Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1917)
- Date
- 1917-02-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 70 Nr. 8 JUEDISCH E RUNDSCHAU eine solche Schrift ist Octtinger wie kaum ein anderer berufen. Er kennt die jüdische Kolonisation in Rußland, Argentinien und Palästina aus jahrzehntelanger Tätigkeit und hat sein ganzes Leben den Problemen der jüdischen Kolonisation gewidmet. Was speziell Palästina anbelangt, so hat er bereits vor etwa 15 Jahren im Aufträge der CSiowewc Zion die jüdischen Kolonien in Palästina besucht und darüber einen sehr lesenswerten Bcridhl erstattet; außerdem war er vor Kriegsausbruch ein Jahr lang für das Palästina-Amt in Jaffa landwirtscfhaftlich tätig. Zu dieser wichtigen Kenntnis von Tatsachen kommt die Ruhe und Vorsicht seines Urteils und die Klarheit und strenge Systemaiik der Darstellung, welche sein Buch über andere Bücher herausheben und seine Lektüre so genußrcidli machen. Octtinger unternimmt es in dem Buch, wie er selbst iu der Einleitung sagt, ״die bisher in Palästina angcwcndctcn sowie in anderen Landern gegenwärtig gebräuchlidien Methoden der landwirtschaftlichen Kulouisation kurz zu charakterisieren. Es werden sodann gewisse Grundsätze aufgeführt, die bei einer kolonisatorischcn Tätigkeit cinzuhaltcn sind. Daraufhin folgt die Berechnung des Kapitalbedarfs für einzelne in Palästina mögliche Wirtschaftstypen. Diese Bcredmung bildet die Grundlage für die Ermittlung der für den Ausbau ganzer Koloniegebildc notwendigen Aufwcndungen. Zuletzt wird der Versuch gemacht, den gesamten Kapitalbedarf für eine planmäßige landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina während der nächsten Pc- .riode unserer Sicdlungsarbeit bei der einen oder anderen Konstellation zu veranschlagen.“ Octtinger hält folgende Wirtschaftstypen für möglich: 1. Betriebstypus mit überwiegender Getreidcproduktioin (auf 200 bis 250 Duiiam) mit einem erforderlichen Gesamtkapital von 27 200 Frs; 2. Betriebstypus mit überwiegender Futtermittel* und Milchproduktion (auf 1(W Dttnani) mit erforderlichem Gcsamtkapital von 22 700 Frs; 3. Betriebstypus mit überwiegender Baumpflanzenkultur (auf unbewässerten 75 iXinam) mit Gesaintkapital von 28 050 Frs; 4. Bctrichstypus mit überwiegender Baumpflanzenkultur (auf bewässerten 10 Dunam) mit Betriebskapital von •11 300 Frs; 5. Betriebstypus mit überwiegender Gemüseproduktion (auf bewässerten 20 Dunam) mit erforderlichem Gesamtkapital von 13 000 Frs; 6. Betriebstypus der Arbeiterhcinmtättc (auf 20 Dunam unbewässerten oder 5 Dunam bewässerten Boden) mit einem gesamten Kapital von 5000 Frs. Während Oettinger bei dem ßetriebstypus Nr. 1 (vorwiegender Ackerbau) nur einen Reinertrag von l,9«/0 des Anlagekapitals berechnet, sieht er bei den anderen Betriebstypen eine Rentabilität von durchschnittlich 10״/o voraus. Oettinger verlangt mit Recht, daß eine Kolonie nicht weniger als 100 zu verschiedenen Betriebstypen gehörige Kolonisten umfassen soll und gibt 3 verschiedene Kolonie-Schemata: 1.;Kolonie mit vorwiegendem Getreidebau (Betriebstypus 1); ״ 2. Kolonie mit Vorwiegen der ״gemischten Wirt- Schaft“ Milchwirtschaft, ttaumpflanzungcn, Gctreidebau -- (Betriebstypus 2); 3. Kolonie mit Verwiegen der bewässerten Baum- Pflanzungen (Betriebstypus 4). Die gesamten Kosten für die Anlage einer Kolonie von 100 