Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1917)
- Date
- 1917-04-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652026-2652042--11091-2668903- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 144 Nr.!7 JUEDISCHE RUNDSCHAU jüdischem Einwanderer, nicht nur in Ncw-York, sondern in ganz Amerika. Da, abgesehen von allen politischen Fragen, die Existenz von Hunderten von Familien bedroht ist, kann, wie die Zeitung betont, nur eine großzügige Organisation Abhilfe schaffen. Es sei nicht nur notig, Lebensmittel und Oeld zu beschaffen, sondern man müsse das Uebel bei der Wurzel packen. Man müsse städtische Lebensmittell.iden einrichten. Nur auf diese Weise könne man der augenblicklichen Not ahlielfen und huch in Zukunft dafür sorgen, daß so unglückliche und politisch weittragende Ereignisse wie die LehensmiUclaiifstilnde un* möglich gemacht werden. Aus Palästina ln der Zeit vom 20. April bis znm 3. August 191(1 erhielt das (ialilöisclie Sub-Komitec des Verteilungskouiitees für Palästina im ganzen einen Betrag von 27 102 Francs. Dieser Betrag wurde folgendermaßen verteilt: Ohcrgaliläa 8100 Frcs., Uiiiergaliläa 10 21)0 Fres,, Ebene Jesreel 2700 Frcs, In Obergaliläa wurde über die Iliilfle des, Betrages für Darlehen verwandt, in Untergaliliia fast der ganze Betrag, das gleiche in der Ebene Jesreel. Für das Pasteurinstitut in Jerusalem ln Wien ist von Fräulein G|em1׳nti11e Mayer eine erfolgreiche Propaganda für das Pastenr-lnstitut in Jerusalem eingeleitet worden. Es wurde ein Aufruf versandt, der von folgenden II Personen unterzeichnet war: Univcrsitiitsprofessor Dr. Ehrmann, Wien, Primarius Dr. Fleisch in a 1111, Wien, Obcrrabbiner Dr. fiüdemanii, Wien, Unieersitätsprofessor Dr. Hajck, Wien, Geh. Mediz.inalrat Prof. Dr. Israel, Berlin, Ing. Job. K r c in e n c t z. k y , Fabrikaut, Wien, Geh. Mediziualrat Prof. Dr. La 11 d a 11, Ober- Stabsarzt, Berlin, Kommerzienrat Gcrson Simon , Borlin, Dr. Alfred Stern, Präsident der Israel. Kullusgenieinde Wien, Prof. Dr. War bürg, Berlin, Universitätsprofessor Dr. Zuckcrknndl, Wien. Dieser Aufruf hat ein recht erfreuliches Ergebnis gezeitigt. So haben die Logen ״Bne Brith‘1 und ״Eint rächt“ in Wien und die Logen ״Bo hem ja“ und ״Praga“ in Prag Subventionen in Aussicht gestellt. Der Präsident der Wiener Kiilttisgemeinde Dr. Stern brachte einen Antrag auf die Gewährung einer Subvention durch die Wiener Gemeinde ein. Auch von seiten des Baron Rothschild wurde eine Unterstützung des 111stituts in Aussicht gestellt. Es wurde ein Komitee ins Leben gerufen, dem die Herren Prof. Ehr mann, Rcvisor T a u s s i g, Dr. B e r 11 f e I d und Ob.־I11g. Ackerni a n 11 angeboren. Brief aus Holland (Von unserem Korrespondenten,) Das jüdische l eben in I lolland scheint zu erwachen. Die Kriegsercigiiissc haben auf das holländische J11dentum aufnittehid gewirkt. Dies läßt sieh am dciitliebsten au den Vorgängen in der zionistischen Oeffentliehkeit wahriieliineii. Es ist kein Wunder, dall auch die holländischen Zionisten früher in ihren Aiischaiitmgeii und in ihrer Betätigung häufig den Zusammenhang mit den Massen des jüdischen Volkes in Osteuropa vermissen liehen. Das scheint sich nun einigermaßen zu ändern. Man beginnt, cinzusehen, daß der Zionismus nicht nur die Aufgabe hat, eine neue jüdische Gemeinschaff in Palästina zu bilden und dies Ziel vor allem durch eine straffe Organisation der Zionisten und durch