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Jüdische Rundschau · 1917-04-06 · Heft 14-15 (6.4.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 14-15 (6.4.1917)
Date
1917-04-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 117 5 *irk• von , ob irch bin er• ,US? lens H ng Entten• .biil lieh ׳anist lüglen, »nie iltili lau- 1ig■ ■ SU der;int■!eilt des ■Sl'S lutdas Cll• ist. 11? ine /u len ten len ns• les ■11t, bei in für en. ,in teil Ht. en 111e ־!& Jll •יו te! hi. m t n I Ulf je• tuen er ■1e If ־ II'• uh es!n. sren srte* ui 1t. 6• i er iß 1d 41, II» I זא. ljU5_J U EDI SC H E RUNDSCHAU Das Wissen von den ilcilmgungcn und den Notwcn•; ,«!.:keilen des jüdischen Volkslehens soll in das zionitsti• i .ehe Er/iclumgspiogrami» nufgenommen werilen. Uit- .er« akademischen Verbinde, unsere Jugeudorgaiiisa- : •innen, alle hemfeneii mul er/ielierisch 111 unserem Kreis; und Sinne tätigen Körperschaften müssen dieser Frage! ihre Aufmerksamkeit /ulenden und alles anwenden, 11111 ן dieses Wissen so zu verbreiten und zu!erliefen, wie es ihnen auf rein geistigem Ciebiete bereits gelungen ist. ]־. mtiii ein Programm;111 dieser Fragen, von denen mir einige hier angcdculet werden konnten, und ein System ‘ ,11' Fehrgauges oder der Lehrgänge ausgearbeitet werlen Mit I• rust und Bewußtsein!null au das Studium dieser Fragen herangegangen und eine Zentrale, vielleicht hei der Leitung. muH geschallen werilen, die die 1111•!ersiichuiigen anrtfjft und die Ergebnisse s.immelt. Sie .,miß daliir sorgen, dali liehen den Kursen m der heliräij .elieii Spraehe mul der jüdischen (iesehiehle usw, aueb l Kurse eingerichtet werden über die wirtsehaltliehen Mög- : iilikciten mul Notwendigkeiten Palästinas, über Siede•! umgspoliiik und nlier Orienlliamlel, über türkisches Recht »} und türkische Verwaltung. Auch politisehe Kurse sind nicht unmöglich, insbesondere im Rahmen tle.s Fr/ichuiigspiogiantiiis unserer Jugendorganisationen, iber auch außerhalb dieser Veranstaltungen, etwa in der | | \rt von Scmiiiarvoilesiiiigeii vor gewähltem Kreise, j Vor allem wiire aiieli notwendig und lohnend, Kinflttll auf I die Wahl dei I )isscrtatiiinsgcginstbinle unserer Sturieu• If( len /u nehme 11. Die Zenlralslelle könnte in weiterer ״ Wirksamkeii hestininite I ,reisaiifgabcn stellen, derartige v; Nrbeiten heraii'gebeii mlcr Verleger dafiir besorgen. Das gkiehi oder tiwas ähnliches konnte und müßte für die Ieehiuker geschallen werden und für die Landwirte und :! die Kariflenle. Fiir all das sind weniger grolle Mittel als ן die I rkciiiitnis der Notwendigkeit und der entschlossene j , Willi notig, außer dem geistigen auch das praktische , I eben des jüdischen Volkes zum (icgcnstaml der Könnt• | i ׳ns /u machen. |-j Wa nn diese« gCsilielien soll? Jetzt. I hui von wem? | j Vor• im'. Ilieber nationale Erziehung j und Heldenverehrung ,1 Von l)r. S. Rosenbaum, im Felde. js | Das Ziel nationale• 1 Erziehung ist das Hcranbiklen 1 1 les Verantwortungsgefühl' gegen die nationale Gemeinf i 'chaft. Nationale Erziehung ist restlos erfolgreich, wenn j I der Erzogene bewtillt oder uube wulSt jede eigene Fla ml- |. Hing vom Nationalwohl bestimmen läßt j;} Eine dahin gerichtete Erziehung wird als! eiiniial l.