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Jüdische Rundschau · 1918-02-22 · Heft 8 (22.2.1918) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 8 (22.2.1918)
Date
1918-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 00 Nr. S ־."AU seinen. Auch hcrrsdit liier große Lebcnsmittcliiot. ln! Tiberias Iicrrsdicn die Cholera 1;nd andere Krankheiieu, die durch die schlechten Wohjumgsvcrhältnissc hervcrgenifeii sind. Die •EvaLuicrteii sind im allge- »einen durch die zehn Monate der Wanderungen und der schlechten Ernährung 6ehr geschwächt. An vielen Orten sind lokale Hilfskomitees gegründet. Cas Komitee in Safcd hat eine Küche eröffnet und die Hilfstätigkeit dort organisiert. Für Kfar Saba, Che- «terah und Sicltron existiert du Zentralkomitee in S i - chron, für Haifa!und Samaria ein solches in Haifa. Für Galiläa besteht ein Komitee in Tiberias. In Damaskus besteht die Hilfstätigkeit in der Versorgung der Kranken mit jüdischen Schwestern, cigcr.cr Küche u. s. v׳., in de! 1 ii^kdt de!׳ IMiktinik und «icr Fürsorge für sämtliche am Ort befindliche jüdiselic Schulen, Auch eine Volksküche trügt liier zur Lmdcrung der Not bei. Zur Palästinafrage Die ״Deutsche Le va 11 tc zc i t u 11 g" vom 1. Februar veröffentlicht den Wortlaut der türkischen und der deutschen amtlichen Ericlärung zu den zionistischen Bestrebungen und begleitet ihn mit folgender Stellungnähme: ״Es wäre nur au wünschen gewesen, dal» die türkische Regierung ihre Absidit, die jüdischen Bestrebungen in Palästina im Rahmen der allgemeinen KachäROrduung nach Möglichkeit zu fördern, früher zum Ausdruck gebracht, insbesondere rechtzeitig erklärt hätte, daß sie den viel erörterten, scharf ablehnenden Standpunkt öaehe mal-Paschas, des Gouverneurs von Syrien und Palästina, nicht zu dem ihrigen mindie. Audi die deutsehe Regierung hätte klug daran getan, ilu'e wohlwollende Gesinnung für die Aiisiallungebcstrcbungen der Judcu in Palästina längst au äußera. Man muß die Unterlasamg um so mehr bedauern, ak> bekannt ist, daß vorsehiedeue deutsche Koasuin In Palästina und Syrien auf ' die große Bedeutung der jüdischen Kolonien, airdi vom Cesichtspnnkt des Deufeditums, seit Jahren Inngcwiescn haben." Im Anschluß an die Erkläruugcn der verschiedenen Regierungen behandelt Dr. Mayer-Eb« er in der Wiener ״Z e i t“ vom 2. Februar ״d i e P a I ä - st i na frage". Der Verfasser 1unternimmt es, 7.u beweise■, daß die Bedeakcn der Türkei gegen eine autonome jüdische Siedlung in Palästina unberedhligt seien. Er weist auf die großen Vor• teile liia, die die jüdische Siedlung; dem wirtsdiaftlieben Aufstieg der Türkei bringen könne. Audi für «iaa bibclgiiiubige Chriatcatusi müßte die Erriditmtg eines jüdisches Ocmeiawcses« fa Phiästissa wie die Erfüllung eracr Verlies ßntig crsdiciacn. Der Gedanke, daß der Weltkrieg unter vielen aaderen Frage» auch das jüdische Problem zur Lösung brlsgcn ifruJ daß auf dem historisehen Boden Palästina■ eise alt-neue, hohe, eigenartige nationale Kultur erneuert werden kann, müsse der Kulturmenschlich wertvoll cc»u. ln einer von us9 durchaus altaddmcndtn Weise nimmt das ״Salzburger Vo lksb la 11" vom U). Jan. ■um Zionismus Stelhinfl. IT.c wirtidiafilidie Betätigung der Juden stelle eine schwere Gefahr für die uirhtjüdisdie Umgebung dar. Im lutcrrssc. der ״allgemeinen