Kolonisten nach jedem der 3 Schemata berechnet er iin Durchschnitt auf ungefähr 2'/» Millionen Francs, wovon er einen Teil durch die Ansiedler seihst, sten Ausgaben für den Lebensunterhalt einer Schülerin sieli auf 40 Frcs. stellen, übern,׳ihm cs der Frauenverein, der Farm die 20 Frcs. zuzuziUilen. Auch die Lehrerin, die die Leitung und den Unterricht übernahm, bekam ihr Gehalt von der Fraiienvereinigung. Es ist klar, daß die Farin, die ja ihre eigenen Ziele verfolgte, nicht mit den Zielen des Fraucnvcreins Hand in Hand ging und auch nicht gehen konnte. Daher war es sehr schwer, iu diescr Anstalt etwas zu lehren, was nicht für sie zugesclmitten und nicht für sie passend ,war. Und wenn frotz dieser großen Schwierigkeit, die das Leben und die Arbeit den Anfängernmen damals boten, tu!d trotz des großen Zwiespalts zwischen ihrem Ziel und der Art ihrer Arbeit sic'dennoch in Kinereth blieben, so ist dies nur ihrer klaren Einsicht in die Notwendigkeit und Wichtigkeit einer Leliifarni für Mädchen zu verdanken und ihrer Ueber- ,Zeugung, daß mau durch Arbeit und Geduld besser die Möglichkeit der Ausführung dieses Gedankens beweisen könne als durch irgendwelche Propaganda. Und fürwahr, als eineinhalb Jahre nach Beginn dieses Versuchs die Farm Kinereth geschlossen wurde und die ganze Wirt- Schaft in die Hände einer privaten Gruppe überging, kam es niemandem in den Sinn, diesen jungen Versuch aiifzugcbeii, und man sah sieh verpflichtet, eine kleine Farm für 11 Mädchen neu einzurichten, wenn auch mit beschränkten Mitteln, dit nun selbständig den ganzen Vorlauf ihrer Wirtschaft und ihres Lebens nach den eigenen Zielen ordnen sollte. Die Einrichtung einer solchen Lehrfarm, ob groß oder klein, erfordert große Kosten. Es sind dazu große, geräumige Gebäude nötig u^d eine wohlgeordnete Wirtschaft, fiir deren Einrichtung auch grylk Summen, aufzuwenden ' sind, die die Anstalt nicht, besaß. Man stellte ihr auch nicht eine mehr oder weniger vollständige Wirtschaft zur Verfügung, sondern nur. ein Administationshaus, ‘ das sieh eher .für eine kleine wohlhabende Familie als für ein Internat eignete. Dieses unzulängliche Haus verursachte den Zöglingen und den Erzieherinnen viel einen Teil durch Natioiir.lfond und Agrarbank, einen Teil von national-kulturellen 111stitutior.cn aufgebracht wissen will. Ueber die zukünftigen Aimicdinngmiiüglichkeitcii sagt Oettinger: ״Man kann sich wohl vorstellen, daß, wenn in den ersten 3 Jahren einer neuen Siedluugstiitigkeit die Gründung von drei neuen planmäßig aiisgehnuten Himdertfamilienkoloiiien gelingt, cs daraufhin dazu kommen kann, daß in den folgenden 3 Jahren je 2 solcher Kolonien pro Jahr nachfolgcn werden, dann je 3, je 4 usw. Jede Serie neuer Koloniegrtiinlungai wird für eine größere nächstfolgende Serie Propaganda machen. Bei der Annahme einer Progression von t X 3, 2 X 3, 3 ••4 ,3;־ X 3 würden im Laufe von clwa 12 Jahren dreißig neue jüdische Siedlungen mit einer anfänglichen landwirtschaftlichen Bevölkerung von 300t) Familien oder 12 000 bis 15 000 Seelen entstehen. Außerdem würden durch dieselben wohl etwa 30 000 Juden anderer Berufsarten ins Land hcraiigcr.ogcn wepden. Was solche Zahlen für die landwirtschaftliche Besiedlung Palästinas bedeuten, welcher hohe Wert in der Schaf hing von 30 jüdischen neuen Zentren fiir die wirtschaftliche Erschließung des Laudes und für das Wachsen seiner jüdischen Bevölkerung liegt, kann man an der schon gegenwärtig großen Bedeutung der bestehenden Kolonien ermessen. — Um neue 3t) größere Kolonien nach den oben skizzierten Schemata! ins Leben zu rufen, wären aus verschiedeueii Quellen im Laufe von 10 bis 12 Jahren ungefähr 77ע/י Millionen Francs nufzuhringen. — Es ist aber sehr wohl denkbar, daß das Tempo der jiidischeu Besiedlung Palästinas ein viel schnelleres sein wird als oben angenommen.