet im ״Tcmps“ den Tod unseres armen Tschlenow las. Es sdreint unser tragisches Schicksal zu sein, daß unsere besten Männer das Land der Verheißung nur aus der Ferne sehen dürfen, und daß ihnen das Glück versagt ist, ihren Fuß auf heiligen Boden zu setzen. So war es mit unserem Lehrer Moses, 60 mit 1 Icrzl, und jetzt wiederholt cs eich mit Tschlenow, Es ist ein wehmutiger Trost, daß er wenigstens umgeben von Freunden starb, und daß er, bevor er seine milden und freundlichen Augen für immer schloß, das Heraufziehen einer neuen Morgenröte für sein Volk sah, Er hat ein Recht darauf, eines Tages, und ich hoffe, daß cs sehr bah! sein wird, in der mütterlichen Erde Palästinas, nahe unserem 1 icrzl gebettet zu werden, Tschlenow war ein begeisterter Jude, ein glühender Zionist, mit einem klaren Geist, einem großen Herzen und lauterem Charakter. Ach, daß wir coiclic Männer verlieren müs- *en, d;c überall selten und in unseren Reihen schwer . 21t ersetzen sind!“ Herr Nahum Sokolow schrieb aus Paris: ״Ich bedaurc es tief, infolge dringender zionkli- *eher Aufgaben nicht mit Urnen unserem geliebten Freund und Führer Dr. Eehiel Tschlenow die letzte Ilrc erweisen zu können, Tschlcnows Tod ist sät Hcrzl und, Wolfhohn der größte Verlust für den Zionismus und im Hinblick auf die gegenwärtige crcis־• nbvolle Zeit noch schmerzlicher, Fern von Heimat und Familie wird die Tragik seines Sterbens in der ICricg3zeit geheiligt durch die Größe etmer Ergebenkät für den Zionismus. Obwohl ich, ihn warnte, ver- {üriauts ihn sein Pflichtgefühl zu dieser »chicksa'cjchwcreu Rri..;־. iukIi ics ',־׳>;, ' j ( ■; <!-r hi ־,tori׳.sk. י* י ׳ ‘ ־ 41: ״ ' und iä mm suite;;;/,׳ ״ ׳'_ ■י'׳ _; '־'•'.; ־. < ־.׳ r- 4;;-־x;1. Er st de .',׳ :; ־,« ..־r i i :־!״ nii;; ,', n.iom.cni er;1: :1,0 ••׳ --<« ׳ ) .״ vc;r.b:r, die f.c;r,?!';;־־ ־ i'־ " י •2 .־•" ' י:i’•־ her und die r.'fivi!.־־״ J 4, .' *l * ','•י• kr :1'.״ Mos־:.' Ir ml, aber v,I: er .:;־ ■ ■'...t l׳r.:־> ien! .. I'.eron Es!;;’.;,:■; 1 Fe E '■'■•1' «. ■ ׳■"d ׳•'1 יי'־■*•n* zöairchcn Zionisten dritte׳: r.ris, 1.;״.־. ihr Mi'r, ■mbl ausmdriiekon.“ Dr. Weizmann rי! ״, s'ri Zeit, er'״'•' : :weh nicht, Tschlenaws grolle Vc4;::״;.ri im ehe ::Er441:3 ־ C'.y.-c voll zu würdigen. Fürs'..;' ״r r־:i cd:: Tc:־0 ■’ ::! ׳־ rr:!cre auch für dir. /ion’ri' .1־; ',i in '.׳•־,׳> er, -wie man ohne Uri 41,4־ ־ ׳ "׳־•״ca <k.7׳, die r־;;!r׳’ie Person der zioni'.ti.;:.l):n E:v..׳;ד; mul des ji;01״ckcn Lehens überhaupt f .׳1״\ר irri. Ach ad liaar.i, der!414 ":;cri betonte, daß der verstorbene z:־׳.r.;'.t'.ek ־;;['; ■« נer d־.e nationale Fahne schon erhol׳־:־» 'rett•:;,;1s di; Zsemskocke Organisatiou noch nickt fc;;r.irui. Er ’״st gemtlcBg und schweigend gearbeitet, ck.;:׳e ־’.׳» W14r ׳. h, ii; ■:׳״;\v!: hervorzuirdeit. Um des Frir.dans wißen war er bereit, kleine Zuger,täinhirse zu macken, .־־':er warn Prinrpicn auf dem Spiele sl:;״.de,% war er fest v/io •ri.t leisen, Israel Z a n ״ wi 11 filksle;,.״ :׳ניCie K׳.