Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 32 (10.8.1917)
- Date
- 1917-08-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 262 JU ED ISCHE UUNDSCHAU Nr. 32 die Tatsache, daß eine Anzahl c'dnischcr chassidisdhcf ״Rcbbes“ die von den Hcr°» Dr. Kolm und Dr. Carle■ badi importierte War111 «׳'t scheinbarer Begeisterung aufgegriffen bähe״, daß so und so viele Tausende von Chassidiin der von diesen Herren gegründeten ״Agmiath haorthodoxim“ beigrtreten sind, daß auf Geheiß des Gerer Rebbe viele Chassidiin das ״Jüdisch« Wort“ lesen, vielleicht sogar »bonnicrcn, und daß die Gründungen der betriebsamen beiden Herren sich des Wohlwollens mancfier Heren der deutschen Verwaltung in Polen und sogar der polnischen ücffcntlichkeit erfreuen. Man braudit kein besonderer Kenner der Verhältnisse und kein Pr ),׳<׳'u't zu sein, um Voraussagen zu können, daß all das sei■׳ Ende haben wird mit dein Tage des Friedens- Schlusses, und daß die Herren Dr. Kolm utul Carlcbnch, wenn s e mit dem Abruf der deutschen Qkkupntionsbehörden auch wieder nach Deutschland abzielicn werden, dann zwar auf einige Jahre angestrengtester Tätigkeit, aber — wenn sie nur die Wirklichkeit werden sehen können — absoluter Erfolglosigkeit werden zurückblicken können. Und ob während der Kricgsjahrc in Warschau dieses thoratreue Judentum existiert und sein Unwesen treibt, ist für das jüdische Lehen der ücgenwart wirklich bedeutungslos, doppelt bedeutungslos angesichts der großen, so außerordentlich gewichtigen und zukunftsschwcren jüdischen Fragen des Tages, die gegenwärtig die breite jüdische ()Öffentlichkeit heschattigen. Wir würden daher auch nicht wieder auf das Tun und Treiben der thoratreuen Herren in Warschau zurückkommen, würden diese in letzter Zeit sieh 11/elit anmaßen, aus der Enge ihrer lokalen Wirksamkeit und der Propaganda ihrer Prinzipien herauszutreten, und versuchen, zu eben den großen Fragen, die gegenwärtig auf der Tagesordnung des jüdischen Lebens stellen, Slelluiig zu nehmen mit der offenkundigen Absicht, die Realisierung der historischen ׳Hoffnungen unseres Volkes, die sich in diesen Fragen anbahnt, zu hemmen. Der machtvolle Aufschwung des national-jüdischen Gedankens, der gegenwärtig innerhalb des gesamten Judentums wahrnehmbar ist, macht sieh auch in!,ölen geltend. Der große Erfolg der Schekclwoche, die imposante zionistische Dcmonstralon am Lag be'ainer-Tag, die jüngst abgchaltcnc Konferenz des polnischen Mis* rachiverbandes und die Begeisterung, mit der innerhalb aller Kreise der polnischen Jiidenlieit der Gedanke einer Unterschriftensammlung für das zionistische Programm aufgenommen wurde, zeugen von diesem Wachstum der zionistischen Bewegung in Polen. Dies läßt die thora• treuen Herren naturgemäß nicht ruhen. Sehr wohl vvisuend, daß ihnen nichts gefährlicher ist, als die Entstellung eines gesunden, positiven, zukmiftsfreudigen Judentums, bemühen sie sich, dem entgegenzutreten, mit Mitteln und Taktiken, die mir zu seiir bekannt sind, als daß sie uns noch zur Empörung Anlaß geben könnten, Nachdem die Herren durch die übliche» Verleumdungen den Zionismus als antireligiös und zum Abfall von dal jüdischen Traditionen verleitend diskreditieren wollten, versuchen sie jetzt, durch das ein wenig bluffartig anmutende Mittel des rabbinisclie» Bannes ihm zu schaden, In einer jüngst