Wohlfahrt und im lutcretse des Judcatiuus selbst" sei der Zionismus die einzige Lösung. Uns, ist diese Art der Zustimmung zum Zionismus zur Genüge bekannt. Per Antisemitismus hat uns nicht veranlaßt, Zionisten zu werden, sein Beifall wird uns in der Fortführung der Arbeit für unser Volkstum nicht beirren. liehe zermürbenden, ifur dem ״G«ter“-Erwe1b dienende« Organisation, will diese Gruppe die ethischen, maischliehen Kräfie des Volkes zu idealen Zielen führen. Und die Hauptsache: das Bewußtsein, daß das ideale Ziel nicht durch formulierte l'rograumie, sondern durch hin- Kfbtuigsvoltf Kleinurbeil, durch dauerndes Wirken in :dien Verzweigungen des' realen Lebens durchgcedzt werdet! kann, lu alten Einzelheitfit des religiösen, sozialen, poKUseheii, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kirnetkrischen, pädagogische«, juristisch«► Betriebes werden die Schnden aufgedeckt und Wege zur Besserung ge- Sucht imd ־- betreten. Denn nicht auf Kritik kommt cs an, sondern auf die Tat. Die Zeitschrift bringt Berichte über die Regsamkeit dieser numerisch kleinen Gruppe, die die Gewähr des Sieges in der Stärke ihrer geistigen Potenz trägt. Den unbeugsame« Willen zu tathaftem Eingreifen und Formung des Lehens beweireu die Vereine, Anstalten, Einrichtungen aller Art, deren Fütigkcit der jedem Heft bcigcgcbtnc ״Kultu'qroütiBdic Arbeitsbericht״ »päppelt. Das zentrale Problem ist aucfi hier das Erzichuugnprobleni, das mit einem Emst und Elan in Angriff genommen wird, der auf uns nicht omic Wirkung bleiben sollte. Dam jede ideal gerich* tete nationale Bewegung bedarf vor allem neuer Mettsdiei», die Menschen des neuen Ocistes sind und das Volksleben mit ihrem Geist erfüllen. . °as vorliegende «•sie Halbjahr des IX. Jahrganges weist zahlrcidic Aufsätze und Bemerkungen auf, die für uns von speziellem luteressc sind Denn bei «Her Verschiedenheit der Situation gibt cs int Lei«״ jedes Volkes Pandlelerecheinunge». Es, würde viel zu weit führe״, wollte ich liier auf einzelne Erörterungen eingehen. Es versteht sich von selbst, daß die Lcitun״ der Zeitschrift nidit engherzig vergeht und auch gegensätzlichen Ausdeutungen Raunt gibt. Die Richtung!:g trotzdem ganz eindeutig, zumal auch der Herausgeber Eugen Diedcriclts, dessen Kultur-Oesirmiing j« der ganzen Führung seines Verlages ein großartiges Kulturvale geschaffen bat Und der die Seele der ganzen Be• Unter dem Titel ״J a ti e h z e I s r a c Il‘-־veröffcnliicitte das holländische ״A 1! r; c m c 0 1: 11 r. n u e! r.!; I r. d" vor kurze!« einen Auf.atz, in dem uni:.• .r.n.'acni heißt: ״Was die politische 11...1..;;dar; 11:3 Z:0:1::.n;1u betrifft, so liegt es gewiß in! nl;;,hm;: lurt;־:;;,, drß dort an der Oallcüste des liliucll.'im'ischcn Me.u^:, r.n der Seiiwcilc zwischen Asien und Europa, r 11 dic״er Li.rioristhen Küste der Levante, ein ::cnirales Gebiet gesehaffeu wird. Dort an dieser alten Küste Palüntinas 11:111 Piiöniziens liegt jetzt mehr bla je der Tref:|rjr.kt verachicdcncr Kaiturcii... Dort liegt der IJeriihrtm;׳;.;p1m!it mehr als einer Machtsphärc.., Und dort liegt r.urii dcrTreujvuiikt vieler einander kreuzender großer Handebvvcgc zu Scc und zu l.am.1, durch Europa, Asien •und Afrika. I«t es nicht von pelith'cbem lutere: v:, daß solch ein äußerst wichtiger Punkt politischer rt;r.1teg;e neutral ist? Bildet das nicht ein interc i.e der gceamltn Menschheit? Und welches Volk könnte eher zun: Wächter über die Neutralität diesen Kliaicnlandc; bratdlt werden, wo West und Ost einander berühren, wo dar Hauch Europas da־.; Antlitz Asiens streift•, als das jüdische Volk, dar. neutrale par excel'ence?