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Jüdische Rundschau · 1918-02-22 · Heft 8 (22.2.1918) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 8 (22.2.1918)
Date
1918-02-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seile 50 \ f rj 1!!1 L 1 I F f p 'i ,j I I .4 1 ii Nr. :5 6{at «wer“, Uatikwa-Öesaag, ir.eurabfiirilidsc riosjistischc Versammlungen, ZritungssoiKlcrnufi;;.!- bcu ׳und Straßen!!.׳ und gebuiigcn 1-1> 1״:'..;־' Kongreßdcuiootlralioa rioiiisliiclic ,FÄrbuHg.“ Eid konändisches sozialistisches Meeting über die Judenfrage Ci« Tclcgtamm unsere« Korrespondeutes «115, 1 Amsterdam t-• iit mit, daß a u letzteu Montag anläßlich tlcr jüdischen Kongreßdcmoiistration die c o z i 9 hl c in 0 fcratische Partei in Amsterdam cir. großes sozialislbdies Meeting über das Thema: ״Weltfrieden und di« Judenfrage“ zur Verteidigung der von den Poale-Zion in Stockholm vertretenen und vom 1101־• ländisch-Skandinavischen Komitee in sein FTieden5m.inifest •»(genommenen natioua'jadischcn Forderungen voranstaltet hat. Als Redner traten auf die Führer der holländischen Sozialdemokratie van Kol und Klcerekoper sowie der Vertreter des Vcrhandsbüros der Poale-Zion, Ingenieur S. K a J» 18 »s k y. Die sußcrordcntiiclic Konferenz der atnerikanisdicn liomien in B&ltimore Die neu geschaffene p >ii.i;d1.- Situation und die U:brrzmgiiiig, daß eine sofortige grolle Vorbcrcllmiffs- ' ailn ii notwendig i׳;t, veraulaßte ilie Leitung der ameii• l.aui dien Zioni den, eine a u ß e ro rd c 11 ״ ich c Kon- (rrciu eiiizuberufcn, die der Erörterung der Lage und der zu unternehmenden■ Schritte gewidmet war. An der Konferenz nähme» ca. 200 zionistische Vcr• trrter aus allen Gegenden Amerikas teil. Nach der Er• ütiBimgsrcdc de• Vorshzeudca des Provisor! clicii Esckutivkoinitees, l)r. Stephan Wisc, erhielt das Wort zu einer Prograntmrede <ler Ehrenvorsitzende des P. E.C, Obcrriehtcr Loub 1). Brand cis, den die Konfemu mit großem Beifall begrüßte. Brandeis sprach über den großen Sieg des politischen Zionismus, über die aoue» Verhältnisse, die dem Zionismus die Macht der Realität verliehen haben, und würdigte die Tätigkeit der gegenwärtigen zioni;ti eben Leiter, insbesondere Dr. E, W. Tschlenows, Kalium Sokoiovvs und Dr. Cliaim Weit/• manns, die durcl! ihre große politische Klugheit, Energie and Treue viel zur Erlangung des Sieges des zionistisehen Ideals beigetragen haben. Er sprach dann aus- {ührlich von der Verantwortung, die die Zionistische Or• gfliiisatioB, insbesondere die amerikanischen Zionisten;■ ru tragen haben. Pfiichi der Stunde sei es jetzt für die amerikanischen Zionisten, Mciuchcmnateria! zu liefern, Finanzmittel .־uifzubringen und die Disziplin der Organ!• oatiou zu wahren. Ocher die Vorgeschichte der engli• scheu 1 tekia/ati'oii berichtete der Vorsitzende der Zionisti• gehe!! Föderation in Canada, Clarcuce de Sola. Ueber die Wirkung dieser Erklärung und der durch sie eröffneten frohen Perspektiven auf die breiten Marsen des jüdischen Volkes sprach begeisternd und hotiiiuiigsvoll Dr. Schmarja Lev in. Im Namen der Leitung schlug dann Herr Louis Lipski die Annahme einer Resolution vor, nach der unverzüglich ein Fond für die baldige zionistische Arbeit i« und außerhalb Palästinas zu schaffen sei. Die avicrikaaisehen Zionisten müssen sich verpflichten, im Verlauf der nächsten 60 Tage eine Million Dollar zu Gunsten des Fonds asif/1!bringen. lieber die Zwecke dieses Fond» sprach ausführlich Herr A. S. Lev i!1- F |! s t c i n. Seinen Erklärung«! gemäß soll diese erste Million de« erwähnten l'on-ls zu folgenden Zwecken verweiulct werden: . r':״׳• «*.r ,«י ■—;יי■ .