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Jüdische Rundschau · 1917-05-11 · Heft 19 (11.5.1917) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 19 (11.5.1917)
Date
1917-05-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 16ö JUEDISCH E nUMDSCH.AU Nr. lg \ Konstituante linbeu wir unsere konkreten Forderungen zu überreichen. Haben wir doch keine Angst vor Cubescheidenheit! Es kommt die Zeit, wo die Judenfrage in Rußland gelöst werden kann und muß, wir müssen wissen, daß Rußland nicht einem Volke gehört. Der Staat besteht aus einem Bund von Völkern und gehört diesem Bund. Ein jedes Volk hat Recht auf seine Selbstbestimmung und, ebenso wie eine allgemeine Konstituantc cinberufen werden muß, müssen alle Völker Rußlands das Recht auf ihre besonderen nationalen Konstituanten bekommen. Die jüdische Konstituante wird die Antwort auf alle Fragen geben. Jetzt gehen wir zusammen mit allen Parteien Im Judentum; dort aber wird der Kampf beginnen ... Es sind Elemente im Judentum da, für die das bürgerliche Recht ihre einzige jüdische Forderung bedeutet. Die Geschichte der!:manzipation im Westen hat sie nicht belehrt. Mit. diesen 6teht uns ein Kampf bevor. Wir werden uns auch zusammcnschlicflcn müssen im Kampf gegen die für das Volk schädlichen assimilatorischen Tendenzen. Uns steht noch eine nationale Revolution bevor, um den inneren Feind zu besiegen und unsere weiteren nationalen Bc- Strebungen zu verwirklichen . . . Bürgerrechte, das ist die erste Position, die wir genommen haben. Je mehr jeder einzelne von uns Bürger wird, desto mehr erwacht in ihm der Jude. Uns steht noch ein ernster Kampf für unsere nationalen Rechte bevor, für die neuen Forderungen der Juden-üürger". S. J. Weizmann (Sozialist-Tcrritorfalist) spricht von der tragischen Rolle des jüdischen Revolutionärs. Im Judentum wurde ihm oft der Vorwurf des Verrates gemacht, da für seine kühnen liestrebungen das jüdische Volk durch Pogrome zu zahlen hatte. Aber der jüdische Arbeiter stand und steht auf der Wacht für die nationalen Rechte. Die Interessen des jüdischen Proletariats und die Interessen der iiidisehen Nation stimmen überein . . . Das jüdische Pro- Ictariat hört nicht in Eydtkuhncn auf unu fängt nicht in Wladiwostok an. Der Festtag der russischen Revolulion Ist nicht der Strich unter aas Ganze. Es müssen normale Verhältnisse für unser kulturelles und Wirtschaftliebes Leben geschaffen werden. Dort, wo wir als Mindcihcit von der Mehrheit verschlungen werden, kann un* serc nationale Kultur sich nicht frei entfallen. ■ Der Weg zur vollen Befreiung ist weit, aber der Strahl der Freiheit wird ihn erhellen. Der jüdische Arbeiter tritt in dieses neue Leben ein und wird das Werk der Befreiung des Volkes zu Ende bringen. Einen tiefen Eindruck machte auch die Rede des polnischen Dichters Tliadäus M i c z i n s k i, der, ״obwohl von seinem Volke nicht bevollmächtigt, so doch im Namen seiner polnischen Seele" das jüd.sdie Volk he״ glückwiiuschte. ״Wir", sagte der Redner, ״werden jetzt des Antisemitismus beschuldigt. Der Antisemitismus׳ ist aber für uns ebenso gefährlich wie für euch. Er de,generiert unsere Secic. Wir gestehen, daß wir eure Existenz vergiftet haben. Wir haben aber daran keine Schuld. Wir hatten dazu einen wichtigen Grund: das ist unser nationales Unglück, die Knechtung Polens. Dies hat auch unseren Geist erniedrigt.