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Jüdische Rundschau · 1917-11-09 · Heft 45 (9.11.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 45 (9.11.1917)
Date
1917-11-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 45 Seite 363 .!׳:»!:׳! |i,d. %tUfc. n tk'U ־־־--* b ,c tye- |b;:1 dv*. W'-Ü jr.f- V s >:uf f־:!l le,־n bihon irtr-!fi III all> heu heu Wir Ha- >lä- (ere Oilder türirng ber 11•;- her 1j׳u- Hu»• liti- >ra- Sinwir den iratkr 'S.) Ben die cm ibk! das Biet len. dor frt־\ *■ & 1&. »r fce |K: ne 1;UN 2a־CI: XD e t>*״ I 1׳ wir «:1?!<!;£ ß״» jdef kn״ teü. 1.11. öbwolil das Zentralkomitee mit den Vertretern der ver- «•Jiicdencii Kiclituii^en in «1er vorher״)״•! lemlcn Nacht lä.rn;c verhandelt hatte, war es nicht gelungen, zu einer Ucßcrcinstimmung zu kommen. Fei Eroüiiungdcr Sitzung durch Rechtsanwalt Olschwanger begrüßte Herr Lcwin-hpstcin im Namen des ״Misrachi“ die Konferenz. Darauf schritt man zu den Wahlen. R.-A. Olschwamrer schlug für das Präsidium die folgende Liste vor: Vorsitzender: Selig V e i z m a 11 n; stellvertretende Vorsitzende: Schalkowitsch, Rabl», Slotnik (Ooinbin), Dr, Jacob Kali an (Lodz) und Dr. Scliwarzwnsser (Pabianicc); Beisitzer: Frau Dr. Brau do (Lodz), Dr. Portn er (Warschau), Henrik Markusfcld (Czenstoebau), Freitag (Üelchatow), I>r, Fuchs (Zdunska-Wolja) und Dr. Hi »des. L)ic Liste wurde einstimmig angcnommen. l>ie vom Vorsitzenden darauf in Vorschlag gebrachte Liste für den Pcrmancnzausscii 11 li erregte Widersprucli. Dr. Fuchs schlug vor, eine Pause einüden zu lausen, damit mau sich über eine neue Liste einigen könne. Dieser Vorschlag, dem viele andere Delegierte, besonders aus der Provinz, beitraten, wurde zur Ab- Stimmung gestellt und angenommen. Nach einer kurzen Pause fand die Sitzung ihren Fortgang. R.-A. O!schwanger übergab den Vorsitz der Konferenz dem gewählten Vorsitzenden Selig Wcizmann. Auf Vorschlag von Dr. 11 indes wurde bcschlossen, über die in den Ausschuß zu wühlenden Mitglicder einzeln abziistinuncn. Nach einem langen und lebhaften Wahlvorgang wurden folgende Personen in den Perinanenzausscluiß gewählt: Dr. Gott lieb, Dr. K111111 e 1, Hurwitz. (Lodz), Tscheranski (Warschau), M a r c 11 i w (Lodz), B e I o c 11 (Warschau), S o 11 w c i g c r (Warschau), Gutermann (Lodz), Wcinreb (Sosnowicc), M, Frank (Sawicrcic), Jakir iWarschawski (Plock), Uri so 11 (Lodz), Wigdor 0 w i t s c 11 (Pabianicc), Soloweitschik (Warschau), jaffe (Szicdlce), Rosen (Warschau-Lodz), Sokolko . ' Weinstein (Warschau), Prowalski Czessler (Wlozlawek) und Frau Puah; a (Warschau). Als der Vorsitzende die Forderung der Opposition, dieser Liste noch einige Personen hinzuzufügen, ablehnte und eine Abstimmung darüber nicht zuließ, machte Herr Appenschlak von seinem Platze aus einige Bc-!»!erklingen, in denen der Vorsitzende einen Vorwurf der tendenziösen Führung der Konferenz sali und die ihn veranlaßien, seinen Vorsitz nieilerzulegcii. Erst nachdem Herr Appenschlak der Aufforderung des Vizevorsitzenden Schal ko witsch, seine Worte ziirückzuuehmcn, nachgekommen war, übernahm Herr Wcizmaiirt wieder den "Vorsitz. 