Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1917)
- Date
- 1917-03-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1 15 Jalirc: Nn<io!1-׳tlf0nd in Deufschlnnd Auf dem 5. Zionisten-Kongrcß im Jahre 1901 wurde der Licblingsgcdanke unseres verewigten 'Gcsinnungsgoimssen Professor Sch!קו Ira, die Gründung eines Jüdischen Ponds, zum Beschluß erhoben. Von diesem Zeitpunkt bis zum tatsiichlidien Eingang von Spenden für den Fonds, der den Namen ״jüdischer Nationulfond" erhielt, sollten in Deutschland allerdings noch eine ganze Keilte von Monaten vergeben, Nachdein zuerst der I kutsche Delegicrten-Tng vom Jahre 1902 die Propaganda für den Natioiialfoml mifgcitomrucii und beschlossen hatte, durch ein Flugblatt .•die GesinmmgsgenosM'ii zu tiitif;t׳r und dauernder Unter- Stützung dieses für die Verwirklichung der zionisllsdicn Idee so außerordentlich wichligen Fonds aufzuforderii, wurde die erste Spende im Briefkasten der Nr. 27 der damaligen ״Israelitischen Rundschau" (1902), deren Leitung Heinrich L ü w e übernommen hatte, in Höhe von 2.— M. ausgewiesen. Damals vermutete wohl niemand,' daß dieser winzige Betrag den Grundstock für eine recht bedeutende Sammel-Tatigkcit bildete: Hat doch der Nationalfoml in Deutschland seit dem Jahre 1902 eine Summe von 791 811 M. aufgebracht. Zunilchst aber blieben die weiteren Beträge noch recht belanglos und wurden, auch nachdem aus der ״Israelitischen Rundschau“ unsere jetzige ״Jüdische Rundsc 11 au" geworden war, immer noch planlos im Briefkästen ausgewiesen, trotzdem inzwischen die Rundschau in einem besonderen Aufruf zu Spenden für den Nationalfand anfgerufeu hatte. Dieser Zustand änderte sich erst, als die Zionistische Vereinigung für IX'Utschland im folgenden Jahre ein eigenes Dezernat für den Nationalfomt errichtete und mit dessen Leitung Herrn Dr. Robert Hantkc, Berlin, beauftragte. Von nun ab erhielt der Nationalfond für seinen Ausweis eine eigene Rubrik und begann ganz allmählich populär zu werden. Im Jahre 1901 mußte Herr l>r. Robert Häntke infolge beruflicher Ueberlastung sein Amt nicdcrlegen, und an seine Steile trat Herr Max Wollstciner, der nach heute, also bereits LJ Jahre, an der Spitze der deutschen Zentrale steht. Wie geringfügig die Einnahmen *in den ersten Jahren in Deutschland waren, geht am besten ans der Tatsache hervor, daß Herr Wollstciner zunächst ohne jede Hilfskraft die Gcschäfte besorgte und den Ausweis in der Jüdischen Rundschau allein erledigte. Die allmählich erstarkende zionistische Bewegung aber, die in einer immer straffereu Organisation ihren Ausdruck fand, gab dem Nalionaifoud bald ein großes Arbeitsfeld, Unter der tatkräftigen Leitung des Herrn Wollsteiner begann sich daher der Fond schnell zu entwickeln, die Ausweise in der Rundschau nahmen einen immer breiteren Raum ein, und 1905/06 betrug die durchschnittliche Wochensumme bereits etwa 500 M. Die deutschen Gesiimungsgenossen gewöhnten sich schnell daran, den wöchcnt* liehen Ausweis bei den mannigfaltigsten Anlässen zu benutzen. Der Nationalfond erhielt ein besonderes Büro in Berlin, in dem außer einer Beamtin auch freiwillige Hilfskräfte erfolgreich mitarbeiteten, Unter anderen der leider zu früh verstorbene Referendar Dr. Wöllstein, der sicti mit außerordentlicher Liebe der Propaganda annahm. Bald aber erwies sidi das Büro als zu klein und