Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1917-03-30 · Heft 13 (30.3.1917) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 13 (30.3.1917)
Date
1917-03-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2652026-2652039--11052-2668861
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 108 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 13 Tatsachen und Konstruktionen ״Im Berliner Tageblatt“ vom 25. Mar/, ist unter dem Titel ״Die Minoritäten in Polen“ ein Aufsatz veröffentlicht, als dessen Verfasser F r e i 11 c r r vo 11 Rechenberg, Wirklicher Geheimer Rat, Mitglied des Reichstages, zeichnet. Der Aufsatz geht von der Vorausset/ung aus, daII der polnische Staat, wie immer seine Größe und Begrenzung Und seine innere Gcstaltung werden darüber könne erst der Friedens• schlulS entscheiden , ein polnischer Nationalslani sein nntll. Allerdings gibt Freiherr von Hechenberg zu, daß die Litauer, Ukrainer, Weißrussen und Deutschen, 1111bcseliadet des Nntinii.'ilstaats-Cliarakteis, den Polen ha* beti müsse, gewisse nationale!{echte, hauptsächlich in Hezug auf das Recht des Gebrauchs der Muttersprache als Scbulsprai'he, erhalten müßten. Von diesen Reellten, deren Gewährung die nationalen Ansprüche der nichtpolnischen Angehörigen des polnischen Staates bcfriedigen soll, will Freiherr von Rechciibcrg allein die Jud eil aussclilielien. Um diesem Verlangen Beweiskraft zu gehen, verbreit et sich Freiherr von Rechciibcrg im ganzen zweiten Teil seines Artikels darüber, daß die jüdische Religion niehl das Recht der jüdischen Nationalität in Anspruch nehmen dürfe, und stützt diese Helinuptung im ganzen und großen durch nichts anderes als durch eine Erörterung, die beweisen soll, daß der ״jiddische Jargon“ angeblich die einzige Grundläge, auf die sich die national-jüdischen Aspirationen stützen können - keine vollwertige Sprache, sondern nur ein minderwertiger Dialekt sei. Diese Klänge sind uns ja nicht unbekannt. Der stimmgewaltige Chor der polnischen Assimilautcn spielt das Lied ja last stets in der unveränderten Tonart. Und die Melodie wird nicht neuartiger und nicht überzeugender, da sie liier im Berliner Tageblatt - von einem deutschen Parl.nmciitaiicr wvitcrgcgchcn wird, der als Mitglied des Zentrums besonders enge Füllhing mit den Polen haben dürfte. Die Ausführungen dos Herrn Freiherr von Rechen* borg tragen so durchaus den Charakter der Koustrukt i o 11, daß es uns genügen kann, einige Punkte hervorzuiiebeii, um zu zeigen, wie fern sie jeder wahrhaften Erfassung der Tatsachen des Lebens und der Geschichte sind. Freiherr von Rechenberg legt das größte Gewicht darauf, dar/ulun, daß der ״jiddische Jargon" nur ein minderwertiger Dialekt, keine Sprache, sei mul daß auch die Juden seihst sieh dieser Minderwertigkeit wohl bewußt wären umI sielt deshalb dieses ver.ielitelen Jargoits in tiefster Seele schämten. Das kräftigste liistorische Argument ist dem Zentrumsabgeordiietcii, daß der Jargon die luiiiptsiichÜchstc Grundlage für die Vorhreclicrsprache gebildet lud. Es ist wahrlich .schwer, keine Satire zu schreiben. Hat Herr Freiherr von Rechenherg wirklich jemals bei den jüdischen Massen im ,Osten di»* doch wohl in allererster Reihe zu befragen wäreit gehört, 11,11! sie den Jargon verabscheuen und sich seiner schämen, und gar deshalb, weil irgendwelche deutsche oiler aiulersmitionaleii Taschendiebe ihre Gehcimspradie mit Jargonwörtern spicken'!