Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 47 UtJ יו! t>w€ HAU Seile 379 rade jetzt wird dieser kleinsten der ottoinnuisclicii Na• tionen Freiheit und die Möglichkeit fruchtbarer Ent- Wicklung gefährdet, nachdem sie sich als .staatstreu stets bewährt hat", Der Autor wendet sich hier gegen die bekannten Maßnahmen Djemal Paschas. Die Frage, oh die Juden in der Türkei eine Nation bilden, beantwortet Ludwig mit den Worten 1 ״Sie sind ein Exponent davon“. Von einer für das türkische Reich bestellenden Gefahr einer ״jüdischen Invasion" könne keine Rede sein. Die jüdische Einwanderung müsse vielmehr dem türkischen Staate erwünscht sein, ״Unter allen", heißt es in dem Aufsatz, ,,die hier einwandern könnten, treten die Juden als einzige ohne staatliche Erinnerungen auf, sie allein lassen im Rücken kein (iemeinweseu zurück. Ist aber au diesen Zigeu• nern der Kulturgeschichte nichts Staat, so ist doch vieles an ihnen und das Entscheidende Nation, denn wenn sieh in diesen anfbliilicnden Kolonien Palästinas Juden aus allen Ländern treffen, so sind sie, indem sie den Fuß vom Bord des Schiffes setzen, das sie an den ural• len Strand ihrer Väter trug, untereinander verbunden durch eine nur ihnen gehörige Sprache, durch eine nur ihnen eigentümliche Religion, Kultur, Literatur. Darum sind sie allein unter allen Nationen, die jetzt um ihre Anerkennung kämpfen, als Nation verwendbar, ohne als Staat zu stören". Au der zionistischen Lösung der Palästinafrage, be*• weist Ludwig, hat die ganze KultunveU ein Interesse. ״Bedenkt man“, sagt er, ״daß auch Christen aus reiner Sympathie fiir diese logische und fruchtbare Bewegung sich in ganzen Gruppen zu iiir bekennen, so erweist sie sicli deutlich als ein Problem, das Semiten, Philo• semitei! und Antisemiten, das alle angeht’, die die Vülkerversehichtiiig von morgen verfolgen. Auch in solehern Sinn ist der Zionismus, der heut vom Kampf der Nationalitäten neue Impulse als Theorie empfing, in eminent praktischem Verstände ein europäisches Problem. Der Autor bespricht in diesem Zusammenhang die bekannten Tatsachen, aus denen dic’proziouistisclie Haltung der russischen, italienischen, englischen, frau• zösischen und amerikanischen Regierung sowie anderer maßgebender Faktorei) hervorgeht. Auch die deutsche Regierung, die die Bedeutung des Zionismus J erkannt hat, tue alles, ״was sie, als ■ßumlosgcnosse eines• unabhängigen Reiches. 7.11111 Schutz der Juden in Palästina Unternehmen darf.“ Ludwig konstatiert dann den großen wirtschaftlichen Nutzen, eien die jüdische Palästiiiakoloiiisritjoii schon bisher der Türkei gebracht hat. Zum Schluß weist er noch einmal auf das der zionistischen Bewegung trolz. aller wirlseliaftspolitisi'her Ocdnnkcugiiiigc zu gründe •liegende ideale Streben hin. ״Es bleibt", so schließt der bedeutsame und mit Wärme geschriebene Aufsatz, ״ein Rest von irrationalem Fühlen, das diese Führer den Auswanderer gerade au diese Stelle der Welt zu ziehen drängte. Ein uralter, halbverwitterter Rasseninstinkt ist es, der die reifsten und die reinsten Vertreter dieses Volkes mit mächtigen Impulsen immer aufs neue an die Küste treibt, von der vor zwei Jahr• lausenden die Väter vertrieben wurden, tind indem alle politischen und ökonomischen Programme dieser Ver• cimgung aus dein