Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1917)
- Date
- 1917-01-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. I jjegeben. Wen 11 ic11 Herrn Blumenfeid fa'sdi verstanden SfS°FUat T •slch zum mindcstc״״ ״*»«utHch ausgc. druckt. Es ist nicht notig, alle drei Monate ein neues Ideal aufzubaiien. Ich bin in allen diesen Zeiten auch nicht ein einziges Mal wankend geworden, ״״j?3* was, Herr Schocken über Gegen wartsarbeit Mgte war sehr schön. Aber das haben wir politische Zionisten bereits vor zehn Jahren getan. Sensationell war das, was Herr Blumenfeid 111 seinen praktischen Fordemngen verlangt hat, nicht, aber ich bedauere dall ״w m,d1cse״> Preise nicht vorgebracht werden’kann, ohne als seiisationel.c Neuigkeit aufgelallt zu werden uiumenleld ichemt in einer neuen Stute seiner Entwick• ,(8.!”,י.*''"• Es ist aber für eine politische Bewegung »ehr getalirlich, solchen Leuten einen maßgebenden Einfluß aut ihre politischen Geschäfte einzuräumen und darum mochte ich dringend bitten, daß damit aufgcliört wird, an all den Begriffen zu rütteln, die uns bisher stark und groß gemacht haben. Ernst Fabian: Wir sind nicht di!e Juden, denen Blumenfeid erst etwas zu bringen hat. 18t das Judentum uns nicht lebendig? Was brauchen wir erst von einem Neuling zu knien? Blumenfeid ist vielleicht ein Politiker in geistigen Dingen brauchen wir ihn nicht. Wir lieben das Hebräische, wir lieben Palästina. Wir lieben noch etwas, was Herr Blumenfeid nicht versteht, »wir lieben die jüdische Masse, aus ihr muß das deutsche Judentum erneuert werden. Wir sollen uns vom jüdischen Osten befruchten lassen. Nicht Herr Blumenfeid kann 1111. ser Lehrer sein, wohl aber die Melaiiidim aus Litauen. Jakob Wagner: Di!c jüdische Erziehung darf sich nicht bloß auf die hebräische Sprache allein beziehen. Wir müssen zuriiekkehren zur Bibel. Wir wollen die B*M nicht nur verstehen, sondern auch austiben. Wir halwn es nicht nur nötig für Palästina, wir haben es nötig für .uns selbst. Jochanaii ben Snkk.11 bat den römischen Fcldhcrm nicht uni Essen, sondern er bat um die Erlaubnis zur Gründung einer Schule. Auf die Bibel hat sich unser Leben aufgebaut. Wir müssen Pa'ästinn im Haus bewahren. Wir müssen uns paläst neuskren und judaisieren. Außer den Vorsch'ägen, die bisher gemacht wurden und die sich auf die Erziehung der Jugend beziehen, mache icli noch andere Vorschläge in Bezug auf die Erziehung der Erwachsenen, Wir gesetzcstrciah luden müssen uns auch erziehen. Darum mache ich den Vorschlag, die Kommission soll in Erwägung ziehen und zur Ausführung bringen Erziehungsmethoden für Erwachsenc. Es sollen in allen zionistischen Orlsgrunpeil Vorträge gehalten werden über Fragen des jiiui* sehen Lebens, Alle unsere Gebräuche sind jm Grunde national. Wir haben diese Vorträge einzurichtcii. Frii* her hatten wir die Schiurim, jetzt ist der Unterricht in andere Formen zu kleiden. Für die verschiedenen Lebensauffassungen müssen Vorträge gestaltet weiden. Wir haben unsere ganze Schrift umzulernen. Ule Meisten lesen jclnula Ha lew mir am Tischah beaw. Man imifl alle unsere Dichter und Schriftsteller systematisch unter• richten. Solche Vorträge werden in Berlin ins Leben gcruicn. Ich wende mich an alle Gcset/.estreueii. Wir müssen andere heranziehen in unsere Häuser, Wir haben durch dir Thora zu erziehen. Die Bibel hüben wir von Palästina ganz. erhalten und haben sie wieder ganz nach Palästina /.urückzubringeii. Jakob Reicli-M ii 11 c I) e 11: Wir erleben gegenw ärtig ein merkwürdiges Schauspiel. Die Leitung sitzt uns ein Referat von Blumeiifekt vor und verkündet eine Riehtung, die so unpolitisch ist wie nur möglich und gleich• zeitig referiert Herr Dr. Hantkc über die Tätigkeit iks