“ Er sprach dann von den alten Zeiten des friedlichen Zusammenlebens des jüdisehen und polnischen Vo.kes, von den großen Verdiensten der luden um die Entwicklung Polens, von dem Verständms, das die großen polnischen Künstler für die Jüdische Seele gezeigt haben, und von der Gcmcin8.nu• keit der nationalen Bestrebungen beider Völker in rief Gegenwart. Nur in der Freiheit der Völker liegt ihr Glück, ״Der Kuß,“ schloß der Redner, ״gab Moses nicht nur den Tod; er schloß ihm auch den Himmel auf. Habt vor ihm keine Angst I Er wird euch das Glück und das friedliche Zusammenleben eröffnen." In seiner Schlußrede führte der Vorsitzende Dr. E. Tschlcnow u. a. aus: ״Wieviel Kralt und Geistesenergic wurden aufgewandt, um die Ketten, die jeden einzelnen von uns fesselten, zu lockern. Oft mußte auch der treueste Sohn unseres Volkes die höchste Pflicht des Juden, seinem Volke zu dienen, vergessen. Wir glauben, daß jetzt die Aussichten für das nationale Leben günstiger sind. Die Ketten sind gesprengt. Hoffen wir, daß die freigewordenen Kräfte für den Dienst unseres großen unu ewigen Volkes zur Erlangung seiner erhabenen historischen Aufgaben verwertet werden. Ich glaube daran und in diesem Glauben erkläre ich das erste freie jüdische Meeting für geschlossen." Die von den Versammelten einstimmig gefaßte Resolution wurde bereits in Nr, 16 der ״Jüdischen Rundsei rau" veröffentlicht. Aus Galizien Das Verbot der jüdischen Korrespondenz In Galizien und der Bukowina. Rigorose Handhabung der Zensur. ln einem ״Unsere erste Forderung“ betitelten und von der Zensur stellenweise gestrichenen Leitartikel bcklagt sich das zionistische Lcmberger ״Tagblatt“ vom 3. Mai (Nr. 102) über das noch immer für den Briefverkehr in jidischcr Schrift bestehende Verbot und über die rigorose Handhabung der Zensur gegenüber der jüdi- «dien Presse in Galizien. Das Blatt schreibt unter anderem folgendes: ״Wir wissen bis rum heutigen Tage nicht, wodurch sich das hebräische Alphabet versündigt hat, daß die Regierung oder andere Behörden cs für nötig befunden ' haben, die Benützung der hebräischen Schrift im brietlieben Verkehr zu verbieten. Wir wissen nur so viel, daß in ganz Ostgalizien, im größten Teil Mittelgalizicns und in der Bukowina der Jude, der keine andere Schrift schreiben kann als die hebräische, keine Möglichkeit hat, in Familien- oder Handelskorrespondenz mit einem anderen Juden zu stehen, weil die Postzensur regelmäßig diese Korcrspondcnz mit der Bemerkung ״Jüdisch unzulässig" zurücksfeilt. Wir wissen auch, daß auf mehrmalige Anfragen von seiten verschiedener jüdischer Organisationen beim zuständigen Ministerium, ob ein derartiges Verbot herausgegeben worden sei, und womit es motiviert wurde, das betreffende Ministerium niemals eine Antwort zu geben wußte, so daß es bis heute nicht bekannt ist, ob dieses Verbot für die jüdische Schrift von einer höheren Behörde oder von einer unteren Instanz ausgegangen ist. Niemand weiß, wer das ganze Verbot veranlaßt hat und an wen trän sich um Aufklärung wenden soll. Inzwischen aber liegt der jüdisclie Soldat in irgend einem Schützengraben und kann kein Lebenszeichen nach Hause schicken. Der jüdische Soldat bleibt wochenlang ohne eine Nachricht von Frau und Kind, von Vater und Mutter, weil das Schicksal es gewollt hat, daß sic gerade aus Galizien sind, wo das Jüdische ״unzulässig" ist. Inzwischen stockt der Handel und die ,schnelle Zufuhr von Waren, die in heutigen Zeiten für jede Stadt eine Lebensfrage ist, weil der jüdische Kaufmann in der galizNehcn Kleinstadt sich in keiner anderen Schrift mit den Kauflcutcn verständi* gen kann als der, in der die Bibel geschrieben ist. Dieses Kuriosum wird so weit getrieben, daß das schied!