Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1917)
- Date
- 1917-02-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seile 68 Nr. 8 eins von dem Bciiinör Historiker Hans Delbrück ״Regierung und Volkswille“. Dabei macht er im Anschluß au das Buch von Prcuß folgende (Bemerkungen: ״Prcuß ist einer der begabtesten 'neueren Staats• reehtslehrer, in gewissem Sinne ein Sdiiiler Dierkes, hat er doch dessen Wendung /u einer mehr koiiscrvativen Iktraelitinig iniseres politischen Lebens nicht mit• gemacht, somlern im Gegenteil die Genosseiiscliallsgedanken fortschrittlich ausgedeutet. Er ist einer der Häuptlinge des Berliner kommunalen l'reisimis gcworden, der, sozial auf semitischer Millionärsbasis beruhend, unsere Hauptstadt mehr oder weniger beherrscht. Und cs will mir immer vorkommen, dal! in diesen Kreisen, so tiiclitig und dirhar sie sind, der politische Horizont um! das politisehe Urteil doch zu sehr von dem einen (k'ilaiikcii er* füllt ist: in ihren Kreisen sei eine solehe Udierlegen• heit von Intelligenz, Charakter und Talent, daß es tmirerecht und sdiiidlieli für Staat und Gesellschaft sei, maß ihr eng z u s a m m e n h a 11 c n d e r Kreis die Universitäten, das Heer, das hohe Beamtentum noch nicht so unbedingt beherrsche, wie das bezüglich der Stadt Berlin und ihrer Vcrwal• ttmg cer Lall sei. Bei den meisten, auch wohl bei j Preuil, unbewußt, wirken derartige Stimmungen bccinf hissend auf ihr politisches Denken. Ich möchte sagen: ich kann mich bei aller Hochachtung für i’reuß der Vermutung nicht cntsclilagen, sie seien auch bei ihm g a n z wesentlich der Kern sein e 1־ Urteil e." Dann zitiert er die Schlußfolgerungen des Prcußscheu Buches, in dem behauptet wird, das in Preußen bestehende obrigkeitliche System müsse die von ihm ausgeschlossenen Elemente nach der Methode ״divido et impera“ gegeneinander ausspieien, statt sic für den Staat zu nutzen. Die im Staat!und in der Obrigkeit herrschenden Elemente müßten, heißt es bei I’reuß, im Widerspruch mit der verfassungsmäßigen Rcclitsgluichheit stillschweigend, aber nicht unbewu ßt, verfassu 11 gs widrig verfall re 11. Prcuß sagt dann weiter: ״Wenn man Staatsbürger wegen Ihrer Abstamminig oder ihres religiösen Bekenntnisses oder Ihrer Desinnmig oder ihrer Betätigung in der Arlicilerbewe• gung lon ihr verfnsMingMiiaßlgcn OleMibcrivlitlgimg misseliließt, so wird diese Reclitswldrigkeit doch nicht dadurch geheilt, daß ׳man den wählen Dnintl der Aus- Schließung vorsichtig verschweigt.“ Die Unwahrhaftjgkcit des Systems wird dadurch noch verschärft: das System wirkt so kontraselektorisch; ״denn es sind in der Regel nicht die nach Anlage und vor allem nach Charakter für das öffentliche Leben O e e i g n c ts t e 11, die sich um alle jene A u s s c 111 i e ß u n g s g r ü n d e 11 e r 11!11 z u d r ii c k c n!,erste• 11 e 11, und deshalb 'von dem System mit Vorliebe ausgelesen werden.