Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1917-07-06 · Heft 27 (6.7.1917) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 27 (6.7.1917)
Date
1917-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652026-2652052--11181-2668477
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 224 3UED1SCHE RUNDSCHAU national-jüdischen Intelligenz ebenfalls wesentliche Dienste leisten können. Es ist also türichl, von einer /ionist i sehen Utopie zu reden; es handelt sich hier vielmehr um eine׳ allerdings wcitschaiiciulo, aber darum doch nicht weniger gesunde rviilpoiltische tiiuernelriining.“ , /.um Schluß spricht Kranold den Wunsch aus, daß die Opfer, die auch das jüdische Volk in so grollen! Maße gebracht hat, nicht umsonst gehracht sein müeh• teil. Manche Hoffnung der Juden habe siel! erfüllt, vor allein durch den Surr/, des Zarismus. Aber auch Enttäuschungen seien nicht ausgehlichen, insbesondere in Pulen, wo das Verhältnis der Polen zu den Juden sieh keineswegs gebessert habe. Der Anreiz zur Aus- Wanderung bestehe weiter. Die Forderung national• kultureller Autonomie müsse natürlich dennoch erhoben werden. ״Auch die Juden Palästinas sind schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Krieg hat besonders dem südlichen Paliistina schweren Schaden zugefügt. Manche hoffnungsvolle Kolonie ist im Begriff zu verkommen, (Hier wohl schon zugrunde gegangen. Auf der anderen Seite haben sich die politischen Vorbedingungen für die jüdische Kolonisation in Palästina in manchen Hinsiebten auch gebessert. Manche Vorurteile gegen die jiidischc Kolonisation in Palästina sind abgelegt oder doch gemildert worden. Die Zweckmäßigkeit und die Dringlichkeit dieser Kolonisation sind in einer Weise begriffen worden, daß dem Werk selbst seine Zukunft in der einen oder anderen Form kaum mehr genommen werden kann.“ Hermann Kranold glaubt also die Frage der jüdischen Ncukolonisation in Palästina in günstigem Sinne heantworten zu können. Als Sozialist nimmt er hierzu Stellung: ״Wir Sozialisten können darüber nur Freude empfinden. Verwirklicht sich doch hier an einem bisher niedei'gehnlteneti Volk wieder die Idee des Selbstbe s t i in m 1111 gs r c c 11.t s der Nationen, die einen so wesentlichen l*u»kt unserer außenpolitischen Orientierung bildet.“ I. A. Der Zionismus in England Erklärungen I) r. W e i z 111 a 1111 s Am 'JO. Mai fand in L o 1111 o 11 eine a u ß e 1׳ o r - d c n 11 i e 11 e Konferenz der e 11 g 1 i s e 11 e 11 Z i 0• nisten stall, an der 70 Delegierte aus England, Irland, Schottland und Wales tcilnahmcn. Der Vorsitzende der Englischen Zioniste11*Fcderation Dr. Weizinann legte einem Komitee von 20 Personen Dokumente über die augenblickliehe Lage des Zionismus und seine politisehen fiemüluingen vor. Vor dein Plenum der Konkreuz hielt Dr. Weizmann eine Rede, in welcher er zuiiäcbst die Bedeutung der russischen Revolution für das Judentum .und die augenblickliche Lage in Pahistina erörterte. Bezüglich der Zukunft Palästinas erklärte Dr. Weizinann, es' sei nicht staatsmärmisch gcdaelit, die Errichtung eines Staates oder einer Republik zu fordern. Andererseits wies er auf die Sympathien hin, welche der Oedanke des Zionismus bei den Regicrungen findet, und erklärte, er sei ermächtigt, mitzuteilen, daß auf Grund dieser Sympathien im gegebenen Zeitpunkt eine Unterstützung der zionistischen Bestrebungen erfolgen werde. Ferner hätten die hochstell katholischen Kreise erklärt, daß sie der Schafhing einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina