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Jüdische Rundschau · 1918-03-22 · Heft 12 (22.3.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 12 (22.3.1918)
Date
1918-03-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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s Seite 90!Ui Kr, 12 der Juden Bessarabicns, die eKva an Rumänien kommen, in aller Form sichcrgestellt werden müßten, damit sich nicht auch an ihnen das Schicksal der rumänischen Juden erfülle. Der bulgarische Gesandte erklärte: ״Es ist selbstverständlich, daß wir, falls eine derartige Situation in Betracht käme, nicht versäumen würden, solchen Wünschen nachzukommen. Ich weide meine. Regierung sofort davon ver״ ständigen, daß die Juden Bessarabicns jetzt schon gegen die von rumänischer Seite verübten Ungc- Tüchtigkeiten nuid Bedrückungen Hilfe erbitten. Ich bin überzeugt, daß meine Regierung diese Nachrieht sofort zum Anlaß nehmen wird,. sich über die Möglichkeiten einer raschen Abhilfe zu unterrichten. Es ist gut, daß die Zionistische Organisation ihrerseits bemüht ist, durch Delegationen nach Kischincw!und anderen Orten genaue Berichte über die gegenwärtige Lage zu erhalten.“ Unser Redakteur sprach Seiner Exzellenz seine Genugtuung über diese entschiedenen Zusagen aus und brachte hierauf das Gespräch noch auf die zionistische Frage. Seine Exzellenz Herr Dr. Rizoff erklärte hierzu: ״Ich habe persönlich das größte Interesse und die ־wärmste Sympathie für die zionistischen Be- Strebungen, ich hatte aber auch jüngst Gelegenheit, bei der Unterredung zwischen dem Minister- ־ Präsidenten Radoslawow •und einem Mitglied des Aktionskomitees der Zionistischen Organisation anwesend zu sein. Auch Seine Exzellenz der Ministerpräsident versicherte dem zionistischen Führer, daß er den zionistischen Bestrebungen sein regstes Interesse entgegenbringt!und sie mit der größten Sympathie verfolgt. Es hat mich gefreut, bei diesem Anlaß fcststcllen zu können, daß meine persönlichen Sympathien zugleich die Sympathien der bulgarischen Regierung sind. Ich bin überzeugt, daß man in der gesamten Zionistischen Organisation diese Stellungnahme der bulgarischen Regierung mit Genugtuung begrüßen wird, und ich hoffe, daß dies dazu beitragen wird, die Gefühle der Sympathie des gesamten jüdischen Volkes in Palästina, in Europa und in Amerika für das bulgarische Volk zu stärken.“ Unser Redakteur dankte Seiner Exzellenz Herrn Dr. Rizoff für seine Ausführungen und erbat sich die Erlaubnis, sie wörtlich zur Kenntnis unserer Leser und der weitesten jüdischen Ocffentlichkeit zu bringen. Für die rumänischen Juden Der Reichskanzler empfing am Freitag, dem 15. März, nachmittags 6״/ג Uhr die Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer der neu gegründeten V e r c i n i - gung jüdischer Organisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens, welche ihm die Wünsche der deutschen Juden wegen einer Regelung der rumänischen Judenfrage im Zusammenhang mit den Fricdcnsvcrhandlungen in Bukarest vortrugen. Nach Anhörung der eingehenden Darlegungen der Herren erklärte der Reichskanzler, daß die kaiserliche Regierung an einer befriedigenden Regelung der run und sie bereit;; im Rahmen der im Verhandlungen gen;״.et. teil die Herren Dr. O. Cassel, Dr. P, Franz O p ק e n!1 c i; 11 a n t k c war da; Di scheinen verhindert. fr״. iö-*■ vor* ״American Jcwishi Chronic! übrigen jüdischen Zeitungen k;!!a׳u die G; incrksamkeit angcüichte •der Fihstanr.verk־ Rumänien auf die Lage cef runiäaisciicn j dem das State D e pari m c ״ t auf, gierung Bulgariens, rr.it dem sich! im Kriegszustand befindet, zu Gi: Juden zu intervenieren. ,I'llli >>״ Lsi, Eri OiC ,״;;־־;* iaie Auf-;1d״.n;jcn mit ,kies und forbei der Reinierika nicht cn der rumänischen Ministerpräsident Radoslawow erklärte Sitzung der Sobranjc vorn 17. März: ״Die 1 unterhielten ,immer zu ihren jüdischen Mitbür; besten Beziehungen. Die Juden bei uns gerne Rechte, Auf dem Steteiatfcldc gaben sic g' Beweise von Tapferkeit ur.ti' Patriotismus, und in Verhandlungen mit Rumänien werden wir uns dafür setzen, daß den Juden dco benachbarten Rumänien Rechte garantiert werden. Aus der Urgeschichte des Hebräischen Den vielen Kennern des Hebräischen und seinen zahlreichen neuen Freunden, die sich in den letzten Jahren mit so begeisterter und tätiger Liebe seiner Erlernung zugewendet haben, wird der Hinweis auf ein Werk angenehm sein, das, in seinen Einzelheiten zwar nur für das begrenzte Forum׳ der Fachwissenschaft bestimmt, doch in vielen seiner Gcdankengänge und Resultate auch auf die Aufmerksamkeit eines größeren gebildeten Publikums rechnen kann. Der Abhandlung des Wiener Privatdozenten Dr. Harry Torczy n er über: ״Die Entstehung des semitischen Sprachtypus“*), die zugleich 'ein Beitrag zum Problem der Entstehung der Sprache sein will und deren Ergebnisse schon um deswillen auch für den linguistisch geschulten Laien reizvoll sein müssen, mögen deshalb auch in diesen• Spalten einige einführende Zeilen gewidmet sein; ein abschließendes und kritisches Urteil, das der Verfasser überdies bis zum׳ Erscheinen des zweiten (Schluß-)Bandcs zurüdkgcstcllt sehen möchte, gehört nicht in diese Blätter. Kann man sich vorstellen, daß ein einziger oder zwei Buchstaben Ausgangs- und zugleich Mittelpunkt eines 300 Seiten starken Werkes und, mehr als das, einer für zu.cünftigc philologische Forschungen vielleicht grundlegenden Methode sind? In der vorliegenden Unterst!- chung basiert in der Tat alles auf den beiden Wesensgleichen flüssigen Nasallauten ״m“ und ״n“ (die unter einander ja nur durch das an ihrer Hcrvarbringua״ mitbeteiligte Organ verschieden sind) und auf der Beträte, tur.g ihrer formenbildendcn Eigenschaften I Auch Torczyner kann nicht überhaupt dar. Rätsel der Entstehung der Sprache lösen, sonder» will nur, auf prülii- 'in :•te.-r cm Izn;inz! in der ■iren die alle :ndc den einalle Der Botschafter der rumäni:cl;cn Regierung in Washington Dr. A n g c! s k i empfing eine Deputation des ״Amerikanischen Verbandes runiäninckcr Juden“ bc• stehend aus den Herren Dr. Siegelstein, Leo Wolfsohn, Kalman, Braunstein, Schwarz u. a. Der Botschafter versicherte den Deputierten, daß er das ganze Gewicht seines Einflusses cinsctzcn wird, um die Emanzipation der rumänischen Juden zu erwirken. Er halte cs für undenkbar, daß die rumänische Regierung die Gleichberechtigung abkhncn werde. Vor- Vorläufig aber befinde sich Rumänien in einer kritischen Lage. o Im Stockholmer ״Sozialdemokraten“ vom 1. März veröffentlicht B׳. Locker einen Artikel ״Der Frieden und die Juder.fr,׳;ge In Rumänien“, in, welchem die Regelung der Juden frage im Friedensvertrag zwisehen den Zcntralmiidilcn und Rumänien und die tatsächliche Durchführung der Gleichberechtigung in einer genau zu bestimmenden kurzen Frist verlangt wird. Eine internationale Inr.lr.nz, cn welche die rumänische Judenheit sielt jederzeit wenden kann, müsse geschaffen werden. Zur fEfRr,Tfc,c!.c׳n!;׳״״.;י״,״■' Das Kopenhagen er Büro der Zionisti* sehen Organisation gibt, wie wir bereits mitgeteilt haben, ein Duc» über ״Die J udenpolitik der rumänischen Regierung“ von Dr. S, Bernstein, in dar scher Sprache herauf, rumänischen Regierung cn׳ ■*Ir• :r und' französlden Veräilc*,n1!ng:.kampf der pgea die eigene jüdische Cevölkerung und deren furchte ״.rc Unterdrückungen, be* sonders während des Weltkrieges, an der Hand von Dokumenten und Pro'.oko der Lage, aus dem der; das eine überwältigende . bietet, schon heute foi liehen: n schildert. Wir. sind in dich erscheinenden Buche, rüde überzeugenden Materials 'cnclcn •Abschnitt zu veröffent* ״ , . , . Die Gewalttätigkeiten, die man, hier die Juden begeht, nehmen crsekrcckcr.do Fermen D,3:־ Paitemcntemitglicd Schmelz hatte im Hause angesehenen Juden Silbermann in Dotosani r, ׳;;oben, für mehrere Jahre gemieteten Saal, den iir einen Kincnialographcn brauchte. Als bekannt Je, daß sämtliche großen Lokalitäten demnächst für .:;;■;.:die Zv/cc!;e requiriert werden sollen, c:klärte Kinematographcnbcsitzer ■und Parlamentarier Schmelz dem I lausbcsitzer Silbermann, daß er ihm keine Miete mehr zahlen wolle und verlangte von ihm die Befreiung vom Mietskontrakt. Da aber Silbermann erklärte, von dem Kontrakte nicht abgehen zu können und sich dabei auf das Gesetz berief, griff der Deputierte Schmelz zu anderen Mitteln. Er wandte sich an seinen Freund, den Kommandanten der Stadt, General Desarabcscu, der erst vor kurzem nach Botosani als Bettrafung für die Niederlage in Tutrakan versetzt worden war und die jüdische Bevölkerung mißhandelte. Der General schickte sofort einen Pfadfinder, einen dreizehnjährigen Jungen, zu Silbcrmann. Letzterer, ein angesehener, wohlhabender, in hohem Alter stehender Bürger der Stadt, lieft durch den Pfadfinder sagen, daß er kommen werde. Der General, entrüstet darüber, daß der Jude dem Pfadfinder nicht augenblicklich gefolgt war, schickte zwei Gendarmen mit dem Bcfehl, den alten Silbermann gebunden durch die Stadt zur Kommandantur zu bringen. Die Gendarmen bc- Regneten dem Alten auf dem Wege zur Kommandantur, hielten ihn an, um ihm an Ort und Stelle die Hände nach hinten zu binden. Der angesehene Bürger, der in der Aufforderung des Kommandanten eine Ehrung erblickte und zu 'diesem Zweck seine Sabbathkkider angelegt hatte, war entsetzt. Vergebens! flehte der Alte darum, man solle ihn in einem Haustor und nicht auf offener Straße binden und ihn in einer Droschke zur Kommandantur bringen. Er wurde auf offener Straße gebunden! und durch die Stadt geführt. In der Kommandantur wurde er vom General Dcsarabcscu mit Ohrfeigen und Faustschlägen empfangen. Er packte den Alten beim Kopf und schlug ihn mehrmals an die Wand. Hierauf verlangte er von ihm eine schriftliche Befreiung des Deputierten Schmelz vom Mietskontrakt. Als Silbermann die Einwendung machte, daß die Sache ja׳ vom Gericht entschieden •werden könne, wurde er wieder schweren Mißhandlangen unterworfen und nach dem Ocfängn i s gebracht. Der Kapitän, der die Loknlitätcn-Jtcquisitionei! in der Stadt leitete, erfuhr von der Sache, nahm sich in menschenfreundlicher Weise des alten Silbermann an und erwirkte schließlich! seine Freilassung. Monatelang nachher war Silbcrmann krank und gebrochen.“ Serbien und die jüdisch« Frag© Der Vorsitzende der gegenwärtig in Amerika weilenden serbischen Mission, Vesnitsch, hat an einen bekannten serbischen Zionisten, David Albala, ein Schreiben gerichtet, in welchem er die Sympathien des serbischen Volkes mit den zionistischen Palästinabestrebungen zuin Ausdruck bringt. . ״Es wird,“ heißt es in dem Schreiben, ״für uns traurig sein, wenn wir sehen, daß uns unsere jüdifdicn Mitbürger verlassen werden, um in das ihnen verheißene Land zurückzukehren; aber wir werden uns in der Hoffnung trösten, daß sie unsere Brüder bleiben und einen Teil ihres Herzens bei uns lassen werden und daß ein enges Band zwischen dem freien Israel und Serbien bestehen wird.