Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1917)
- Date
- 1917-02-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652026-2652032--10987-2668789- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 50 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 6 gesetztes Kranksein zu scliül/cn, eine gesunde Wobnun!; haben und dafür in «len Kolonien, in denen nicht viele freie Wohnräumc vorhanden sind, eine ziemlich hohe Miefe zahlen, wahrend für den Araber, der nach getaner Arbeit am Ahcud in sein Itorf und seine Wobntuig zuriiekkehrt, diese Frage überhaupt nicht hesieht. Diese Unterlegenheit des jüdischen Arbeiters wird mir in wenigen Fällen durch eine größere Oe- Schicklichkeit und größere Intelligenz wettgcmacht. Die meisten Arbeiten in der Landwirtschaft sind einfache manuelle Arbeiten, zu denen weder große Geschicklichkcit noch Intelligenz erforderlich sind und die der arabische Arbeiter ebensogut wie der jüdische Arbeiter und infolge seiner Vertrautheit mit der Arbeit oft noch besser ausführt. Nur bei ganz wenigen Arbeiten ist die größere Zuverlässigkeit und Intelligenz des jüdisehen Arbeiters vom Vorteil. Wir stehen also in der Arbeiterfrage vor folgendem Dilemma: Vom nationalen Standpunkte müssen uns die Einwanderer trotz ihrer Mittellosigkeit besonders willkommen sein, weil sic meist junge Leute sind, weil sie Begeisterung für die Arbeit in Palästina mitbriiigcn und weil sie das beste Mcnschcnmatcrial für spätere Kolonisten abgeben. Pri vat \vi rt sch a f 11 ich sind sie dagegen in der Regel nicht konkurrenzfähig. Diese Schwierigkeit wird noch dadurch verschärft, daß die Arbeiter in Palästina mit Ideen ankommen, die sic aus dem weit höher entwickelten europäischen Wirtschaftslehen übernommen haben, und daß sic diese Ideen hütilig auch auf die palästinensischen Verhält* nissc 'anwenden wollen, obwohl diese ganz andersartig gestaltet sind. Am schärfsten hat sich dies darin gezeigt, daß die Arbeiter mehrfach zu dem Mittel des Streiks gegriffen haben, was unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Palästina ein wirtschaftlicher Nonsens ist. Streiks sind nur. da erfolgversprechend, wo der Unternehmer in seinem Beiriebe Geld verdient und auf die Arbeiter angewiesen ist, weit er ohne sie seinen Betrieb nicht aiifrediterlialten kann. Nur in solchen Fällen kann der Streik ein Mittel sein, den Unternehmer zu zwingen, einen größeren Teil seines Iktricbsgcwinncs den Arbeitern ziizuführcn. 111 Palästina rin* gegen, wo der Uiilenieliiiier stets die Möglichkeit hat, die jüdischen Arbeiter durch billigere arabische Arbeiter zu ersetzen, ist der Streik eine wirtschaftliche Absurdität, und die Arbeiter selbst wollen durch ihn eigentlich nicht einen wirtschaftlichen, sondern einen moralischen Druck ausiilnu. Der Erfolg, den sic durch Streiks und durch andere moralische Pressiousmittd, zum Beispiel durch die fortgesetzte Forderung der Beschäftigung jüdischer Arbeiter in der Arbeiterpresse, erzielen, bängt davon ab, inwieweit der Betrieb auf das Wohlwollen derjenigen Organisationen und Personen angewiesen ist, die aus zionistischen Gründen eine möglichst große Einwanderung nacli Palästina und infolgedessen auch eine möglichst große Zahl von jiidischen Landarbeitern erstreben. Hieraus erklärt sich auch die paradoxe Erscheinung, daß gerade in denjenigen Betrieben, welche nationalgcsinnten Personen oder Organisationen gehören und die bestrebt sind, möglichst viele jüdische Arbeiter zu beschäftigen, die Streiks am häufigsten sind, weil die