Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 184 dmchzusctzen, daß das Präsidium des Stadlrats mir |tus polnischen Rntinäniiern bestellt. Die jüdische« Rat-!״;inner, die den dritten Teil des Stadtrats nusiiKidten, erhielten auf solche Weise keinen einzigen Vertreter' im Präsidium des Czcnstochtuicr Stadtrats, Auf der letzten Sitzung des P c t r i k a u c r Stadtrat; wurde die Budgetfrage für das Jahr l')17 behandelt. Unter anderem stand die Unterstützung für Kinder der christlichen Elementarschulen auf der Tagesordnung. Auf den Vorschlag des jüdischen Ratmanns Majran wurden nach längeren Debatten 300/0 der Unterstützung»- summe für.jüdische wohltätige Zwecke bestimmt. Auf den Vorwurf des Herrn Majran, dalt der IVtrikauer Slacltrat noch immer die russischen Ausnahmegesetze•' gegen Juden auweude, erteilte der Präsident des Stadtrats folgende Antwort: Daran, daII man den jüdischem Forderungen nicht nnclikomnit, sind die beiden Magdstratsriite schuld, die niemals irgendwelche J-'ordcuiiigcn für Juden gestellt haben. ' Der Stadtrat zuOzorkoW besteht aus 7 J ml e n , 7 Polen und 4 Deutschen, ln das Präsidium des Stadtrat es wurde kein Jude gewählt. Als Magistrats«!« winden ein Jude (K o 11 n), ein Pole und ein f)«1tscher gewählt. In der ersten Sitzung des Stadtr;1ts entspannen sich heftige Debatten über die Forderung des Magistrats, daß die Jüdische Gemeinde eine Stumme von 23 000 Mark für nichtcingesessenc jiklisehe Kranke bezahlen soll. Die jüdischen Ratmäuiicr protestierten gegen diese Forderung, indem sie darauf hinwiesen, daß die jüdischen Kranken gleich den Christliehen auf Kosten des Magistrats ,unterhalten werden müssen. Der Magistrat stützte sich bei seiner Forderung auf ein altes russisches Gesetz, daß die Jüdische Gemeinde ihre Kranken unterhalten müsse. Trotz des Protestes der jüdischen Ratni,inner wurde die Forderung des Magistrats nach langen Debatten angenommen. Die Jüdische Gemeinde bemüht sieh, den Beschluß des Stadtrats rückgängig zu machen. Nicht weniger beitige Debatten rief die Schul frage hervor. Auf eine Anfrage des jüdischen Ratinaiins B a r c z. i n s k y, weshalb ins Budget nicht eine Summe für die schon bestätigte jüdische Volksschule aufgeuontmen sei, antwortete der Magistrat, daß die Eröffnung der Schule nur dann ge* stattet werde, wenn die Jüdische Gemeinde 2/;! der Ausgaben der Sehulcinriclituiig zahle. Die jüdischen Ratmariner brachten ferner im Stadtrat eine Interpellation darüber ein, daß von den 58 000 Mark, die für billige Küchen nusgesetzt sind, den Jüdischen Küchen nur 18 000 Mark zur Verfügung gestellt wurden, während die Juden entsprechend ihrer Proz.cntzalil zu der Gesamtbevölkerung der Stadt (440/0) von dieser Stimme mindestens 25 000 Mark für, ihre Küchen erhalten müßten. Die jüdischen Ratmänncr forderten, daß diese Frage noch einmal behandelt wird. 111 der Eröffnungssitzung des Stadtrats zu Zawiercic, der aus 20 Ratnüiiinern besteht, gaben die jüdischen Ratmänncr nach der Verlesung der allgemeinen Deklaration noch eine besondere Erklärung ab, in der sic die volle Gleichberechtigung für die jüdische Bevölkerung auf allen Gebieten, und besonders in bezug auf Schulwesen, Anstellung von Juden in städtischen Acmtern usw. fordern. Der Stadtrat in H ru b i cs zo w besteht aus 15 ehristliehen und 0 jüdischen