“ storisch-psydiologiacli 6cn insbesondere der sar.Rjchca stimmten Entwickhmgactr.dtem der herrschenden Leere, r.te.3 d: bien aus den verwandten f!e?:ibl: den, erstarrt seien, veJiait er, Programm, eine These, die &״a e im Anfang der Sprache das heißt: vor ihrem Ucbcrgai Differenzierung de Wege, dem Werden und Wadilt I IU3 U M. 12,50. ausarbeitung a!־o <!.״׳ Akkusativ usw. (di schon vor ihrer grrn;:;: gab cs, ohne Rh Sr. hangen, eine große ־ loser, adverbialer Würtci hauptsächlich zur fl :״ד:;!.:.‘, haupt umständlicher il ד;, Adverbs, dem; wir!.׳־.; I׳k usw. [vgl. and! c,־.־׳ übrigens auch m «Ra prim-, suprem-, ־;.'"ר.רן■> mit der Endung g), Ci; verbien, nämlicli <i׳c 'io, neuen Substantiven e: Vorn“, aus ״inner.“ da der Mcnzzi;;.1 cd räumliche Ile:.!cf.’:: suba!an ti vierte Adv ..׳ י des Gesichts. 5'׳; c־׳, .*״ die irgendwie r';1 '׳ weh! ja s;kvi;״/:> _ n1:.-te:ri״!!•1,־ A : י ' vor.L:r'.1. . 1׳־ * ־ geguefe, ein״• L ser untersklll נ so.ideni nur C... : 1.770־ ric Fon: 0 0/;eben fli .,.״:i;:;! von einem bc* c:r;׳d:־:fliren. Entgegen נ ind'fl Ite.r.bten Advcrr. Wertformen erdeten-;;ewi: cenraCca als sein wa icnralitrcn Lu,־inte: war das Adverb; g •zur flexionsmüßigcn r, noch vor der Her-; e r. des Nominativ, gri f f I ich natürlich Ir,!:sr,1:;tten da waren), if rynf:.’:t::c!1e l'eziec׳r, nr.iJ v־.d Ical,. ferm- A*;־t-'’lg vrchl rmäclöt mrdiclier, ";־fl:1 ,׳l;r über- .v *1 1.......ie i »a... oea ■'V in r/ b:g.־״״;־.:j, ‘ findet fleh :.״rr£;;:vch.cn: s?‘n» p:extremusw. r.ni; Adi: :a.Iicli zu sei ,,aas faclicr Form■ sozusagen irrtümlich weitergewirkt haben: einmal, indem, rückbildend, ein Singular zu ihm gcschaffen wurde, und ferner, indem er — aus phonetisch• rythm-Echen Gründen lautlich zcrdchnt in die bekatmtere Form ״ajim“ — in falscher Analogie als allgemeine Zv/eizahlbczeichnung verwendet worden sei. *) Auch die Endung aim in Länder- und Ortsnamen (z. B, in ירושלים; »פרים! מצרים/ WO das י übrigens im biblischen Text meistens fehlt und auch in den alten fremdsprachigen Transskriptionen nicht erscheint), eine Endung, die z.T. auch mit den Bildungen •om und -on wedisclt, hat demgemäß-, wie ja schon immer vermutet wurde, gar nicht* mit einem Dualausdruck zu tun, sondern ist die an den Ortsnamen tretende, lokativ verwendete Akkusativendung *ar,־;, die später mit dem nomen lokativum zu dem neuen Ortsnamen verschmolzen ist. Ob diese Erklärung viel zur Klärung der Endsilbe beitrügt, bleibe dahingestellt; die von Torczyner als Analogie angeführte Ableiteng von ״Stambul“!aus 1״!a tr(» *öX׳״" ist doch wohl!nicht unbestritten; und. für die ״vielen deu;schcn . mit ze (zu) gebildeten Ortsnamen“ bringt er auch nicht ein einziges Beispiel herbei. Auch ,׳עמים Himmel soll derart eigentlich: ״oben“, ״in *ז Hohe“ bedeutet haben, womit Torczyner טרום und eng. f«(י. M, .,A_» _« # . , . ״ .... lisch r.eaven ui 1 urezyner u< 1u »..״•! -Wasser als advcr מים vergleicht, wie er aucli ehe Also etwa folgende Entwickelung: urspriingbdverb ירכתם (].arkaiam) ״hinten“; substantiviert: :n“; lautiiüi zerdehnt in ירכתים; Endung -ajin» lieh als Zv/cizahlsuffix raifgcfaßt und Veranlassung 1 ,'יל anategeu Bi{dung-mö‘;:1icl;l:citen für jedes bc- Moit r.13 .־.;ich zu einer Art Rekonstruktion eine*;ns b;׳,v/. eines r.tat r:,\ ג fcü' ' ** » - ro.r.tnidu:: (Ex. 26, 22 usw.) 3 lx-1 niisdini di על גביו אחידים Rücken, ״driimea“); auch סי:: vyfappain ״vorwärts) ל-4.י gel:."rcn u. a. hierher, während die verwandten ormen «on (גחין Bauch,*,ו;;•/? Zu>;gc,גרד Kehle,בהניח;ui) sich nur an solcJiea ,Körperteilen erhalten HabaV c:1 der durdisdicn Analogie uabcr&lirt biiebeu. rt V יm m ii ימו «u: or ׳

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