erhielt einen eigenen Sekretär nebst drei weiblichen Beamten, weil es mir so möglich war, die allmählich immer bedeutenderen Arbeiten dgr Propaganda, des Spendcn-Auswcises und der Expcditioii zu erledigen. Wie außerordentlich die Einnahmen in Deutschland in diesen 15 Jahren lies Bestehens ünsfirer Zentrale gestiegen sind, das zeigt am besten die folgende kurze Tabelle der einzelnen Jahrcseinhahmen: I. I. 1902-31. VII. 1903 : 7675 Mk. 1. VIII, 1903 - 31. XII. 1904 : 24 204 ״ 1905: ״ 066 20־ PKK): ״ 337 22 1967: ״ 21430■ 1968: ״ 557 37 1<K >9: ״ 507 48 1910: ״ 217 56 1911: 111 603*) <v 1912: ״ 224 77 1913: ״ 905 107 1914: ״ 264 02 1915: ״ 61013 1916: ״ 789 130 Dieser außerordentliche Aufstieg unserer Einnahmen i» 1י Jahren beruht auf verschiedenen Ursachen. In erster Linie verdanken wir ihn der Größe unserer nationnlen Idee, deren lebendige Kraft aus einem reinen Gedanken eine wirkliche Tat hat werden lassen. Ohne sie wäre es nicht möglich gewesen, jenen Stamm von Gesinnungsgenossen in Deutschland zu finden, deren Bemühungen unmittelbar das meiste zum Erfolg des Nationalionds beigetragen hüben. Es ist aber ein bleibendes Verdienst des Leiter* unserer Zentrale, daß er schon frühzeitig den Vorteil einer straffen Organisation dieser Kräfte erkannt hat, und daß er von Anfang au darauf bedacht war, in jeder Ortsgruppe geeignete Persöiiüchkcitcn zu finden, die die Arbeit für den Nationalfond gern und freudig übernahmen, und sie in ständiger Verbindung mit der Zentrale zu halten. Nur die systematische Zusammenfassung aller freiwilligen I lilfskräite durch unsere Zentrale, mit einem Wort die Organisierung der Propaganda, durch die allein eine Idee in tatkräftiges Handeln umgesetzt werden kann, hat dem jüdischen Nationalfond in Deutschland zu seineu Erfolgen verholten. Nachdem einmal In einigen Ortsgruppen solche freiwilligen Helfer gefunden waren, *) Einschließlich einer Sondcrspeitde von 54üOO׳Mk. wurde das System der Vertrauensleute immer mehr ausgebaut und bewährte sieh bald auclt als Vorzug* liebes Mittel, um bei allen besonderen Gelegenheiten, an Lest- und Gedenktagen, an unsere Gesinnung»■׳ genossen heranzutreten. Dieser systematischen Propagnndn haben wir es vor allem zu verdanken, wenn die Spenden für den Nation/ilfond allmählich zu einet Selbstverständlichkeit für unsere Freunde geworden sind, und daß wir in letzter Zeit auch in weiteren jüdischen Kreisen populär wurden. I )tircli unermüdliche Arbeit ist cs der deutschen Zentrale gelungen, den Kreis der Vertrauensleute auf über 200 zu erweitern, und wir werden dafür Sorge tragen, daß diese Zahl sich nach dem Kriege noch Bedeutend erhöht. Die Arbeit unserer Vertrauensleute wäre aber zweifellos nicht so erfolgreich gewesen, wenn dem jüdisehen Nationalfond in Deutschland nicht auch so zihlreiche allgemeiner Beliebtheit sich erfreuende Sammel• mittel zur Verfügung gestanden hätten. In erster Reihe sind hier unsere Sammelbüchsen zu nenncn. Ohne dieses ergiebigste Sammelmittel, das bereits im Jahre 1910 über 10 000 M. Jahrcs-Eimiahmc brachte und im Jalirc 1916 aüf 22 300 M. gestiegen ist, hätte sidi der Nationalfond zweifellos weniger schnell in Deutschland durchgesetz.t. Es Ist gewiß er* frcuSich, daß die Idee der Sammelbüchsen von deutsehen Zionisten stammt; wir finden sie zuerst in Mannheim aufgestellt, und die deutsche Zentrale