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Jüdische Rundschau · 1917-01-12 · Heft 2 (12.1.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 2 (12.1.1917)
Date
1917-01-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 17 7m diesem Zweck (ordert die Konferenz des ״People’s Relief Committee‘• von dem ״Joint Distribution Com■ inittee“ ״in das neu-gegründete Komitee in Berlin audi einige jüdische Sozialdemokraten anfzunehmen, die für die E r 1 a n g 1111 g j ii <1 i s c 11 c r 11 a t i o 11 a 1 e r R e c 11 ■ te im okkupierten Gebiet cintreten und vom ״People’s Relief Uommiticc“ vorzuseh'agcn sind.“ Gleichzeitig verlangte die Konfeamz die Aufnalmie der vom ״Pcoplc’s Cuiumitne" wiederholt vorgeschlngcnen drei Mitglieder in das Warschauer Committee. Vorläufig stimmte di'e Konferenz zu, dal! die I lilfsgeklcr provisorisch dem nett-gegründeten Komitee in Berlin über* mittelt werden. Unter anderem beschloß die Konferenz: 1. zu versuchen, eine neue Deputation nach Polen zu eutseii* den, 2. den Präsident Wilson zu ersuchen, einen zwei* ten Judentag zu verunstalten, 3. für eine alljüdische Be- Steuerung von 1 Cent täglich pro Person zu agitieren, 4. jedes jüdische Theater im Lande zu vcrpflielilen, eine Vorstellung in der Saison für die Zwecke des I lilfskomitecs zu veranstalten und 5. vom ,,Vereinigten Kon■ grelikomitee zu fordern, die Fragen der auf bauenden 11 i 1 f s a r b e i t •und der nationalen A111 e i 11 e zwecks Wiederherstellung der zerstörten jüdischen Gcmeinden auf die Tagesordnung des künftigen jüdischen Kongresses zu setzen. Die neu-erwiilille Verwaltung des ״People*9 Relief Gmimittec" besteht aus 110 Mitgliedern, von denen 75 in New-York mul '35 in den Provin/stüdten wohnen. Das Gesamtkomitee muli zweimal jährlich, und das New-Yorkcr Komitee einmal monatlich tagen, Der Konferenz schloß sich ein Massenmeeting an, das von 5 001) Teilnehmern besucht war. Dr. Schmarja Levin, Redakteur Ab. Kahan, Kongrclhnann M. London, Louis l.ipski, Sclialom Asch, M, Rotteilberg und Joel Antin hielten Ansprachen. Wällrend der Versammlung wurden 50000 Dollar gezeichnet. Die Jndcndcbattc in der Duma Das neue Ciesetzprojekt über die Kreisvcrwaltim• gen der Semstwo’s hat in der Reichsduma eine lebhafte Debatte hervorgetanen. Das dem Gesetzprojekt zu Grunde gelegte Kurialsystem enthält viele Beschrankim״ gen, unter anderem werden die Juden von diesen Verwaltungeii vollständig ausgeschlossen. Zu diesem Punkte ergriffen in der Duma das Wort der Vertreter der Arbeitsgruppe Kerciiskij und der bekannte Führer der Kadeiten-Partei R a d i t s e h e w. Kerciiskij wies darauf hin daß in dem Ge■ setzprojektc die Tendenz durchgelülirt wird, die Juden bis zur Durch i'iilmmg einer allgemeinen jüdischen Gleichberechtigung von der Teilnahme an der Verwaltung aus/uschlu'ISen, was dem Versprechen der allmäliliehen Abschaltung der nationalen Beschränkungen widerspricht. Im vorigen Jahre, als der Rciclisdunia ein Gesetzprojekt über die Abschaffung aller nntioualeii und konlessiouellen llvschräiikuugen in der russischen Geset/gebiiiig vor״elegt wurde, ist behauptet worden, daß man die Gleichberechtigung nicht auf einmal, sondern bei der Einliilmiug jeder einzelnen Reform durchführen muß. Die demagogische Politik feiert noch immer ihre Siege. Hingegen ist das Verhältnis der russischen Bauern zu den armen jüdischen Flüchtlingen, die zu ihnen auf ihren Wanderungen kommen, ein herzliches. 