Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1917)
- Date
- 1917-05-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 159 fcr 19 JUEDISCHE RU N DOCH A U Mli. ore.‘• r זו »“ nd, e». e». »r- <«- rer e* r. en *er '■ ft. <e- »e nt er 1d k■!n er• >- ■« 1e »«Je« Einrichtungen, Bildung va■ OtfirMsenaciiaftcii, pdxnwiiimt• der jüdisdten Regrcnungsschuk‘,n in jödisclui yen*alumg, Hilfstrbcit, Organkimmg der Gemeinden e«cj. Auf der Versammlung «fikmsen sich der ״Verifttiirtmg“ 200 Personen an. Von den ״Poale Zio■'־ Wie et ne tdegrapliiidic Nadimi« aut Moskau rittet, «־ureie dort die erste öffentliche Konferenz der pi&Iie« Sozialdemokrat Ischen Arbeiterpartei ״Poale- K»oa“ •« Rußland abgehalten. Ein genauer Bericht Bbre־ die*• Tagung liegt noch nicht vor, Voa den Sozialitten-Territorialiaten (S.S.) Auf «wer Petersburger Versammlung der ,;>o - ■1 i a I i » י e ri - T e r r it o r 1 a I i 01 e n“ (S S.) berichteten Churgin mul A n i n alter die Tätigkeit des ״Rates tft Soldat(״»־ timt Artw.'iterdcputierten“, M. J. Magid- »oh״ »her die Konferenz der sozialistische» Parteien »r< unterdrückten Nationalitäten und J. Chersonski Iber die nationalen Poiderungen der Partei. Bekanntlich rfilliali (las Programm der Sozialisteii-Territori.ilisten'bis jetzt aodi keine I orderemg der Autonomie. Uebcr die jli'idic Präge boridikrtc mich Herr Sokolota'ski auf ejmv Moskauer Versa! ninluug der S. S. Alle Betcäigten waren mH dem Redner einig, den Autono- «it «1u ל in (kur Parteiprogranan aufzunehmen. Es «r»rde auch dip f rage ein« Vereinigung mit den Soj* *1i s t f n , die Sire Konferenz in Moskau abhief- ■di, zur I 'bkti'foon ״(■*teilt , Das jüdische Meeting in Moskau la Nr Ift Ix'avtm 11 wir die telegraphische Mitteilung ,סס einem jüdiuchen Meeting, das am I1./24. Marz ih M owkan vtaltgcfumlcn hat. Wir sind muimehr m lks.11/e eines genaueren Berichten über diese erste »rode jiniisdie Kiimlgebung, an der Vertreter fast aller lilndieu Parteiui die Revolution licgrüßten und iiirc wünsche (knicgteii, sodafl sie zu einer imposanten De- «hjohlratiou des jüdischen Wollen»; in diesen liistorisdicn׳ Ikgeu m Rußland geworden ist. An ilejii Meeting ן rahmen 71XX1 Personen teil, lra •ו»1»4א de,״ ,Vereinigten Komitees der J ü d i *t11 <* י O r 1; a 11 i s 1 li o 11 e 11“, das dieses Meeting einvnoi, er,öffnete die Versammlung A. L. Fuchs. Als Vorsitzender einer ■*! ,lulterordcntlidicn Versammlung iLlärtf er, müsse inu Mann gewählt werden, der sich der I je!« 011,1 Sympathie aller erfreue und dessen nutori- *ativor Name der Würde der Veranstaltung entspreche. & jdiiage daher l»r E. TsChlenow als Vorsitzen- Jr.1 des Meetings vor. Unter laiignnhaltcndem Bei- :.111 idv.rnahni l)r. 1 schlcnow das Präsidium und hielt uiic eiiidmeiovolle einleitende Ansprache, die vielfach .מיי den Versammelten durch Beifall unterhrodicn wurde. Voi allem gedachte l)r. I'schleiiow der vielen Märtyrer und Opfer, ilie in ).־ihmlintelaiigeni Kampfe gebillen sind niitl mit iiirem Leiden und Untergang der Gegenwart di«׳ I redn'it errungen haben. I>as alle Ke-;«ne IiaIw die lats-'iclie der jüdischen Beteiligimg an -.fit>«11«־ I reilH'itsk.unjif (ibctlriebcn, um dadurch diesen Kampf zu (I,‘.kreditieren In der Tat opferten die Juden oele Äirei nuiisten und hingebungsvollsten Seelen auf fern Altar bei nisrsLschon I reilicit. Ihnen gebührt das Tste 1 ledi'iikwori Iler zweite < iniß aber gilt den Prciüeitskanipfern, die jetzt wieder die Freiheit genießen und lleim.dluil .itincji, die aus (iefängnissen und (1er Verh&miuiig in ihre verjüngte Heimat ziirurkl,ehrten. Er begrüßte lei 11er dw f