hat sie dann zunächst allein!!erstellen lassen und verhieben, — im Ailfang freilich wurden sie, wie cs bei solchen tastendcii Versuchen nicht anders zu erwarten ist, ziemlieh wahllos verteilt. Als daun unser Hauptbüro die Her- Stellung übernahm und einen einheitlichen Typus schuf, war in Deutschland der Boden schon gut vorbereitet. Sehr bald wtrdc auch zur Erleichterung des systematischen Vertriebes eine genaue Büchsen-Kortolhck angelegt, die sieb bisher ausgezeichnet bewahrt hat. Ein anderes sehr verbreitetes Sammelmittel Ist die Eintragung in das ״Goldene Buch", das bald nach Gründung des Natlomilfomls von tinserm Hauptbüro ln«f Leben gerufen wurde. Die erste deutsche Eintragung finden wir bereits Oktober 1902 in der Jüdischen Rundschau auägewiesen, und zwar galt sie dem verstorbenen Rabbiner Dr. R ü 1 f aus Memel. Die Eintragungen vermehrten sich in den folgenden Jahre« sehr schnell und ergaben bereits 1908 eine Jahressuimne von 6000 M., so daß nicht viel später bereits ein zweites ״öoldenes Buch" eingerichtet werden konnte׳. Erwähnt sei bei dieser Gelegenheit, daß beide Bücher auf der deutschen Buchmisstclhmg (Leipzig 1914) wegen ihrer hervorragenden Ausstattung einen Preis erhielte.׳». ~ Eiltet! noch grüßeren Erfolg hatte die G eI bau m s pe n d e zu verzeichnen, die im März 1904 gleichfalls von deutschen Gesinnungsgenossen angeregt wurde. Ein Aufruf det ״Kommission zur Erforschung Palästinas“ forderte alle deutschen Gesinnungsgenossen zur Unterstützung dieser für die palästinensische Kolonisation außerordentlieh wichtigen Spende auf. Die Oclbaumspcndc ergab bereits im Jahre 1908 cinc'Jahrcssummc von 15 000 M. und wirkte damit vorbildlich für alle andern Länder, die erst allmählich eine ähnlichc Höhe erreichten. Das Jahr 1916 hatte den bisher höchsten Erfolg der Baumspende mit 26 700 M. aufzuweiseu. — Schon frühzeitig wurde auclf mit der Herausgabe besonderer Wertzeichen begonnen, mul wieder ging die erste Anregung dazu von Deutschland aus. In Nr. 6 der ״Welt“ vom Jahre 1902 veröffentlichte unser Freund S c 1111 c I! t e I - Breslau, der sieh auch sonst Um den Ausbau der Nationnlfond-Propagaiida in Deutschland große Verdienste erworben hat, eine Anregung, die die Ausgäbe von T clegra in in •Formulare 1t empfahl. Die Ortsgruppe Hamburg führt«.׳ daun diese Idee in der Form aus, daß sie Blankette Herstellen ließ, die mit besonderen Marken beklebt werden mußten. Erst später übernahm das Hauptbüro, ermutigt durch den Ham- Imrgcr Erfolg, Herstellung und Vertrieb, und ließ die Marken in die Formulare gleich eindrucken, 80 daß sich die Verwendung vereinfachte. Besondere N :11 i o ־ 11 a 1 f o 11 d m a r k c n gab das Hauptbüro bereits im Jahre 1902 heraus, und zwar zunächst nur eine Sorte, die sogenannte kleine Z i o 11 s - M a r k e , eine blaue Marke mit dem Davids-Stern, die aber wegen ihrer wenig künstlerischen Ausstattung bei den deutschen Gesiimtiiigsgenossen keinen Anklang fand und infolgedessen wenig benutzt wurde. Einen erheblichen Aufschwung nahm der Markenvertrieb erst im Jalirc 1909, als unsere populärste Marke, die Hcrzl-Markc, geschaffen wurde, die sowohl dem Namen Herzls als auch der glücklichen künstlerischen Ausführung ihre große Beiiebtheit verdankt. Die Marke keimen unsere Freunde nur in brauner Tönung, sie erscheint aber noch in 5 anderen Farben, von denen