1111 Augenblick, da Rußland vorgibt, für die Rechte der kleinen Nationen, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfeil, wird es durch solche Politik in den Augen aller Welt an den Pranger gestellt, Kerciiskij schloß seine Rede mit den Wolfen: ״Ihr, meine Herren, seid die Besiegten, denn Ihr geht neue Wnlfen in die lläiule derjenigen, die behaupten, daß Worte über naf 1011ale Gerechtigkeit im Munde der Enteilte Falschheit und Lüge sind, weil zu ihr auch Rußlaiul gehört, welches seine nationale Hetzjagd fortsetzt mul verstärkt.“ Roditsehevv führte aus. daß die Frage der Scinstwo.Verwaltung diejenige ist, auf deren Lösung Rußland seit Jahrzehnten gewartet hat. Von der lk•• völkeriuig werden jetzt immer größere Opfer verlangt, deren Voraussetzung die Gleichberechtigung aller Bürgcr sein muß. Und wenn ma.11 sagt daß die Juden an der Semstwo-Verwaltuug nicht tcilnchmcn dürfen, so wird dadurch das allgemein menschliche, das 11a• tioe.ale und lias persönliche Rcchtsgciülil beleidigt. Die Worte, daß Rußland fiir Recht und Freiheit kämpft, müssen auf Wahrheit beruhen, sonst ist die Beluuiptung, daß es sieh um die Verteidigung der kleinen Natioiieu handelt, mir eine leere Phrase. Dtm Feinde darf nicht die kolossal{: Macht in die Hände gegeben werden, die in dem Bewußtsein bestellt, daß er gegen einen Staat kämpft, der die Gerechtigkeit bei sich nicht walten lassen will. Von der Duma aus müßte sich die Stimme zur Verteidigung der Gleichberechtigung aller russischen Bürger, ohne Unterschied des Berufes, Vermögens und der Religion erheben. Die Verletzung dieses Gesetzes kann für Rußland zu einem Verhängnisvollen Fehler werden, dessen Folgen nicht abzusehen sind. Das Gesetz wurde in seiner ursprünglichen Form mit allen Beschränkungen aufgenomnien. Dr. Hantke in Warschau \ Seit dem 23. Dezember weilt Herr t>r, Artur 11 a 1t t k e in Warschau. Sämtliche jüdische Zeitungen, ohne Unterschied der Partei-Richtung, begrüßten den Gast auf das wärmste und wünschten ihm in seinen Arbeiten Erfolg. Das gcsamtc Zionistische Komitee in Warschau, init Herrn FL Färbst ein an der Spitze, und die Vertreterder jüdischen Presse erwarteten den Gast auf dem Bahnhof. Die jüdische Turnvereine stellten ihm eine Ehrc.nwach e. Am '29. Dezember stellten sich dem Gast Abgeordnete sämtlicher zionistischer Vereine und Anstalten vor, die ihm Adressen, Begrüßungen und Blumen überreichten. Am selben Abend landen Sitzungen des Warschauer Zionistenkomitees mul des polnischen Zionistischen Zentralkomitees statt, in der Synagoge wurde während des Sabbat-Gottesdienstes der Gast als einer der Führer der Zionistischen Weltorganisation vom Prediger, Herrn I. Nissenbaum, in einer großen Rede von der Kanzel begrüßt. Die Warschauer Zeitungen bringen Nachrichten über Versammlungen und Beratungen, zionistische und nichtzionistische, die täglich unter Teilnahme des Herrn Dr. Hantke stattfinden. An dem Bankett, das zu Ehren des Hcrri» Dr. Hantke am ü. Januar im Lokal des Zionistischen Büros veranstaltet wurde, nahmen ca. 200 leitende Personen der zionistischen und nationalen Oeffeiitlichkeit Warschaus teil. Der Vorsitzende der Warschauer Zionisten eröffnete mit einer hebräischen Begriissungsrede das Baukett iiml erteilte das Wort dem Gast, de Odile ausführliche Ucbcrsicht über