abgchaltencn Beratung des rabbinischcn Rates der Agudath haorthodoxim wurden drei Be* üdilüsse gefaßt, die alle die gleiche antizioiiistisclic Tendenz verfolgen. Der erste Beschluß verbietet den Ein* tritt in die zionistische Organisation, der zweite ver* urteilt die Unterschriftensammlung für das zionistische Programm und der dritte wendet sich gegen die ge* genwiirtigen Bestrebungen der Realisierung des Zionis* iiuis bei der kommenden Friedenskonferenz. Wir würden all diese Beschlüsse mit Stillschweigen übergehen, wären wir nicht sicher, daß die thoratrcuen Herren und ihre Gesinnungsgenossen in Deutschland nunmehr ver* suchen werden, auf Grund dieser Resolutionen zu bc* haupten, die Masse des polnischen traditionellen Ju* dentums habe sich in diesen Beschlüssen gegen den Zionismus ausgesprochen. Daher tut cs 110t, fcstzustel* Volk, Staat und Persönlichkeit ln dieser Zeit des Völkerringens und der Vöfkerhcwegung, die für uns Juden nicht nur als persönliches Schicksal des Einzelnen, sondern vielleicht auch für uns als Volk von großer Bedeutung Ist, haben auch unsere nationalen Anschauungen von dein Eindruck der Weltcreignissc manche Einwirkung erfahren. Wer bereit ist, Lehren aus dem Geschehen zu ziehen, konnte sein Bedürfnis, oft allzu schnell, befriedigen. Icli greife zwei solcher Lehren, deren Sinn einander entgegengesetzt ist, heraus. Die eine sagt: Wir haben gesehen, welche Opfer jedes Volk um seiner staatlichen Existenz willen zu bringen bereit ist, wie jedes kleinste Volk seine nationale Unabhängigkeit verteidigt; dies sei uns ein Beispiel etc. Die andere sagt: Wir haben gesehen, welches Unglück der Wahnsinn des Nationalismus über die Welt gebracht hat, die verheerende Wirkung der staatlichen und nationalen Sonderungen, aber auch die rücksichtslose Verneinung der persönlichen Individual* iiitcrcsscu durch den Staat erkannt; sollen wir wirk* lieh zu den vielen existierenden Staaten und Völkern noch ein neues derartiges Gebilde Jiiiv/.ufügen? Es ist nicht die Absicht dieser Zeilen, eine Auscinandcrscizung mit diesen Anschauungen zu unternehmen. Ich will nur, um die Unrichtigkeit derartiger Problemstellung anzudeuten, auf ein schönes und tröstliches Büchlein liinweisen, daß manchem vielleicht eine Hilfe sein kann, der in der Wertung von Volk, Staat und Persönlichkeit *) Leopold Ziegler, Volk, Staat keil S. Fischer, Verlag, Berlin 1017. Schriften zur Zeitgeschichte.) Geb. 2 und Persöiilicli* (Sammlung von M. len, daß der rabbitiPdie Rat der Agudath haorthodoxim auch nicht die leise: tc Befugnis hat, im Namen der jiidisdten Orthodoxie Polens zu sprechen, sondern eine von den Herren Dr. Kolm und Dr, Carleb,•ich über Nacht ins Leben gerufene Gruppe einiger clmssidfsdter Rcbbes unter Führung des Gerer Rcbbe darstellt, die nur einen sehr geringen Teil der polnischen Rabbiner umfaßt, während viele derselben —׳ genannt seien hier u.a. die von Warschau, Lodz, Wioclawek, Kutno, Gombin, Lom/n — ihr durchaus ablehnend gegcnübcrstclicn, Es sei ferner hier festgestelit, daß eine ganze Anzahl polniedier Rabbiner dem Misrachi angeboren und manche andere bei der gegenwärtigen zionistischen Uuterselirif* teiis.'immlurig ihre Unterschrift gegeben haben; cs sei endlich festgestelit, daß diese Sammlung selbst ruit gro- Dem Erfolg vor sich ging und wi'itc Kreise der