| dir Kenntnis vom Wesen der eigenen Nation übermitteln f, I und vertiefen, zum anileni aber aticli die l.iehe zum Volk« 1 erwecken müssen; ilciin nur sie wird eiiie iFiuernilt : Grundlage des ()pferwillcits gegenüber den Forderungen \ : der Nalion gewiihren. Schließlich aber wird eine voll• kommeuc nationale Erziehung sich der einfachsten und greifbarsten Mittel als di-r wirksamsten bedienen. 1 Daher wird das Ideal 'jeder nationalen Erziehung durch ein vollkommenes Gemeinschaftsleben dargestellt, in dem die alltägliche Umgehung erzieherisch wirksam : ist; jede indisch-nationale Erziehung im Gallith wird; mehr oder weniger unter dem unvollständigen jüdischen ז Gemeinschaft sieben zu leiden haben. Je geringer dieses, I um so schwieriger mul grillier wird die Aufgabe tlcs j. Erziehers, Bestandteile des nationalen Lebens atiszu- ן wählen 111111 zu Erziehungsmitteln aiis/iibaucu. ן So wird für 1ms die Aneignung der Nationalsprachc, ן dei sonst von Anbeginn gegebenen natürlichen Grundlage einer nationalen Gemeinschaft, zu einer wesentlichen | Forderung nationaler Erziehung. Erst auf dieser Basis ist I es möglich, jüdische Kultiirfornteii seien sie religiöser seien sie profaner Arl harmonisch zu übermim-rn! Wobei Wir dann beilieh bestrebl bleiben müssen, nicht minderwertige Kiilturleistmigen lediglch auf Grund ihres jiidisdien Herkommens dem jungen Juden als Werte liiii/usli'llen. Aber alle diese Wuterriehtse|11־nentv sind solange künstlich mul von unsicherer Wirkung, als sie Unterrichtsfärhcr iiiul nicht Formen des Lebens sind, tlas heißt: solange sie nicht wenigstens innerlmlb der Familie oder des jüdische״ Umgaugskrcises;il'tägliche Daseiusformcn sind, gewissermallen ein NationnilclK'n in vcrklcinerler Form darstellen. Gerade auf die Jugend wirkt eine im alltäglichen Leben ciitgcgcntrcteiulc nationale Leheiisforin eindringlicher und dauernder als jede nationale!.ehre, wofern nur im ׳späteren Lehen diese nationale Lcbeiisfomi des Hauses und des Uiug.uigs gegenüber den Anforderungen und Darbietungen lies Galuth-Berufsle* liens sieh aufrecht zu erhallen imstande ist. Das wird der Fall sein, wenn auch im Gallith das Berufsleben aus dem Gesichtspunkte der nationalen Forderungen erwählt und erlebt wird, wenn also die Liebe zur Nation in jede Betätigiuig des Alltags ausstrnhlen kann, Wie und inwieweit dies erreichbar ist, mag ein ander Mal erörtert werden. Jedenfalls liegt in dieser daiirriiileii Emanation des nationalen Gedankens auch in das Leben des Alltags hinein der Unterschied zwischen der fesselnden Kraft der nationalen und der der orthodoxen Erziehung. Beide erzielen die Erweckung des Verantwortiiugsgcfiihls, hier Verantwortungsgefühl gegen das Nationalwohl, dort gegen das Moralgesctz. Beide bedienen sich äußerer Formen als Erziehungsmittel. Aber das Z׳el der nationaliu Erziehung isl weitgehender. Fs schließt notw emligerw eis.■ die Erziehung des ntoralischen Vcrantwortiingsgcfühls in sieh ein (l intcrordnitng unter einen höbereu Zweck Gcmcinbürgsehaft der Nation) und das Natioiialgeuihl greift viel tiefer in das innerste Wesen des Menschen ein als die Strengglaiibigkeit. Diese verlangt von jedem Erlebnis und jeder Handlung nichts weiter, als daß Denken und Tun nicht gegen l).rgma und Moralgcsvtz verstoßen. Jene fordert, jedes Erlebnis, jede Handlung für die Nationalidee nutzbar zu machen. Diese wird dem Kinde weite Gebiete als ״neutrale“ und doch wissenswerte und wichtige übermitteln, jene, die