Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 16 (20.4.1917)
- Date
- 1917-04-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 129!it_ :111» nasehe ende lüdi* ’ mit avon <%e und atio. heit, Ihstgeferononante tee ion l e- >ge- Unioaja hen ver■ und einicht ung tun*!ien :Her ge־ len. zeß der eht. die teer irkiraten- Der der r 1 ihd 4״s in Bier /cm ster che das rcn. ang un* afft treh ötzbeder lieh des ider llzu ׳egf! I! f. V i 1 ו 1,' I Ittllerst 1cm :lieh sten end •oO* ötz- (eilveil [ed* von und dievon den in net ehr ein, erz erz che der ene e»'* ten jl I gen in der Armee, insbesondere aller derjenigen, die das Erlangen des Offizierranges hindern. i>er Handelsminister befahl, in allen ihm unterstellenden Mittel* mul Hochschulen die Prozentiioini auf/uheben und den Juden als Schülern wie auch als Lehrern und Professoren freie bahn zu gewahren. I>er Stadthauptinann in Pciershing wies in einer offiziellen Hekanntmaclumg darauf hin, dalt von nun an die Juden die gleichen Rechte haben wie alle anderen Bürger, also sieh frei in Petersburg aufhaltcn dürfen. Eine ähnliche Erklärung gab auch der Stadthaurdmanu in Kiew. Dort wurde auch zum erste» Mal ein Jude, Eriiniin, in die Stadtverwaltung gewählt. Von der Ernennung der Herren Winawcr mul ürusenberg zu Senatoren wurde in der vorigen Rundschau berichtet. Den neuesten Nachrichten zufolge lehnten diese beiden Rechtsanwälte diese Ernennung ab. Nicht untätig blichen auch die Antisemiten. In einer Reihe von Städten des Kiewer, Poltawer und Podolischen Gouvernements machte sich eine Pogroma g i t a t i c» n bemerkbar. Sogar in Petersburg wurde in der Nähe der Rcichsdunia eine Proklamation aiigcschlagen, in der die Juden als die einzigen Schuldigen an den Millorfolgeu der Armee und am Ausbruch der Revolution bezeichnet wurden. Die Provisorische Regienmg und der ״Rat der Soldaten und Arheiterdeputierlen“ erblickten in dieser antisemitischen Agitation einen gefährlichen Versuch, die Instinkte des Volkes auf eine falsche Palm zu lenken, und beschlossen, diese drohende Agitation um j e d e u Preis ira Keime zu ersticke 11. Als in Odc s sa sieh eine Pogromagitation bemerkbar machte, verordnclc die Regierung die Entlassung sämtlicher Polizisten der Stadt, die Ver- Schickung der Schutzleute an die Front und die Uebertraguug der Leitung der Stadt an die Stadtverwaltung. Aus ü I w i o p o 1, Gouv. Cherson, kam die Nachrieht, daß die Stadtpolizei, die sich der neuen Regierung angeschlosseu hatte, wegen einer antijiiciischen Agitation besorgt sei, zu deren Unterdrückung sic sich nicht stark genug fühle. Der ״Rat der Soldaten- und Arheiterdeputicrten“ in Petersburg sandle daraufhin oinige seiner Mitglieder mich ülwiopot an der Spitze einer Strafc x p e d i t i n 11, die diese gefährliche Agitation ersticken sollte. Der Ministerpräsident L w o w äußerte sich in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Pressebüros bei der Provisorischen Regierung über die Frage der jüdischen Emanzipation wie folgt: ״Noch vor der Einberufung der Konstituante muß die neue Rcgicrung viele Reformen durchführen, unter anderem muß die Annullierung sämtlicher nationalen und religiösen Beschränkungen durchgeführt weiden. Wir stellen jetzt kurz vor der Verwirklichung. Dieses Projekt ist im Justi/ininisteriiiin schon ausgearbeitet worden, und die Veröffentlichung wird in den nächsten Tagen erfolgen.