Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1917)
- Date
- 1917-01-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2652026-2652029--10960-2668759- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kinder für ein Lehen (innerhalb des (iolus, in Palästina, erziehen. Dieses Er/k'hungspi'ogiamm ist seiir einfach mul, was daran lelilt, kann spater Palästina leicht bessern. Man bedenke auch die Konsequenzen einer Erziehung, die dazu dienen sali, die Kinder im dolus für den Existenzkampf zu wappnen, woraus dajm eine Negierung des Golus, sieh ergibt. Dies erscheint ihm als das Artpiment gegen eine besondere Schule, außer dem anderen, daß es kaum möglich sei, ein Programm daüir zu finden. Was die Fam.lie betrifft, so ,besteht außerhalb des orthodoxen Judentums keine jüdische Sphäre. Allerdings ist bei der nichtzionistischen Ortho doxie der ganze nationale Ideenkomplex trotzdem zu einem Swnbolismus erstarrt und ,diese Orthodoxie ist für die Erhaltung des Judentums wertlos geworden. Der Misrachi jedoch habe in seiner Schule eine MöglichkeiI, mit einem gewissen Erfolge den Kampf gegen den (ioltis zu rühren. Doch zwischen den traditionellen lind den übrigen Zionisten existiert ein Unterschied' der Weltanschauung, und letztere können bei de.1 erstereu nicht die Formen entlehnen, während sie den Inhalt dieser Weltaiiseliauung ablehnen. Bei Kindern räche sieli die innerliche Unwahrliaftigkcit am ehesten. Es bleibt uns nur übiLg, durch unser zionistisches Beispiel im tiause, duren unser Interesse und die Arbeit für die Sache des Judentums zu wirken, ferner durch Förderung der Kenntnis von Hebräisch, Geschichte und Palästinakundc. Den misrachistischen Standpunkt vertrat alsdann in eindrucksvoller Hede U a b h i « er de 1V r i e s -1 laarlein, der glaubt, daß die Erziehungsfragc die zionistische Bewegung und damit das ׳jüdische Volk beherrschen •werde. Eine übereilte Entschließung sollte vermieden werden. Es handelt sieh um ein Problem für jeden, auch für den gesefzcstreiien Juden. Nicht alle Arbeit im Golus sei Golusarheit. Unser Zionismus ist ein Widerstand gegen den Golus, und somit sei auch aller Widerstand gegen den Golus zionistische Arbeit. Anpassung an den Golus sei allerdings verspielte Zeit lind Kraft, Alle Arbeit im Zeichen des nationalen Au Hebens jedoch werde Früchte tragen. A priori daran zu verzweifeln, daß man seine Kinder in seinem ('!eiste erziehen könne, sei etwas so Schreckliches, daß, der es denkt, keine Kinder haben sollte. Wir traditionellen Juden besitzen viele Mittel, unsere Kinder im Judentum zu verankern, doch haben wir keineswegs weniger Schwierigkeiten als die anderen Juden, da wir ja unsere Kinder zu ges e t z e s t r e u e 11 Nationaljuden erziehen wollen, und gegen die Praxis des traditionellen Lehens pocht der (iolus noch mehr als gegen das nur nationale. Ohselion wir die echt jüdische Sphäre schaffen k|ö1111c׳n. haben wir nicht genug daran, sondern benötigen die jüdische Schule zur Ergänzung der Familie. Sobald die Kinder eine Schule besuchen, tiihlon sie sieh anders als zu Hause; sie wissen, daß sie sich der Umgehung niipassen müssen, und tun es. Unsere Kinder hcliiidcu sieli auf der Sehlde außerhalb des Judentums, das ein Obj.ld tiir sie wird, und hehnrliten es von einem uiehtjiiitisehi'u Stuiidpunkle aus, Deslnlh brauchen wir die besondere jüdische Schule. Gewiß bestehen l'edenken gegen eine snlrlir, doch müsseu wir uns lu׳i deren (Ulleudmachiiiig hüten, vom Festlmlteii des (iolus ausziigehen. Für die Freunde des Redners komme nicht die religiös-neutrale jüdisch-nationale Schule in Betracht, sondern die misraeliistisehe Schule, Uchrigens haben die 11» iilraten