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Jüdische Rundschau · 1917-11-09 · Heft 45 (9.11.1917) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 45 (9.11.1917)
Date
1917-11-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 362 ׳J U;! 1» 1.;UNDDCHAU Kr. 45 Konferenz sehe Ü1, Polen; ßcm Mal;, unserer V Jugend guusten würden würde, ׳, zu besciilicßcn, daß die Zionist i- 1i011 die Initiative ergreifen soll, i'u st ein Hilfswerk in möglichst grozu organisieren. ״Die Arbeitsfähigkeit 114110, die Rührigkeit unserer Idralish'-iclien einer umfassenden Geklsnmmluug zu luuli zu unserer Notleidenden genützt werden. Wir uns jdiu'fdiclt schützen, wenn es 11ns gelinge,״ das liilfswerk in engem Kontakt ׳und einer gemeinsamen Anstrengung aller jüdischen Parteien und Organisationen duidi/ufiilircn, , . Der Wiede rauf« bau unserer erschütterten Wirtschaft ist eine imge• liciirc Aufgabe, die viel Mühe und Energie erfordern wird. Schon jetzt müssen in grollen Umrissen die Pliine der wirtschaftlichen und finanziellen Institutionen vor• gezeichnet werden, die unseren ökonomischen Wollt« stand wieder auf eine gesunde Basis zu stellen be« rufen sein werden“ (Zustimmung). Eine weitere wichtige Aufgabe sieht der Redner in der Regulierung und Systematisierung des zio- 1!is tischen Sch ul Werkes in Polen. Ein grobes Netz von jüdischen Volks- und Mittelschulen sei unter Mitwirkung und unter der Aufsicht von Zionisten entstanden. Diese Schulen, die bis jetzt trotz gewisser ge-!!!einsamer pädagogischer Prinzipien ohne einheitliches System in den einzelnen Programmpunkten geblichen sind, müßten ein einheitliches Sdiulprogramm erhalten, Darauf ging der Redner zur Stellung der Zionisten zur Reorganisierung der Jüdischen Genie in de über. Er betonlc, daß die Jüdische Oe« tiicindc auf einer nationalen und de!11 o krallsehen ti rund läge aufgebaut werden jniissc. Trotz Anpassung an die Forderungen der modernen Zeit müsse ihr historischer Charakter und die Tradition der ehemaligen Vierliiiidcr-Syuodc gewahrt bleibe», ״Mit doppelter, drei fintier Energie“, fuhr der Red« ncr fori, ״werden wir in Zukunft den Knmpl für die Siehe riing unserer nationalen Rechte führe» müssen. Die Zionisten in Pole» müssen sich bemühen, einen entsprechenden Einfluß auf das allgemeine politische Leben zu erhallen, um den Prinzipien der Demokratie und sozialen Gerechtigkeit zu einem entscheidenden Sieg zu verhelfen. Mit der Demokratisierung־ des politischen Lehens in Polen sind unsere Hoff* iiuiigen und Erwartungen eng verknüpft. Ein dctnokralischer polnischer Staat wird das nötige Verständnis für unsere nationalen Forderungen besitzen, die in keiner Weise mit der führenden Rolle des polnischen Volkes in Widerspruch stehen und weit davon entfernt sind, die Bedeutung des polnischen Charakters des Landes zu schmäler״. Die polnische Demokratie wird!ohne Zweifel den gleichen weg gehen, den die Dcmokrntien anderer Länder beschriften haben, die’ in einer lmz.wei« detitigen Weise ihre Zustimmung zu unseren nationa* len Forderungen erklärt haben" (Beifall). Die Demokratisierung des Staats «ml die Nationali« sicrung der jüdischen Gemeinde, so führte der Redner aus, seien zwei Vorbedingungen für den Ausbau des nationalen Lebens', dem die Zionistische Organi־ sntion »Ile ihre Kräfte widmet. ״Wir wissen, wie ver* wickelt und kompliziert das Problem unseres nationalen Bauens in den Golusländerii ist. Wir sind in Polen bloß in den Städten zusammengepfercht, in denen unsere Zahl oft die Zahl der polnischen Bevölkerung■ iibertrifft und wo trotzdem der polnische Charakter des Koni« niiiiinlwescns bewahrt werden muß. Nicht geringere Schwierigkeiten bestehen für uns aus dem Grunde, daß wir nicht eine, sondern zwei Sprachen haben und für das Recht beider Sprachen gemäß ihrer Bedeutung kämpfen müssen; Niemals und m keinem Fall