Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1918)
- Date
- 1918-02-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 50 7 Nach besonders eingehende״ Verhandlungen wurden die Richtlinien, die sich auf die jüdischen Inten11־;, .־׳ im türkischen Rerdie beziehen, formuliert. Sie mußten auf die tatsächlich bestehenden Veihiilliiinse Rücksicht nehmen und vor allem ,־men in Betracht ziehen, daß nicht etwa nur die beute in der Türkei lebende jlkliudic Bevölkerung in ihren wirtschaftlichen und kulturellen Di^eijithedingnngcii gefördert itiiul geschützt werden will, sondern daß insbesondere die Interessen der jüdischen Immigration in Frage stellen und daß gerade sie das Substrat der jüdischen Ztiktmftshoffniuigcn!und der Kern de# nationalen Programmes sind. Für alle Teile des O s 11t a n isclt e 11 Reiches wurde das Recht auf freie Einwanderung und Wirtschaft* liehe Betätigung verlangt. Es ist klar, daß die Durchsetzung dieses Rechtsanspruches in erster Reihe von der osmanischen Rekhsrcgicnmg abhängig ist und daß die Verhandlungen mit ihr insbesondere auch die wohlwollende Förderung der deutschen Reichsrcgicrtmg brauchen. Nach den Erklärungen, die bezüglich der zionistischcn Wünsche 'kürzlich vom!Großwesir Talaat Pascha und vom Auswärtigen Amt des Deutschen Reiches erfolgt sind und die bewiesen haben, daß von diesen Seiten den zionistischen Bestrebungen gegenüber ein wachsendes Verständnis an den Tag gelegt wird, kann wohl mit Sicherheit angenommen werden, daß die Unter- Stützung der zionistischen Bestrebungen, die in der Auf- Stellung der oben gekennzeichneten, das gesamte deutsche Judentum verpflichtenden Formel liegt, umsomehr von Nutzen sein und wirklich in Bälde zur tatsächlichen Ab- 6chaffu11g aller Einschränkungen führen wird, welche den Juden das Recht der freien Einwanderung in alle Teile des Osmanischen Reiches verkümmern. Man weiß, daß dies speziell für Palästina der Fall ist. Für Palästina kann sich aber das jüdische Voll; mit dem Recht .auf freie Einwanderung und wirtschaftliche Betätigung nicht begnügen. Damm postulieren die Richtlinien dann im besonderen das Recht auf freie Niederlassung und Pflege selbständiger jüdischer K u 1 ־ tur in Palästina. Der Anspruch auf freie Niederlassung konstatiert, daß es das heute allgemein im Judentum anerkannte Streben der jüdischen Gemeinschaft, in Palästina sich bodenständig zu machen, ist, wofür das geeinte deutsche Judentum nunmehr sich besonders einsetzt. Dies ist eine Entwicklung und eine Formel, von welcher die zionistischen Kreise befriedigt sein können. Bisher wurde zumeist geleugnet, daß ein solches bcrcditigtes und unterstützungswertes Streben bestehe und besondere Verpflichtungen der jüdischen Gemeinschaft, in welchem Staate auch immer, bedinge. Jetzt ist diesem Leugnen ein Ende bereitet. Zudem wird, wie für das Ostjudentum, die Pflege selbständiger jüdischer Kultur in Palästina als ein Recht beansprucht, sodaß sich auch für Palästina alle Ansprüche auf eigenes nationales Lehen ergeben, wie sic in den Richtlinien für das Ostjmlontum überhaupt geltend gemacht werden, Es ist klar, daß diese kurzen Formeln nicht alles erschöpfen, was für die Palästina-Arbeit an Sicherungen und konkreten Maßnahmen gewünscht und