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Jüdische Rundschau · 1917-03-16 · Heft 11 (16.3.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 11 (16.3.1917)
Date
1917-03-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. II J UED1SCHE RUNDSCHAU Seile 93 ו חיי', dis• nius der der aus: ‘ zu die inadien Urii.se '11 ni den rmdah» n kl 1r cnn Um ש׳,ע die 1111, Ich idirch als die Vir ■ser!ich de, an* der gcin her na- :er. nm len die 11s ein nt i en, K- 11rc 11t Ml k H v. US I» ir ic 1t s* IIie et!f :n 2t ic!n 11 1g k• iß » in I :h m rß h- -נ •n te jr t. :11 I- 8» if» | f 1 r 4 I I I aus. Er teilte der Konferenz mit, daII der Föderation für Zwecke der Organisation eine anonyme Spende von C 500 zur Verfügung gestellt wurden ist und daß außerdem £ 250 für die gleichen Zwecke gesammelt worden seien. Herr Nalium So ko lowsprach im Namen des Engeren A k t i o 11 s - C o m i t e seine Genugtuung darüber aus, daß die Verhandlungen in so friedlicher und sachlicher Weise geführt worden seien. Er dankte namens des E. A. (1. Herrn Cowen für seine aufopfernde Tätigkeit. Mil dem Gesang der I latikwali schloß die Jahres- Versammlung. (Nach dem ״Jewish Chroniclc“.) Hiernach beruht die Meldung aus dem 1111g, die die Mon!n״-Abe11d11ummer des ,Berliner TagcbUtt“ verbreitet hat, in wesentlichen Teilen auf un/utreffcm'cn j Informationen. Das Mitglied des E. A. €., Herr Nalium Sokolow, ha; v eder früher ein Amt in der Leitung des englischen Ziomstcn-Vcrhandes bekleidet, noch ist er auf dieser Jahrcskonfcrcnz in die Leitung der englischen Zio.iistcu-Bödcratioii gewählt worden. Das ״Berliner Tageblatt“ belichtet vvei e־ von c'iicm ״neu gegründeten britichcn Palästina! omilee in Manehester“. Dieses e 11 r i s 11 i c 11 c Komitee verdankt seine Einstellung einer bereit•, in den laliren 1011/15 einsctz.cn* den Bewegung englisch-protestantischer Kiese für den Zionismus, die schon damals in politischen Kreisen starkes Aufsehen erregie. Seit Anfang dieses Jahres gibt das Komitee eine Zeitschrift unter dem Namen •,,Palästiiia“ heraus. Das Interesse der englischen Ocffcntlichkeit für die Judenfrage und ihre zionisti clie Lösung hat überhaupt im Kriege Fortschritte gemacht. Angesehene englische Zeitungen und Zci sdiri teil wie ״M a 11 c It c s t e r G11 a r 11 i a n“ Und ״T he N a t i o n“ halien das zionistische Problem unter politischen Gesiehlspunkten hcliaudclt. Trotz mancher Widerstände, besonders von jüdischer Seite, wir nennen z. B. einen sein• scharfen Aufsatz in dev ״l'ortneightiy Review‘ hat die Idee der Lösung der Judenfrage durch den Zionismus auch unter der englischen Judenheit an Boden gewonnen. Ein Echo dieses allgemeinen wachsenden Interesses finden wir in den I lolfiiungen, die auf der diesjährigen JaliresKoiiferenz der englischen Zionisten ausgesprochen worden sind. In der gleichen Notiz des ״Berliner Tageblattes“ wird mibgeteiil, ״daß man sich in England bemüht, den Sitz des Zionistischen Zentralhiiios von Berlin nach einem neutralen!.and, vorzugsweise nach Holland, zu verlegen,“ Ein solcher W,;11 cli Ist in der Tut schon bald nach Ausbruch des Krieges von englischen Zionisten geäußert worden. Die diesjährige Konferenz ist aber auf diese Frage nicht mehr ziirückgekoimiien. Die Agitation für die ücmcmdcwaliicn in Warschau ln einige» Wochen wird das jüdische Warschau vor den neuen Wahlen für die Gemeindeverwaltung stehen. Die gewählten Mitglieder werden für die nächsten 8 Jahre über alle inneren Angelegenheiten der Warschauer Judenhcit zu bestimmen 11:11 