“ Dazu bemerkt Schmoller: ״Ich verkenne nicht, ‘daß in diesen Vorwürfen ein י׳’"׳ Keim von Wahrheit liegt: der jüdische Assessor, der sieh taufen läßt, um gewisse Aemtcr zu erreichen, der jüdische Gutsbesitzer, der das gleiche tut, um in der Selbstverwaltung emporzukomineii, ist sieher nicht der beste seines Glaubens und seiner Rasse. Aber deshajb ist cs doch entfernt nicht allgemein riehtig, daß wir die Rechtsgleichheit unserer Verfassung gröblich verletzen, weil einzelne Aemtcr(!) noch nicht jedem jüdischen ungetauften Bewerber erreichbar sind, weil einzelne(!) Regimenter das ihnen zustclicndc freie Wahlrecht des Offizierskorps nodi zum Judcnausschluß benutzen, weil an den Universi* täten noch nicht alle zahlreichen jüdischen Privatdozcnteil so rasch Professor werden, als sic persönlich glauheil, es nach ihrem Talent zu verdienen. Das große Ideal der politischen und rechtlichen Glcidibercchtigung läßt sich nur in dem Tempo durchsetzen, als das Volksbewußtsein sich dem Standnun kt des Gesetzes angepaßt hat. Seine Durchführung findet da zeitweise natürliche Hem- Landwirtschaftliche Mädchenerziehung Von Channa Mciscl, Kinereth. Wir entnehmen diesen interessanten Aufsatz der verdienten Leiterin der Mädchen farm in Ki- A''.n’ "Ul der von palästinensischen Arbciterkrcisen herausgegebenen Sanimolbücher ״Beschaa su,.,", denen wir demnächst eine eingehende Würdigung widmen werden, I. Vor fünf Jahren wurde der erste praktische Schritt getan zur Gründung einer Lehrfarin für Mädchen. Der Grundgedanke dieser Gründung war sehr einlach: Mädchen, welche im Lande sind oder hinkomincii, für das Landleben und die Landarbeit vorzubereiten. Der landwirtschaftliche Betrieb besteht zumeist aus zwei Teilen: aus dem großen, der in der Hauptsache für den Markt eingerichtet ist und bei dem nur ein kleiner Teil den Zwecken des Wirtes selber dient, und aus dern kleinen, der in der Hauptsache Selbstmit/cn ist und bei dein nur der eventuelle Uebcrfluß verkauft wird: dies ist die sogenannte Hauswirtschaft des Landwirtes. Diese letztere umfaßt: Gemüsebau, Molkerei, Geflügel• und Bienenzucht, Obst-, Laubbauni- und Bliimciipflairanig. Der Frau sagt diese Kleinwirtschaft mehr zu, denn ■sie liefert unmittelbar das für das Haus und die Küche Notwendige, sie ist auf die Hoi- und Hausnähe beschränkt und deren Peripherie ist meist nicht groß. Die Lchrfarin stellt sich also die Aufgabe, die Mäddien in diesen Fächern in Verbindung mit der Kochkunst und anderen häuslichen Arbeiten ,zu unterrichten. Der Nutzen, den eine solche Hauswirtschaft bringen kann, ist sehr groß. Sie kann der Familie des Wirtes fast alle Nahrungsmittel für das ganze Jahr liefern, so daß dort, wo eine solche Wirtschaft gehörig eingerichtet ist, die von auswärts nodi anzuschaffenden Gegenstände J U E Dl SCH £ i't U N DSC HAU!innigen, wo eine MinoriUt der )Lasse, da; (ilauLeiis usw, sich bei freier /׳.׳.!.;;;um:׳: rar.Ji zur i1:t׳dcr;;n• teil I lerrsclterin des Stande:; be/w. der b;״uikuden Verwaltung, der cü1scl1h'i!;i::en Organe zu mr.uicii weiß, Wie rasch haben die jüdmjicu Pi'ivaUln/entcu und Professoreu ztigriiomiiiciil Wie r i u ii buhen die Juden vk erreicht, (lall an einzelnen Kliniken jnlirolnig nur jüdisclie Assistenten nngc:4«׳.llt wurden, wie liewimr- )leitete sieh ln mainbeii Fnkultiileii die Prophezeiung, daß der erste jüdische Ordinarius In zehn Jahren fünf und «lehr andere Juden nach sich ziehe! Die ß cn a c It t« f I i g u n g der luden im preußischen Staatslcben ist heute fast schon dem Verschwinden nahe und m 11 e 111 bereit«'de m Gegenteil da und dort l’lutz,“ Und au einer etwas späteren Stelle heißt cs: ״Wir sind für Rechtsgleichheit, wie i’reuß; aber wir verzweifeln nicht, wenn irgend ein großes polilischcs Talent jüdischer