Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1917)
- Date
- 1917-05-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 151 L len! and Br- Br 5ßc cht 1nli e - ten ׳erans auder befür :ärdie ehr ppnur leier- 1d 1011 ln di- 'M J1r iu: kr 1ml er״ e r nts mnd 0siec ת¬ו¬ זז: »nnd silas lie ht* ־11. *ir o X- >ajis >0- Uler k- Jeiic tcnd ist cli u1- ■Ct ne 1r- >ren les!r-;c*> •c- •r- 11en ite .*!- lie aa- ־.rtn ur :n rnt!irts c, asicherten lind öffentlich anerkannten Heimstätte in Pa- [istina für das jüdische Volk zu unterstützen.“ Darauf ergriff Herr Nahum Sokolow das Wort und sagte, daß er es als seine Pflicht erachte, der neuen russischen Regierung die Sympathie der Versammlung und ihre besten Wünsche zuin Ausdruck zu bringen. Er fioflc, dal! für die russischen Juden jetzt eine neue Zeit aiibreche, eine Zeit humaner und gerechter Behandlung, begründet auf der Basis der Gleichheit. Die russischen Befreier sollten nicht auf die Grundsätze von 1789 zurückgreifen, wo nur die Menschenrechte proklamiert wurden und die Judcnfrage ebensowenig durch die Verkündung der Menschenrechte gelöst werden konnte, wie irgend eine andere nationale Frage. Zionisten ebenso wie alle *nderen Juden verlangten heule die Verkündigung der i.ilionalen Rechte. Sie verlangen zwar die Abschaltung *Iler Ungerechtigkeiten — doch gleichzeitig bcansprudien sie das gleiche Recht, die gleiche Gerechtigkeit, die in der ganzen Welt von Gruppen von Menschen verlangt werden, die nationale Traditionen und historische Ideale besitzen. Emanzipation heißt nicht nur Befreiung des Einzelnen, sondern auch Befreiung der Nationalitäten. Das Zentrum, wonach die Zionisten streben, kann ebensowenig im freien Rußland wie im freien Amerika erstehen; es ist mit dem Boden Palästinas verknüpft. Jetzt müsse *lies getan werden, um diese neue Acra für dieses Ideal fruchtbar zu machen; die Assiinilanten und Nichtinteresgierten mögen jetzt die Zionisten arbeiten lassen, denn die Massen des jüdischen Volkes sind mit Herz und Seele Zionisten. Das sei durch keine Diskussion zu beweisen; um dadurch, daß sich eine starke jüdische öffentliche Mei- *mg organisiert, die dann aus sich heraus ihre Auffassung verkünden wird. Das ist cs, was die Zionisten aller Lander .vorbereiten helfen sollten. Finnlands Prüfstein Die erste Tat der rußländischen Provisorischen Rcgienmg war die Befreiung Finnlands. Minister Roditschcw, der von der Regierung nach Finnland entsandt worden war, erklärte, er sei nur gekommen, die äußere Ordnung hcr/ustcllcn, damit die Finnen selbst ihre inneren Geschicke nach ihrem Belieben ordne?! könnten. Daher werde das Emanzipationsedikt, das die Provisorische Regierung für Rußland erlassen hat, auf Finnland nicht ausgedehnt werden. Die finnlämlischcn Juden bedürften daher eines besonderen Edikts des fiimiselten Sejm, das sie von ihrer Knechtung befreit. Bekanntlich übertrifft der rechtliche Druck gegen die Juden Finnlands trotz ihrer geringen Zahl und der allgemein hochentwickelten Demokratisierung des Landes sogar die bisherige Rechtlosigkeit der russischen Juden. Kein Jude hat in Finnland das Recht, eine Ehe einzugehen, ohne vorher eine besondere Genehmigung der fokalen Behörden