ich. Aii den nationalen Qualitäten dieser Gewählten wird es liegen, die durch die neuen Verordnungen betreffs der Knltiisgemeiiiden gegchencii Möglichkeiten zu verwirklichen 11ml ihren Kalimen möglichst weit zu spannen. Es ist daher begreiflich, daß das irtämalc Judentum sich rechtzeitig zu diesen Wahlen vori ereilen muß und seine Wahlkampagne schon jetzt beginnt ■ :— ... .. ... . . ׳״. aber seit Monaten mit Redauern erfahren, daß dieser ״gute Rath“ völlig vergriffen war. Zu meiner großen; Freude kann icli nunmehr den Freunden der lub ä.sehen ) Sprache die Mitteilung machen, daß das Lehrbuch in neuer Form als zweite vielfach verbesserte und ver- I : melirle Auflage vorliegt. Es heißt nicht zu viel, wenn; ich sage, daß hiermit einem wirklichen tiefempfundenen 1 I Bedürfnisse genügt wird. Durch einen sehr großen ‘ 5 Teil der jüdischen Jugend gellt das lebendige Verlangen | nach einer Lehrmethode ini Hebräischen, d e ihnen den I Selbstunterricht möglich macht. Das ist hier der Fall. 1 Das soll nicht etwa heißen, daß der Verfasser bereits | das Ideal der besten Methode erreicht hätte. Er 1 selbst weiß gewiß am besten, wie viel noch zur weiteren \ ׳'.: Verbesserung seines Werkes geschehen könnte. Aber ״ die guten Erfahrungen, die wir bereits mit der ersten , völlig vergiiffcnen Auflage gemacht haben, werden du ich י die jetzige Neuauflage im itöehsein Maße gerechtfertigt, .׳’ P•'־' Texte sind interessanter geworden, die Grammatik; >st ülwrsielulieber, der Wortschatz vermehrt und ver- 1 bessert, Ein Wörterverzeichnis macht cs leicht, die in Vergessenheit geratenen Vokabeln wiederzufinden. Der; erste Teil des Lehrbuches, der bereits vorliegt, — die weiteren sollen später besonders erscheinen — gibt zusammen mit dem beigefügten Schlüssel die Möglichkeit, daß der Anfänger, der gar keine Vorkcnntnisse hat, nach seiner Durcharbeitung leichtere Bibeltexte, . dazu auch einfachere neidnbräischc Schriften ohne große : Hilfsmittel lesen und verstehen, aber auch einfache Ge- | spräche führen kann. Der Wortschatz ist ziemlich reich- : lieh, aber ״lieh sehr gut ausgewiihlt, und die ganze Methode so angelegt, dal) ein gebiideier Mensch sich leicht danach unterrichten kann. Besonders wert'oll wird '! (l»s •״ ״euer Form jetzt vor legende Bnc'1 auch jüdischen;־! Lehrern werden, die ihren Schillern wcrtvol'crc Kennt- nisse beihringen werden, d.1 ja der hebräische Unterrieht gerade in der Methode noch viel zu wünschen ■׳ übrig!;iß(. Alle Freunde der hebräischen Sp.ache möchte '5 ich dringend auf diese 1 iiuc'i aufmerksam m!eiten, das «ns die Fintseliu'di ,1mg luniiT, die w r bisher vor uns Am Sonntag, den 4. Mürz, rief die Zionistische Organisation zu diesem Zwecke ein Meeting im □ysiuiiitheater ein, an dem mehrere Hundert Menscheu tcilnahmcn. Die erste Rede hielt der Vorsitzende der Warschauer Zionisten, Ratmam! H, Färbstein, der unter anderem ausführte: Die einzige Aufgal e, die die künftigen WaliLn dem nationalen Judentum in Warschau stellen, ist: die Jüdische Gemeindeverwaltirng jüdisch zu machen. Es klingt paradox, aber cs ist Tatsache, daß das bis jetzt noch nicht der Fall gewe seit war. Im Gegenteil, die gegenwärtige Gemeinde- Verwaltung gab sich andauernd Mühe, jeden Verdacht, jüdisch zu sein, von sich abziileiiken. Die assimilatorischeu ״Dozors" (Gemeindeführer) fragten sich bei jedem Schritt, ״was wird die nielitjiUlisclie Welt sagen?", ob es ihr uielu unangenehm vcrtleu wird, ob sie darüber tiielit böse werden könne. So wurde die Verwaltung der größten jüdischen Gemeinde