“ Octtinger nimmt an, . daß in Palästina ohne Schwierigkeit und ohne Schädigimg der jetzigen landwirtschaftlichen Bevölkerung UM) (HM) Familien001 500 ׳) Seelen (in 77(1 Dörfern) angesiedelt werden könnten, sind daß die Kosten dieser Ansiedlinig sich auf ungefähr 2 Milliarden Francs 1klaufen würden. In manchen Punkten kann man uatiirlicli anderer Meinung sein als Oettinger. So sehe ich z. B, den Typus des reinen Getreidebauern als uninögiidi an, so wünschenswert an sieh - darin stimme ich Oettinger vollständig bei — dieser Typus ist. Die Gründe sehe ich einmal darin, daß der Sprung von dem osteuropäischen Stadtjuden zum palästinensischen Getreidebauern zu grolle Anforderungen an die Körperkraft; Geduld mul Enthelmingsfähigkelt stellt und deshalb -- von wenigen AiisnaJimemeuschen und Ausiiulimc-Be- (lingimgeii abgesehen — mißlingt. Sodann aber ist die geringe Rentabilität (Oettinger selbst berechnet sie auf nur 1 ,<)״/״) eine fast imübersteigbarc Schranke, Es ist möglich, daß beide Hindernisse im Laufe der Zeit wegfalleil, daß mit der Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und . Verkchrsverhältnisse in Palästina der Getreidebau einerseits weniger primitiv und er- 1 miidemi, andererseits rentabler wird. Aber für die Gegen wart und gerade für diese gilt ja Oettingers Programm müssen w׳ir die Schaffung■ des Getreidebauern leider uodi als verfrüht bezeichnen. Ucbrigens entsprach diese Stellungnahme im großen und ganzen midi den klimatischen Bedingungen Palästinas. Diese machen cs für liaumpflanzungcn hervorragend geeignet; im Getreidebau wird es dagegen hinter den Lnndorn der großen Eben e n immer zurückstehen. Wir scheu deshalb zurzeit nur iu dem Pflanzer, in dem Kolonisten mit gemischter Wirtschaft (Ackerbau und Pflanzungen), iu dem kleinen Gemüsebauern und in dem Häusler mögliche mul existenzfähige Betriebstypen. Die Aul,׳!gekosten, die Oettinger für die einzelnen Betiiehsivpen voraussieht, mögen vielen als recht hoch Sorge und Midie, Das Feld, das man der Anstalt zur Verfügung stellte, war mit Ingil bedeckt und ohne Be- Wässerung. Es war kein Keller vorhanden für Hundwerkszeiigc, kein Hof für Wäsche, für Holz und Ge* Bügel, geschweige denn ein Stall für eine Kuh oder gar eine Kuh, Und die Farm besaß Rein Budget zur An- Schaffung all dieser unbedingt notwendigen Ein rieht 1111• gen; sic besaß nur die kleine Summe des FTaueuvereius zur Ernährung der 14 Mädchen und zur Bearbeitung eines kleinen Gemüsegartens. Die Bedingungen, unter denen die Farm ihre Arbeit begann, waren also keineswegs glänzend, und dennoch war schon hiermit ein großer Sieg errungen: man hatte das Recht ihrer Existenz anerkannt doch was für eine Existenz hot man ihr! Und wenn die Gründerinnen auch auf sulche Bedingungen eiiigingeu, 80 leitete sie wieder die Einsicht in die Notwendigkeit mul Wichtigkeit der Farm