Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1917-08-24 · Heft 34 (24.8.1917) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 34 (24.8.1917)
Date
1917-08-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2652026-2652059--11246-2668549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 282 JUED1SCM E H U א D S C M A V Nr. 34 Recht bekommen, ihre nationalen Angelegenheiten auto• 0111מ zu ordnen . , . Die Vernichtung einer nationalen Kultur stellt einen Schaden für «len Sozialismus und die Menschheit dar. . . Selbstverständlich darf der Nationnlisimis nicht übertrieben und in einen Chauvinismus verwandelt werden. Der Nationalismus muß Hand in Hand mit dem hrtemationalisimis j^dieii, denn die wohl- Verstandene Entwicklung beider 1,'iktuieu liegt in ein und derselben Riehtimg. Was die jüdische Pa 1 ä s t i n a ־ itlce betrifft, so sehe ich keine Argumente dagegen. Wenn ein Teil des jüdischen Volkes erklärt, d a (1 die normale Entwicklung des nationalen Lebens und der nationalen Kultur nur in einem eigenen Laude, in Palästina, in dg lieh ist, was auch ganz verständlich erscheint, so sehe ich keine Gründe, warum man es nicht 11 nt c r s t ü t z c n soll, dieses I «1 e a I zu vorwirklichen, Und dies ist auch ganz und gar keine Unmöglichkeit. Hie Neuzeit hat gröbere Wunder gezeitigt. Die Frage ist nur, inwiefern das jüdische Volk genügende innere Kräfte besitzt, um dieses Ideal zu verwirklichen. Mir scheint, daß cs diese Kräfte besitzt. Jedenfalls ist cs unmöglich, einer Gruppe die Auf. lösuug vorzuschreilvcn, wenn sie sic nicht wünscht mul immer wieder neue Wege sucht, ihre nationale Ent wicklung forizusetzeii. Die Tatsache, daß «1er Zionismus hi» jetzt sein Ziel noch nicht erreicht hat, beweist nichts für seine Uiiausführbarkeit. jedenfalls hängt diese Frage lediglich vom jüdischen Volke selbst ah." Von der Kongrcßbewegung in Amerika Die allen Leinde der jüdischen Koiigrcllhewcguiig, die trotz der Begeisterung der jüdischen Massen — oder vielleicht gerade deswegen —- vor keinem Mittel zurückscheuen, um die Einberufung des Kongresses zu verhindern, versuchen jetzt, ihr Ziel auf indirektem Wege zu erreichen, Nachdem ilire Hoffnungen, durch inucrjifdiselie Kräfte die Abhaltung des Kongresses hintanzuhaltcii, erloschen sind, versuchen sie, sich für ihren Zweck der Autorität nichtjüdischer Faktoren zu bedienen. Herr Simon Wolf aus Washington veröffeiitlichte während der Wahlen einen ffrief au die Redaktion des ״Jewish Com in ent" jn Baltimore, in dem er mitteilt, daß er es fiir nötig befunden habe, brieflich den Präsidenten Ufr Vereinigten Staaten über seine Stellung zum geplanten jüdischen Kongreß zu befragen, worauf er die telephonische Antwort erhalten habe, daß im Weiften Hause die augenblickliche Einberufung des Kongresses als unerwünscht betrachtet werde, Der Ehren- Vorsitzende der Vereinigten Orthodoxen Synagogen,!)r. Cyrus Adler, wandte sich darauf mit einer strengen Mahnung ״an die jüdische Oeffentlichkcit“, die drohende Gefahr, die die Einberufung des Kongresses für die jüdischen Interessen im Lande bedeute, ciii/iisehcn und die Verwirklichung der Kougreßidce zu verhindern. 