Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIII (1918)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. t Seite 37 י■׳* p J.y EDI5CHE ־־CM AU I *, K, *11■ K ־1* it,!־ 1!:ה c ,1 ü!; c tc kar;j- י Ihm■ t*1. '״ ik«. Au•* ־!ז, rj ina- P.‘!r* •״** h d“ ^ini- So- )/Ulllfli. CCS, Cou- Ile וו lat, Irer ifcn nu* u־m ü. N. *Isr- A. tfu- \\\w ח־1מ Uv /Vihr 11 zur lUT kr! der TU* *Ul :kn fiir ju- *ik- ' in ־1* c». cf!» i.tns. /u .Ui- Jv״ Jen ilic »ei ei. e» h? in: ird its uier uli -?ע lf- "!ג Oe :10 cm io״ di 1t, a<- eil MTor >n rttff ',!v — d^as Wimsclie der Unterzeichner des Briefes gej aüS — m Inforuiationszwecken an den Kongreß zu \ •ntixadcB, ’ Inzwischen begann die Wahlkampagne. Die Wahlen selbst wurden «isii den 7.-9. (20.—22.) Januar angei seid. Die Zentralkomitees aller jüdischen Parteien vor-; •f;entliehen ihre Wahlaufrufe und stellen ihre Kamli- | duteulistcn auf. i Da» erste öfienliiche Wahlmeciing veranstalteten in I Petersburg die ״Zci're-Ziou1׳, Die Haupt- J redner des Abends waren das Mitglied des zionistischen : Zentralkomitees A 1 c i 11 n i k o w, der Vorsitzende der j Zrirc-Zion Rubinstcin und Herr Schach no-! wit«ch. Iiinen besondern Eindruck inaditc das Aufj treten des Vorsitzenden des Kongreßkomitces M. N, « Kre inin, der offiziell wahrend der Wahlen zur Kon- | sliluante von der ״Volksparici“ aufgcsicllt worden war. j Er entwickelte die Notwendigkeit einer offiziclien Veri tretung des gesamten Judentums der Welt. Bezüglich dar Palästinafrag( unterstrich der Redner, daß, falls der Wille nach Palästina in der Tat lebendig sei, man steh nicht aut papierene Deklarationen verlassen dürfe, soadern mit Blut- und Oeldopfein ihn verwirklichen »fase. Die zfonistischeit Listen werden im ganzen Reiche wider der Nummer 6 au!gestellt. Die zionistischen Ixisuufe« lauten: Für ein freies jüdisches Palästina, für die Einheitlichkeit des jüdischen Volkes, für die nationale VoiDcrcchtigung der Juden iin freien Rußland.; Delcgicrtentag | des Niederländischen Zicnistcnbundes | Abi 25. und 26. Dezember fand in Z wolle der J IS. Parteitag des holländischen Zionistenbundet statt. Der Bund zählt heute 34 Ortsgruppen luad Vereine mit 2122 Mitgliedern und brachte für den j&di&chea Nationalfond im letzten Jahre 21000 holl. Gulden Alt!, das heißt doppelt so viel wie im Vorjahr. Zum Parteitage waren 140 Delegierte erschienen; «lie Mitglieder des!Großen Aktionskomitees Jean Flacher und Julius Simon wohnten der Tagung bei. Herr Jean Fischer begrüßte den Parteitag namens iles Großen Aktionskomitees, des Nationalfondskomitecs itad der Belgischen Zionistenföderafion, Herr Simon überb rächte die Glückwünsche des Zionistischen Komitees int H*ag, > Vom Engeren Aktionskomitee war folgendes ö e g r ü ßu n g s t e 1 e g r a m in cingclaufeu: ״Das Engere Aktionskomitee begrüßt den Delegier* tentag Nicderländi.-cher Zionisten aufs herzlichste: Ihre Tagung findet in einer Zeit statt, da alle Teile unserer Organisation deutlicher als je das Bewußtsein haben, dati es gilt, alle Kräfte des jüdischen Volkes z.usammeiizufassen, um unser Ziel zu erreichen. Die Bewegung hat iu der letzten Zeit große Fortschritte gemacht. Das jüdische Volk wird reif für den Zionismus. Die Kultur* mcnschheit erkennt die Bedeutung und Kraft der zionistisclien Idee, Wir dürfen ycrtrauensvoll in die Zu* kuaft blicken, die uns die politischen Vorbedingungen für die Verwirklichung unseres Ideals geben soll. gez. War bürg." Dos K o p e n!1 a g e n e r Büro der Z i o n i s t i - s®*hca Organisation hatte (das!folgende Be* g r ü ß u u g s s c 11 r e i b e n richtet: an den Delcgicrtentag ge* Solche gedanklichen Ergebnisse beweisen aber doch nur etwas gegen diese Kunst, soweit sie die