Anna, das russische Proletariat, di« 'evolutionäre Armee, die Provisorisdie Regierung und Jen ״Rai der Soldaten- und Arbeitcrdcpifticrten“. Er beneidete dann über die Entstehung und Geschichte 11״ 9־Vereinigten Komitees“, das seit 11 Jahe!1 «intei seiner Leitung bestellt und in der /eit der Iw kannten Verleumdungen und Ausweisungen der Juden besondere Bedeutung gewann. Das ״Vereinigte Komitee״ iialie auch dieses Meeting einberuleii, um Ich Vertretern aller Parteien Gelegenheit zu geben, •n dieser verantwortungsvollen Stunifc ihre Hoffnungen larz*1legcn. IMraiif fuhr I>r f schlcnow fort; ״Geeiine Versammlung! 123 lalire sind verflossen, *ei« die französisch(׳ Revolution die Rechte des Men- «di«! und Bürgers vcrkümlete und sie auf die Juden «usdefinte. Später kam auch an andere Teile der Judenhei! die Reihe. Wir warteten länger als alle. Es war k nun »orslelllKir, daß die verfluchten Worte ״mit Ansi.ihme der Juden״ aus dem russischen Gesetzbuch ge- »Indien werden könnten. Lange warteten wir, aller jrisere f reiiifd wird uns unter besseren Ihnslümlvn zu-!«1. Als unsere Brüder im Westen den vollbcrechligten diiigei'ii aiige'sdilosseu wurden, da wurde von den Nicht- *1d<11־ und licsoudcrs von den Juden selbst ein Anschluß uidi 111 geistiger I Ijnsicht verlangt. Klar wurde diese l orvrung von niemandcu gestellt, aber du׳ Juden empfanden «4 סל und erklärten, daß ihre Emanzipation mit dem Vcr- ׳!clil auf ihre nationalen Werte und Ideale verknüpft ist. I in,l cs begann die Assimilation, dieses schmerzliche Entfeit, das die Westjuden für ihre Befreiung zahlten. Heute ־•bi keinen Platz für solche Erscheinungen und kann im mcJil mehr geben. Uie ganze Kulturwelt weiß jetzt, laß der Verrat au der Nation und an den nationalen Weden und Idealen eine Schmach und ein Unheil ist nicht bloß lür die Verräter selbst, sondern für die ganze Menschheit Je kräftiger und mutvoller die Kulturen der cm reinen Nationalitäten sind, desto segensreicher ist die Kultur der Menschheit, Niemand verlangt von uns jetzt ,li׳!. Verzieht auf alles, was uns heilig ist, und wenn cs jemand verlangen sollte, werden wir dieses Opfer nicht hnn,;e11. Nicht unter dem Druck der brutalen Gewalt und m bloßer Anpassung wird sich nunmehr das jüdische mi ,male Leben in diesem Lande entwickeln, sondern iui',1 r dem Einfluß der inneren Geisteskräfte und des ehrlichen uml freien Wetteifers. Jeder von uns möge •kn» verwirklichen, was er als das Heiligste und Wich- ־igs'.c für das Volk betrachtet. Das Volk wird dann selbst 1«; Weg [Ar sein weiteres Leben zu finden wissen,“ .x־hluß wies Dr. Tschlenow auf die mannigrachen Gelahren tun, die der eroberten Freiheit noch drohen und forderte das Judentum auf, seine Pflichten in Treue zu erfüllen. Das Wort erhielt darauf Rabbiner Dr. Mase, der seine Rede hebräisch begann und russisch fortsetzte. Er sprach im Namen der vielen ,die außerhalb jeder I artci stellen, aber au den Bestand des Volkes gltuiben. Hin schrecke keine Partei, denn keine von ihnen sei so stark, das Judentum zu vernichten. Nur eine Gefahr sieht der Redner. ״Als die Zeit von Moses’ Tod kam, erzahlt die Legendi־, da konnte der Todescngct seine Seele nidit bezwingen, denn Moses war unstcrblidi. Da kfißtö Gott den Moses und nahtu ihm im Kuße die Seele fort. Vor dieser Gefaiir habe ich Augst. Uns sch reckt nidit der lodesengel, der Tod des Kusses ist es, der uns sdireekt. . Der Vorsitzende hob nach dieser Rede die großen Verdienste von Rabbiner Dr. Mase während des Ikihs- Prozesses hervor und drückte dem Redner im Namen des Judentums wannen Dank dafür aus. Die Vcrsammelten braditen