Ratmännem, Einem Abkommen zwischen den polnischen und jüdischen Ratmännern gcmaß sollte als erster Bürgermeister ein Pole, als zweiter ein Jude gewählt werden. Der erste Bürgermeister ist bereits gewählt worden, während über die Besetzung J U EDI SCH E RUNDSCHAU des Amtes eines zweiten Bürgermeisters noch keine Einigung Zustandekommen konnte. ln der ersten Sitzung des Stadtrats von Brzeziny. verlas nach der Eröffnungsrede des Bürgermeisters der jüdische Rahn,11111־ Dawid Kaufmann in! Namen der jüdischen Ratmänncr und der jüdischen Bevölkerung eine; Ikgrüßiings,׳ulresse, in der die Hoffnung ausgedruckt wird, daß die Juden, die am Aufbau Wut au der. Ent- Wicklung eines freien und unabhängigen Polens treu mitarheiten, als volle Bürger des Landes angesehen werden. In die Revisionskommission wurden unter sechs Mitgliedern 3 Juden gewählt. Ein polnischer Ansiedlungsrayon? Der ״Glos Radomski“ vyin 0, Mal berichtet über einen Beschluß des Slaritrnts von Doinbrowa (österr, Okkupationsgebiet), daß sich Juden in Domlirown nur mit Genehmigung des Stadtrats niederlassen dürfen. Zur jüdischen Schulfreie in Polen Das L u b I i!1 e r Generalgouvernement hat sich an den Polnischen Staatsrat mit folgenden Fragen gewandt: 1. Ist die Bildung besonderer öffentlicher Schulen für die den Sabbath heilig haltenden jüdischen Kinder erwünscht? 2, Ist die Anerkennung der Glieder, d 11. der Talmud-Thora-Schulcn usw. als private Unterrichtanstaltcn erwünscht, sofern in denselben auch die polnische Sprache geiebrt wird? 3. Ist die Bildung besonderer Kurse für jüdische Lehrer erwünscht? 1 Das Untcrrichtsdcpartemcnt des Staatsrates erteilte huf diese Fragen eine bejahende Antwort. Zur zweiten Frage wurde noch bemerkt, daß die Chcdcr und ähnliche private Schulen sich dem allgemeinen Charakter der Privntschulcn anpassen müssen. Die ״Ibrlah“ in Warschau Am 10. Mai fand die Oründuiigsvcrsnninilung der neuen Gesellschaft ״Ibrinh“ statt. In der Eröffnung«• rede sprach Herr S. L. üordon über die Rcorganisatioii der Gesellschaft ״Chowewe Sfat Ewer״, die jetzt den Namen ״I briah״ tragen wird. Der Redner betonte, daß durch diese Neubeneiinung eine Entwicklung ge■» kennzeichnet wird, die parallel der Entwicklung der ״Giübbat Zion“ zum modernen Zionismus laufe. Wallrend die ״Chovvcwc Sfat Ewcr“-Vcreinigung den Zweck gehabt habe, die hebräische Tribüne für Referate und Vorträge zu erhalten, habe die ״Ibriah1‘ weitere Zielet die Kenntnis der hebräischen Sprache und ihrer Litc־> ratur unter allen Schichten des Volkes zu verbreiten, hebräische Schulen zu gründen, hebräische Bücher und Zeitschriften hernuszugeben usw. Hebräisch, sagte der Redner, müsse jetzt die Seele der Wiederbelebung des1 Volkes werden. Es müsse alle Schichten des Volkes umfassen, Zionisten, Nationalisten und alle, die an die Wiederbelebung des jüdischen Volkes glauben. Hcbräisch müsse die einzige Sprache in der Oeffcntlichkeit und im 'jüdischen Haus, in der Schule und im Glieder werden. Hierauf las Ftcrr Radunski die Statuten der Organisation vor, die einstimmig angenommen wurden. Auch das Jahresbudget von 26OCX) M. wurde angenominell. Nach einigen Diskussionsreden wurden die Wahlen zur Verwaltung der ״Ibriah“ vorgenommen, die folgendes Resultat hatten: In den Vorstand wurden gewählt die Herren J. N isse n b