Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1917)
- Date
- 1917-04-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652026-2652042--11089-2668901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
/ Seite 14׳ JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17 Zweck schon auf der Versammlung des Kluhs eine Million Rubel gesammelt. l ic offizielle Begrüßung des jüdischen Volkes an* läßlich des Emanzipationsediktcs überbrachtc der Regicniug und den! ״Hat der Arbeiter- und Soldatcndcputicrtcii" eine jüdische Abordnung, die aus den drei jüdischen Ikiniiaabgeordiietcn (F r I ed 111 ann, I)r. Ho- •nasch und Gurewitsch) und den Mitgliedern des als Beirat der Abgeordneten funktionierenden ״Politischen Kollegiums'‘ (Rechtsanwalt O. O. Gruse 11berg, die Vertreter der jüdiseh-kudettiseben ״Volksgruppe“: A, J. Br am de und M, J, Sehe hei, die Vertreter der demokratischen ״Volkspartei“: M, M. Krejnin, W, S. Mandel und J. F r 11 m k i 11, 11ml die Zionisten: M. S. Alejnikow, Ji/dmk Grün bäum, l)r. N, J. K a t z 11 e I s o 1111 Und J, A. Kosow) bestand. Diese jüdische offizielle Deputation besuchte am 21. März den Ministerpräsident Lwow. ״Die jüdische« Abgeordneten und das mit ihnen gemeinsam tätige jüdische Büro, das die verschiedensten politischen Richtungen im Judentum vertritt“, sagte der Sprecher der Judendeputatinn, Abgeordneter N. M, 1־ r i e<l e m an 11, ״bcgrüßen in Eurer Person die Provisorische Regierung, der die große Ehre zuteil geworden ist, vom russischen Volke den ihm von! alten Regime überlieferten Sch «Qlfleck der Rechtslosigkeit und Unterdrückung zu tilgen.“ Er schilderte dann all die Leiden der Juden im Verlauf der letzten 75 Jahre, die in den Kricgsjahreii ihren Gipfel erreicht haben. ״Das jüdische Volk“, fuhr er fort, ״verstand es, daß solange das russische Volk selbst geknechtet bleibt, keine Befreiung der russischen Juden• heit möglich ist. Das Judentum nahm daher an der Befreiungsbewegung eifrigen Anteil mul wartete mit U11geduld der Stunde der gesamten Befreiung Rußlands. Diese Stunde kam. Das Volk brach das zaristische Joch entzwei. Den Willen des Volkes erfüllend hob die Provisorische Regierung die auf uns lastenden Beschriinkungeu auf. Nicht nur im rechtlichen und politischen Leben, sondern in der Seele des Volkes selbst kam die Umwälzung. Die Herzen wurden erweicht, die Arme brüderlich geöffnet, die Stiefmutter wurde zur Mutter und die Stiefkinder zu Kindern ... In dem Streben zu einer mitioiini-kulfurclk'ii Selbstbehauptung ward tlas jüdische Volk in Gemeinschaft mit allen anderen Nationalitäten Rußlands all scim• Kraft und Euergie einset/en, um das Land zu schützen und der Provisorischcn Regierung in ihrer Tätigkeit zur Sicherung der Errungenschaften der Freiheit behilflich sein“. Minister- Präsident Lwow antwortete darauf: ״Ich danke llmen unendlich für Ihre Begrünung. Sie hatten vollständig recht, als Sie sagten, daß es für die Provisorische Regierung eine große Ehre gewesen war, vom russisehen Volke den Schandfleck der Unterdrückung seincr Nationalitäten zu tilgen. Sellen war ich so erregt wie in jenen Minuten ... In Gedanke und Gesiitmmg waren wir immer Brüder, es wurde uns aber die Annäherung verboten. Wollen wir jetzt dieser denklen Seiten der Vergangenheit vergessen und wollen wir gemeinsam brüderlich an der Festigung der Freiheit im neuen Rußland arbeiten“. Am selben Tage besuchte die gleiche Deputation den Vollzugsausschuß des ״Rates der Soldaten- und A 1 b e i t e r d e p 111 i e r t e 11“. 