in Europa zu einem Heim von Invaliden. Den Gipfel erreichte die Untätigkeit der Verwaltung seit Ausbruch des Krieges. Als die Scharen der Evakuierten, jüdische Greise!und Kinder mal frierende Frauen, nach Warschau zogen, da fanden sie die Tore der Gemeindeverwaltung verschlossen, damit niemand den Verdacht hege, die Führer der jü- (liseheii Gemeinde seien diesen unglücklichen Heimatlosen irgendwie verwandt. Als eine jüdische Stadt,, in der die führenden jüdischen Personen als Geisel ver- 11.1 fiel worden waren, ihre Vertreter nach Warschau schickte, um bei der Gemeindeverwaltung Schutz und Hilfe zu suchen, lehnten es die legitimen Führer der Warschauer Judenhcit ab, sieh in dieser Angelegenheit an die Behörden zu wenden, um nicht den Anschein zu er- «־ecken, daß die Warschauer jüdische Gemcimlcver- «alttuig mit irgend einer anderen jüdischen Gemeinde- Verwaltung in Verbindung stehe. Die Assimikmten, und nur die Assiniil;inten waren es, die die Beziehungen zwisehen Juden, und Nielitjuelen verschärft haben! Der Redner schilderte dann die Warschauer jüdische Gemeindeverwaltung, bevor die Assimilantcn in ihr die Oheihaiid gewonnen hatten, wies auf die Hingabe und nationale Würde eines ehemaligen jüdischen Gemeindeführers hin und ging dann zur Charakterisierung der ne!!geschaffenen l äge über. Es ist ein Zweikurien• systeui vorge-elirielien, das den Interessen der breiten jüdischen Oeffeiitiichkeit nicht entspricht. Wir stehen aber vor einer Tatsache. Bald werden die Wahlen in dieser Weise stattfimleii. Es muß unsererseits laut verkündet werden, daß <ß) Prozent der Warschauer Judenhcit national sind und sie können daher iminlöglich Assimilanten zu Führern haben. Die jüdische Gemeinde in Warschau muß sieh auf die breiten Massen stützen. Die Lusimg ״Für das Volk" muß eine neue werden: ״Für das Volk ilurcli das Volkl" Neue Führer müssen gcwühlt werden, die völlig auf dein Boden der nationaljüdisehen Interessen stellen. Und an Stelle des verkriippelieu ״I :o/or-l lauses" muß eine große, stolze Kchilla errichtet werden, die unsere Würde wahrt und unseren gerechten Interessen Geltung verschafft! (Beifall.) Begeisternd wirkte auch der zweite Redner des Meetings, Dr. J. Gott lieh. Er charakterisierte zu Beginn seiner Rede die zersetzende Wirkung der gegenwiirligcn, ihrem Volke völlig entfremdeten ״Führer" und ging zur Betrachtung der künftigen Wahlforinen über. Wie winden hei der Abfassung der Verordnung nicht befragt und niemand hat uns zu Rat gezogen. Wir sind vor ein fair accompli gestellt. 111 einigen Wochen finden die Wahlen statt. Weil der Staat seihst ,scheinbar noch nicht j fähig ist, alle Pflichten zu tragen, die jeder moderne Staat selber hatten, wenn wir uns um das wirkliche Erlernen eles I lehriiisclicii aus dem Vorwände herumdrückten, daß es kein praktisches Lehrbuch gäbe. Ich möchte dieses praktisch wertvolle Buch allen Freunden statt jeder privaten Antwort wärmsten; cmpfch'cn. Sie werden angenehm überrascht sein, so viel guten Stoff zum Leinen zu finden. Heinrich L o e w e. Vom Jüdischen Mitte.siund Beiträge zur Kritik des jüdischen Handwerkers (!) u. a. Verlag Dr. Basch B! Comp., Berlin-Wilmersdorf. Der l itcl dos Heftes entspricht seinem eigentlichen Inhalt mein ganz. Von 7 Beiträgen (und zwei KüustleiiMiieu Beilagen) beziehen sieh nur •I auf das Handwerk, während der jüdische, namentlich ostjitwische Handel, der in ueit Rahmen einer Erörterung des jüdischen Mittelstands Problems wohl hineingehört, gar keine Berücksichtigung lindet. Aber auch