werden wir die Rechte unserer nationalen hebräischen Sprache, die die Kulturgüter des jüdischen Volkes seit Tausenden von Jahren in sich birgt, verkleinern lassen. Wir können nicht darauf verzichten, unter den juilcn die hebräische Sprache zu verbreiten, die Sprache, die im Lande unserer Zukunft ihre• (Wiederbelebung feiert 1111(1 als festes Band für alle jüdischen Gruppen in den GoSusliindcrn dient (Stürmischer, langanhnlteii« der Beifall und Medadrufe). Aber gleichzeitig wollen wir energisch die Rechte des Jidi sehen, unserer Volkssprache verteidigen, die die Umgangssprache der jüdischen Volksinasseii ist und in ihrer sozialen Re« donlmig mul ihren wertvollen kulturellen Schöpfungen als politischer und nationaler Faktor ersten Ranges be־ trachte( werden muß. Bei entsprechender nationaler Selbstbestimmung und Selbstverwaltung kann das verwichi' Problem leicht gelöst werden, denn cs ist in unseren Reihen der gute Wille dazu vorhanden (Zu■ Stimmung). l)r. Güttlieb kam nunmehr auf die Organisat i o 11 s f r ,1 g e 11 zu sprechen. Die propagandistische und agitatorische Arbeit müsse auf eine feste Grundlage gestellt und zwischen den Ortsgruppen und der zentrafen Leitung ein ständiger Kontakt hcrgcstcllt werden. Die . Organisation sei in kurzer Zeit gewaltig tmgcwnchsch, sodaß die organisatorische Arbeit oftmals die Lei« stungsfiifiigkeit der zentralen Leitung überstiegen habe. ״Nach ihren Statuten, sagte Dr. Göttlich, ist die Zio• nistische Organisation höchst demokratisch organisiert und die Konferenz wird Gelegenheit haben, einen Mo• dus zu finden, durch den die Tätigkeit der zukünftigen zentralen.. Leitung sieh unter ständiger Kontrolle einer großen Zahl von Vertretern der ganzen Organisation und aller ihrer Mitglieder befinden wird. Um die Ziele zu erreichen, die wir uns stellen, inüssen Wir eine Madit sein, eine soziale Kraft deren Wirkung im Leben offenbar wird und die Respekt und Vertrauen erweckt. In erster Lame müssen wir uns das Vertrauen, die Sympathie ״ml die Mitwirkung der breiten jüdisehen V o I k 8 m a s s c n erwerben \11ui in diesem Sinn mul audi uimerc organisatorische Tätigkeit demokrati• rnert weiden. (Lebhafte Zushiiimuug bei den Demokru- Der Redner ging dann zur Frage der Stellung der Zionisten zu den anderen jüdischen I arte len!m Laude über, ,Es handelt sich", führte er aus, ״um die krage einer Vereinigung der jüdischen 1 aitmcn, He;»111 nationalem Baden sichen, mul uni die 1 ,mbcrufjiri^ eines allgemeinen jih!isd1crt kongresses in Polen, Der Gedanke einer Einigung und Ver* ata 11 d 1 g u n R zwischen den verschiedenen Richtungen 1111 jüdisch-nationalen Lager selbst Ist In un- seren zionistischen Rethen sehr populär. Wir wissen, welch ein schwerer Kampf für mr.crc _ Redde* uns hier im Lande bevor;;״:•!!(: und daß dieser Kampf nur dann von Erfolg gekrönt sein bann, wenn alle jii(ii:;d1-11.1־!io!1;1I1‘11 Krüite sich konzentrieren und zn׳am« iiiciisdiliGIcii werden. Das muß i« der Graisil von Waliliiheivinkoinmeu mit gemein;.!me« Programmen, von koordiniertem Auftreten vor der jüdischen und nicht« jüdischen (Mfciitlichkcit, durch Gründung eines jüdisch« nationalen Klubs, in den die Vertreter aller iiationaicji Parteien cintreten und durch ühiilklu• UntcrnchimiiigCii, die unsere nationale Dos!!