zu erhalten, die oft die Erlaubnis verweigern. Gesetzlich wird der Jude nicht als Bürger angesehen und nur im Lande geduldet, solange die Lokalbchördcn nicht seine Ausweisung beantragen. Zwei Mal jährlich muß jeder Jude sein Wohnrecht erneuern lassen. Ihm ist nur der Handel mit alten Kleidern und der Kleinhandel gestattet, er darf weder Grundbesitz haben, noch sich an industriellen Unternehmungen be• teiligen usw. Bis jetzt hatten die finnländisclicn fortgeschrittenen Elemente eine Ausrede: sic könnten diese mittelalterlichen Gesetze nicht aufheben, da ihnen dies die russische souveräne Macht nicht verzeihen würde. Ein anderes Mal hieß es, die russischen rechtlosen Juden würden dann massenweise nach dein benachbarten Finnland wandern und das kleine finnische Volk überwältigen oder den russischen Einfluß in! Lande vergrößern. Jetzt sind all diese ״Motive“ nicht mehr stichhaltig. Rußland hat dem finnischen Volk die Freiheit des Mandelns gewährt. Innerhalb Rußlands wurden die Juden allen anderen Bürgern gleichgestellt. Jetzt erwartet die fiimi,indische Judenlieit und mit ihr das Judentum der Welt das befreiende Wort des finnländisehen Sejm. Das Volk, das das Fraucnwahlrccht verwirkliclit hat und eine sozialistische Mehrheit in seinein Parlament besitzt, hat jetzt, da ihm vergönnt ist, selbst sein Geschick zu schmieden, die Probe zu bestehen, ob es der Aufgabe, diese trotzigste Siiule des Mittelalters zu stürzen, gewachsen ist. Unterstützungsgesuche nach Rußland ln der vorletzten Nummer der Jüdischen Rund* schau wurde mitgetcilt, daß das Zionistische Zentral* biiro in Berlin die behördliche Erlaubnis erhielt, Unterstützungsgesuche und Mitteilungen aus dem besetzten Gebiet in Polen durch das Zionistische Büro in Kopcnhagen nach Rußland weiter zu leiten. Die Postü b e r w a c hu ng s s t c 1 De Posen hat eigene Formulare anfertigen lassen,. in denen mitgeteiit wird, in welcher Form die Unterstützungsgesuche nach Rußland abgefaßt sein müssen, Der Wortlaut der Formulare ist folgender: 1lnterfUitmn80(jefucf)c!tad) IRujjlönli fink um׳ )iiläflifl buvdt b«6;Bcuifiifdjc Scntralbüro, Strlin W15 imb bürten nur nach folecnbcin Wüficr v!rlcfjcirben fein:?111 diunmniacri 51'1r iinb flduiip;traut), tnaiidrcn Itlir inMig WtlbunitrlMiftimg. , Uunrlthvttl, 'Ji'olmiutn. ,JWittdliiiHH'u tu mtberer Aon» flnb uu)uUi|f(fl. '•i)0(iiit>1tu1üdjU11ß*|teUe!ßoftn. Aus Palästina sehen. Die Kurse sollen am 15. Mai beginnen. (Alks Nähere siehe unter ״Nachrichten“.) Im ״Beth-vvaad“ sollen allmählich alle Bemühungen um die Verbreitung und Vertiefung der hebräischen Sprach- und Litcraturkcnntnisse in Berlin ihren Mittelpunkt finden. M. Literarische Mitteilungen 111 Jaffa erschien eine Sammlung Gedichte h c s j0 1101 h uscheippim“ von einem debil* tierenden hebräischen Dichter Dr. Jizchak b e 11 Sclia- »n i r. Unter Redaktion von J. Cli. Brenner ein belletristisches Sammclbuch für die "1י rudot h". erschien Jugend In hebräischer Uebcrsetzung von A. S. Rabinowitsch erschien in Jaffa das zweite Heft der Bachersehen ״Agada“, das Rabbi JanaL die Söhne des Rabbi Cliija und Rabbi Jonathan ben Eleasar behandelt. Das erste Heft über Rabbi Chanina ben Chama erschien vor einigen