die Aufsätze über das jüdische Handwerk sind) schwerlich dazu angetan, dem Leser irgendeinen kla• ren Begriff von der Materie zu gewähren, geschweige denn dem gewaltigen jüdischen M i 11 c 1 s t a n d s p r o bl ein dem Wirtseliaftsproblem des zeitgenössischen Judentums auch im bescheidensten־ Maße gerecht zu werden. I •ie Aufsätze von R. A. Georg üothein und Adolf (i r a 11 o w s k y über die ״Juden als Handarbeiter“ und ״Das jüdische 'Handwerk in Russisch-Bolen" sind Schulbeispiele dafür, wie mau sich schwierige Aufgaben leicht machen kann. In gewiß sehr schöner A b w c 11 rs nhsicht begegnet Gothcin dem Vorurteil, wonach die Juden die ׳Handarbeit scheuten. Aber dazu bedurfte es weder der Diamantenselileifcrci des großen jüdischen I'liilosoplieii noch!sonstiger wohlgemeinter, aber schlecht fundierter Deduktionen: ein paar Zahlenreihen hätten cs am deutlichsten dargetan. Eine überraschende ״Vereinfachung" erfährt aber das tiefgreifende Brot* Man der gelingen B ro 1 e t n r i s i c r 1111 g s f a h i gke i t des ostjüclischeii Arbeiter: ״dies beruhe auf der Sabbat- 11 c i I i g u 11 g , denn #11 Bolen ist es. dem Juden kaum möglich, sieh davon zu emanzipier e 11" (eine zumindes! recht unpassende Ausdrucksweise in einer von Juden trägt, wurden uns Lasten auferlegt, die wir allein zu tragen durchaus keine Verpflichtungen haben. Der Redner schilderte dann die Möglichkeiten und Gefahren, die die neue Verordnung bei entsprechender Interpretation in sieh birgt. Bezüglich der Freiheit des Austritte; aus der Gemeinde erblickte der Redner die Gefahr einer Spalt׳ mg der Gemeinden in Orthodoxe und Reformjuden, von der man vorläufig in Bolen keine Ahnung hat, die aber für das deutsche Judentum von verhängnisvoller Bedeutung geworden ist und für das polnische werden kann. Die Verordnung gibt aber die Möglichkeit, sich inner lieh besser zu organisieren und dies kann später dem polnischem Judentum zugute kommen, wenn die Juden es verstellen werden, entsprechende Repräsentanten in die Leitung zu senden. Niemand weiß, welche Ujfbcrrasebung uns die Zukunft bringt. Ein Kamp! um den ״Eruvv" fand schon statt. Wer weiß, ob nicht ein Kampf um die ,,Schcchita“ ihm folgen wird. Wer wird dann die jüdischen Rechte verteidigen? Etwa der '״Dozor“ Joseph Wasserzug, der gegen unser ״Barbarentum“ auftreten wird, wie er cs in der Zeit des Kampfes mm den ״Emvv“ getan hat? Der Redner entwarf dann ein erschütterndes Bild von dem gegenwärtigen Stand der Synagogen in Warschau und des Rabbinats. Er schilderte den idealen T.vpus des chemaligen Rabbiners, der kraft seiner inneren Reinheit und restlosen Hingabe die Achtung aller erzwang. Wo gibt es jetzt solche Rabbiner in Polen? Und wer hat sonst schuld daran, wenn nicht die assimilatorische Gemeinde- Verwaltung? Sie war es, die das Ehrenamt des Rabbiners zu einer Beamten,,mstclhing bei Dickstein-Natansolin degradierte. Die künftige Gemeindeverwaltung wird Seminare eröffnen müssen, die würdige Rabbiner erziehen arid sie von der Herrschaft der Reichen und der Politiker befreien müssen. Die Gemeinde wird der Keireliin״ der A u s w*a n d e r 11 n g s f r a g c ihr reges Interesse widmen müssen, damit der Emigrant nicht mehr vogelfrei und schutzlos dastcht, und Palästina muß dabei einen entsprechenden Platz erhalten, damit jeder, der die Fälligkeit und den Willen besitzt, 111 Palästina zu arbeiten, die Möglichkeit erhalte, hinzufahren. Besondere Aufgaben wird aber die jüdische Gemeindeverwaltung der S c 11 u I e stellen. Die Gemeinde hat Schulen