•11״ im Laude befestigen, verwirklich( werden. Vom Bewußtsein der Notwendigkeit einer Vereinigung: sind «He unsere zionif.tisclien Reiben durchdrungen und nieiii.'iml, so scheint es, begreift die große Bedeutung jüdischer Solidarität mehr, niemand wünscht sie und sehnt sich narb ‘ihr mehr als ein Mitglied der Zionistischen Bewegung, die diese Losung zum ersten Male .in das jüdische Leben geworfen hat. Die bisherige zionistische Leitung in Polen hat mehr als einmal solche Versuche gemacht und wir glauben, daß die Konferenz weitere Richtlinien gehen wird, tim diese iiiilisdic Lini;p111g zu verwirklichen. Sic •wird auch sicherlich den W<׳׳׳ von Kompromissen einschlagen sind sich mit voller Aiifrichtiglicit bereit erklären, den Wünschen der tiichiziotii t!sehen Parteien und Richtungen ciitgeg'cnzukoßmien. Aber kein einziger Zio« iibt wird cs über sich bringen, auf die llaitplgrundläge der zionistische» Bewegung, auf unser Palästina« Programm zu verzichten, kein einziger Zionist wird sich entschließen, seine Stellung zur nationalen hebräischen Sprache zu lindern, 111111 kein einziger Zionist wird es zugehen, daß die ikdeiilimg der Zionistischen Organi« sntion als politischer Faktor herabgesetzt und verkleb iiert wird (Stürmischer, laiigaiilialtendcr Beifall). Wir sind bereit, 1ms mit nmlcreu jüdischen Parteien auf Grund einer gemeinsam misgearbelkieu und akzeptier« feu Platt form z.iisammeivztiimi, ,׳dwr imieibalb unserer Bewegung, in der Orgnniii/ition selbst mir. •011 wir 1111« serein Programm und 11m>r1־rn Prinzipien (reu!)leihen. Die Einigung und Verständigung zwischen den nationalen Parteien ist die Vorstufe zu einem Ifldisehen Kongreß in Polen.’ Dieser Kongreß, 11er auf breite« demokratischen Grundlagen eiuhmifen werden und alle Teile der jüdischen Bevölkerung Polen» umfassen soll, muß, ntialog den jüdischen Kongressen in anderen Ländern, die Hoffnungen und Wünsche des ganzen jiklisdicu Volkes nusdr•iieken und spiegeln. All« uers können wir uns einen derartigen Kongreß nicht denken. Denn nur unter diesen Voraussetzungen kann sich ein solcher Kongreß die nötige Autorität im lnneni und nach Außen verschaffen. Das Programm dieses Kongresses ist in seinen Umrissen fast fertig« gestellt; denn cs muß dem Programm der jüdischen Kongresse in anderen Ländern analog sein;und muß mit der Notwendigkeit der Einhorn hing eines allgemeinen jüdischen Kongresses in dem Augenblick rechneu, indem der Krieg aiifhörcu und die Beziehungen zwischen Völkern und Ländern für lange Zeit festgestellt werden. Der allgemein jüdische Kongreß in Polen wird also in der Richtung der Sicherung der bürgerlichen Gleichberechtigung, der Bestimmung der Formen der jüdischen Selbstverwaltung in nationalen und religio־ sei! Angelegenheiten arbeiten und, last 110t least, unsere Forderungen bezüglich der jüdischen Kolonisation in Palästina ausdnklwu müssen. Auf diesen Punkt werden wir Zionisten nicht verzichten, und Wir glmi« ben nicht, daß die amlcrcn jüdischen Parteien in diesem Punkt eine Ausnahme von ihren Genossen in Rußland und Amerika bilden werden, lieber die Form, in der die Palästitiaforderung auf der Tagesordnung figurieren soll, mögen s i e entscheiden, aber der Inhalt kann nicht ignoriert werden; denn er spiegelt den Willen eines grollen Teiles, wenn nicht des größten Teiles der jüdischen Nation." (Allgemeine Zustimmung.) 1 )er Redner ging hierauf zu den Fragen der gegen• würligeu und z.tikünitigeii Pa 1 ii stluaa r b e i t über, ״Die großen Weltcreignisse“, führte er aus, ״Imbcii den Willen des Volkes, ein nationales Zentrum in Palästina .׳uifzubaueu, nicht nur nicht gebrochen, sondern im Oe« genteil gestärkt mul gefestigt ... Ls erweist sicti jetzt, wie fruchtbar und nützlich die Paliistinnnrbeit in den letzten Jahrzehnten war, die anfangs nur von einem Häuflein auscrwiihllcr iilalistindier Pioniere geleistet wurde, die sich entschlossen hatten, als Avantgarde zu dienen ... Jetzt ist die Kolonisation in Palästina der auf Mittelpunkt des ganzen Judentums geworden, das ihn mit gespannter Erwartung blickt (Zustimmung.) Der Redner ging d,11111 zur Schilderung der gegenwärtigen kritischen Lage der p a 1 ä s t i n c 1t s i - scheu Jude« über und berichtete über die Hilfsaktion der polnischen Juden zugunsten des palästinensischen judeiitimis, ״Die Summe von über <10000 Mk., die in Polen gesammelt wurde, Ist natürlich wie ein Tropfen im Meer im Vergleich zu