-mmmmgtfm ■>'<■.«■■■■ ׳■»■ ) U!1 DI SC!׳I L nUNDOCriAU a) ein Drittel für politische Zwecke, <lle eine Million beanspruchen. (Zur Aufbringung der übrigen zwei Drit* tel verpflichteten sich bereits die russischen und englischeu Zionisten); b) Zweilmndertlaiiscnd Dollar werden als Anleihe der Anglo-Palestiuc Company übergeben, damit sie ihre Tä• tigkeit wie vor Ausbruch des Krieges wilder aufnehmen kam!; c) Der Rest zur Deckung der Kosten der mediziuiselum Expedition, die demnädist nach Palästina ent* sendet werden wird, der speziellen Kommission für Kon-' Itmisulkmsangdegeuheitcn, die ehe»falls demnächst nach Palästina geht und zur Subventionierung der zionistisehen Einrichtungen und der zionistischen Administra- | tiou. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen, lieber den Namen des Fonds wird eine besondere Konimission entscheiden. Sofort wurden unter den Anwc* senilen zu Gunsten des neuen Fonds 100 000 Dollar gc- ׳bammelt. * Richter Julian Mack In־ dann eine Reihe von Resolutionen des politischen K mitees vor, die von der Konferenz, angenommen wurden. Bei Eröffnung der zweiten Sitzung gedachte Dr. Schmarja Levin in warmen Worten der, daliingcschicdenen Großvaters der neuhebräischen und pdischen Literatur M e n d e 1 e Mochcr S (o r i in. Der Sekretär de.. P. E. C. Ins dann U. n. die Begrü-!,,inigMlrpe'.ehe des engli■:elien Ministers l.ord Robert Cccil vor, <lic lautete: ״Die Befreiung׳■ Jerusalems ist ein großes und bedeutendes liistorisches Ereignis. Es eröffnet ein neues Kapitel in der Geschichte des jüdischen Volkes und schafft ein Zentrum für das tiefe nationale Gefühl der Juden, das im Wandel der Generationen sich in seiner Ganzheit und Reinheit bewahrt hat.“ Die zweite Depesche, die zur Verlesung gelangte, war von Dr. E. W, Tschlcnow, Nahum Sokolow und C11,aim Weitzmann gezeichnet. Naeii Ansprachen von Z. M a s 1 La n » k i, Professor R. Gott heil und Stephan Wis.e wurde die Konfe• renz uuier den Klängen der Hatikwah geschlossen. An die Regierung der ukrainischen Volksrepublik Ein ßcgrüßungstclegraimn der nationalen Judenschai't Oesterreichs. Die ״Jüdische Zeitung“ vom 15. Februar schrei!׳!: Als erster unter allen Staaten hat die ukrainisch« Volksrepublik die Juden praktisch als Nation ancrkni: 11. Die Juden haben in der ukrainischen Konstituante Gur , Sitz und als sichtbarer Ausdruck ihrer Cd!11■׳ Stellung als Volksiiulividualität trägt ukraini-rי Papier:.;tid auch eine hebräische Inschrift. Der frühere Ministerpräsident W i n i t s c h c n ko und andere Kabinettsmüglieder begrüßten die englische Paläs'.inadek|;«ra* tion mit lebhaftem Anteil. Winitschenko stellte sie in dieselbe Reihe der politischen Ereignisse wie die Wieder« gehurt Polens und der Ukraine. Anläßlich