kiinstlerisehe Leistung selbst zu durclibrcclien imstande sind. Wäre Wolfenstein wirklich ganz sicher, unendlich weiter als die ihn umgebende Materie zu reichen, er würde gewiS nicht immer wieder, auch für seine gedanklichsten Oeslanken, eine so innige Verbindung mit den Formen dieser Materie, mit Stadt und Wald und Wolken aiistrcben. Die Erde zugunsten einer scheinbar höhe* re« Berufung preiszugeben und sie beim Abschied den* noch als das ״schöne bewußte Land“ zu .bewundern, da« setzt schon eine heimliche Liebe voraus und einen unzerstörbaren dichterischen Instinkt, der sich immer von neuem an den Symbolen dieser Erde und nicht ' am bloßen Gedanken entzünden muß. Gedichte wie dea Aufruf ״Kameraden“ läßt freilich der programmamatische Inhalt zu rhapsodischer Kälte erstarren. Aber derselbe Dichter vermag doch auch im Klavierspiel sei* acr Freundin den tragischen Zusammenhang zwischen Mann und Weib, zwischen Kunst und Liebe mit seitener Tielc zu erleben und durch die nackte Schilderunfj eines vorbeiziehenden Leichenwagens Tod und Leben erschütternd zu konfrontieren. Sein Schaffen wird trotz aller Einschränkungen und beinah gegen seine Absicht von echter dichterischer Kraft getragen, weil häufig das gedankliche und das Wirkiichkcilscrlebnis zu einer zwingenden Stimmung zusanimcnströmen und jeeseit* von aller Anschauung eine innere Einheitlichkeit!!erstellen. Daß ihm dies am reinsten in den SUdtgcdichtcn gelingt, dafür müssen hier zwei kurze Beispiele genügen. Im ״Stadtnachmiltag“ wird die lärinende Geschäftigkeit der Straße, das Gekreisch der Papageien und Phonographen plötzlich durch folgende Eingebung unterbrochen: ״Sehr geehrte Herren Gcrinnuiigr.gcnor.sen! ln einer bedeutungsvollen Stunde tritt Ihr diesjähriger Dclegierteiitag zuwuuineu. Palästina selbst ist zum KricgsVmmplatz geworden *.nid das Laut! unserer Väter zerrissen durch den Streit feindlicher Mächte. Schwere Sorge uni das Schicksal unserer Brüder mischt sich in die Holze Genugtuung, die wir alle empfinden, daß unsere zloiiisli■■c!1e Forderung heute die öffentliche Atierkennun;.;׳ der Regierungen und Völker gefunden hat. Unsere Heizen wenden sich den Tausenden unserer Brüder im Heiligen Laude zu, die heule zum Teil fern von ihren Wohnstätten, unter der : ehweren Not des Krieges leiden und tatkräftige Hilfe von uns erwarten. Unsere Pflicht ist es, diese Ehrenschuld abzutragen, damit unsere Pioniere und ihr Eigentum, unsere Kolonien und alle unsere Institutionen im Lande erhalten bleiben, damit nichts zu Grunde gehe, was jüdische Arbeit in Palästina geschaffen hat. Denn lassen Sie uns in dieser Staude, da die Sympathien der Welt sich uns zuwenden und mächtige Unter- Stützung unseren Bestrebungen in Aussicht gestellt wird, eines nicht vergessen: ein j ü d i s c h e s P a 1 ä s t i n a können nur wir selbst schaffen. Mehr als je müssen wir uns bewußt sein, daß wir, unsere Generafiou, vor der Geschichte des jüdischen Volkes verantwörtlich sein werden für den Wiederaufbau Ercz Israels. Vorbereitung der Organisation und jedes Einzelnen auf die Zeit des Friedens, die uns, wie wir zuversichtlich erwarten, ungeahnte Arbeitsmöglic'.ikcilcn eröffnen wird, muß daher die vornehmste Aufgabe unserer Landesvcrbände sein. Mit Genugtuung mag es uns erfüllen, daß der Zio* nisnius gewaltig erstarkt ist, daß in der Judenheit Ameri* kas und in den befreiten Massen des jüdischen Volkes in Rußland der Gedanke der Renaissance des jüdischen Volkes immer siegreicher sich Geltung verschafft, aller groß und schwer sind nsidli die Aufgaben, die der Lösung noch harren. Unter unerhörtem Druck seufzt die Judenheit Ru* mäniens, der seit Jahrzehnten die einfachsten Men* sclienrcchte voreulhalteu werden; im