“ I Mit Bezugnahme darauf schrieb die ״Wjetsch“, das Organ der herrschenden Partei, in einem Leitartikel vom 10, März. a. St., der der Judenfrage gewidmet war, u. a. folgendes: ״Es ist natürlich, daß die Aufhebung vier religiösen und nationalen Beschränkungen einen der Prognimmpiinkte der Provisorischen Regierung bildet, und eine ganze Reihe von Erlassen, die auf administrativem Wege erledigt werden konnten, wurde bereits herausgegeben. Aber die vollständige Liquidation der schweren Erbschaft der Beschränkungen, welche das alte Regime uiis /iiriickgcl.'issen hat, ist keine einfache Aufgabe. Infolge der unerschöpflichen Experimente, die in den verschicdcnstcn sich durchkreuzenden Richtungen gemacht wurden, entstand ein ungeheures Chaos in der Gesetzgcbnng, und es erfordert nicht wenig Mühe, alle die Beschränkungen hcrauszufischcn und unsere vielbändigen fünfien Geiicration:׳') Dies weckt in ihm den letzten, tragischen Entschluß: 1:11er untergehen als in Schwäche und Unwahrheit verkommen! Noch nicht will er vor das harrende Volk treten und ihm seine Unfähigkeit bekennen. In Xl,er Ekstase der Verzweiflung wirft er den Tallis um, läßt die heilige Lade öffnen, Lichter entzünden und beginnt in sciiauervoll-fcieriichcr Weise der Ahnen Reihe, die ״goldene Kette“, die bis zum heiligen Baalschein huuiufrcicht, zu beschwören, ja er ruft, als er keine Antwort erhält, den Höchsten selbst: Gib mir ein Zeichen, daß dein Auge sicht; zeige, das du hist . , Wie einst der Großvater dem Urahn, stellt sich jel/t der Sohn «lein Vater gegenüber: ״Gott versucht tun 11 nicht“. Die Kette ist zenißen, die Stirnmen schweigen. 13er geschäftige ״Gahbe“, der ewige Diener der Menge — bezeichnenderweise derselbe, der einst den Urahn ahgesetzt, ruft den erschreckten und innerlich völlig iiiiberciteten Jonathan zum Rabbi aus. Was die Form der Dichtung betrifft, so scheint Perez hier — ebenso wie in der ״Nacht auf dem alten Markt“ zu jenem Singspidton seiner früheren Gedichte zurückgekehrt zu sein, der in der Lyrik nur selten zu reifer I lohe sich erhebend, hier aber einer eigentümlichen Kunstform dient, wo, nur in einer anderen Art als in seinen Erzählungen, ein starker realistischer Impressionismus dichterisch wie umblitzt und umstrahlt erscheint. Nur manchmal verläuft sich der Stil etwas über seine Grenzen ins Triviale oder ins Manierierte Aber doch sind hier dramatische Kraft und ein wundersamer Stimmuugston auf einer Höhe miteinander vermählt, daß in der neuen jüdischen Literatur dem kaum Aehnlichcs zu vergleichen wäre. Das Drama würde zweifellos, auch in der im Ganzen vortrefflichen deutschen Ucbersctzung von Siegfried Schmitz, dargestellt, und dann erst recht seine Wirkung nicht verfehlen. Denn diese beruht wohl darauf, daß hier wurzeltiefe Geschehnisse und Probleme des jüdischen Volkslebens sich einem wahren Dichter erschlossen haben. ErnstMüller. Gesetzbücher von allem diesem zu reinigen. Die Kadetten- Partei glaubt mit Recht, daß die Ausführung dieses Progmmmpiiiiktes eine der Hauptaufgaben der neuen Regienmg sein muß, ebenso wie die Lösung der finnlämlisehen und polnischen Frage. Und deshalb übernahm sie gleich die Erledigung dieser Frage und fand es zunächst für am besten, einen Erlaß in einer allgemeinen Form hcratiszugcben . . . und sodann die