Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1917)
- Date
- 1917-11-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 46 Seite 371 > I t; i; lUt, j 11־c- Ercr hr- ' , n!3 ,! fv I : 1 lerr ' I hui-;! 4er; } Bier . S!1.••« : , tilT ־׳ i 1 3 »־ reit, jen- Wer den Isco äl» lüie Ite» |fcdie ■; tsca ׳ j trti>; Cia- ‘ ן dkl!> J U. •1 fa* i üt-; -Ikstoll. kielt ifli/־•־ ti״, ior■ »V׳' fl:..• )!.1 ׳ ti; ל 11. :1 »atz jii.t. rzm irnsc.-i- .0 «1’C C1,U;der (der Plkn» jmt- ־»111 Wen Far- ■JU'l» ilkvlen. JagC dich feie ־1;./] ).inim:ד lc..e Wir tuet» Die; 101i tndc tri»־ Jiaf- ' Jcm lile n tisch 'die- 1 Srtc. . ich“ eher ,Die rdci! , rdert , »lici* j 1 I r; ״ 1 c i ״<iS.it K.־| '11..tr al>e •׳j •Vc’l■' i! nie i de!'* : י ^rui j > I ׳ 1ו0«י Jidisch verlangt. Jedenfalls seien die Zionisten niclit sduild daran, daß das neue ‘Schulgesetz die jikiisdi-nationalcn Forderungen nicht erfülle. Er trat für Hebräisch als. Unterrichtssprache ein. Nach einer hebräischen Rede von Born stein (Skcriiicwicc) wurden Ckncralredncr ernannt. Als erster Geiieralreihier erhielt der Führer der neuen Fraktion de*■ Zioiiisteu-Dcmokrateu A. L. Schalkowitsch das Wort. Er tulirte ungefähr folgendes aus: Es gibt zwei Jidjschismcii: einen der Czcmowitzer Kon* ferenz, den wir ablehncn und der sehr wenig Anhänger hat, und einen, der die reale Bedeutung des Jidischen als Vcrstüiidigtutgs- und WicdcrhelchtmgsiniUd für die Massei; anerkennt.a Wenn das jüdische Volk nationalisiert ist, so ist das nicht der hebräischen, sondern der jidiscliei! Sprache, Literatur und Presse zu verdanken. Die Zioncsten-Dcmokraten glauben auch an die WiecferlielelHing der hebräischen Sprache im Golus, sie kämpfen für Jidisch, nicht um Hebräisch, sondern um Polnisch aus der Schule zu beseitigen. Hebräisch kann nicht als Unterrichtssprache cingefiilnt werden und wenn auch das Jidische nicht eingcfiihrt wird, so werden beide Sprachen durch das Polnische verdrängt werden. Be* züglieh des jüdischen Schulrats .schloß sich Schalkowitsch der Meinung Goidous an, daß dieser Schulrat auf ׳ Grund des jüdischen Nationalismus und niclit auf Grund einer Sprache habe gefordert werden müssen. Die Zionisten seien daher au dem neuen Schulgesetz njclit schuld. Schuld seien vielmehr die Volkistcn, die die Sprache bei ihren Forderungen zu sehr betont haben. 1 lerr M ileikowsky sprach gegen Jidisch als Unterrichtsspräche, weil das Jidische nicht die Muttersprache a 11 c r Kiiuler sei, Die Meinung, dal! «las 1 Ichräischc nicht Untcnielitsspraelie werden könne, sei falsch, Das Elternhaus nehme die Sprache der Kinder an. In Litauen sei die herrschende Sprache das Russische geworden, weil die Kinder russische Schuten besuchten. In der jüdischen Schule müsse alles in hebräischer Sprache unterrichtet werden. Ob dies möglich sei oder nicht, sei nicht wichtig, es müsse aIx•!