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Jüdische Rundschau · 1917-12-28 · Heft 52 (28.12.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 52 (28.12.1917)
Date
1917-12-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 02 U E Li 1 c> (l! 1 L. . 41 Ij . ä C* in Jk. Ij Seite 419 jüdischen Demokratie erlangte. Vor einiger Zeit kam er nacli Stockholm und nahm als Delegierter der amerikanischen Poalc-Zionisten an der Formulierung der jüdischen Forderungen im Fricdensmanifest des Holländisch * * *Skandinavisch en Komitees in Stockholm großen Anteil. Zur Freude aller um das Schicksal der jüdisch-nationalen Demokratie hekümmer- ' 1cn Kreise erhielt Borochow vor kurzem die Möglichkeit nach Hu Ol and zuriickzufcelireii, wo er sofort die Führung der Poale-Zion in Rultlaud übernalitn. Durch licrvorragcnde Gcistesgabcn und wisscnscliaftlidie Kenntnisse fand er sogleich die Anerkennung mul das Vertrauen der nichtjüdischen revolutionären Oclfentlich• keit. Sein Auftreten bei der Konferenz der N a t i on a l i t ä t c n in Kiew und der Demokratischen Reichs ko nferenz brachte ihm neuen Ruhm!. In den letzten 'Wochen wurde er von den I’oale-Zion in einer Anzahl von Städten als Kandidat zur Konstituante aufgestellt. Ein weites Feld der wirksamsten Tätigkeit erwartete ihn. Er brach in einer Stunde zusammen, au der sein Wirken am meisten nottat mul viel vorheißend werden konnte. Die Trauer über seinen Tod reicht weit über die Kreise seiner Partei und Schüler hinaus. Der Zionismus und die deutsche Presse Neue Aeußcrunßcn Wiederum liegt eine Reihe neuer deutscher Presse- ■stimmen zum Puläsliriaprobiciii vor, in denen muh der Zionismus ein/,׳eilende Erörterung findet, In einem Aufsatz. ״De ut s eil tu in und Judentum" von Dr, Haus Fritz. Ahr nimm, der in der von Adolf Orabowsky hcraiisgcgebeiicii kouserva- Üven Zeitschrift ״Das neue Deutschland" (vom 15. Dezember) ersdtienen ist, wird die kulturelle Bedeutung des Zionismus für die Diasporajtulenheit gewürdigt. Der Verfasser ist der Meinung, daß die Zugehörigkeit des Juden zu einer der europäischen*K11Iluren wohl vereinbar mit seiner tätigen Anteilnahme an der imteren Renaissance ,des jüdischen Volkes sei. jedenfalls sei die Befürchtung, daß die zionistischen Bestrebungen in einen Widerspruch mit der (llcichlicrcchtigimgsklec geraten konnte, unberechtigt. Die kolo- *isatoriseiien und sozialen Ziele des Zionismus, so führt Abraham aas, sichern ihm seine geschichtliche Hedentung, ״Als Faktor der Orieutpolitik ist der Zionismus gerade in diesen Tagen bedeutsam in die Erscheinung getreten. Der Zionismus tastet die Souveränität der Türkei nicht an." Dem Aufsatz, schickt die Redaktion *ine längere Vorbemerkung voraus, in der ehe Erklärung lialfonrs besprochen wird. E3 heißt liier linier aiidcmn; ״Wenn auch natürlich der Wunsch der englischen Regierung ilahiu geht, Palästina unter englisches Proteklorat zu!)ringen, so ist doch in der Kundgebung selbst *idits enthalten, was mit den türkischen Souverän!'