- teste Jidisch, ja sogar ein reines Hebräisdt in lateinischer Schrift, ״zulässig“ ist: die Postzensur läßt cs ohne irgend ein Hindernis durch. Wenn aber sieb darin ein hebräischer Buchstabe befindet, so ist der Brief ״unzulässig“ geworden, selbst wenn er auch der letzte Gruß einer sterbenden Frau an ihren Mann irgendwo im Feld sein sollte." Und weiter schreibt das ״Tagblatt“: ״Wenn man in Wiener Pressekreisen erzählen würde, daß eine Zeitung keine Zeile Manuskript von außerhalb erhält, weil das jüdische Manuskript von der Post zurückgestcllt wird und daß jede Nummer Zeile um Zeile der Zensur in polnischer oder deutscher Uebcrsctzung vorgelegt werden muß, weil die in Fricdcnszcitcn geübte Gepflogenheit, einen vereidigten jüdischen Zensor anzusfallcn, plötzlich aufgegeben wurde, so würde wohl niemand glauben, daß solche Zustände mitten in Oester•* reich möglich sind. Solche Ausnahmebestimmungen dürfen wir keinesfalls ruhig himiehmcn. Bis jetzt war keine Stelle vorhamlcii, hei der mpn sich beklagen konnte. Jetzt aber kommt das Parlament. Wir müssen die Regierung fragen, von wem die Vollmacht zu solchen ״Maßregeln“ gegehen wurde, die sich zur Verfassungsmäßigkeit so verhalten wie die Schutzlosigkeit zur Konstitution. Die jüdischen Abgeordneten Strauchcr und Reize« werden das ganze Abgeordnetenhaus zum größten Staunen bringen durch solche Illustrationen. Niemand wird glau׳- ben, d,׳iß das in Oesterreich möglich gewesen ist. Unsere erste Forderung muß seih: die Anwendung der Verfnssmigsmttßigkelt mich auf die gnlizlschen Juden .. (Von hier ab ist der Aufsatz von der Zensur gestrichen.) Zur ׳Religionsfreiheit in Polen Zur Verordnung des Leiters der Stadlmiliz in Warschau, daß die jüdischen Hausverwalter auch an Sabbaten und jüdischen Feiertagen ihr Amt auszuüben hätten, von der die letzte Nummer der ״Jüdischen Rundschau" berichtete, bildet die Antwort des Stadt- Präsidenten von 'Pctrikau auf eine jüdische Interpellnfion ein Gegenstück. Auf der letzten Sitzung des Petriknuer Stadtrates wurde durch den zionistischen Ratmann Feinkind eine Interpcllration eiligebracht, die eine Beschwerde darüber enthielt, dnß unter den Mlllziniitcn der Stndt sich kein einziger Jude hefindet und dnß auch zu den Vorbcrcltungskurscn für Miliziantcn kein einziger jüdischer Kandidat zugelassen worden ist. Der Stadtpräsident gab auf diese Interpellnfion, die als dringlich eingebrocht wurde, die Erklürung ab, daß die Kandidaten der Stadtmiliz versichern müßten, daß sie den Milizdienst nicht vorlassen werden, eine Versicherung, die die jüdischen Kandidaten abzugeben doch keine Möglichkeit hätten. Es habe kein einziger jüdischer Kandidat versichern wollen, daß er seinen Dienst unter allen Umständen, ohne Rücksicht auf die Sabbate und jüdischen Feiertage, erfüllen werde. Deshalb seien die Juden nicht zum Milizdienst zugelassen worden. Zionistische Wahlversammlung in Warschau Di« immer näher rückenden Wahlen zur Jüdischen Gemeinde in Warschau geben den jüdischen Parteien in Polen willkommenen Anlaß, ihre jüdisch-politischen Programmc zu entwickeln und ihnen neue Anhänger zu werben. Neue Gruppen sind in Bildung begriffen (siehe unter ״Aus aller Welt“) und bemühen sich, der jüdisehen Ocffcntlichkcit in Warschau über ihre Tendenzen Aufklärung zu geben. Das ganze jüdische Partcilcbcn Warschaus stellt gegenwärtig im Zeichen der begin* nenden Wahlkampagne. Am 29, April fand Im Lokal