־ die Losung werden. Jidisch habe auf gewisse großstädtische Schichten eine nationale Wirkung gehabt, in der Provinz aber habe es die licbräisehe Sprache verdrängt. Eine scharfe Rede gegen die extremen Hebraisten hielt Herr S.okolka. Als er dazu überging, den Zionisten Lebens Fremdheit und Dog* tunt 1s!1u!s vorzuwerfen, rief ihm Dr. Braudc vom Präsidium aus zu, «lall er den Zionismus lästere. Es entstand ein Tumult unter den Delegierten, der den Vorsitzenden zwang, die Sitzung für geschlossen zu erklären. Nachmittags-Sitzung Auf der Nachmittagssitz.img beendete Herr Sofcolka sein Referat. Er trat für Jidisch und I lebräiseli du. Es sprachen noch IC i rs c 11 e 111>» 11 m (für llcbräindi) und Brodt (im Prinzip fiir Hebräisch, unter den "gegebenen Verhältnissen für Jidisch). Als letzter Gcncralrcdiicr trat Herr' J, Nissenbau in auf, der auf das hohe Aller des Hehräisclien liinwies. ״Wenn wir letzt Ansprüche auf Palästina erheben,'׳, sagte er, ״so Können wir doch nicht Jidisch, das erst einige Jahrliiiuderte alt ist, als unsere nationale Sprache aiicr• keimen." Ucber die Turnhewegung sprach 110111־ Herr Chur- #01,י Er trat für die politische Neutralität der Turn- 11ml Sportvereine ein. Eine allgemeine jüdisch-nationale Erziehung sei erwünscht. Er forderte größeres Interesse für die körperliche Erlüehligmig der Jugend. Der Ik le• gierte Eewin l>egrüllte die Konferenz >111 Namen der Kinder 11ml Lehrer der dem Zionistischen Kuratorium 1111• tcrsteliemleu Schulen, Er forderte, daß die Mitglieder des Seluilkiirntoriimis gewählt und nicht ernannt werden und dall die pädagogischen Fragen durch einen aus l.chreni bestehenden mul von ihnen seihst gewühlten Konvent behandelt werden sollen. Fräulein Sachs schlug vor, an der Zionistischen Organisation eine besondere Abteilung zur I lehmig des ästhetischen Empfindens der Kinder zu gründen, Nachdem Herr Dr. Kalla» •seinen Opponenten geantwortet und einige Resoliitioncn vorgelegt hatte, verlas der Vorsitzende S. Welz m a 1111 das folgende A 111 w o r 11 e I e g 1־ a 111 m «1 das Zionistische Aktionskomitee: ״Warschau, 1. November 1017. Die zum Delegicrlcntag der polnischen Zionisten Vereinigten 300 Delegierten, Vertreter von fast 40 000 Sciu'kelznhlcrn in Polen, sprechen dem Aktionskomitee Dank für sc'mc Arbeit und Vertrauen in seine Tätigkeit aus. Sic erneuern das Gelöbnis, in unwandelbarer Hingebung »nid Treue zu wirken an der von ihnen 60 glückverheißend geleiteten Zukunftsarbeit unseres Volkes. Dritte polnische Zionistische Dclcgierten-Konfcrenz, , w eiznia n 11." An das K o p c n 11 n g euer B ti r 0 'der Z i o 11 j- *tig eh et! Organisation richtete die Konferenz das folgende Telegramm: ״Warschau, E November 1017. Der Delegfertentag der polnischen Zionisten gedenkt fit begeisterter Dankbarkeit der bewährten Führer unserer Bewegung. Ihr habt das Schiff des jüdischen Volkes in schweren Stürmen unbeirrt und ziclbcwußt gesteuert. Wir schwören, daß wir hinter euch stehen werden in heiliger Entschlossenheit, mit unserem Leben cinzutreten für die nationale Erlösung unseres Volkes. Dritte, polnische Zionistische Delegierteii-Koiiterenz. Wcizinati 11." A11 den Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung Tür Polen, Herrn H. Farbstein, wurde ein Telegrnnim nach Kopenhagen gesandt, in dem dem l>cwährten Leiter der zionistischen Arbeit in .Polen warmer Dank ausgesprochen wird, Orpnisationsfragcn Zur Frage der Verbesserung der Organisation sprach Dr, Kf um ei. Er erklärte, daß er selbst mit der Tätigkcii des Zentralkomitees unzufrieden gewesen sei. Die Bewegung habe sieh so schnell entwickelt, daß das Zentralkomitee sic nicht anführen konnte, sondern ilir naciicikn mußte. Es müsse jetzt eine Zentrale eingerichtet werden, die die Führung in die Hand nimmt. Er appeliierte an den Opfcrsinn der polnischen Zionisten. Die UFCrjAÜ׳.;״;.; ff Ul'"־; JUC FH Rede Dr. Khimels erg.'inHe Herr Julias Berger. Er sprach von der grolien entscheidenden Bedeutung des Kampfes, den das polnisch.