׳ Hat der Erfimler dieser kühnen Konstruktion niemals davon gehört, daß zum Beispiel die jüdischen Massen in Galizien bei der berühmt gewordenen österreichischen Volks- Zahlung Jüdisch als ihre Umgangs- und Mutterspräche angegeben haben, trotzdem sie darob von den galizisch-poluisdien Verwaltungsbehörden in der 1111erhörtesten Weise cliikaniert worden ׳ sind? Sieht so die Scham und die Verachtung aus? Herr Freiherr von Rechenberg hat gerade durch dieses ״historische“ Argument gezeigt, daß er die Tatsachen nicht kennt - oder nicht kennen will. , Die anderen Argumente stellen ungefähr auf demselben Niveau. Ls sei nur jenes angeführt, welches besagt, daß der Jargon seit den achtziger Jnhre'n wohl unter den nach Amerika ausgewanderten Juden, nicht alver in Polen und in Rußland, eine beachtenswerte Literaun aiif/uw.eiscn habe. Ein auch nur oberflächlicher Versuch, die Tatsachen kennen zu lernen, hätte Frciherm von Hechenberg zeigen müssen, daß seine Behauptung vollständig haltlos ist. Aber ihm war ja wohl nicht der /.weck der Hebung, die Tatsachen keimen zu lernen und dar/ustellcii, sondern eine Konstruktion aufznstellen mul zu stützen. Und wem eine solche schwierige Aufgäbe gestellt ist, »lern muß ja wohl bald manches Mittel recht und billig sein ... Hier ist nicht de! geeignete Ort, mit solchen Konstmktioneii atif/uräiimeii und ihre Tendenzen zu enthüllen. Hier darüber Worte verlieren, hieße ja wirklich, Eulen nach Athen tragen. Nur eins mull auch liier in aller Deutlichkeit gesagt werden hauptsächlich für den, der gerade an dieser Stelle zu finden pflegt, was im Namen tmd im Interesse des nationalen Judentums «1 Freund und Feind gesprochen weiden muh. Nämlidi: Es ist eine vielleicht dem ja nicht aus erster Duelle informierten Herrn Freiherr von Rechenberg nicht ersichtliche, uns aber, die wir die Zusammenhänge ken* neu, durchsichtig klare tendenziöse Entstellung, wenn behauptet wird, die nationale Bewegung unter den poltitschen Juden hätte nicht unter ihnen selbst ihre Quelle und ihre Förderung, sondern würde hauptsächlich ״von deutschen oder österreichischen Staatsbürgern jüdischen, l ilaubeiis“ gespeist. Die 11 n t i o 11 a I e Bewegung mußte und muß in da» ostjüdische und polnischjüdischc Leben wirklich nicht importiert werden. Bisher hat mau gegen vjie )üiiisclmationale Bewegung im Westen gern mit dem Argument operiert, sie sei Import aus dem Osten. Freiher von Hechenberg dreht den Spieß um aber er trifft auch so nicht ins Schwarze. Die *nttinnalc liiTwegting ist im Judentum kein Import- und Exportmittel, sie stammt aus dem Herzen des jüdischen Wesens, durehgliiht das Sein des einzelnen Juden, der auch im Westen sich auf sein Selbst besinnt, und ist lebendig in dem von der Zersetzung nicht ntoniisicrtcji ostjüdisehen Volk. Volk: es ist Volk, was in Warschau und Lodz, Wilna und Lemberg lebt und leidet, dichtet und singt und darum auch nationale Sicherung verlangt. Im kulturellen und politischen Lehen des Ostens ist das jüdische■ Volkstum, die jüdische Nation eine 1'a t s a e 11 e , von der heute fast jeder deutsehe Schriftsteller weiß, der im .Kriege östliches Le• bei! gesehen und gesellihlcrt hat wir haben hier der Zeugen genug schon angeführt, um uns jetzt Wiederholungcn sparen zu dürfen -•■-, die aber mich dem einfachsten Soldaten nicht fremd geblieben ist, den der Krieg über die deutsche Ostgreiize!unausgeführt 11.1t. Diese Tatsache besteht -• und sie bleibt ״unberührt von der ästhetischen Wertung, die ein ums Kennenlcrncii wenig Bemühter dem Jargon ciitgegenbhiigcn mag. Nicht der Jargon ist die Grundlage der iiatiomiljüdischen Forde• rungen -■ er gehört mir mit zu ihren Orihulcn tmd Stützpunkten , sondern das jüdische Lehen in seiner geschlossenen Gesamtheit. Unter russischem Regime konnten die Juden ihre nationalen Forderungen - wie ihre bürgerlichen nicht durchsetzen, aber sie haben sie schon damals