chassidisdien Massen an ihr teil nahmen. Diese Fest* Steilungen selbst seien nur gemacht, um den faktischen Wert der Beschlüsse des rnbbiiiisehcn Rates zu bc* leuchten. Prinzipiell zu ihnen Stellung‘ zu nehmen, ist wohl nicht notwendig. Auch braudit liier nicht gesagt zu werden, was von Orthodoxen zu halten ist, die im Moment, da die Erfüllung der tausendjährigen Zionshoffming des jüdischen Volkes vielleicht näher ist als je, da die jüdischen Ansprüche auf Palästina von den maßgebenden politischen Kreisen aller Länder immer mehr anerkannt werden, da das gesamte jüdische Volk sich auf der Basis des Palästinaprogramms zu einigen im Begriffe ist, in solchem Momente cs wagen, gegen die Realisierung des Zionsklcals, und zwar im Namen der jüdischen Tradition, aufzutrctcu. Selten ist wohl jdic jüdische Tradition tiefer entwürdigt worden, als cs diese ihre Vorkämpfer durch ihren Hochverrat am jüdischen Volke — wir können ihr Vorgehen anders nicht bezeichnen — getan haben. Und mail begreift, welch eine verzerrte, voreingcbildctc, groteske Vorstellung diese Leute von unserer jüdischen Thora haben müssen, um sich durch die Treue zu ihr zu solchem hochvcrrätcrischein Treiben verleiten zu lassen. Brauchen wir erst noch zu betonen, daß, auf seine Wirkung huschen, ihr Tun und Treiben auch in diesem Falle belanglos ist? Es wäre schlimm um das Paliistinaideal des jüdischen Volkes bestellt, wenn die Quertreibereien und läppischen Taktiken einiger ״thoratreuer“ Fanatiker und ciiassidlsclier Rebbcs seine Reali* sierung verhindern oder mich mir hemmen könnten, Ob die Herren Dr, Kolm und Carleb,■ich für Paliisliiin sind 011er gegen, was schert cs uns, was ktimmcrt's das jüdische Volk, was berührt es den Zionismus? Nicht um sie zu bekämpfen, haben wir cs für nötig erachtet, nochmals auf ihre volksvcrderblichc Tätigkeit Inuzuwciscn und ihre Beschlüsse zur Paliistinafragc einer breiteren jüdischen Ocffentlidikeit niitziiteilen. Wir tun cs auf deswegen, um das Treiben dieser Männer, die es tibef sich bringen, im Namen der Thora die Realisierung der jüdischen Zioiislioffiiuiig In diesem großen Moment 1111* sercr' Geschichte iiiitiertreiben zu wollen, vor der jü* dischcii Oeifenllidikeit ,zu beleuchten. Es genügt, ihr Tim in das helle Licht der großen jüdischen ()öffentlich* keit zu rücken, um das Urteil über ein solches Tun zu erlangen. Es genügt, ihre Taten zu konstatieren, tun ihre Verurteilung als Verrat ,׳in den heiligsten Traditionen und Idealen des jüdischen Volkes aus/.uspredreii. Was die thoratrcuen Herren mit ihren Beschlüssen zur Pa* läsiinafragc getan haben, zählt zu jenen schlimmsten Handlungen, deren Feststellung eins ist mit ihrer unbe* dingten moralischen Verurteilung, A. K. Dr. Tschknow in Kopenhagen Dr. E. W. Tschlcnow, der /.weite Vor* sitzende des Engeren Aktions-Komitees, ist zu längerem Aufenthalt in Kopenhagen eingetroffen. irre geworden ist. Auch den Verfasser des Buches *), Leopold Ziegler, hat die Verzweiflung über die Zerrüttuiig der Menschheit zu seiner Untersuchung bewo* gen, damit über dein Schmerz dieser Tage die Besinnung auf bessere Wirklichkeiten auch als Hoffnung auf bcseere Möglichkeiten erscheine. Was ״Volk“ sei, glaubten wir im Jahre 1914 zu erfahren, als das sonst verborgene Substratum des gemci nscha ftlichen Lebens plötzlich als beherrschende Macht