Arbeiter liier am i meisten auf Erfolg rechnen können. Dagegen kommen Streiks in denjenigen Betrieben, deren Besitzer am wenigsten national sind mul am wenigsten jüdische Arlx'iter Ivefchäfligcn, fast niemals vor, weil sielt diese Besitzer eben über den moralischen Druck hinwegsetztu und ein Streik den Arbeitern deshalb von vorn* herein aussichtslos erscheint. Ebenso wie die Streiks sielt gerade gegen die Betriebe der natiounlgcsiiiiitcn Organisationen und Personen richten und als«» gerade diejenigen Stiellcn treffen, die *len jüdlndhcu Arbeitern au sieh am ■nächsten stehen, so steht es auch mit einer Forderung der jüdischen Arbeiter, die von den Ar» bcilcrorgamsntUmeu immer stärker erhoben worden ist, nämlich der Forderung der ״avvoda fehora", das heißt der Forderung, «laß in jüdiseli-lautlwirlsefmftlidicn Betrieben mir jüdische Arbeiter beschäftigt werden sollen. Auch diese Fordertmg ist von den Arbeitern ' immer nur in denjenigen Betrieben erhoben worden, die nationalcn Gesellschaften oder natiouafgesinnten Personen gehören, nie dagegen in sonstigen Betrieben. Die Forderung der ״awotla tehora" ist iin gegenwiirtigen Stadium der Kolonisation gar nicht oder nur mit großen wirtschaftlichen Mehrkosten durchführbar, denn: 1. Für gewisse Saisonarbeiten, für welche auf kurze Zeit eine grolle Zahl von Arbeitskräften notwendig ist, lassen sich jüdische Arbeiter nicht in genügender Zahl beschaffen oder in dem betreffenden Betriebe nicht unterbringeii und beköstigen. 2. Manche landwirtschaftliche Kulturen sind iu Paliistiua nur daun möglich, wenn gewisse Arbeiten nicht durch die teure Arbeit Erwachsener, sondern durch billige Frauenmul Kinderarbeit nusgefülirt werden. Jüdische Frauen und Kinder sind aber für diese Arbeiten nicht in genügender Zahl vorhanden. 3. Der Unternehmer, der jüdische Arbeiter bescliäftigt, muH dafür sorgen, daß diese Arbeiter bei ihm Unterkunft und Beköstigung finden (was er bei arabischen Arbeitern nicht nötig hat) und in den meisten Fällen muß er darüber hinaus für ständige medizinische Hilfe Fürsorge treffen. Das erfordert in den meisten Fällen hohe Mehrkosten, die mancher Unternehmer nicht mifbringeii kann. I. Aus politischen Gründen ist cs unstatthaft, den Arabern, die in den Kolonien um Arbeit nachsuchen, jegliche Arbeit zu verweigern. Es ist verschiedentlich vorgesclilageii worden, «len Schwierigkeiten, welche die Beschäftigung von jüdischen Arbeitern aus Osteuropa mit ihrer höheren Lehens» liallung und mit ihrem europäischen idceiikreisc mit sich!)ringt, dadurch 01m dem Wege zu gblu-n, «laß an ihrer Siel',«: die bedürfnislosen jemenitischen, mta!- rokknniseheii und sefartlischeii Arbeiter beschäftigt werden. Dieser Vorschlag ist aber nur zum kleinsten Teile ausführbar und zwar ans folgenden Gründen: a) Die jemenitischen Juden kommen nicht von selbst nach Palästina, sondern mau muß unter ihnen im Jemen «״Bieren, um sie zur Auswanderung nach Palästina zu veranlassen, und die Folge ist, daß (Ile Einwanderer danu auf Jahre hinaus bei jeder Wirtschaft» liehen Schwierigkeit Ansprüche auf I lilfe erlichen. b) Die Zahl der jcmciiilcn im Jemen selbst ist beschränkt, «uni eine große Einwanderung auf Jahre hinaus M überhaupt tmmöglieli. c) Die Jemeniten und ebenso die Marokkaner und Sefardim stellen der zionistischen Ideenwelt vollständig fremd gegenüber. Sic sind außerdem weniger intelligent und weniger mannhaft als die osteuropäischen Ein- Wanderer. «I) Als Icnlonisatioiisinatcrial stellen die Jciiieni׳ len und die anderen erwähnten