erhoben und selbst in die Duma ihre iintionaljiklisclieii Wortiiihrcr entsendet; sie werden ihre Forderungen jet/t nicht zuriickstcllen, um die Kons 1111 ׳ k t i o u e n zu schonen, die beweisen wollen, daß die polnischen Juden auf nichts anderes ein Recht haben, als auf die Vollbereclttigiing ihrer Religion. Wahrhaft lächerlich aber muß das Argument anmuten, daß die Anerkennung der jüdischen Nationalität in Polen Frei• Herr von Reeheiiherg denkt dabei nur an die jitlische Schule und die jidisdu: l üitmichtsspraclie ־* «len in Polen einwandermleu Juden aus dem deutschen Reiche in eine ihm uiimvimsclile Gemeinschaft pressen würde. Herr I reiherr von Hechenberg hat ein etwas zu weil gehendes Mitgefühl mit dem .irnien deutschen Reidis.'iugehürigen jüdischen Glaubens, den (iescbäftsgriinde zwingen, unter polnischen Juden zu leben. Haben die deutschen Pobliker keine anderen!sorgen als diese um die Nach• kommeiiseliaft der eventuell in den Osten auswamleriulen deutschen Juden? Wenn Freiherr von Rechenberg es nicht verschmäht, sieh einmal hei dem protestantischen Profess! 11 I leiuianu Strack der dem ״Jargon"■ mit einer I ich!׳ naeligeln, die er kauin an!׳Inen Ver• hieclierdialckt wenden dürfte Aufklärung über «Ul• Spradie, die Art und «bis Wollen der polnischen Juden zu holen, so wird 1111! dieser Gelehrte vermutlich darüber beruhigen, daß die Posener Juden, die nach Warschau einwaiHleru sollten, schneller ml das polnische Judentum, als an den politischen Adel sich nssimiliercii dürften, , Die Aiisiitliriuigen von Frciherrn von Reeheiiherg ,/ei• gen jedem U11hefa11gem,11 Klar und deutlich, daß sie, von der falschen petitio prindpii ausgehend, daß die Juden in Polen nicht das Recht linbcn, nationale ExMen/sidie• rtiiigeu zu verlangen, die bestehenden Fat suchen ignorieren, und tendenziöse« Zwecken dienen Zwecken, denen sieh das polnische Judentum mit mivcrsicgbarcr Zähigkeit entgegensleiimien wird, die nber mich nicht im wohlverstandenen Interesse des polnischen Staates, seiner inneren Entwicklung und seiner Beziehung zu den außerpoliüseheii Faktoren stehen, Der Weg des polnischen Staates d a 1׳ f nicht über die national unter• drückten Juden gehen sonst wird er zu Zwist und Unfrieden führen. Und wer sieh dazu hergibt, uiit/11• helfen, um den hart um ihr bürgerliches und nationales Dasein kämpfenden polnischen Juden hi den Rücken zu fallen, der macht sich mitschuldig an einem politischen und nationalen Verbreche«, das nicht geringer wird, wenn es ohne Kenntnis der wnlireii Tatsachen verübt wird. Freiherr von Reeheiiherg ist von solcher Mitschuld nicht frei zu sprechen. L. M. Eine stürmische Sitzung im Warschauer Stadtrat Die Sitzung des Warschauer Stndtrnles um Donners• tag, den 22. März, liefuiudelte fast ausschließlich jil• diselie Fragen und zeichnete sich durch eine 1 Icltlgkeit der Debatten aus, wie sie bis jetzt im Warscliuiicr Stadtnat noch unbekannt war. Auf tler Tagesordnung stunden drei jüdische Punkte: die Abstimmung über «las Projekt eines Schulrates und über die Vorschläge «1er Jüdisch* nationalen Parteien bezüglich dieser Gesetzes Vorlage, der Bericht der Kommission über das Recht der ״Langgc• kleideten״, «len Stadtpark ״Lazicnki“ zu betreten, und die Fiage der jüdischen Resmisteiifraucn, die mangels eines standesamtlichen Trauscheines keine Regicrungsuntcr- Stützung erhalten. In der ersten Frage erlitten die Juden eine vollständige Niederlage. Die letzten beiden Fragen wurden zugunsten der Juden entschieden. Die Debatte aber, die sich an die Behandlung der zweiten Frage knüpfte, erregte die Gemüter aufs äußerste und charakterisiert am besten die Verhältnisse in der Warschauer Stadtverwaltung. Der Vizevorsitzemle Zawad/ki las den Vorschlag des Vorsitzenden S u 11 g!