tiefsten Elend ver* kommen die jüdischen Massen in Polen, deren ge* rechten naiionalcu Forderungen die polnischen Macht-!!aber erbitterten Widerstand entgegensetzen. Und gegen die Erfüllung unserer Palüstinahoffnuugeii beginnt man aufs Neue, und - - wie wir mit Schmerz sehen müssen — von jüdischer Seite her den Kampf, Der notleidenden Judenheit Hilfe zu bringen, damit sie die Schrecken der Kricgszcit überstelle, die Juden der ganzen Welt aufzuriUteln, damit sie geschlossen für die jüdischen Forderungen cintrctcn, die Sympathie und die Unterstützung aller Kuiturnationen für diese Fordenmgen zu gewinnen, das sind neben unserer Arbeit für Palästina die großen jüdischen Aufgaben, au deren Lösung die. Gesamtorganisatkm und mit ihr jeder ein* /eine Landesverband teilnehmen müssen. Lassen Sie uns der Hoffnung Ausdruck geben, daß Ihr Delcgicrtentag segensreiche Arbeit in diesem Sinne leisten wird,“ ' Der Vorsitzende des Bandes, Herr N. de Licme, Berichtete iu seiner Eröffnungsrede über die Tätigkeit des Niederländischen Zionistenbiimlcs im abgetautenen Jahr und über die Lage der Gesamtorganisation, An seine Rede schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der einige Redner scharfe Kritik an der Tätigkeit der Bimdesieitung übten, weil sie sich dem Geiste der Zeit nicht augepaßt und die neuen großen Propaganda* möglichkeiteu nicht genügend ausgenützt habe. •——־״*!...m.'L“. T.11.׳_!.a_«!18.׳ Ein Kind mit flötender Stimme Summt aus den! Keller unter meinem Stuhle Augenblicke lang sinkt dicQladt ins Knie Wie vor einem blauen Donuerschlag. Und ich schwieg, als sic weiter schrie. «> Und das ״Karussell der Welt“ schließt mit den Versen: Ein Karussell marschiert mit schwermütiger Lust Und überhörend meine eigenen Rufe In meiner Brust, Mit Tieren voller Flügclhufe. Bcspring ich sie . und ritte gern ins höchste Licht Und bäume mich . . : sie fahren angcnagelt weiter! Nacht im Gesicht Folgt machtlos ihrem Kreis der Reiter. Jm Mittelpunkt der B er* half ff«' rtaraf die Frag# eines Kongresses der holländischen J u d c tf. Die Bimdesieitung hatte mit der!»!ländischen Alüanös und der holländischen Ito-Födcration ein vorläufige# Abkommen getroffen, nach dem die holländische Regio• rung dureil eine gemeinsam zu veranstaltende groß« Demoiislrationsver.sainmluiig aufgefordert werden «Täte, dafür eiiizutrctcn, daß Vertreter der genannten drei jätS» sehen Weltorganisationen zur Friedenskonferenz zugg. lassen werden. Schon vor dem Delegierteitag war ia öffentlichen Diskussionen von anderer Seite statt dessen die Versastaltung eines allgemeinen, atd demokratischen Walde* beruhenden Kongresses der holländischen Jude* ■ack amerikanischem Vorbild gefordert worden. Es kam zu einer lebhaften Debatte, die damit endete, daß ein Antrag, die Kongreßfragc durch einen besonderen Parteitag entscheiden zu lassen, angenommen wurde. Der Delcgicrtentag beschloß die Abscndung voö Telegrammen an die englische und au die rm* sehe Föderation. Zionistische Suwcgung Polen In sulchen Augenblicken kommt es gamicht mehr darauf an, welchen gedanklichen Inhalt der Dichter ausdrücken will und welchen Grad der Anschaulichkeit er erreicht. Die symbolische Gewalt wird stärker als ihr äußerer Anlaß, sie offenbart an ihm nicht mehr eine Wdiauffassung, sondern eine ganz originell cmp. fundeue Weltslimmung und teilt sich um 60 überströmeiuicr mit, je dürftiger ihr großstädtischer Hintergnind ist. Hätte WolfeiiKteiii nicht mit falschen Mittelu eine unzureichende Gegenständlichkeit erstrebt, hätte er sich begnügt, von der Großstadt nur den ihm zugänglichen, wenn auch noch so schmalen Umriß und von der Natur nur ihren sozusagen «cellscheu Reflex zu geben, er wäre gerade durch dies nackte