Schuh 11;mell das niederländische Volk nicht befriedigt. Das jüdische Volk ist dazu das Volk der Bibel. Das Ideal der inisracliistlsehen Sehlde ist wohl in der ersten Zeit nicht erreichbar, muß jedoch das Maximum-Programm bilden. Bezüglich der schwierigen Fragen, die sieh tiir die uirhlorlhudoxen Zionisten ergehen, hält der Redner es nicht tiir seine Aufgabe, einen Rai zu erteilen, Von den übrigen Diskussionsreden verdienen noeh die Auslübrimgcii der Herren de Li eine und Professor O r n s t e i n besondere Frwälinnng, Erslerer meinte, das Er/iehiingsprohlein siehe mit »ler Theorie der Golusarheit nicht in direktem Z.us'immenhange. Der (iolus kann nicht überwunden werden. Auch *in Golus ist eine völlige Assimilation des ganzen Volkes unmöglich; davon ging I lerzl aus. Allgemein komme mau mit einem non-possiimus. Wir müssen tihcr mit allen Erscheinungen lies (iolus rechnen. Wenn Etlerslieim sagt: Wir Italien ein Programm tiir die Zukunft, darum nicht für das d iente, so sei dies dasselbe non-possnmiis. gegen tlas bef der Palästina,׳lrhoit angekämpft wurde, welche weder Mittel noch Zweck, sondern die Grundlage aller Arbeit in der Richtung des Baseler Programms ist. Auch die Abfassung, den (iolnszustand auf sich beruhen zu lassen, ist unrichtig, da auch (iegenteiidenzcn jm Golus vorhanden sind. Außerdem verwerfe man damit die Kulturarbeit, und die verschiedenen Kongrdibcsdiliisse In׳- wiesen, daß inan diese last allgemein gewollt habe. Der Bund habe sieli ja auch an die Herausgabe eines hchriiiscltcn Lehrbuches begeben, ferner an (1csehichtskur.se und an Zusammenarbeit mit andere« Organisationen, wie der Alliance, An (k'ineiiHlepoiitik will Redner infolge des C'harakteis, den die jüdischen Gemcimlen in Holland haben, nicht heranlretcn, jedoch nicht aus Prinzip; in Polen würde er es wohl wollen. Nationales Bestehen im Golus ist ohne Palästina nicht möglich, was aber nicht ausschließt, daß wir im (iolus bedeutende Reste jüdischer Kultur haben. Darum können wir hinsichtlich des Erzidiungsproblcms die absolute iioii-pössiunus-Politik nicht durchführen, denn ihre Konsequenz ist Verneinung des Zionismus, tm Osten war man zuerst Nationalist und dann Zionist, bei uns ist cs umgekehrt, Wir haben die Entwicklung des nationalen Elements unseres Bevvußtseins auch in der Propaganda zuviel vernachlässigt; daher der GcfüliLsabstand in dieser Debatte. Die Konzentrationstlicoric Herzls ist eine politische, anders die Pinskcr’scho von der Konzentration Jn Palästina, die am den Golus ihre Strahlen wirft. In diesem Kultur* Zentrum muß man (•in normal aufgebautes Volkszentrmn sehen, aber sein Verhältnis zur Diaspora sollte ein rein kulturelles sein. Diese Wirkung verliert« Theoretiker des non-possumus aus dem Auge. Wenn die Familie nach einem, wenn auch noch unvollständigen Zentrum in Palästina, das bereits kulturell seine Strahle« wirft, Wird weisen können, dann haben Wir die Riehhing für die Lösung des EritehungsproMems gefun* den und warten nur auf die genügende Entwicklung in Palästina, Vom Standpunkte׳ der praktischen Politik bedeutet jede Verzögerung eine Verschiebung der Lösung der Frage!1111 Jahre liinmis, Es ,handelt sich nicht um die 'Erziehung zu einem Dogma, weder zu einem zionistisehen nach zum gesetzestreuen Judentum, noch;zum Atheismus. Wir müssen in der Familie eine jüdische Sphäre haben. Die Juden leben m1;1 einmal i'1 der großen Gcselbehalt, wo andere als jüdiscltc Verhältnisse herrschen. Audi die Arbeiterbewegung inmitten der kapitalistischen Gesell!