• Judentum jetzt führt und dem großen Interesse, ths e!;«r, Aktionskomitee dem polnischen Zionismus cn(gegenbringt. Die zionistische Partei in Polen brauche jetzt eine feste Leitung. Es muß ein Sekretariat gebildet werden, das die Arbeit leiten soll. Das Aktionskomitee habe seine Unterstützung ziigcsagt. Aber es bedürfe gewisser Opfer seitens der Zionisten im Lande. Der ־ Schekel soll für das Zentralkomitee, eine Landessteucr in gleicher Höhe für die Ausgaben des Sekretariats Verwendet werden. Herr Freird begrüßte wann die Vorschläge der beiden Redner, Den Schluß dieser Sitzung bildete das Referat von Rechtsanwalt Apolinari Hartglaß (Sziedlee) über den ״Zionismus und die jüdischen Forderungen in Polen" (üIkt dieses Referat liegt bis jetzt kein näherer Bericht vor). 5. Tag Vortr.l ttr.nc-Gi'iztin״ Zu einem ausführlichen Bericht iil>cr die Tätigkeit des Iikiischeii Nation;ilfoiuls in Polen erhielt das Wort Herr B. Minz. Der Referent schilderte in anschaulichen Zahlen das allmähliche Wachstum der Natioiudfondeingängc, die im letzten Jahre die Summe von 59189־ Mark (und zwar nur aus dem deutsche» Okkupationsgcbist) erreichten. De» größten Anteil an dieser Summe haben die Spenden für den 1 lerzl-WaId (117fl Mark). Al>er auch der Verkauf von Nationalfomimarkcn (8255 Mark) ׳und die Eintragungen ins׳ Goldene Buch (6975 Mk.) haben z.11 dem erfreulichen Resultat erheblich beigetragen. Der 20. Tammus. der Todestag licrzls, hat durch den Verkauf von 1 ferzlhüdcrii allein 7851 Atk, eingcbraeiit. Audi die Aufrufe zu Roscli-I lasehaiiali und die Biiclisciisanimlimgcii am Jom Kippur haben günstige Resultate gezeitigt. Eine neue Einrichtung sind die öffentlichen Ausweise tkr Nationalfondeinpiige in den. beiden Warschauer zionistischen Organen ״Ifawfira" und ״Jüdisches Volk". Auch die dort veröffentlichten informierenden Aufsätze über die verschiedenen Zweige der Sammeltätigkeit haben gute Wirkungen erzielt. Besonders große Dienste für die gleichmäßige planvolle Or* gaiilsiening der N.-E.-Tätigkeit tut die vom Warschauer N.-F.-Biiro in jidisclirr Sprache herausgcgcbciie Proschiire ״Instruktionen für die Na(io»a|fomlko11u11issäre". Während der Referent über,״ he N.-I\-Tiitlgk<*it der Provinz seine Befriedigung atissprecheii konnte, konnte er ein gleiches für Warsrliaii nicht tun, Hier sei die N.-F.