nationale ■Erziehung, vvürtl auch diese Dinge unter dem Gesichtswinkel des eigennationiileii Erlebens ■und Bcurtcilcns dem Kinde vor Augen führen. Das Bild der Umweli wird nur in einem Lichte; dem eigennationali'11, sehen gelehrt. Ein Blick auf den Lehrplan preußischer Gymnasien gibt uns ein treffendes Beispiel dieser Re- Strebung, das Eigemiationale zum I l;111ptge«iehtspunkt zu machen. Die Orthodoxie kann ohne Befürchtung das Hirn ihrer Jugend mit den Gestalten und Gedanken irgendwelcher nationalen Entwicklung anfüllen lassen - eine nationale Erziehung muß durch Betonung seiner eigeiiiiationalcii Ucbcrlieferung und Betrachtungsweise fremden Einflüssen cnigcgenziiarbeiten und die eigenen Zu stärken wissen. Eines der natürlichsten und grundlegendsten natioiialen Erziehungsmittel ist die Hcklenvcrelirung. Die Heldensage, das natürliche Gedächtnis eines Volkes, isl der Niederschlag seines Uhiirakters und seines Strcheus. Und so wird die nationale Heldensage die Art des Volksliihleiis und das Ideal des V<!lksstrcbens dem Kinde am wirksamsten, weil am einfachsten, übermitteln, indem sie ihm Erinnerungsbilder und Vorbilder zugleich gibt. Je älter ein Volk, je mannigfacher die Schicksale seiner! Aber da spürt er einen heftigen Schmerz am Ohr. [ M.m dreht es mit zwei harten Fingern wie eine kleine Muhle Am < >hr führt man ihn zu fisch und setzt ihn |. nieder Nun, bei der Kuh hist du schon zu Gast ge• wesen. Jetzt kannst du also ruhig Tee trinken. Nur wissen sollst du, daß, wenn ich dich mich einmal bei f <H׳i Kuh treffe, weril ich dir . . . wertl ich . . . die , .; «in . . Hände weril ich dir aliliaueu! I Der Gemorchhochcr trinkt Tee mit Milch und w ürgt, j Du Milch ist die Milch der Kuh. Fs stickt ihn im |j Herzen. Fr fühlt sich plötzlich so elend auf der Welt, Ij elender als die Kult int Stall. Aber bald erinnert er I ן 'ich, wie die Kuh einen Seufzer von sich gab, als die II Mutter ihn schlug. Ja, die, deren Milch er jetzt trinkt, l \ hat Mitleid mit ihm ... Sie liegt sicher jetzt traurig! im Stall und denkt an ihn: ״Trink, trink meine Milch.! Wohl bekomnis dir" ... Fr tröstet sich damit. Und 1 -uii dem Weg zum Glieder ahmt er für sich nach, wie I die Kuh geseufzt hat, als ihn die Mutter schlug: < Nach l'essach, wenn die Sonne zu wärmen beginnt «uni der durchweichte Garten zu trocknen anfäugt und י j schwarz wie Sammet wird und junge Brennessel sich an | den Zäunen zeigen, laßt man die Kuh heraus, damit (| sie sich ein wenig durchlüftet in dem leeren, nichtf | geackerten Garten. | Die Kuh schleppt sich zum Stall heraus. Faul 1!st sie und apathisch. Sie zwinkert mit den Augen i auf die Sonne. Die Nüstern blasen sielt ihr auf wie i; umgcstülpte Hüten . . . Aptschhi! Prost! Eine Kuh! niest auch. k /! 3| Tief und kräftig zieht sie den Atem ein, so daß sieh ihr der Leib blnhF und rundlich wie ein Fall wird. Dann schnarcht sie den Atem pfeifend aus. Ein kü Insches Husten. Dann dehnt sie sieh auf den hinteren Fülle t aus wie eine Katze, die man vom Dien treibt. Bald, scheint es, wiril sie die vorderste Klaue erheben und sieh zwisehen den Hörnern kratzen. Dann bleibt sie eine Weile wie eine leblose Masse stehen, nur ihr Kopf nickt ein wenig. Kaum bemerkhar. Sie scheint zu glauben, es sei ein Traum . . . Sie heilt einen haarigen Ohrlappci( mul läßt ihn wieder herunter, hebt den anderen, dreht