׳,chn.t spricht kein non-possumüs aus. Müssen wir unsere Kinder denn nicht erziehen, müssen wir sie bewußt den zersetzende« Tendenzen des (iolus überliefern? Die Gesellschaft ist ebenso wie das Imlividmim voller Widersprüche, Redner pe>- leniisiert dann gegen die Anhänger des Rationalismus, welche die jüdische Schule bekämpfen. Ohne Opfer ist eine jüdische Sphäre nicht erreichbar. Warum soll man nicht die Sahlutruhc akzeptieren, trotz der Schwie* ligkeiten, die dann; verbunden sind? .Ohne Opfer kann das Judentum nicht auflebcn, . Die Orthodoxie wird unter einem neutralen jiklischeu Unterrichte nicht leiden. Unsere Kultur ist nicht allein ein Komplex religiöser Vorschriften, Es darf bei der Erziehung keine Unwahrhatti|gkcit in diesem Sinne geben. Redner findet in dieser-■ Angelegenheit keinen Unterschied zwischen Kursen, Unterrichtsstunden und einer Sehlde. Praktisch ist jedoch mir ein Weg Vorhand., n; die Schule, womöglich die neutrale Privatschule oder sonst die öifcnlfiche mit fakultativem jüdischen U11terrieht. Denn von der ölfentlichen nach der jüdischen Schule zu gehen, ist zu bedenklich. Also: die Schule neben der Familie, die jüdische Volksschule, die imstande ist, alle Juden zu umfassen, die Kinder von (',Milbigen und Atheisten. Leide! hat der Misrachi kein Programm für unsere (nicht-misruchistisehen) Kinder enlwidkelt, Es muß aber im Zioiiismus eine Gemeinschaft sein. Solange der Unterricht religiös-neutral ist, muß jeder Zionist auch der Misrachist, mitarbeiten, Mau spricht von der Minderwertigkeit der Privat• schule. Es ist aber viel ärger, daß die Kinder denken, daß Claudius Civilis ihr Großvater war, als wenn sie nicht wissen ״ob die Königin eine Jüdin Ist.“*) Leider haben wir noch nicht genügend innerliche Kraft. Wir müssen aller .־ds das größte Glück für unsere Kinde( zu erreichen streben, daß wir ihnen die Gelegenheit gehen, nicht mehr die zwiespältigen Naturen zu sein, die wir hclhst sind, sondern Volljuden, Piofessor Dr. L, S, ()Misteln war nicht mit der Bemerkung von Rabbiner de Vries einverstanden, daß, wenn unsere Kinder etwas lernen sollten, was sie in gesellschaftlicher (bürgerlicher) Hinsicht hinter ändert: zurüekset/t, w ir dann dies Opfer bringen müssen. Dies gelte wohl lür die Orthodoxie, da ihre Ucberzcugmu ihr das vorseiireiht, Der Zionist kann vielleicht persönlich dcrsi'lhcn ... sein, er brauche jedoch als Zionist nicht so zu (lenken. Wenn er es doch tut, so geschieht cs, weil außer seinem Zionismus noeh andere lütliscliu (H'liihlsHlroiniiiigcn in ihm wirken, Man kann ulver den Zionisten um seiner Uebcrzetigtmg willen hierzu nicht zwingen. Es ist nicht der zionistische Standpunkt, auzuerkennen, daß im (iolus jüdische Kultur und wirtschaftliche Entwicklung inöglieh ist und!)leihen wird. Bei den Anhängern der Auflassung von de Liemc ist es eine Frage der Tnklik; es kann aber eine ITuge des Stand•: punktes werden. » Wir müssen die Eltern gewinnen, nlclit die Kinder,1 Unsere kleine Bewegung kann den Golus nicht in lie• vvegmig setzen, wohl können wir uns gegen die Bewegung des'(iolus wappnen, Der Golus wirkt mtf die luden ver• melltem! ein, Der Zionismus verneint die Möglichkeit eine!■ Erhaltung des Judentums Im (Iolus, Ein /,eiitnmr in Palästina kann diesen Zustand ändern, Die Möglich• keil einer selbständigen Enlwickhmg des Judentums im Golus besteht nicht, Eine Schule kamt niemals dem Kinde einen geistigen Standpunkt heibringe.ii, Auch die Misrachi• schule würde niehl die Schule der Religio״ sein, sondern die der geschieht lieh gewordenen Uehcrlieicrung. Diese Selude soll nicht der geistige Träger einer neuen Idee sein. Darauf sprach nochmals Rabbiner de Vries und bemühte sieh, die Einwiimlc der gegnerischen Diskus• siousredner zu entkräften. Von praktischen Beschlüssen in der Schulfragc wurde Abstand genommen. Das Erziebungsproblem soll weiter in den ()rtsgruppen diskutiert werden; nur auf diese Weise könne ein Ergebnis Zustandekommen, .