“ Die Erörterung, ob die Errichtung eines jüdischen Gtueinwesetis auch im Interesse der Juden seibcä liege, führt den Verfasser 'zu einer scharfen Polemik gegen diejenigen Juden, die von einem jüdischen Staate nichts wissen wollen. ״Von Tag zu Tag“ .ner.nl sich ein Aufsatz, der ebenfalls in einem "loiländisdien Organ, dem ״I Endelsblad" vom 2. Februar, crschic::■::: Et und den Untertitel ״Das Aufblühen des jüdischen Lebens i n P;11 ä s t i n a“ trägt. ״Gestern erhielt ich einen Brief", so beginnt der Autor, ״in dem ich höhnisch gefragt werde, ob ich denn nicht einzusciien beginne, daß ein unabhängiges Palästina, von Juden bewohnt und regiert, ein Hirngcapenst sei. Die Argumente waren die, daß kein intellektueller Jude dorthin ziehen wollen wird und daß das Land viel zu klein ist, um jemals mehr als eine »dir kleine Bcvölkenmg zu ernähren." Die Veröffentlichung dieser Zuschrift selbst lehnte!das Blatt al>, da ähr Einsender sie, trotz der Beschuldigungen und Insinuationen, die sie enthält, anonym erscheinen lassen wollte. Aber die in ihr gellend gemachten Argumente versucht der Aufsatz im ״Hamlcioblad" zu entkräflcn. Er erklärt, daß ״Gerechtigkeit gegen die kleinen Völker ohne ProGfige und Ruhm nein würde, wenn tiau dau iiltefite, du« ruhmreid.rte aller kleinen Völker, das, dem die Welt am meisten zu verdanken, hat", dabei vergessen würde. ״Die Wiederherstellung• Pnli'stinas, die Renaissance Israels, wird, wie wir hoffen, da S'- g dieser. Krieges cdn, der viele Leide:: 1;u:g»cicl!ea wird. Dieser Glaube an Psfatiinat; Zukunft war die Ursache, daß ich von Anfang aa eolchc tiefe Sympatldc für das Streben der Zionisten fühlte. Denn dieses ricifc c:sf die pr:.Irii:־,d;e Konzentration und die Erhaltung der große:: Kräfte I:־.־״.cI3 hin. Es zeigt, wie die Juden seihst, eine Verbindung von Idifah'mmis und Realismus. Es kann im Osten ein Reich aufbaucn, von dem die ganze Welt viel Urnen l;r.:m und wird" Der Verfasser, dar r.clb.'.t Pafästiaa brr.ht und dort die I-ristu.igai dar ji'׳־.I;:.eha.n Kclanirdcn ״eschen hat, weiß über die Erfolgedu:ar Aihcit sehr Günstiges zu berichten. ״Aid den:• Acker, auf dein die Araber Wcizen «ml Gerste bis zum־ Werte von 12 Gulden ernten, •ziehe« die jüdischen Kolonien für '24, ja 3ö Gulden aus dem Boden und au Stelle von 350 Kisten Orangen per Baumgarten füllen sie 750 Kiefen! Dar Ertrag der Weisgärteil ist verdopprtt und ihre Kühe ״eben dreimal wegttng ist, durch eigene Aeußcrung keinen Zweitel über die Stellung der ZdEchrift bestehen fällt. Daß auch das Verkaitni: zur;:׳ Judentum inehrfacfi gcslreift wird, versteht ::ich von seihst. Le,kirr geschieht das nicht immer in g:;1z gcrcc’Uer \׳.'*isf; ich erwähne z. B. eine Ber.::rk!.־n:r das Tübinger Studcn* teil H. Getzcny über ״Unsere Stellung zum Kriege" (Augurthdt), wo drei Gruppen charakterisiert werden, 1. die י .afldejitsche, 3. die sozialdemokratiscb.e, und: ״Die zweite Gruppe ist die der Löracnkrcisü. Daß in 'diesen vorwiegend Angehörige der dunkeln Rasse sitzen*), weiß jeder. Dick־e sieben nun de יזנו i 1! t e r n ג t i on a I c 11 Döi•• sr «kapital nach fi»«r.