den 'Bedürfnissen unserer Kolonisten in Palästina im gegenwärtigen schweren Augenblick. Aber diese bescheidene. Summe, an der Zehntausende von Juden in Polen'beteiligt sind, die aus den Groschen und Pfennigen zusammengesetzt ist, die ti/1scrc armen jüdischen Massen mit Freude den zionistischen Sammlern gegeben haben, ist ein Ausdruck der allgcmeinen Sympathie, die die jüdische Bevölkerung in Polen ihren Brüdern in Palästina ciiigcgeitbriügt. Wir hüten unsere Pioniere, unsere bescheidene Gabe nnzuucliincn und senden ihnen von dieser Tribüne aus unr.ern brüderliehen Grull, Seid frisch und mutig, Ihr heldenhaften Bauer der jüdischen ZukunftI Unser Ödst Ist mit euch und die Augen der kommenden Geschlechter schauen mit Enthusiasmus auf eure heldenhafte Fe* stigkdtl (Die Versammlung erhebt »ich, Minutenlang (.lauernde ()vationeu.) Darauf fuhr Dr. Göttlich fort: ״Der große Wert der nationalen Arbeit, die bis jetzt in Pnl'istitm geleistet wurde, ist In dem gegenwärtigen Augenblick deshalb so besonders!{roll, well wir alles,• was wir in Palästina geschaffen habe», für uns selbst geschaffen haben, gedrängt und getrieben durch unsere eigenen Interessen, durch unser eigenes Streben, Die zionistische Arbeit und die ZfonlstUclie Organisation ha he« ständig eine strdi geNciitrftlitltt bewahrt, Wir hatten nlets uuicr eigene* Ziel vor Augen und unsere Tätigkeit 11:1t niemals den Zweck gehabt, den Einfluß von Irgend jeiiiand 111 Palästina zu vergrößern. Unsere kolo* nlsntorischc Arbeit war ständig von einer absoluten Loyalität gegen die cltomanisdie Regierung ge• fragen und es ist uns niemals in den Sinn gekommen, u!1sore 1 Ioü!m!!״c11 mit den Plänen von irgend jemand zu Verbinden, die Einheit und Souveränität des türkischen׳ Staate•? auch nur im mindeste» anzutasten. Niemals wird das jüdische Volk vergossen, welche gastfreundliche Aufiiabiiie beim türkischen Volke unsere Urinier gefunden haben, die aus Spanien und Portugal vertrieben worden waren. Wir schätzen die Fikläriiiige!! hoch, die die Verfreier des türkischen Staates bezüglich der Fürsorge für die palästinensischen Ileituloscn, die aus außerge- Wohnlichen Gründen ihren Wohnort verlassen mußten abgegeben haben. Wir sehen in diesen Erklärungen de Ausdruck der alten traditionellen Freundschaft zu den Jv den, in denen die Türken stets natürliche Verbündet(, gefunden haben. Wir erkenne« auch in ihnen den aufrichtigen Wunsch, das jüdische Kolonisatiouswerk, das mit so vieler Mühe mul so großen Opfern aufgtbauf wurde, zu beschütze« und zu beschirmen. Unsere Forde׳ Hingen bezüglich Palästina stehen in keinem Gegensatz zu den Interessen des türkischen Staates. Wir fordern für die jüdische Kolonisation in Palästina freie Entw ic k 11111 g untergeordneten und gesicherten rechtlichen Verhältnissen unter türkischer Oberhoheit. Wir werden in das ottoinanischc Reich einen frischen Zustrom menschlicher und finanzieller Kräfte bringen, das halbwüste Land in eine« fruchtbaren und i.udustriereichcn Boden verwandelt!. Wir wollen das Wohl des türkischen Staates nicht bceiiitriiehtigcn, sondern es vermehren. Wir protestieren energisch gegen jeden Versuch) unsere zionistische Forderung mit unehrlichen impcrahstischcn Pläneu irgend eines fremden Staates zu verbinden. Unsere Hoffnungen stützen sieh auf keine bewaffnete Macht, son- (lern auf friedliche Arbeit und sind auf den Prinzipien der Gerechtigkeit und auf der politischen Klugheit des iürkisrhm Volkes gegründet, (Großer Beifall.) Unser Weg führt auch ebensowenig zur Verletzung der Interessen der A ruber. Die Ansprüche der Andver waren niemals auf Palästina gerichtet. Die wenigen liiuiderltausend Araber, die im Lande wohnen, zeigen daher auch keine Tendenz, den palästinensischen 11(1(1011 anszuniitzen mul auf ihn! den Ran einer produktive» Kultur zu errichten. In Anbetracht unserer gemeinsamen