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Jüdische Rundschau · 1918-03-01 · Heft 9 (1.3.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 9 (1.3.1918)
Date
1918-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 65• Nr. 9 \ art gerichteten Wünschen der jüdischen Minderhelfen“ volles Verständnis entgegen bringt und zu einer ״wohlwollenden Unterstützung dieser Destrcbringen“ bereit ist, daß' sie ihr ganzes Gcwilcht zugun- Kien der rumänischen Juden in die Wagschale wirft. Deutschland wird sich durch' ein energisches Ein■ cctzen für die volle, tatsächliche Emanzipation der rumänischen Juden die Dankbarkeit des gesamten Judentums erwerben. Wir glauben, daß die maßgebenden deutschen Faktoren während des Krieges die Bedeutung und den Wert dieser Sympathien richtig einzuschätzcn gelernt haben. Und wenn Deutschland in der Tat. ״nicht auf die moralische .Weltgeltung verzichten darf“, wie dies vor kurzem Prinz Max von Baden in einer Rede betonte, so hat es bei der Frage der rumänischen Judeneman• »pation eine gute Gelegenheit, dieser moralischen .Weltgeltung einen mächtigen Stützpfeiler hinzuaufiigen. M. M. Zionismus uns! Wdfpoliiik Soeben ist in dem bekannten Verlag von Düncker t■ Huniblot von Franz Carl Endrcs ein Buch ״Zio- »ismus und Weltpolitik“ erschienen, welchem die größte Aufmerksamkeit sich zuwenden wird. Es ist ein Buch, in dem sich sachliches Verständnis sowohl für die Idee des Zionismus und ihre politische Und wirtschaftliche Kraft als für die politischen und wirtschaftlichen Momente, die sich hieraus für die Türkei, Deutschland und England ergeben, mit warmherziger und eindringlicher Darstellung paart. Es ist das Bucli eines Mannes, der sich für das für richtig Erkannte mit der Kraft seiner ganzen Persönlichkeit eiii/usctzcn weiß. Es wirkt durch Klarheit unu durch Wahrheit. ״Maß erfordert Blindheit, aber jeder Sehende muß lieben,“ So schließt Endrcs das Vorwort zu dem Buch: er ist ein Sehender. Das Buch beginnt mit einem Abschnitt ״D i e Idee und d a s W c 1: d e 11 d e s Z i o » i s 111 u s.“ Endrcs sieht, daß der Zionismus in der jüdischen Volksseele verwurzelt ist lind er folgt den prüzioiiistisclicn Ideen durch einen kurzen Ueberblick über die ganze Zeit der Diasporawanderungen, bis zum Chowewe-Zionismus und schließlich z.tim politischen Zionismus. Ticodor Itcrzl, den Endrcs ״zu den großen Geistern und zu den |;rö(Ut11׳ Charakteren der modernen Zeit“ reellnet, widmet er eine von Bewunderung durcbglüiite Schilderung seines Lcbensgaiigcs und seiner Art, indem er I lerzls Wirken für die zionistische Bewegung verfolgt. Diese Darstellung enthält einen sicher auch für die nicht jüdischen Leser wertvollen Abriß der zionistischeu Arbeit, wie sie sich unter Herz! gestaltete. Daran schließt Endrcs die Einführung in das Programm des Zionismus und die Organisation des Z i o 11 i s tu 11 s. Im zweiten Abschnitt behandelt der Autor, der als csmauischcr Major die Türkei und auch Palästina — schon vor dem Kriege — kennen gelernt hat, ״D i c Entwicklung der Verhältnisse in Paliißtina“. A11 der Hand gut gewählter Tabellen und Kartenskizzen werden die notwendigen Informationen über die!tilge meinen Verhältnisse in Palurtina und hierauf über die jüdischen Kolonien in Palästina gegeben. Als charakteristisch für die Qualität dieser jüdischen Schöpfungen führt