׳c tiiid Interessen*) sehr, .״ehr nahe. Daher Vcnhändi;';::n;,":p::iiri!;. Keinem der Teilhaber des große» V/c'.:gc;׳.d״'i1'U.; darf zuviel geschehen." — Und weiter: ״Cie internationalen prodi ge 8 Weltkultnr, Veratändnis f.*ar Völker, iirbevolies Eingehca auf fremde Krlturcn, oh wir Deutsche nicht genügend Qekrier i:1 dar Vergangenheit und (kider wenige) in der Gc;;:i1r/arf l'ärtcn, no daß \rtr eine Weile auf Franr.öaiadic und eng״;:ks Knitur .veraiditeil könnten. Unter dicacm r.0m;i;,a4 Gewände von Humanität, Mcnscldichkcit und Wcißrultur ßrir.st der Vampyr des intcmcucnalcn Eör.;cl;rpl;׳:!a". Solche Bemerkungen beweisen, wie weit ßv.ch die tasten Kreise des. deutschen Volkes noch von einer gerechten Bcurteilun״ des jüdischen Wcaanr. eniferut sind. Die tiefe, schmerzliclte fricdens:;:ln1::scg de: jüctisahen Volkes hat wahrhaftig andere Würzcln als hier ״nufgadcakl" werden. RobortWeltse h, Blätter aas der j'.RU:cr.cn Ju;enilbawcgu«*{ Im Verlag׳ R. Löv/it, \7icn, c,soeben die erste Nummer der ״bä.1*,013, ::׳ der jiiülaahvn Jugend• hcwegimjy", die ein t:״;r ׳:!׳.; i«:::»,־ weit hiioHisgcbcmles Interesse besitzen, ln :111 ci־n!c:l:t1״!e!1 sagt *) Von mir fg:.:per:!. U, f. soviel Milch als die der Syrer. Sie sind wieder Ackertir.ner wie in König Salomos Zeiten. Das wird den Antisemiten wimdenichnicii, aber nicht denjenigen, der in Europa bemerkt hat, wie die Juden in jedem Fache siel! niiszciclmcn können." Die Tschlenow-Trauer Anläßlich des Todes von Dr. Tschlcnow sind dem Aktionskomitees nach Berlin und K o p e 11 h a ״ e n noch eine große Reihe weitcrer Kondolenzbriefe und -telegnunme ■ujjegangen, darunter von folgenden K<»rperschaiten: /ionistische Lander,verbünde von Rußland, Südafrika, Aegypten, ' Distril.scomitce Böhmen, Verein jüdladier Hochrcluüer Itar-Kochba in Prag, ferner die amerikanisehe und französisdie Gcsandschnft in Kopenhagen. Von Einzelpersonen, die dem Aktionskomitee ihr Beileid;mrgesproclien haben, seien genannt: Justizrat Boden-!!ebner, Boris Ooldbcr!׳, Chasanowitsch, Leon Reicli, D. Weinbnum-Züiicli. Das Telegramm der russischen Zionistenfüderation lautet: ,,Erschüttert von tiefem Schmerz bitten wir dem Engeren Aktionskomitee die Gefühle wärmster Anteilnahme anläßlich des allzu frühen Todes Ecliicl ben Seew Tschlenows zu übermitteln. Die Zionistische Organisation Rußlands beweint mit der gesamten Or-;;aniration den teuren Genossen und Führer, der aui seinem Posten starb." I >as Zentralkomitee des ״H c cli a w e r", dessen Bei-» leklstdegramm wir schon in der vorigen Nummer erwähnten, hat in folgenden Worten seinem Schmerz Ausdruck gegeben•. ״Tief erschüttert stellen wir mit gesenktem Haupte an der Bahre unseres großen Lehrers und Fährers. im Lande und Volke Israel wird das Andenken desen, der für unsere Befreiung kämpfte und am Vorabend der Befreiung von uns schied, ewig fortlebcn.