klaren Lichte der Zahlen und der Vorteile immer wieder in die Dämmerung solcher Ur• gtftilile zurückführcu, scheint die Bewegung vor einer Ernüchterung geschützt und immer neu durch jenes heimliche Pathos geadelt, das dem sltirmistlum und gläubigen Wesen ihres Gründers das I lerz brach." * In einem gleichfalls zioiiismiisfrcuiidliclicii Sinn« sprach sich in einer Versammlung in München, di« von über 500 Menschen besucht war, Major Franz Carl Endres aus. Wir bringen im Folgenden einen Bericht der ״M ü 11 c h c 11 c r Neuest e 11 N a c h r i c h teil" über den Verlauf der Versammlung. ״Am Samstag abend sprach der kais. ostitau. Major •־». I). Franz Carl Endres in der Zionistischen Orts• gruppe München im Edenliolcl über ״Zionismus und W e 11 pol i t i k". Die sehr gutbesiicliic Versnimiiluiig, zu welcher der Andrang so groß war, daß viele nicht mehr Einlaß finden konnten, leitete Herr Jacob Frankel, der Vorsitzen, de _ der Ortsgruppe, mit BegriilliiiigsworHii ein, Major Endres, vier betonte, daß er der Frage des Zio• iijsiims mir als Politiker gcgcmibertrele, gab zunächst ein orientierendes Bild über die Futwicklimg des Ziollisniiiä. J;r wies darauf hin, daß die Zionisten, di« bisher ihre Eiligkeit in Palästina begonnen haben und von Jahr zu. Jahr sich mehr entwickelten, «inen Segen dieses gänzlich lienmtergekoiiiiiiciieii Landes Ik'deui’en, Welche Bedeutung hat der Zionismus für die Türkei? j he Nationalitätenfrage kann kein Hindernis Sein, nur twuiwüUmkT Paiiliirkisnuis will aus allen Menschen des Reiches Osimuten mache״. Die Zukunft der Türkei hegt in^ der reibungslosen Behandlung der fremden Nationalitäten im Staate. Die große Blüte der gegen, wartigen zionistischen Koknüen muß die Türkei be• lehren, daß der Zionismus aus Palästina eine kräftige Provinz macht mit erhöhtem Handelsverkehr. Dies« Kolonien können als Muster fiir die türkischen Reform• I»cstrebm1ßc11 gelten, in Fabrikatioiismcihoden, indu- 81״el eil Uiitemelimmigcn, im Genossenschaftswesen und sozialer Fürsorge haben die Türken dadurch I.ohrcr «III« Mustcranstalten gewonnen, ohne ungeheure Geldsummen •ווו Fremde zahlen zu müssen. Warum aber sollten wir uns vom deutsch-nationalen Standpunkte für den Zionismus politisch interessieren? Weil die Türkei durch ihn eine große wirtschaftliche Stärkung erfahren kann, was uns sehr am Herzen liegt. Im Gegensatz zum türkischen Volkscluirnktcr eignet sich gerade der jüdische zu einem Hochbetrieb der Produktion. Im Interesse unserer Fcinprodukte liegt es, daß das Bedürfnis danach im Orient wächst mul da kann uns' ein von Juden bevölkertes und mit Kapital und Unternehmungsgeist ausgestattetes Palästina mit der Zeit wirtschaftlich wertvoller werde«! als ganz Vorderasien. Wichtig ist das Eintreten deutscher Politik für die judeiifrage in Palästina in llczi'g auf den Kampf 1111t England, das sich im Augenblicke der nult• liirisdieii Eroberung zum Prolektor des Wclt/ionisimis gemacht hat,!was ein politisch genialer Sehadiziig, aber eine Komödie war. Tatsächlich will England Pa• lästina einfach erobern, um es als Glied in der Kette seines Orientprogrannns zu verwenden. Der ideale Zio- «Ismus würde durch eine englische Politik ein Ende nehmen, denn England würde das Land nur für di« Juden der Eutcntevöikcr reservieren, wobei cs nicht mehr ein Mittelpunkt jüdisch-nationalen _ und jüdisch• kulturellen Lebens sein könnte. Wenn die Türkei Pa• lästina wieder!