Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1917)
- Date
- 1917-11-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 Seite 355 jüEr<!::ci!e non;;־'x11Aü kcit unterstützen. Auf Oruitd dieses Bcsdikr.ses wurde eine gemeinsame Liste milder orthodoxen Partei ״Tra- (1 i i i o n und Frei 11 c i t" geplant. Erst während des Wahlkampfes wurde cs klar, daß dieses gemeinsame Auftreten die Wahlagitation erschweren und dem Kampf seine Bedeutung nehmen würde. Zwei Wochen vor den Wahlen ciitschlosrcn sieh (!aller die rionir,tischen Führer unter den! nnehdriiekllclien Einfluß der 7״. c i r c - Zion״, jedes Bündnis ntrt’/mgtben und eine selbständige Liste aufzustellen. Es wurde vom zionistischen Wahlkomitec chic Deklaration in hebräischer, jldischcr und russischer Sprache iilxrr das zionistisclie üemciiidcpragramm hcrausgcgcbcn, eine bcsomlerc Wahlzeitung ״Di c Moskauer Ke hi Ha" in jklischcr und russischer Sprache gegründet und eine Reihe Versanimlun« gen veranstaltet, auf denen die zionistischen Kandidaten (M, Klein mann, Alclnnikow, Koncl, Frau Dr. B u cii in i 1 und andere) ihre Ansichten über die Aufgaben der Gemeinden entwickelten. ( Einer telegraphischen Mitteilung aus Moskau zufolge waren cs die Zionisten, die bei den allgemeinen Wahlen den Sieg davongeirngen haben. Unter den 4fi gewählten Vertretern sind 18 Zionisten, 7 Vertreter von ״Tradition und Freiheit״, ö Vertreter der Unparteiischen Bürgerpartei (darunter Zionisten wie: D, W. w y so zk y «. a.), 5 Volksjmrtciler, 5 Bundisten, 3 Sozialistcn-Tcrri• torialisten, 1 Sejmist und 1 Poalc-Zion, Unter dun 18 Vertretern der Zionisten befinden sich: Dr. F. W. Tschlenow, Rabbiner J. Masc, die Mit• glieder des A. C. J, Naiditsch, A, PodH• schewski, H, Slatopolsky, Leo Jaffd, der Vorsitzende des J. N.־F.־Büros A. Ts che r i ko wc r, der Dnmanbgcordnctc W. Jakubsohn, die hebräischen Schriftsteller M. Kleinmann, Dr. M. Olticksohn, Ch. Orünbcrg u. andere. I Von der polnischen Liquidationskommission Au der von der russischen Provisorischen Regie• rimg eingesetzten Kommission zur Liquidation der russischeu Herrschaft in Polen war bekanntlich kein jiidi• wehes Mitglied beteiligt. Die jüdische Presse machte wiederholt darauf aufmerksam, daß das Fehlen einer jüdischen Vertretung auf die Tätigkeit der Kommission schädlich wirken kann. Wie jetzt aus Moskau mitgctcilt wird, erhielt die Moskauer ״Gesellschaft der pol• 11 i s c 11 c 11 J u d c 11" eine Einladung der Llqiiidationskom• misslon, in die Kommission einen Vertreter zu entsenden, Eine!«.•sondere demnächst stattfindvMidc Sitzung des Ko• mitccs der Gesellschaft wird unter Beteiligung der Vcr• treter der analogen Gesellschaft in Petersburg und Kiew rillen Kandidaten wählen mul «ine Dcklura• fion, die er der Liquidationskommission vorlegcn soll, ausarbeiteu. Die Liquidationskommission Interveniert gegenwärtig bei der schwedischen Regierung und den Regierungen der Zentralniiictiie zugunsten einer Erleichterung der Uebordeilhing der Bürger Polens, die sich «eit Ausbruch iles Krieges in Rußland auflmltcn. Die fünfte Konfcrenz^dcr Poalc-Zion in Polen Zum ersten Mal seit Ausbruch des Krieges versammellen sieh die Vertreter der Poalc-Zlon in Polen zu einer allgemeinen Konferenz. Anwesend