ihn wie auf Schraub• eben und laßt ihn herab. I '1111 plötzlich, miitendrinnen, w edelt sie mit dein Schwanz ohne bischen Anstand. Dreht ihn im Zickzack und stürzt plötzlich mit befremdender Hast geradewegs zur Planke, l-äßt beide Ohren in den Nacken herab und schlägt aus; Mn u! Fs ist mir gut! Hastig läuft sie zur Planke und gibt ihm gutmütig einen Stoß mit Heiden Hörnern, macht scheinbar Scherz. ״Was stehst du mir im Weg? Stiiek Holz du!" . . , Dann laßt sie beide Hörner herab und reiß| mit ihnen die leuchte Erde auf; ״Seliolcm nlecltcm! Schon Zeit, daß rin Gras sprossen läßt, grüne Dräschen mit gelben Blumleiii . . . Mn 11! Und läuft zurück, mit dem gleichen Enthusiasmus, Legt sieh an die Ecke des Hauses, kratzt sich behaglich eine Seite mul bleibt dann auf dem gelben, lauwarmen Fleck stehen, den die erste Sonne• auf den wüsten Gar• ten geworfen hat. Schließt halb die Augen und fängl an w ieilerzukaucu. Genießt. Ein langer Sehleitnfuden zieht sich aus ihrem Maul zur Erde. Eine Art kültisehes, zufriedenes, kaum bemerkhnres Lächeln zittert auf ihren halbgeschlossenen Augen und der oberen gro• bei» Lippe . . . Der Gemorehboeher sieht zu, wie die Kuh sich so dumm-närrisch aufführt und verliert jedes bischen Respekt vor ihr. Eine Kuh bleibt eine Kuh, denkt et i wie ein ״Großer ‘. Ihm gefüllt ja eigentlich, wie die j Kuh sich Ins׳ g macht. Er selbst hätte gerne ein bis• '■ eiten uw Gartet! ausgcscldngcn, über den nassen vor• Geschichte, um so mannigfacher auch seine Heldensage. Wollen wir also einem Kinde eine bestimmte nationale WiFensart einimpleu. so werden wir ihm solche Volksbeiden in erster Reihe vor Augen führen müssen, die unscrcm eigenen nationalen Wollen am meisten entsprechen. Man hat betont, daß man den jungen Juden das Bild des echt jüdischen I leiden, des erhabenen Dulders, in erster Reibe vor Augen führen müßte. Das Erhabene dieses Heldentums ist uicbl zu bcstreiten. Fragen wir. uns aber, was fordern wir von der jüdischen Jugend? , so kann es darauf nur die eine Antwort geben: daß sie Menschen werden, die am besten zur künftigen jüdischen Größe beitragen: aktive Arbeiter, Männer der Tat. Dann sollen wir auch solche Heldenbiklei unserer Jugend vor Augen führen, die als Helden des Kampfes und «ler (ieistesta! in unserer Ucbcrlieferung hervorleuchten. Das Heldentum des Dulders konnte allenfalls das Judentum erhalten, das Heldentum der Tat allein baut es aus. Und schließlich: so gewaltig das Heldentum des Dulders ist jüdisch ist clas eine wie das andere. Das bezeugt die Bibel, in der das Tuthclilciitiim überwiegt. Dieses aber allein versinnbildlicht das jüdische Streben lies neuen Judentums, unser neues Makkabäerstreben Es ist kein Zufall, wenn die jnngjiidische Bewegung das Makkabiierheklentum sich als Sinnbild erwählt hat. Bleiben wir dieser Wahl treu und schaffen wir für die Jugend immer neuere und schönere Sammlungen der mannhaften Taten, nicht der erduldeten Leiden unserer Heiden. Und geben wir auch die Bibel, unser größtes Tathcldcnbuch, als Volksbuch unserer Jugend in die Hund. Vor allem aber: schaffen wir selber in uns Helden der Gegenwart, Vorbilder des nationalen Streben* im Alltagsleben. Ihn wieviel ein Vorbild eindringlicher ist als eine Lehre, um so viel wird ein erlebtes Beispiel wirksamer sein als ein überliefertes Es liegt au uns, diese erzieherisch