und die Ueber/eugung, daß sie die Idee, für die sie arbeiteten, verwirklichen würden. Mit dem Beginn der Selbständigkeit der Farin gelang es ihren Schöpferinnen, die kleine Wirtschaft schrittweise so zu entfalten, daß sie eine' Lehrst,;itte für Mädchen wurde. Her Weg, den die Farm ge 1:1aeilt hat, war sicher nicht mit Rosen bestreut und jeder Schritt verursachte viel Aerger und Schmerz. Und wenn man sagen kann; ״Wie der Schmerz, so der Lohn1‘, so war die Midie nicht umsonst: es war ein Anfang gemacht und: ״Aller Anfang ist schwer!“ . Wenn aber die Farm schon durch ihre Existenz einen großen kolonisatorischen Nutzen erzielen konnte und den au ihrer Gründung Beteiligten geistige Befriedigung brachte, so ist damit noch nicht geragt, daß sie schon auf der Höbe ihrer Entwicklung angclanjrt ist. Davon Ist sie noch weit entfernt. Vorläufig ist sie nur eine Skizze der Form, die sie in der Zukunft bekommen *oll: die Wirtschaft ist noch nicht genrgend entwickelt und die theoretischen Fächer nehme» noch nicht die ihnen!׳cbüliremlc Stellung ein usw׳.; kurz, c» sind noch viele Mängel erscheinen, ich halte sie eher für um 25«,׳.) zu niedrig angesetzt. Auf Einzelheiten cinzugelicn, in denen man .11!. derer Ansicht sein kann als Oettinger, ist hier nicht •׳ der Ort. Das jüdische Kolonisationswerk in Palästina 1 ist noch so sehr im Flusse begriffen, daß etwas ganz | festes und endgültiges darüber noch nicht gesagt werden kann. Alles hat seinen Wert und seine Wahrj heit mir nach Maßgabe der fortschreitenden Erfaß.; nmg. So wie Oettingers Buch auf den bisherigen Erfahrungen in Palästina und besonders auf den Erfalmmgcn der letzten 10 Jahre beruht und ohne diese Erfahrungen nicht *hätte geschrieben werden können, so werden neue Erfahrungen auch sein Buch korrigieren. Ich glaube, Octtinger würde nichts als verfchlter anschcn, als wenn man sein Buch als die Bibel der jüdischen Kolonisation ansehen wollte, die der Weisheit letzten Schluß gebe. Octtinger hat in mustergültiger Weise die Resultate der bisherigen Erfahrungen gezogen. Das wird ihn aber hoffentlich nicht hindern, nach 10 oder 20 Jahren sein Buch auf Grund neuer Erfahrungen neu zu schreiben. Es ist gewiß richtig, daß man aus landwirtschaftlicher Ko- Ionisation in anderen Ländern auch für die jüdische Kolonisation in Palästina vieles lernen kann. Aber man darf nicht vergessen, daß darüber hinaus diese jüdische Kolonisation ein Problem sui generis ist durchaus einzigartig nach den körperlichen und geistigen Eigenschaften der anzusicdelnden Menschen, nach den administrativen und rechtlichen Verhältnisse« in dem zu besiedelnden Lande, nach der Bedeutung dieser Ko- Ionisation fiir das ganze jüdische Volk. Keine andere f Kolonisation in irgendeinem Lande und Volke kann; I uns eine vollständige Analogie zu unserer Kolonisation gehen. Wir müssen zum allergrößten Teile erst durch eigene Erfahrungen in Palästina lernen, was uns I frommt und was uns schadet, was für uns möglich I und was für 11ns unmöglich ist. Dem Buche ist eine hübsche kleine Karte Palästinas mit den jüdischen Kolonien beigegeben, die nur insofern zu berichtigen ist, als zwischen Nablus I und Jerusalem keine Eisenbahn bestellt und zwischen Jerusalem - Hebron.Bcrseba keine Balm im Bau ist. Dagegen gibt es auf diesen Strecken jelzt gute Land- I Straßen. R Ein Konflikt in