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Jüdische Rundschau · 1918-01-18 · Heft 3 (18.1.1918) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 3 (18.1.1918)
Date
1918-01-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Kr. 3 C -Ue ־}U Zeiten!, ' :!cns ,ur.d Zukunfüchnens i,n Mwnsd.lidt j 5r:J Mcnsci!;uhke.it münden zu l.-iwcn, und die gern; ׳*» wohl den Ucbcrfluß jiHirchcr Stcatciigüsfc oM- 1.4111s obsirömen sähen. Präsident 'Wilson, der oft, large vor dem Beschluß des liritenkal.inciis den Judenwünschen »ich freundlich zuneigte, Imt durch die Wahl tfcs jüdischen, ic Gedankenkreis des Zionismus atltfiicn• «Je 3 Oberrichtcns Drnndeis in die Vorderreihe der ilr die Fricdcusverliandlungcn ausersehenen Männer bewiesen, daß er die Macht seiner Heimat für das Judenrecht sufbietea will. Weder von dem1 Rußland der Tnotzkij «sd Joffe (das rieh, freilich, für ״biirgertche Ideotogics“ nicht erwärmt) noch von einem in Tmfrcnfcindschfift zuriickgckchrtcn ist Widerspruch #1 *rwmlen. . . Kein Westland wird den Weg in das neue Zion sperren. Und das Haupt der Christenheit Irrt die ihn* sceiisdi Untertanen Völker nicht vor der Lahnung dieses Weges gewarnt. Am Tag nach der Weihnacht sprach Papst Benedikt zu dein heiligen Kollegium . . . Vatikanische Erbweidicit (daran wird, auch wer sie uidil mit Montccatinos Geschäftigkeit bewundert, nicht zweifeln) hätte in dieser Stunde leicht «Es Gelegenheit zu mild ernster Abweisung des Zionistenarepruclics gefunden. Da kein so deutbares Wort von E'cscdikts Lippe kam, da er mit der Bezeichnung j•*־ri rJ9 dev Davidr.sohncs auf den Zusammenhang, «fr;1 fiibgang der Glauhcnsvorstelliingcn, nach Wilsons Und Dalfour« Gelöbnissen, nach der festlich gcstiminten Rede des Unierslaatssekretärs Lord Cecil, eine« Caricigb, wies, liat aus dein!:rdwestcu der Zionismus Feindsäligkeil «lidrt mehr zu fürchten. Woher kommt und wohin strebt er? Die vornan Schreitenden sind zu Auskunft willig“. Harden gibt nunmehr ein sehr eingehendes Bild über die Ziele des Zionismus, über die kolonisatorische mul kulturelle Leistung des Zionismus in Palästina׳ und bringt zu «lesen* Zwecke ausführliche Zitate aus den Schriften voa Richard Lichtheini ״Das Programm «los Zionismus‘', Dr. Elias Auerbach ״Palästina als Judcidand“, der Zeitschrift Ercz Jsrsel und andern zionistischen Dar- »frtlmigen. Bezüglich des offenen Geständnisses englischer Zcilimgcn, daß England aus der Unterstützung der zionistisehen Bestrebungen auch für sieh Vorteile zu erzielen hoffe, bemerkt Harden: ״Sehr löblich, daß offen auch das Britcnintcresse bekannt wird, das in die Richtung des Zionisfenzicies weist; nur mit Lcbensnothwcndigheit vereinbaren ■ Jdcnlismus birgt Samen und Fruchtfähigkeil“. Die Erklärung der deutschen Regierung kommentiert Harden mit den folgenden Sätzen: ״Der den Türken Verbündete stellt unter stärkerer Hemmung als der Türkenfeind. Doch die feierliche Verheißung, daß alles bleiben werde wie es ist, genügt nicht; und ihr Widerhall wird uns neuen Hohn eintragen. Was in Palästina vzar, kann, darf, wird nicht dauern. Und Deutschland bat die Macht und die Pflicht, den Neuhau des Geistes von Zion zu stützen.