gefordert werden kann. Diese Sicherungen und konkreten Mallnahmen können selbstverständlich nur von jenen Leanspmeht werden, die bereit sind, ihre eigenen Kräfte dein Aufbau der jüdischen Siedlung und der Selbständigmaclmng der jüdischen Kultur in Palästina ztt widmen, die notwendigen Arbeiten zu inaugurieren und für ihre •Wetterführung zu sorgen. Die Durchführung dieser Arbeit kann natürlich das in der V. J. O. D. zitsaminengeschlossern: deutsche Judentum den Pionieren der Palästina-Arbeit, der zionistischen Bewegung und Organisation, nicht alniehmcn und kann sich darum auch nicht im ganzen Umfang auf das zionistische Programm festlegen. Aber es konnte immerhin programmatische Riehtlinien für seine Arbeit akzeptieren, welche auch die Zionistisch« Vereinigung für Deutschland als ein Minimalprogramtn betrachten kann, welches die besondere zionistische Arbeit, die ja im wahren Sinne des Wortes . nicht nur eine Postulicrung von Rechten, sondern auch eine Lei .,mg und eigene Aktivität ist, ermöglicht und unterstützt. Damit ist die Gefahr vermieden, daß das gesamte nichtzionistisdhc deutsche Judentum sieh auf einen Standpunkt festlegt, welcher von zionistischer Seite als gefährlich bekämpft werden müßte. Daß gerade in diesem zentralen Programmpunkt eine Ucbcreinstimmung erzielt werden konnte, macht das Zustandekommen der V. J. O. D. umso erfreulicher. Diese int Vorangcgangenen besprochenen Richtlinien, die in der Koustituicrungs Versammlung der V. J. O. D. beschlossen wurden, stellen demnach ein vom zionistischen Standpunkt annehmbares Mindestprogramm für das gesamte deutsche Judentum dar. Es ist sclbstveret.uidlich, daß keine der angcschlossenen Organisationen, ohne gegen den Geist der V. J. O. D. zu verstoßen, in einer Richtung arbeiten kann oder darf, die in einem der Paukte entgegengesetzter Tendenz Ist. Ebenso selbstverständlich ist es, daß dort, wo cs auf eigene• Arbeit ankonunt, das Minimalprogramm nicht hindern kann, daß eine oder die andere der augeschlosscnctt Organieationeii ״ker ^as Minimalprogramm hinaus Anstrcngungen!macht. Für solche Bemühungen wird natürlich die V- J O. D. Deckung und Unterstützung nicht bieten kön- »ten!und dürfen. Im׳ gesamtjüdischen Interesse ist es aber sicherlich zu begrüßen, "daß es schon 'zu' einem solchen Mindestprogramm gekommen ist. Schließlich ist es auch von Interesse,' wie die V. J. O. D. ihre Organisationsform gestaltet 1,hat. Während zuerst von dem Plan 'eines reinen' Notabclakomitecs ausgegangen worden war, hatte'man sich nachträglich zum Zusammenschluß der Organisationen entschlossen und war damit auch Wünschen 'enigegengckommcii, die betonders auf zionistischer Seite selbstverständlich sind. gy 1:0!׳: y I <ie Voll v e 1'!; rr im׳,, je zwei bis drei vertreten! der bdr II i k I i r. e it e V c r e der Vollver amm'i.n. Dr. Klee und Dr die 1 lenen Kurt Bl und S. Schoo Sammlung wurde sehr! 11 von M , O, ׳ 1 ./ k e M i!1 ה c it c r er Vollverd e r A u s - l i o n i s t i - t in ihm i.Vctl Klee- Eon H e y - Die Stell-;gen der, Ge- ,1 Vorstand u;c:: S i uio n, ) e 1! h c i in c r. *V i;1. die ( Herfen Dr. Paul der Gc enden ׳£ wieder -üftdi'ih.׳, 11g der״: -::r.r,ni1a1 u m e 11 t c l «, ■-,r. 1,־.t .1 jr, vertäte«. .