wirksamsten Beispiele nationaler Selbstaufopferung int alltäglichen Lehen unserer Jugend zu geben. Literatur und Arbeit Von Israel Reichert I hr die Beurteilung der inneren Lebensfähigkeit einer Literatur ist nichts bedeutsamer als die Erkennt• nis, welche Volkskreise an ihrem Schaffen beteiligt und welche gesellschaftlichen Gruppen Gegenstand ihrer Dar• Stellung geworden sind. Eine Literatur, die sich nur einem Teile des Volkes, mul zwar der oberen Schicht, ziiwemlet, deren geistige Interessen wahrnimmt und deren seelische Erlebnisse zu gestalten versucht, läuft Gefahr, mit der Zeit zu verkümmern und zu entarten. Ihr fehlt der Zusammenhang mit den breiten, arbeitenden und lebeiisschöpfcriselien Massen des Volkes, von denen ihr frische Lebenssäfte Zuströmen und neue Impulse eingegelieii werden können. An diesem Uebcl krankte ja die Romantik und ging an ihr zugrunde, weil ihr die reinen Quellen der Seele lies arbeitenden Volkes vvrschlossen blieben. Dem Realismus, der sieh die Auf• g;1he stellte, die mannigfachen Wirklichkeiten des Lcliens zu erfassen und zu gestalten, gebührt das Verdienst, diesen bis jetzt verschlossenen Weg in die Seele des arbeitenden Menschen gefunden zu Italien. Der neue Dichter zauberte aus der liefe der Volksseele neue, ungeahnte, von der äußeren Kultur unberührte Welten hervor. Und noch mehr, der arbeitende Mensch land sich selbst, trat auf den Plan!!ml nahm die Ge• staltuug seines geistigen Schicksals in die eigene Hand jährigen Beeten mit den verdorrten Kratitwurzcln . . . Aber Achtung hat er doch keine־ mein. Eine viel bessere Meinung hatte er von ihr gehabt, als sie in den kalten Winternäeliten einsam im Stall lag und seufzte und!nt ihre verschwundenen Kälbchen dachte . . . Die Kuh guckt ihn eine Weile mit halbgeschlossenen Augen starr mul ruhig an, Sie sieht scheinbar seine bösen Gedanken durch und durch und macht plötzlich mit den I lörnern eine Drehungauf ihn, halb spaßig, lialb ernst. Sieh, jetzt ersteeli ich dich, du Bengel du, oh! . . , Nun gell in den (!heiler, mm laß mich allein . . . Wölfcl geht traurig in den Glieder weg, als ob er etwas verloren hatte. Nein. Die Kuh kümmert sieh nur um sich selbst. Wieviel Ohrfeigen hat er schon ihretwegen bekommen! Und sie macht sieh gar nichts wissend ... Sie springt über den Garten . , . Sie dreht gar die Hör• ncr auf ihn. Kennt ihn schon nicht mehr , . . Nein. Von mm an hat er für sie kein Brot mehr! Aus mit dem Brot und Salz . . . Aber als er vom (!heiler kommt, Mittag zu essen, findet er die Kuh einsam hinter der Stube stellend und vviedcrkäueiul. Jetzt ist ihr kultisches Aussehen wieder einmal sehr ernst. Sie denkt jetzt schon wieder ״wie ein Mensch", Sie hat sich mit frischer Luft und Sonne gesättigt und sich beruhigt. Vorüber der kälberne Enthusiastntts. Da geht der Gemorelibocher zu ihr hin, noch immer ein bischen schmollend. Da öffnet sie ein Paar feuchte, gute Augen, zieht den Kopf aus und gibt ihm einen warmen Athcmstoß, Der Gemorehboeher streckt ihr die Hand hin, da leckt sie ihm eine lange, lange Zunge entgegen. Ach ja, sie kennt ihn. Sicher kennt sie ihn . . . ״Alcchcm Scholcm‘‘. Was macht er? Wo ist er so lange weggcblieben? Ucbrigcns . . , Wenn sic sich nicht schämet: würde, würde sie um — hm . , . ein Stückdien Brot mit Satz

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