des Zionistischen Büros in Warschau eine vom zionistischen ״Waad ironi“ cinbcrufcnc Versammlung der Vertreter vieler Warschauer pliilantropischcr und kultureller Institutionen statt, die über die Fragen der bevorstehenden jüdischen Gc> meimlcwählen beriet. Nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden des ״Waad Ironi", Herrn H. Farbstein, der den Versammelten den Zweck der Zusammenkunft erklärte, wurde Herr Advokat Olschwanger zum Vorsitzenden der Beratung gewählt. Als erster Redner erhielt Herr Dr. Klumel dai Wort, Er gab einen Ucbcrblick über die verschiedenen Parteien und Richtungen, die im Wahlkampf aufeinanderstoßen werden. Er charakterisierte die gegenwär* tigen Warschauer Gemeinde״ewaltigcn, die sopenann- Diesen Namen, sagte der fcedner, usurpiert wie die Sjtze in der Ge- In Wirklichkeit sind sic etwas mehr , sie sind Voiksvcrräter und cs wird auf der Warschauer jüdischen Gemeinde ein Schnndleck haften, solange diese Dickstcin-Nathansohn am Ruder bleibe« werden. Nicht besser als sie sind die ״Nco-Assuiiilanten“. ״Nco-Asslmilotlon“ - das ist ein neues Schild für die Bankrotteure der alten Assimilation, r״ n i!!0 ״ürdc »«1 ehesten berechtigt sein, einen Emriuß auf die Gemcmdcangelcgcnhcitea zu halrcn, und das jüdisch-nationale Lngcr hat nicht die Absicht, gegen sie einen besonderen Kampf zu führen. Man muff aber betlenken, daß der orthodoxe Standpunkt, daß das Judenten Assiiniiatoren. haben sie ebenso meimicverwaltiuig. als Assiiniiatoren, tum nur in Religion bestehe, mit der Zeit eine unna%. liehe Verwandtschaft zwischen Orthodoxie und Assimil». tion geschaffen habe. Der Redner wandte sieb mit einen, warmen Appell an die Versammelten, endgültig die Herr, sciiaft der Voiksvcrräter abzuschüttcln und in die (j& meindc Juden zu entsenden, die ihrem Volke und seine» Idealen treu ergeben sind. IXr anhaltende Beifall, den die Versammlung dem Redner zollte, zeigte, daß die Anwesenden den Ausführungen Dr. Klumeis bci&timmtcn. Hierauf las Herr Freud die Wahlplattiorm ties Waad Ironi" vor ,indem er bei jedem Punkt eingehende Erklärungen gab. Die Plattform ist nicht nur ausgesprodien national, sondern auch streng demokratisch, soda& sie Aussicht hat, daß sich mn sie alle national-dcmokraik sehen Elemente der Warschauer jüdischen Bevölkerung gruppieren werden. 111 scharfer Rede sprach dann Herr Berkmana gegen die Assiiniiatoren der Warschauer Gcmcindcstuba Er verglich sic mit der ehemaligen russischen Büro■ kratic. Dort hat man alles und alle respektiert außer den russischen Bürger, liier respektiert man auch alles außer das jüdische Gefühl. Mit ihren Tendenzen nehmen sieb die Assiiniiatoren sähst das Recht, die jüdischen 10tcrcssen zu vertreten. Herrn Landstockf der ausfülirtc, daß der Schwer punkt nicht in der Assimilation derOcmcindcführcr, sondern im Fehlen von Vertretern der Klasseniiiteresscn io der Gemeindeverwaltung .liege, widerlegte Herr Dr. Göttlich. Die Gemeinde kann ihren Aufgaben und ihrer Kompetenz gemäß nicht der Ort für enge Klassen- Interessen sein. Sic kann nur demokratisch sein. Her! Sch a| kow it sch (Ben Awigdor) gab einen kurzen Ucbcrblick über die Entwicklungsgeschichte der jüdischen Gemeinden vor dem letzten Jahrhundert und zeigte, daß der Hauptmangel des jüdischen Gcmcindcwe• sens dadurch entstanden ist, daß sie durch die Assimiianten als bloß religiöse Körperschaften erklärt wurden. Diesen Fehler niull jetzt die größte jüdische Gemeinde in Europa beseitigen. Herr Dr. Borei verlangte ,daß