> w 8 k i über die Itihlung einer Seliiilkoiiimissioii um 7 Mitgliedern vor und stellte die Ergänzungen zu diesem Vorschlag, die seitens der Juden cingebraclit wurden, zur Abstimmung. Zuerst wurde der Vorschlag der ״Volkspsirtci" zur Abstimmung gestellt, der die Bildung einer jüdischen Schulkoinitiission, bc• stehend aus 3 Raimaiinerii, Vertretern der drei jüdischen Parteien im Stadtrat (״Vereinigung der jüdischen Rat• mariner", Zionisten und Volkspartei) und je einem Vor• *tchcr des jüdischen Schulvereins und des InindisUaclicii Arbciterklubs, verlangte. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Mit Ausnahme des extremen Assimilaiiten Nat an soll u, der gegen diesen Vorschlag stimmte, enthielten sich alle jüdischen Ratnüiniier der Abstimmung.׳ Der Antrag der Zionisten, der eine jüdische Scliiilkommissiau, bloß aus je einem Vertreter der drei jüdischen Parteien bestellend, verlangte, wurde ebenfalls abgelchut.. Für diesen Vorschlag stimmten außer den Zi<1 niste 11 auch die Ratmamier der ״V o I k s p ה r t e i" und der orthodoxe Ratmnnn W e g 111 e i s t e r. Das gleiche Schicksal hatte auch der Antrag des sozialistischen Ratmann Zisehcwsky (Abgeordneter der linken P. P. S. und des jüdischen ״Bund") auf Schaffung einer allgemeinen Seliulkommission unter Beteiligung tler Vertreter der polnischen und jüdischen Arbeiterorganisationen. Auch der Kompromißvcirschlag des Rabbiners Dr. Pos. 11 a 11 s k y , die beantragte Zahl der Mitglieder der Schulkommissiou auf 12 zu erhöhen, hatte keinen Erfolg. Mit einer erdrückenden Mehrheit wurde «las ursprüngliche Gi setzesprojekt über di; Schaffung einer 7-glivdlägen Sehntkommissiou für Pn|! n angenommen. Dann erstattete Ratmaiin Rossei «len Beruht über das Recht der l.iiiggcklcidcteu Juden, den Stadlpark La/icnki zu betreten. Bekanntlich ■wurde die Frage in einer Sitzung des Stadtrates vom 28. Dezember behandelt und beschlossen, daß das Verbot aufrechterhalten bleibt. Dem Stadtrat wurden daraufhin zwei neue Vorschläge überreicht, der eine seitens der ״V o I k s p a r t c i", die Aufschrift ״Den Betrunkenen, Hunden und Langgekleideten ist der Eintritt verboten“ zu beseitigen, der andere, unterzeichnet von Rat.mann Bereusohn, die Worte: ״Langgekleidete“ «Inreli ״Schmutziggekleidete" zu ersetzen. Die Kommission wai der .Meinung, daß im Interesse des Stadtgarteiis mir die Beseitigung der schmutzig Gekleideten mul nicht die Beleidigung der Juden liege und hatte beschlossen, •dem Stadtrnt den /weiten Vorschlag zur Annahme mmzulegeii. Diese Rede des Berichterstatters erregte die Unzufriedenheit der antisemitischen Ratinäimcr. Es wurde der Vorwurf erhoben, daß der Stadt rat kein Recht habe, eine Frage von neuem zu behandeln, die schon einmal vom Stailtrat untersucht u:ul ahgeleluit worden ist, Ratmamt Ru 1111 i t z k i forderte, die Antwort des Gartcnkiiratoriimis, in der das Verhol f 11 r die lauggekleideten Juden ״hegrüiidet“ ist, vurziileseii. Dieser Vorschlag wurde mich von dem Antisemiten I Iski und Preugowski unterstützt. Die jüdischen Ratiiiäiimr erhöhen Protest dagegen, daß dieses antisemitische Dokiunent in die Geffcutlichkclt getragen werde. Bere 11 so 1111 bemerkt(.׳ ironisch, Rndnit/ki wolle die alten russischen . Verordnungen wieder herstvllcii und sich auf die Autorität der russischen Schutzleute stützen. Rudnit/ki erwiderte darauf, die Autwort des Kuratoriums sei ein bürgerliches I )okimieiil. vor dem der Stadtrnt Achtung haben müsse. 