Sammlungen zu erreichen. Das Bewußtsein wird allmählich wach, daß — sowohl im Hinblick auf die Sorgen des Golus als auch auf die neue Gemeinschaft in Palästina — uns Zionisten die Pflicht erwächst, an Golusarbcit hcranzutreten. Mögen auch weiter noch Bedenken hinsichtlich ״Gegenwartsarbeit‘‘ geäußert werden, so zeigt doch die Praxis, dal) diese Arbeit ohne Mithilfe, ja oft sogar ohne die Leitung von Zionisten, nicht getan wird und daß die Befürchtung, die eigentliche zionistische, d. h. die Palästinaarbeit könne auf Kosteil der Golusarbcit leicht vernachlässigt werden, schließlich in der Hauptsache von der richtigen Organisieiting und Verteilung der verfügbaren Kräfte abhängig ist. Die Zahl der Zionisten, denen z. B. die Gestaltung der jüdischen Verhältnisse im Osten, die Frage der national-kiiltiirellcii Autonomie in der Diaspora usw. gleichgiltig oder zumindest nebensächlich vorkommt, darf heute als sehr gering bezeichnet werden. Denn schließlich bedeutet ja das neue Palästina für ‘uns nicht ein intcrcssantes sozial-ökonomisches Experiment, sondern die Normalisienmg der Daseinsbedingungen des jüdischen Volkes, das einer Heimat bedarf. Wollen wir hoffen, daß Auseinandersetzungen darüber, ob es ״erlaubt“ sei, die nationaljüdische Erziehung auch auf die Kinder von Nicht-Zionisten auszudehnen, bald der Vergangenheit angehöre״. ln seiner Eröffnungsrede beim letzten Delcgiertcntag des Niederländischen Zionistenbundes beschäftigte sich der Bundcspräsidcnt Herr N c 11 c m i a de L i c m c ausführlidi mit der Lage und der Zukunft der Juden in Rußland und in Polen und begrüßte ferner unter lebhaftem Beifall der Versammlung die amerikanisch-jüdische K011greßbewegung. Allerdings hat dann die Versammlung von einer Aussprache über die allgemeine jüdische Lage auf Wunsch des Präsidiums Abstand genommen. Es wurde auch bereits berichtet, daß Führer der holländisehen Zionisten im jüdischen Emigrationskömitec sowie in dem holländischen Komitee für volle Glcichbcrcchtigung der Juden in allen Ländern mitarbeiten. Holländische Zionisten nehmen nach wie vor in hervorragendem Maße Anteil an der Hilfsarbeit für die nach Hoilaud geflüchteten Juden. Der Landeskommissär des Jüdischen Nationalfomls ist gleichzeitig der Sekretär des Hilfskomitees für die notleidenden Juden in den kriegführenden Ländern., Audi bei der Versorgung jüdischer Kriegsgefangener in den verschiedenen Ländern mit Labeusmittdii wirken Zionisten an leitender Stelle mit, Die Behauptung, dies alles geschehe nicht in ihrer Eigenschaft als Zionisten sondern als Privatpersonen, ist gewiß formell richtig, nmiet jedoch den Kenner der Verhältnisse etwas künstlich konstruiert an. Weil) doch ein jeder, dal) ihr naiioiial-jüdisches mul zionistisches Gewissen die Betciliglvu zu ihrer Opferwilligkeit treibt. Diese praktische soziale Wirksamkeit wird aber, wie wir glauben, gerade in Holland zur Folge haben, daß eine engere Verbiiuhmg /wischen den Zionisten, die bisher meist •einem fest geschlossenen Kreise, namentlich von Akademikern, angehorlen, und breikm Schichten der holliiiullseheii J11denheit helgestellt werden wird. Es ist bemerkenswert, daß vorläufig von den 61000 jüdischen Einwohnern Amsterdams kaum I bis! 2 Prozent der zionistischen Bewegting iiahestaiHlcii, und es wäre eine wichtige Aufgäbe, in diese Kreise, vor allem in die intelligente Schicht der jüdischen Diainnntarlielter dieser Stadt, den