- Der Lamlcskominissär des Jüdischen NaUonaifomls, Herr Alfred Polak, Tilburg, erstattete ein ausgczcichnctis Relerat über ,,Die jii (fische Arbeit in Palästina", das wir uns Vorbehalten, in einer spä• teren Nummer wiedcrziigebeii. Im Anschluß an das Referat wurde folgende Re• solutiou angenommen: ״Der Delegiertentag anerkennt die hervorragende Bedeutung des jüdischen Landarbeiters für die nationale Kolonisation in Palästina, ist der Ansicht, daß das Werk, das auf dem II, Kongreß durch die Begründung des (ienossenschaftsfoiuls begonnen wurde, fortgesetzt und ausgedehnt werden muß, u. a. durch die Bi!• düng von ״Pioniergruppen“ behufs Erschließung neuen Landbesitzes in Palästina für die jüdische Gemeinschalt, 111111 macht cs jedem Zionisten zur Pflicht, dem Jüdischen Nationalfpnds im allgemeinen und dem Oenosseuscliaftsfoiuls im besonderen kräftige moralischt' und weitgehende materielle Förderung zuteil werden zu lassen.“ Es wurde ferner beschlossen, das Abonnement auf den j o od sch cn Wächter für alle Ortsgruppenmitglicdcr obligatorisch zu machen. Die Wahlen in den B11׳ndesvorstand hattcn folgendes Ergebnis: Nebemia de Liemc, Vorsitzen• der, Dr. S. van Vricsland, Schriftführer, Dr. J. Cohen, Henri Edersheim, J. H. Kann, Prof. Dt. L, S. Ornstein, Während des Dvicgicrtentagcs hat sich eine ״V «r einigung zionistischer Nattirw isse nschattier und Mediziner in Holland“ konstituiert. *) Wie dies in einer Amsterdamer jüdischen Schule vorgekommen sein soll. Im Anschluß an (len Delcgiertentag fand eine öffentliehe P r o p n 1; an ilavcrs a in m 11111 g statt, In welcher Herr Albert t 11 re 11 feI (I, Rabbiner d e Vries und S. Llssaucr Reden hielten und die neuesten P a I ä s t i n a - L i c 11 tb II (11׳ r des Jüdischen Nationalfonds vorgcfiihrt wurden, Daran schloß sidi noch eine gemütliche Zusammenkunft der Delegierten. Der polnische Staatsrat Der polnische Staatsrat, dessen Ebiheruhmg bereits vor einiger Zeit durch eine Verordnung des General• gouverneurs B.eseler angeordnet war, ist nunmehr ge» bildet und hat sich bereits konstituiert. Er umfaßt 25 Mitglieder, 15 aus dem deutschen und 10 aus dem österreichischen Okkupationsgebiet. Vertreten sind in ihm lediglich die Linke und das Zentrum der polnischen Parteien, während die Rechte, also im wesentlichen die •Nationaldemokratie und die Partei der ״Realisten“, sich nicht an ihm beteiligen. Der Staatsrat hat die Aufgabe, die Grundlage lür die innere Ausgestaltung des neuen polnischen Staates zu schatten, und soll vor allem die Bildung der polnischen Armee in die Wege leiten. In der Einbcrulung und Zusammensetzung des Slaatsratcs zeigt sich die gegenwärtige deutsche Politik In Polen, die aus übertriebenem Entgegenkommen ge» gegenüber den Polen die Ansprüche und Forderungen (ler nichtpolnisdieu Minoritäten des Landes unbcrück* siditigt läßt, in ihrer schärfsten Form. Sowohl bei den Verhandlungen, die der Bildung des Staatsrates vorausgingen, als auch bei der Wahl seiner Mitglieder, die vom (ieneralgonvcrncur beruien worden sind, sind die Juden vollkommen übergangen worden. Denn e» ist natürlich 11 n in ö g 11 c 11, den ״e i 11 z i g rn Jude n", der im Staatsrat sitzt, Herrn Kasiniicrz Natanson, dessen drei Kinder alle geteilt sind, irgendwie als Vert r c t c r der Juden zu betrachten. So muß mau dem( konslatiereii. daß die Judgn, die 150״ der Bevölkerung Polens |>ßden, im Staatsrat auch nicht durch ein einziges Mitglied vertreten sind, wie übrigens auch die Deutschen in Polen. Daß dies auf die Stellungnahme