dem alten Rabbiner und Volksfreund rührende Ovationen dar. Darauf erhielten die Vertreter der einzelnen Par• toieii das Wort,; Im Namen des ״Bund“ sprach N. G. Lurjc. ״Ich ' möchte nicht“, begann der Redner, ״jetzt alte Partcircchuuugcii aiifrollen. Ich kann aber nicht an der Stellung der jüdiselien Bourgcosie zu uns schweigend voi übergehen. Wir wurden für das unschuldig vergossene jüdische Blut verantwortlich gemacht. Mit dieser Gedenket unseres Hilfskomitees! Immer trauriger wird die Lage der Kranken und Schwachen. Sie, die Arbeitsunfähigen, bedürfen unserer Hilfe am dringlichsten. Ihre geschwächte Oesiundheit widersteht nicht länger, wenn ihntai die besondere Unterstützung nicht weiter gewährt werden kann. 1X1 armen Kinder, deren Vätern die Möglichkeit genommen ist, für sie zu sorgen, deren Mütter aufgerieben sind von der täglichen Sorge seit nahezu drei. Jahren, sie werden immer elender und entbehren, was zum gesunden Wachstum die notwendige Grundlage bietet. Sorget dafür, daß wir nicht in die traurig» Notwendigkeit versetzt werden, ihnen unsere bescheidene Hilfe zu c n t z i 0 h e n, denn unsere Mittel sind erschöpft!! Lasset uns Eure regelmäßigen BeltrSge wieder zugehen! Helft um, auch unser Hlifawcrk durchzuhaltenl Da» Hilfskomitee der Zionistische» Vereinigung für Deutschland^ LA.: Hulda Zlocisti Geldncmhuigeii siml zu richten an: Zionistische Vcri'iingimg für i)i'iiKohlnnd, Berlin W. Ib, Sächsische Sfr. 8. Postscheckkonto Berlin 8001. naranasaKuwasBg 1aa»a1»g-,v.ragv.a’1-!■■mii'itt■ Politik der Isolierung, rlei Bcschcklcnhdt, der Verzichlk'istung und der Feigheit muß ein Ende gemacht werden . . . D,« Problem der jüdischen Diaspora bleibt. alx׳r die Psychologie »uni die Ideologie der ualulli muß der Vergangenheit angeboren. Die neue Phase des Staatslebcns betrclen wir als Nation, als Volk . . . Bis jetzt hielten wir uns selbst ent fremdet. Die IX'klaralion von Menschen- und Bürgerrechten schuf für die Juden in Westeuropa die Möglichkeit einer vollen Auskrystallisieriin׳: iiirer Individualität. Sie zogen es aller vor, bloß Bürger mosaisch :11 Glaubens zu sein. Wir sagen jetzt zum ersten Mal i.n.s von unserer Nationalität nicht los 1111(1 proklamieren stolz.und laut 11.1s jüdische Volk. . . Wir sind jetzt eine bedeutende und reale Kult, die die Forderung der nationalen Röchle diktiert. Vor der Formulierung dieser Forderung 11,allen viele unter den J11den Angst. Wir sind gleichberechtigte Burger und könneu daher getrost unsere Forderungen auf stellen . . . Un- , scre Hauptforderungen sind: Das Recht der freien, nationalluiltiirelieii Entwicklung, die Gleichberechtigung der Sprache, die Möglichkeit der Selbstbestimmung, die jüdische Schule auf Rechnung der Regierung, neue wirt- 'schriftliche nationale Institutionen. Wir streben danach, eine aktive Kraft in wirtschaftlicher Hinsicht zu werden. Diese unsere Forrkrtuigen isolieren uns nicht von den anderen Bürgern, sondern bringen uns ihnen näher und vereinigen uns mit ihnen. Zusammen mit den anderen Völkern Rußlands, und nicht getrennt, werden wir diesen langen Kampf ans fechten. Unser einziger Weg ist der Weg der russischen und jüdischen Demokratie, der jeden Opportunismus verneint . . . Wir haben vor dein Kuß der Freiheit keine Angst. Für uns ist es nicht ein Kuß und ein idyllischer Moment wie für alle anderen, die gestern als Knechte schlafen gingen und morgens als Freie Bürger erwachten: wir haben die Freiheit in einem laugen schwere״ Kampf errungen. Ich glaube au die politische Vernunft und an den Willen des jüdischen Volkes, des jüdischen Arbeiters, der an der Spitze des Volkes marschiert und seine Würde und nationalen Forderungen verteidigen wird.