Actious-Ooniites, die so politisch war, wie sie nur sein konnte. Man hat sich mit uns Zionisten mehr Iteschnftigt, als es jemals der Fall gewesen ist. Aber ich glaube nicht, daß es unser Verdienst ist. Das Leben des jüdischen Volkes ist so kritisch geworden, daß man sieh eben mit ihm hfsdiüftigcii mußte. Vielleicht hätte dies mit mehr Nutzen geschehen können. Es ist nicht richtig, daß ich eine. Rettungsaktion für das Ostjudentum verlangt habe. Von einer solchen Rettungsaktion würde ich mir auch sehr wenig versprechen. Aber man kann auch nicht nur sagen: wir bereiten uns für Palästina vor, das jüdische Volk ist unwesentlich für uns. Wir können nicht daran denken, einen .Teil des jüdischen Volkes in abächbarer Zeit nach Palästina zu bringen. Die Folge davon ist, daß wir, weil wir die bewußten Vertreter des Judentums sind, die Existenz des jüdischen Volkes Ln der Dias|X)1׳a sichern müssen, dies dürfen wir nicht anderen Personen überlassen. Das ist der Unterschied zwischen den Anschauungen der Leitung und meinen eigenen. Es ist hier von mir verlangt worden, daß ich praktische Vorschläge maicheii soll. Ich könnte dies mit einem Worte sagen: Arbeiten wir doch nach den Grundsätzen, die wir in Palästina erprobt haben. Wir finden hier größeres Material; so werden wir auch mit unserer Arbeit größere Erfolge erzielen. Sehr wichtig wäre die Gründung einer Arbeitsbcschaffungsstclle. Ich glauixe, daß wir zu einer Verständigung mit den Anderen ,kommen müssen. Alles, was wir Wir die Ostjuden tun, wird selbstverständlich der zionistischen Orfjanisation zugute kommen. Warum hat man sich dies .nicht in Wien gesagt und sich um die galizisciicu Flüchtlinge natcli ihrer ,Rückkehr nach• Galizien nicht genügend gekümmert V , Heinrich Murguliesi Ich begrüße es, dall wir endlich zu dem Ziele gelangten, eine Scheidung zwischen der real-politiscliea mul der Kulturarbeit vor/uiieliimii. Hell* spreche die Erwartung aus. daß das Zentralkomitee, nachdem ihm mimneht die schwersten Arbeiten abgenominell werden, zu denen das Zentralkomitee nicht berufen war, siel! den wirklich positiven Arbeiten mit umso größerem Nachdruck widmen wird. Ich habe das Gefühl der Dankbarkeit gegen die Herren Hantke und Blumenfekt lür die nachsichtige Art, in der sie meine, wie ich ziigebcn will, in der Form zu weit gehenden Angriffe behandelt Italien. Ich knüpfe die Erwartung daran daß wir bei dem nächsten Delegiertentage nicht wieder dieselben Debatten haben werden. Dr. Bubcr Redewendungen Herr Dr, denen ich Friedemann sprach - in bereits in Aufsätzen von Margulics und Ooldmann begegnet war -- davon daß der Zionismus sich von der Partei zur Sekte «1 entwickeln drohe Das ist grundfalsch. Auch die Radikalsten unter , wollen dem Zionismus seinen Parteicharakter nicht verkümmern; aber sic erblicken hierin nur de« äußeren Aspekt der jüdischen Bewegung, deren innerer die nationale Lebensanscliauung ist, uns muß nucii vom Gc• sichtspuukt der Parteipolllik aus betont werden. Denn wir Können mir eine Macht im Geiste Sein, und eine solche vermag nur durch Intensität wahrhaft zu wirken, dadurch, daß sie in jedem Einzelnen nicht Bekenntnis, sondern gelebtes Leben, gesammelte vitale Energie ist. Zu Unrecht sagte l)r. Friedenutim, wir vcniachliissigtcn die Politik, welche die des Möglichen sei. Das ist eine Definition, die, als sic geprägt wurde, ihren legitimen Sinn hatte, seither aber zum trivialen und geistwidrigen Schlagwort geworden ist. Die Kunst des Möglichen ist nur ein dienendes Element in der Politik; ihr Bereich ist lediglich die Diplomatie, der Außcuhof der eigentlichen Staatskuiist, in der das gebietende Elcment, das Wissen um das Notwendige waltet. Es gibt aber eine Politik, in der die