111 der folgenden Abstimmung über die Frage, ob man zu den bereits gewählten 21 Mitgliedern des Permancnzausschusses noch •t Delegierte lihizuwählcn soll, wurde beschlossen, von einer weiteren Wald abzusehen. Auf den Vorschlag von Herrn Scha Iko w i t s elf wurde beschlossen, als Bcgrüssnng des 11 o 11 ii 11 d i s C h - :skandinavischen Komitees in Stockholm die folgende Resolution an zunchmen: ״Die dritte Konferenz der Zionistischen Organisasation in Polen spricht dein holländisch-skandinavischen Sozialistcnkomitce in Stockholm für die Veröffentlichung seines Friedensmanifestes, in dem zum ersten Mal der Schutz der jüdischen Kolonisation in Palästina, wie auch «las Problem der Anerkennung der personal-nationalen Autonomie für die Juden in den Golusländcrn auf eine intemafionale Basis gestellt wird, die Anerkennung aus," Diese Resolution •wurde von der ganzen Konferenz mit Begeisterung aufgenommen. Nach einer kurzen De- Ijattc über die Frage der Tagesordnung erhielt der bisherige Vizevorsit/cnde der Zionistischen Vereinigung für Polen, Rechtsanwalt O!schwanger, das Wort zu seinem Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees in der verflossenen Arbeitsperiode. Caches gewachsen. Während in den ersten 22 Monaten des Krieges für den Naikwalfoad nur 10209 Mk. eiligegangen sind, wurden Im letzten Jahre allein 59000 Mk. aufgebracht, d, h, ungefähr IC)mal so viel. Audi das Wiederenscheinen der'״liazefirah" mul des ״Jüdischen Volks“ hat viel zur 1 lehmig des zionistischen Bewußtseins beiget ragen- Nach r.1! iiti 0■•״. S1 fe a n j» , Generaldebatte Die Gegensätze, die schon bei den Wahlen am Vormittag deutlich zutage getreten waren, verschärften sich in der Naeluuittagssitzung, auf deren Tagesordnung die O euer a Idcbattc üb er den Tätigkeitsbericht des Zentralkoinitecs stand. In dieser Debatte machte sich die Unzufriedenheit von drei Gruppen besonders stark gcltcml, deren Vertreter das Zentralkomitee zum Teil sehr scharf kritisierten. Außer dm um den Mcrkas und die neue Fraktion der Ziomsteu-Dcmokratcn gruppierten Delegierten und den vereinigten Proviir/.dclcgicrters brachten auch die Misraehisteii ihre Klagen über <iie Haltung des Zentralkomitees dem ״Misraclii“ gegenüber zum Ausdruck. Die Debatte eröffnet« der Delegierte aus Czcnstochau 11 zkow i t s ch. Er betonte, daß die Provinz an den im Bericht angeführten Arbeiten einen großen Anteil genominell habe, obwohl das Zentralkomitee nicht immer den wünschenswerten Kontakt mit der Provinz gehabt hat. Dem Zentralkomitee fehle die nötige Initiative. Trotz dieser Klagen drückte der Redner dem Zentralkomitee für seine geleistete Arbeit das Vertrauen aus. Eine schärfere Kritik übte Herr Fre ud (Warschau). Wenn die zionistische Bewegung von Tag zu Tag wachse, so sei das nicht das Verdienst der Leitung, sondern der Kraft der Idee zuzuschrcibcii. Er drückte sein Befremden darüber aus, daß der Vorsitzende der Zionistischen Vcreinigung für Polen nicht anwesend sei. Demokratisierung der Organ Ration sei die Forderung des Tages. Die Programinreilc von Dr. Gottlieb sei sehr befriedigend. Würde das Zentralkomitee sie anerkennen, so bestände kein Grund zur Unzufriedenheit. Demokratie sei nur ein schönes Wort, wenn man kein inneres Verhältnis zu ihr hat. Wenn cs auch