“ Im Namen der Zionisten sprach A. M. Goldstein: ״Zeuge vieler Revolutionen war das über alle Länder der Ettjc zerstreute jüdische Volk. Und jedes Mal begrüßte das Judentum freudig Uie Befreiung nicht nur deswegen, weil es der abgesagte Feind des Dcspotismus ist, sondern auch deswegen, weil die Juden überall die Unlerdrücktesten waren. Zu diesen wenigen herrliehen Seiten der dunklen Galuthgeschichte hat die rasgische Revolution von 1917 eine neue hinzugefügt. Von ganzem Herzen begrüßen wir diejenigen, di« 15U Milfioneu Untertanen in Bürger eines freien Landes und 5 Millionen rechtloser Parias in gleidibcrcchtigtc Mcnsclw* verwandelt haben. Vor allem aber gedenken wir der großen und vielen Opfer, unter denen die Juden eine I»-. deutende Zahl ausrnadicn. Denn nidit nur das Schicksal von Helden, sondern auch das von Märtyrern der Revolution wurde den Juden zuteil. Vor unserem geistige» Auge steilen die Gräber unserer Brüder, die 1903 als Märtyrer gefallen sind. Ewiges Andenken diesen Brüderu, in deren toten Augen der Schrecken ihres sinnlosen Todes erstarrte! (Die Versammelten erheben sich.) Wir werden iiirer würdig sein, wenn wir 11m des Zeitweiligen willen das Ewige nicht vergessen. Fünf MiL lionen Ghcttostriiilingc sollen jetzt das neue Rußland nicht als eine arithmetische Summe, sondern als eine einheitliche nationale Gruppe von Bürgern betreten. Vor zehn Jahren setzten die Zionisten in Helsingfors die Prinzipien und Grundlagen der jüdischen nationalen Forderungen fest. Damals^ herrschte die Assimilationsidcologie in den oberen Schichten und die Zerfahrenheit unter den Massen. Zehn Jahre sind vergangen und mit Freude konstatieren tvir, daß die nationalen Forderung«« des Hclsingforser Programms heute von allen akzeptiert sind. Das musische Judentum ist in seinen nationale» Forderungen einig. Alle unsere Parteien fordern nidit Gleichberechtigung, sondern Vollhcrcchtigimg. 11■ Innern gehen die Parteien auseinander. In diesem er*- sten Moment müssen wir die Losung der vollen Einheit und Uebercmstimmung im Kampfe für unsere nationale» \ Rechte nach außen proklamieren. Das jüdische Volk wird dann dank seinem vernünftigen Instinkt selbst das Wertvolle, F.wige und Unerschütterliche synthetisieren. Düs russische Judentum tritt Rußland gegenüber als Nation mit dem ganzen Komplex nationaler Forderungen auf. Aber gerade jetzt ist es au der Zeit, laut zu erklären: bürgerliche und nationale Rechte in der l>iasnora allein' erschöpfen nicht die Frage des jüdischen Volkes. Das rossisehc Judentum ist ein Teil der einhcitlichcn, allweltlichen jüdiselien Nation. Im Leben eines dritten Teiles des jüdischen Volkes fand eine 11cdeutungsvolle Revolution statt. Aller das historische Ideal des Judentums blieb in seiner ganzen Universalität bestehen, itas russische Judentum wird den Fehler der französischen Juden nicht wiederholen und sich von »einer nationalen Individualität nicht lossagen. Es wirxl sieh aber audi keinen Augenblick von seiner historische» Heimat lossagen. . . In dieser historisdien Stunde erklären wir: als Gleidtc unter Gleichen treten wir in die Familie der Volker Rußlands ein und kämpien für unsere nahonalen Reihte. Als Gleiche unter Gleichen wird das jikiisdic Volk vor allen Völkern der Erde auftreten und für sich Erde und Freiheit in seinem liistorisdten Vaterlande fordern." S. A. Kiwin fPoa I e Z lon i s t) ״Der russisehen Revolution drohte die Gefahr, liberal-bourgeoise Formen anmnehmen. Da trat das russische Proletariat auf und rettete die