sympathisch gcgcnübcrslchcn 11ml daß sie von ihrem religiösen Standpunkt aus keine Einwande z.u machen hätten. Dr. Weizmann wandte sich dann den iiiiieijiidisehen Verhältnissen in England zu und warnte vor Spaltungen und Zwistigkeiten. •Spielen bahnen könnten. Ernste sportliche Arbeit, aber auch das Bedürfnis der Jugend nach gemütlichem, idyllischen Gemeinschaftsleben würden hier ihre Stätte!inden. Und alles in jüdischen Formen! Wie würde man hier das Makkabäer-, wie das Laubhüttenfest feiern! Hier wäre es vielleicht einmal möglich, hebräisch wirklieh ״spielend" z.u erlernen. Körperliche Ertüchtigung wie natimialjuiliselies Bewußtsein würden durch ein soldies Zentrum mächtig gestärkt werden. Mit theoreüsehen Darlegungen wird man immer nur solche Elemente fesseln 11ml ausfüllen, die Lust und Fälligkeit zu soleben abstrakten Erörterungen haben. Ein jüdisches Leheu, konkret ausgelebt, spricht für sich. Die!׳"inan/Schwierigkeit scheint mir nicht uiiüIkwwmdlich. Es handelt sieh ja nur darum, dal! jeder Verein das leistet, was er heute schon leisten kann oder für die nächste Zeit zu erreichen sieh zutraut. Kein Verein soll Wesentliches von dem, was er bisher gesehiit/.t und gepflegt hat, auf gebe». Schwierig wird es allerdings sein, die verschiedenen nü,meierten Interossen unter einen Hut zu bringen, den Blick über die Kirchturminteiesseit der ein/einen Vereine hinaus zu einem großzügigen Arbeiten mH •clion heute vorhandenen Mitteln zu Hilireu und ein alle wesentlichen Interessen befriedigendes Projekt zu finden, Zeigen wir, daß wir geiueiiisehnftsbildemle Fülligkeiten haben! Der jüdische Sport wird die Idee einer jüdischen Gartenstadt freudig hcgridk'ii. Martin E x i 11 c r. Wie kommen wir zu einer jüdischen Gartenstadt? Ich will im Rahmen eines kurzen Aufsatzes den Weg zeigen, der zu dem gewünschten Ziele führen soll. Man muß hierbei^ natürlich sehr vorsichtig zu Werke gehen, da die Sache sonst leicht mißlingen kann. Ich rate daher dringend davon ab, sogleich au die Gründung einer Clarteustndfgesellseliaft mit KiW pital, Anteilen, Plänen und Verpflichtungen zu gehen, ich schlage vielmehr zur Erledigung der notwendigen Vorarbeiten und zur Sichtung des Materials zunächst einen Verein vor, der etwa den Namen führen soll: ״Verein zur Begründung einer jüdischen Gartenstadt bei Herr Boris Go Irlberg sprach über die Lage in Palästina und teilte mit, daß die Provisorische russische Regierung erlaubt habe, an Hilfsgeldern 300 00h R H bei f ii r d i c p a I ä s t i n e 11 s i s c h c n Juden zu überweisen. Dagegen seien die Leistungen der englischen Juden für Palästina sehr gcring. Ohne die Hilfe von Amerika wäre das Kok)- nisationswerk längst zugrunde gegangen. Es wurde! darauf eine Subskription für Paliistina eröffnet, die sofort (*00 Pfund ergab. Line interessante Diskussion Der Zionismus wird gegenwärtig in der englischen JudenlK'it lebhaft diskutiert und zwar vor der größten Ocffeiuliclikcit. Es gibt in England zwei jüdische Körpersehaften, die sieh mit allgemeinen jüdischen Angelcgeiihcitcn befassen und bisher dem Zionismus alv leimend gegeniiberstandeii. Die eine dieser Körperschaft■ ten ist der ״Board of Depot i es of British Jews“, die andere ist die ״A 11 g I o Jcwish Association". Beide Körperschaften besitzen einen g e in e i 11 s a »1 e 11 A 11 s s c h u ß , welcher ״C 0 n j o i n t Committee“ heißt. Dieses ״Conjoint Committee“, vertreten durch zwei sehr bekannte englische Juden, nämlich David L. Alexander (Präsident des ״Board of Deputies) und