1111 Namen der Deputation sprachen N. M. Fried man 11 und Rcclitsnnwalt O. O. Grusenberg. Eine meisterhafte Rede des letzteren stellte die verhängnisvolle Wirkung all der jetzt aufgehobenen Judc1tln׳schni1!kungcn eindrucksvoll und wuchtig dar. Sie hinterließ einen unvergeßlichen Eindruck. Der jüdischen Deputation antworteten in liingcren Reden M. S, Skobelow und der Vorsitzende ״Haam“ * Das Verbot der hebräischen Schrift in Rußland war noch vor der Revolution aufgehoben worden, erst diese aber ermöglichte die Ausfuhr hebräischer Zeitungen, sodaß wir erst jetzt die Zeitschrift ״H.inm“ zu sehen bekommen‘'), die bereits seit einigen Monaten im neuen jüdisch-literarischen Zentrum, in Moskau, erscheint. Vor uns liegen die Nummern von den letzten Wochen vor der Umwälzung, die einen Einblick gewähren in die Stimmungen des crkenntnisvolleren Teils der russischen Itidenlieit-im diesjährigen Vormärz. Die hebräische Publizistik stellt hier im vollsten Sinne auf der Flöhe ihrer Aufgabe. Noch ahnt sie nicht, wie nahe die bürgerliche Emanzipation ist, und schon setzt sie sich über diese als Selbstverständlichkeit hinweg und behandelt hauptsächlich die nationalen Aufgaben der Judenheit. Und mit welchem Schwung! Keine lokale Orientierung, kein Nachlaufen nach Tages- Inningen. Aber auch keine Vogcl-Straußpolitik, kein Blindekuh spiel. Offen gegen andere, ehrlich gegen sich, der Wahrheit ins Auge schauend, steht ״Hum“ auf der Wacht der Gesamt! nfercssen der Judenheit, in der Verquickung der Zionistis'chen mit den sonstigen natiorälen Problemen ein Muster für Brüderorgan« in Europa und Amerika. ״Haäm" spricht nicht heute von ״kuhureilcr Autoiiomie“ in der Diaspora und morgen von unseren Anspriiehen auf Palästina, noch verhindert er die Fragen, sondern für ihn ist es klar, daß, um festzustellen, die Juden seien bloß eine Religionsgemeinschaft, man zur Zeit Napoleons erklären mußte, das Jerusalem, um dessen Aufbau der Jude betet, sei cirt jenseitiges Jerusalem , . . letzt, dä wir Unser nationales Dasein bekunden Wollen, *) ,״Haam“ (Gas Volk), eine publizistisch-liicr»- rische Wochenschrift. Moskau 1917, Nr. 2—8. des Rates N. S». T sehe 11 cid / e. ״Wir, Vertreter des revolutionären Rußlands“, schloß Tschehddzc, ״verstehen, daß es in der Juden frage keinen Rückschritt mehr geben kann, jeder Rückschritt käme einem Zusaimueulmich der Revolution gleich, um! wir, der Stand, dessen Vertreter und Ideologe ich bin, werden es die zulassen.“ lieber die innere Tätigkeit der jüdisch-politischen Parteien seit der Verkündung der Emanzipation bcsitzen wir vorläufig kein richtiges Bild, du bis jetzt für diese Zeit mir die allgemeine russische Presse vorliegt. Wie die ״Ujejseh“ milteilt, soll der ״Bund“ durch seine Vertreter Im ״Rai der Soldaten■ und Arbeilerilepiiticrteu“, die Herren M. Ehrlich timl Snslawsky (Homunkulus), dem Vollziigskomitee des ,,Ra-!es“ eine Petition überreicht haben mit der Bitte, die Provisorische Regierung zu einem sofortigen Erlaß eines Ediktes über die Rechte der Muttersprachen zu vernulasse״. Einer Mitteilung der ״Ruskija Wjedomosti“ zufolge, fand in Moskau itn Zirkus Nikitin ein von den Zionisten ciiibmifcncs