einzelnen zu annullierenden Gcsetzcsparagrnphen auf/u/ählcn, Dieser Initiative der Kadcttcnparici trat der Jtistizininister Kereiiski entgegen, da er der Ansicht war, dal! eine crschöpfeiule Aufzählung der einzelnen Beschränkungen zur Aufhebung der einzelnen Gesetzparagrapheil notwendig ist, um die Sache konkret zu gestalten. Da aber dieser Weg große Verzögerungen befürchten ließ, und man andererseits nicht einen Tag lang nach der Revolution die Beschränkungen mehr gelten lassen wollte, wurde ein Mittelweg ausfindig gemacht. Es wurde, wie man uns mitteilt, beschlossen, in dem Erlaß über die Be- Schränkungen religiöser und nationaler Natur alle Kateg 0 r i e 11 der Beschränkungen namentlich nnzufühfeil, und zwar: Beschränkungen des Wohnrechtes, Be- Schränkungen des Laudkniifes, Beschränkungen bei der Besetzung gesellschaftlicher und staatlicher Acmter, Beschränkimgou der Ausbildung, Beschränkungen in Handel und Industrie (auch bezüglich Aktiengesellschaften) usw. Ein Auszug sämtlicher Paragraphen, die dadurch annulliert werden, wird nach einiger Zeit publiziert werden. Es scheint, daß die Abreise des größten Teiles der Provisorischen Regierung ins Hauptquartier die Aktion verzögern wird , . . Aber nach dem Interview mit dem Premierminister, wird dieser Erlaß in allernächster Zeit schon ein Gesetz, werden.“ Wie eine vom 5. April a. St. datierte Depesche des Herren Dr. J. Tschlenow, au das Kopcnhagaier Bureau der Zionistischen Organisation gerichtet, mitteilt, hat die Provisorische Regierung diesen E m a n - z i p a t i o n s ־ E r I a ß bereits unterzeichnet» Der Aufruf des Zentralkomitees der zionistischen Organisation in Rußland An die Zionisten! Der Kampf der Generationen ist vollendet, Die Selbstherrschaft brach zusammen. In einem revoiutionären Schwung zerschmetterte das russische Volk die Ketten, die cs Jahrhunderte gefesselt haben. Die Folgen der mißlungenen Revolution von 1003 und die großen Erschütterungen des Weltkrieges vereinigten die produktiven Kräfte des russischen Volkes und schufen die Einheit seines mächtigen Willens zur Freiheit, zur Volkshcrrschaft. Die Einheit dieses Willens, die Gefahr einer Kontrcrevoiution waren cs, die der revolutionären Provisorisehen Regierung iiire Aufgaben diktierten. Diese Aufgaben sind: die Festigung der Errungenschaften der Revolution mul die Herstellung der Bedingungen, die für die Einherufimg der Konstituante notwendig sind. Unter diesen Umständen verkündete die Provisorische Regierung die vollständige Aufhebung aller Standes-, konfessionellen und nationalen Beschränkungen. Unter dem Druck dieser Beschränkungen litt am schreckiiclisten das heimatlose Wandervolk. Sie verletzten in jedem von uns den Menschen und drückten den Juden, Jmlcnprogroinc und schändlichste Verleumdungen machten die russische Judcnhcit zum Märtj'rcr und Opfer des gestürzten Regimes. Dieses Opfer verlangt jetzt seine Vergeltung. Die Provisorische Regierung — wir glauben es — erkennt die historische Schuld des alten Rußlands und wird Peßach in Wilna Oberkantor Hcrschmann gewidmet. Vor dein Hof der alten ״Großen Schul“ drängt sieh eine unruhige Menschenmenge. Langsam können wir uns nur durchwinden. Schritt für Schritt erkämpfend, bis wir den Eingang zu einer der Treppen erreicht haben, die an mehreren Stellen der Seitenwand hinunter in das Innere