*kommt, 80 muß sie dein zionistischen Gedanken Rechnung tragen; eine Ikrrschai't des Pan• liirkisiHiis wäre das Törichteste, Aber die zionistisch« Bewegung ist auch vor zu großer Ungeduld zu warnen. Die EnUvickhmg unserer deutschen Rcgieriingsform in freiheitlicher Richtung gibt Gewähr, daß der Antisc• milisuuis nicht zu dtnem Faktor unserer Politik werden wird mul die Erkenntnis von der Bedeutung des Zionismus gibt Gewähr, daß die deutsche Politik diesen bei der Abrechnung des Krieges nicht vergessen wird. Dafür erwartet der Deutsche, daß seine jüdischen Mitbürger in gewohnter Loyalität deutsche Politik trelben und sich nicht von englischen Verlockungen verleiten lassen. — Dem Vorträge dankte lebhafter Beifall. Zum Schluß s'prach Rechtsanwalt Dr. Elias Straus, der die zionistische Bewegung gegen die Angriffe aus dem indischen Lager rechtfertigte." Besetz»ü£ Jaffas Wie die Tageszeitungen melden, wurde am 15. No• vember Jaffa von den Engländern besetzt. Einzel• beiten sind darüber, noch nicht bekannt. Vom atnerikanlsch-jüdicchen Kongreß T3 .ך: ד X 0 p e n h n g e 11 c r B ff ro der Zio* ji i s t i s c 11 e n Organisation erhielt ein v 0 in M. N o v e m b e 1׳ d a t i e r t e s IC a b c 11 c l eg r a 111 in des P E C, wonach der a m c r t k a ■ » isc 11 - j ii d isc 11 e Kongreß wegen der all• gemeinen Lage verschoben ist. Vor den Wahlen zur Koiieüluanie Dur Versuch der Zionisten, eine Liste der jüdischen Kandidaten zur riißläiidisehen Konstituante linier Beleiligmig der Vertreter aller jüdischen Parteien auf zuslcllen mul auf diese Weise eine jüdische Ver• Irciinig in der Konstituante garmiliert zu haben, hatte in den Rcsidi'ii/siäilleii keinen Erfolg. Diese Bemüh• iingeii selicilerten hauptsächlich an der Wahlpolitilc derjenigen jüdischen Parteien, deren Führer gleichzeitig auch Führer nicht jüdischer politischer Parteien sind und auf die Kandidatur in einer nichtjüdisclicn Liste nicht verzichten wollten. In Petersburg wie auch in Moskau werden also einige jüdische Listen miteinander konkurrieren und einige jüdische Parteien werden } außerdem Bündnisse mit uidiljiiilUäten Parteien zwecks I Aufstellung gemeinsamer Listen schließen (Volksgruppe i mit Kadetten, iVmul mit SoziaUiten-Miiiiinnlistcn).!11 j der Provinz aber fand die Aufforderung des Zionist!* 1 scheu Zeiilr.ilkoim'tees ein warmes Entgegenkommen. | Von symptomatischer Bedeutung ist für die jüdische { Wahlpolitik die jüdische Konferenz des Odtssaer 1 Gouvernements, die Mitte Oktober in 'Odessa staitfand. Die Konferenz, au der Vertreter aller im Gouveriiemeiit tätigen jüdisclicn uichtsoziaUstisclun Par• (eien teiliiahmcn, hatte das Ziel, «ine gemein* saute jüdische Kandidatenliste aufzustcllcn. Unter den 5 t Teilnehmern der Konferenz waren 30 Zionisten. Die Sitzungen leitete M, M. Ussischkin, Nach langen I )«hatten einigte sich die Konferenz auf die von den Zionisten au (gestellten Forderungen, die lauteten: I. Die jüdischen Abgeordneten haben in der Konstituante einen besonderen jüdischen Verband zu bilden; 2. sic sind verpflichtet, sich sämtlichen Beschlüssen des jiiifi• sehen Kongresses im Reiche zu unterwerfen; 3. wiili* mul der