־;;־ri'gc»• schaffen Dr. Tsrislenovso waren FI ־iß rml Wükm kraft, Er war ein edler Mr.rar, ein g'eo'Ier Juua, der^trot:׳. seiner zerrüttaten Gesundb.cit füliita, clr.ß; er r.äit in Rußland bleiben dürfe, somlcrn nach En;,.׳•:זי! gck.mi müsse, wo die Ornndtagen für ein neues jüt!i.־־ä;-naho* nales Leben gelegt wurden. Dr.o 'jüdische Volk hat eine historische Danke er, ein :Id a.bzutragen dorrt Andenken solcher Führer, wie Herzl, WolffsoKn und Tscliknow es waren, 1 I ׳ Rabbiner Kuk, Dr. Daichee, Rev, Goldblum und Herr Morris Meyer sprachen riech.Worte des Gedenkens für den verstorbenen Führer. Die Ver- Sammlung schloß mit dom Ger,־mg der Hatikwah. « Die Organisation ״Bne-Zion“ ln Moskau b> reitet, wie das Judir.dic Prcftbüro In Stcckdiolm! bcrichtet, eine Gesamiauognba d« r Schriften Dr. Tschlcnows vor, « Die einzige, in Lanranne woluctds Schwerter Dr. Tschlcnows, Frau Sophie R 0 s e n 111 a 1, bat in einem Schreiben die Redaktion der ״J(idfcd10.1 Rundccliiau“ allen zionistischen Vereinen und Redaktionen! sowie allen Freunden Dr. Teciileuov/s für die vielen Beweise ' der Verehrung ihres cöligen Erudcrs und für dis üir dabei erwiesene Teilnahme ihre!} iiurig'elc;» Danll zu übermitteln. ,! Aa210-1׳ euis’ii נ׳m:.־*׳:ä tu;d Ccard & i..׳״ «־A- V«J Aul der Ta«׳e:;01׳dr.»;;g־ der Citzung (103 Vorstandes der Anglo-j<owlJ.h Aseociation, die cn! 13, Januar in London 'stztifan:!, ä.w.dca folgende Anträge für die Delegierten zur Konferenz mit den Delegierten des Board of Dcputics bezüglich suiri-afüger g e m c i 11 s a m er Arbeit: 1. Es ist wünschen:,wert, daß die Kom.it^cs für auswärtige Angclcgcahcitcn, die Lei beiden Körperschaften bestehen, vereinigt werden und ein gemeinsames Komitee bilden, das eich r.iit alle auswärtigen Angelegenheiten, wclelus die!Juden betreffen, befassen coli.! 2. Der Board of Dqräico coli neun, die Anglo* Javish Association acht Mitglieder ln c!.״ 3.״eniciasamo Komitee entsenden. i 3. Die Frage klcs Zionismus roll eußerhaib des Atifgabcnkrcises des ge;;:ä;,'״.:r..:;:׳i Kcrälc::, ä:11en, außer wenn sie von beiden ur.'.nri'ingiiel cn Köipcrcek.aftcn ausdriicklich diesem Komitee übertragen wird. 4. Das Uebereir.kcnur.cn ’(d;.3 r.ce!» einige die Gcschäftsordnung betreffende Pun'ric cr/.i;"lf) coli in Kraft bleiben bis zum ersten Meeting a:3 Board of Deputies im Sivau 19׳IQ, Die Vorschläge cind *ric:11; Cc־־r.äl d;r*Anglo-Jcwkh Association schon t!:;־;c;־krsltct <־ז «..--,4 י״<. י,, 1 i i.׳י־ v £• •.':־;identen dieser Organs:;,;! .ior! v;;;r.־־,i e;;!were ב::;!;:;,;.!er.. Ein Aaidcniugsvorse',; Dg, der r;1־.'e;;.;;; Vc;:in:;; die Möglichkät der Verträ::; l *::זd ו*5 ך)י 1 gemeinmnen Komitee a ■urinc;•:־, v.v.i'■'..נ - .-יז ״ V C.«,« * j V». ..,;11 Co- Schließlich wurden dl: wie der Präsident der Argb-jcvri ׳tb;; C'r Ci.:::;.;:;.‘..;!;! *;:vc JA Ciet cf io re in seiner'Rede — ia ' , י - , lf ’• ׳ '- Komitee zur Au:;:1,־l;ä;.;׳;: "י' %.,... t i \ c 4, c cli ri i n;i gג. von den Vertretern fcä ־:r I־;־:::־;lv.:r.:״e, 4! f.rs:i1 de 3 Board of l)ejn!t׳k.1, .