Endrcs an, daß die gesamte Einfuhr Deutschlands aus der Türkei int Jahre 1912 mit 77,8 Millionen nur rund 16 mal soviel betrug als der Wert der jährlichen Ernte der kleinen jüdischen Koolnicn. Endrcs stellt fest, daß die Erfahrungen mit den landwirtschaftlichen Kolonien jedenfalls das ergeben haben, daß der Jude, was von den Feinden des Zionismus immer bestritten worden ist, ein ganz vorzüglicher Bauer sein kann. Ein besondcrcs Kapitel widmet das Buch der Jüdischen Kulturarbeit in den Städten und den sozialen V c r h ii 1111 i s s eu und wertet das von den Zionisten Erreichte ״als eine geradezu erstklassige Leistung.“ ״Was in zionistischer Hand ist, geht geradezu erstaunlieh gut vorwärts“, heißt cs hier und kurz darauf wieder mit Bezug auf die zionistischen Kreise in den Städten: ״Wo man die Gelegenheit hat, in diese Kreise za kommen, da findet man, was Lebensführung als auch Lebensauffassung betrifft, die Oasen des Orients. Turmhoch steht der ganze Betrieb über allein Einheimischen, Türkisch-Arabischen.“ Und daß nicht nur die rein materiellen Ergebnisse der zionistischeu Arbeit gemeint sind, sagt Endrcs ganz deutlich: ״Der Zionismus hat zudem bewiesen, daß der Sinn für das rein Materielle nicht den Geist des Judentums kulturhemmcnd beherrscht. Eilt schöner, selbstloser Idenlismus durchzieht alle zionistischen Werke.“ Die ganze Untersuchung führt zu dem Ergebnis: ״Das Judentum muß eine Reihe von Degciierationserseheinutigen körperlieber und moralischer Art abstreifen, wenn es die Verantwortung eines für sich lebenden Volkes übernehmen will. Der Zionismus zeigt, wie rasch und wie gründlich das möglich ist. Gleichzeitig damit aber ist der Beweis erbracht, daß auch heute noch, wie seit Jahrtausenden die Idee in allen Entwicklungsfragen herrscht. Die Idee erzielt Upferlreudigkeit und Gcmeinsimi, die Idee schafft Willen und Wege, die Idee überwindet alle Hemmnisse und Schwierigkeiten. Die scliarie Formulierung der Idee, wie sie in! Zioiiisnuis zutage tritt, hat demnach großen positiven Wert, und der Entwicklungsweg des Zionismus: Klare Idee — finanzielle Grundlage -י qualitative Höchstleistung 1Ö, : * V> : bei quantitativer Bes׳ri.־•*־, I;• d;!; ebenso wie da:: Lco.rc..״n, «..r;׳׳!׳: , .׳;:.. allen Mitteln und ohne J״:;,g weih Der Zionismus hat eine ■wo:;.! ZiV.u.üt, Gegenwart auf guter G.־ur.;.'::׳:;e Von diesem Werturteil hwlet ’.::;■w.u zu der Frage ״Der Zioiiiamu׳;. im Uni; Weltpolitik“, die im in, HnUj.lUÜ cb erörtert wird. iit״: r idem TiUCil..: .־ veil iwiuc b.ui Weg u» e 11 der i UCilCS ״.. An _der Spitze diese:! Teils■! steht das Kapitel: ״Der Zionismus und die Türkei.“ Endrcs lehnt die in manchen deutschen Ureimn ״־.״übte Methode ab, gerade die türkischen Vsrlviini. sc immer durch eine sentimentale Brille zu׳ scheuen, er spricht aus, was ist, und findet darum die größ'.cn Schwierigkeiten und Gefahren für die Zukunft der Türket in ihrer moralischen und wirtschaftlichen Situation. Was sich Endrcs von der zionistischen Arbeit für die Türkei verspricht, kann ein Zitat zeigen: ״Eine Verbes;crung der Lage in jeder Hinsicht bringen die Zionisten dem türkischen Volk. Sie vcvcharien der Türkei, wenn man sie nur ruhig gewähren ließe, in wenig Jahren eine blühende Provinz, die für den türkischen Staatssiickcl den Vorteil großer Sicuerkrait Italien wird, also einer bei