Monaten. Das dritte Heft wird demnächst verof!entlieht werden. Die I’essachnummer der in polnischer Sprache heraus• gegebenen jüdischen Monatsschrift ״Moria h" enthält folgende Arbeiten: W. B. ״Exodus“, El. Rieger ״Pessach“, Hugo Bergmann ״Der Meister der Propheten“, ״Aus der Agadah und dem Midrasch" (Pessach- Fragmente), Ach ad Haam ״Moses“, Zwi Kasdai ״Pessach im Kaukasus“, Max Brod ״Ostjuden — Talmtid — Gymnasium“, D. H. ״Spinozastrophen" (Fragment aus einer Dichtung), B. D u I b e r g ״Oer Dichter der Hatikwah“ (Naplitali Herz Imbcr), Martin Buber *Das Problem aer jüdischen Erziehung“. Gedenktafel für die im Kriege gefallene Jugend Galiziens, Rundschau, A. Tartakovver ״Palästmaproblcme“, Dr. W. Bei- 8 e 1 ״Fünfzehn Jahre Jüdischer Nationalfond“. Bibliogra- Phie. — Zu beziehen durch ״Moriah“-Vcrlag, Wien I, Ebendorferstraße 3. (Verluste) Unter den Verlusten der jüngsten Wochen veranlaßte tiefe Trauer der Tod des Zahnarztes Sosnitzk i, eines der ältesten Vertreter des neuen Jischuws und tüchtigen Kämpfers gegen die Mißstüiidc der so* zialen Tätigkeit in Jerusalem und das Ableben von Bairuch Hos, der zuerst Volkslehrcr in Kastinie und später Lehrer in der Tachkcinonischulc des Misrachi und Leiter der jüdischen Stadtbibliothek zu Jaffa war. Eine große Trauerversammlung fand anläßlich seines Todes in der Synagoge zu Jaffa statt, auf der die Herren Dr. S w c r d I o w, A. S. R a b i n o w i t s c 111, Levy, Freier und Mordcchai ben Hillcl 11־ a k o 11 c n Ansprachen über die Person des Verstorbeuen und seine Verdienste um den neuen JischufW hielten, 1 ״Der Jude“ Zum zweiten Jahrgang Der zweite Jahrgang des ״Juden“ hat begonnen, in kraftvoller Gestaltung hat Martin Bub er in den zwölf Heften des ersten Jahrgangs gezeigt, wie die Zeitschrift ausschen kann, nach der sich die moderne jüdische Bewegung so lange gesehnt hat, Von Heft zu lieft war ein Aufstieg, ein Reicher- und Weiterwerden des Inhalts festzustellen ,und in reichem Flusse strömten die Anregungen, für die ״IXr Jude“ Vermittler war. Nun liegt in einem starken, 144 Seiten umfassenden Doppelheft (für die Monate April/Mai) die erste Numnier des zweiten Jahrgangs vor*). Sie ist Bürgschaft dafür, daß der Weg des Juden weiter aufwärts führt, neue Kräfte sich um die Zeitschrift scharen und die Erwartungen Erfüllung finden werden, die an die Ausgestaltmsg der Monatsschrift geknüpft worden sind, Martin :Bub er stellt an die Spitze des Heltes als Einleitung zum zweiten Jahrgang einen Aufsatz ״U nscr N a t i o 11 a I i sinu s“. In diesem Aufsatz sagt er, noch einmal, was ״Der Jude“ will: ״Der Judo will den ewigen Gehalt des Judentums, seinen■ Sinn und seine Bestimmung an dem problematischeu Stoff der Gegenwart, an den jüdischen Menschen dieses Zeitalters iintl an der Judcnfrage dieses Zeitalters zu erproben mul zu bewähren vcrsuctien. Damit ist die Geradheit seines Weges, aber auch die Umspannung seines Blicks gekennzeichnet. Die Richtung seines Ganges und die Wahrheit ־seines Schaucns sind wechselseitig bedingt. Er hat ״Tendenz": die einer Erkenntnis, welche den Sinn endgültig zu sichern unternimmt, indem sie ihn zu tun befiehlt. Er hat ״Objektivität“: die eines Willens, der zu