׳•;•ל n G e s e Irf f ר f ü h rc itglicikvii g. L'.r. sc Ire Vereinig u n f; für Dutertteml durch die Herren Dr. Han tue t::i׳d tir. und bis Stellvertreter dH licrrwr Dr. Hm 111;11111 ׳und Kurt Bl u m c n I c Hl vcr״ Vertreter werden ebenfalls zu den Sa scluiftsführendeii Aus;,ela:.־..•ca geladen. I der V. j.O. D. bilden die Herren Dr. Geheimrat Cassel und Prof. Franz O!. Geschäftsführer :sind ,di Nathan und Dr. Arthur 1־ I a n i < e Nach unseren Infonnationen ist rende Ausschuß nach der konstame! Vollversammlung schon am 22. jarm.:* getreten und hat die Herren Dr. Bernhard K a 1111 und Richard L i c' h t h c i m zu Gcner n Isekretürcn irrt Ehrenamt ernannt. Außerdem' wurden .׳־,fündige Reierenten!und Korreferenten bestellt und zwar: Für die Türkei und; Palästina: Referent Dr. Hantkc, Korreferent Dr. Nathan; für Rumänien: Referent Dr. Nathan, Korreferent noch auustchcnd; für Polen: Referent Dr. Haas, Korreferent Prof. Sobernheim; für Litauen: Referent Dr. Nathan, Korrcferent Dr. Klee. Ferner wurde beschlossen, sich mit Oectcrreich-Un• garn, Bulgarien und der Türkei wegen Schaffung iilmlieber Organisationen, in Verbindung zu setzen. Das Bureau der V. J.O. D. wird sieh Potsdamcrr.tr, 41 befinden. Es ist erfreulich, von dieser Gründung Bericht geben zu können. Wir selbst können von unserem Standpuukt und im gesamtjüdischen Interesse nur der Genugtuiiiig Ausdruck geben, daß der Zusammenschluß der jüdischen Organisationen gelungen ist. Sicherlich bleibt für Kämpfe und Auseinandersetzungen im innerjüdischen Leben noch ein reiches Feld. Vor allem darf ja nicht übersehen werden, daß die V. J. O. D. ein Tätigkeitsgebiet erhalten 31at, welches sieh ausschließlich auf außenpolitisehe Fragen erstreckt. Die Stellungnahme zu den inucreu Fragen des deutschen Judentums bleibt von der neuen Vereinigung unberührt. Itnmerhln dürfte der Zu-‘ sainmenschhiß auch für das iniierjtklfcchc Leben manche Wirkung haben. Vor allem wird es sich dem Gedächtnis der grollen Majorität des deutschen Judentums auf die Dauer und unauslöschlich einprägen, daß der lange und hartnäckig befehdete Zionismus ln «ehr wesentlichen Fragen der Zukunft der jüdischen Gemeinschaft nicht einen so ganz unrichtigen Standpunkt vertreten haben dürfte, da kich jetzt das gesamte deutsche Judentum mit ihm auf ein Programm geeinigt hat, das wesentliche Teile der zionistischen Forderungen umfaßt. In zionistischen Kreisen innerhalb und besonders außerhalb Dcutsdilancls wird man der Entwicklung der Arbeit der V, J.O, D, sicherlich mit großer Spannung und Erwartung folgen. Es soll nicht verheimlicht werden, daß cs manche Stimmen gab, weiche es für bedenklich hielten, wenn die'Zionistische 1 Vereinigung fü*t Deutschhtml — nur tim diese!:a!1!1 es'sich uaiürlieh handeln — in eine Gcsamtorg.anisation mit iiietvtzionir.tHdicn Gruppei! eintritt, wo für manche Ko«,lüde Anlaß gegeben sein kann. Solchen Warnungen kann cntgcgengchaUcn werden, daß die im Zionismus liegende Forderung nach Zusammenschluß des Judentums die Teilnahme an der V; J. O. D. gebot, wenn erst einmal die grundsätzlichen programmatischen *und organisatorischen Voran:־,setzungen erfüllt waren, ohne die ein Eintritt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland allerdings nicht möglich gewesen wäre. Es kann ferner erklärt werden, daß in allen Ländern, wo Kongrcßbcwcgmigcn oder konßrcüähuliche Beweg«;:;1 eingesetzt,haben, die zionistisehen Lnndesorgani?.