Wahlen diiriei» Blocks mit nicii!jüdischen Parleien nicht geschlossen weiden. Eine hefiige Auseinandersetzung rief die Personenfrage hervor. Seitens der Zionisten wurden Rabbiner M a s c mul T omkin vorgeschlageu, seitens dir Volks• gruppe S I i o s b e rg und K a I m a 11 o w 11 s c I», seitens der Volkspartei O. O. 0 r 11 s c 111> e rg. Die Zionisten lehnten die Kandidaten der Volksgruppe cidschieden ab, während sie cs unterließen, gegen die popti• Lire und seit dem lkilisprozcß heim unparteiischen Judentum so sehr geschätzte Person ürusenbergs auf• ziitretcn, der übrigens Ws jetzt parteilos war und dem Zionismus gegenüber eimi freundliche Haltung cinnahm. Sie stimmten endlich zu, Grusenbcrg den ersten Platz ciiizur.iumcn, unter der Bedingung, daß Masc den zweiten Platz erhielt und daß sich Grusenbcrg verpflichtete, auf sein Mandat in Odessa zu verzichten, falls er inzwischen anderweitig gewählt werden sollte. Schließlich einigte sich unter diesen Voraussetzungen die Konferenz auf eine Liste mit folgender Reihenfolge! Grusenbcrg, M asc, To m k i 11 und K r c i 11 i 1t. Gleichzeitig wurde auch die Kandidatur von Grusenbcrg in Slsitomir und Pol tawa aufgestcJIt. tu Poltawa stellt als zweiter Kandidat der jüdische Historiker S. M. Dubnow auf der jüdischen Wählerliste. hi Witcbsk wurden vom jüdischen nationalen Block die Kandidaturen des Dumaabgeordneten Friedmann und des zionistirchcii Abgeordneten der ersten Duma Dr. II. Bruck aufg:־:׳.;csit, Als erster in der jüdisclicn Liste Kiews figuriert der zionistische Vertretcr in der Rada Ingenieur Syrkin. In Minsk dagegen figurieren die Kandidaten der ’ Volksgruppe Winawer und Goldstein auf der Liste der Minimalisteil. Die zionistischen und anderen nationalen Parteien beraten über die Aufstellung einer gemeinsamen jüdischen Liste. Das Zionistische Zentralkomitee berief in Kiew eine Beratung aller seitens der Zionisten aufgestellten und auf/ustcllcmlcn Kandidaten zwecks Behandlung der Fragen der Wahlpolitik ein. Jüdische Soldaten für die Stockholmer Forderungen In Kiew fand Miltc Oktober eine Konferenz üdixchcr Soldaten, Offiziere, Sanitäter und Militärärzte itatt, die die Frage der Bildung einer jüdischen Militär- Organisation erörterte. Unter anderem sandte die Koufcreiiz folgende Depesche an den Rat der Soldaten- und I ־Arbcitcrdeputicrten in Petersburg, der in jenen Tagen :! mit der Festlegung der Friedensinstruktionen für seinen ji Vertreter auf der Pariser Konferenz, den ehemaligen j Arbeitsmiriister Sk obelew, 'beschäftigt war:;■ ״Die Kicwcr Konferenz der jüdischen Militärvcrhiinde ersucht Sie, im Zusammenhang mit der bevorstehenden Pariser Konferenz im Namen des von Urnen verkündeten Prinzips des Rcchies der ■Nationalitäten auf Seibstbe- Stimmung in die Instruktionen für Ihren Gesandten zur , Pariser Konferenz auch einen Punkt über die jüdisclicn Probleme aufzunehtneu, wie sie im Manifest der Stockhoimer Konferenz formuliert wurden, und zwar: die intcr* nationale Lösung der Judenfrage, Autonomie für Juden in Rußland, Polen, Galizien und Rumänien, wo sie; in kompakten Massen leben und Schutz der jüdischen Kolonisation in Palästina". Bemerkenswert ist, daß die Verbände weder zionistisch noch poale-zioitistisch sind, sondern aus unpartciisehen jüdischen Militärvereinen