in das Bewußtsein jedes Deutschen trat und der individuelle Wille vor der gemeinsamen Not dahinschmolz. Aber schon ein Blick auf das deutsche Volk von 1916 lehrt uns, wie wenig jener Höhepunkt des Volkslebens charakteristisch war; bald trat wieder die Selbstsucht, Leichtsinn und Zynismus, Rohheit und Frivoiität, das entstellte Menschentum des Hinterlandes zutage, und cs wird offenbar, daß Volk ein Träger gegensätzlichster Eigenschaften und widcrstrebcudstcr 'faulenzen ist. Das Volk als solches hat gar keinen Willen und kennt keine Zwecke, es hat keine Pf liehten, keine Verantwortlichkeit und kein Gewissen. All dies sind Attribute der ,Persönlichkeit und die Uebertraguug auf das Volk ist eine falsche Analogie; sehr fein zeigt Ziegler, daß ״Freiheit“ im strengsten Sinne nur in der individuellen Persönlichkeit vorhanden sein kann. Volk dagegen ist Naturbaiiigkeii, Trieb, Not- Wendigkeit, der Komplex von Instinkten, der das Fuiula* ment jeder Persönlichkeit bildet, die sich aber darüber hinaus zu freiem, selbstbewußtem, verantwortlichem Wo!• len erließt. Die Aeußeruugen der Volkheit haben ein biologisches Werden, der Natur vergleichbar, die «Inbcitlichen Kulturtendcnzcn schaffen Sprache, Mythos, Märchen etc.; jenseits dieser Lebensäußerungen erscheint Das Palästina-Plebiszit in Warschau Die mit der Hilfsaktion für die not leidenden Juden in Palästina verbundene Rundfrage über die Stellung zur jüdische« Palästina-Hoffnung, die am Todestage Herzte begonnen hat, wurde am Tischa b׳aw ab״Mch!n«״•׳ Zweihundert polnische Städte des deutsche״ Okkimationsgebictcs, darunter auch solche, wo keine zionistb sehe Organisation besteht, schlossen sich diesem v0 I ksl Plebiszit an. Die ״Palästina-Abteilung‘*‘ des Zionistischen Zentralkomitees 11 r Polen, die die Hilfsaktion und die Unterschriften- Sammlung leitete, gab im Verlauf dieser drei Wochen eine Reihe von Aufrufen und Plakaten in allen drei Sprachen heraus, die in 500 000 Exemplaren verbreitet wurden. Gegen 10000 Exemplare wurden für die Lit* faßsäulcn von Warschau und der Provinz verwendet. Das Recht der Unterschrift erhielt jeder Jude, der über 17 Jahre alt ist, ohne Unterschied von Partei und Ge* schlecht. Die Bundistcn nahmen dem Plcbizit gegenüber eine passive Stellung ein. Ihr Organ ״Lebensfra* ge u“ brachte nur einen — wenn auch in recht demagogischer Art abgefaßten — Aufsatz gegen die Qcldsamnt* hing unter polnischen Juden, die gegenwärtig selbst einer unsäglichen Not ausgcliefert sind. Dcgcgcn aber er* öflnetc die Zeitung der deutschen ״Thora treuen“ in Warschau, das ״J ü d i s c h c W o r t", eine regelrechte Attacke, die von einem gehässigen Antizioiiismus getragen wurde. Täglich brachte diese Zeitung spaltenlange Aufsiit/.e über die gottlose Tätigkeit der Zionisten, deren Unternehmungen -kein gottesfürebtiger Jude unterstützen dürfe, und über die Gefahren, die eine solche Rundfrage der Religion, dem Judentum,'den deutschen Interessen, dem palästinensischen Jischub, ja sogar dem Zionismus selbst bringen würde. Als die anonymen Aufsiitze und unbckannlen Autoren das gewünschte Ziel nicht erreicht zu haben schienen, trat Rabbiner Dr. K ohn selbst in den Spalten seiner Tageszeitung auf, um da» Volk vor einer /!!stimmenden Beantwortung der ״Frage“ im Namen der Thora und des Vaterlandes zu warnen. Und als auch