orientalischen Juden weit hinter «len osteuropäischen Arbeitern zurück, weil sie anscheinend nicht in der Lage sind, eine eigene Wirtschaft richtig: zu leiten. Man kann mir sagen, daß eine gewisse Zahl jeinenilisehcr Arbeiter als Eiuischlag zwischen ostciiropaisdien Arbeitern möglich ist, es wäre «her gänzlich ver■» fehlt, in unsere Kolonien eine Mehrheit von jemenitischen Juden zu Iningen. Sie würden die Kultur dieser Kolonicii bedeutend lierabdrüekcii. Gerade Wo (Ile jüdische Eimvandeiung mich Palästina quantitativ noch so gering ist, müssen wir wenigstens auf die Qualität der Ein- Wanderer sehen. Bisher konnten wir allen denen gegenüber, die auf die geringe Zahl der Einwanderer hinwiesen, behaupten, «laß diese Einwanderer eine Auslese darstellen, mul .tatsächlich ist der holte Stand der Kultur in den jüdischen Ausicdlungen Palästinas der beste Scluitzwall gegen alle feindlichen Einflüsse gewesen. Diesen hohen kulturellen Stand müssen wir erhalten und das kann nur dadurch gescheiten, daß die neuen Einwanderer auf derselben Kulturstufe stchen wie ilie früheren. Nachdem wir im vorhergehenden die Schwierigkeiten geschildert haben, erhebt sich tlic Frage, wie sich die zionistische Organisation zu dieser frage stellen soll. Soll sie gänzlich abseits stehen und die Frage als eine nur die Arbeitgeber und die Arbeiter interessierende behandeln? Das ist schon atis dem Grunde nicht möglich, weil ja mehrere von der zionlstisrlic״ Organisation selbst gegründete Qtscllschafteil landwirtschaftliche Betriebe in Palästina unterhalten und denselben Schwierigkeiten begegnen, welche alte anderen Betriebe treffen. Es ist aber auch deshalb niclit möglich, weil cs ja die Hauptaufgabe der zionistischcu Organisation sein muß, die Einwanderung der Juden nach Palästina zu fördern, weil unter den Einwanderern, wie oben angeführt, die mittellosen weit überwiegen und weil diese Mittellosen zum größten Teile nur als Landarbeiter eine Existenz finden können. Die zionistische Organisation wird also immer wieder darauf hiiigewiescn, eine Lösung für die Schwierigkeit zu finden. Es ist verschiedentlich gesagt worden, daß es nur einer starken Han d bedürfe, um die osteuropäischen Arbeiter zu zügeln und ihre Ansprüche so hcrabzudrücken, daß sie die Konkurrenz mit dem Araber aufnehmen können. Nach!unserer Ansicht ist cs aber, was die unmittelbaren Bedürfnisse für Wohnung, Kleidung, Nahrung tisw. anbetrifft, für «len jüdischen Arbeiter ganz unmöglich, mit dem misziikommcii, wo in t «ler arabische Arbeiter nuskommt. Das wird mich in Palast 11.׳»allgemein ^gegeben mul man sieht es als selbstverständlich an, daß der jüdische Arbeiter einen Mimles lohn von etwa 50 Frs. per Monat erhalten muß, während der arabische Arbeiter mouatlcli nur '10 10 Frs. bekommt. Nicht alle Belriehe wollen oder können sielt alter erlauben, dies♦! Mehrausgaben auf sich zu nehmen. Es sind immer lim diejenigen Belriehe, bei «lenen nicht allein privatwirtseliaftlidic, sondern mich nationale Gesichtspunkte mallgehend sind, welche jüdische Arbeiter in größerer 'Zahl beschäftigen. Das wird wahrscheinlich auch so lauge nicht nmlcrs werden, bis der arabische Arbeiter ebenfalls eine höhere Kulturstufe erreicht mul ebenfalls höhere Ansprüche stellt. Aber auch soweit die Ansprüche der jüdischen Arbeiter als nicht gereditferiigl erscheinen, wie bei den alten erwähnten Beispielen der Streiks und ״awoda tehora", ist mit der starken Hand walirsclicinlieh nichts zu erreichen. Das einzige Mittel, das man gegen die Arbeiter in