Rasse heute noch niclii so rasch, wie seine Freunde es wünschen, den für Hin passenden Ministersessel findet. Jedes Jahr verkündet Walther Rathcnaii wenigstens einmal in der ״Neuen Freien Presse“, es werde in Dcut.cblnnd nicht besser, ehe nicht die Leute, wie sic Prcuß empfiehlt, mehr in die höchsten Stellen kommen. Ith lütte gar nichts dagegen, wem! Rathcnau dieses Ziel selbst erreichte, leb glaube aber, er hat jetzt dem Staate durch seine Tätigkeit ebensoviel genützt, als wenn er auf einem Ministerstublc säße.“ willlllllllilllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllW I ׳ I! I Mitglieder -Versammlung |j 1 der p | Berliner Zionistischen Vereinigung | 1 Heinrich Marßulics: ״Der Dele- 1 11 — — י־ ״חי—זו״״■־ 11 ־־ ־ “ —י־ — .. .. “ f/j | giertentag und unsere Arbeit . 1 tf - ׳ ■■■“-■“ ■ |! fl Donnerstag, den 1, Mörz 1917, pünktlich || ö'/4 Uhr abends, Im Lehrer•Verelmhau», I; ן Mcxanderstr. 4t. |j | Eintrittsgeld 30 Pfg. 11 S zur Deckung der Unkosten. I! *5s sD* Lr*. לי£ י H Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, da »le um ja j 10 Uhr gevdilosten werden muß. ii g Bcaondcre Einladungen werden nicht vcrrondl. I| llllllllllllllllllllillia Das Aufsehen, das diese Ausführungen — weniger durch ihre Originalität als vielmehr natürlich der Pcrsänlichkeit ihres Urhebers wegen — in der Presse machten, vcranlaßte Herrn v. Schmoller, ihnen in der Berliner ״Täglichen Rundschau“ ein Nachwort zu geben, dessen Betrachtungen mit den charakteristischen Sätzen eingeleitet werden: ״Ich habe zeitlebens mich weder als Philonoch als Antisemit gefühlt. Ich hatte mit meine besten Freunde unter Juden und Halbjuden. ich; suchte im- 111er, mir ein objektives historisches Urteil über die einsclilägigen Fragen zu bilden und zu bewahren.“ Und am Schluß stehen die nicht minder bezeichnenden Sätze: ״Die christlichen und die jüdischen Nathan- Naturen müssen sieh die Hand reichen, um die j ii d i s c 11 cn S11 y lock-Naturc n und den christliehen g e r m a 1! 1 s c h e n R n s 8 c n s t o I z und die althergebrachten Vorurteile, die Sitten, die zur Un- sitte geworden sind, zu bekämpfen, Dazu wird sicher der Krieg wesentlich beitragen. All derartiges aber braucht Zeit, Idi bin sicher, daß in hundert Jahren. g■■'!." ..1-H» sehr gering sind. Hierdurch werden die Ausgaben, die der Wirt jährlich aiifwendcn muß, sehr Verringert und ihm die Möglichkeit gegeben, sich auf eine sichere Basis auf seinem Boden zu stellen. Audi der Wirtin wird durch diese Hauswirtschaft die Versorgung׳■ des Hauses Rehr erleichtert, denn nicht alles ist auf dem Lande zu erhalten, ein Umstand, der viel Sorge und (Mühe schafft. Dann auch ist nicht immer die bare Münze vorhanden, da der Bauer ja nur ein• bis zweimal jährlich den Erlös für den Ertrag des Landes erhält. Ferner hat die eigene Wirtschaft noch einen großen hygienischen Wert, denn sic liefert ja stets Irische Nahrung, die direkt aus dem Hofe und Garten kommt, womit auch die Befürchtung der Einschleppung ansteckender Krankheiten durch eingeführte Waren fort fällt. Und hinzu kommt noch die Selbstbefriedigung, die der Mensch beim Genuß eigener Produkte empfindet. Auch einen materiellen Gewinn kann der Kolonist noch aus seiner Hauswirtschaft ziehen, wenn die geeigneten Bedingungen vorhanden sind, indem er den nach Versorgung seine׳.; eigenen