waren •14 Delegierte aus 21 Städten des deutschen und osterreichischcn Okkupationsgebiets. Die viertägige Konferenz hatte eine Reihe Fragen der jüdischen Arbcilcrpolitlk in Polen zu beraten. In den Berichten der Proviuz. wie auch im Berichte der leitenden Organe wurde fest-gestellt, daß die Vereine außer ihrer politischen Tätigkeit eine intensive Arbeit auf kulturel« lem und professionellem Gebiete entfalten und daß gegenwärtig, trotz der schwierigen Umstände und ungc• achtet des Mangels an Kräften, der Boden für zionistisch• sozialistische Tätigkeit unter dem jüdischen Proletariat Polens günstig ist. Im Jahre PH5, als die Partei sich ‘ in Polen zu reorganisieren begonnen hatte, zählte sic 500 ' Mitglieder in 4 Städten (Warschau, Lodz, Bendin, Czen< stochau). Gegenwärtig bestehen 11 Ortsgruppen und die Zahl der organisierten Mitglieder beträgt 8000. Die Konferenz beschloß, sich an den Gemeindew a h 1 c n zu beteiligen und den Kampf um die Ver* wcltlichtmg und Demokratisierung der Gemeinden, di« den Konzcntrntionspunkt der künftigen jüdischen na• tioiialpolitischcn Autonomie in Polen bilden, fortzusetzen. In der Resolution über die Schul frage, die ein« ־ vom Staat unterhaltene weltliche jüdische Schule mit idischcr Unterrichtssprache verlangt, wird energisch ge• gen die vor kurzem erlassene Verordnung über das Schulwesen protestiert. Die Verordnung wird dabei als ״Attentat seitens der polnischen Bourgeoisie auf di« Rechte der jüdischen Minorität“ bezeichnet. Eine ein• gehende Resolution behandelt die Wahlpoiitik der Partei. Nach ihr werden bei Schließung von Blocks und Wnliliibcreinkommcii die jüdischen nationalsozialistische«! Parteien — in erster Linie die Sozialistcn-TcrritoriaUsten, in zweiter die Buudisten — bevorzugt, Bei einer Wahl unter den übrigen Parteien gehört die Unterstützung der polnischen Poaie-Zion den polnischen Sozialisten und demokratischen Zionisten. Die Konferenz befaßte sieh ausführlich mit.den Fragen der Organisation, Presse und Propaganda und der Parteipolitik in den Stadträlen. Auf der Tages• Ordnung der Konferenz standen auch die Punkte Über den Kongreß in Polen, die Paiästinaiätigkeit und di« Organisation dek ״Heehaluz". Die Konferenz falitc auch eine Resolution über den Krieg und die sozialistische Internationale. Sie sandte an das Verbands b ü r o in Stockholm, an das 1101ländisch «skandinavische Komitee in Stock- 110111t, an die Parteigenossen in Palästina und im Auslände •und an B. Boruciiow Begrüßungsschreiben. Statistik der jüdischen Bevölkerung Jerusalems in relativen Zahlen Nach einer Zählung, die von dem Jüdischen Komitee für Nahruugsiuittctvcrsorgung in Jerusalem vor IV» Jah• ren veranstaltet wurde und deren Resultate aut einen ziemlich holicn Grad von Genauigkeit Anspruch erheben können, ergibt sich, daß das Gesdilechtsvcrhältnis der üdischcti Bevölkerung Jerusalems folgendes war: mäntiich 45°/(), weiblich 55 ",0. I. Gliederung nach Altersstufen Jahre männlich weiblich zusammen bis Iß 1 J1' D ״•-1:1 2ö0/״ 11—20 »־״ 11 ״׳,»12 2 t׳■« 21—50 12«/« »׳/״17!