zu errichten, die eine neue, im Judentum wurzelnde Generation erziehen werden. Zu diesem Zweck müssen aber auch die Lehrer auf einer entsprechenden Höhe ihrer Durchbildung stellen, wofür die Gemeinde durch die Gründung eines Lehrerseminars zu sorgen Italien wird. Der Redner kritisierte dann die bestelientie Wahlordnung, forderte die Abschaffung des Zweikurieusystenis und die Durchführung einer progressiveil Einkommensteuer, damit die jüdische Gemeinde aul demokratischen Grundlagen nufgehaut ist und sich aul die breite jüdische Oeffeiitiichkeit stützt. Die schöne temperamentvolle Rede wurde mit anhaltendem Beifall aiifgcnoninien. Im Anschluß an diese Reden wurde folgende Rcsolution angenommen: Da die jüdische Gemeinde nicht bloß eine religiöse, sondern auch eine nationale Institution sein muß, die für die religiösen und nationalen Interessen zugleich Sorge zu tragen hat, betrachtet die Versammlung den gegenwärtigen Charakter der jüdischen Gemeinde, die sich als Religionsgemeinschaft kennzeichnet, als Ucbcrgangsfori» und verlangt von den künftigen Leitern der jüdischen Gemeiiiden in Polen, entsprechende Schritte zu untcrnelimen, damit den jüdischen Gemeinden der Name und CNnlicraiisgegehenen und vom ״Verein selbständiger Hand* werker jüdischen (Glaubens in Berlin" jüdischen Le* seri»;!»gepriesene»!Schrift!). Weiter. ״Man wird des'• halb hei der Lösung der überaus schwierigen Ostj 11 d e n f r a g c in Erwägung ziehen müssen, ob man den Fabriken, von denen der Sabbat geheiligt wird, nicht die 60 n 111 a g s a r h e i t freigehen kann". Zur ״Losung“ dürfte freilich diese Maßnahme sehr wenig beitragen! Auel! Adolf Grabowsky ist der Ansicht, daß der ״Jude in Bolen wegen seiner durcligelicnds strengen S a 11 b a 111 c i I i g 1111 g als! Fabrikarbeiter schlecht zu gebrauchen sei". Auch er führt die vielfach überrasclicnde Erscheinung der geringen Prolctarisiisrnngsfähigkeit des Ostjuden auf den Sabbat zurück, ohne von dem tieferliegenden, allgcm e i 11 g ü 11 i g e 11 Moment zu ahnen: einem eie• incnt.m’ii sozialen und nationalen Selhstcrhaltimgstricb. Denn die Groß - Industrie ist sowohl ein Abhängigkeit s*. als auch ein A s s i m i I a t i o 11 s fnktor! 11er Verfasser weist auch auf andere erforderliche Maßnahmen zur Hebung der ostjüdischen Atassen hin: Dann wird auch nicht zu befürchte» sein, daß sich die Massen ostjüdischer Ein• Wanderer in das deutsche Reith liincindrängcn und den sozialen Aufstieg tles deutschen Judentums in uner• freuliclier Weise unterbrechen". Dies zu lesen in einer von Juden für Juden hcraiisgegehcnen Schrift! In geistvoller und anregender Weise schreibt Naclium G o 1 d 111 a 11!1 Miller die ״Bedeutung und die Aufgabe des jüdischen Handwerks". Den k1dtur-s!rziologischen Aspekt des Problems betrachtend, weist er auf die Beziehungen zwischen Kapitalismus und Geistigkeit hin und erblickt im Handwerk ganz richtig einen gegen \beide vveseiisvcrvvandten Tendenzen gerichteten sozial-kulturellen Fnktor. Daher die Bedentung des Handwerks im ״vergeistigten׳' Judentum, zu• mal es ohne einen diese Aufgabe am vorzüglichsten erfüllenden Bauernstand dastcht, 1״So wird bei uns das Handwerk zu natürlichen Träger aller Bestie (1ungeii zur;physischen und damit aiii‘11 zur geistige:! Gesundung unseres Volkes, 711111 Vorkämpfer seiner Regeueration", ״Der jüdische Handwerkerstand darf siel» nicht nur als lierufsstaud, sondern muß sieh vor allem als lebendiges und bedeutungsvolles Glied der jüdischen

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