Haushaltes verbleibenden Uebcrfluß verkauft und so neben der Vermchrmig seiner Einnahmen noch d1״ doppeilen Nutzen schafft, denen, die eine solche Wirtschaft nicht cinrichten konnten, Nahrungsmittel zu liefen!. Diese selben Vorzüge der Hauswirtschaft können midi für Arbeiterfamilien geschaffen werden, sclbstvcrstündlich mit besonderen ihrer Lage entsprechenden Variationen. Bei den auf ihrem eigenen Land In wohlgeordneten Verhältnissen lebenden Völkern nimmt die ’Hauswirt* schuft eine wichtige Stelle ein. Ein jeder Bauer hat seine eigene!״dir oder weniger geordnete Wirkduift, und daß ein Bauer auf den Markt /.ich:!!! Rollte, 1t;n *Idi etwa Gemüse, Eier und dcrgl. m kaufen, würde Str.imcn erregen und seiner Wirtschaft ein ArmuDzcugnN au .;iellen, Die Bauern kennen den Wert der Hr,;: ■viitcclnft mul sind bestrebt, sie nach Möglichkeit zu aVdi-lim. Wir dagegen schätzen sic j׳t1 gering und bri mir, lat ein Kolo- 11,1s ineiste, was die besten Männer auf beiden Seiten heute Iu׳klage11. beseitigt oder so gemildert ist, wie wir es wim!;ehen mii!;!H־n, Aber von heilte auf morgen lasfi'11 sich bestehende Mas*c11iiberzc11gungcn und die enlsprcciicmlcii Sitten nicht ändern.“ Br,nichts noeli mehr, um zu erkennen, wie ״objektiv" (Inn historische Urteil ist, das sieh Herr v. Schumiler In der ״einschlägigen I rage" gebildet hat? Muß inan erst noch seine Bemerkungen über die ״geschäftliche Uebcrlvgcnlicit“ des Judentums, ״die es 01t noch und zwar iiimmigfach durch zweifelhafte Mittel ausnützt“ oder die anzüglichen Redensarten über ״Wucher auf dem Lande“ hcranziehen z.um Beweise dafür, wen! Sclimoller mit seinen Aufsätzen den denkbar größten Dienst erwiesen Imt? Soll man den Historiker Schmoller erst .noch mit seinen profunden historischen Wcislieiteii über die Assimilation der Juden in England und Frankreich blamieren, mir um den Nachweis zu führen, daß Herr v. Schmoller, der sich selbst gewiß ehrlich für einen der objektivsten Forscher der Welt hält, von ganz primitiven antisemitischen Vorurteilen ausging oder «je benützte, als er seine beiden Artikel schrieb? Nein, das ist an dieser Stelle ebenso überflüssig wie nutzlos. Das geschieht im politischen Tageskampf ״cmigsain, und dort wird auch das Hin und Her der ״Argumente“ Schmoller* noch genügend durchgehcehelt werden. Den Kernpunkt in der bisherigen Erörterung traf unsrer Ansicht nach Oeheimrat W i I ti 11 g , der in ehuin Artikel der ״Vossischen Zeitung“ 11 וויה. Januar schrieb: ״Kein einziges Kulturland lebt noch so j״ jvn Formen der Obrigkcitsrcgicrimg wie Deutschland, trotz, seiner Selbstverwaltung, Verwalt ungsgcrichtsbarkeit und seines allgemeinen Wahlrechts. Das allein is^ uas, was Prcuß beweisen will; das müßte Herr von Schmoller widerleg e 11 w ährend er cs nicht einmal versucht hat.“ Dieser schwerste Vorwurf, der gerade einem Forscher von der gründlichen exakt-naturwissenschaftlichen Methode Sclnnollers gemacht werden kann, und der ihm liier durchaus zu Recht gemacht wird, iiuili aiiffnllcn. Wie ist das möglich? Ein Stnntswisseimelinfller, vor dessen Augen keine Loluillieorle (limile (ludet, die nicht In zwanzig Spezinlarheltcu bis in alle Grundlagen he- «tätigt ist, gibt hier ein markantes Urteil über ein Werk nb, dessen Mntcrialrcichtum er selbst anerkennt, ohne auf Material und Thesen des Werkes auch