der Hand hat, ist, sie zu entlassen. Nun ist die Drohung mit der Entlassung alter mir dort ein wirksames Mittel, um die Arbeiter gefügig zu machen, wo der Arbeiter eine andere Arßeitsmögliehkeit garniclit oder nur mit Schwierigkeiten finden kann, wo also die augenblickliche Arbeitsstelle ihm die bestmögliche Extstell/, bietet. Mit den jiüliscluu-lamlwirlsehaitliehen Arheitern in Palästina steht es nicht so. I» meisten haben׳ scholl, bevor sie nach Palästina kamen, in Osteuropa mehr verdient als die 50 Frs., die sie in Palästina monatlieh erhalten, und sie können, wenn sie nach Osteuropa znrückkehren oder nach Amerika auswanilcrii, ganz zweifellos ein höheres Auskommen haben. Sie sind in der | J. L, Kalzcnclson j Der gelehrte Arzt. 1 lichter tmd Schriftsteller Jehutla Leib K a t / e n 11 ׳ s o n (Btiki ,heil Jogli) wurde im Jahre 1.17י iu Tsdiernignw geboren, wo er auch seine ersten Chedci jnhrc zuhraehte. Mit l'j Jali* reu, nachdem er seine Eltern früh verloren hatte, wurde er zu einem Thoraschreiher in die Lehre gegeben, um sich zinn Sofevhcrnf vor/11hercitcn. Zwölf Stunden tilgli«:h über dem heiligen Pergament arbeitend, gab der Knalie die Hoffnung nicht auf, seihst einmal Talmmlkcmier zu werden. Ohne Wissen seiner Verwandten flüchtete er dann nach ßohrujsk, wo es damals One berühmte Jesdmvab gab. Neben den Tnlinmlstudicn konnte er Och dort auch mit den profanen Wissenschaften lH‘״au11t mcdien und die deutsche Sprache erlernen, Lrst im 10. Lebensjahre begann er Russisch zu verslduii. Da er in (lobrujsk keine systematische AusbiUlimg finde;! konnte, zog ♦■r im 'Jahre 18W» nach Sliitoiufr. «lein Zentrum der damaligen llaskala, wo das berühmte Rabbiner-Seminar bestand. Unter dem EiulUil! der bedeutenden Wissenschaftler und Sehr)ftstiller die damals das .Seminar leiteten, dem berühmten Forscher und Stilist Zweitel, dem Philologen Clt, l. L e r 111 r , dem Naturforscher S o c h a t s c h e w e r und amlcicii wurde der junge Student für die ueiihehräisehe Literatur gewonnen. Ohne die Laufbahn eines Rabbi• ners ergreifen zu wollen, trat er im Jahre 1872 in die medizinische Akademie in Petersburg ein, die er später mit seiner bedeutenden wissenschaftlichen Arlvcit über ״Die noimalc tmd pathologische Anatomie in der althebräischen Literatur und ihr Verhältnis zur altgrieciii* sehen" als Doktor der Medizin verließ. Die kühnen Hy pothesen, die im Talmud eine Fundgrube für die Geschuhte der Medizin entdeckten, erweckten die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auch jenseits * «ler Uieu/eit Rußlands. Professor Kobcrt ließ diese Abhandlung ins Deutsche übersetzen und veröffentlichte sie im 5, Band seiner ״Historischen Studien". Nach dem russisch-türkischen Krieg, an dem Dr. Katzenelson ..... .. H I v 11 ן lll I II11 , IIVII V. | .־MV,(» III I t t« I ,111׳|י J; M|V wo er ordinierender Arzt iu einer königlichen Klinik einen iiicmm-Iicii Juden ein ganz seltener Fall) wu Hier trat l)r, Kal/cnel-nm in ♦len Kreis der russixcli-j: sehen Journalisten, die ,sielt um die Zclfscliiiten ,,l< 11 s J e w r e v" und ״J e w r e i s k 0 j e () I» o s r c n i i c", l'ribimeii des neu erwachten jüdischen Nationalbewi seins. gruppierten. Seine geistvollen Feuilletons, er unter dein Pseudonym B 11 k i bei! Jogli in die Zeitschrift«!! veröffentlicht«•, gehören zu «len schon: Dokumenteu der damaligen Idccmimwäl/iing iu der sisch-jüdischen Intelligenz, und schufen ihm «len Nai eines der ersten Wortführer. Gleichzeitig setzte er; seine wisseuschaflliehen Arbeiten fort, ln