111 manchen Städten, in denen die Wahlen noch nicht «lurdigdührt waren, blieb die Wirkung dieser gchcintiiisvollen Andeutungen nicht aus. Der, Vorsitzende' des Zionistischen Provisorischen Komitees, Dr. Stefan W i s e, wandte sich darauf mit einem Schreiben an den Präsidenten. Wilson beauftragte l)r. Wise, öffentlich in seinem Namen zu erklären, daß er mit Interesse von dem bevorstehenden Jüdischen Kongreß erfahren habe und tief überzeugt sei, «laß der Kongreß den bestell jüdischen Interessen dienen und den Interessen Amerikas nicht widersprechen werde, Im Aufträge Wilsons gab Dr. Wise diese Erklärung am 7. Juli auf einem Meeting der Kougreßbcwegung und später in allen jüdischen Zeitungen des Landes bekannt. Eine unzweideutige Antwort erhielt auch Dr. Cyrus Adler von seiner eigenen Organisation. Die Konferenz, der Vereinigten Orthodoxen Synagogen fußte «len Beschluß, die Palästiiialordcrung im Sinne der Zionisten zu unterstützen und den jüdischen Kongreß ZU beschicken. Der Ehrenpräsident der Vereinigung sah sich daraufhin gezwungen, sein Ehrenamt niederzulegen. Dem Beschlüsse des Kongrcßkoniitecs gemäß, der vorn erwähnten Kangrcßmecting bestätigt wurde, ist die Tagung des Kongresses, wie schon mitgeteiit wurde, auf den 13. November d. Js. festgesetzt worden. Die Wahlen zur russischen Vorkonferenz Das Dutzend der größten jüdischen Gemeinden Rußla inls, die den Beschlüssen der Petersburger Beratung gemäß das Recht erhielten, die Vorkonferenz vom' 18./31. Juli zu beschicken, zeigte, daß cs sich der Bedeutung der ihm anvertrauten Aufgabe bewußt war. Ucbcrall vereinigten sich Vertreter aller jüdischer Parteien, um . die Wahlen durchziiführcn, wie cs die vorbereitende Beratung beschlossen hatte. Ursprünglich hatte be־ kauntlich die Idee der Vorkonferenz viele Gegner, ins* besondere unter den Führern der zahlenmäßig kleineren Parteien, die ihre Haiiptkräfte zumeist in den Rcii- «Icnzstädten besitzen. Später wurden auch Stimmen laut, «laß der Beschluß, der nur den größeren Gemeinden mit einer jüdischen Bevölkerung von 5ÜÖ00 Personen «las Wahlrecht zur Konferenz zugcHteht, und zwar allen gleichmäßig in der Höhe von vier Delegierten, ungerecht sei. Einige fanden von vornherein, daß da* Recht der sozial!• *tischen Parteien — Bund, Vereinigte (Sejmistcn und S. S.), Poalc-Zion besondere Delegierte zu wiililen, falls sic in der Stadt eine Organisation von 300 Mitgliedern besitzen, eine unbegründete Bevorzugung «tarsteile. Alle waren sich aber klar, daß ein vereiuigtcs Auftreten des gesamten russischen Judentums ein Gebot der Zeit sei, dem zuliebe unvermeidliche Kompromisse gemacht werden müßten. Ueherall ent* schlossen sieh daher die Parteien und Richtungen, sich «lein Wahlausschuß «1er Petersburger Beratung zu fügen, uni endlich eine autoritative Instanz zu erhalten, die die Kongreßhuwegiing in «iic Wege leitet und da» Prograinni des Kongressen bestimmt. Die Hauptfragen des Wahlkampfes waren derselben Natur wie «Iic der Petersburger Beratung• Da der ״Bund" selbständig wählte und daher .111׳ der nllgemeinen Wahlagitation nicht toilnahm, hatte der 'i. Punkt der vorgesehenen Tagesordnung des Kongresses: ״Die Lage «1er Juden in den anderen Ländern" wahrend der allgemeinen Wahlen keine Gegner mehr. Der Kampf entfaltete sich also fast lediglich um die Palästinafragc, riciitiger um die Frage der Ausscheidung Palästinas zu einem besonderen Punkt der Tagesordnung. Für