bestellen. Konferenz der hebräischen Lehrer in Mailand Die hebräische Fraktion des jüdischen Lthrerverbandes hatte schon beim Lchrcrkongrcß i!1 Petersburg den Beschluß gefaßt, eine besondere Konferenz zur Be-' liniullung der Fragen der hebräischen Schule und Piida- ׳ gogik ab/uhalten, Die Zionistische Organisation für hebräische Kulturarbeit ״Tarbut" ergriff dazu die Initiative, Die Konferenz wurde anfangs September in Oil esst! unter dem Vorsitz von Dr. Mo hi lewe«• eröffnet, Ungefähr 150 Delegierte nahmen an ihr teil. Zum Flirenvorsilzemli'U der Konferenz wurde Ch, N. Dlnlik gewählt. Referate über die hebräische Sdrule und die Erziehung betreffenden Fragen hielten Dr. J. Klausner, Ch. N. B i a ti k, der Pädagoge N. Pi ne«, Dr. M o 11 i I c w c r, Ussischkin und andere, Trolzdem diese Konferenz ausschließlich aus Lehrern bestand, die die Iiebräisdie Sprache als die «inzige nationale Sprache des jüdischen Volkes bc* trachten und ihre Aufgabe lediglich in der Pflege der hebräischen Schule sehen, gelang cs ihr nicht, die Sprachcufragc zu umgehen. In einer Rede forderte M, M. Ussischkin die Lehrer auf, ״für die hebrüisdie Sprache zu eifern" und einen entschlossenen Kampf gegen die Förderer der jklischcn Schule und Sprache zu führen. Die Rede rief eine entschiedene Oppo* sition hervor, an deren Spitze sich der Dichter Ch. N. Bialik und der Seniinardirektor Komtamm stell* teil. Die Opposition war der Meinung, daß die Auf* gaben der hebräischen Lehrer positiv sein müsse und daß die Organisation nicht in einen bloßen Kanipfbiuuj gegen andere Kulturorganisntioncn verwandelt werdet! dürfe. Die Debatte, die heftig zu sein schien, rief einen lebhaften Wiederhall in der zionistischen Presse tiervor. In scharfen Worten lehnten der hebräische Schriftsteller J. Ch. R n w 11 i t z k i in ״Unser Lehen‘1 und J. Grün ha u in in! zionistischen ״Pclrogradef Tageblatt“ die Kampfparolc von Ussischkin ab. Nacli einer 5-lägigcn lJerntmig faßte die Konfercn* folgende Resolutionen: 1. Um die jüdische Erziehung in Ucbcrcinstiminung mit der kulturellen und historischen Entwicklung des jüdischen Volkes als eine ganze timt harinonisdie zu gestalten und um Ganzheit (und Harmonie in die Arbeit des Lehrers!und in das■ Seelenleben des Kindes zu bringen, wie auch die voischicdcncn Zerstreuten v.'c'srrachigcn Teile des jüdischen Volk«« in eine einheitliche Macht zu verwandeln, muß die Unterrichtssprache in allen jüdisclicn Sei!ulen — angefangen vom Kindergarten bis zur Hochschule — die Ihistori- «die Sprache des Volkes sein — die hebräische. 2. Die jiidisdic Volksschule ist unentgeltlich und für alle Klassen und Schichten der Bevölkerung bestimmt. 3. Die jüdisdie Schule aller Typen soll gemischt sein. f 4. Der Lchrkurs der jüdischen Normalvolksschule ist aditjährig, 5. Die auf wcltlidier Grundlage aufgebaute jüdische Volkssdiulc hat auch die Aufgabe, die Schüler mit der Thora und den jüdischen Volksgebräudien vertraut zu machen. 6. Die jüdische Volksschule steht unter Aufsicht der jüdisdien Gemeinde und unter Leitung eine« besonderen Sdndratcs, der durch die Gemeinde zu wählen ist. 7. Die jüdische Volksschule gehört In das Bilgemeine Sduiliictz des Landes und sic wird durch die Staatskasse oder durch die lokalen städtf- *dien Körperschaften unterhalten.