führen. Wir schieben uns vorbei :111 der wuchtig und massig geformten Tür, einem Prachtstück altertümlicher Schmiedearbeit und betreten die erste Stufe der Treppe. Ein Liclitmclir blendet unsere Augen. Unter uns ein gewaltiger Raum, in der Mitte erhebt sich, getragen von schlanken Säulen, die eine schimmernde ,Kuppe! krönt, der Almemor. Breitere Säulen stützen, nn den Scitcnwiinden entlang laufend, den Bau des Hauses. An der Ostwnnd scliimmernd in Blau und Gold, in Rot, Grün und wieder in Gold der gleichfalls von einem Sänlenbnu umrahmte A«m hakodosch. Im Raume selbst, bis in die entferntesten Ecken gedrängt, auf allen Treppen Kopf an Kopf und Leib *an Leib gepreßt eine dreitausendköpfige Menschenmenge. Es leuchten die weißen Gcbctmäntcl und werfen die Strahlen des vielkcrzigcn Lichtes zurück. Das Wogen und Brausen der Masse verstummt mit einem Schlage, und nun klingt es durch den Riesenraum. — Ist das noch eine Menschenstimme, die das stürmende Jubeln der Lerche mit dem wehmütig-süßen, lockenden und entsagenden Nachtigallenruf vereint? Das klagt und jubelt, das schwillt an wie Mecresrauschen und klingt ab wie leises Flötenspiel eines mählich hinübcrschlummernden Hirtenknaben. Das lebt und webt mit den Worten und der Seele des Gebets, beflügelt sie, trägt sie hinauf in die Sphären und reißt die schweren Woikcnvorhänge auseinander, die ihnen den Einlaß verwehren wollen. Ein Knabenchor, helle, fein abgetönte Stimmen, begleitet den Sänger, oft klingt et sofort die jüdische Gleichberechtigung verwirklichen. Möge der Jude befreit von dem schändlichen Eieck der rechtlichen Beschränkungen die Konstituante betreten. Und dann, wenn die Zeit der Festlegung der Gesetze für ein friedliches Zusammenleben der Völker Rußlands gekommen sein wird, wird das jüdische Volk seine nationalen Forderungen vorlegen, Forderungen der Anerkennung seines Rechtes auf ein freies Volksleben. Das neue freie Rußland kann nicht auf dem Druck der Völker und auf der nationalen Knechtung der Judenheit gebaut werden. Vor zehn Jahren formulierten wir klar auf unserer Tagung zu HelsGngfors unsere Steilung zu den nationalen Aufgaben des Judentums in der Diaspora. Damals wurde ein Programm unserer national-politischen Forderungen in Rußland fcstgclcgt. In den Unglückstagen der Reaktion konnte dieses Programm nicht vollständig durchgeführt und verwirklicht werden. Wir blieben ilmi aber treu. Heute erhalten die Grundlagen des Hcisingforscr Programmes eine 'reale Bedeutung als Richtschnur für unser ganzes politisches Auftreten in Rußland. Treu den Prinzipien des I Iclsingforscr Programms werden wir unter den freien Bedingungen des neuen Rußlands das Werk der jüdischen Regeneration schaffen, dieser Regeneration, die für unser exterritoriales Volk in der Schaffung eines freien nationalen Zentrums in Palästina ihre Vollendung hat. Wir werden das Werk der jüdischen Regeneration schaffen, indem wir die Freiheit der Organisierung der russischen Judcnhcit erstreben werden, die Freiheit der Entfaltung ihres ttationalcn Lebens und ihrer produktiven Kräfte. Wir werden das Werk der Regeneration des jüdischen Volkes schaffen, indem wir diese produktiven Kräfte konzentrieren und auf de« Iristorischen Weg des Zionismus richten werden. In den Tagen des Weltkrieges — dieses Wendepunktes im Leben der Menschheit — kann und darf kein