“ in diesem Zusammenhang widmet Harden auch der Assimilation und ihrer antizionidischcn Haltung einige Worte der Kritik und Widerlegung. Insbesondere will er das antizionistische Argument, daß die national-jüdisch ca Bestrebungen dem Antisemitismus Nahrung geben, uicht geltes lasse«. ״Dessen (des Geistes von Zion) Anfänge sind all den Juden ein Aergcrnis, die nur «furch Glaubensbekenntnis (,,Konfession“), nicht durch Rasse, von den Landsleuten sich unterschieden «eilen möchten und deshalb, schon in Hcr/.ls Säcrzcit, der!Presse grollte, die von Jtdcnvolkhcit und von dem .״׳׳״^; —י״■--- י’״■׳ ״■■,. ,:v■!■w ■..י י— .!!«— Ein Gcdcültbucli für Jakob Wolmrn *) Dst vorliegende, bloß in hundert Exemplaren für Freunde gedruckte Büchlein, in welchem unter der Leitung voa David Kiachi die Lehrer Jerusalems Erinnerungen an Jakob Wo Ins®» nicderschrieben, ist von derart persönl'dier Natur, daß eine objektive Besprechung anr;C';!:d1 ist. Jakob Woliunn v/ar ein galiz.ischcr Jude, <׳״::r aus t.c.u Lclirhatis von Sranislau in die Weinkeller von RP.chon lc־Zioa flüchtete, dann Lehrer wurde, während des SpraciiciiGtreitcs in Palästina, zum unbeugsamen Führer emponvuehe, iia ljar 5676 dem Flecktyphus erlag. Der europäische Jude, der dieses Büchlein liest, in welchem palästinensische Lciirer mit überströmender Verclmmg voa einem .uns fast unbekannt gebliebenen Manne spre• eben, fühlt die durch nidits 7.u überbrückende Kluft, die u;:c Ferne bei aller Liebe doch unerbittlich vom palästinenfk-bhen Lebe« scheidet. Aus dem Inhalt des Budies ist vor allem der Anfang eines Romans voa David Kimchi ״Am Abgrund“ (Ai ti ::!1*־) f:cn.־orgchobe:1. Das Fragment laßt vorerst nur evzcidics das Problem des Romans sein wird: t!:r Zusammenstoß zwischen der alten und neuen Welt in Pu!“tutina, aber nicht als äußeres Ereignis, sondern .־'Hr.ncrcr Kampf in: der Brust der Mcnsdicn, die diesen U-״-..'crg.1־r.g Giliraad»! müssen: von dem Palästina des h'o1׳::np und der Sdmsudit zudem harten der Wirkliche: ■t r־:R seines Krankheiten, mit den unduldsamen und »• ' :;-::־:mhtfgeB lAcnsehcn. Nun wird das verlassene Oak u ruz4 1 raume. Dar. slies ist mit eindringlicher »;.:eit in den *bgedrucktcjj Kapiteln dargcstcllt, ohne d:;w man uodi olmt, wohin der Autor seine Leser fßlsren v.׳־ä. Das zerstörte Jerusalem, Tisdia beaw steht an «Bc־?JUI dcr Eraa.IllunZ; » der Klagemauer, am 1 ...::d de? 9. Ab, tritt ans der Gegensatz der Ger.j’cchicr urd die innere Zerrissenheit des jungen Oet\ - ,ec..fcs vor Aug€3; die Alten, die ut den Mauern ,_%׳ ttcäfsncSi (1 fclwro echot hccliawer IsÄow .wcitaJasu fc,su,;laa 1917. 