national• jüdischen Gedanken liineinz.iitragen. Da diese Arbeiter vorwiegend sozialdemokratisch organisiert sind, so dürfte besonders für die Poale-Zion hier ein Betätigungsfeld gegeben sein. Wem! wir von einer bewußten oder unbewußten Nationalisierung eines Teils der holländischen ,Judenheit sprechen, so gedenken wir vor allem des starken Einflusses von Ostjuden, die während der Kriegszeit in den Niederlanden Zuflucht gefunden haben, Es ist hckaum, dall 11. a. die starke jüdische Kolonie Antwerpens sich zum weitaus größten Teile nach Holland verpflanzt hat, und im Laufe der Kriegsmonatc haben sich noch zahlreiche andere osteuropäische Elemente im Haag, Scheveiiingeii, Amsterdam und Rotterdam niedergelassen, Diese stellen fast durchwegs dem Zionismus sehr nahe, und so hallen sic, kaum in ihrem neuen Wohnort angclangt, das innere Bedürfnis, für die jüdische Volkssaehe zu arbeiten. Die Vereine Hasdiadiar, Misrachi, Tikwath-Zion in Schcveningen und im Haag, die Vereinigung Bnc-Kcdein in Amsterdam und der Misrachi-Verein in Rotterdam sind während des Krieges entstandene 7ionisiischc Vereinigungen junger Ostjtulcn, welche durch die Veranstaltung von Vorträgen und Kursen eine wertvolle zionistische Arbeit leisten, Es verdient Erwähnung, dal) der Rotterdamer Verein Misrachi auch auf humnnitärem Gebiete Verdienstliches leistet, indem er z. B. dafür gesorgt hat, daß die etwa 1000 jüdischen Emigranteil aus Russisch-Polen und Litauen, welche die Reise nach Amerika infolge des Unterseebootkrieges in Holland unterbrechen mußten, rituelle Beköstigung und Bekleidung erhielten. — Aus der Mitte der in Holland auf dem Wege nach Amerika befindlichen Emigranten bildetc sich übrigens ein jklischcs Theater, dus in Sehevuuhigen und Amsterdam euiige Vorstellungen gegeben hat. Aller über den Rahmen Ihrer Vcrelnstiitigkelt 11111• aus haben die osteuropäischen Zionisten auch auf die Anschaumigen der einheimischen Zionisten sichtbar eiligewirkt; ihre glühende Begeisterung für unser Ideal bildet eine nützliche Ergänzung der manchmal in trockcneu Theorien und inhaltslosem Organisatioiiscifcr bcfaugenen Westler. Die Pflege der hebräischen Sprache und der jüdischen Kunst unter holländischen Zionisten ist wohl auch teilweise auf das Konto der ostjüdisdicu Giistc zu setzen. Es hat in Holland und außerhalb Aufsehen erregt, daß der belgische zionistische Landesverband, der mm sozusagen in Schcveningen domiziliert, bei den Wahlen für den geplanten Delcgiertcntag das passive Wahlrecht mir den Mitgliedern zuerkennen wollte, die vor dein Kriege in Antwerpen ansässig gewesen sind. Es ist verstündlich, daß diejenigen osteuropäischen Juden, welche sich durch diese Bestimmung zuriiekgesetzt fühlten, .aufs lebhafteste gegen diese Durchbrechung des Grundsatzes der nationalen Einheit Front gemacht haben. Anderer־ seits mul) zugegehen werden, daß gewisse Verkommnisse, welche als Bruch der zionistischen Disziplin, wenn nicht noch schärfer, zu bezeichnen sind, für die Haltung der Föderation zwar nicht als Rechtfertigung aber doch bis zu einem gewissen. Grade als Entschuldigung angeführt werden können. So ist die bedauerliche Ersdicinuiig festzustellcn, dal) eine Gruppe junger, ihrer Verantwortung nicht genügend bewußter Gcsinmmgsgcnosseu auf eigene Faust einen jüdischen Nachrichtendienst für die Tagcsprcssc eingerichtet hat, der sich jeder Einflußnahme einer verantwortlichen zionistischen Stelle