jede für ein bestimmtes Land licrausgcgeben wird. Fast gleichzeitig mit der Herzl- Marke erschien die Nordau-Marke, als eine Ehrung zum 60. Geburtstag Max Nordaus, die aber ebenso wie die Zions-Marke seit mehreren Jahren aufgebraucht ist und nicht mehr vertrieben wird. Einen wertvollen Zuwachs erfuhr unsere Marken-Kollektio« duich die von Hermann St nick entworfene Pa Ui s t i n a - Marke, die im Jahre 1911 heraiisgegcbcn wurde und eine Palästina- Landschaft darstellt. Später erschienen dann noch die sogen. Landschafts-Marken, je ü verschiedene Palästina- Landschaften in Buntdruck, die Jerusalem-Marken, die die Juden an der Klagemauer darstcfleu, und daran schlossen sich in neuester Zeit die in einem besonderen Aufsatz bereits gewürdigten Potriit-Markcn. Erwähnt sei m diesem Zusammenhänge noch, da» die deutsche Zentrale vor einigen Jahren einen besonderen Marken- Tyyus, die sogenannten Re k la m e Marken, herausgab, deren erste Serie ebenfalls palästinensische Landschäfte«, de re 11 zweite Serie die Symbole der zwölf Stämme Israels enthält. Von den Marken, die in An* Ichmmg an eine Modeströmung seinerzeit eingcfiifirt wurden und seitdem nicht mehr hcrgcstcll* werden, ist noch ein k]einer Teil vorhanden. -- Eine besondere Hervorliebung verdient noch die Einführung der Landspende für Palästina, die bereits vor Jahren gcschaffen wurde, in fX'utsdiland aber bis in die jüngste Zeit leider wenig Beachtung fand. Neuerdings (tat die deutsche Zentrale die Propaganda für diesen überaus wichtigen Spendeiizweig mit aller Intensität wieder aufgenommen, und die Freunde des Nationalfonds *ind durch längere Artikel bereits eingehend darüber Informlert, so dnß sich eine Darlegung 1111 dieser Stell« erübrigt. Dieser kurze Rückblick auf die Entwickelung der deutschen Nationalfond-Zentrnle, die heute bereits die drittgrößte Jahres-Eiimalime von allen durch die Propagatida erfaßten Ländern zu verzeichnen *1at, ist gewill dazu angetan, uns auch für die Zukunft einen weiteren Aufschwung zu verbürgen. Es bedeutet eine wirkliche Tat, wenn unsere Jahreseiutialime von den 7675 M. des ersten Jahres (1902/03) die Höhe von 130 600 Mark im letzten Jahre 1916 erreicht hat und damit trotz des Krieges, trotz, der stets wachsenden allgemeinen Schwicrigkeiten auch das beste Friedensjahr um 23 000 M. übertroffen hat. Wenn man sicli aber gleichzeitig vergegenwlirtigt, daß dieser ansehnliche Erfolg doch mir auf den Kopf der jüdischen Bevölkerung in Deutschland 21,8 Pfennige beträgt, so wird man verstehen, wie wenig im Grunde doch mit solchen Ziffern im Verhältnis zu den vorhandenen Möglichkeiten bisher erreicht wurde. Bedenkt man ferner, daß es in Deutschland ungefähr 100000 jüdische Haushaltungen gibt, daß aber nur 10060 Büchsen nufgestellt sind, so wird man ebenfalls erkennen, was alles uns zu tun noch übrig bleibt. Doch das Jahr 1916 hat mit seinem recht erfreulichen Ergebnis gezeigt, wie viel bei intensiver Beteiligung aller unserer Gesinnungsgenossen nicht nur an den Spenden, sondern vor allem an der Werbearbeit für den Nationalfond, an dem Hinaustragen unserer Idee in weiteste jüdische Kreise zu erreichen ist. Der Krieg hat, das läßt sich schon jetzt mit Bestimmtheit sagen, die Empfänglichkeit der außerhalb unseres Gedankenkreiscs stellenden Juden für nationale jüdische Aufgaben erheblich gesteigert. An uns wird es sein, auch diese Erkenntnis in die Tat umzusetzen. Wirkt Id! nicht erfreulich! Stur, vc re! einet; Stile; Ji'g«. *־cg führ und brat Ke S״Ä1׳ (De: c ie 1 Präs Pr. 1 Wah Wurl b e i! Aus»! Pole (ZU 1 Vcri war! mite wer! t he« 11,11.1'. ko v Ent« lieb' Bet in $ tur 1 Die vers Zeit; Süd.