diese Forderung traten die Zionisten, die iicngeschaffcneu Organisationen «ler Orthodoxie und ein« Reihe unparteiischer Gruppen ein, «lie in den Provinzslädteu großen Einfluß besitzen. Gegen diese Betoming Palästinas waren fast überall die Vertreter der kiulettisclu'ii ״Volksgruppe“ und der ״Demok r a t i s e h e 11 V c r e i n i ß u n g“ (die sieh jetzt ״Volkspartei" nennt). ln Petersburg■, wo die alten und neuen Parlcicii ihre Zentralkomitees haben und die Wahlversammlung aus Verladern von Parteien und Organisationen bestand (au der Wahlversammlung bc- H'iliglcn sich 75 Vertreter von 11׳ politischen, kuiiurcb len, wohltätigen und synagogalcn Organisationen), erlitten die Zionisten eine Niederlage. 1 >(d •1 nlchtzioiiistisehen Gruppen (die ״Volksgruppe“, die ״demokratische Gruppe“, «lie ״Volkspartei" mul eine sogenannte ״unparteiische Gruppe“) stellten gemeinsam eine Liste von 1׳ Delegierten auf mit je einem1 Vertreter dieser Richtun* gen, «lie alle Gegner der Aufstellung eines besonderen Palästiiiapuiiktcs sind: M, M. Winawcr, G. Lau* «lau, La/.ki (Bartoldy) um( Krass ny. Die Zionisten «la :e;:e11 stellten die Kandidaturen des Scliriftstel* leis S. A, Anski, des Rabbiners׳ l)r. Eiseustadt, der Herrn Schiemann und Ra poport auf. Der Antrag «les zionistischen Vertreters S. K. Qe pst ein auf proportionale Wahlen wurde abgelclmt, Eine gelieiuie Abstimmung ergab «lie Wahl der Vertreter def antizionistischen Koalition. Ein entgegengesetztes Resultat ergaben die Wahlen in Moskau. Die aiitizionislischc Richtung wurde hier hauptsächlich von «1er ״Volkspartei“ Tepräsenticrt. Die orthodoxe Organisation ״Tradition und Freiheit“ unterstützte die zionistische Paliistinafordcrung. Nach cinigen /;rollen Wahlversammlungen, zionistischen und anti- /.ioiiislischni, wurde beschlossen, für Moskau allgctu eine Wahlen zu veranstalten, au denen nicht nur Vertreter «ler Parteien und Gesellschaften, wie in Petersburg und den anderen Städten, sondern jeder Jude mul jede Jüdin teilnehmcu sollen, mit Ausnahme der ,Mitglieder der drei sozialistischen Parteien, «lie das Recht behielten für ihre Mitglieder je einen Kandidaten besonders auf/ustdlen, — Dies war vorläufig der erste Versuch einer allgemeinen jüdischen Wahlkampagne in Rußland. Leider war die Zeit zu kurz, um eine den allgemeinen Wahlen entsprechende Agitation durch- Zufuhren. Miteinander kämpften liier 2 Listen: die zionistische mit A, Goldstein, Mitglied des zionistischen Zentralkomitees, Jakubsohn, chcmaligern Dumaaligcordncten, Rabbiner Nurok, Vorsitzenden der ״Trad'.t'on und Freiheit", und G u r W i t s c h, Vorsitzenden des Synagogcnratcs, und eine a תt i z i o n I - stisc 11 c Liste mit den 4 Kandidaten der Volkspar* tei: A. Treinin, Dr. Pewsncr, A. Patkin und J. Tokar. An den Waiden beteiligten sich 18S3 Personen von denen die antizionisiischc Liste insgesamt nur 188 Stimmen erhielt. Mit einer fünffachen Mehrheit trug die zionistische Liste den Sieg davon, Von iieucni bewährte sich die alle Erfahrung, daß die sicherste Bürgschaft für den Sieg «ler zionistischen Losun* gen es ist, die Entscheidung über «las Schicksal des Volkes vertrauensvoll in die Fl finde des Volkes selbst tu legen. Dasselbe wird auch durch die Wahlen In der Provinz, bestätigt, soweit die spärlichen Nachrichten darüber ausreichend sind. In Bobrnisk ge* hören von «len 4 gewählten Delegierten drei dem zioni* stischcu Siadtkomitee an. Gleichzeitig faßte auch die Wahlversammlung den einstimmigen Beschluß, die Palä* slinalragc auf dem Kongreß selbstständig zu behandeln. 