Claude 0. Monte fiore (Präsident der ״Anglo Jcwish Association), erließ am 24. Mai in der ״Times“ eine Erklärung, die sich zwar gegen den Zionismus richtet, andererseits aber erkennen läßt, wie tief der Zionismus diese bisher fernstehenden Kreise beeinflusst hat. 111 der Erklärung wird gesagt, daß das heilige Land eine unvergängliche Bedeutung für alle Jinlen habe, daß es nicht nur als Gegenstand geheiligter Erinnerungen oder als Wallfahrtsort zu betraeblen sei, sondern daß die Juden seit dem Anbruch ihrer politischen r.imm/ipatioii in Europa die Wiederherstellung einer jü״ diseheii Gemeinschaft in Palästina als eine ihrer Hauptniifgahen betrachtet haben, mul daß diese Gemeinschaft eine (,hielle geistiger Inspiration für die ganze Judenheit sein solle. Daher habe das Conjoint Committee bereit* im Winter IHM seine Bereitwilligkeit erklärt, mit den Zionisten auf der Basis der sogenannten ״kulturellen Politik'1 /iisauuucn zu arbeiten, welche auf den letzten ZiniiisU'iikmigressc» angenommen worden sei. Das Con- Joint Committee wolle, tlall der jüdischen Bevölkerung Palästinas der Genuß bürgerlicher mul religiöser Freiheit gesichert werde, ferner gleiche politische Keohtc mit der anderen Bevölkerung, verständige Erleiehterungen für. Immigration und Kolonisation und solche inuniztpaleii Privilegien in den Städten und’ Kolonien, wie »ich als nötig erweisen werden. Dagegen wendet sieh das Conjoint Committee gegen zwei weitergellende Forderungen aus dem zionistischen Lager. Die erste Forderung sei die Anerkennung des politisch-nationalen Charakters der Siedelung. Auch hiergegen sei nichts einzuwentlen, wenn es sieh um eine lokale Frage handeln würde, d, 11״ wenn sich unter den palästinensischen Bedingungen eine jüdische Nationalität entwickele. Aber dieser Anspruch sei nur ein Teil der weiteren zionistischen Theorie, wonach alle Juden eine heimatlose Nation bilden, die sich nicht völlig mit den Nationen identifizieren könne, unter denen sic leben, und wonach für diese heimatlose Nation ein politisches Zentrum in Palästina nötig sei, Hiergegen protestiere das Conjoint Committee, da sich die emanzipierten Juden in England in erster Heilte als religiöse Gcmeinselmft bctrachten mul da sie stets ihre Ansprüche auf politische (ileichbereehtigung damit begründet hätten, daß sie keine separaten nationalen Aspirationen im politischen Sinne hätten. Wenn die Errichtung einer jüdischen Nation in Palastiim auf die Theorie der jüdischen Heimatlosigkeit Berlin11. Dieser Verein soll alle diejenige» Leute umfassen, die an dem Zustandekommen des Planes irgendein geistiges oder materielles Interesse haben und soll seine Mitglieder zu keinen anderen Leistungen verpflichten als zu einem Jahresbeiträge von etwa Mk. 20.—. Er soll in der Hauptsache zwei Aufgaben haben: t. I )iirelisetzimg des Gartenstailtgcdankens innerhalb des jüdischen Publikums; 2. Vorbereitung materieller Projekte. Was Gartenstadt bedrulet und welch ungeheuren Wen die Verwirklichung dieses Gedankens in unserem Kreise für den Einzelnen, die Familie mul die Gemeinschaff d,!!