der polnischen Judeuhcit zu all den letzten Ereignissen der Polcnlrngc nicht ohne Wirkling bleiben kann, ist selbstverständlich; und mit Besorgnis muß sie der weiteren Entwicklung der Verhiiltnissc in Polen entgcgenblieken, die nach allem, was bisher vorliegt, ihr keinerlei (iartntio für die Wahrung und Sicherung ihrer Rechte und die Erfüllung ihrer eiemcntiurstcn i ordeiiingeii geben kann. Die Jahresversammlung der Warschauer Zionisten Trotzdem der l'intrill nur gegen Vorlegung de# Schekel erfolgte, nahmen an der j a h r e s v e r s u 111 in jung der Warschauer Zionisten, die am II, Januar im Gebäude des Volkstlieaters stittiand, mehr als KHK) Personen teil. Auch aus der Provinz kamen Delegierte. Schon lange vor der Tagung wurden die zu behandelnden Fragen in den Ein/clvcroincii eitrig debattiert. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage des Ver- Haltens der Zionisten während der Wahlen zum Stadtrat und die Politik der zionistischen Ratinanncr. Die jüdische Presse brachte der Tagung das lebhafteste Interesse entgegen, Sämtliche Zeitungen bringen aus• lliiirlk'lie Berichte über den (lang der Verhandlungen. Der Vorsitzende der Warschauer /ionisicn, Herr II, l'arhst ein, begrüßte in seiner Eröffnungsrede die Gäste Dr. Arthur 1111 n t k e ,׳ Berlin mul Itr. Kolleiiseher aus Posen und gedachte der großen Toten des Jahres, der I lichter S c h a I o m A I c i c h c m und Simeon Frtig, des Gründers der jüdischen Seliulen in Waasthiu M. Krinski, des jungen Zionisten M n c h 1 i s und des Pliitnutropcn < Imjim Kahn n. Er erinnerte auch au die gefallenen jüdischen I leiden und an die (laliiiigeschieclciien Opfer des neuen Jischuw in Palästina. Das Publikum erhob sieh zu ihren Ehren von den Plätzen. Zinn Vorsitzenden wurde Herr M. J. Freud erwählt. Das Präsidium bestand aus den Vorsitzen* den der einzelnen Vereine und den beiden Gästen. Pen Bericht über die T.;it*(kcit des W a a d erstattete Herr Izchak N i s s e n h a 11111, der ungefähr folgendes ausführte: ״״ miu (Minoni nilHR Hl I (III I i*M DL 1 konmtissioiien besorgt. Diese Kommissionen bestände tiir Agitations-, für Kultur-, für Hilfstätigkeit, für zie nistische Arbeit und für die Arbeit in der Provinz. Vo 10 Monaten, zurzeit der letzten allgemeinen Versäum• hing, war die Zahl der Schekelzaliletin Warschau 12b jetzt beträgt sie 210;). Für den Jüdischen National fond wurden im Verlauf von 15 Monaten vor de vorigen Versammlung 1000 Rubel und im Verlauf de letzten 10 Monate ibf17 Rubel gesammelt. Unter de Aufsicht des zionistischen Schiil-Kuratoriums stehe 10 Voiks- und Fröbelsduilen, 2 ’ Arbeitsschulen 11 ir 1 Talmudthora, die zusammen ungefähr ij():> Schule und 110 Lehrer umfassen. Die jüdischen Lehrgeger stände werden in all diesen Schulen in der hebräische Sprache unterrichtet. Die allgemeinen Lehrgegenständ werden in den verschiedenen Schulen verschieden ur terrichtet: in der hebräischen, jidischcn und auch i der polnischen Sprache. Zumeist mußte das Kuratc auch seihst für die Kleidung und Besclmhung de Sdlil5r.״״״rKl Jra,ßc"• Das Ihidgct dieser Schuld macht 8000■ Rubel monatlich aus. |)je nntionalisic rcnclc und zionisicrcndc Bedeutung dieser Schulen is außerordentlich. Besonders erwähnenswert an offen1 licher zionistischer Tätigkeit sind noch die grandios Demonstration, die am Lag-Baomer in den Straße Warschaus von den ziomstLschcr. Turnvereinen verar T־LWUn c’ un<* ^,C Kr°Hen Volksversammlungen ar i0, Thammus, , * Der Berichterstatter entwarf ferner ein ausführliche Bild der zionistischen H i I f s t ä t i g k e i t. Das zic nistische Bureau vermittelte die Geldüberweisung de amerikanischen Juden *in ihre Verwandten in Polet