“ Aut 15. Februar fand in der Great Arsembly Hall in London eine Trauerfeier für Dr. Tschlcnow statt Die Beteiligung war ungeheuer groß. Es wurden eine große Reihe von Kondolenzschreiben verlesen; dami hielten Ansprachen die Herren A ch ad Haam, Weizmann, Zangwill, Rabbiner Kuk und andere Vertreter aller Parteien der englische‘« Jmlcnheit und der zionistischen Körperschaften. Audi große Tageszeitungen würdigten den Verlu-t, den die Zionistirrdie Organisation durch den Tod ihre« zweiten Vorsitzenden erlitt. Wir bringen im Folgende» zwei Nachrufe dieser Zeitungen. In der ״Vossiechen Zeitung“ vom 19. PeWuar (Abendausgabe) entwirft Manfred Georg ein fco• zentriertes Lebensbild des Toten: ״Die Turteltaube hat ihr Nest, in Höhlen haust der Fuchs, alle haben ein Heim, nur dein Asyl ist da« Grab." Diese unsterblichen Worte Byrans über die Tragik seines in alle Winde verweilten Volkes trug Ethict Tschlcnow während eines öl-jährigen Lebens wie Ff.tmmcnschrift im Hirn. Sein Schicksal eines litauischen Ktciujikku bleibt durch fromme Jugend, gymnasialen Idecnaufrtihr, Mofdiaticr Mcüi/instudicn und Sozialistenbegeisterimg hindurch typisch kosmopolitisch und durchschnitt!«!!. Die heulenden Pogrome der achtziger Jahre werfen ihn auf sich selbst zurück. Im Studentenklub ״Bnc-Ziou" werden jüdisches Herz und alte Heimat ent• deckt. Palästina steigt int Dunst der Diskussroncn auf . . . Seine Getreuen, vor altem Ussischkin, י« erfen die FaCkel in «las Dämmern ihrer Landsleute. Sehnder Herausgeber, Dr. Siegfried Berufe Id, daß dree Blätter!;einen Anspruch darauf erheben, eine Zeitschrift der Jugend m sein und zu werden, daß sie vielmehr vor allem als einfache Nadirichtcnbläitcr der jiklisdi'.'ii Jugemlgruppcn Wica#, daun (aber auch ganz Gesternkhv, gedacht seien. ״Weit über 40 Jugendgruppen bestelle■ in Wien allein, die als zionistische oder jüdiKch-uatiunate >n bezeieluien wäre«. Ucbcr 2000 junge Mensches sind in ihnen, vereinigt Dennoch sind es ganz wenige dieser Organisationen, die ihre Mitglieder dauernd zu fesseln und nachhaltig zu beeinflussen vermögen. Ueber diese wichtige Arbeit nach Innen kommen aber nicht einmal jene wenigen hinuia; es fehlt im Aufbau der jüdischnatinnalen Gesellschaft ־־ wenn man so sagen darf - eine einheitlielie, geschlossene und charakteristische 'Jugend. So ist eine gewisne Armut und Dürftigkeit eia bezeichnendes Merkmal aller jmsercr Jugend-Gruppe». Es fehlt ihnen schon am wichtigsten: an wirklichen heimliehen Heimen, an wertvollen Büchereien, an Geräten, an Hilfsmitteln aller Art. Auch der Mangel an finanziehe« Mitteln wird umso fühlbarer, als ihm andererseits eine gewisse Verschwendung gegenüberstebt. Wir haben mit einem bestimmten und niemals huch anziischiagcndcu Gesamt-Budget der Jugcnd-BcwegiMS zu rechnen. Ihre Zersplitterung in viele winzige Grün1•*־ verhindert ein vernünftiges Haushalten mit diesem wenigen Vorhandene«. Die finanzielle Dürftigkeit ist eine notwendige Folge der Zersplitterung, aber nicht einmal die schlimmste. Denn ebenso steht cs mit der ungleich wichtigeren K ra f t der Menschen. Die Zahl der wafwlmft Fähigen und Unabhängigen in den Jugendgruppen ist natürlicherweise verhältnismäßig klein, die Zersplitterung aber verringert ihre Zahl geradezu, vermindert die Intensiiät, bricht, ihre Kraft. Um ein Beispiel für viele /u geben! '10 Schriftführer sind an der Arbeit, den Emlauf der 40 Gruppen zu erledigen. Und so klein er ist, opfern sic viel Zeit, Gehl, Fähigkeiten, Eifer und Liebe, indessen zwei bezahlte, durchschnittlich befähigte Korrcspoiidenzen dasselbe, vielleicht mehr iroct» und zwcifelt

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