den anderer, türkischen Provinzen nicht in wünschenswertem Maße vorhandenen Eigencchr.fi. Mehr noch als das: die zionistische Besiedelung Palästinas bringt die rentablen europäischen Grundsätze der Bewirischaftung und der kotntiierzicllen beziehungsweise industriellen Verwertung der gewonnenen Rohstoffe mit und verschafft der Türkei erhöhten Export und als Reaktion erhöhten Import. Mit einem Worte, was der Türkei fehlt: reges Wirtschaftsleben,׳ Steigerung der Produktion unter Steigerung der Bedürfnisse, das schafft der Zionismus der Türkei umsonst, mit europäischem Gelde. Der Menschenarm!!! der Türkei wird gesteuert durch die Einwanderung fleißiger, sich stark vermehrender Menschen, die dank der zionistischen Idee, die stark in ihnen lebt, moralisch auf hohem Standpunkt sichen, und die, weil sie endlich im Lande der Väter leben, z u f r i 0 d e 11 e Volkselcmcnte darstellcn. Ans dieser Zufriedenheit, wie mich aus dem Gedanken, daß es notwendig für die Entwicklung ist, ergibt sich die fernere Eigenschaft der politiselten Loyalität, die den Juden'an eich auszeichnet, selbst da, wo sein Wirtstaat ihm jede Veranlassung hierzu genommen hat. Die Türkei kann sich gnrnichts Besseres wünschen, als die zioitislischc Einwanderung,.'‘ Mit aller Offenheit unterstreicht «her Endrcs sodann, woran es liegt, daß diese Einsicht die Handlungen der türkischen Regierung nicht erfüllt: 11:־ dem Unheilvollen P a 11 türkis m u s, der sich׳ nicht dazu ver-!,tehen will, auf die Türkisierung der nicht-osmniiisclicn Volksclenientc z.u verzichten. Die alüürkkchc Idee sei natürlich auch dem Zionismus feind, Endrcs hat Reclit, wenn er sagt, daß der Zionismus eine Macht frage der inneren Politik der Türkei «!!schneidet, wobei cs sich um das Ergebnis im Kampfe der politisch Einsichtigungen mit den politisch Exaltierten handelt. Endres schließt diese seine außerordentlich interessanten Ausführungen mit dem keine Prognose wagenden Satz: ״Die .Art und Weise, wie die Türkei sich im Laufe der nächsten Zeit zum Zionismus stellen wird, wird den Maßstab für die Macht der einen oder andern Partei ergeben.“ Die Erklärung des Großwcsicrs Talaat Pascha war Endrcs noch nicht bekannt, als er sein Buch abschloß. Allerdings «hat er seither an anderer Stelle wenigstens «mieutetid auch diene Erklärung gewertet. Wenn wir uns aber au der Hand seiner in dem Buch entwickelten Grundsätze fragen, wie er die türkische Erklärung in ihrer Bedeutung für den Zionismus und die türkische Politik beurteilen dürfte, so konnte die Auskunft wohl nur lauten, daß Endrcs sicherlich sehr wenig von der Erklärung erbaut gewesen cein dürfte. Er verlangt ja nicht Duldung für die Zionistische Siedlungsarbeit, sondern entschlossene Förderung*. Und er könnte in den allgemeinen Erklärungen Talaats sicherlich nicht eine Erfüllung der zionir.licehen Wünsche erblicken, die auf die klare Aufhebung aller bisher cntgcgenstchciiden Ausnahmsbcstlmmungeii, aut vojtkommen freie Einwanderung, Ansiedlung, wirtschaftliche und kulturelle Betätigung und die Möglichkeit natiolinier Selbstbestimmung gellen. ‘ Das zweite Kapitel des Hauptabschnittes ist dem Zionismus und der Entente gewidmet. Es gehl von der Ansicht aus, daß Englands wichtigstes Kricgsprogramm die Herstellung •der Landbrüeke zwisehen Aegypten und Indien ist. Diesem politischen Streben diene