111 Wi tehs 1c wurden ein Zionist (Goloskcr), 2 unparteiische und ein Vertreter der Volkspartei (J u diu) gewühlt. Ein ähnliches Resultat scheinen auch die Wahlen in Jckaterlnosdaw ergeben 7.1t haben, hi Minsk faßte eine Versammlung der Vertreter der jüdischen Gemeinde eine Resolution, daß der Palästina* punkt in das Programm des Kongresses( unbedingt auf* genommen werden muß. Sie wählio 4 Delegierte, von denen 2 Zionisten sind. In Charkow wurden 3 Zionisten und ein Antiz.ionist gewählt, der sich verpflichtete, im Fall« einer Abstimmung für «len Palästinapunkt zu stimmen. Ucber«be Ergebnisse der Wahlen In den anderen 6 Stiidtoii, die sich an der Konferenz beteilig* teil (Odesnn, Kiew, Benlilscliew, KrcmcnUclitik, Hornel und Llihubdligriul) liegen tsocli keine Nachrichten vor. Ein Telegramm teilt mit, daß am 18./31. Juli die Vorkonferenz eröffnet wurde. Ina Präsidium wurden gewählt: «ler Dumr.r.bgcorduclö N. A, Friedm a n n, die Zionisten AI c i n 1 k 0 w und J & k u 8> 8 o h n, der Vertreter der ״Volksgruppe" H. B. SHosbcrg, der Vertreter der ״Vollrspartcl“ Latzki (Barloldy) und der Vertreter der Orthodoxie, der Wilnacr Rabbiner R. CliAjim Oser GrodzcnskJ, Unter den jüdischen politischen Parteien DIo Konferenz der ״Demokratischen Vereinigung« An der allrussischen Konferenz der ״Demokratisch«.^ Vereinigung", die am 13. Juli in Moskau eröffnt! wurde, nahmen 50 Delegierte teil, von denen nur 3Q stimmberechtigt waren. Besonders zahlreich waren vertreten die Ortsgruppen von Petersburg (mit 1() f^|cgierten) und Moskau (mit 8 DeRgierteii), lns׳fCsa1tJj gibt es gegenwärtig in 18 Städten Ortsgruppen «ucscr. naigegrüudcten Partei, ln das Präsidium der K1a> ferenz wurden die Herren J. R. Jcfrojkin (pc. tersburg), A. N. Treinin (Moskau) und Michel.' 8 01111 (Charkow) gewählt. Den programmatischen Vortrag über die tbcorrti- Omndlagen der Partei hielt Jefrojkin, Die Ilauptfrage der sich tlar;in knüpfenden Debatte war die l־ra>c oh die Partei so/ialistisdien «Hier bloß demokratischen Charakter haben soll, Privatdo/ent Lasarsohl! ״״(j A, L. Patkin traten entschieden für die sozial Misehe Ideologie der Partei ein. Gegen diese Festlegung auf sozialisiisific Prinzipien und für ein demokratisches Programm traten hauptsächlich die ehemaligen Lu!!, rer der Sozialistai-Territorinlisten (S, S.' Lazki (Hartoldy) und Tsclicrnichow (Daiiieli) ein. Vorlauiig hat die letztere Richtung die Oberhand gewonnen. Die Konferenz beschloß, «lie wirtschaftlichen I11t«1־esseu nicht nur «kr jüdischen Arbeiter, sondern aller werktätigen Teile «les jüdischen Volkes, die sich nicht von fremder Arbeitskraft ernähren, wahr/uiielimea und der wirtschaftlichen Position der jüdischen professionellen Vereine, der Handwerker, der Kolonisten lind der Klein• iuindler besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Demgemäß wurde der Vorschlag der Sozialisten, die Partei ״Jüdische Sozialistische Volkspartci“ zu neunen, abgelclmt. Da der provisorische Name ״Demokratischc Vereinigung“ von allen Teilnehmern als urigeeignet