der Uc zetigmig, dall die Talmudisten gründliche Kenntnisse ine.iiziiiiselieii Wissenschaft ihrer Zeit besessen heu, beschloß er, mit diesen ihren Lehren die u Oeffeutlielikeit bekannt zu machen. Er vcr&ffentli daun seine ״NI a e h r i c 111 e n ü b c r d i e i I a u t k r a heit e 11 i in T a I m 11 d" in russischer Sprache bald darauf eine gründliche, in der hchrüischeii Lil tue wohlbekannte Abhandlung über tnlniudisdic Anati ״Ra m ach b war im", die zuerst in der Tageszeit ״Ha jo in" und später in einer besonderen Ausgabi sehicncn ist. Diese erste bedeutende wissenschaftl Abhandlung ulier Medizin in der nciihebruschcu I itcr trug y.d zur Entwicklung der neiilicbräisdicn'wb schuf heilen Iermniologie bei und diente zur Gr age für die kürzlich erschienenen palästinensischen L ImilKr. im Jahre b<)l begann er auch die biblische ״', י[״ Untersuchungen zu ziehen der n;r/!L ־'PCr Ar' ״U e l> c .־ die N,ü der Hautkrankheiten in der Bibel" XIIוחי ״ IT1“! ״"kd״ Absd״liU «‘״י Zairaatli (Lt’vi gi; 1V! 1’׳' ״׳ף״״ersuchte, wurde zuerst I, m de its ■lie1'״ \R 1 *« j t* k c w" ״ml bald d. > 11 ',1'j״ "•'11־* r״c!1 >*״־ von Professor V i r c h o w Hl, Ja rgaag Ks%) veröffentlicht. Bald e.üsta d e groß angelegten kulturhistorischen Arbeiten übe "Die11•״״v‘!Cr1 rM״f!lc״ Nvinhcit im alten Israel" ״Die iiKdi/iiiixehcn Grundlagen der Trefoth" die weise auch ins Hebräische (Vierteljaliresschrift I lasman‘־, lDOJ) mul ins Deutsche (״Monatsschrift für GcsehiclUe und Wissenseha t des Judentums!<);)()) übersetzt wurden. Katzcnebons lebeudi;er Geist wurde aber auch von den Ideenkämpfcn im alten Israel initgerissen. Seine kulturhistorischen Abhandlungen ״Religion und Politik im alten Israel", ״Das babv Ionische Exil“ etc. sind, obgleich sic nicht immer mit den herrschenden Ansichten der Bihchvisscnsclinft übereinstimmen, von dichte.isclicm Seilwun ׳ und Instorischer Intuition beseelt. Bald wurde ihm das alte Israel zum Reich seiner Kunst. Die wundervolle Dichtung über Rabbi A k i b a und E I i s c 11 a b c n A b 11 j a und seine symbolischen orientalischen Legenden ״Ben ,.,.י u ״ R •'*ß v"‘ ״Her vertriebene O ä r t n e r1', " '1 c ' r :111. «He nie g e I a c 111 h a t" usw. gehören zu «len Künstlerisch vollendetsten Proben der iieuhebräisehen Sagenlitcratur, Seine größere Jugciulcr׳zälilung ״Schi rat Hasamir" (״Das Lied der Nacht igall“), (ikutsc-h übersetzt von Dr. Josef Mcisl Wien lOUö), in der die Sehnsucht der Juden nach Ackerbau und Naturlchen besungen wird, ist kennzeichnend für die weitere politische lätigkeit des Dichters. Diese Ucbirzeugiing wurde zum llauptprinzip seines späteren palastiuismus. Nach dem l ode des Baron David (i i 11/ burg wurde er zu seinem Stellvertreter als Vorsitzender def Bild1m״sgesellsehaft, in der er an der Spitze «ter Itcbräi* sehen Richtung stand, und zum Leiter der Gesellschaft zur Förderung der hebräischen Sprache gewählt. Er übernahm mich tlic Leitung der von Baron D. Gin/.- bürg gegründeten ״Hochschule für Wissenschaft des Judentums", in der er den Tahmulkathcdcr bekleidete, und zuletzt die Hauptredaktion der großen russischjüdischen Enzyklopädie. Im Jahre 1010 besuchte der greise Dichter Palästina und übernahm dort eine Reihe literariseher Aufträge für die palästinensischen Zcitsduiiteil, die seine Licbiingskiiuler waren. Im Jahre 1913 war er einer der Leiter und Referenten der hebräisehen Kulturkonfcrenz in Wien. In diesen Tagen׳ feierte die gesamte russisch-jüdische Ocffcntlichkcit seinen- 70. Geburtstag. » i k ן 1 ו 1 1 j ti '1