Freiheit Rußlands. Das jüdische Proletariat trägt die Ideale der künftigen Befreiung des jüdischen Volkes in sich. Der jüdische Arbeiter steht auf der Wacht und weckt das jüdische Volk, das Volk der lebenden Leichname, zu Lehen und zu Kampf . . . Im Kampfe ffir die demokratische Republik wird der jüdische Arbeiter nicht vergessen, daß das jüdische Volk seine eigen,1־ rüg( n Probleme und Aufgaben hat, die ge- Rist werden müssen. Rußland bestellt aus vielen VöL kern; jedes von ihnen muß das Recht der Selbstbcstimmun״ erhalten und auch das jüdische Volk wird es erhalten. Nicht allein der jüdische Arbeiter, das ganze jüdische Volk fordert cs . . . Von heute ah kann niemand unverantwortlich im Namen des Volkes spreche». Der Wille des gesamten Volkes muH ertönen, damit wir der Konstituante sagen können so lautet der Wille des jüdischen Volkes, Wir verlangen daher die uuverzfiglichc Organisierung uml Liiibeniftmg eines Jüilisehen Kongresses in Rußland auf der Grundlage dei allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechtes noch vor der Finbcrufung der Konstituante. Durch den Mund seiner wahren Vertreter wird das Volk seine Forderung der Vollbereditigung uml des freien nationalen Lebens vcrkünden. Norit eine unserer Forderungen muß jetzt ertönen; Das jüdische Volk will selbst sein! Schicksal schmieden, seihst Herr seiner Zukunft werden. Das jüdische Volk will ein lint; nationales leben gleich allen Vollen dieser Erde entfalt(n. Wir verlangen daher für das jüilisehe Volk die Sicherung der Freiheit, der Entwicklung und der Gestaltung seines nationalen Lebens in Palästin,1. Wir verlangen das Recht der freien Einwanderung um! Kolonisation zur Schaffung eines nationalen Zentriims im Lande unserer historischen Vergangenheit". A. Ni T r a i n i 11 (Demokratische V e r c i n i - p 11 n u) ״Meine Partei ist noch in« Werden unii ich habe daher nicht das Glück, gleich meinen Vorrednern streng UMirisscne Forderungen aufstellen zu können. Ich muß mich auf die Darlegung allgemeiner Anschauungen und Piinzipien beschranken. Vor allein sind wir überzeugt, daß mit der Erlangung der Gleicliberechfigütig die jü- (lischt- Frage nicht gelost ist. Umgekehrt: seit diesem Augenblick erliicll die Fra;’(׳ die notige Richtung und Bedeutung, indem sie eine un reinen Sinne des Wortes nationale I rage ■wurde. Zusammen rnit allen nationalen Minoritäten haben wir als Nation das Recht der autonotnen nationalen Entwicklung m verlangen. Wir dem• ken uns die Form unseres kimfti ׳cn nationalen Zusammcnlehens als eine national-kulturelle Autonomie, aber vir schließen die Möglichkeit ihrer Erweiterung und Einschränkung nicht aus. Wir halten 1יי für eine Pflicht der Zeit, alle radikalen und sozialistischen Elemente, die bis jetzt keiner bestehenden Organisation angeboren, in eine (icinokrati clie Gruppe zusaimnetiznsdiiießen, um die Position der einheitlichen jüdischen Demokratie zu festigen". M. S. Ras k in (Sejm ist): ״Die Revolution vom 1. Marz war eine unblutige auch ini jüdischen Same des Wortes. Nicht einmal fragten wir uns in den S.unden : wie sieht im Ansiedhnigsravon aus? der Revolution: Ist dort Ruhe, ist dort nicht der Haß gegen die Juden entflammt? Gewöhnt an die Psychologie des Gallith, konnten wir nicht glauben, daß kein jüdisches Blut vergossen würde. Zum Glück gesdiah es nicht und wir können jetzt ruhig die geschaffne Lage überschauen und unsere Forderungen formulieren . . . Wir können ruhig die organische Arbeit beginnen. Wir fordern die Einberufung einer Konstituante untf werden für sie und für die Macht der Demokratie in ihr kämpfen. Dieser f