des Friedensschlusses drängte es daher die nationale Jude 11 Schaft Oesterreichs, der Regierung der Ukraine ihre Genugtuung atiszusprechen, daß de die Forderungen der Gerechtigkeit den Jinlen gegenüber erfüllt hat. Die organisierten Naiionaijtulen Oesterreichs haben aus diesem Gefühle heraus am 12. Februar folgende Depesche an die Regierung׳ der ukrainischen Volksrepublik gesandt: ״Die national organisierte Judenschaft Oesterreichs entbietet der ukrainischen Volksrepublik die herzj msM'cmt״^v.rvrgrr• —■י■«ך? rד״*־,־י״*־“די4 ■'׳.“r•;—***״— •״■*—,,:■-grg lichdcn Friedens# rüBe und wünscht dem ncuerslamle ien Freiheitsstaate kraftvolles Gedeihen. Das grolle^ u״rainisclte Volk hat von seiner hart errungenen Freiheit den edelsten Gebrauch gemacht, indem es den in seiner Mitte lebenden Mhoritätsvö’kern uneingeschränkte nationale Rechte und den gcbührciulcn Einfluß in der Volksregicrnrig gesichert hat. Es hat damit eine («sie Grundlage für eine friedliche Zukunft und gesunde Litt* Wicklung des neuen Volkcrstaates geschaffen. Mit Freude lnben die Jüdin der ganzen Welt die Kunde begrüßt, daß ihre Brüder in der Ukraine als vollberechtigte Nation anerkannt und ihnen alle •Eigenrechte eines freien Volkes gewährleistet wurden. Sie haben mit bewegtem, dankerfülltem Herzen Kenntnis davon genommen, daß die ukrainische Volksrcgicrutig das Recht tlcr Juden auf eine freie nationale Entwichhing in ihrem alten 1 tcitnatiamle Palästina in einer besonderen Entschließung ausdrücklich anerkannt hat. Die ukrainische Volksrepublik hat sich durch diese Handhtngswdise die Sympathien aller volksbcwufHcn Juden gc Geliert, insbesondere die Dankbarkeit der national organisierten Judenseliaft Oesterreichs, weiche unentwegt dahin arbeiten wird, daß zwischen der ukrainischcn Republik und ihrem Vaterlandc Oesterreich ein dauerndes, für beide Teile ehrenvolles und ersprießliche» Freundschaftsverhältnis geschaffen werde. ׳ für das Exekutivkomitee der Zionisten Oesterreichs: Adolf Stau d Reichs:at r, vi or T a u ss ig. Für ,de« Jüdischen Natioaalver•!» in Oesterreich: Ing. Robert Stricke r“. Eine PAlasfinakonimisßion Einer R cu te r m e 1 du 11 g zufolge bevollmächtigte die englische Regierung die Zionistische Orgauisation, eine Kommission zwecks Untersuchung des gegenwärtigen Zustandes der jüdischen Kolonien nach Palästina zu entsenden. Die Kommission hat auch die Aufgabe, die evakuierten Kolonisten zu repatriieren, eine Hilfsaktion für die Kriegsopfer einzuleitcn, die unter dem früheren Regime gesperrten Institutionen wie :!er in Tätigkeit zu setzen und Maßnahmen zum Wiederaufbau der Kriegsschäden in den Kolonien durchzuführen. Die Mitglieder der Kommission sind: tlcr Vorsitzende der englischen zionistischen Föderation Prof. Wcitzmannj ferner die russischen Zionisten U ss i sch kin, Rosow und Isaak Goldberg. Die Kommission wird sich in allernächster Zeit nach Palästina liege! a. Aas Palästina ln Galiläa befinden sich zur Zeit noch <1500 Evakuierte, für deren Ernährung, Unterbringung und Bekleidung gesorgt werden muff. Sie verteilen sich folgendermaßen: 111 Kfar- Saba 1500, in Chederah 3000, 111 Sichron-Jakob 350, in Haifa 350, in Tiberias und Umgebung 1000, in Safcd 1000. Am größten ist die Not i1׳ Kfar-Saba. Es fehlt an Wohnräumen, denn es gibt mir ungefähr 10 Häuser. Man mußte mit Eukalyptushlätlcru gedeckte offene Hütten benützen, die im Winter gegen die großen Unhiilen der Jahreszeit sehr schlechten Schutz bieten. Die tvakuierten in Safed leiden sehr an Kalte und es bedarf großer Summen, um für Heizung und Bekleidung zu ...n.