* Citsrcchtcn in Widerspruch steht. Die zionistische Presse Deutschlands deutet an, daß die englischen Zionisten sflbst auf eine Erklärung in dieser Form und ohne Beziehung zu irgend welchen englischen Protektoratswünschen gedrungen haben. Das war!KiliUsdi jedenfalls klug gehandelt, denn erst ווהf dein Friedeiiskotigreß kiinii, wie die inilitiiiiselu'11 Operationen auch ahhülfen, die Palästinafrage entsehleden werden." Die Zeitschrift begrüßt die Stellung der ״Jüdischen Rundschau" zur Erklärung, ״Auf jeden Fall", fordert su\ ״muß der deutschen Regierung■, wie <1111 Zentral- *nädilcu iilteiiiaiipl, geraten werden, sich im Rahmen der türkisch-deutschen Ziiktinftspolitik auf die ziotiistislic Frage eiuzustcllcn." Während Abraham die Lösung des Problems Deutsch- •um und Judentum In einer beiderseitigen Annäherung an'einen huherbn nationalen Typ sicht — er glaubt, daß nicht nur die Juden, sondern' die Christ* liehen europäischen Völker •einer ״A!';;;;njlajiot1“ bedürfen, die ohne Selbsttäuschung und .chauvinistische Ucbcrhelnnig das Beste und Wertvollste der Gemeinschaft pflegend, Gerechtigkeit gegen ׳' " •se!1 und Eigenart der anderen zu üben weiß — kt der Autor eines 1.eitanfsatzes der ״Bcrlinc'1 Mo r g e n p 08t" vom Hl. Dezember ״Der politische Z i o n i s m u s" das Wesen des Zionismus in der Entscheidung des einzelnen Juden, ob er Jude oder Angehöriger einer anderen Nation sei. Auf Grund dieser Fragestellung gelangt der Verfasser zu dem Ergebnis, daß für den politischen Zionismus in Deutschland mir eine Minderzahl, in Amerika und Rußland aber bei weitem die Mehrzahl der dort lebenden Juden für die zionistischen Endziele in Betracht kommt, Mit Major Franz Carl E11 dr es bezeichnet der Autor cs als ein ״Zeichen hiithgrndiger politischer Kindlichkeit“, wenn man in Deutschland den Zionismus nur deshalb begünstigen wollte, damit alle deutschen Juden nuswamlcrn. ״Nein, vom deutschen Blickpunkt gesehen, handelt cs sielt bei dem politisches! Zionismus um ein Prnblcm, zu dessen Lösung kräh winkliger Antisemitismus unfähig ist. Denn die zionistischen Pläne greifen weit über die kleinen und beschränkten Spicßbiirgereicn hinaus in das weite Gebiel der Wellpolitik.“ Es ist sehr begrüßungswert, daß es von einer deutschen Tageszeitung einmal klar und unzweideutig fcstgestellt wird, welch geringes polnisches Verständnis es verrät! im Zionismus eine irgendwie geartete unfreiwillige KniiipfgcnosJeiimhaft des Antiscmit isiims zu erblicken, Auch die kntliolisclnz ״Germanin“ nimmt in ihrer Nummer vom 21. Dezember erneut zu den letzten Ereignissen in Pajästlun und der Haltung der Ententemachte zu ihnen Stellung. Die ״Germania", die vor kurzem, wie bekannt, ein gutes Verständnis für die Bedeutung der jüdischen Kolonisation in Palästina gezeigt hat, verharrt bei der Meinung, dafl ״die Katiioliken aller Lander gerade jetzt die Pflicht und Schuldigkeit haben, sieh ihren Anteil am Heiligen Lande auf alle fülle zu sichern". Das Zrutiiiiiiftorgnu betont nochtitiils Heilten schon öfters geäußerten Standpunkt, daß Deutschland und seine Verbündeten die Regelung der zionistischen Frage nicht den Alliertcti alfclu überlassen dürften. Religiöse Bedenken bezüglich eines jüdischen Jeriisaleins äimsert mich Friedrich Nnntitnnn in einem Aufsatz.!1er Berliner ״Hilfe“ vom 20. Dezember. Er meint: ״Man könnte dar,׳in denken, die Stadt den Zionisten zu übergeben, wenn nicht auch christliche und mohammedanische Heiligtümer erster Ordnung wären, die man nicht zionistisch kontrolliert sehen will. Alle Welt ist dort sehr empfindlich für Traditionen und Rechte; da ist kein leichter beweglicher Moderuisnuis.