aum, W. M. Pro88, S. L. Gordon, N. Milikowski, A. L. Schalkowitz, Dr, Poznanski, Dr. Hindes, Z. Prf - Nr. 22 lu izki, H. Farbstein, 11 a 11 dc 1 ssa 1 z, S. M.ar1 kin, M. J. Freud, M. R a d s i w.i 1 o sv s k i u״j Mosche K i r s e 11 e!1 b;111 m. Jüdische Arbeiterheime in Polen Zu den erfreulichsten Erscheinungen des jüdische* Lebens in Polen in dieser schweren Kriegszeit gehört dJS Erstarken der Tendenz, der Selbsthilfe in den weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung, Insbesondere J diese Tendenz, in der jüdischen Arbeiterschaft zu merken. Die verschiedenen Richtungen innerhalb derselben haben neben der politischen Tätigkeit auch auf dem Gebiete der Selbsthilfe Hervorragendes geleistet, ln dieser Beziehung stellen die poale-zionistisclieii OrganU satinnen mit in erster Reihe, Die ״Jüdische Arbeiterkorrespoiulenz" teilt darüber folgendes mit: In Warschau, Lodz, Siedler, Wlodawek, C7.e11stocl1.1u und anderen Städten sind Arbeiterlieime ins (.eben gernfeil worden, um die sich die politische, kulturelle, ge. werkscliaftliche und genossenschaftliche Arbeit konzentriert. Das Arbciterlicim im Warschau zählt ca. 1300 Mitglieder und besitzt folgende Institutionen•, eine Filiale! in der Vorstadt Praga, zwei Arhcitcrküchcn, die täglich 3000 Mittage ausgehen, drei Teeiudlen, zwei Lesehallen, eine Bibliothek, ein Arbeiter-Kinderheim (die Gründung eines zweiten ist in Aussicht genommen), eine Konsum- Genossenschaft. Für die nächste Zeit ist die Eröffnung einer Arbeiter-Bäckerei geplant. Um das Arbeiterheim gruppiert sich eine Anzahl von Gewerkschaften, die zusammen ca. 4000 Mitglieder zählen und ein gemein- Sinnes Zcntrnllriiro der Arbcitcrhcrufsvcrcinc errichtet haben. Die Arbeiterlieime haben auch einen Verlag gc« gründet, welcher in der allernächsten Zeit an die Herausgäbe mehrerer Broschüren und eines größeren Sammelnuchcs mit Beiträgen über aktuelle Fragen schreiten wird. Int Anschluß an das Arbeiterheim bestehen in Warschau auch jüdische Arbeiterkurse, über deren Tätigkeit genaucrc Daten vorlicgen. Im Jahre 1916 wurden über (01gciule Gegenstände Kurse und Vortragszyklen abgehab ton: Jüdisch, Polnisch, Deutsch, Mathematik, Gcagrapliie,. Physik, Hygiene, Politische Oekanonüc, Jüdische Geschichte. Die Kurse über die ersten vier Gegenstände wurden regelmäßig von über 300 Schülern besucht. Uebcr Hygiene wurden 100 Vorlesungen mit 10 100 Schülern abgehalten; über Physik!30 Vorlesungen mit 7200 Zuliörern; Geographie 24 Vorlesungen mit 1500 Zuhörern; Ökonomie 20 Vorlesungen mit 1060 Zuhörern; Jüdische Geschichte 80 Vorlesungen mit 9125 Zuhörern; Gcometrie 10 Vorlesungen mit 250 Zuhörern. Außerdem wurden mehrere Vorlesungen über verschiedene litorausche und soziale Themen abgehaltcn, die zusammen von 0600 Hörern besticht waren. In Lodz bestellen zwei Arbeiterlieime und zwar ira Zentrum und in der Vorstadt Baluty. Dein Finanzbericht über das Jahr 1910 entnehmen wir folgende Ziffern; In beiden Tcchallen wurden ca. 610000 Brotrationen a V4 Pfund (145 000 unentgeltlich) und 400000 Glas Tee (130 000 unentgeltlich) ausgegeben. Die billige Küche gab über 360 000 Mittage aus, davon 61000 unciitgcttlieh, den Rest zu 3 Kopeken. Die Konsumgenossenschaft zählt 550 Mitglieder, Konnte sich aber infolge der schf schwierigen materiellen Lage der Arbeiter nicht recht