Gegenüber zu einem volleren Künstlertum geden War- (Zionistischer Proteat gegen schauer M a g i 11 r a t.) In der Sitzung des Warschauer Zionistischen Komi* tees vom 22. Januar wurde folgende Resolution ■nge* nommen: Die durch den Warschauer Magistrat erfolgte Er. nennuiig des bekannten Judenfeindes Dr. II* ki zum Verwalter der E r n ä 11 r 1111 g * - A b t e i Iu n g int eine I Icraiisfordcrung gegen die jüdische Bevölkerung und zeigt deutlich die j u d e :1 f e i 11 d 1 i c h e n Tendenzen des Warschauer Magistrats. Das Warschauer Zionistische Komitee legt gegen diese beleidigende Hai* tung des Magistrats der jüdischen Bevölkerung gegenüber den schärfsten Protest ein.“ Eine Abschrift dieser Resolution wurde zügle kl» dem Politischen Departement und dem Warschauer Stadtrat überreicht. Litauen (Zionistische Tätigkeit ia Litauen) Die wirtschaftliche Lage in Wilna hat sich ira Ve*- gleich zum vorigen Winter hier zeitweilig gebessert Dazu hat einmal d ie Ivesscre Kartoffelernte und dann di• Besserung der Arbcitsverhüitnisse beigetragen. — l>a* zionistische Leben und der zionistische Gerlanke reg» sich in allen Orten Litauens; in ganz kleinen Ort* schäften entstellen Vereine. Die Chanukkawocho wurde überall als Schekelwochc verwendet. Ebenso wird die Wilnaer Volksunivcrsätit wieder, wenn auch auf veränderter Grundlage, gegründet werden. Es soll eine systematische Reihenfolge von Vorträgen über jadische Themen gehalten werderi. Als Dozenten sind vorgesehen die Herren Rechtsanwalt Rosenbau 111, Dr. Wirsch ubsky, Dr. R e g e n s b u r g, Dr. Olschwanger, Zitron und Schal it. Die Initiative ist von den Ze'ire-Zion ausgegangen. Neuerdings ist auch ein Verein der Poale-Zion unter Leitung der Herren Seidschnur, Dr. Chaot und Schaiit gegründet worden. Aus aller Welt Aus Rußland (Ein Zionist — russischer Minister.) Bei der Erweiterung des Kabinetts der russischen Regierung nach dem Anschluß der linken Sozialisten-Revo• lutionären an die Bolscliewikis erhielt das Porteleuilkj des Jiistizministcrs der linke Sozialist-Revolutionär Isaak langt. Freilich würde seine Kunst auch dann noch ein gedankliches Korrelat brauchen. Denn der Judo der Diaspora, der nocli nicht wieder von der ewig sich erneuernden Urkraft de» eigenen Bodens und de* eigenen Volkes genährt wird, kann auch nicht aus de■ •Erscheinungen selbst schon jene wirklichkeitsträchtigea Symbole gewinnen, die allein den großen Kunstwerke■ ihre Unvcrgänglichkeit sichern. Es wäre ein müßige« Unternehmen, eine so ausgeprägte Begabung wie W*ob fenstein zu einer Acndcrung ihrer einmal vorhandenen Anlage bewegen zu wollen. Die Kritik kann immer nur an der persönlichen die allgemeine, in unser״! Fall die nationale Konstellation erkennen, und ich erblick• in Wolfensteins Schaffen den Ansatz und mehr als den Ansatz zu einer lebensfähigen westjüdischen Kunst Der jüdische Dichter braucht wie jeder andere die Ersclicinuiigswelt, wenn seine Werke nicht bloße Hülse■ für gedankliche Inhalte bleiben sollen: Er stehe fest und sehe sich in dom Milieu reiner nächsten Umgebung um, das in der Diaspora — selbst unter Bauern — immer eia städtisches Milieu sein wird. Die Stadt hat weniger Geheimnis und mehr Oberfläche als die Natur, ihr Außen läßt seinem Innern einen größeren, durch die Materie weniger gebundenen Spielraum, und gerade weil ihre Basis so schmal ist, kann der Jude, der in ihr auf. wuchs, sic ursprünglicher erleben. Hier zeigt sich der jüdischen Sehnsucht eine neue Möglichkeit (zwei andere verwandte Möglichkeiten scheinen mir iu Else Lasker* Schüler und Karl Kraus bereits einen klassischen Ausdruck gefunden zu haben), die Welt mit ihren künstkri* sehen Mitteln aus den Angeln zu heben. £־״.־־£ ר■•» t ״■*s. /:״'