“ Dieser Forderung eines hinreichend garantierteii Schutzes der religiösen Interessen ist bekannt- 11111 von zionistischer Seite die größte Heachtutig gesihenkt worden und es bedarf wohl ksium mehr einer Erwähnung der Tatsndie, daß das Oberhaupt der ksithollscheu Kirche durch diesbezügliche Zusicherungen von zionistischer Seite sich vollkommen befriedigt erklärt bat. Eine den zloniHtlsdien Bestrebungen durchaus zu* stimmende Stellung hat *übrigens bekanntlich das süddeutsche Zeiitruinsorgau, der ״Regen »burgcrAnz.eiger" eingenommen, der in seiner Nummer vom 1-1. Dezember unter der Uebcrsclirift ״Ein Jaden- Staat Pa I ä s 1111 u »" seine Leser über den Fortgang der Diskussion des jüdischen Palästinaproblems auf dem Laufenden hält. Auch viele andere deutsche Zeihmgen bespreche« die Palästinafrage im Zusammenhang mit der Erklärung der englischen Regierung. Der ״Düsseldorfer Generalanzeiger“ und die ״Stettiner Neuej 81 e n Nachrichten" vom 0. Dezember belassen ן sich mit der Stellung des Manchester Guardian zur ן Palästinafrage und zitieren demgegenüber Teile aus der 1 Rede Dr. J. Gottliebs auf der dritten zionistiselten Konferenz in Warschau. Einen bemerkenswerten Aulsatz von C. Z. Klötzel enthält die ״Neue ן Hamburger Zeitung“ vom 17. Dezember. Die* ser Aufsatz formuliert die zionistischen Forderungen wie folgt״ ׳Was der Zionismus in Palästina erstrebt, läßt sieh am besten als ״kulturelle Autonomie" kennzeichnen. Die zionistische Forderung betrifft die Mog־ lichkeit ökonomischer und kultureller Selbständigkeit de« jüdischen Gemeinwesens und denjenigen Grad der Selbst* Verwaltung, wie er für die einzelnen Völkerschaften eines Nationalitätenstaates allgemein wünschenswert und notwendig erscheint.“ Von ebenfalls zionistischer Seite bringt die ״Kölnische Zeitung*, ohne sich diese Ausführungen zu eigen zu mndhen, einen Aufsatz über die jüdischen Siedlungen in Palästina, in denen auf die grolle Bedeutung hingewiesen wird, die .ein energische» Eintreten der deutschen Regierung für Uen Zionismus hatte. Mit dem Pnlästin.iproblem beschäftigen sich ferner die ״Cassrler Neuesten N a c h r i c h t e n" vom II. Dezember, der ״General- Anzeiger für 11!1 m b u r g * A 11 n 11 a" vom 17. Dezember, der ״Belgische Kurier“ und die Berliner ״Wahrheit" vom 13. Dezember. Letztere sagt, daß man,! ״wenn das Prinzip des Selbstbestiniinungsrcchts der י Völker auch dort (in Palästina) proklamiert werden sollte, den sehnlichen Wunsch aller Zionisten erfüllen könnte." Zur Erklärung der englischen Regierung Am 2. Dezember fand ein großes jüdisches Volksm c c 11 n g im Londoner Opera House unter dem Vorsitz, von Lord Rothschild statt. Es sprachen Lord Robert C e c i I, I Irrbert S a in 11 c I, S»r Marks Sykes. N. Sokolow, Oln׳rr.1hbi11cr l)r lli rtz, Dr. 0.1• *tcr, James de Rothschild, Dr. Welz mann und andere. Alle jüdischen Gemeinden und Organisat!