diese Autorität nicht mehr auszurcichcn drohte, sandte» diese Gotteseiferer eine neue schwere Artillerie ins Feld, Drei chaxsidischc Rehbes, zwei Rnb* biner und die beiden deutschen Doktoren schlossen sich zusammen und faßten die folgende Bulle ab: ״Kein jmlc, der an unserem heiligen Olaiibcn fcstlialtcn wil^ darf sieh mit den Zionisten oder den ihnen äuge* schlosscnen Misrachistcn vereinigen“ und erklärten, <1:15 das ״Plebiszit keine reelle Bedeutung lmt .... durcli betrügerische Vorspiegelungen verwirklicht wird und dem Willen der Großen der Thora nicht entspricht.“ Um eine größere Wirkung zu erzielen, mmiitvii sich die Herren ״Rat der Großen der Thora“ und veröffentlichten dieses Dekret drei Tage vor lisch» li’aw, dein Haupttage des jüdischen Plebiszits, im ״Jüdisehen Wort“. Dem allen zum Trotz, setzte sich der Wille des Volkes durch. Die Politiker vom ״Thoratrcuen“ Wort, die sich die Autorität der drei Rcbbes zu Nutze mache• wollten, trugen nur dazu bei, diese Autorität 7,11 kompromittieren und den alten Kampf gegen den Obskurant»• mus der entarteten Zadikini aulzufrischen. Tischa b’aw, der letzte und wichtigste Tag des Plebiszits, wurde dieses Jahr mit einem neuen lebendigen Palästinainfinit erfüllt. 400 junge Zionisten und Zioiiistiniic» stellten sich zur Verfügung, um die Unterschriften der Entschlossenen aufzunchnicn. In vielen Synagogen wur• den die Unterschriften von den Misrachistcn und ältere■ Zionisten gesammelt. Im Bclh am und in den Vororten fanden zionistische Massenversammlung gen und Meetings statt. In allen Teilen der Stadt waren spezielle Büros eingerichtet, wohin aus allen Slradas Volk als Einheit nur unter der Führung einer Einzel- Persönlichkeit, die dann die Verantwortlichkeit für die geleitete Gruppe trägt, der Souveränität des Volkes gegenüher, die sich durcli den kollektiven Wider-Willen kmulgibt, wenn der Führer die vitalen Tendenzen des Volkes verletzt. Sehr interessant ist die Deduktion, daß die wahre Souveränität des Volkes nicht juristisch erfaßbar sei, durch die Ziegler die deutsche Auffassung der Souveränität als die persönliche übcrrcehtliche Verantwortlichkcit des Führers der englischen entgegenstellt, die sich durch verfassungsmäßige Institutionen zu sichern sucht. Das Volk kann aber erzwingen, daß cs von solchen Männern geleitet werde, die nicht nuf die notwendigen geistigen sondern die notwendigen sitt* liehen Eigenschaften besitzen; zwar nicht durch Para* graplicn, Verfassungen und Zeitungsgeschrei, sondern durch den Gehalt und den Wert seine/ eigenen Menschlichkeit. Auf diese kommt cs aber auch dort an, «wo di« das Leben entwertende Form des Staates überwun* den werden soll. Der Staat, das Erzeugnis der Not, sucht alles nach seinen Zwecken einzurichten, sein geheurer Mechanismus!*:herrscht alle Gebiete des Le* bens, das private Gewissen des Menschen muß sich den staatlichen Verpflichtungen unterordnen. Aber auch der Staat kann sich in eine höhere Sphäre sittliche/ Wcrtbarkcit erbdien, wenn er seine Gesetze nicht nach' empirischer Zweckmäßigkeit, sondern nach der Idee der Gerechtigkeit bestimmt. Ziegler untersucht von diesem Gesichtspunkt aus die Staatsihcorien der Griechen und findet die Wurzel des Gcrechtigkeitsbegriffes insbesondere in der Definition des Arb stotelcs, die Gerechtigkeit sei eine Analogie; sic bc* ׳