schwer falle, die geeigneten Persollen für eine demokratische Leitung zu finden, so 1111111ten doch wenigstens die Grundlagen der künftigen Arbeit von der Konferenz fortgesetzt Weiden. (Beifall.) Die Rede Freuds war durch den Vorsitzenden unterbrochcn worden, der das folgende Begrüßungs tele gram m des Kopenhagen er Büros der Zionistischen Organisation unter stürmischen Ovationen des ganzen Saales verlas: ״Wir begrüßen die Zionistenkonferenz aufs herzlichste mul dürfen ohne Ucbcrtreiliung sagen, daß das gesamte Judentum mit Liebe und Bewunderung auf die großzügige nationale Volksarbeit des polnischen Judentums schaut. Inmitten schwerster Leiden und Kämpfe für das tägliche Brot baut das polnische Judentum hingeliiiugs» oll und opferfreudig das Zukunftswerk unserer Natioii. Ihre Konferenz ist der beste Beweis, daß dem polnischen Judentum als Kuliurmacht noch eine große Rolle beschießen ist zur Wiederbelebung des Judentums in der Diaspora und in Zion, Kopcniiagciicr Büro der Zionistischen Organisation Tschlcnovv .Jacobsohn" Tätigkeitsbericht Da der hebräischer, vorlag mul konnte sich gemeine Tä1i׳:kcits1>ericl1t des Zentralkomitees in jidiselicr mul polnischer Sprache gedruckt ailcn Delegierten übergeben worden war, lerr ()!schwänge r damit bemiiigcn, eine all- Ucbersidit über die Arbeiten des Zontralkomi- J*;c i -c t1* fees zu geben. Zunächst _ würdigte der Referent die Verdienste, die sieh der Vorsitzende der Organisation, Herr H. Färbstein, um tlie Leitung der Zionistischen Organisation in Polen erworben hat. Darauf ging er zu den einzelnen Gebieten der Tätigkeit des Zentralkomitees über. ״Es gibt jetzt“, so berichtete er, ״in über 2Ü0 polnischen Städten der deutschen Okkupation zionistische Ortsgruppcn. Das Zentralkomitee hat sich bemüht, den Vereinen bei der Legalisation, der Ausarbeitung der Statuten und «ler Einrichtung ihrer Institutionen zu Hilfe zu kommen. ,Auel». bei den Stadlratwalilen hat das Zentralkomitee «lie Zionisten durch juristischen Beistand und durch Direktiveu bezüglich der Stellung zu den anderen Parteien unterstützt. Hinsichtlich der Wahlen zu den jüdischen Gemeinden hat sich das passive Verhalten der Leitung gegenüber den Wahlvcrordnungcn als gerechtfertigt gezeigt. Denn, wie cs scheint, werden nunmehr die wahlvcronlnungen revidiert werden. Bei dem Bericht über die engere Parteiarbeit hob der Referent besonders die gl,tu- *enden Erfolge der Schekekvoelie, der Paläst inaaktion und des Referendums hervor. Aus den! gedruckten Bericht ist ersichtlich, daß die beim Zentralkomitee gegründete amerikanische Sektion da. 150000 Bittbriefe nach Amerika gesandt lmt und ca, 1 200 000 Mk, Uirtersttitzungsgekler aus Amerika für 13000 Familien vermittelt hat. Gleichzeitig hat das Zentralkomitee 00 000 Bittbriefe nach Rußland befördert. Dem zionistischen Kuratorium unterliehen gegenwärtig 19 Volksschulen in Warschau und nclc ähnliche Sduilcn der Provinz. Die Ausbreitung des!ionlsiisdicn Gedankens in Polen ist mit riesigen Schritten vorwärts gegangen, Den besten Beweis dafür bildet die PalästinnnMioii. die in Warschau allein 15 O00 Mk, und 98000 Unterschriften ergeben hat. Die Provinz hat, nur Im Gebiete der deutschen