entzieht. Das rege zionistische Interesse kommt auch uiizwcidcutig in den Ergebnissen der Sammlungen für den Jüdischcii Nationalfond zum Ausdruck. Letztens ist eine Aktion für den Pionierbeitrag begonnen worden^ dessen Mittel bekanntlich für die Finanzierung von ükkwpationsgciiossciischaftcn bestimmt sind. Der Sekretär des Hauptbüros des J, N, F., Ing. S. Kaplansky, sprach anläßlich eines vom Verein Haschachar vcranstalteteu Jiskor-Abends für die in Palästina gefallenen jüdischeu Arbeiter und Wächter in wirkungsvoller Weise über die Bedeutung der Arbeitergenossenschaften. Von deutschen Gesinnungsgenossen ist in letzter Zeit mehrmals Rechtsanwalt Dr. Platz aus Cöln als Propagandaredner in zionistischen Versammlungen aufgetreten. Die national-jüdische Jugendarbeit in Holland macht gute Fortschritte. Die Herzl-Klubs in Amsterdam .und im Haag entwickeln sich sehr befriedigend. Es ist dabei von Interesse, daß der Hcrzl-Klub im Haag vornehmüch Ghetto-Jugend Und .organisierte Sozialisten zu Mitgliedern zahlt, die sich mit besonderem Pflichtgefühl lür eine künftige Wirksamkeit für das jüdische Volk hcranbildcn lassen. Der dem Herzl-Klub nahestehende jüdische T um verein im Haag ist ebenfalls dem natioiialjiidischcn Fahrwasser nähergekommen und verspricht für die Zukunft Gutes. Die Boy-Scotts i״ Schcveningen haben es sogar schon zu einem in holländischer und französischer Sprache erscheinenden eigo* neu (Jrgaii ״Tikwath-Israel“ gebracht, Am 2. April hat im I Lmg eine von 2000 Personen besuchte von der sozialdemokratischen Partei einberufene Versammlung staltgefnndeii, die sich mit der russischeu Revolution beschäftigte. Hauptredner waren die sozialistischen Führer van Kol und Tracht!■» und der Sekretär des liiteriiatioiialen Sozialistischen Üüros Camille Uuysmaus; außerdem sprachen mehrere Verticter der russischen Sozialdemokraten, unter ihnen Leon C 11 a s a n o w i t z als Vertreter der Poale-Zion, Es ist hier nicht der Platz, über die eindrucksvolle Demo!!• sirdion eingehend zu berichten. Es sei nur verzeiehnet, dal) die Redner mit besonderer Wärme und unter starkem Beifall der Zuhörer die Befreiung der mstuschen Juden aus dem Zustande der Sklaverei begrüßten, Der poale-zioriistisehe Redner nahm die Gelegenheit wahr, um mirzuspreehen, dal), während durch d e französische Revolution den Juden die bürgerliche Gleichberechtigung bcschiedcn worden sei, die Juden von der mshisclicn Revolution erwarten, dal) sie ihnen auch die Gleichberechtigung als Nation bringen möge. Chasanowitz. schloß mit dem Wunsche, die holländischen Soziaklcniokratcn möchten alle Kräfte anstrengen, um die Parteigenossen der beiden streitenden Lager recht bald zu einer Annäherung im Interesse eines nahen Friedens zu vereinigen. Syrien als Wirtschaftsgebiet von Dr. A. Ruppin Berlin, Verlag des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees 1917. X f-*110 S. An Fülle des verarbeiteten Stoffes kann kein anderes Buch über die Oekonomik des syrischen Gebietes mit diesem Meisterwerke verglichen werden. In erschöpfender Weise behandelt es in seinen Hauptabschnitten die Landwirtschaft, die Industrie, den Handel, die Verkehrswege und das Transportwesen Syriens und Palästinas. An das Gesamtbild der Volkswirtschaft des Gebietes schließt sich eine farbenreiche Darstellung der Lebenshaltung in Stadt mul Dorf an und mit einem Ausblick in die vielverheißcnde vvirtsehattliehc Zukunft Syriens