&«,» 51—70 ö"/0 8 «/o ״/״14 über 70 l«'o 0/״2 3<y» unbest, ״־"2 ״/»3 ״/"5 55*׳ t> 45«/0 100"/» Die Hälfte aller Juden gehören der aschkenasisdien Gemeinde an, die andere Hälfte der sfardisdien und andern orientalischen Gemeinden. Die Siardim sind ungetähr 1/e bis '/1‘ יer gesamten jüdischen Bevölkerung Jerusalems. Mehrere andere orientalische Gemein• den leimen sich au die sfardisclie an und werden landläufig zu ihr gerechnet. Das geht besonders deutlidh daraus hervor, daß der sfardisclie Kolel viel mehr Seelen umfaßt, als es nach der Zugehörigkeit zur sfardisdien Gemeinde im engeren Sinne z.u erwarten wäre. Dagegen Besonders muß das neu gegründete dänisch-jüdi sehe II i lf s kom it ee für die okkupierten Gebiete erwähnt werden, ln einer Konferenz, dänisch-jüdischer Persönlichkeiten erstatteten die Herren Dr. E. W. Tschlenow und der in Moskau wohnende frühere Lodzer Großindustrielle B. Wachs einen Bericht über den Stand der Hilfsaktion in Rußland. Herr Farbstein referierte über die Aufgaben der Hilfstätigkeit in Polen und Litauen. Hierauf folgte die Bildung des neuen dänisch*jiidiscl1en Komitees, das die Aufgabe, hat, die in Rußland gesammelten Hilfsgdder nach Polen zu überweisen, in Skandinavien größere Mittel 7.u sammeln, sowie sobald wie möglieh eine Hilfskonferenz in Kopenhagen zu organisieren. Das Komitee ist in folgender Weise gebildet worden: Prof. D. Simonsen, Vorsitzender, Gemeindepräsident Carl Melcliior, Kassierer; Mitglieder: William Heckscher, J. Trotzky (vom skandinavischen Hilfskomitec) und Dr. S. Bernstein (vom Kopcnliagc- 11er Zionistischen Büro), Anläßlich der Anwesenheit des Herrn Farbstein in Kopenhagen hat der dänische Zionisten verband ihm zu Ehren einen Beg rii ssu ngs abend veranstaltet. Eine ganze Anzahl Redner begrüßte den Gast und würdigte seine hingebungsvolle Arbeit sowohl auf polnisch-politischem wie auch auf zionistischem Ge• biete. Auch der in Kopenhagen bestehende Misrncliivcrcin •ehrte 1 ierrn Farbstcin durch einen Begrüßiiiigsabcnd. An beiden Abenden erwiderte der Gast in längeren Ausführungen, die mit großem Beifall aufgcuomnieu wurden. Ein zionistischer Wahlsieg in Moskau Einen Monat lang dauerte der Kampf der jüdischen Parteien in Moskau bei den Wahlen zur reorganisierteil Jüdischen Gemeinde. Seit Aufhebung des Ansiedhmgsrayous ist Moskau zu einer der bedeutendsten und für die Provinz maßgebendsten Städte des Reiches geworden, liier ist nun auch der erste Versuch im Lande gemacht worden, die Gemeindeverwaltung auf Grund <les allgemeinen, gleichen etc. Wahlrechtes unter BeU׳i■ ilgtiug der Frauen zu wählen, ein Versuch, dem demnächst «amtliche größeren Städte des Reiches folgen Werden. Die• Programme aller jüdischen Parteien enthalten einen Punkt über die Tätigkeit der Gemeindeverwaltungen und die Wahlkampagne gab allen die Möglichkeit, mit ihren Ansichten .und Forderungen vor die Ocffentlichkeit zu treten. Die aus Vertretern aller Parteien gewählte und von der allen GeinchuJeverwaltinig sanktionierte Kcorgaiiisaiioiiskoininission gewährte allen Parteien das Recht, auf Grund des proportionalen Wählrechtes besondere Listen aufz.iistellen. Als erste begannen den Wahlkampf die ״Vcreinigten Sozialisten" (S. S. und Sejiuiston), für die die Keliilkiarbeit den Hauptpunkt ihres nationalen Programms bildet. Sie fanden aber wenig Anktaug außerhalb ihrer Partei. Ihr Versuch, eine gemeinsame Liste mit dem ״Bund" aufzustellen, scheiterte. Der ״Blind" leimte es ab, mit ihnen ein Bündnis zu schließen und stellte eine selbständige Liste auf. Ebensowenig ge• lang ihnen eine Vereinigung mit den Poalc-Zion, da diese auch einen Punkt über die Paiästinaiätigkeit der Gemeindeverwaltung in ihrem Programm haben. Außer diesen drei sozialistischen Listen figurierte noch eine Liste der ״V o I k s p a r t c i“ und eine der alten Leiter der Gemciiule, die sieh ״Unparteiische iiürgcrpart e i" nannten. Die Zionisten hatten anfangs beschlossen, gemciiisam mit all denen aufzutreten, die das zionistische Ocmciudcprograinm akzeptieren und die Palästiuatätig- Bf y.» "*—י■■ "'?!;!.יו״! י."..■■■ E J" . 1■ ■-■■—וווו■ «■י■■■' — ■ seinen orthodoxen und liberalen jüdischen Zeitgenossen einen besonderen, damals noch ganz, alleinstehenden jüdischen Typus darstclit, den Typus des nicht nur in aligiöser Beziehung, sondern in der Totalität seines Wesens jüdischen — sit venia verbo — Juden. Für urus Naiioitaljudcn ist cs bei dieser Erkenntnis dann kein Wunder, daß Meist schließlich zur Formulierung seiner Anschauung vom Wesen der Gractzselicn Person■ lichkeit kein anderes Paradigma findet, als: ״Graetz ist unter allen großen Repräsentanten' des deutschen Judentums im 19, Jahrhundert der letzte Nationatjude". Mit diesem Satze schließt die eigentliche Darstellung der Mcislsclicu Schrift. Im Anhang folgen noch Noleu (die man aus Gründen der Ucbcrsiclitiiehkcit lieber unterhalb des Testes als am Ende’ gesehen hätte), ferner eine vortreffliche Bibliographie der Schriften von und über Gractz. und endlich eine Anzahl von Briden mul 1>011״- lui'.nteu zur Lebens• und Betiitigungsgescliiclitc Grad/.׳. Unter den letzteren verdient besonderes Interesse die Denkschrift, die Gradz auf Grund eigener Anschauung -über die Zustände der jüdischen Gemeinden Palästinas ־ au •!gearbeitet hat und der Briefwechsel mit dem einen seiner beiden Begleiter vor Antritt der gemeinschaftlichen Reise nach Palästina. Beide, Brief und Denkschrift, sind ein sprechender Beweis für das leidenschaftliche Ver• bundcuheitsgefülil Gractz׳ mit dem Heiligen Laude. Die Sclirili Mcisls verdient also, in unseren Kreisen gelesen zu werden. Es wird sic keiner aus der Hand legen ohne das Gefühl, einem ganz starken und cinheitlieben jüdischen Menschen näher gekommen zu sein. Das ist viel wert In einer Zeit, in der <״> Besten und Stärksten des jüdischen Volkes um die Vereinheitlichung ihres jüdischen Willens ringen, und darum wollen wir Meisi dankbar sein, daß er uns den Juden Gractz als Historiker in einem neuen Bilde vorgefülirt hat. Dr.Oeorg Herlitz, z.Zt. im Heeresdienst. P, Thom&en, Palästina und seine Kultur in fünf Jahrtausenden. Nach den neuesten Ausgrabungen und Forschungen dargcstcllt. Zweite, neubearbeitete Auflage. Mit 37 Abbildungen. Verlag D. G. Tcubner, Leipzig und Berlin 1Q17 (״Aus Natuf und Gcisteswclt" 260. Lkl., gcb. 1,50 Mk.) Prof. Peter Tlfomsen, der verdienstvolle, auch in uiisent Kreisen wohlbekannte Palästina-Bibliograph, gibt in diesem Bändchen der Tcnbnersdien Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen einen gedrängten Abriß der Aiisgrabungscrgcbnisse und Forsehiiiigsrcsultate, der auch einen weitern Kreis von ge« bildeten Laien in die bisher