102 SS. Drang 11 uh Zion r,. ־•״ ׳ : - - ׳ ׳. ■ ■' r dem Kri.” .1 נ!1::1ז.־.ו;r,r'. ■״ •׳ ׳ יי'' ' .׳' ' ׳ t, wie der Antisemit::,1 .'׳ יל',. י ' .• ' ,".׳״ ' » ל :.:׳, mit dem Gerede von :׳:,::;־ , j•• ׳׳־,/' der Kultur, noch I.h.hv: : ׳/'.!׳ ׳ ׳". ־' " ' h den OrieiiUiurgeii <'׳.. Ci,׳; יל י; . ל;; .־ ..׳.׳."• , " :׳. *Pe:«־ Selbstsucht Satter!:;׳;׳et;;; ׳ ׳,־,; die seelische Noth von!׳:•..'.׳,׳.׳ ׳ ..־׳.־ , : nicht «len Schlaf. G;׳.; C;׳יל: :!״*;• scheu Wesens ist *defg r.t;,'." ־;.׳..׳ ,־׳ ,׳ ..d״:- lieh als Kritik a1uk!r..1 V.d::׳I•'. ׳"C;1, Kasten, Klüngel. Vcrlr,:!.ל:.,': :'.׳.־,1 ׳ dd: : di .;׳: .'!.,׳, ..h;g. Lin neues Aufwiiciier!) d; (':׳:: י.,‘.;.,;.• ׳״' :!.id.'de nur durcit lislige Kihudc c;wi;.d ., ׳;;. Vcrd;:־.:t denn die 1 Inllung, die Lcishm;; d.:/ Juden v.־:'h,\;:•J der Kriegs/.eit Tadc'i? , . . Nl:׳g.׳.v.Pt r.odi r'c..I das unbefangene Auge Diisigatafl, von dem ׳.da \7td׳Ja t'es Antisemitismus fett v,’c״'e.; 1.:If::״ i.ddd11:1s solcher Stoff morgen r.n: vdird־: d״’ :;.b <? , reinl'ciic Streben entwertet, im׳ Lande der Ldv.vötsv Jiuiciilieit eine IIcinv.täUc zu schaffen, die gc;!:i!.41r':;hlgai Fsüchic «Iler Kultur in den Garten der Menrcl;'״:,it zu vettcii, dem Israels Pflanzung einst seelirdi mul geistig Unersctz.liehes gab?“ Nach cincui längeren Exkurs i:';er die (!rundhgen de!! nationalen Gefühls (zitiert aui einer Rede des Naltirforsciiers Einil Du Co::•. R c y m o n <1 in der Brrliner Akademie der V7i! aciisrh uteii), 1«n.111dal Harden das Ziel des jüdischen Nr.iionalgcJühb folgendermaßen: ״Nun will ״der bewußte Koamopoiitir.r.iiis“, das aus Erlebnis gewordene Weltbürgertiium“ Israels in das feste Haus seines NationMgcfiiiiic״. »icirnkehren; als seibstämiig Ganzes sich wieder in die Menschheit eiiiii'igen.“ Hardens Aufsatz, der in der ji'idprhcn wie in der Mich!jüdischen Oeffeutlichkeit große Aufmcr'.xamkeit fin* den wird, ist, wie schon aus die*.:!־!nl1:.lt.:;:n׳׳;abe zu erscheu ist, eine durchaus und beding;;!!׳; r.io:; proziomstisehe Kundgebung. I lardcn ist der Iriirn Ufl!:.17cugut1g, daß d.Ti zionistische ideal verwirklicht werden kann und hat es klar ausgesprochen, daß die deutsche Regie• rung die Macht und die Pflicht hat, an den? Wiederauf, bau des jüdisch-nationalen Lehens in Palästina tatkräf- (ig inilzuwirken. Jalccbus K.T1111 über die Erklärung des tOrhsccbfcn ßroSvvcsirs Das Jüdische Ko 1׳rcr.pondenzbüro im Haag interviewte klerrfi Jakobus Kann über die Unterredung, die Herr Dr. Julius Becker mit dem türkischen Groß-׳ vresicr über den Zionismus gehabt hat. Da Herr Kann seit langen Jahren wichtige Posten in der Zionistischen Organisation bekleidet, geben wir seine Acußcrungcn hier wieder, zumal wir es für notwendig halten, zu diesen AeulSerungcn, die r.icherlidt weife Verbreitung finden werden, Stellung zu nehmen. Herr Kann sagte: ״Die Veröffentlichung der Erklärung desGroßwcsicrs bezüglich der Haltung der Türkei zum Zionismus ■wird damit motiviert, daß sic zur Beruhigung der öffentlieben Meinung beitragen soll Ich :nuß zu meinem Bedauern sagen, daß dieser Zweck schwerlich erreicht wird. Ich bähe zwar, mit großer Genugtuung gelesen, daß der Großwesier die Loyalität der zionistischen Bewcßinig während des WcULric:;? *r,tmri;c!;!k!1׳ nncr- Rannt bat, und daß er zu!