jüdisches Meeting statt, das eine ungewöhnlich große Zuhörerschaft hatte. Eine Reihe Redner hielten in der russischen, jidisclten und hebräischen Sprache Ansprachen über die nationalen!,fliehten der russischen Juden und die neuen Aussichten, die sich für die Verwirklichung des Zionismus eröffnet haben. Eines ganz, besonderen Erfolges erfreute sich ׳die Rede des Abgeordneten der ersten Duinn, RcclitsnnwalFs W. R, J a k 11 bs oh n, der voft den grollen Perspektiven der nationalen Entwicklung der Juden In Rußiaml sprach und den Pflichten, die sie der russischen Judenheit in diesem entscheidenden Augenblick auferlegen. S. Zangwili über die russische Revolution Auf einem Meeting,' das am 30. Mürz in Royal Albert-Hall zur Begrüßung der russischen Revolution si.nifaml, war Israel Zangwili einer der Redner. Als ein Vertreter desjenigen Volkes in Rußland, das am meisten gelitten hatte, sagte er, ergreife er gerne die Gelegenheit, zu Ehren der russischen Freiheit zu sprechen. Er gab einen Ueberblick über die Lage der Juden in Rußland in der Vergangenheit und erwähnte die vielen Progrome um! die Verfolgungen. Er zollte den heldenhaften jungen Juden, die dem ״ßu<1d‘' angehören, warmen Dank für ihre lange Mitarbeit am Kampfe für die Freiheit, Zangwili berührte mich die Frage des Militär/.wangs der russischen Juden in England und drückte die Hoffnung aus, daß die neue Freiheit in Rußland auch auf diese Frage einen günstigen Einfluß haben werde und England tlas verletzte Asylrecht wie* derherstellen werde. In seinem Schlußwort sagte Zangwill, daß er nicht der neuen russischen Regierung danken will, daß sie sein Volk befreit hat. Aber er fühlt׳ das Bedürfnis, ihr zu gratulieren und er freue sich bei dem Gedanken, daß bei dieser Tat eine grolle Last von den edlen russischen Seelen genommen sei, denen die Behandlung der russischen Juden in ihrem Land ebenso nahe ging wie die Bedrückung ihres eigenen Volkes. Anläßlich eines־Vortrags von Dr. J. Kruk in der Londoner sozialistischeu-territorialislischen Vereinigung, der tags darauf stattfaml und das Thema ״Judcn-Einanzipation einst und jetzt“ behandelte, sprach Zangwill, der den Vorsitz führte und von tler Versäumthing herzlich begrüßt wurde, über tlas grolle Ereignis in Rußland. Dabei kommentierte er die spärlichen Nachrichten, die über seine Rede am Vortag in den Zcitun* gen verbreitet worden waren. Er sagte, er habe nie müssen wir wieder auf Palästina und auf die Erlösung«• lioffnnng verweisen, denn das ist es, was uns zum Volk im politischen Sinn und umwrc zerstreuten Glieder zu einer nationalen Einheit macht (J. Kan 111, Die Gründe der Opposition gegen unsere Forderungen, Nr. 7), Es gibt eigentlich mir eine Forderung: die Alter* kenmmg unserer Rechte auf Palästina. Alles andere ist eine Konsequenz davon, und nur davon. Ohne A 11 s p r ü c h e a u f P a 1 a s t i n a haben 118 ti ח n a 1 c Forderungen itn Oolus keinen Sinn. Diesen letzten Gedanken entwickelt ausführlich T a d t r (״Erez- Israel“, Nr. 2): ״Das Fehlen eines Boilenzcnsus ist gegenwärtig eines der größten Hindernisse, die unsere nationalen Rechte auflmlteu. Mau kann sagen: wegen dieser Zensuslosigkcit glaubt man uns innerlich nicht, daß wir ein Sondervolk mit bestimmten nationalen lnteressei! seien,“ Dabei halten sich die Publizisten des ״Haan!