seinem Dienst keine andere als eine un* befangene Anschauung gebrauchen mag." Und dann spricht Buber von dem schmalen Weg unseres Nationalismus, der doch der einzige Weg zur Verwirklichung der neuen wahren Humanität ist. Und er spricht von der russischen Revolution, die dem Kernteil unseres Volkes die Freiheit gebracht hat: ״Der emanzipierte Jude des Ostens wird sein Juden* tum nicht verfemen, weil er sein Menschentum nicht verfehlen wird. Wird das nur an ihm liegen? Es wird *) ״Der Jude". Eine Monatsschrift, 2. Jahrgan, Heft 1/2. April-Mai 1917. R. Löwit-Verlag, Berlin N 3 , Wcißcnburgcrstr. 6. Preis des vorliegenden Doppelheftes 2,70 Mk. Abonnement ganzj. 13,20 Mk., halbj. 6,60 Mk, Einzclhefl 1,10 Mk. auch an der Freiheit liegen. Wir glauben an ihre Reife und an seine in einem, denn wir glauben an die begin* nende Reife der Menschlieitsseelc. Unser Nationalismus wurzelt in diesem Glauben." An Bubers Aufsatz schließen sich Arbeiten, die fast ausnahmslos aktuell im besten Sinne des Wortes sind. Da ist ein Aufsatz von Rafael S e I i g m a n n ״Gedanken über die Emanzipatio n“, der die Hetcronomic in der jüdischen Kulturcntwicklung bchandelt. Das jüdische Volk hat seine Befreiung seit jeher von außen erwartet. Seligniann weiß, daß der Urgrund hierfür die vorwiegend ethisch orientierte Gesinmmg war, aber er weiß auch, zu welcher Inaktivität dieser Glaube geführt hat. ״Uns tut noch die eine Emanzipation not — die von dem Emanzipatiqnsgedanken, der in unserer Psyche so feste Wurzel gefaßt hat.“ Es handelt sich hier um Tatsachen in der jüdischen Seclenstmktur, deren innige Verknüpfung auch tnit dem politischen Denken und Tun offenbar ist. Gerade bei uns ist ja die Ideologie nicht ein akzessorischer Schmuck, mit dem das Handeln nachträglich der Erkenntnis halber behängt wird. Die Idcologien sind uns, die wir mit überscharfein Bewußtsein den Geistes- und Willenskräften unseres Seins nachspüren, mehr als anderen Völkern richtunggebend und lebensbestimniend. Darum ist besonders verdienstvoll Siegfried Bernfelds Aufsatz über ״Die Assimilation um der Menschheit willen“. Bernfcld setzt sich in klarer und gelassener Vornehmheit mit der Ideologie der Assiinilanten auseinander, die uns noch nicht so entlrcmdct sind, daß sie sieh ungebrochen als JX־utsche fühlen und keiner Assimilation mehr bedürfen, die aber für ihre Assimilationsschnsucht sich eine Ideologie gebaut haben, die sehr oft das primum movetis für ihre Stellung zum Judentum und zu der Menschheit wird. Auch hier wird mannhaft für unseren Nationalismus Zeugnis abgelegt, den wir als den einzig wahren Weg zu einer lebensvollen Humanität sehen. Ins gleiche Gebiet etwa gehört der ebenso schöne Aufsatz von Arnold Zweig ״Jude und Europii er“. Arnold Zweig entgegnet Max Hildebert Boehm, der im Febmiarhcft der ״Preußischen Jahrbücher“ cinen Aufsatz ״Geistiger Zionismus und jüdische Assimilation“ schrieb. Arnold Zweigs Entgegnung an den Deutschen Max Hildebert Boehm ist die legitime Erwklening eines Zionisten, der die ganze Kraft und Tiefe der jüdischen Erneuerung in sich fühlt und dessen Beziehungen zu deutschem Leben und deutscher Kultur keiner Anzweiflung ausgesetzt sind. Max Hildebert Boehm