־ III plan In einer Besprechung des im Löwit-Verlag erschiene* neu Dramas von Jizchok Leib Perez: ״Die goldene Kette“ in der ״Allgemeinen Zeitung des Judentums“ vom 16. März stellt der Litcrnturprofessor Geheimer Regierungsrat Dr. Ludwig O c i g e r folgende ergötzliehe Betrachtungen über die Vornamen des Dichters an: ״. . . . War es aber wirklich nötig, auf den Titel den vollen Vornamen des Dichters zu setzen? Bei allem Respekt vor der Vergangenheit muß ich gestellen: Jizchok Leib klingt wirklich nicht erfreu lieh. Der berühmte Stcinthal, der seinen auch nicht sonderlich sympathischen Vornam e n Hayurn, wenn nötig, nicht vcrlcntgncte, bcz.eichnete sich auf seinen Schriften einfach als H. Steinthal, und auch Zimz legte keinen Wert darauf, den Vornamen Lippmann, obwohl er keinen so üblen Klang hatte, der Welt beständig vorzusetzen; J. L. Perez ist uns wahrhaftig lieber als Jizchok Leib." So schreibt Ludwig, Sohn von Abraham Geiger . . . Beri. die . sdi»1 gen rieh; *i r' den Jüdi tpn eini, rat Am in I zidl 31. An unsere Freunde im Felde Wir bitten unsere Freunde davon Kenntnis zM nehmen, dal! wir die ״J ü d i s c 11 e R11 nd s e 11 a u" jetzt an etwa 300 Soklatenhcime verschicken. Außerdem haben wir einer größeren Anzahl von Soldatenheimefl Bücher für ihre Bibliotheken gestiftet. Wir bitten unsere Freunde, in den Heimen, die sic besuchen, lestzusteßen, ob die ״jüdische Rundschau“ ausliegt und ob unsere Bücher gelesen werden. Wir bitten ferner um Aufgabe der Adressen von Heimen, die bisher noch nicht von uns bedacht wurden und wo ein Bedürfnis dafür vorhanden ist. Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8. Frifz Michel s. A. Ganz deutlich sehe ich ihn vor mir, den kleinen, untersetzten, breitschulterigen Menschen mit den blitzenden schwarzen Augen und den sdiarfgescliiiittcncii kühncn Zügen. Jahrelang haben wir, nachdem er von Stettin zu uns gekommen, an verschiedenen zionistisehen Aufgaben zusammengearbeitet, Fritz Michel war eine durch und durch radikal-geriditctc leidenschaftliche Natur. Politisch, wohl auch religiös, neigte er zu den Extremen, lind auch in der zionistischen Arbeit, insbesonddre in den Fragen der Jugendbewegung, wollte er von sorgsam nbwägenden Methoden nichts wissen. Ein Draufgänger war er, im durchaus guten Sinne, seine Abueigung gegen alles Duckmäusertum und Vcrstcckspiclen wirkte zuweilen herzerfrischend. Dem zionistischen Gcdanken war er von früher Jugend an mit Icidenschaftlieber Stärke ergeben. In Stettin war es Willy Greif* f c n h a ge 11, mit dem zusammen er sidi zuerst betätigte. Diese beülcnMcnschen waren überhaupt von vielfach merkwürdiger Wcscnsähnlichkcit. Beide von starker, oft unbeherrschter Leidenschaftlichkeit durchtobt, beide guten Kernen gleichend, von ״einer sehr rauhen und spröden Schale eingefaßt, beide wilde Stürmer und Dränger. Ein tragisches Geschick hat jetzt die beiden Freunde und eliei setz Fra pak Bro für rin Sart Ma| kos׳ Frc Au! (Di ZllSf opfl an der Es war der mit« die brir zah' kei| ken 12 miß vi*o keit zu ׳ selb weif stlij