״־:ütren weiß, was die Juden in Palästina gdci.Rct hr.ben. Idi fühle midi jedoch zu glciclicr Zeit verpflichtet, die .Bemerkungen f*‘*!%'*** ««»״'» »»■»«■»■»«—tw. - -״- ■ •י. -- ׳ ' ־* - ' ' ־״־ ' ־"■־׳-■־ — weinen, ׳und die Jungen, die a!.: Z!::!וילל• d.K,c’־,f.:hrn mit dem Gefühl des jüdische:! Kinde־< ,״!sn in d׳,: Kirche filn• einsdiaiit, angezogen und t*r::־:sc!1 fm;-;;!.... In der kurzen Clir.rohRristi':, die A. M.Lifschitz von Woiman entwirft, kehrt der Rc׳־f:״:t rs־;;::ci;:n Pelästin* und Galuth wieder: ״Er, der g־::z.i״d12 ji:׳'?, I:cn:rte die lebendigen Fäden nicht zerreißen, eie• Kluft nicht überbiiidcen — — des v,״׳r d;:s C-!::!..:;;b ■esär.cs Seelenlebcns; und er konnte rieh .׳;::eh 3;k״f clnreJen, daß die Kluft überbriiekt sei. Ur..l dieser Riß ln seinem Leisen hat ihn getötet — ־—“ Die Pcrsöiiüdikcit \׳/e!; ׳";":ז..! drw . Leser in einigen Bricfrtcllen L'•־י''״•!:׳, c:o , fn •״'׳.r.3 1' •<3 ßl:י'׳'־'" gedruckt sind; aus i!:׳’cn rui c:*1 ״' ‘ר.,""::.!׳,.*:" :01!:,tc mitgeteilt: ״Alle diejeuig•;», v׳ *. ■'* - f ''"'A iil i'C '":־׳Ü!;1. inrt nationaler Erziehung btachüfi■׳. i׳ mit ו;:;׳":. Redensarten auf den Lippen Ci. ׳«׳״».;. n׳ c!-i ttI‘v :'.dm naiv, die nationale Schule d1,:״R 1 L u3;׳ c::i ßviel zum Lohe IsraeD und von -den! T 1r1״I ccl.icr Wiedergeburt sprechen. Cit v durch HegeiatcrtH Reden «;!;1 durK» cd•■■ 41.,־״׳ ...; mit profan-rni nationalen I!!f״׳.!t ■ו״'״ jV l’WJ:׳’c.w . zu können. Die and :־*'"•¥ מי.״ -. ׳ - fr-:::״״her — tun v/ir dcsgieSet;f: l';s ׳■"■ ך! ׳ך ן■ ך■ י <ר'׳ f •hule den profanen nationai׳::! T<׳ ¬ל, d; : To»; ׳ S leger. Alan brauchte nur, -;r <',t l’T ■it rTa ־:: : צ: 'Lauues und die!Je ' ״ .1 ■■ ■■ ■־׳ 3.־:;; 4. *י,״.?! ־״ י*-׳ Erfolg rh.er war: ein G::ß,ß ־׳. ' «'־• } c! ד * h.w liwrwsr,lrc:Lte. P.:׳;'׳,*i::a v.״r - * 1״ c ur •;״׳:; Fiirarc gcv.׳c:1:־.::׳, der dr ׳:; ׳ ׳ ׳ 1. ' . -4 11 r; r. h Al 1 ־; :: י! ״י ein 11 c d a d g e; c י;ד׳י " י? 1! ־: י'; ך .׳* : 1' 'f d i C - sco wa r 11 n f r 1! c'111 '׳; ־ ׳. *׳ Vr. י־ ״ n; l.cheu in unsere Sch1•'י br!״ 1: r י, 1 י,י- Arbeit Der lilr;:v £׳.: ■■ ' י ' '',':.ZU getötet. Wir brauche» f'1 .:״ •/ .״ "י י - י ■d J;'.ir süicint, daß .־mch wir 1' :־ 4 W . - - -1V.1 PaE.-,E,1;13 cimh.ca le.:.W4 Id. L.1a %, bWzilv.iti *•־׳״•j» י׳. - - , ־׳ י ' f «׳ *־־ '. Lrirnii *prCi«jkC-11 y/urkt.r״״.r׳.; . 3 , L I1״ Fohle, 1". . I c j ״ ״f 1 rö r» c״ ts* ••"■";::׳:ולי ׳•־;.:־יxn, v.׳K׳,he der Großwesier in F-vzug auf die cii.׳:־׳ sh י Syrry.ii.iccrkl.'irirrg ׳ponidit hat. Man '־׳! '0 ”> ב ׳ י' so .".’