״.!; genommen wo; der, wr.rcn, von dem Council ״!״;״״:! ,iCcn׳:: Ij'C L^ciKUlülil״*^ d Ci Vomסן־•::!״ rcidn 11:3 Board 0 f D e p u t i e s wird CiC'i: k־ :ä’i'CI* clruiü.־‘ .rin. i.lan glaubt zu wissen, ä״׳r; i':3 Ar;״a;״l;0׳׳ Ks .;itric dieser Organisation, d:;3 <!:•; 1 ״ o.rier gcseiil:/־;;,cnen Sitnv.g IG־ /!.;׳;; -;t, c.‘ :־‘\ ד - 3.: A c n־,׳׳; d e 1״־uii r s v e r t rä ״ :; 1 .׳ ‘ V.'* ' ־ .״' ’:/i* ’..,;־/' ,״ ' *' יf. daß des Board ja G ־::, ־'־ s'!;,־4.־'־,׳V.. UvioJiUiOü VUil Uw -4II """ד :":י;.";,"; sieben Vertretern der AnMo-J - ׳;..' l '': . , ' I V ך*;* ־' וץ ־ 1 ־ ■ 1•ך soll. Auch scIIza e rc O»׳;!;;;׳;•;־־. -auf נרי;;0! gefordert werden, 01:4 in ge;•,...ו:;, ־ ־ Komihc vertreten zu lewen. ׳;;״י,. v..:;gt, c’,:5 der Präsident dos Zo י r rio;; b L.i Ec.nEic d־׳a Vorsitz «hrcr. u־d 14־?;:;;;l.ut ri0r A־;iojswisa Äscoeug j;; b׳'i;;c ., Ec Mlcgt 1 '1 in r a;;.bc!:rn Falle der Be ehlnli des ge mein:,;11101• Kc־;<ut:'.\; den Haupt vereinen vorzulegen ist. Die ibihdten Ocßicrrdchs beim?.iSKfctcrprfioidenten Am 12. und 15. Mär/, fmidrn beim Minirierpräiideuten Dr. von S e I d 1 e r .mehrstündige Iksprcdum;;e t mit den Vertretern der Österreich! .dien Zion;den, Abf. Dr. Straucher, Adolf Stand und Siantsbahmat Robert Stricker, statt. Gegenüber der Dezemberl;oni'rr׳:nz, die mehr die Form eines wohl wollend aufgenommenen Memorandums hatte, bedeutete die kl/.u. Cmprcdmiig durch die I linm/ieliiing des Ministers de* Innern Grafen Toggenburg eine politische Aktion hervorragender Art. Dazu haben neben, der inner politischen Neuordnung im Osten, die äußern Ereignisse in Palästina und die damit zusammenhängenden Erklänmgcn der deutschen und türkischen Regicrtmgc.. wesentlich beigetragen. Für diese hatte wiederum di־־ seincrzcitige Besprechung mit Czernin hiebt geringe Bedeutung. Die folgenden Forderungen, die zum erstenmal eine würdige Kundgebung des jüdischen Volke.־ in Oesterreich darr,teilen, wurden eingehend begründet: 1. Anerkennung der jüdischen Nation alltät, Gewährleistung des freien Bekenntnisse• zu der selben sowie Konstituierung der jüdischen Nation dursh Schaffung eines Rc 1 clisvcrbandes, 2. Anerkennung des Rechtes auf Erzieh ungde; Jugend. 3. Vertretung der Juden entsprechend ihre*־ Zahl und Steucrlcistung im Reichsrat und in alWa Vcrtrctuiigsk.örpcrnf durch' Bildung von jüdischen Wahlkurien und Einführung des Proportionalsystem! 4. Vertrctungder Juden imRatcderKron® und in den Ministerien, Einrichtung von jüdiselten Referaten bei allen Zivil- und Landcastcllc» 5. Aufhebung aller gegen den freien Gebrauch der hebräischen und jidischcn Sprache gcricb teten Verbote. Uebcr diese Forderungen entwickelte sich eine lebhafte Aussprache, Die'beiden Minister sagten zu, die Angelegenheit gründlidv und wohlwollend zu prüfe* und den ihnen vorgelcgtcn Wünschen bei der V*rfeisungsrevision nach Möglichkeit Rechnung trag«־׳ zu wolle*. Eine Versaamlung des Jüdischen Katlanalvcrcijis in Oesterreich Zu einer imposanten Kundgebung nationalen Willens gestaltete sich die am 23. Februar im Hotel C011tincntal in Wien ,veranstaltete |Versammlung de. ״Jüdischen Nation alvercins in Oesterreich“. Mehr als 1200 Personen waren erschienen. Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden Adolf Stand ergriff Staatsbahnrat Ingenieur Stricker das Wort. Er schilderte, wie zu Kriegsbeginn für den ober• flächlichen Beurteiler alle Gegensätze geschwunden, der Antisemitismus erstorben schien. Als sich aber rcclu bald die furchtbaren Wirkungen des Krieges fühlba machten, erhob der Antisemitismus frecher sein Haupt denn je. Es folgten drei Jahre absolutistischer Herrschalt, die das öffentliche Leben vollständig lahmleg ten. Dieses Regime ist nun glücklicherweise vorüber, man darf wieder Forderungen vor aller Ocffcntlich• Reit erheben. Alle Völker haben ihre nationalen Wünsche kundgegeben; doch in diesem Chore Ich,, eine Stimme: die jüdische. Wohl sitzen im östcrreichisclicn Abgeordnetenhaus® zwei Dutzend Jüdischer Vertreter, doch nie ist cs ihnen — mit Ausnahme der Abgeordneten, Strauclicr und Reizes — in de ־ Sinn gekommen, jüdische Interessen, zu verfechten. Den Polcnklubjudcn steht die Cholmcr Frage näher. Da» Wohl und Wehe der österreichischen Juden darf nick* vor diesen Juden bestimmt werden. Die Einigung aller Juden auf nationaler ^Basis bietet Gewähr, dal unsere Forderungen, mit Naendruck erhoben, nidit überhört werden können. Als zweiter Redner aprach der Rcichsratsabgcordnctc Dr. St rauch er. Er bczeichnctc das Bild der »nationalen Judenschaft, ln Deutsch-Oesterreich find die Juden Parteigänger der liberalen Parteien. S, ־ wurden von jeher am ärgsten mißbraucht; man kenn, sie nur vor den Wahlen. Die offizielle Statistik kennt keine Juden; sie registriert sie als Deutsche. Der Red• ner schilderte dann die Lage der gaüzischcn Juden. Der gnlizischc Arbeiter wird um die Hälfte niedriger entlohnt ab der Arbeiter im übrigen Europa, er ver• zehrt nur den vierten Teil von dem, was andere Arbe' tcr verbrauchen. 50000 sterben jährlich Hungers. Die Elendesten unter den Elenden aber sind die Juden. Die Whi'.cchaplc!! Juden sind Gentlcmcii gegen <!'' Krakauer GhcUobcwohncr. Die Sterblichkeit erreicht bei Ik.r.en 60 Prozent, bei 'der übrigen Bevölkerung 30 Prozent. Das Einkommen eines jüdischen Handwerkers beträgt hock,:.lens 200.11, jährlich. Was habe* die Polcnklubjudcn jemals getan, um die entsctzlicl Lage ihrer Volksgenossen zu bessern? Ein Versuch Strauehcrs, die jüdischen Abgeordneten zu einer Grupp« zusammcnzuschlicßcn, blieb erfolglos. Die Assimilanten sind für das Judentum wertlos. Jenen Juden im fremu nr.lioaalen Lager fehlt die Autorisation und die inner® Kraft, für ihr Volk einzutreten. Die Jüdisch־N«ti< nalca. allein stellen ihre Kraft in den Dienst ihr«® Volkes. Für de ist die Zeit der Sammlung geko*.• 138a. Sit taüzssa elsh eia 07£s* «f«r Veriretu*! *Auf*

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