״ neu in England waren durch Delegationen vertrete« oder hatten Begrüßungsschreiben gesandt, Hilter den Anwesenden sah mau eine große Anzahl von euglisclieii Parlamentariern, Politikern und Journalisten l.ord Robert Ce eil führte aus: Wunsch der brifischeu Regierung sei es, daß die Araber Arabien, die Armenter Armcuigu, die Juden Judäa und die Türken die eigentliche Türkei erhielten. In der Unterstützung , des Zionismus folge Großbritannien nur seiner tradi- 1 11 tioneilen Politik. Die Anerkennung des Zionismus sei der erste aufbauende Schritt Großbritanniens bei der Errichtung des neuen Weltgeb.mdcs nach dem Kriege. Letzten Endes würde dieses grolle Ereignis einen weitgeltenden Einfluß auf die Weltgeschichte ausüben. Herbert S a in 11 e 1, früherer Minister, billigte die Politik der Regierung, die cs dem jüdischen Volk wiedc! möglich mache, der Welt eine glänzende eigene Kultur zu schenken, Sir Marks Sykes sagte Die Deklaration bedeutet einen Wendepunkt nicht nur in der jüdischen Geschichte, sondern in der Weltgeschichte. Herr N. Sokolow gab seiner tiefen Freude über die Erklärung der britischen Regierung Ausdruck, Die Errichtung einer jüdischen Heimstätte wird ein Symbol für den Triumph der Gerechtigkeit sein. Ebenfalls durch Stcgcmann wurde am 2. März IS1I Aron Bcndt'inann nebst Frau (aus der angesehenen Familie von Halle).um( zwei Kindern getauft. Bcmlc* wann, der Friedrichstrafte 48 wohnte, ist wahrscheinlich der Vater des berühmten Historienmalers Eduard Ben- «lern an» (geh. 3. Dezember 1811), dessen altteslawcntlicbe Bilder (Jeremias, Trauemde Juden, WvglüUrung der Juden aus der babylonische» Gefangenschaft) berechtigtes Aufseiten erregten. Daß agch eine Schwester der Henriette Herz geh. d c l.e1n os sich am 13. April 1811 mit ihrem Manu Ludwig Natori taufen ließ, erfährt man ebenfalls aus diesen Urkunden. Zahlreich sind die fahnenflüchtigen Künstler, Imuptsächlicli Stcuipclschneider und Maler, Ich nenne davon: 1SH John Abra 11 a insoh 11, Stenipelsehiieider, Sohn des Medailleurs Abrahamsohn; 1811 La Iler, Stcmpelsdineidcrassistcnt bei Abialtainsolui; 181(1 Jakob Israel Magnus, Maler; 1816 J. Wolf f aus Drcsden, Maler; 1811 Ed. Sülze r, Maler; 1811 Neuwann, Zeichner. * Recht eigentümlich berührt wird man durch den Um- *tand, daß der Obcrlnudrabbiucr oder die Vorsteher der Judciischa(t selbst die Unbescholtenheit der Täuflinge zwecks Erlangung der Taufe bestätigen mußten Solche Originalzeugnisse liegen für Heinrich Herz Horch ard vor (unterschrieben von Obcrlaudrabbiiier Meyer Simon Wcyl am 18. Januar 1811) und für Baer Wulff!Irandes von den Aeltesfcn der Judcnschaft (9. August 1812). Dieses von David Fried länd er, David Hirsch und Bcntiit unterschriebene Zeugnis trägt auch das Gemciiidedegel; 2 Freundschaftsbande über dün beiden Zehngcbotlafcln und die Inschrift: Acltcste der Judenschaft zu Berlin. Später scheinen auch Zeug- Bisse von Privatpersonen zu genügen, denn M. Heck- eher aus Hamburg läßt sich seine Anständigkeit am 26. Oktober 1815 von Siegismund Anton Liebmann und Martin Hch, Mendheim bestätigen. Diese waren zu dem Attest zweifellos besonders prädestiniert, da sic sich 1816 chcnfnjls taufen ließen. Die Tauferlaubnis wurde In allen Fällen gewährt, nur eine einzige Ausnahme liegt hei der Dirne Dorothea M a r - ctis, Tochter des Marcus Samuel aus Danzig vor. Sic wollte sich am *13. November 1813 aus der Hurcnlistc streichen mul taufen lassen. Beides wird abgelehnt und sie wird, da sie kein Recht hat, in Berlin zu sein, des Landes verwiesen, ״Mag sie sich in Danzig taufen lassen“, heißt cs am Schilift. Um vieles umfangreicher ist eine ■weitere Berliner Taufliste von 1813 bis 1849. Ich zähle darin 812 Nauicn; da die Kinder nicht immer einzeln genannt sind, darf man 90Ü bis 1Ü00 Seelen rechnen. Auffallend groll ist darunter die Zahl der Akademiker. 