ermittelte kulturelle Entwickhmgsgeschichtc Palästinas clnzuführcn geeignet ist um! für uns mehr als archäologisches Interesse hat. Die vorliegende zweite Auflage berücksichtigt auch die neuesten Arbeiten, die allerdings durch den Krieg unterhrodien wurden, der Palästina wieder zum Kriegsschauplatz machte und vielleicht dadurch auch für die Zustände de! Vergangenheit lebendigeres Verständnis bewirken wird. Die Ausgrabungen haben in der verhältnismäßig kurzen Zeit schon wertvolle Früchte getragen; obwohl sich natürlich noch kein vollständiges Bild: de» kulturellen Lebens der Urbevölkerung entwerfen läßt, kann man doch die Spuren bis ins vierte vorchristliche Jahrtau• send verfolgen und aus den Funden wichtige Schlüsse ziehen. Die Darstellung Thomscns ist schon dadurch sympathisch, daß sie gewagten. Konstruktionen aus dem Wege geht und mit einer gewissen Zurückhaltung nur die gesicherten und begründeten Ergebnisse in guter übersichtlicher Form zusammcnstellt. Die gefundenen Ueberrcste sind eine wichtige Ergänzung der literarischen Berichte, für die früheste Zeit die einzige Erkenntnis• ׳ quelle. Wir wissen heute, daß die wahrscheinlich nicht* semitische Urbevölkerung der Steinzeit etwa um die Mitte des 3. Jahrhunderts von den Semiten der syrischarabischen Steppe verdrängt wurde, die in Kanaan, unter stetem Einfluß der großen Nachbarrcidic, die relativ hohe Kultur schufen, welche die Hebräer bei ihrem Eindringen in der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends im Lande vorfanden. Unter der Herrschaft der Israeliten konnte sich eine feste, organisch erwachsene materielle Kultur gar nicht entwickeln, da ein Kriegssturm nach dem andem über das Land hinbraustc und cs zum Durchzugs* gebiet großer Heere machte. Daher war auch die Abhängigkeit der Kultur von Babylonien und Aegypten groß, während die geistige Entwicklung ihren eigenen Weg ging und in der Religion ein einzigartiges, unverglcichliches Werk schuf. Für die Völker des Altertums ״umfaßte und regelte die Religion alle Seiten menschlieber Betätigung"; angesichts dieses Umstandes, auf den Thomson selbst hin weist (S. 32), ist cs allerdings befremdend, daß er den Israeliten alle eigene Kultur abspricht und nur ihre religiöse Leistung gelten liißi (S. 114). Dies ist vielleicht doch ein etwas zu enger Gebrauch des Wortes ״Kultur". Aber darüber wollen wir mit dein Verfasser nicht rechten, den» wir für seine Arbeit wirklichen Dank schulden. Das vorliegende Buch führt noch in die hellenistische und römische Zeit an der Hand der Funde ein und schließt mit dem Ein« tritt der arabischen Epoche, die der hcllcnisch-oricntali« sehen Kultur ein Ende machte und völlig neue Verliält« nisse schuf. Robert Weltsch. Josef Ringo: Die Judenfrage In ihrem geschich11 ichcn Zusammenhang und Vor« Schläge zu ihrer Lösung. Verlag-von Speidel ft Wurzel, Oberstraß-Zürich, 1917. (38 S.) Diese Droschürc mit dem prätentiösen Titel, die die Flut der jetzt Mode gewordenen Literatur auf den Tisch des Referenten spült, lohnt kaum der an sie gewandten Worte. Da ja in dem Chorus der Stimmen zur .Judenfrage das Instrument der Druckcrprcssc lei« der auch jedem Unberufenen zur Verfügung stellt, hat sich der Verfasser der Mühe unterzogen, in schlechtem