*■#!׳*״■■■?■•׳:■?:״!,’׳־י'*׳*rT.״.״׳״■!■ ,-wHfi D'i״«׳_ Li!.111 י■1■ ■״׳1״1■1״■ך■» :! voihesnro״ hätte vielleicht der Tatsache gebührt, daß j d.ri Trachom gleichzeitig eine ausgesprochene Fa mlj licncrk ran kung ist, weil mich das für die Bo j kliinpfimg eine große Rolle spielt. Die Ansteckung er• ( folgt fast immer innerhalb der Familie. 4 Bedeut«! diese beiden mit großem Fleiß bergej «feilten statistischen :Arbeiten den wissenschaftlichen 1 Höhepunkt der Konferenz, eo liegt der prnktisch-hygie• I nisehe in dem Vortrage von Dr. Brünn über die" Orj gauisation der Trachombekämpfuag. Er entwirft ein ן großzügiges, aber auf <!en gegebenen Tatsachen ן aidgehiutes und darum durchführbares System der Be* i! kaiiipfung. Sein llaiijilptinkt ist die ständige Ucher- | wadiung und Behandlung der fr,idiomkranken Kinder | Auch Schulärzte im ganze« Lande; ferner die Einririitim» von Tradiomkraiikenhäusem und Polikliniken, '? ßchulmig der Aerzie in der Erkennung und Bchniitlluiig der^ Krankheit, Aufklärung der Bevölkerung über die II Cie fahr der Krankheit uad die Mittel ani ihrer Vcrliü-!!' tu!:״ usvv. (1 Pur einen wichtigen Punkt lialfe ich die Einridi- I 111112 einzelner trachom freier Sdmlen und Kinder- ן gärten in den größeren Städten. Sie dienen erstens dem i Sdm'z 1'er gesunden Kinder vor Ansteckung, dann aber | auch sind sic sehr wertvolle Erziehungsmittel für die Bevölkerung. Wenn nur Kinder aufgcnomnicn werden, | die nicht mehr anstcdend sind, so wirkt das als Au- | sporn zur Behandlung der Kinder, die Aufnahme in die « Schulen suchen. Ich habe das für die Rcaisclitde in II Haifa mit bestem Erfolge durchgcsefzt, und auch für J das Technikum war eine gleiche Bestimmung geplant. 1 ln den jüdisdicn Kolonien mit ihrer abgeschlossenen ׳ ׳,. Bevölkerung und weitgehenden Selbstverwaltung muß «ich eine völlige Ausrottung des Trachoms : in absehbarer Zeit crreidiea lassen. Daß dies möglich i*l, zeige» die deutschen Kolonien, die so gut wie tra- 1 . diomfrei sind. AJIinählidi muß der Bevölkerung «las ©elü',11 beigebradit werden, daß cs nidit mir ein Unglück, | «onder» gewissernuße« auch eine Sd1*nrie ist, Trachom zu haben, denn Trachom heißt Unsnubcrkcit und Mangel an Hygiene. Alle diese Aufgaben sind vom Gesundheitsamt in Jerusalem sofort tatkräftig in Angriff genommen worden. Eine große Bewegung zur Sanierung Palästinas begann, und an den dazu erforderlichen großen Geldmitteln wird cs bei dem wachsenden Interesse der Gcs.'untjudenheit nicht fehlen. Der Krieg hat auch diese segensreiche Arbeit jäh tinierbruchen. Aber sic wird wieder aufgeiiömmen werden. Die Aer/.tc, die sich zur ersten Trnchoinkonfitrcnz /.usatumengefumku haben, konnten mit dem Bewußtsein auseinamlergcben, zu einem wichtigen Werk beim Wiederaufbau Palästinas den Grund gelegt zu haben. Hier