entwickeln. Lebensmittel wurden für 7|900 Rubel verkauft. Beim Arlicitcrhcim in Lodz, bestellen auch Abend* kurse für folgende Gegenstände: Jüdisch (450 Schüler), Polnisch (40(1), Deutsch (381), Mathematik (349), Hebräisch (110), Jüdisch« Geschichte (00), Naturgeschichte (70), Anatomie (72), Politische Oekonomie (102), Geographie (48), Jüdische Literaturgeschichte (63), zusammelt 2114 Schüler, Die wirkliche Anzahl der Schüler beträgt 758, so daß jeder Schüler durchschnittlich drei Gegenstände hörte. Die ersten vier Gegenstände wurdert in je 3 Klassen unterrichtet, die wegen der großen Schü-!erzähl in je 2 oder 3 Abteilungen zerfielen. 312 Schü* ler haben im Jahre 1916 die Kurse absolviert. Die Anzahl der Lehrer ist 39, die alle ohne Entlohnung arbeiten. Außerdem haben die Arbeiterheime in Lodz einige Lesehallen und Bibliotheken, sie veranstalten besonder« Vorlesungen, Vorträge, Theatervorstellungen und leisten auch «ine weitverzweigte gewerkschaftliche Arbeit. Die Einnahmen betrugen 70 163 Rubel, die Ausgaben 84 548 Rubel. Die jüdische Vertretung im Litauischen Komitee Wie wir bereits mitgeteilt haben, wurde in Peter»• bürg ein Komitee zur provisorischen Verwaltung Litauens gebildet. Das Komitee sollte aus 24 Mitgliedern bestehen, und zwar aus 12 Litauern und 12 Vertretern der nationalen Minoritäten in Litauen (Polen, Juden, Weißrussen und Russen). Die Polen beschlossen aber, vorläufig, solange die Stellung des künftigen Polen« zu Litauen nicht vollständig geklärt ist, auf eine Teilnähme an dem Komitee zu verzichten. Auch die Weißrussen beschlossen mit der Wahl ihrer Vertreter bis zur Festlegung der territorialen Grenze zwischen Weißrußlarid und Litauen zu warten. Am 24. April (7. Mai) fand über diese Frage unter dem Vorsitz des jüdischen Dumaabgeordneten N. M. Friedmann eine Beratung der Vertreter der gegenwärtig in Rußland weilenden jüdischen Bevölkerung aus den litauischen Gouvernements statt. Die Wilna er1 Juden beschlossen, solange keine Vertreter in das Litauisch« Komitee zu entsenden, bis die gegenseitig^ Beziehungen zwischen Litauen und Weißrußland gcklärt sind. Die Kownocr und Suwalker Jude!( dagegen beschlossen, sich prinzipiell an diesem Provisorischcn Komitee unter der Bedingung zu beteiligen, daß Litauen eine weitgehende Autonomie erhält, die nur von der Konstituante des rußländischen Reiches lind einer Konstituante Litauens festgesetzt wird. Als Vertretcr der Juden in das Provisorische Komitee Litauens wurden auf dieser Beratung gewählt: der Dumaabgeordnete N. M. Fried mann, die Wahlmänner O. A. Finkelstcin und &, J. Chor onshit zki sowie der Sozialist-Tcrritorialist Outtmann. Die eigentümliche Erscheinung der rasch und stark schwankenden Besitzverhiiltnisse des einzelnen Juden wie! der gesamten Judenheit, die 1ms in diesem Buche entgo gentritt, begegnet uns immer wieder, wenn wir uns jüdische Gestalten aus urkundlichen Quellen oder ans Litcrafurwerkcn der Vergangenheit gegenwärtig zu 111adien suchen. Eine solche Entwicklung mit so starken Schwankungen und Erschütterungen der Vcruiögeusverhältnissc stellt in einem offensichtlichen Gegensatz zu jener der übrigen Völker, deren Besitzstand die Neigung zu einer gleichmäßig ruhigen Fortentwicklung zeigt. Die Verschlechterung der Besitzvcrhältuissc darf nur in den seltensten Fällen