Volk, das die Gefahr des Todes bannen will, die Gebote seiner Geschichte, sein altes Streben nach Erde und Freiheit vergessen. Zionisten, seid durchdrungen von der Erhabenheit des Momentes, von der Verantwortung vor dem Volke! Schließt euch in festen Reihen zusammen und, indem ihr das neue Rußland in seiner Befreiungsarbeit unterstützt, ruft das Judentum zur Festigung und Vereinigung seiner nationalcn Kräfte, zur Organisierung der Nation! Entfaltet eure schöpferische Arbeit im netten freien Rußland! Petersburg, den 3. März 1017 (a. St.). Das Zentralkomitee der־ Zionistischen Organisation in Rußland. Die Beförderung russischer Juden zu Offizieren Es ist schon gemeldet worden, daß die provisorische Regierung nebst den anderen für die russischen Juden bestehenden Beschränkungen des autokratisclien Regimes auch die Bestimmung abgeschafft hat, wodurch die Befördemng jüdischer Soldaten zu Offizieren der russisehen Armee verboten war. Der hierauf bezügliche Erlaß ist vom neuen russischen Kriegsministerium herattsgegeben worden und lautet: ״Alle Juden in der Armee, die bisher nur aus dem Grunde, weil sie Juden sind, nicht Offiziere werden konnten, sollen zu Offizieren ernannt werden. Juden können in Offiziersschulen aufgenommen werden. Diejenigen Juden, die sich im Moment als einfache Soldaten schon bei der Armee befinden, die aber auf Grund ihres Bildungsgrades das Recht hätten, Offiziere zu ab, daß es nur noch wie zitternde Orgelklängc, wie Harfentöne durch den Raum schwingt. — Thora- Aushebung. Der Vorbeter schreitet hinauf zu dem heiligen Schrein. Ein Kranz von Kerzen, bisher in lichtloser Untätigkeit, flammt auf und übergießt den schimnierndcn Vorhang mit goldenen Lichtwcllcn. Dreimal erklingt aus des Vorbeters Munde die feierliche Anrufung Gottes mit den El Onndcnnamen; mit süßen bestrickenden Melodien rahmen die Knabenstimmen seinen machtvollen Gesang ein. Es ist, als oh die goldgestickten Blumen des Vorhangs der heiligen Lade anfingen zu blühen und duftende Kelche zu erschließen, es scheint, daß das Gebäude sich weite, ins Unendliche wachse, daß Säulenhallen uns umfangen und ein strahlend blauer Himmel über uns leuchte, daß dort vorn am Allerhciligstcn der königliche Sänger David kniee und aus seinem Harfenspicl uns das Loh des Ewigen entgegenrauschc. Und als der Vorbeter, die Thorarolle im Arm, vor die schweigende Masse tritt und sein Sclimn durch den Raum braust, als dann wie Donnergrollen, wie plötzliches 1 lereinbreclieii der Mecresflut dreitausend Stimmen entfallen und sielt zu dem gleichen inbrünstigen Schrei vereinen, da scheinen die Gestalten der alten Wilnacr Gaonitn selbst durch den Tempel zu schweben, mit flatternden weißen Bärten. Sie stirnmen ein in das Bekennerwort und ihr Schrei wird zu einem Hilferuf für die betenden Massen, für ihr Volk, das leidet und blutet. Das Mussafgcbct. — Ich lasse meine Blicke umherschweifen. Noch enger gepreßt steht ringsum die Menschenmassc. Immer wieder quillt von oben, von den Treppen cs nach und preßt den auf den Treppen stehenden Keil tiefer in die zu ebener Erde Stehenden hinein. Gesichter ringsum, wie wir sie von Struck und den ostjüdischen Meistern kennen. Große, schlanke, schwarzbärtige Männer mit lodernden dunklen Augen, Greise mit silbernen Bärten, die Patriarchenköpfe umrahmen; Knaben mit den Augen von 50jährigen, über