׳stellt, wissen die wenigsten' unter uns; diene Aufklärungsarbeit aber muH geleistet werden, wenn es uns gelingen soll, die für Lösung tler Aufgabe erforderliehen Mittel aiifzubriiigen, r.oeiiso notwendig ist eine 'gründliche und gewissenhafte Ausarbeitung des Gründungsplanes, Man muß sich klar werden über die Frage des Platzes, über die Form der Gesellschaft, über die ungefähre Höhe des erforderlieheii Geldbedarfs, über die Zahl und die Bedürfnisse der fniercHsenteu wie über eine Reihe anderer Dinge wie Seliulverliältiiissc, Wasser- und Hclcuehttmgsfrngen, (iemeiudeaiigelegeiilieiten, Straßen etc,, ehe innn soweit ist, die Aufgabe ernsthaft 1u1/ufa!.we11, Nur hei einer solchen Vorbereitung wird um» Feldsddüge vermeiden können. ' Hat man diesen Teil der Arbeit hinter sich, vor allem einen festen Stamm ernsthafter Reflektanten, dann kann inan an die Gründung einer Gcnossciiselinft gehen, die als Käuferin oder Päciitcrin des Bodens auftritt und die ihre Mittel durch Anteilscheine im Kreise Her luteressenten aufbringt. Durch den Erwerb des Bodens oder des Nutzungsrechtes, wozu gewöhnlich nur ein geringer Aufwand an liarem Oelde criordcrlich Ist, peltnv׳t die äe* iioKseiKchaft in den Besitz der Kreditbasi*:, dk־ :he zu größeren fimm/ielleu Operationen beliiblpt. Vermittelst der mit dem Wege des öffentlichen Kredite:! oder liypothekausclier Beleihung erlangten Gelder erschließt die Gcnosseimehaft das Gelände, baut Straßen, schafft Wirser• und Beleuchtungsanlagen, verbessert die Verkehrsbudingungeu, haut Schulen, Synagoge und andere gemein¬ ___ Nr. 27 \ gegründet wurde, so würden damit die Jude» in j|,rc Geburtsländern zu I milden gestempelt und sie würden ihre hart errungenen Positionen als Staatsbürger unter• graben. Der zweite Punkt, gegen den das Conjoint Com* mittcc sieh wenden müsse, sei die Forderung, cfaH f|je jüdischen Ansiedler besondere Vorrechte genießen soll, ten, die in einem Charter uiedcrgelegt werden sollten Dies widerspräche «lein Prinzip der Gleichbcrcchtiguiijr zumal die Joden in Paliistina nur eine Minorität bilden' Diese Forderung sei auch für die Durchführung des zio! iiietisclicn Programms üherfliiss';!. Wenn die Juden au( Grund völliger 'Gleichberechtigung und Freiheit in der Konkurrenz mit den anderen Bevölkcrmigselcnicntcn ihre Ucberlegcuhcit beweisen werden, so werde dies ein viel gesünderes Fundament sein, als wenn sie ihr Ueberge. wicht durch Privilegien und Monopole erreichen. Diese Erklärung des Conjoint Committees 11,1t groß, tes Aufsehen erregt. Ls ist höchst bemerkenswert daß eine solche niditzionistisclie und früher geradezu zionisteiifeiudliche Organisation die praktischen Forderilligen des Zionismus in so weitem Maße übernimmt. Das Conjoint Committee sagt ausdrücklich, daß es für die Kolonisation Palästinas eintreteu will und dal! es keinen Einvvmid dagegen erhebt, die jüdische Genuin, schaff in Paliistina, die sich dort frei entwickeln sol( als eine nationale Gemeinschaft zu betrachten. Um so unverständlicher ist es, warum das Conjoint Coitimittcc «len theoretischen Streit um das Wesen der jü- «lischen Nationalität außerhalb Palästinas in diesem Moment vor die breiteste (»effeiitlielikeit trägt und warum es vor derselben ()effeiitlielikeit Einzelheiten der für die Zukunft erwarteten Rechtslage der Juden in Palästina erörtert. Wenn es «lein Conjoint Committee mit seiner Liebe zu Palästina ernst war, so hatte es diese Fragen mit «len Zionisten erörtern, nicht aber vor der breiten ()effeiitlielikeit «feil Eindruck erwecken sollen, daß die Juden sich filier ihre l'oideiimgeii nicht zu versündigen vermögen. Aus diesem Grunde haben weite Kreise der englischen Judenheit das Vorgehen der beiden genannten Vertreter des Conjoint Committee scharf mißbilligt. Am 28. Mai veröffentlichte die ״Times“ Protcstsdiriiben von /ionistisdier Seile. Lord Rothschild schrieb, die Zionisten seiender Ansicht, daß, wenn Palästina kolonisiert werden solle, irgend eine Maschinerie