-Arbeit im letzten Jahre etwas vernachlässigt worden, Rühmend liervorgeholK'ii könne in dieser Hinsieht nur der ״Merkas" werden, dessen Nnlioiialfomlkoin* iiiisslon eine sehr fruchtbare und erfolgreiche Tätigkeit 11 nsgeiihi hat. Mit einem warmen Amicl! an die Vcrsammelten schloff Herr Minz seinen Bericht. Debatte über die Forderungen in Polen Darauf liegmni die Debatte über das Referat von Rechtsanwalt llariglail, Eine Reihe von Rednern prä* zisierten ihre Meinung über die Fr,vre, welche Melhmg die Zionisten zu den Polen tuul den anderen jttdl* M'lien Parteien und Gruppen Im Laude ciniielimcii sollen, 1 )r. Gott lieb fühlte ab erster Redner aus, dall die Polen eine antijiidis'die Politik zu führen gedenken, in der sie von den Assimilanten unterslülzt werden. Bei der UelHTgaiigskonimissloii des polnischen Staatsrnts ist eine 1x001 idcre Kommission zur Revision der Gemeinde• Verordnungen gegründet Worden, die fast aiisschlielllieh ans extremen Assiniilanten nestelit. Zwar gehöre dieser Kommission auch Dr, Posnansky an, es sei aber zu befürchten, daß seine Meinung nicht durchdringen werde, Am Schluff seiner Rede legte Dr. Gott lieb die folgende Resolution vor, die voll der Konferenz unter stürmischem Beifall angenommen wurde: ״Angesichts der l'atsuche, daß die Kommission zur Revision der < Icmeiiidevcrordmmg durch die Ucbergangs* koinmissioii des polnischen Slaatsrats ernannt wurde, fordert die dritte Zionistische Konferenz außer den allgemeinen Forderungen, die die Zionistische Organisation *eziiglich der jüdischen Gemcimlccmliiung aufgestellt hat, die Abschaffung jeglicher Beschränkungen durch Kurien und Zeusen bei den Wahlen, die Abschaffung jedweder Ernennungen von Mitgliedern in die Verwaltung׳«- körper mul die Wahrung des Prinzips der Vereinigung aller Gemeinden unter einem gewählten Obersten Rat. Gleichzeitig spricht die Konferenz ihren scharfen!’rötest dagegen aus, daß man bei einer Frage, die die wichtigsten’ Interessen der jüdischen, Bevölkerung bctrifft, nicht Vertreter der maßgebenden jüdischen politischeu Organisationen ziigc/ogen hat." Heiv S c ii a I k o w i ts c 11 erklärte, daß die Polilifc der Palen den Zweck einer Zwangs,issiinilaiion vcrfolge. Er schlug vor, das Helsingiorscr Programm auch zur Onmdlage der zionistischen Lamfesnolitik in Polen zu machen. Die Juden müßten Hand in Hand mit der allgemeinen Demokratie gehen imd gegen jede Irentde Unterdrückung kämpfen. Wenn die Polen besondere Gesetze gegen die Juden erlassen, so werde die Judenfrage in Polen zu ehicr Internationalen Frage, Einer Vereinigung der Zionisten mit anderen jüdischnationalen Parteien zum Kampf fiir die nationale Existenz sprach Herr Heft in a n 11 «las Wort, Er warnte das Zentralkomitee, sich die Jugend zu entfremden. Herr R u 1> i n s t c i 1t fragte an, ob Dr. Poenansky als Zionist in die Kommission eingetreten sei, ob man ihm Direktiven gegeben habe und ob die Zionistische Orgauisation «las Recht habe, von ihm den Aualritt aus der Kornmission zu fordern, falls er den Direktiven nicht Fol.ge leistet. Ein bcsoiulcrc-s Sekretariat für GegcnwarisarlK'it .und die politische Tätigkeit ei;!71!:id;ten, war ein Vorschlag von J a f f e. Ratbincr Slotnik machte auf die Ungerechtigkeit der Geiiicbiclcvcrordnimg aufmerksam, nach der Gemeinden mit 30 Familien ilio gleichen Rechte wie solche mit 1000 Familien haben, Dadurch werde den kleinen Ocn!;’lr;de11 «in großes liebergewicht gegeben. Auch wandte sich Rabbiner Slotnik gegen die Ernennung vo« Iufl/,1iKkrn der Kreisräte und des Obersten Rates, Er bewies auch, daß c» nach den