Okkupation, 48000 Mk. und 140000 Unterschriften gegeben, wobei die Resultate aus vielen Städten bei Abfassung des Berichtes nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Auch die Zahl der Schekel und die Nationalfondspenden sind um ein viel- Hieran( erhielt der Rabbiner aus Gonibin, Slotnik, das Wort, der, als Führer des ״Misraclii“ von der K011ferenz _ lebhaft begrüßt, seine Klagen vorbraclite. Er kritisierte in scharfen Worten die Stellung des Zentralkomitees zum ״Misrachi". Obwohl der ״Mismein“ schon jetzt 7000 Mitglieder in der Provinz zählt, habe das Zentralkomitee eine Beteiligung der MPrarhisten an der Konferenz nicht erlauben wollen. ״Hinter uns“, saj׳tc der Redner, ,.stehen ungefähr 8000 Juden, aber das Zentralkomitee will, wie der Warschauer Stadt rat den ״Langgrklekleieii“ den Zutritt zum Stadtgarteu, den Juden mit Kaftan den Zutritt zur Zionistisdicii Konferenz verbieten. Das Zentralkomitee ignoriert uns so weit, dall es in seinen» Bericht sogar unsere Konferenz verschwiegen hat.“ Auf diese durch Beifall o(t unterbrochene Rede gab Dr. Gott lieb im Namen des Zentralkomitees eine ausführliche Antwort. Er wies den Vergleich Slotnil« auf das schärfste zurück. Er erklärte, daß der ״Misraclii“ als selbständige Föderation mit einem eigenen Zentralkomitee bestehe, die Schekel besonders einziehc und daher ko 11sequentenveise kein Recht lmbe, seine Beteiligung an der Konferenz mir auf Grund des Schekclznhlcns zu vcrlangen. Dr. Gottlieb erklärte, daß gewisse Reibungen •/.wischen dem Zentralkomitee und den Misraehisteii darauf zurück/ufitlircn seien, «laß die Misrnchisten nicht den Mut besässc«, sich vom Einfluß einer gewissen jüdischen Zeitung und gewisser Rabbiner zu befreien. Herr S c 11 a I k o w i ts c 11 versucht«; dann, ein Korreferat zur Programmierte von Dr. Göttlich zu halten. Die Versammlung fand dies unangebracht und beschloß, die Debatte fortzusetzen. Der Delegierte Vogelnest tadelte darauf das Zentralkomitee wegen der geringen Aufmerksamkeit, die cs den Zionisten des österreichischen Okkupationsgebietes zu teil werden ließ, und protestierte gegen das ,,Politikastern" des Zentralkomitees. Als er dabei die Tätigkeit des Herrn Farbstein Angriff, wurden Stimmen der Unzufriedenheit laut. Er forderte die I>eniokr.itisicrung der Organisation und die Förderung der jidisdsen Sprache in der Schule. Da festgcstcllt wurde, daß noch 33 Delegierte auf der Rednerliste stehen, wurde beschlossen, 0 Generalredner aufziistcllen und ihre Redezeit auf 15 Minuten zu beschränken. Als Gcncralredner wurden die Herren MH In er und Brodt aus der Provinz, die Misrnchisten Riwkin ttnd Rabbiner Slotnik, ferner die Herren Czessler und Milcikowski gewählt. Die ersten zwei Redner warfen dem Zentralkomitee vor, daß es seine Tätigkeit nur auf Warschau beschränkt und den Zfonistnus in «ler Provinz vernachlässigt habe, ״Schulen", sagte Brodt, ״sind mir in Warschau vorhanden, in der Provinz gibt cs keine guten $t״t;!!::n. Zn den Octticindc- Wahlen und zu den Wahlen in den SiacJträtcn erhielten die Zionisten i!1 der Provinz keine Inatruhtbnea von der Zentrale. Wenn trotzdem die Zahl der Schekel und die Einkünfte tfcs Nationalfonds in der