betrachtet wurde, besdijoß die Mehrheit der Konferenz (mit 22gegen 7 Stimmen), die Partei von!11111 an ״Jüdische Volk spart ei" zw nennen. Unter diesem Namen figurierte «lie Partei bereits während der bald «\aruuf folgenden Wahlen in die Stadträtc und zur Konferenz der Kongrclibcwcguiig, Ucbcr die Wirtschaftspolitik «ler Partei spracli eingeliend Rechtsanwalt T s c 11 e r 11 i c 11 o w. Agronom Brunin berichtete über die Lage der jüdischen Kolonisten in Rußland lind ihre Forderungen während der bevorstehenden allgemeinen Agrarreform. Vorträge über Nationalismus und Föderalismus, über die Forderung «1er jüdischen Autonomie und die Stellung zu den autonomen territorialen Völkern Rußlands hielten Lazki und die Privatilozeiiten Losinsky mul Lasarsohl!. Lin« Reihe Vorschläge für die kulturelle Tätigkeit der Partei die von der Konferenz angenommen wurden, maclilc N. Sticf. In «las provisorische Zentralkomitee wurden 16 Personen gewählt, darunter 9 aus Petersburg (B r u־ nin, Ginsburg, Dubinski, Jefrojkin, Lasarsohn, Lazki, Losinsky, Sticf und Tsclicrnichow), <> aus Moskau (Biumenthal, Kaplanski, Neimark, Patkin, Pewsner, Treinin) und Michelsohn aus Charkow. Das Sekretariat des Zentralkomitees bat seinen Sitz in Petersburg. Die Konferenz beschloß, demnächst eine eigene Zeit- Schrift in jidisciicr Sprache herauszugeben. Vorläufig betrachtet die Partei die jitiischc Tageszeitung ״Volksblatt“ in Petersburg und die russische Wochenschrift ״Nowi Put“ in Moskau als der Partei geistig nahestehende Organe, Es wurden auch 5000 Rubel zur Bildung eines ״Jüdischen Verlags" zwecks Herausgabe von Broschüren über nationale und politische Zeitfragen gesammelt. Das ncugewäiilte Zentralkomitee der ״Volksgruppe“ Die jiidiscli-k.ulcttischc ״Volksgruppe" gibt i» «len Zeitungen das neue Zentralkomitee der Partei bekannt, das aus den Herren M. M. Winawer (Vorsitzender), H, E, Sliosburg, R. Blank, Senator Ch. L. Gurewitscli, G. A. Gqldberg, S. J. Kalman owi t s ch, J, A. Kleinmann und S. Posncr bestellt. Der Aufschwung des Zionismus in Wilna Der zionistische Oedanke hat auch in W i 1 n a einen unerwarteten außcrortlcntlichcn Aufschwung genommen. Anläßlich der Hcrsljahrzcit veranstalteten die WHnaer Zionisten im Zirkusgebäude, dem größten verfügbaren Raum Wilnas, ein Meeting, an dem mehr als 20000 Personen tcilnahmcn, während ein großer Teil wegen Ucbcrfülluiig an der Tür umkehren mußte. Herr Dr. Wirschubsk 1 eröffnctc das Meeting mit warmen Worten. Es sprachen dann die Herren S. Zitron, Rechtsanwalt Rosen bäum und Dr. S10 n i m s k y. Sämtliche Reden, vor allein die des! Herrn Rechtsanwalt Roscnbatun wurden mit großer Begeisterung aufgenommen und darauf unter allgemeinen Beifall einstimmig folgende Resolution angenommen! ״Wir vereinigen un* scre Stimme mit der gewaltigen Stimme des ganzen jüdischen Volkes in der Forderung nach unseren nationaicn Rechten in unserem eigenen Lande. Wir fordern dies im Namen der menschlichen Kultur und der Verpflichtung aller Völker, die zweitausendjährige grau- «wie Ungerechtigkeit, die Judenfrage, abzusebaffen'. Dieses Meeting machte einen mächtigen Eindruck. Von noch größerer Bedeutung aber erscheint die Tat* lache, daß das Rabblnat siel« unter dem Vorsjt* de•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.