Bestimmungen des Tnltnmf und der splteren Geleinten verboten sei, Rabbiner zu crnouicn. Herr F r c 11 d erklärte, daß die Ziouisten-Demokratcn den Lonicrtnigcn des Rabbiners Slotnik zustimnten. ״Die Fraktion der Zionisten-lJcmokratcn", sagte er, ״ist noch nicht gegründet und jiach der Erklärung des Zentralkomitces, daß die Programmrede Dr. Gottlid« in seinem Namen gehalten wurde, habe ich selbst erklärt,■ daß wir keine besondere zionistisch-demokratische Fraktion brauchen. Wir wollen aber abwarten, ob diese Vcrsprcclitmgen im kommenden Jahr erfüllt werden.“ Herr Li wer (Bendin) beklagte sich, daß das Zentralkomitee in sehr wichtige» Angelegenheiten keine Direktiven gegeben habe. Er schlug die Gründung eines besonderen Preilbiiros zur richtigen Information der polnischen Presse über jüdische Angelegenheiten vor. Herr Kahan (Kalisch) wollte die Mitglieder des Sekretariats nicht durch die Konferenz gewählt, sondert! vom Zentralkomitee ernannt scheu, damit das Zentralkomitee sich dafür volb kommen verantwortlich fühle. Herr Jakir Warschawsky legte eine Resolution vor, nach der es den Zionisten verboten ist, mit den Assimilanten einen Block zu schließen. Auch warnte er vor einem Zusammcngchcn mit jenen, die die ״Toralitneuc" als Waffe gegen den Zionismus verwenden. Besonders protestierte er gegen ״einzelne Juden, die aus der Ferne gekommen sind, unseren Geist nicht kennen, sich in unsere Angelegenheitcn mischen und unter uns ihre Politik treiben." Herr Erdberg (Kutno) beklagte sich, daß das Zenfralkomitce die Provinz beim üemeindewalilkampf zu wenig unterstützt hätte. 1 feir A p p e 11 s c h 1 a k forderte engeren Anschluß an die polnischen demokratischen Kreise, während Herr Lewin (ürodzisk) die Zuvcrlässigkeit dieser Kreise be/weifeile. Als letzter Redner verlangte Rabbiner Scliapiro die Einsetzung einer Kommission, die die einzelnen Vereine besuchen und ihre Tätigkeit kontrollieren solle. Nachmittags-Sitzung Die letzte Sitzung begann mit den Wahlen für das Zentralkomitee und Schulkuratoriuin. Als Referent des Pernianenzaiisscliusses legte Dr. Göttlich /ojgeude Liste fiir die Wahl des Zentralkomitees vor! Vorsitzender: Farbstein; Mitglieder: Dr. Kluincl, Dr. Portncr, Rechtsanwalt ()!schwanger, Scha Iko w i ts cli. Dr. Göttlich, Lewin-Epstein (״Misraclii"), Dr. brau de, Dr. Jakob Ka• hau, l>r. llurwitz, Dr, S c h w a r z w n s s c r, Weinrcb, P, P e re I in u 11 e r, Rechtsanwalt II a rtglaß, Riihbiiicr Kowalski, Rabbiner Slotnik, M. R e ch le rm a n 11 11ml M. S a I z. s t e i n. Dr. Gott• lieh schlug vor, diese Liste «11 bloc per Akklamation zu lustätigeu. Einige Delegierte erhoben gegen diesen Vorschlag Widerspruch, 41;1 ein großer Teil der ״Merka.s״-l)elegierten 1111 Sank׳ nicht anwesend sei. LHe Liste wurde trotzdem zur Abstimmung gestellt und angenommen. Gegen diese Abstimmung protestierte Herr Eisen borg, der sich im Namen des ״Merkas" elarüher beklagte, daß an der Liste, die in einer gemeinsamen Beratung des Peiiiiniicn/niiswhusses mit dem ,,Mcrkas" tags zuvor festgesetzt worden und die der ״Mcrkas״ 1er Akklamation a!m1nc!11m־u bereit gewesen war, nach» riiglidi eine Armierung gcniadit wonleu sei. Er vcr* limgle, zu