auch die Förderung der zionistischen Wünsche. Endrcs zitiert natürlich Balfours* Brief vom 2. Novemlter 1917 au Lord Rothschild und erwähnt hierbei, daß von diesem Schreiben angeblich zwei Texte vorlagen. Im /.weiten Text ,wäre nicht von der Schuff u n g einer nationalen Heimstätte,, sondern von der Errichtung eines Staates P a 1 ii - s t i u a s als eines nationalen Staates die Rede. Soweit uns bekannt ist — und wir glauben über die mit der englischen Regierungserklärung zusammenhängeiulen Tatsachen einigermaßen unterrichtet zu sein —, gibt es von dem* Brief Balfours, begreiflicherweise, nur einen autentische 11 Text. Andere Far.-.iingen mögen auf die Koster; ungenauer oder tendenziöser Berichterstattung z.u setzen sein. Endrcs berichtet wcleben Kommentar seinerzeit die ״Jüdische Rundsch au“ der Balfotirsdtcn Erklärung hat sngedeilien lassen, und meint, daß Englands Erklärung uns in eine ungemein schwierige pjii'rische Situation gebracht hätte. Zu dieser Amiakrno regt ihn 'jedenfalb die Stdltmgnr.hmc eines niclitzionisUschea jüdischen LMattc3 in Deutschland an. So kommt Endrcs zu der Ansicht, die englische Versprechung sei gewiß kein ״Bluff“ in Ausführungsabsichten, wohl aber in dem behaupteten Motiv. Dies zu erkennen, hindere die den;:,dien Zionisten Ihre ״deutsche“ Ideologie, die sie vcranl.־:r,!:c, zu fest an die International wirkende Idee der« Zionismus zu glauben, in Wahrheit wäre es, nach Endrcs, England sehr wohl zuzutrauen, daß cs Palästina nach dem Krieg nur den Ententejuden öffnen Werde. Hierzu ist eine Bemerkung unsererseits sicherlich auch heute mach am Platz, besonders wenn man stellt, welche große politische Bedeutung der deutsche Poliliker Endrcs der englischen Synipathieerklärung für den Zionismus beimißt. Er meint, die Zionisten, vielleicht auch die deutschen Zionisten, ließen sich durch Englands Sympalhiccrklärung über seine Motive hinwegtäuschcn. Das wäre allerdings ein politischer Fehler von größter Tragweite, wenn er Veranlassung dazu gäbe, die möglichen Wirkungen der Erklärung falsch abzuschätzen. Vor diesem Fehler dürften sich aber unseres Erachtens alle einsichtigen Zionisten bcwahrt haben. Sie werden sicherlich niemals geglaubt haben, daß Englands Sympathie für den Zionismus, möge sie auch in gewissen historisch und psychologisch erklärbaren Gefühlen des englischen Volkes ihre Verankerung finden, frei von politischem Egoismus sei. Warum sollen die Zionisten gerade England gegenüber von dieser Annahme ausgeheu? Gerade die Zionieten erkennen sicherlich ganz gut, daß England mit der Förderung des Zionismus auch sich selbst zu nützen glaubt. An sich müßte dies aber, wenn nicht andere Gründe ins Gewicht fielen, nicht besagen, daß darum Englands Förderung anrüchig und bedrohlich sein müßte. Gerade im politischen Leben pflegt man ja eine Unter- Stützung, die einem in Aussicht gestellt wird, deshalb nicht für einen Täuscltungsvcf-sudi zu halten, weil der die Unterstützung Aubjctcndc dabei auch seinen realen Nutzen erhofft. Die Frage ist nur, ob die Unterstützung, wenn sie überhaupt gewährt wird und gewährt werden kann, durch den Charakter, den ihr der Egoismus gewährt, notwendigerweise zum Schaden desjenigen ausfallen muß, dem die Hilfe gewährt wird. Das wäre zu untersuchen, wenn die Warnung — vom realpolitisehen Gesichtspunkt aus berechtigt sein