Provinz gestiegen sind, ist .cs lediglich dem allgemeinen Aufschwung des zionistischen Ideals, aller .nicht der Leitung zuzusclireiben." Mi Huer befaßte sich eingehend mit der Stel- Imig der Leitung zum Schulkuratorinm und bemängelte, dall die Leitung sich das Kuratorium unrechtmäßig unterworfen habe und die öffentliche Meinung bezüglich der SchuHütigkcit ignoriere. Ueber die Steilung des Zentralkomitecs zum ״Misrachi“ sprach Riwkin; er führte die Leitung der amerikanischen Zionisten, in der auch die Fraktionen des ״Misrachi“ und der Poalc-Zion vertreten sind, als vorbildlich an und forderte auch innerhalb der polnischen Zionistenorganisation Gerechtigkeit für die Misrachifraktioii. Als Vertreter der ״Ivriah" hielt in hebräischer Sprache eine BcschuUliguiigsrcdc f krr Czessler. Das Zentralkomitee hat nach seiner Meinung die hebräische Bewegung vcrnacl»!i»ssi!«t und Schuld daran, daß die ״ viialt" keinen festen Wohnsitz hat und die Ehre der hebräisclicn Sprache gesunken sei. Die Leitung habe sich auch passiv zur Kulturkonfcrcnz verhalten utnl untcrstüzc nicht die Chaluzimbcwegung, die der Jugendbewegung einen geistigen Inhalt zu gelwn imstande ist. Es werde auch nicht dafür gesorgt, daß die Chaluziin Hebräisch verstehen, ohne welches sic später in Palästina keine Tätigkeit werden ausübeti küniicn. Die vernachlässigten Interessen der Provinz suchte auch in einer glänzenden Rede Rabbiner Slotnik aus Gonibin zu verteidigen, der diesmal nicht im Namen des ״Misrachi“ auftrat. Er führte eine Reihe Fülle an, in denen zionistische Vereine in der Provinz die Leitung über die Gründung von Volksschulen befragt haben, ohne eine Antwort zu erhalten. Er bemängelte auch, daß die Volksschulen, die das Zentralkomitee gegründet tiat, nicht genügend volkstümlich sind, .da sie die Zog* Tmgc nicht genügend mit Sinai und den Geboten verknüpfen. Die Redner der Leitung hätten in den Synagogen Ansprachen gehalten, ohne dem Geist, der in der Synagoge herrscht, gerecht zu werden. Der Redner war vor kurzem in der Farm von Czenstodiau, wo eine Hcdwluzgriippc sich für die Tätigkeit von Palästina vorbereitet und dort habe er eine drückende materielle Not vorgeftuiden, ״Warum sorgte das Zentralkomitee nidit, ihr zu helfen? Warum sandte das Zentralkomitee iiir keinen Lehrer der hebräischen Sprache? Das Zentralkomitcc ist stolz, auf die Turnbewegung, was tat aber das Zentralkomitee, um diese Turner zu ji'idisdien Turnern zu machen? Oft kommt cs vor, daß die Turner nidit hebräisch sprechen können, jüdisch nicht wollen und sidi daher einer fremden Sprache bedienen." Der letzte Gcncralredner, Milcilrowski, wiederholte die Vorwürfe der Vorgänger, meinte aber, »laß die Sduikl nicht am Zentralkomitee, sondern lediglich an dem Mangel an Zeit und an passenden Kräften liege. Lin Mitglied des Zentralkomitees ist Redakteur, der andere Ratmann, der dritte Gcmemdcfülircr, alle naben die Hände voll von Arbeit, alles wird in der Eile gcmadit und das Zentralkomitee als Gcsamtinstilut bcsteht eigentlich sehr selten. Man muß passende Persouci» finden, die die so viclvcrzwcigtcn Arbeiten ausk führen können.