Prolokoll zu iieliiueii, «faß der ״Merkas" an der Alistiiinmiiig nielil teil genommen habe. Dr, Gott lieb erklärte, daß nicht alle Delegierte de» ״Mcrkas" mit EiseitlKrg einverstanden seien. Appensclilak und Eiges erklärten, daß sie nicht gegen die gewählten Personen, sondern mir gegen die Art der Wald protestieren. Darauf legten Dr. Portncr, Dr. Gottlieh und S c h;1 l.k o w i t s cli ihre Man* (late nieder. Die Rechtsanwälte Hartglaß und Ol* schwanger erklärten, daß der nachträgliche Protest des ״Merkas״ migcscl/.licli sei. Schließlich wurde die Liste angenommen und auf die dringende Bitte der Konferenz, nahmen Dr. Portncr, Dr. Gott Heb und und S e 11 a 1 k o w i t s c 11 ihre Wald an. Darauf verlas Dr. Göttlich die Statuten <1 es Schul* k 11 ra t o r i u א ווו und schlug als Mitglieder des Kura* toriinmi im Namen des Perinaiicn/aiisscliiisscs <lic folgeiule Liste vor: F a r b s t e i n , Dr. K1 u m e l, Dr, Portncr, Selig Wc i z m an n, J a f f c, Lewin-Epstein und N i s s c 11 b a 11 m. Herr Nissenbaum und Herr Jaffe lehnten ihre Kandidatur ab, letzterer mit der Begründung, daß im Kuratorium mir ein Lehrer sei. Dr. Hi naes verlangte, daß irn• Kuratorium auch ein Arzt sei, lehnte seine eigene Kandidatur aber ab. Schließlich wurden die Herren S. L. Gordon, Jaffe, Schweiger und Dr. Hi «des gewählt. Uebcr die neue Richtung der Zionistcn-Dcmokraten gab Herr Scha Ikow itsch die Erklärung ab, daß die Zionistische Organisation nie antidemokratisch war und daß es niclit die Alasielit der Zionisten־I )einokrafen sei, in den Zjoiiisimis eine Spaltung zu tragen, solidem nur einige Mängel zu verbessern. Darauf erhielt Dr. Göttlich das Wort zu eincirt Referat über die Stellung• der Zionisten zu den anderen jüdischen Parteien 111 Polen. Mit den Assimilauten, sagteer, dürfen keine Kompromisse und Ab* machuiigen getroffen werden. Ihre Vermittlerrolle zwisehen Juden und Polen sei energisch ahzulchnen, Während bei den Assimilanten anderer Länder die Philanthropic ein Majdiiialprogramni darstelle, fehle bei den polnischen Assimilanten sogar diese. Die iiichtorganisiertc Assimilation in der Provinz, sei noch getiihrlieber als die organisierte in Warschau. Vor den ,)W coassimilanten" müsse man sicli noch mehr lütten als vor den allen Assimilanten, da ihre Taktik ge fahrlieber sei. Auch die sogenannten ״Unahhängigen" haben cutjudaisierende Tendenzen. Die ״A g udatli H aort 11 odo x i nt“ verbinde ihre Ablehnung des Nationalismus mit den Assimilanten. Dem ״Misrachi“ falle die Aufgabe zu, die Wirkung dieser kleri* kaleu Politiker unter der jüdischen Masse zu pnralysiercri. Am nächsten stellen dem Zionismus die P o a 1 c - Zion. Es liegt bei ihnen, sid» dem Zionismus enger anzusch icfien. Der ״Volkis irius" hat nur infolge der früheren Vcrriadilässiguiig der hehräisdieti Kulturnrbcit durch die Zionisten einen Boden gcfuiuien. Er ist keine Partei. Daher ist cs auda schwer, mit ilun Vcrliaiidlimgcn zu fuhren. 13er ״Bund" setzt in Polen seine traditionelle Feindschaft nun Zionismus fort, w-ahrend er in Rußland und Amerika die zionistischen Paläslinafordcrungcn gcbdligt hat. Zum Schluß sprach Dr. Gotthcb die Hoffnung aus, daß der jüdische Kongreß