klingt das umfang-und inhnltrciclie Werk ans. Die einleitende geographisch-ethnographische Schilderung ist knapp gehalten. Zunächst werden Syrien und Palästina hinsichtlich der Oberfläche, der Bodengestalt, des Klimas, der hydrographischen Verhältnisse, der sanilären Zustände und der administrativen Einteilung in prägnanter Weise charakterisiert. In bezug auf Palästina verdient in dieser Schilderung besondere Beachtuug die Betonung der Tatsache, daß das Land heute keine administrative Einheit bildet und daß das historisehe Paliislina die heutigen Mutc.snrifliks Jerusalem, Nahlus, Akka und Kernk umfaßte. Das Kapitel über die sanitären Verhältnisse kennzeichnet das Land als ein im allgemeinen gesundes und befallt sich hauptsächlich mit den einzigen Krankheiten, die |11 einigen Gebieten epidemisch herrschen, d. f. mit der Malaria und dem 1 racliom. 111 bezug auf die Malaria wird hervorgehoben, dall eine energische Bekämpfung derselben durch Trockenlegung der Brutplätzc iler Aiiophelcs-Mückc und durch die Cluninpvopltylaxc dem Lande große Verluste an menschlicher Arbeitskraft ersparen würde. Ebenso könnte das Trachom bei systematischer Bekämpfung Icielit aiisgcrottct werden. Hinsichtlich der Bevölkerungsstatistik veröffentlicht der Verfasser ganz neue Daten. Sie sind ihm von amtlichen Stellen auf Grund der Personenstamjsrcgislcr mitgeteilt und beziehen sich auf Anfang 1915. Dr. Ruppin betont dabei ausdrücklich, daß die’Statistik wohl der rückständigste Verwaitungszwcig der Türkei ist. Aus den Zahlen, die sich auf die 13 Mutessarifliks Syriens beziehen, wollen wir hier diejenigen in die folgende Tabelle zusammcnstcllen, die sich auf die vier Mutessarifliks erstrecken, welche dem historischen Palästina entsprechen: Mutessariflik Jerusalem (Gazas Jerusalem, Gaza, Jaffa, Hebron, Berscha) Mutessariflik Akka (Gazas Akka, Haifa, Naä׳.areth, Tiberias, Safcd) Mutessariflik Nahlus (Gazas Nahlus, Djeuiu, Bcni Saab) Mutessariflik Kcrak (un Ostjordanlande) (Gazas Kcrak, Salt, Maan, Tafile) Insgesamt' 398 362 Seelen 137 161 Seelen 153 719 Seelen 70 288 Seelen 759 563 Seclcm Da der Prozentsatz der in die Personenstandsregister nicht eingetragenen Ottomanen und Nichtottomanen auf mindestens 25 Prozent der eingetragenen Bevölkerung gcschätzt werden kann, so beträgt demnach die Bevöikerung der hier in Rede stehenden Mutessarifliks ipsgcsamt rund 950 000 Einwohner, also etwa um 150 bis 200 Tausend mehr als man in letzter Zeit gewöhnlich annahrn. Rechnet man zu diesem Gebiete noch den Mutessariflik 1 lauran mit etwa 230000 eingetragenen und nicht eingetragenen Einwohnern, so ergibt sich gemäß Dr. Ruppins Angaben für Zis- und Transjordanicn eine Gcsanitbevöikerimg von fast 1 200000 Seelen, anstatt der bisher angenommenen 800 000 bis 900000. Bei der Besprechung der Einwandcrungsver- 11 ä 11 n i s s c weist Ruppin darauf hin, daß das geographisehe Charakteristikum Syriens — seine lange Rüstcnlinie im "Verhältnis zu seiner geringen Breitenausdehnung — seit aitersher das Land in engere Berührung mit dein Abendland gebracht hat als irgend ein anderes Gebiet der Türkei. In der Neuzeit haben die nach Palästina eingewanderten Deutschen in der Landwirtschaft, im Hotelwesen Und im Handel Bedeutendes geleistet, während die neueingewanderten Juden speziell im Pflanzungsbau. In der Weinfabrikation, in der Hygiene und im Un* terrichtswescn Vorbildliches bereits geschaffen haben.