״ Als Verteidiger der Leitung traten die Herren Julius Berger und Rechtsanwalt O!schwanger auf. Julius Berger, der im Verlauf der letzten 6 Monate der Arbeit der zionistisdicn Leitung in Polen naltcsfand und objektiv die Entwicklung des polnischen Zionismus verfolgen konnte, stellte auf Grund seiner Ikobaditmigcn fest, daß die Unzufriedenheit der kritisierenden Redner übertrieben sei. Wohl konnte die Leitung nicht allen Bedürfnissen der Provinz, in der die zionistische Arbeit in der letzten Zeit so stark angewadiscn ist, nadikmnmcii. Schuld daran hat aber zu einem großen Teil die Provinz selbst, die nidit immer ilire Grgan»- sationspfliditen erfüllt umi der Leitung die nötige materiellc Unterstützung gewährt habe. Im allgemeinen aber habe sich die zionistische Arbeit in Polen im letzten Jahre zu Dimensionen entwickelt, die man nicht voranssehen konnte. Die lobenden Worte des Zionistischen Aktionskomitees und des Kopenhagcner Büros über das Wadisiiim des Zionismus in Polen entstammten einer wahrhaften Verehrung. Was aber jetzt iiottue, sei vor allem Disziplin und energisdic Arbeit auf dem Oeblctc der Organisation und Geldsammlung. Et warnte vor den inneren politisdien Streitigkeiten Warschaus und mahnte die Konferenz, der Größe der 'Zeit sich gewachsen zu zeigen. Eingehend widerlegte die Vorwürfe der Kriliic der Vizcvorsit/cndc des Zentralkomitees Rcditsanwalt Ol• schwanger. Der Zionismus, meinte der Redner,- brauche keine geschworenen Verteidiger der Demokratie; denn er selbst sei seinem Wesen nndi demokratisch, was das Zentralkomitee bis jetzt getan hat, habe cs auf Grund der Bcsdiliissc der vorigen Konferenz im Linklange mit der Stimmung in der Provinz getan. Dali die Führer des Nationalfonds in Polen nicht gewählt, sondern'Crnnnni sind, liegt in der autonomen Organisation des Nation,׳ilionds, deren Führer vom Kongreß seiltet gewählt werden und ihrerseits in allen Ländern Vertreter bestimmen dürfen. Falsdi informiert sei auch Rabbiner Slotnik, denn niemals seien von der Leitung Redner in die Synagogen geschickt worden, die »licht dem ׳ Geiste der Synagoge entspreche^. Die Farmen in Czen• stoehau und CzcnstonicW, wo die Chaluzim sidi für ihre PalasUuatätigkeit vorbereiten, sind nicht von den Zionisten gegründet und stehen außerhalb des »oiiisii* scheu Einflusses; trotzdem sei seitens der Leitung mandies unternommen worden, um die Lage dieser Pioniere zu verbessern. Ebenso könne audi die Leitung eine Reihe von bcliriife״ und Arbeiten auf dem Gebiete der Gemeind ewahlen in der Provinz aufweisen. Auf diesem Gebiete konnte und müßte mehr getan werden, wozu man aber größere Mittel brauche. S,U voHsDmhg mit Herrn Czcßlcr einverstanden, für die Lnlwicklung der hebräischen Sprache noch 1! .5ctfn 'wirde, dies liege aber nidit " .1״Wit« «Cr Lcitu"ß sondern an der Tat- Ä'j! 11'S! 80 י!ף0״ angestrengte ׳und noch so ergc»ufie11 kann, um unseren Ansprüchen aur dem Gebiete der Forderung der hebräischen Sprache ,״ZS/‘11?"11,^ ־m Sdiluß erklärte er zur Gcmigttmng der Konferenz, daß die Rede des Herrn Dr. GottlicS am Vortage nidit eine persönliche Meinung des Redners darstente, sondern die Ansiditcn des gesamten Zentralkomitees wiedergab. Er daß wenig 111 an der

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