“ auch an die palästinensische Wirklichkeit. Sowohl in der Artikelserie von T a d i r wie in einem schwungvollen Aufsatz von Dr. W r i ß 111 a 1111 (״Haupt- und Nebensache“, Nr. 5 ö) über eine internationale Hutuletlinillioneilank'ihe zur Melioration Palästinas, über die Verkelirsaussichten, die cs inder Italien Zukunft ermöglichen Werden, von Rußland durch den Kaukasus in einigen Tagen Palästina zu erreichen bei aller Weite des Horizontes wird hier doch nichts schöugefärht, was vorderhand anders aus- Sieht. Beide Autoren sind sich darüber Idar, man könne nicht beute schlechterdings von einer jüdischen Autonomie it! Erez-Israc! sprechen, solange wir dort nicht die Mehrheit bilden. Wohl aber verlängert wir, auf Grund linst re* historischen Rechtes, unserer knltürellen Stellung im Lande und unserer Bestrebungen einen freien Weg für unsere potenziellen Kräfte in der Besiedelung Palästina«, unser letztes ideal ins Auge fassend. Man findet in der jüdischen Presse seiten eine so mutige, aufrichtige und stolze Stellungnahme, wie die des ״Haain“ ׳z;u Wilsons Fricdcnsprogratnm int Januar, daran gc/.weifclt, daß das russisc|1e Volk sich schließlicli selbst von der Sklaverei befreien würde. Er sc! bereit gewesen, nach dem Krieg außer Landes zu gehen, um für die Sache der Juden in Rußland zu kämpfen! Es sei feig von England gewesen, zu behaupte», daß cs für die Rechte der kleinen Nationen kämpfe, Während die Juden in Rußland doch ihrer Rechte beraubt gewesen seien. Jetzt aber habe sielt das russische Volk selbst von der Sklaverei befreit und dadurch habe sich die Lage tler Juden in diesem Lande natürlicherweise geändert. . Zn 11gwill berichtete weitet übet seine voitägige Rette in Alltel( I lall. Er linbc, so führte er «uh, auf den bemerkciMwertcn Anteil.des ״Bund es“ :111 der Tal Rulllattds, sich von den Ketten der Tyrannei zu befreien, lilngcvvicseii, Mau habe durchaus Recht, stolz auf diese heldenhaften jungen Juden zu sein. Er bat die Ver- Sammlung, sich zu Eliten und Gedächtnis all derer zu erheben, die für die Sache der Freiheit gestorben waren. Es sei gut, zu wissen, daß sie nicht vergebens starben Die russische Revolution sei ein großartiges geschieht- .liebes Ereignis, dessen Nach Wirkung alle anderen Liinder fühlen werden. Aber das jüdische Problem sei noch nicht mit der russischen Revolution gelöst. Die Juden müßten seihst ihre Geschichte machen und jetzt sei die Zeit für die Juden Rußlands gekommen, ein freies Volk zu werden. Er hoffe, die rassischen Juden würden nicht so werden, wie die Juden iti Westeuropa, die wegen ihrer Freiheit ihr Judentum aufgegeben haben. Er denke, daß das in Rußland nicht so ■werden würde, dem! dort liege die Gewähr in der großen Zahl. Nach dein Vortrag von Dr. Kruk ergriff /:mg will nochmals das Wort und sagte, daß er all das, was 01 wahrem) des Krieges zugunsten des jüdischen Volkes geschrieben und getan habe, als ein Engländer getan habe, der das Gefüllt hatte, daß es Englands unwürdig sei, im Bund mit dem Zarismus zu sein. Gleich nach Ausbruch des Krieges habe er sich bei verschiedenen Ge- Icgeiihciteii mit dem Foreign Office in Verbindung gesetzt, um dessen Einfluß auf die russische Regierung zu beuiitzeu, um gleiche Rechte für die Juden zu schaffen, da sonst die Stellung' Englands vor der ganzen Welt beeinträchtigt gewesen wäre, der es erklär! hatte, daß es für die