Kunst des Möglichen gänzlich zuriiekfritt; das ist die Politik eines niedergehaltenen, um sein Lebensrecht ringenden Volkes. Volkserhebung bedeutet einen Protest des nationalen Geists gegen die ״Kunst des Möglichen" und die Proklamation einer anderen Macht. Denn cs gibt eine andere Macht — und für sie stehen wir da. Diese unsere Politik muß unserer Auffassung nach eine unverbrüchlich einheitliche sein, das heißt •eine unverbrüchlich palästinensische. Wir haben keine andere Politik als solche, die Palästina zum Ziele lint. Wir ZionistCn sind nichts als die auf allen Wegen• nach Palästina Strebenden. Dazu gehört auch eine ausgedehnte Galuthpiilitik, aber sie muß vom Ziel bestimmt sein. Sie ist von unserer Seite seit fünfzehn Jahren immer wieder präzisiert worden. 111 der Zeit, als jene zionistische Politik, die Politik mit Diplomatie verwechselte und nicht von Prinzipien, sondern von der Genialität eines grollen Muimcs ge• tragen war, scheiterte — denn als das Zeugnis Ihres Scheitern faßten und fassen wir jenes UganJaprojekt aut — damals haben wir uns nach dem sechsten Kongrell zu einer geheimen Gesellschaft zusiiinniengetan — jetzt darf man davon sprechen zjir sogenannten Liga. 111 dieser Liga wurde damals die Frage erörtert: Nachdem die falsch!! so geendet hat, welche ist die richtige zionistische Politik? Damals faßte ich die Gedanken, die schon früher von mir und anderen erörtert worden waren, in eine These zusammen, die ich Ihnen in einer etwas später iiieilcrgeschriebenen Formulierung anführen will. I׳.s heißt darin: ״daß in Emiaiigeluiig politischer national-kulturelle Macht die einzige ist, auf die unsere Verhandlungen sich stützen können, daß die zionistische Politik Kulturpolitik werden muß, wenn sie sieh trotz, ihres Ausnahme-Charakters — Politik ohne Polis, vielmehr die Polls erst erstrebend — Ergebnisse erzielen will ike sonst nur der Aktion anerkannter Macht gewährt sind." Wenn es möglich sein wird nach einiger Zeit dus dokumentarische Material aus dem Briefwechsel Theodor Hcrzls mit mir mul meinen Freunden zu veröffentliehen, wird über diese Auffassung unserer Politik noch manches klarer werden. Ich habe das jetzt nur angeführt, um zu zegien, daß es in der jüdischen Bewegung keinen Sprung gibt, daß es sich hier nicht, wie etliche Redner meinten, um die Wandlung eines Einzelnen, sondern um einen immanenten Entwicklungsprozeß, um Dinge handelt, die• schon seinerzeit in Formulierungen und auch in mancherlei praktischen Vorschlägen zum Ausdruck kamen. Fs ist daher auch ganz, verkehrt, wenn man uns entgegen hielt, man könne hier keine jüdische Kultur schaffen. Ich hätte von Dr, Friedemann diesen Gemeinplatz nicht erwartet. Niemand von uns denkt daran, liier eine jüdische Kultur schaffen zu wollen, Nlcinniiii schlägt einen Ausschuß zur Durchführung der Arbeiten vor, um eine jüdische Kultur zu schaffen, Niemand Imt solche Absurditäten im .Sinn. Es ist die Grundlage unseres Zionismus daß eine jüdische Vollkultur, eine wahrhafte und vollständige jüdische Kultur im Qaluth unmöglich ist und daß wir deshalb mit aller Kraft unserer Seele dahin verlangen, wo allein sie erstehen kann. Aber damit wir dahin gelangen, brauchen wir eine jüdische Kulturpolitik.