das zu gründende Wohlkomitcc keine bestimmte Parteifarbe haben soll, damit sich alle Volksschichten ihm anschlicßen können. Herr Krongold erklärte dann im Namen, der nationaljüdisehcn Studentenschaft, daß die jüdischen Studeuten bloß ein Wahlkomitce unterstützen werden, da» die Losung: ״Nieder mit der AssimilationI" auf seine Fahne schreiben wird. Herr Einhorn drückte im Namen des ״Literaten- und Journalistcnvcreins“ den Wunsch aus, daß für die Wahlen eine Vereinigung aller natioiialjüdisclien Element« angestrebt werden soll und daß inan, wenn auf diesem Wege Reibungen entstehen sollten, gewisse Zugestäiidnissc in einigen unwichtigen Punkten der Wahlplattform machen solle. Nach weiteren Debatten über das Wahlkomitce konstituierte sich die Versammlung‘ mit Ausnahme derer, die zurücktreten woltcn, als Wahlkomitce. Darauf wurde ein Exekutivkomitee von 19 Personen gewählt, dem angeboren: Kahanowitz, Krongold, Lcwin-Epstcin, Wagner, J. Braude, Dr. Hindcs, Borowsky, Krasutzki, Salbudowski, Köuigstcin, Schtsehcranski, Dr. Klumc£ Sclialkowitsdi, ßornstein, Sadowsky usw. Das Exekufivkomitcc hat das Recht, noch andere Personen zu kooptieren. Vom amerikanischen Hilfswerk Die Uebcrwäsungs-Abtciliing des Provisorischen Zionistischcn Exekutivkomitees in New-York teilt mit, daß die Ucbcrweisting von Geldern nach Palästina und den okkupierten Gebieten nach wie vor ohne Störungen vor sich geht. Im Februar sind nach Palästina und den okkupierten Gebieten in Europa über 1000 Dollar täglich gesandt worden. Insgesamt wurden im Februar 33132 Dollar überwiesen, tmd zwar 18633 Dollar nach Palästina, 7300 Dollar nach Polen, 2342 Dollar nach der Türkei, 1876 Dollar nach Aegypten und 1878 Dollar nach Rußland. In der Zeit von Ende Oktober 1914 bis Ende Dezembef 1916 überwies die Ucbcrwcisungs-Abteilung des PEC insgesamt 867 350 Dollar, von denen 62 Prozent nach Palästina und 29 Prozent nach Polen gingen. Eine hochherzige Spende fßr die jüdischen Kricgsnotleidenden Herr Julius Rosenwald in Chicago übermittäte dem jüdisch-amerikanischen Hilfskomitee ein bcdingtes Anerbieten von einer Million Dollar für die jüdischen Kricgsnotleidenden. Herr Rosenwald will zu jeder Million Dollar, die im Jahre!917 für diesen Zweck in Amerika gesammelt wird, 100 000 Dollar beisteuern. Die Spende Rosenwalds stellt die größte Sehenkung dar, die jemals von einer einzelnen Person in Amerika für einen solchen Zweck gemacht wurde. Sie wird einen großen Ansporn für die im ganzen Lande חס■ ganislcrtcn Subkomitccs bilden. Bis jetzt wurde im Jahre 1917 eine Gesamtsumme von 1 274 839 Dollar für Kriegshilfszwecke gesammelt. Zionistische Bewegung Italien. Der ״Jüdische Jugendbund“ in Rom, der gegenwärtig über 200 Mitglieder zählt, hat hebräische Sprachkurse eingerichtet. Es werden häufig hebräische Diskussionslind Uhtcrhaltungsabcndc veranstaltet. Demi Jugendbund ist cs gelungen, in Rom ein größere» national-jüdische» Leben zu erwecken. Frankreich. Die französische Zionistcn-Födcration hat in dem alten, bewahrten Chowew-Zion Dr. Haffkine einen eifrigen und erprobten Mitarbeiten gefunden. Dr. Haffkine zentralisiert mit gutem Erfolge die zerstreuten zionistischcn Vereine Frankreichs und berichtet, daß besonaers die jüdische Jugend Frankreichs dem Oe* Banken des Zionismus Immer näher kommt und daß nslionales Bewußtsein sich auch In Kreisen verbreitet, die vor dem Kriege der nationalen Bewegung feindlich gegen* Ober gestanden haben.

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