1* 1 i 1111 / k 1 rief von seinem Platz, aus: Dieses ist kein bürgerliches, sondern ein schändliches Dokument. Die Worte Priliit/kis erregten einen ungeheuren Sturm. Von verschiedenen Seiten wurde die Ausschließung Prilut/kis iiir eine Sitzung verlangt. In seiner Verteidigungsrede begründete Prilutzki seine Bemerkung. Die Erklärung «les Garten• kuratoriums, In der behauptet wird, «lall die ״Langgekleideten" eine Schande für den Stadtgarte״ sein würden, beleidige die Ehre von 80״״ «ler Juden, die ihrer Tradition gcniiilS lang gekleidet sind. Er könne daher seine Bemerkung nicht zurück ziehen, daß eine solche ausgesprochen .׳mliseniitisehe Ansicht eine sehendliehe ist. Der Tumult im Saal vergrößerte sieh. Die ״Narodow/i“ (Nationalisten) stellten «len Antrag, Prilutzki für tlrei Sitzungen des Stadtrates niis/usclilie- Den. Färbst ein verlangt 1• eine nominelle Abstimmung. Mit einer Mehrheit von Stimmen der Nnrodow/i und der Demokraten wurde Prilutzki für drei Sitzungen ausgeschlossen. Bei erregter Stimmung erhielt der jüdisclu׳ Ratmnnn Here 11 soll 11 das Wort. Seim׳ Rede wurde von den jüdischen Ratuiiiniiern wiederholt durch anhaltenden Beifall tinterhroeficii. Es sei zu erwarten, führte der Redner aus - daß der Auftrag der Koni• mlssioit einstimmig ynm Stadtrat angenommen werde und daß kein Mitglied des Stadtrates sieh erlauben wird, seinem Kollegen, einem jüdisch-orthodoxen Ratmanu,,der zugleich mit •hin für das Wohl des Lande» tätig ist, dns Recht auf freie Luft abziispreilien. Herr llski wandte sieli der Redner au den Führer der Antisemiten nicht seiner Kleidung wegen, sondem seines Judentums wegen suchen Sie den Juden zu beleidigen. Das ist nur eine konsequente Fort- Setzung Ihres antisemitischen Programmes. Sie wolien den Juden nicht in die Arbeiterzünfte aufnehmen, verweigern ihm das Recht, die Schule zu besuchen, au öffentlichen Einrichtungen initzuwirken, den Stadtgarten zu betreten! Was Sie den Dieben und dem Auswurf der Gesellschaft gestatten, wollen Sie den Juden verbieten. Hier handelt cs sich auch nicht mir um die ״Langgekleideten״ allein. Die Wächter hätten schon nufgepaßt, daß auch kein Jude, der europäisch gekleidet ist, die Heiligkeit des Gartens durch seine Anwesenheit entweihe. Jetzt wollt itir «len Juden keine freie Luft gestatten, später werdet ihr uns auch das Aufenthaltsrecht in dem Laude entziehen wollen, obwohl wir jeizt für die Freiheit und Selbständigkeit des Landes unser Blut vergießen. Die einzige Autorität für das Oarten* kuratoriuni waren die Verordnungen «ler russischen Polizei. Eine neue Kraft ist aber im Wachsen begriffen: die Demokratie, der die Zukunft des Landes gehört, sie wird das Andenken derer verachten, die aut diese Weise die jüdischen Mitbürger zu beleidigen suchen In einer persönlichen Erklärung sagte Rudnitzkl, er fühle *ich als Mitglied des Oartcnkuratoricims vom Angriff Bcrensohns getroffen. Bereitsten r aal' Stcl Mel Kon 11 ־ , r; , 11 1, ׳ ־ g £l. e der P e des» f c rat j* die * Mag : ' sehe »r. dies׳ mit dies• , st!tl t or« u 5,4 mul It «ich «( '! 1 a! Oft il inm* , : im ‘p 1,1 ssl HC Unt׳ '0 Ane Ein׳ r ז ן־ und h,1lw Jud( ן ) zip n! daß 1’ü! sulj 'n Fra! 5I i die f« uali 1n.11 il ■ ״ 1* grui ti. der n sam r 1 י u 11 r \ Wo 111■ r.1di 1• IA n tret h 8 h ־(; I (in litis bru I11 last . / mit ni ficg!1( geai d Krl! זו k die Fra 1 löse falb 1 ti Der a■ rc! vor, sprr I Ruf) der «unj ö aucl Sehl ־- disc ■ gern wd| )1 geh« It rege l grol M Oie Pri« *■ die - wen * 1 well r & Red in d M ni p '1 am Thei m fragi נ nalei jrt heit V d intet V greß it «ג *nsd cf! sitze * der ״■* Ge' i. Pro 1 ־>׳ str! r >׳er riu zips 1s Erlat il für,ן a « nd ‘li dafüi י eine 1 Land zu t> tt alle >* A «m ן

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.