Freiheit der kleinen Nationen kämpfe, während in Rußland Pogrome und Ausweisung der Juden an der Tagesordnung gewesen seien. Als die Juden während des Marsches der russischen Heere durch Polen entsetzliche Dinge erleben mußten, habe er einen Artikel geschrieben, dessen Veröffentlichung die englische Regierung verboten habe, den er aber jetzt drucken zu lassen beabsichtige. Indem er auf die Bewegung gegen die russischen Juden in England cinging, drückte er den Wunsch aus, daß die russischen Juden ihre Brüder in England bald befreien möchten. Fr kritisierte ferner die Haltung der englischjüdischen Parlamentsmitglieder zur Frage des Verbote« für englische Juden, nach Rußland zu reisen, indem <׳r gegen sie den Vorwurf erhob, daß sie gegen ein solches Verbrechen niemals Einspruch erhöhen habe». Er selbst sei bei mancher Gelegenheit Ungeladen worden, nach Rußland zu gehen, habe aber diese Bevorzugung stets zurückgewiesen, solange sic andern joden verweigert würde. Jetzt hoffe er, Rußland besuchen zu können. Zum Schluß drückte er die Hoffnung aus, daß in einem freien Rußland die Juden ihre nationale Eigenart entwickeln und ein wirkliches jüdisches Leben führen könnten. Die Versammlung beschloß, dem russischen Justizminister K e r c n s k y und dem jüdischen Abgeordncten Fried mann ihr׳.• Glückwünsche attSztisprcchen Oh das Nntionnlitütcnprin/ip auch die Juden betrifft? ״Leider und unglücklicherweise kamt man diese Frage nicht unbedingt bejahen, Wir zählen noch nicht' zu den lebenden Nationen, wir sind noch keine Einheit. Wir sind nicht, wie das polnische Volk, wir sind nicht wie Gie amlm'11 Nationen, die in Frage koimiieii. Wollen tvir uns nicht täuschen. Die offene, bittere Wahrheit ist es, die unseren Willen anregen, unsere Energie anspornen wird . . , Fehlen 1ms noch die Bedingungen, die ein Volk zu einem lebenden machen, so haben wir doch den Willen, wieder ein Volk zu werden und sollen diesen Willen zum Ausdruck bringen.“ So wagt nur reife hebräische Publizistik zu. schreiben, die einerseits ihrer Leser sicher ist und kein Blatt vor den Mund nimmt, die andererseits zu große Ansprüche an die Begriffe ״lebendes Volk", ״A11tonomic“ tisw. stellt, tun sich durch bloße Schlag- Wörter über die Lage täuschen zu lassen. ״Haain" ist auch im tiefsten Sinne zionistisch, ohne eine zionistische Etikette zur Schau zu tragen, die in einer hebräischen Zeitschrift plecmastisch wäre. Daß solche Ihiblizistik auch im Strome der sich überstürzenden Umwälzungen ringsum das historischjüdische Bewußtsein ,nicht verloren hat, daß •sic in der Befreiutigsstviiide der russischen Judenheit nicht d.Vs Freilicitsideal des gesamtjüdisehen Volkes zu betonen ver* galt, sehen wir schon aus dem ersten hebräischen Echo auf die russische ״Mahpecha“ (in einem Extrablatt zur achten Numnter). Nach einer begeisterten Begrüßung des neuen Regimes der Gerechtigkeit, nach einem leidenscbnftlidien Nachrufe auf das Verbrechen der alten ÜrduUng, kommt ״Haam“ wieder zu demselben Gedanken zurück: ״Wir sind itlcftt gdii'cigt, Uns zu täuschen . . . E ne Nation, die der meisten Grundlagen eines nationalen Lebens entbehrt, dere.1 Sonderstellung 51,׳ einsam ItnteFder Menschheit dastehen läßt, kann unmöglich völlek Heil utid ewige Erlösung finden, bevor sie ihre Lcbcnsgrurid* Ingen und ihre!rationalen Lebensformen erneuert hat