sollte. Das hätte daher atidt Endrcs untersuchen müssen, denn daß die von ihm zitierten Argumenta des deutsch-jüdischen Blattes nicht stichhaltig und zutreffend sind, liegt doch für den Kenner der Verhältnisse zu Tage. Es scheint uns mich nicht richtig, aiiznnchimn, England würde eventuell Palästina vor den deutschen Juden schlie« ßen, wenn es die Macht dazu bekommen sollte. Dies airamchmcii, heißt vielleicht zum mindesten Englands politische Klugheit unterschätzen. Ein, solches Bcginnen würde voraussctz.cn, daß England keinen Wert darauf legt, sielt mit dem Gesamtjudcntuin gutzustcllen — was mau aber doch nicht annchmen kann, Endrcs hat an dieser Stelle seiner Untersuchung sich ansdiei• nend zu bedenkenlos der Führung einer jüdischen Seite überlassen, welche cs für ihre Aufgabe hielt, die Zionisteil vor einer Ucbcrschätz.ung der englischen Sympatliiccrklürung zu warnen. Die Warnung w׳ar sicherlieh überflüssig, da die Zionisten nicht verlernt haben, rcalpolitisclie Momente mit nüchternem Blick realpolitisch zu werten. Was man uns auch neuerdings von allen Seiten zu attestieren pflegt ... Im Zusammenhang mit der englischen Stellungnahme bespricht Endrcs die Förderung, die der Zionismus allem Anschein nach von leitender amerikanische! Seite erfährt, und insbesondere die Betrauung Bundesobcrrichtcrs Brandeis mit dcrMatcrialsammlung für die Behandlung der Orienlfragc bei der Friedenskonferenz und seine voraussichtliche Delegierung zur Friedenskonferenz. Im letzten Kapitel• seines Buches behandelt Endres nunmehr die Stellung Deutschlands zum Zionismus. Für Deutschland gewinnt der Zionistnus seine große politischer Bedeutung ' nach Endrcs durch das Medium der Türkei. Wir könnten unsererscits hier noch cinschaHcn, daß auch für Deutschland, zum mindesten nicht weniger als etwa für England, die Sympathie des Gesamtjudentums ein Medium der politischen Bedeutung sein müßten. Für Amerika und England scheint es lohnend zu sein, um diese Sympathie zu werben. Fühlt Deutschland sich so sicher in einer Atmosphäre allgemeinen Wohlwollens, daß es auf die jüdischen Sympatlücn von vornherein verzichten kann? Oder könnten diese Sympathien gerade Deutschland — mit seinen vom Boykott bedrohten Auslandsbcziehungen — nichts bedeuten? Oder wäre cs schließlich etwa nicht würdig, um jüdsehe Sympathien zu we.b.n? Gellen also alle Momente solcher Art, die England und Amcrika sehr wohl ciiischät/cn, für Deutschland nicht? Vielleicht, weil cs sich im Osten auf Elemente stützen will, die sich mit den jüdischen Ansprüchen schlecht befreunden, den deutschen aber um so geneigter sind? Das sind Fragen, die unseres Erachtens nicht ganz aus dem Thema hcrausfallcn. Es mag aber Endrcs zugegeben werden, daß die O r i e 111 p o 1 i t i k allein ge-!lügend Anlaß gibt, den Zionismus vom Standpunkt deutscher Interessen aus ernst zu nehmen. _ Als cntschcidenden Gesichtspunkt hat Endrcs dabei im Auge, daß die w i r t s c h a ft liehe Stärke der Türkei das wichtigste 0 r i e n t p r o g r a tu tu Deutsch- 1 ands ist. Deutsche Ansiedler kommen auch für Endrcs als Förderer der türkischen Entwicklung nicht in Betracht. Nur die Juden, die in ihre Heimat zurückkehren, seien ein für die Bewirtschaftung von Palästina höchst geeignetes Mcnscheiimatcrial. Endrcs be-

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