die Lage der Juden in Palästina im Zusammenhänge mit der allgemeinen jüdischen Lage während des Krieges gab. Rabbiner Dr. Poznanski, l'rediger Milikowski, Fierr Kirachcnhaum, Ingenieur Zemach, Dr. Hiudes, Dr. Hurwitz, Herr Pross u. a. begrüßten den Gast als den Vertreter der zionistischen Leitung um) schilderte» die Aufgaben, die die Gegenwart dem polnischen Judentum stellt. Im Namen der ״Flaltize* Zion“ sprach Herr Weißroth, im Namen der hebriiisehen Lehrer Herr Radziwilowski, im Namen des akademisclicn Vereins ״Heeliawcr“ Herr M. Gordon, und im Namen des ״Misraehi“ Herr Lewin-Epstcin. ln geistvollen Worten erheiterten das Publikum die Herren ITeud und Piues, Frau Relß-Zuekennann und Fräu• lein Birkenlieim brachten die Begrüßung der zionistischen Kinderheime, i>cr Schriftsteller Schnlkowitz (Bet! Awigdor) begrüßte den Gast als den Friedensboten, der das Zusammenarbeiten der bis jetzt getrennten nationalen Elemente Warschaus ermöglichen möge. Eingehende hebräische Ansprachen hielten Herr S. L .Gordon mul Sokolko. Auf den Vorschlag des Herrn Ratmaims Eisenberg wurde der Gast ins ״Goldene Buch" eiligetragen. Der Schöpfer des ״Messias“, Herr Glit/.enstcin, Ratmann Seiden!,־um, Dr. Kluiucl und Dr. Gottlieb spraeben über die schöpferischen Kräfte, die der Zionismtis im Volk geweckt und zu wecken hat. In seiner Schlußrede zeichnete der Gast die neuen Richtlinien der weiteren zionistischen Tätigkeit mul schilderte den allgemeinen jüdischen Volksclinraktcr der Bewegung. U11ter lang andauerndem Beifall mul dem Absingen der ״Hatikwah“ wurde das eindrucksvolle Bankett gc* schlossen. f ür den 12. Januar ist im Gebäude des Kaminski-Theaters eine allgemeine Versammlung der Warschauer Zionisten vorgesehen. Eine zionistische Fraktion im Warschauer Stadtrat Die Haltung der Assimilanten auf der letzten Sitzung des Warschauer Stadtrates während der Behandlung der Interpellationen über die ,,Markthallen“ und über das für die langgcklcidcten Juden erlassene Verbot die Stadigiirtcn zu betreten, rief die Unzufriedenheit der gesamten jüdischen Oeffeiitlichkeit Warschaus hervor. Die zionistischen Ratmänner beschlossen, die sogenannte ״Vereinigung der jüdischen Ratmüiiiier“ zu verlassen und eine selbständige Fraktion im Stadtrat zu bilden. Die Wahlergebnisse im österreichischen Okkupationsgebiet In den größeren Städten des österreichischen Okkupationsgebictes, wo es keine jüdische Presse gibt und wo der Wahlordnung gemäß die jungen Kräfte das passive Wahlrecht nicht genießen, gelang cs den Assimilanten, mehr als im deutschen Okkupationsgebiet die Waiden zu beeinflussen. Doch läßt sich nicht von einer einheitlichen Wahlpolitik sprechen. In Radom z. B. schlossen die Assimilanten einen Block mit deu polnischen Nationalisten, in Lublin dagegen lehnten sogar die polnischen Demokraten jedes Bündnis mit den Juden an, in Pc tri kau suchten die Juden vergefiens eine Verständigung mit den Polen zu gewännen. In Kielcc über gingen die Juden vom ersten Augenblick an völlig selbständig vor. Die Ergebnisse der Wahlen in den vier genannten größeren Städten des österreichischen Okkupationsgebiets sind folgende: In Lublin, wo die Juden 5(10/0 der allgemeinen Bevölkerung ausmachen, erhielten sie bloß 17 Plätze im Stadtrat. also 32 % der allgemeinen Stadtratsabgeordneten; in Pctrikau erhielten die Juden 11 Platze, also 23 während sic 37 % vier allgemeinen Bevölkerung ausmachen, in Kielcc wurden 13 Juden gewählt, also 2(» «/#, statt der 35%, üie ihnen ihrer Zahl nach /!!kommen. Das schlechteste Resultat hatten die Wahlen in Radom, wo die Vereinigung der Juden mit den Polen zustande gekommen ist. Die jüdische Bevölkerung «ler Stadt zählt 45 %, cs wurden aber nur 12 jüdische Ratmänner gewählt, also 24%. In all diesen Städten wird jetzt seitens der nationalen Ratmänner die Idee der Bildung von jüdischen politischen Klubs eifrig diskutiert. Gregor Lourle Mit Gregor Louric, dessen Tod aus Rußlnnfd gemeldet wird, ist einer von der nltcn Herzi-Qnrde tialiingcgaitgen, einer aus der heroischen Zeit der z.ionistischeu Bewegung, die man mit gutem Grunde bis zum dritten Kongreß zählen kann. Sein Name jst 1111* trennbar mit der Entstehung der Jüdischen Kolonialsetzten Geschichten anlcgen, so würde wolil mtr eine Geschichte bestehen: die von den drei Geschenken, Die Wärme, von der wir oben gesprochen haben, ist hier verschwunden -- ganz besonders in den Geschichten des Insel büche 1 ch en s. Sind in Wirklichkeit diese Er- Zählungen, um in der Sprache Pcrcz zu reden, jede einzelne eine ,קוטל שלרד ein ganz lebendiges umd gestaltetes Wesen, so erscheinen sie hier wie losgerissene Stücke, Kinder einer ganz innerlichen Sprach- Verwirrung. (Diesen Eindruck haben auf mich ganz besonders die ,,Sagen polnischer Juden“ gemacht, von denen unten noch zu reden sein wird.) Der Uebersetzer macht dem ״ntodernen Gefühl“ Konzessionen, die durchaus dazu beitragen, die jüdischen Ordnungen, von denen her alle diese Dinge gestaltet sind, Zusammenstürzen zu lassen zu einem Triimmerfcldc von Verwirrung. Dies offenbart sich in der, weder den Mut zur entschiedenen Freiheit, noch <lc!1 größeren zty ganzen Wörtlichkeit findenden Art der Uebcrtragung, die manchmal ״allzu jüdische“ Dinge wegläßt, manchmal Zusätze macfit, die zuweilen einen sehr unfreiwilligen Humor haben*), fast immer aber die Erzählungen in eine Atmosphäre von Sentimentalität zieht, die besonders Pcrcz* Geschichten in keiner Weise haben, die aber dem Jidlschcn überhaupt nicht angemessen ist. Dazu kommt, daß der Geber* sctz,cr mit dem Hebräischen weder äußerlich noch innerlieh sehr vertraut zu sein scheint. Er liebt cs, hebräische So z, B. im inselbuch S. 8, wo es im Original 11 u ' clist tut er, was ein Jude tun soll“, der ucoersetzer aber scheint zu befürchten, der Bürger könne ״!« “ öfiubcrlseit vermissen, und fügt hinzu: Zunächst witscht er sich!! Es ist Pcrez ganz recht, warum faßt er «י wichtige Dinge auch aus! weniger erheiternd: Aus dem ט also dem 1. Elul, an dem man anfängt, m 11! ״., m hlascn, macht der Uebersetzer 11,f" ״«raten Posnuncnstoß des Neujahr»• /,o׳". die Sommerfrischler verschwinden *oucn! welch eine Voretellune! Ausdrücke zu übergehen oder mit allgemeiner Unhc stlmmthcit zu umschreiben, zuweilen läßt er sich auffällige Fehler zuschulden kommen, Seit wann ist Simehas Tauro der Tag, an dem den Juden die Thora gegeben wurde? Seit wann sind die Poskim, die Dezisoren des Religionsgesetzes, ״Bibelsprüche“? Das erstaunlichste in dieser Richtung ist aber das auf S, 25 des Insclbuchcs zitierte ״kabbalistische Buch ,Mcgillo Tmirin‘“. Ganz nbgeselien von der grammatischen Unmöglichkeit der Sadie scheint es merkwürdig, daß einem Manne, der cliassidisclie Bücher hcrausgiht, die berühmte aufklärerische