23 Doktoren (darunter 8 Dr. mcd.), 49 Studenten und Kandidaten, 1 Justizrat (Hch. Bing, getauft 1812), ferner l Leut- 11 aut (llbcrg, get. 1828), 3 Tonküustlcr, 1 Musiker, 2 Lehrer, viele Fabrikanten, Kaufleute, Maler sind da genannt; auch ein Schauspieler, Eduard Julius Koffka, get. 1813, ist aufgeführt Drollig ist die Vorliebe der Getauften zum Namen Volkmar. So nennen sich mehrere, die Lcvy hießen; ein Cohn aber nennt sich Folkmar, 1111 übrigen haben die meisten nur den Vornamen geändert (auch nicht alle), einen neuen Familiennamen erhielt der kleinere Teil. Der neue Name sollte dann immer möglichst nrisch klingen. Unter den 812 sind so ziemlich alle Namen von altberliner Judcnfamilicn vertreten; Ich nenne nur: von H a 11c , Ve 11, Sachs, Rieft, Fließ, Slttcnfeld, Bambcrgcr, itzig, Israel, Fr iedlä litte r usw. Prediger K nutze soll 1832 bis 1859 über 200 Juden getauft haben. Ein anderes Aktenbündel beschäftigt sidh mit Tauf• Juden, die Reue empfanden und zur alten Religion zurtickkclircn wollten. Sie .wurden zunächst an Geist* liehe verwiesen, die ihnen das Verwerfliche ihres Vor- Habens vor Augen zu führen hatten; außerdem verloren sie mit einem Rücktritt ins Judentum das Wohnrecht in Berlin. Wir selten dann in allen Fällen den gleichen Erfolg: die Supplikanten werden bearbeitet, bis sie mürbe sind und erklären dann, im Christentum ver- I1.1fm1 zu wollen. Auch hier handelt es sich um eine größere Anzahl von Leuten. Wenn geborene Christen zum Judentum übertreten wollen, haben sie Immer besondere Gründe; die ״Ueberzeugung'״ wird nur als Vorwand gebraucht. Dericlitenswert ist nur die Augclcgcnlieit des Malers Karl August Funk, der die Klcmpnerstochtcr Jacoby heirate״ wollte und am >׳׳ März 1851 durch den Arzt Dr. Gumbiner beschult teil wurde. Auf sein Gesuch, zum Judentum überzutreteil, hatte die Polizei geantwortet, da» keine Bedenken daher öfters gegeben, denn seit 1848 war eine milder Praxis hinsichtlich des Ucbcrtritts zum Judentum ein geführt woiilen. Da trat ein Umschlag ein. Das Ministerium für geistliche, Unterrichts- und M< dizinal-AngcIcgenliciten legte in scharfer Form Ve Wahrung gegen den Bescheid des Polizeipräsidenten ei und bemerkte,daß ein solcher für die Zukunft nicht mcl erteilt werden dürfe. Das Schriftstück ist wichtig m nug, um es mm Teil im Wortlaut wieder zügeln-11 ״Nach dem Bericht vom 31. 8. v. Js. hat das Kn Polizeipräsidium dem Funk auf die Anzeige, daß . beabsichtige, zum mosaischen Glauben überzugehe.״ n, Bescheide erteilt, daß poliz<׳iljchcrsciis dem nichts en gegenstehe. Diese 1 omi des Bescheids wird imless! künftig einer Modifikation ixxiürfen. Wenngleich nät ‘‘Cr. gehenden Gesetzgebung de Staate als solchem eine Einwirkung darauf, zu welch Religion der Einzelne sich bekennen will, nicht zustei so kommt hier doch In Betracht, daß das Jud.ntu seinem geschichtlichen Begriff nach nicht bloß des m saiscncit Glaubens, sondern auch der nationale Abstammung vom Volke Israel erfordert und n in der ungetrennten Verbindung dieser beiden M mente Gegenstand unserer Gesetzgebung geworden; (§ I d. Ed. v. 11. 3. 1812, wonach den damals 1

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