zeigt sich wieder einmal besonders klar, wie stark auch die arabische Bevölkerung an der Ein- Wanderung der Juden interessiert ist: die Konferenz beschloß, den Kampf gegen das Trachom ohne Unterschied der Nation und Religion durchzuführen; denn auch die jüdische Bevölkerung kann nur vom Trachom | befreit werden, wenn gleichzeitig die arabische Bevölkcriing saniert und ihre Ansteckungsqucllcn ausgcschaltct werden. Der Bericht der Tracliomkonfercnz aber, der uns von alledem kündet, wird ein Markstein in der Gcschichte der jüdischen Besiedlung Palästinas und ihrer Kulturarbeit bleiben. Dr. EllasAuerbach, Haifa (z. Z. im Felde). fkchbes.srechungcn Die Tat. Monatsschrift für die Zukunft deutscher Kultur. IX. Jahrgang, 1017/18. Heft 1-7 (April-Oktoher 1<)17). Verlegt bei Eugen Diederichs in Jen j. Es gibt wenige deutsche Zeitschriften, deren Beaclitmig unseren Gesinnungsgenossen so angclegentlch und dringend zu empfehlen ist, wie diese. ״Die Tat“ nimmt eine ganz exzeptionelle Stellung ein; sie ist das Organ einer geistigen Gruppe, deren Nationalismus nicht’in Sclhslgcrcchtigkcit, Selhstvcrhimmelung und brutalem Machtstreben aufgeht, sondern vor allem ein Durchdrimgenscin von starker innerer Verpflichtung zu stetem Höherstreben ist. Dein empirische» Deutsch•!and von heute stellt dic'so Gruppe bewußt das ideale Deutschland gegenüber, an dessen Hcrautführung sic arbeiten will; arbeiten, das ist das Wesentliche, nicht etwa spielerisch-literarische Verklärung eines papierenen Ideals. Das nationale Problem ist ihr vor allem ein inneres Problem — so ist ihre Gesinnung vorbildlich lür jede nationale Bewegung und darin liegt die Bedculiing dieser Zeitschrift für uns; denn auch unserer nationalen Bewegung droht die Veräußerlichung und uns tut gerade infolge der noch verwickelter«! Pro• blematik unseres Lehens die Besinnung not, worin wahre nationale Arbeit, Volksarbeit, bestehe. Aus der wider• spruchsvollen Verworrenheit der heutigen deutschen Situation erheben diese Menschen den Ruf nach Er• ncuerung und sic wissen, daß eine fruchtbare Erneuerung nur aus den Tiefen der Menschenseele geboren werden kann. Darum wenden sie sich ab von der ״Dingkultur“ unserer Zeit, die durch den Krieg nicht ihre Aufhebung, sondern ihre konsequenteste Fortsdzung gefunden hat, und wollen die Seele aus ihrer vielfachen Verstocktheit befreien, damit sie ihrem Wesen getreu schöpferisch werden könne. Sie erheben das Menschliche über das Sachhafte, die Seele als Wert über die Materie als Wert, das Leben über die Mittel ztnn Leben. Unter gleichzeitiger Abwendung von cinseitigern Historizismus und naturwissenschaftlicher Ueberhebung suchen sic in gemeinsamem Streben die Grund-' läge einer neuen metaphysisch-religiösen Wcltanschau• ung zu schaffen, aus der allein auch eine sinnvolle 1 t'bcnsgestaltung, eine wahrhafte Kultur hervorgehen kann. Diese Bemühung um einen geistigen Lebensinhalt ist für den Kreis der ״Tal“ die erste nationale Forderung. Unter Ablehnung der jetzt im Vordergründe stehenden Gedanken, insbesondere des ungeistigen Machtstrebens, der Volkswirtschaft!,dien Gesinnung, der alles Mensch-

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