Satire gegen «len Chassidisimis, der ״Mcgnlle Temiriii“ von Perl, 80 unbekannt ist, daß er ausgerechnet sic für ein kabbalistisches Buch hält. Dem Uebersetzer, dessen Bestreben cs war, die jüdisclien Dinge, deren Ordnungen er selbst nicht erkannt hat, dem westeuropäischen Leser nahezubringen, scheint die Einsicht verschlossen gewesen zu sein, daß dies nur möglich ist, wenn die Dinge in ihrer eiligeborenen Würde zu uns reden. Diese Würde aber ist verloren gegangen und durch eine andere, gleichsam erschlichene, die Dinge In Ihrem innersten Wesen um• biegende, ersetzt. Besonders stark gilt das von den ״Sagen polnischer Juden“, bei denen sich die Bcziehungslosigkeit des Uebersetzers zu seinem Objekte — eine bei dieser. Dingen notwendig abzulchncndc Ein* Stellung, denn woher soll der Leser mehr als rein äußerliche Beziehungen zu Ihnen bekommen, wenn der Uebersetzer keine hat? — am stärksten äußert: ln dem befremdenden Tone der Einleitung, in dem Bestreben auch noch In der wörtlichsten Ucbcrtragung die Ordnungen der Dinge zu verwischen, einer gewisser* maßen literarischen Diktion zuliebe, vor allem aber in zwei Dingen, die hier nur angedeutet werden können: Einmal in der Tatsache, daß der Uebersetzer geglaubt hat dem Herzen der Ding« am nächsten zu kommet״, wenn er eile Sagen, die sowohl in hebräischen als ln jidischen Rezensionen vorll«gen. der Volkssprache, in der sie zuerst erzählt wurden, dem Jidischen über* setzte ohne die hebräische Rezension zu hcriicksichtigen. Nach dem oben gesagten aber ist es klar, daß dem jüdischen Dingen entfremdeten Westjuden oder Europäer jene Dinge nur von jemand wirklich nahe gebracht werden können, der beide Urquellen benutzt. Zum anderen aber in der Auswahl der Geschichten. So geht cs nicht: daß man Geschichten, die zum größten Teil überhaupt nicht zum Bereich der Sage gehören, sondern zu ganz anderen Kategorien, irgend* wo aus einer nur vermeintlich losen Verbindung nimmt, aneinanderreilit und Gott einen guten Mann sein läßt. Welch ein Abgrund liegt noch zwischen dem letzten ״Mifalotli-Zaddikim“- Buche und diesem liier! (Es ist vielleicht nicht überflüssig, hier des Beispiels wegen aus einer verwandten Sphäre ein Buch zu neu* neu, das mich im tiefsten Sinne vor den hier angc* deuteten Kriterien besteht: den 1. Band der ״Sagen der Juden“ von Ben Gorion.) Viele wcTden vielleicht diese Bücher begrüßen, wie man sich gewöhnt hat, alles, was sich mit jüdischen Dingen beschäftigt, mit halben und darum ungültigen Maßstäben zu messen. Ich kann cs nicht. Denn es fst gerade in diesen Tagen, in denen die Versuchung groß ist, die jüdischen Dinge nicht vom lezten Zen* trum her, sondern von den peripherischen Oesichts* punkten eines völlig irrelevanten ״lntercssautsciiis“ für irgendjemand zu erfassen und weiterzugeben, doppelt notwendig, an jene Werke, die mit dem Anspruch an uns herantreten, geistigen Ordnungen zu entstammen, wenigstens die ersten Forderungen prinzipieller Annclimbarkcit zu stellen. Nur so kann gehofft werden, daß auch bei uns die wahrhaft jüdische Erkenntnis wieder einkehrt: daß die jüdischen Dinge um keinen Pfennig billiger gegeben werden können als ihr g a n ze r Preis ist, wenn nicht das Wesentliche, der Geist draifr. ßen bleiben soll. Dieser Preis aber Ist wirklich hoch, denn er heißt: unser Leben.

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