• weil — und das steht auch in jenen Schriftstücken aus den Jahren 1902 und 190:1 Palästina nur mtfgebaut werden kann durch ein aus dem Geist, aus Ichetidigcr Tätigkeit und Wirkung des Geistes geeinigtes und gefestigtes Judentum. Das bedeutet eben Erziehungsarbeit. Wir können Palästina nicht aufrichten, wenn wir nicht durch die jüdische Kuitu rarbeit;•ine Macht im Geiste geworden sind. Und wir werden des weiteren zu Palästina erst dadurch fähig, wir werden zum Aufbau einer palästinensischen Gemeinschaft erst dadurch in Stand gesetzt, daß wir nationale Erziehungsarbeit inaugurieren und durchführen. Vor vierzehn Jahren wurde das gesagt und heute wird es wieder gesagt. Aber lassen Sie uns hoffen daß es endlich aus dem Stadium der Rede heraustritt und Tat wird Kurt Blumenfeid: Unsere Aussprache laßt trieb nicht dadurch abtuii, daß Herr Karcski auf den Freiheit«- willen des jüdischen Volkes hiiiwcist, da» jedes Denken über de״ Zionismus üherilüssig macht. Der Freiheit«- wille ist die Grundlage auf der tuwer Zionismus sich bildet, Die Geschichte des Zionismus lehrt tat», Wie dieser Wille sieh Formen und Inhalte geschaffen hat, die weiterziihiklen unsere Aufgabe Ist. Mir Ist zum Vorwurf gemacht worden, ich sei mit dem Anspruch aufgetreten. mit allen meinen Forderungen etwas Neue» zu bringen. Ich habe wiederholt betont, daß meine Vorschläge nicht neu sind, neu ist nur die Verknüpfung unserer zionistischen Arbeit im Gaiuth mit Palästina. Richtige Erkenntnisse müssen so lange wiederholt werden bis aus ihnen die praktischen Folgerungen jezogen sind. Die Iriilicicn Bemühungen, unserem Zlouisinus hier Inhalt zu verleihen, sind oft mißlungen, Aber diesen mißlungenen Versuchen ist es zu danken, daß wir heute zuversichtlich auf das Gdingen unserer neuen Arbeiten vertrauen dürfen. Heute können wir cs besser machen, weil wir heute eine zionistische Jugendbewegung haben, weil Palästina uns Freunde und Lehrer gegeben hat, weil wir noch tiefer die Not,- wendigkeit empfinden, hier .zu Leistungen zu gelangen. Unsere hebräischen Kurse werden heute die Minder• nisse überwinden, die bisher nicht zu nehmen waren. Je ernster und erfolgreicher wir arbeiten, um so stärker wird unsere Wirkung in der jüdischen Welt werden. Wenn wir immer die Gebenden sein werden, werden aneli die niclitzionistischen Juden den Weg zu um finden. Es ist kein Zufall, daß der Zcntralverein den Blau-Weiß bei Lehrern und Direktoren denunziert und daß der neutrale Jugendhund auf seiner Düsseldorfer Tagung durch seinen Vorsitzenden den Wunsch geäußert hat. sich uns zu nähern. Die Jugend, die wir unserer Idee gewinnen wollen, braucht uns sohald nur der ernste Wunsch nach jüdischer Arbeit besteht. — Der rücksichtslosen Entschiedenheit, mit der wir unsere nationalen Ansprüche geltend gemacht ha* ben. verdanken wir auch unsere äußeren Erfolge. Ver* gessen Sie nicht, daß sich unsere Zahl von PKW—t9t4 von 5000 auf 11 000 in Deutschland erhöht hat. 6000 junge Menschen haben wir ganz für uns gewonnen.. Der Krieg liat uns neue hingehende Menschen gebracht; niemand ist unserer Sache untreu geworden. Die deut* sehe Ocffcntlichkcit hat durch unsere Arbeit begonnen, das zionistische Problem kennen zu lernen; führende Männer des deutschen Volkes haben die Größe unserer Idee empfunden. Wir sind heute in Deutschland die geistige Macht, die, wenn wir ernsthaft arbeiten den uns wertvollen Teil der jüdischen Jugend für unser Volk gewinnen kann. Unsere angeblich komplizierte Theorie ist in Wahrheit von großartiger Einfachheit, sie ist das allsgefüllte Freiheilsgefühl des denkenden Juden, der die Sehnsucht hat, sich selbst zu finden. Es gelangt sodaiui der von Herrn Calvary eilige• bruehte Antrag der Kulturkommission zur Abstimmung, der angenommen wird. Der Antrag von Herrn Tri et sch wird als Re#olu» tiou an das Zentralkomitee angenommen. Der Vorsitzende bringt sodann den von Herrn l>r. 1׳ r i c d c in a 1111 gestellten Antrag zur Atstiminuug. eine Kommission zu wählen, der die Akten des Ko* mitces lür den Osten über die politische Arbeit in der Ostjudeiilrage vurzulegeii sind. Es wird folgende Kommission gewählt: Kee, Bubcr, Max Strauß, Trietsch, Berger, Pelz, Kareski. Es gelaugt sodann der vom gescüäftsführenden Ausschuf! gestellte Antrag über die Erhebung eine* K r i eg m bc i t rage s von 6 Mk. zur Abstimmung. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Dr. Hnntkc: Unter den leider vielen Uesiummgsgenossen die wir durch den Krieg verloren haben, bcfin* det sielt auch unser früherer Beamter Redakteur Fritz Abraham. Eine Sammlung die einige Freunde hier veranstaltet haben hat einen Betrag von 3i0 Mk. ei» geben, mit dem der Delegierteutag Herrn Abraham al» immerwährendes Mitglied der Zionistisrhcn Vereinigung für Deutschland eingetragen hat. Ich erinnere Sie an diesen Fond der zur Ehrung unserer verstorbenen Mitglieder gescltalleii wurde, und dessen Kapital zu einer Stiftung verwandt werden soll. Der Delegierteutag hat die Erwartung, mit der ich ihm entgegeiigesehen halte, absolut entsprochen. Der Delegierteutag war so zusammengesetzt gewesen, dall wir ihn als eine Vertretung des deutschen Zionismus ausehen können. Es sind positive Beschlüsse gefaßt wore den, die wir alle begrüßt haben. Ebenso wichtig ist die Tatsache, daß wir drei Tage Gelegenheit gehabt haben, uns ausz.usprecheti, daß wir die Mulle geimidcti haben, uns gemeinsam zu orientieren, unsere Gedanken über die wichtigsten Probleme auszutaiischeu. Hierbei hat sich für mich etwas Erfreuliches herausgestcllt. Es standen sich hier nicht zwei Parteien gegenüber, die •ich bekämpften. Die ganzen Verhandlungen haben auf mich in zionistischer Beziehung einen viel größeren Eindruck gemacht als unsere Tagung In Leipzig. Die Ost juden frage ist eine sehr crir-tc. Ls gibt keinen Ausdruck, der die Tragik der Situation erlaßt, und wenn ich in diesen Tagen erneut Gelegenheit halten werde, mich mit diesen Dingen in der Nähe zu belassen, so hoffe ich, daß meine Reise nach Polen ein Ergebnis haben wird: den Zusammenschluß aller national-jüdischen Kreise in Polen. Damit schaffen wir die beste Unterlage für die Zukunft im Osten. Diese Frage ist nur zum Teil eine organisatorische zum Teil eine national-erzieherische Frage. Es beschäftigte uns hier auch das Verhältnis zu den Nichtzionisten in Deutschland. Wir begrüßen die sich erölfnendc Möglichkeit um Verständigungen, mü9* sen aber die Entwickung abwarten da diese Möglichkeifen andrerseits verringert werden und durch die An* grilfe, denen wir auch jetzt ausgesetzt sind, Alter es wird auch an uns nicht fehlen, wenn die Möglichkeit de» Zusammenschlusses geschaffen wird, ohne daß wir ein Opfer des Intelkkis bringen. Auf diesem Delegiertentag ist auch unser Verhältnis zur jüdischen Religion berührt worden. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. darf davon überzeugt sein, daß das Aktions-Komifec die Kon- Sequenzen von Erklärungen trägt, die es auf dem Kon* greß abgegeben hat. Bei Vorwürfen müssen uns aber spezitizierte Unterlagen gegeben werden damit man den Tatsachen nnchgclicn kann. Die geistigen Fragen, die uns hier beschältigt haben, die Fragen der Erziehung werden auf lange Zeit hinau» unsere Arbeiten erfüllen. Wenn tter Ausschuß für geistige Angelegenheiten eine Tatsache werden *oll, kann die» nur dadurch geschehen, daß wir Zionisten ihm das größte Intcrimsc zuwenden. Dann wird dieses Ore gan auch in der Lage sein die Richtlinien für un- . »ere systematische Arbeit zu schaffen. Durch den Krieg hat tmser Volk eine Reihe von bedeutenden Männern verloren. Ich gedenke vor allem Pcrcz’, Sc110k!m Alejehcms und Frugs. (Die Versamm* lung erhebt sich.) Das beste Andenken für sic wird sein, daß mehr als bisher auch der westliehe Zionismus den Tendenzen sich nähert, die diese Männer in ihrer Art verkörpert haben. Ich schließe den Deleglcrtcntag. (Unter den Weisen der Hatikwah verlassen die Delegierten den VersammhmgMaal.)