׳:.. :teil 211 Kompromissen mit den anderen Gruppen bereit waren, ur,1 sie für die Unter- Stützung ihrer Forderungen zu gewinnen, und daß■ dieser Zusammenschluß überall vollzogen wurde, ohne daß die Zionisten vor niügiichcn Konflikten rurückschrcckten. Auch die deuisjhen Zion;, die' Notwendigkeit hcraucstcnen lctzung grundsätzlicher Fortieiung gar mit Austritt zu antworten, nicht scheuen. Das VA!111 de; die Sorge für die jt'.di; du: Zu’.:־.; Zionisten imntcr über der Aufre■ eiuigung stellen, die ihrem Zwct wirkte. Und die deutlichen Zion trauen in die Ucbcrzeugi und in die Entwickln«,,r tf:3 drul'.cli sie in einem solchen Falte die Folg nicht ,׳zu fürchten glauben rohen, t eines solchen möglichen Koefiiktco v,׳i Segen der Vezcteiginig mit alten / Deutschlands verrät...ui wollten. Di; sten fülilen sich heute Hark' f, ׳ vor der breiten Oe. Kn.1kl.I :if ״. daß sie cs begrüßen, durch if;;0 Z; ladung der Teilר.;»י1:.־ du,י V. j.O. did Isolation her:u:;g.■!;.,: ,.:::1;יד׳ :’;:׳',; führenden Rohe td r .U׳׳׳/•::,,־ tiims durcligcrduf! 'ran, l"i, stäiidnis der G;:׳;• ״;:; .:'■ , v/d, Stellung verbunden K>, ... d d, .׳ <;•11־ — «;!ine /.'«•".;.:June sich den /..u׳5;4.:״Jn;n Ford. .;111״c־. 1.׳.,uv/ilt :•;׳/;ei.tßt hat, daß nie Au... tel;> mg e «lau <11׳:;״.•:־ I1;׳;!:.׳..m׳ms ohne G,.temr.g zionistischer Gnu;:! J.ze möglich geworden ic.t. Und 1׳,;e fühlen sich :;׳.׳biirid«u stark /;einig, vor dem jüdischen Volke, wel* dies mlerüiug•: in die ■er schwierigen Zeit ein Recht <I;!r.1:;׳f hat, von der Zionf.'tü :Len Organisation besonders w.'ielnam vertreten zu werden, die Verantwortung für die getanen SehriUc und die Verantwortung für die künftigen ־zu iragen, für welche sie der Zionistischen Gesaut (Organisation Rechenschaft schuldig (if«] Von der V. J. 0. D. Das offizielle Kommunique. Nach ten würden, wenn sich sollte,- gtg:n eine Vcr- ,-en ■mit Kr.m'pf und evtl, die letzte Konsequenz jüdbeheu Volkes und aft wird den deutsdien chterhiiümg einer Vcrd Ziele entgegen- L-i )!listen haben soviel Vernult der rechten Sache -;nl-.cbcn jiidaifumc, daß des Konaiklcs 1 sie aber «in n nicht ruf den '.'.;:;:,1' Gruppen Jr.:;.;ck־,n Zioniungcucheut ::1 können, g zur Ein- 1;־r spiencd zu einer A'u! ,!;ulen- ״ran Eingc• t 1:1־ Fc-jt :che* Juden׳ ::.n eingehenden Verhandlungen kam auf Grund gemeinsam fcstgdcgtcr Richtlinien, die für die Behändlung jüdischer Angelegenheiten maßgebend sein sollen, eine Vereinbarung zustande, nach der die großen jüdischen Orgauii.ationcn Deutsclilands aller Richtungen sich zusamnicnschließcn zu einer Vereinigung unter dem Namen: ״Vereinigung jüdischer •Organisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens“. In dieser Vereinigung sind bisher vertreten: 1!deutscher Staatsbürger jüdischen 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. für die Interessen der 08t- Zentral -; Verein Glaubens. Deutsche Vereinigung europäischen Juden. Deutsch-israelitischer Gemeindebuud. Großlogc für Deutschland. Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden Frankfurt a. M. Hilfsverein der Deutschen Juden. Komitee für den Osten. Verband der Deutschen Juden. Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschlapd. Zionistische Vereinigung für Dcutsdiland. Zum Vorsitzenden wurde gewählt: Herr Dr. James Simon; zu stellvertretenden Vorsitzenden: Herr Geh. Justizrat Oscar Cassel, M.d. A. und Herr Professor Dr. Franz Oppenheimer; zum Schatzmeister: Herr Direktor Paul Mankiewitz; zu ehrenamtlichen Oeschäftsführern: Herr Dr. Arthur Hantkc und Herr Dr. Paul Nathan; zu ehrenamtlichen Sekretären: Herr Dr. Bernhard Kahn und Herr Richard Licht heim. Das Büro befindet sich Potsdamer Straße 41 a ü Tr. Die Vereinigung hat sielt vor allem die Aufgabe gestellt, den Standpunkt der deutschen Juden gegenüber allen jüdischen Problemen im Osten und im Orient gemcinsam vor den in Betracht kommenden Instanzen zu vertreten, schon während der Dauer des Kriegee und dann bei den Friedensvcrhnndlungcn. Es ist in Aus* sicht genotmrien, auf die Gründung verwandter Organi* sationen in Oesterreich-Ungarn, der Türkei, Bulgarien hinzu wirken, sodaß durch eine Verständigung dieser Or* ganisatloncn unter einander alsdann die jüdischen Fra* gen, die durch den Krieg aufgeworfen worden sind, in einheitlicher Weise seitens aller Juden der Mittel״ machte behandelt werden können. Mit den Organisationen, die bisher noch nicht fortncll ungegliedert sind, sind Verhandlungen über einen Zusammenschluß mit guten Aussichten auf Erfolg im Gange, Die Beratungen, in welcher Weise die neue Vereinigung mit dem eben gebildeten ״Vollzugsausschuß der jüdisch-orthodoxen Organisationen der Mittelmächte“ Zusammenarbeiten kann, sind noch nidit abgeschlossen. Die Richtlinien für die Behandlung der Juden* frage im Osten und im ottomanischcn Reiche, auf Grund deren der Zusammenschluß erfolgt ist, lauten folgender* maßen: 1. Rechtliche und (Tatsächliche Gleich berechtig gung mit allen Rechten und Pflichten als Staats* bürgen Freiheit der Rcligionsübung. Recht auf Pflege selbständigerjüdischer Kultur, Recht auf freie Einwanderung und Wirt* 8 clt a f 11 i che Betätigung in allen Teilen des osmanischen Reiches. Recht auf freie Niederlassung und Pfleg• selbständiger jüdischer Kultur in Pa- I ä s t i 11 a. 5. Polnische Judenpolitik Die Tageszeitungen vom 8. Februar verbreiten nach* stehendes Kommunique: ~ ״Das Polnische Pressebüro in Berlin meldet: In letzter Zeit mehren sieh in der ausländischen Press« . und den politischen Versammlungen verschiedener Lan* der unwahre Gerüchte über das Verhältnis der polnischen Regierung zur jüdischen Be* Völkernng. Nach diesen Gerüchten sollen die pd* nischen Juden vielfältigen Beschränkungen unterworfen und von polnischen Behörden drangsaliert werden. Bi« polnische Regierung soll die Lösung der Judenfrage in Zwaiigsauswariderung der jüdischen Bevölkerung suchen. Angesichts derartiger, aus polcnfeindliclicn Quel* len verbreiteter Nachrichten ist an die Erklärung des Herrn Ministerpräsidenten vom 4. De* zember 1917 zu *erinnern, wo das Verhältnis der Polenregierang zu der Judaibevölkerung folgendermaßen gekennzeichnet wurde: ,Ich bin von der Notwendig* fceit einer Lösung der Judenfrage durch <ka Polenstaat nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit tief überzeugt und durchdrungen. Diese ist ein• Folge met*