der Moskauer Hilfsgesellschaft Mit der Verzweigtheit der jüdischen llilfsorgaiii- ־ sationen und der Ausdehnung ihrer Tätigkeit, inshesondere auf dem Schulgehietc, wurde von neuem der ■ alte Streit der jüdischen Parteien entfacht, die sich | j angesichts der Not zur gemeinsamen Arbeit zusammenf geschlossen batten. Die S p r a c 11 e 11 f r a g e wie ז auch die Unterschiede in der Auffassung , : d e r A u f g a b e n e i n c r j ii d i s c 11 c n V o 1 k s s c 11 u 1 e t brachten schon eine Reihe innerer Reihungen 111 die verschiedenen Abteilungen der großen Hilfsorganisation. Gegenwärtig nehmen sie iu Moskau, in diesem zweitgrößten Zentrum der jüdischen Hilfsorganisation einen verhängnisvollen Charakter an. Auf der letzten Jahresversammlung der Gesell- Schaft, an der nur 780 von den 50IH) Mitgliedern tcilnahmcu, gelang cs dem antizionistischen, jidischi-; stischcn Block, die Mchrheitsstimmen für ihre Liste ‘ ־ zu gewinnen. Von den 15 Mitgliedern der Verwaltung J tvurdc nur ein Vertreter der zionistischen Richtung { (Herr A. J. N a i d i t s c 11) und zwei der dem Zionismus! 1 nahestehenden Kaufmannschaftsgruppe (die Herren 1). { f Wissotzky und M. P o n i s o w* s k y) gewählt, und | f zwar auch diese nur, weil die Jklischistcn ihren .111• f 1 vorhanden, die zu beseitigen sind, und vieles ist noch I! auszuarbeiten und weiter zu entwickeln. k J Viele Ursachen hielten die Entwicklung der Farin ל| auf und sind auch jetzt noch hindernd. Die erste j I Ursache ist die U n f 11 n d i e r t h e i t und Uno 14• :I ״ung der Farm 'selbst. Wenn man an die 4 Gründung einer solche״ Lehrfarm licrantritt, .fl; man zu allererst die nötigen Vorbereitungen tat-; I fett, damit die Anstalt ihre Arbeit in Ruhe und I I Ordnung beginnen und ihre Aufgabe gehörig erfüllen I I kann. Aber in dieser Miidchcnfann waren vorher über- | | Haupt keine Vorbereitungen getroffen worden. Denn der f f Beschluß zur Gründung einer solchen Farm ging nicht aus | i den allgemeinen Kolonisationsinstitutcn hervor, sondern die י f Idee ging von einem engen Kreis von Frauen aus, die, als I j sie die Gründung einer solchen Farm als notwendig erj knnnt hatten, sofort an die Ausführung gingen. Aus die* I sein Grunde fehlten die Mittel zur vollständigen Ein- I richtung. Selbst die elementarste Installation, ohne die | eine ordentliche Arbeit überhaupt undenkbar ist, ist nicht sogleich, sondern erst allmählich im Verlauf der fünf Jahre geschaffen worden und ist noch bis heute nicht vollendet. Dies alles hinderte sehr die normale Lut- Wicklung der Farm. Sie litt unter dem Mangel an scr-; sciiicdenen Einrichtungen, die erst nach und nach geschah! fen werden konnten, und die Leitung der Farm wurde, I da sie dies alles erst selbst ins Leben rufen mußte, sehr 1 von ihren Hauptaufgaben abgclenkt. Die zweite Ursache ist der Mangel an ge־!lügenden Kräften. Die Wirtschaft der Farm ‘ umfaßt verschiedene Zweige, von denen jeder besonder®!; t Pflege erfordert. Aiidt die technische Seite der Wirtschaft j erfordert mannigfache Kleinarbeit, die eigentlich nicht J zu den Hauptaufgaben gehören, so z. B. der Verkauf : und Versand des Gemüses, der Einkauf (verschiedener! Materialien, Buchführung und dcrgl., und diese Arbeit ist; in Anbetracht der Unkultur des Ortes gar nicht leicht,! ziemlich unangenehm und reichlich ermüdend. Wäre die