semitisehen Abstammung, der Verwandtschaft unserer Spraclicu und der historischen Erinnerungen eines gemeinsamcu Schaffens auf dem Gebiete der Kultur sind wir überzeugt, »lall die Araber in uns gute Nachbarn finden und «laß unser zukünftiges Werk in Palästina der arabischen Bevölkerung Palästinas und der Nachbarländer großen Nutzen bringen wird, (Lebhafte Zustimmung.) Der Redner erinnerte zum Schluß an die großen Opfer, die der Krieg von den Juden verlangt hat und die nicht umsonst gebracht sein dürfen, ln allen Ländern haben die Zionisten ihre Forderungen aufgestellt und auch der polnische Zionismus hat durch «las Plebiszit, das über eine Viertchiüflkm polnischer luden unterzeichnet hat, an dieser großen zionistischen Aktion tcilgonommcn. ״Das Bild unseres unvergeßlichen Führers Theodor 1 lerzl", so beendigte Dr. Göttlich seine Progratntnrcdc, ״möge uns vor Augen stehenGind über unsere Häupter soll Zions blau-weiße Fahne flattern und uns um siel» scharen zu unermüdlicher Arbeit für die Freiheit unserer Nation, für die Wiederbelebung unserer Kultur und für den Aufbau unseres historischen Landes!“ Die Rede Dr. Oottlielw wurde von den Anwesenden, die siel! bei Erwähnung des Namens Theodor Herzl von den Sitzen erhöhen hatten, mit stürmischem Beifall und großer Begeisterung aufgenommen. Darauf erhielt Dr. Rosenblatt aus Lodz das Wort, der in polnischer Sprache das befreite polnische Volk begrüßte und zu unermüdlicher Arbeit für das zionistische Ideal atiffordcrtc. Darauf gedachte der Vorsitzende Rcchtsanwalt OIschwanger, der im vergangenen Jahre «laiungcgangenen jüdischen Schriftsteller und Persönlichkeiten, die siel! um das jüdische Volk grofle Verdienste erworben haben. Er gedacht« des Todes von Dr. J. L. Katzcnclson, S. Frtig, C11. Tschcmcrinskif CI1, Kahan, D. Rattncr, Prof. Jos. rfalcvy und anderer. Ferner erinnerte er an die in Palästina gefallenen Wächter und verstorbenen Aerzte. Auch gedachte er des Dahingangs zionistischer Führer in Polen: Jnssinowsky, Minz. Rrinski u.a. Die Versammelten ehrten das Andenken der Vcrstorbenen, indem sic sich von ihren Plätzen erhoben. In! Namen des Wand hai'roni begrüßte Dr. Kliimcl die Konferenz, mit herzlichen Worten. Darauf verlas der Vorsitzende das folgende Bcgrüss ungst e 1 e g r a m m des Engeren Aktionskomltccs: , 1; ״Dem Zionistischen Dclcgicrtcntag übermitteln wir unseren herzlichen Gruß. In seiner tiefsten Not hat das polnische Judentum sich am herrlichsten bewährt und die polnischen Zionisten haben gezeigt, daß sie ihrer großen Aufgabe würdig sind, Bahnbrecher und Schildträger der neuen jüdischen Zukunft zu sein. Mögen ihre Bcratungen, getragen von Liebe 11ml verlangend nach Einheit, dem harrenden jüdischen Volke den Weg weisen. Das Engere Aktionskomitee der Zionistischen Organisat. Warburg Hantke״ Auch der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Polen, H. Färbst ein, hatte aus Kopenhagen ein Begrüßtmgstclcgranun an die Konferenz gesandt. Beide Telegramme wurden mit enthusiastischem Beifall von der Konferenz mifgcnommcn. Unter dem Ocsang der Hatikwali verließen die Delegierten in fcicrliaicr Stirnmutig den Vcrsammlungssaal, 2. Tag Vormittags-Sitzung Die zweite Sitzung der Konferenz stand bereit» unter dem Zeichen der Arbeit. Unter den Delegierten war schon eine Gruppierung nach Richtungen walirzundimcn. Außer den 40 Ml$ rach isten ließ sich eine Gruppe von etwa 40 Delegierten erkennen, die die Merkas- Kruppe und die iicugegründcfc Fraktion der Zion18ten-Demokraten um sich gesammelt haften. Eine vereinigte Gruppe von Pr ov i n zd c 1 eg ic rt cn zählte ungefähr 50 Mann. Die Mcrkasjugend hatte schon einige Tage zuvor über ihre Stellung zur Konferenz Beratungen abgchalteu. Auf der Tagesordnung stand die Wahl des Prä- «idiunis und des Permanenzausschusses.

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