in Bewegung gesetzt werden müsse, um die Linwanderer zu empfangen, sie an/usiedeln und eine allgemeine vermittelnde Leitung aus/.uüben. Dagegen hätten die Zionisten garnieht die Absicht Privilegien auf Kosten der anderen Nationalitäten zu erhalten. Dr. Weizmann, tler Vorsitzende der englischen Zionisten, gab die gleiche Erklärung in der Times ab mit der Begründung, «laß Freiheit und Gerechtigkeit (ür alle Rassen und Sekten in Palästina ein Grund• prinzip der zionistischen Bewegung sei. Ferner Limite er, «lall die Frage der jüdischen Nationalität nicht nach dem Belieben einzelner Personen entschieden werden könne. ״Die Tatsache, daß die Juden eine Nation sind, ist durch die Ucbcrzcugung der überwiegenden Mehr• heit der Juden zu allen Zeiten bis auf die heutige Zeit bewiesen, eine Ucberzeuguug, die stets auch von den Nichtjuden aller Länder geteilt worden ist.“ Der Oberrabbiner von London, Dr. Herz, stellte ln einer Erklärung fest, daß die Erklärung der Herren Alexander ttud Montefiore mit den Ansichten der Mehr• heit der englischen Juden nicht übcrcinstiinmc und daß diese׳ beiden I lerren von den Organisationen, welche sie vertreten, keinen Auftrag erhalten hätten, eine der• artige F.rklärung abzugeben. Aelinliclic Proteste war* den in tler Times von l)r. Gast er, Herrn Elkan Adler, Herrn B. A. Fcrslit und S. Gilbert ver• nützige Anlagen und verpachtet den Boden zu Preisen, die eine entsnrechciulc Verzinsung des investierten Kapi• tals gewährleisten. Verkauf und spekulative Ausbeulung des Boelens sollten von vornherein ausgeschlossen sein, ela der allerdings nicht genüge Anreiz, der in diesen Mög* lichkcifen liegt, bei weitem nicht den gewaltigen Seha- «len aufwiegt (siche feil Alub). Dagegen sollte es nach dem Vorbilde der gemeinnützigen Bauvereine kapitallosen l»tm־ss«jn1cn ermöglicht werden, durch jährliche Abzahlungen in den Besitz eines eigenen Hauses zu kommen. Das wäre in großen Zügen der Weg, den ich vorschlage. Ich mache mich auf allerhand Litiwände ״elällt, vor allem auf den einen, daß der Kriegszustand »Ritt erlaube, au die ^Bearbeitung solcher Aufgaben lierauzu• gehen. Dieser Einwand aber ist oberflächlich und zeugt von geringem Verständnis für die Eigenart des Problems. Natürlich soll man sehr bedenken, ob man in den jetzi• gen Kriegszeiten fi11:m/i1׳lle Verpflichtungen irgend• welcher Art iür die Ziikmiil übernehme» soll, aller die ungeheure Vorarbeit, die nötig ist, kann doch trotz des Krieges geleistet werden oder vielmehr muß sogar jetzt geleiMet werden, wenn wir nicht überhaupt zu spät kotntuen wollen. , I’rfalmiitgsgcmiiß bringt der Frieden eine derartige Steigerung der Nachfrage 11.1111־ Grund und Boden und damit auch eine Steigerung der Bodcnpreise, «laß nicht mir Zeit, sondern auch grolle Kapitalwerte verloren ge• hen, wenn inan zu spät kommt. Außerdem gelten uns bei dem immer größer werdenden Interesse der Allge• memheit an garteiistädtisehcn Gründungen sicher viele Interessenten verloren, die sieh irgend einem anderen Garteiistadtunternehmcn ansclilicßen, wenn wir verspätet oder gar nicht auf dem Plaue erscheinen. Darum also wollen wir bald ans Werk gelten. Wir wenden uns au jeden, der un» bei dieser Arbeit Helfen Will, bitten ihn, seinen Namen und seine Adresse an der eingangs erwähnten Stelle bekannt zu geben. Wir werden dann die Interessenten zu einer Versammlung cinladcn, in der die Grundfragen der ersten Vorbereitung des Planes besprochen werden sollen, Joseph Loewy.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.