wird Arnold Zweigs Vorwurf, sicli über unsere Art und unser Wollen nicht vollauf unterrichtet zu ■ haben, nicht leicht nehmen und er wird auch nicht übersehen, daß ihm Arnold Zweig gezeigt hat, daß der Weg durch die jüdisdhe Erneuerung niemals wieder zur Assimilation führt. Sollen wir nicht Arnold Zweigs letzte Sätze auch unseren Lesern hicrhcrstcllcn?: ״Mit unserem erregten Herzen umfassen wir alles was jüdisch ist in gleicher Wachheit Und ohne Lücke. Nichts ist so infam 111 dieser entarteten Judciiheit, nichts so erniedrigt in diesem zertretenen Volke, daß wir es nicht als unsere Infamie, unsere Erniedrigung mitstodeendem Blicke spürten; nichts so erhaben und nichts so königlich rein in diesem grandiosen Judentum, daß wir nicht erschauernd und hingerissen uns selbst in dieser Größe verschwinden fühlten. Wir fühlen nur unsere Sache, aber sic ist die Sache des Juden; wir blicken nicht auf vom Werke, aber wir fühlen die Augen Gottes auf unseren Händen und unsere Verantwortung möchte uns erdrücken. Die ganze wirre wilde jauchzende Fülle des Frühlings ist wiederum auf uns gegossen. Mitten im tiefsten Elend und in der Vernichtung, mit der der Krieg unserem Volke droht, einem Volke, das sich nicht wehrt, sehen wir das Neue mit den Augen der Seele und erleben die Gewalt der Tröstung: erleben in einem das ungemeine Leid und das ungemeine Giück, Jude zu sein." Von diesem Glück und dieser Pflicht des Jude* Seins spricht, auch in einer Abwehr, Moses Caivarys ״Der Westjude als K u 11 u r d ii 11 g e r". Cnlva* rys Bemerkungen gehen gegen Adolf Grabovvsky, der im ״Neuen Deutschland" in einem Vergleich des Zionisums mit dem l uranismus dem Bedauern Ausdruck gege* ben hat, daß der Zionismus als eine primitive Verein* facimng und Mechanisierung die fruchtbare Tragik des modernen Judentums aufhebc, die gerade seinen Wert für die Menschheit schaffe. Caivarys Abwehr weiß in ־ tief überzeugender Weise der Legende ein Ende zu machen, als ob die Zerrissenheit des modernen Judentums das Beste sei, was wir zu geben vermögen. Er zeigt, wie unbegründet die Angst ist, daß, wenn wir mit dem Volkstum Ernst hiachcn, die jüdische Seele verarmen müßte: ״Nur soll ihr Reichtum nicht mehr Material einer Allcrwcllsbildung sein, sondern organisch zur seelischen Funktion des Juden erwachsen. Wir werden nicht ver* gebons homo curopaeus gewesen sein. Aber verewigen mögen wir diesen Zustand nicht. Amor fati: das heißt nie und nimmer Liebe zu dem Schicksal, das uns von außen aufcrlegt sein mag, in der Kette zufälliger Oestaitungen, in die die Welt uns hincinreißt, das bcdeutet Bejahung des Schicksals, das in den Grundrügen unserer Seele vorgebildet ist und, beschwingend oder bedrückend, nach Lrlebtwcrdcn drängt." Und Calvary schließt: ״Und wenn es denn eines symbolischen Bildes bedarf, wir sehen in dem neuen Judentum keinen Weltendünger mehr, wahllos hingestreut zum Wachstum einer chimärischen Kulturmischung, wir schauen den Säern ann, der endlich ausgeht zu säen, — seine Saat: ewige Werte - Mcnscheit, sein Feld: sein Volk." der Von diesen Worten, die von der jüdischen Aufgabe In der Menschheit Sprechen, führt eine feste Brücke zu Max Brods Aufsatz ״Zwei Welten“, in dem