Eingriffen privatrechtlidier Art zugeschrieben werden. Mehr liegt die Ursache darin, daß die Juden ihre Werte vorwiegend in Bargeld aiizulcgen suditen, wozu Neigung und Zwang der verhiiltnisse, stets eine gewisse Beweglichkeit zu sichern, Anlaß waren. I>as Bargeld bot als das beweglichste aller Wertgüter zweifellos viele Vorteile, dazu den raschcstcn und augenfälligsten Gewinn; aber i«1 der angestrebten Flüssigkeit lag ja auch die Gefahr der Verflüchtigung; dazu aber kommt die ununterbrochen und mächtig fortsdireitende Entwertung des Bargeldes gegenüber liegendem Gut, die auf große Zeiträume bctraclitet, die Juden in argen Nachteil gegenüber jenen besitzenden Klassen bringen mußte, die unbeweglichen Bo sitz hatten. Au der Einsicht, daß taudi im wirtschaftliche« Leben der sofort greifbare und augenfällige Vorteil nicht der dauernde ist, und an der Ucbcrlegung, die dazu geführt hat, kann derjenige nicht achtlos Vorbeigehen, der ernst die Verwirklichung des Zionismus mit den tausendfältigen Fragen, die dieser mit sich bringt, vor Augen hat. Dr. Artur Rosenberg (Graz) Literarische Mitteilungen Die hebräische Wochenschrift ״Haam״) ״Das Volk“), die seit einigen Monaten unter Mitwirkung der besten hebräischen Schriftsteller und Publizisten in Moskau erscheint (vgl. die Besprechung in Nr. 17 der ״Jüd. Rundschau״), wird einer telegraphischen Nachricht des Kopenhagener Büros der Zionistischen Organisation zufolge vom 1. Juni 1917 an als Tagesz c i t u n g herausgegeben, ״Haam" ist zurzeit die e i n ■י zige hebräische Tageszeitung. Seit 1. Mai erscheint in Petersburg die jidisdie Tageszeitung ״P etrograder Tageblatt״ unter der Redaktion von Dr. Ch. D. Hurwitz, Jizchak Grün bäum und S. Rosen f c ld. 111 Petersburg verschied der Herausgeber der großen ״Jüdischen Enzyklopädie״ in russischer Sprache und Mitinhaber des berühmten Verlages ״Brockhaus- Efron“, Herr 1. A. Efron. In der Universität zu Baltimore wurde ein Lehrstuhl für die ״Geschichte der Juden im M i 11 c 1 a 11 c r“ errichtet. AI» Dozent wurde der junge hebräische Schriftsteller Israel Efross berufen. Im Verlag der Redaktion ״Der Tog" in New York erschien in jidischer Sprache ein Polästina-Reisctagcbuch, Verfasser des Tagebuchs, das den Titel ״Von New York na ch Rechoboth“ trägt, ist der bekannte Dichter Jehoasch. _ Anläßlich des Pessach-Festcs äst im Douglas Aliens Camp, in dem zirka 600 Juden interniert sind, unter der Redaktion von Herrn M. Frostig (״Leinberger Tagblatt“) und im Verlage des Herrn I. btalhcim (Krakau) ein 12 Seiten langes ״Gedenkblatt jüdischer Kriegsgefangener, Pcssacli 1917“ erschienen. Aus dem Inhaltsverzeichnis!: ״Geleitwort״ (Frostig), ״Jüdisches Lager‘1 (James Wolf), ״Galiziauer“ (Frostig), ״Die deutschen Jutleii“ (Gustav! Roscman), ״Ungarische Juden“ (Alexander Lederer), ״Zionismus im Lager“ (!... Gottlieb) u. a. Das Anrilheft der ״Hamburger Jüdischen Nachrichten" enthält einen Aufsatz d« Administraiorsr, ‘lcr k׳ preuß. Domäncnvcrwaltung, Landwirt S. Dyk, ״Zur Berufswahl“, in dein die Voraus- Setzungen besprochen werden, die für junge Zionisten, die sieh dem landwirtschaftlichen Berufe ztiwenden wob len, notwendig sind. Der Aufsatz enthält für diejenigen, die sich später in Palästina landwirtschaftlich betätigen wollen, sehr wertvolle Winke. (Erhältlich: Hambürg, Bcrgstr, 16.)