nur gründlich eiuzugeheii, lediglich auf die Person des Vtrfassers hin, Das mußte die große Ocffcntlichkeit überraschen, indessen auch nur diese. Wer den National- Ökonomen Schmoller in seinem Werdegang, 111 seiner Entwicklung als Lehrer des preußischen Beamtentums, als Historiker Preußens und in seiner Stellung als nahezu allmächtiger Diktator der preußischen National- Ökonomie, als Freund des verstorbenen Ministerin Id ircktors Althoff, und ais Begründer der einzig wahren und echten iiationalökonomisclien Wissenschaft kennt, der ist nicht überrascht, denn der weiß, daß Schmoller niemals prüde war in der Hcraiiholimg von Argumenten gegen) seine Ocgnir. Daß er also den Juden Prcuß mit Schlagvvorten und Begründungen des Straßcn-Antisemitistnus — einfach unwahren Begründungen teilweise, wie z. B. der von der Beherrschung Berlins durch ״semitische Millionäre“, oder von den ״fünf und mehr andern Juden“, die ein jüdischer Ordinarius in einer Fakultät nach sich zieht —, daß er mit solchen eines Gelehrten unwürdigen Mitteln arbeitet, das kennen alle Leute vom Bau seit langer Zeit. Wie hat er denn in seinem ״Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre“ zwei tote Juden behandelt, weil ihm ihr Wirken nicht gefiel? Da hat er Mia r x und L a s s a 11 c, nur weil er der Ansicht ist, daß ohne sie die Arbeiterbewegung in sehr viel weniger extremen Bahnen verlaufen wäre — und ״ist, der nichts von außen kauft, etwas sehr seltenes. Ein solcher würde unsere Bewunderung hervorrufen und hoch winde es ihm ungerechnet werden. Der Mangel wohlgeordneter Hauswirtschaften gibt unseren Kolonien den Charakter des Unkindlichen. Während die große Wirtschaft mehr in den Hiimlcn des Mannes liegt, fällt die Hauswirtschaft mehr den Frauen zu. Und solange wir also keine zu diesen» Zwecke erzogenen Frauen haben, wird uns auch die gute Hauswirtschaft in unseren Kolonien fehlen. Es kommen viele junge Mädchen ins Land mit einem großen Eifer, an dem Aufbau und Auflebcn unseres Landes tcilzunehmcn. Sie kommen mit dem festen Entschiufi, ihr bis dahin geführtes Leben zu ändern und ein neues leben zu beginnen — ein Leben der Arbeit auf dein Lande. Aber um eine solche Umwandlung des Lebens zu vollbringen, genügt nicht der Wille allein ־־־ jk’71• •st eine vorherige Vorbereitung und Anpassung nötig; denn die Mehrzahl dieser Mädchen stammt aus den Großstädten, wo sie in einer Atmosphäre des Nichtarbeiten« aufgewachsen sind. Sic besitzen nicht Ge- Wohnung an den Ernst der Arbeit und kennen auch die Verpflichtungen nicht, die eine Arbeit auf dem Lande auferlegt, Sic haben ja nicht die überlieferte Erziehung einer auf dem Lande lebenden Bauerstochfcr, die von frühester Jugend auf von ihrer Mutter alle nötigen Arbeiten erlernt. Unsere Mädchen haben so etwas In ihrem Eiternhause nicht gesehen und in der Schule nicht gelernt; ihnen ist daher diese Arbeit ganz fremd. Darum ist «No eine Schule nötig, wo sie sich vorbereiten können, wo sie olle zu iljrcm neuen Leben nötigen Arbeiten erlernen, wo sic eine Zeltlaug in einer solchen Atmosphäre landwirtschaftlicher Arbeit leben, damit sie sich ihr anpassen und damit sie ihnen lieb wird. Wenn die normal Icbemlcn Völker es für «Big finden, solche Schulen zu gründen und Ihre Frauen und Töchter hinzuschicken, damit sie siel, in ihrem Berufe vervollkommnen, um