■.11 י a!״.;,im׳; b!.;.-.׳e“ c;;;;;idi/ien:n׳ di. *: der Groß eres,ier tat, w enn 1>.::n cdcli daran eriß :;Ir:;;׳ gerade .in des! Zc':1:! ״־׳ d'er.en die;;he Re; :.׳!׳;׳:*;; räch licsssndrr.,; drldiuend gc;;cn* > com",;:sehen Beatrelumgen ve;!־.ieif, der Zio- ’""••■'ו•*-',-;׳ G׳::a;n-.e,t;.on Uganda r׳״;;l Cl-Arir.ih für die Zvrc.'po rr.t;(»nr.!-ji!tlischcr Kolon,'!,ntien zur Verfügung *d11,, r'‘Ll','il.>“'cit^%var■ Es versieht ch1«׳ ton reibst, לס:,• ai.e l..:s,;cr Pakcitiims vor dim Gesetz giricli sein 1r;!s..e», •liier wir wollen, daß Palästina wieder da* j!ו... . ״ I ::׳! v.ird. Nun. weist der Großwesier fnöb;׳.t darauf hin, daß von einer wesentliche» Ehiwandmmg ״,״cii Palärdiua angcsidits: der derzeitige« Aufnahmefähigkeit des Lande» momentan nicht C,t Rede sein kann. 111 der Tat ist Palästina seit J;.hrb::rJerten vernacküissigt und verwahrlos,t, entwaldet, teilweise versaidit, die Terasscnariiagrn zerstört und die Landwirt- Schaft auf primitivster Grundlage. , Unser erstes Augenmerk muß also darauf gerichtet ceia, die Aufnahmefähigkeit Palästinas erheblich zu verstärke«. Diese Vor- ,׳,ussetzung einer großzügigen Kolonisation in Palästina bedingt außerordentliche Investitionen, Irrigationen, Drainage, Aufforstungen, Wegcbaulen, Ausnutzung von Mineralien etc. Dies erfordert Milliotiea und ahertnak Millionen. Wir sind natürlich nur dann bereit, Menscheu und Kapitalien nach• Palästina za leiten, wenn genügend Sicherheit für sie besteht. Wal deshalb in erster Linie für uns notwendig ist, ist ein öffentlichrechtlicher. Abkommen mit solchen Garantien, die cs ermöglichen, eine geschlossene jüdische •Siedlung auf der Grundlage einer Landwirtschaft treibenden Bcvöikc* rung durdizuführcn, ohne befürchten 111 müssen, durch Schwierigkeiten von außen oder innen darin beeinträchtigt zu werden. Welche Vorteile eine derartige Ent- Wicklung nicht nur für die Stcuerverhäktiisse des Laudes und für die bereits in Palästina ansässigen zur Folge haben wird, ist so einleuchtend, «laß ich darüber nichts weiteres zu sagen brauchte. Wir müssen also Palästina eine viel schnellere Entwicklung geben, als dies voraussichtlich für andere Teile Vorderasiens zutreffen wird. Damit nimmt Palästina' eine Soiulerstellung in Vordcrasien ein. Die Juden werden das Eiement bilden, das moderne Methoden und moderne Technik in ein durchaus rückständiges Gebiet einführt; andere Teile Vorderasiens verfügen über dieses Element nicht. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit admini- Etrativer Vereinheitlichung Palästinas, damit die Verwnltnng des Landes und die Regelung aller seiner Verhältnisse in Einklang gebracht werden mit der beabsichtigtcn Entwicklung des Landes, unabhängig von jenen Teilen Vorderasiens, die diese Entwicklung in absehbarer Zeit nicht haben werden. Die Juden haben aber ein Recht darauf, endlich zur Ruhe zu kommen. Wir sind des ewigen Wanderns müde. Wir haben ein unbestreitbares historisches Recht auf unsere alte Heimat Palästina, und ehe dieses Recht mit seinen Konscqnenzen abseitige Anerkennung •gefunden hat, können wir nicht zur Ruhe kommen. Wir wollen bei den ungclicurcn Anstrengungen und dem außerordentlichen Aufwand an Geldmitteln, die unser in Palästina Harren, nicht wieder riskieren, daß wir, wie bisher, so oft wir Schrittmacher der ökonomischen Entwicklung rückständiger Länder gewesen sind, wieder ausgetrieben werden, wenn wir diese Funktionen erfüllt hatten. Wenn die türkische Regierung gleich England die Gcrcchtigkeit unserer Ansprüche auf Palästina anerkennen wird, ‘"1*,י" •' T'i ""—די.ן(||;]י*ייוי״י;«ןי-י’יןייץי׳ך>י-״׳ך׳■,׳■׳׳־■ ■■׳™-׳׳■--׳׳~« m I ■I וווו־ II1I11M0—» Ein neues Jud Sflß-Drnma Der Schriftsteller Lion Feuclitwnager, der in kurzen Abständen aus italischen, britischen, griechiteilen und indischen Ursfoffcn Bühncnlebcu 811 *chlngen versuchte, hat nun auch ein Drama ״Jud Süß“ (bei Georg Müller, München) geschrieben, voa dem er vermutlieh giniiht, daß cs um seines Helden willen «ine typisch jüdische Eriebnisnote trägt. Dabei ist der eur typisch für die schiefe Probfanschnu schied»{ *sairailierten Liferatenfums. Joseph Süß-Oppenheimer, des vzürtfembergcr Herzogs Karl Alexander oberster Finanzrat, der verlautlich heute ein vorbildlicher Großbankier wäre, im Schwaben von 1736 aber als ein verderblicher Spckulast galt, den seine gewagten Projekte an den Galgen brachten, scheint auf den ersten Blick (3 der Tat eine gegebene dratnafis persona. Findet man dann noch in rlfcn Urkunden die Aufzeichnung von Süß’ vergehliebem Confcssor Riegen ״Dieser Jud ist eicht als ein Epiiairäcr gestorben, er hat an Gott und Gottesgeist und Sterblichkeit der Seelen und Ewigkeit geglaubt. Die Christen mögen Zusehen, daß dieser Jud sic nicht chmial cm jüngsten Tag verdamme, der den Namen Gottes bis zum letzten Atemzug ausgerufen hat“, so wittert Ahn mg tragischer Zusammenhänge auf. Da diese nun fcMießlieh in jedem׳ Zweiseelenjuden des westlichen vorhanden cind, hätte auch der — letzten Endes nur für den christlichen Opponenten hferesaant« — i iofjrdc Süß Zentren dramatischen Geschehens werden können. FencbUvangcr aber begnügt eich, ein halbe» i:;״»gt1cn.g>k״!, flach übcrblitzt von pajrcholi*gisdien Rc* f.cxcn, mit!.':torischem־ Scluurwcrfc und grellsten Konsa zu überladen, daß kein Handlungskern zur P:!׳:',t rcl't, d!e Peripetien eich wild ubersdÄgcri und der Hörer trotz de? erheblichen Häufung mystiscb-kabbahstischer ArMutir.igcn dem Läutcnmgsprozeft dc3 jüdisdi« ״Edclvcri'rcchcrs ms Rassestolz und Vatcrschmcrz“ mit ßcinaa i-'ls1’;׳cii Efschüttcrxmg folgt ״Ehi größer Aufwand nutzlos ist vertan'׳. Der Fehler sB;;|r»t 1״>.r far tiaef Verkennimg dessen, was ein p•

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