Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 183 12 Wir k<>H. ©1k11׳ nicht ג der Itllll. lauf, iui'm diese w»>. iffen Paum] -Das Ich Aber I )1.: Hier• vorne«: sich ilk'ii sdic ,wo-! erilcic Niides null null ires- >ar- Men. eck, 1/C'l« polwar jüren, war /VIItc“, nmmdften rire i׳>- der <11e >ßc. n ft- ICH. 1U) lesten, inst /erdes des die das nke lieseil- Nr 22 Ilragc hcraiisforderc. Er samt-, die offenherzige Rede <]15־ Herrn Hski sei iiitn lieber als das Schweigen der Herren auf den linken Bänken. ״Herrn llskis Rede werden die jüdischen Zeitungen zum Abdruck bringen, damit die Well wisse, dall kein einziger Ratmann mit polnischem f'.1־ in i liennanv: n gegen eine solche Rede opponiert hat. Die Judenfriige gehört zu den Fragen, dir jedes moderne Land zu lösen hat. Ein Land, das jet/1 seinen Aufbau beginnt,!null mit der Jtidenfrage den {־ Anfang machen. Nicht mit Drohungen und nicht'durch I Terror kann hier etwas erreicht werden. Wir haben! 200») Jahre gegen Stärkere kämpfen müssen und sie haben uns nichts anhaben können. Wir haben mit der polnischen Kultur so wenig gemeinsam wie mit der f(11ms1 h-knthoiisehen Kirche. Kultur ist die eigene Angelegt-nheit eines jeden Volkes, Anders verhält es sieh bezüglich des Staates, d. 11, politisch sind wir Polen, \t׳n erkennen den polnischen Charakter des Landes an. Kulturell und national aber sind wir Juden. Diese trii׳ ist unsere Erde wie die eure ((iroßer Tumult un Saal). Nicht (iüstc sind wir hier, sondern Bürger, die schon $00 Jahre auf dein gleichen Boden wohnen und fnr das Land so gut arbeiten wie ihr. In Amerika genügen fünf Jahre, um das Bürger- und Stimmrecht zu erhalten und soziale und Regiermigsämter zu bekk-iden Kein• Jiid.in-Poluiiicn wollen wir lüei hauen, 8011• dt-ru Mille bürgerliche und nationale Rechte verlangen »11. Man wirft uns vor, dafi »vir die Auslamlsprcssv II1ec1nfh1sis.cn wollen. Es ist endlich an der Zeit zu erklären: es ist wahr, dall wir daran Interesse haben, daft unsere Forderungen von der europäischen öffeiltliehen Meinung unterstützt werden, so wie die Polen bezüglich ihrer Forderungen daran interessiert sind. Es ist bekannt, dall die Polen noch vor dem Kriege in allen gröllereu europäischen Hauptstädten Pressebüros nui grollen monatlichen Budgets unterhielten. IXr Warschauer Stadtrat muH endlich begreifen lernen, daß ein Staat alle produktiven Kräfte des Landes braucht um! deshalb keinen Unterschied zwischen den Bürgern machen darf. Was schadet cs der Einheit des Landes, wenn ein Jude jüdisch spricht, jüdisch liest, in das jüdische Theater gehl, »venu er nur arbeitet, Ware auf den Markt bringt, Arbeiter beschäftigt, Steuern zahlt (und daiuii dem l aiicle dient.“ Es sprachen noch Ratniaiin Sikorski und Ratman״ Menzel. Infolge der vorgerückten Stunde kam e' zu keiner Abstimmung. Die Abstimmung wird wahr- »iln-mheh ui der nächsten Sitzung erfolgen.!Im Lodzcr Stadtrat An! 2>, Mai wurde der l.ud/cr Sladtral, der;ms <10 HitgUederii, darunter II Juden, bestellt, eröffnet. Nach «len Lroffuniigsreden «los Vorsitzenden S 11 I o »v s k i und de-. Oberbürgermeisters Sch open erhielten die Vcrfreier der politischen Parteien das Wort. Besondere Deklar.-iiioiieii verlasen die Vertreter der polnischen Nationaldi nnikrateii, der ״hingediehen Partei“, des ״Christiiröi 11 \rl',ei1ei»erbamles“ und der P. P. S, Im Namen der I uilis e 11 e 11 I r a k t i <> 11 »erlas Ratmamt Weiß eine .nisliilirhche Deklaration. 111 ihr erklären sieh die jüdisnhen Ab;;( ordneten ״mit «len Bestrebungen des po|11i- -eilen Volkes zur Errichtung eines freien iinabliuligi• gen Polen aut den (irimdlagcn der I )eiuokraiie“ solidnriseh, l.'s heißt dort »veiler: ״Als Bürger eines L,׳tndes, da>!ח der Blütezeit seiner politischen Selbständigkeit eine indische natioiialkullurclk- Autonomie anerkannt hat, finden »vir, daß der Wohlstand und eine glückliche Zuiiinll des Landes es verlangen, den Juden das Recht zu ge»»ähren, ihre nationalen, kulturellen und religiösen Anäd- 8er md USen» Ifflt [en rde ran >nn auf!10• tu“ o ־ ter ige Ute ׳en »hi*;lit liehe, len die rüe“ innn armd ins hr- *en t1(׳!;en-.1a11den zu viel Zeit »vcg. Außerdem scheinen mii Kenntnisse darin für Palästina, soweit man sich durch Büclu-r, Broschüren etc. darüber intorinicreii kann, entbehrlicher als in den eingangs er»v.־ihnten (legen• ständen. Vielleicht wird es nötig sein, »venig bemittelten Mädchen zur Ausbildung einen Zuschuß oder gar den res-iinten Bit rag zu »׳erschaffen, »)klober beginnt das neue Schuljahr. Sollte es uns möglich •.ein, zu diesem Termin bereits die künftigen Leih rinnen in den erwähnten Schulen untergebrucht zu haben I las praktische Jahr, das der Staat midi bestandenem Examen Vorsicht, würden unsere Lehrerinnen »in zweckmäßigsten in Kineret h absolvieren, was so* wohl für die deutsche, »vic für die palästinensische Mädchenfarm »«111 Nutzen wäre, Verläuft alles programmmäßig, so könnten wir Pcssadi l«2l unsere Farm eröffnen. Bis dahin aber müssen wir unseren Mädchen taten, «ich noch amlenveitig eine ähnliche Ausbildung zu vcrschaffen. Ich hin gern bereit, in dieser Angelegenheit!Auskunft zu erteilen. Bei anderer Gelegenheit wäre zu untersuchen, welche ßerufsinöglichkcitcn sich auch im Gallith für Absolvent in neu der Farm ergehen. So weit ich cs beur* teilen kann, noch eine ganze Reihe. IVera London, Führerin im Blau-Weiß, Breslau. Buchbesprechung Dr. J. Täglich!: Nachlässe der Wiener Juden im 17. lind 1$ Jahrhundert. (Bd, Vll der ״Quellen und ForwlHingen zur Geschichte der Juden in Deutsch-Oesterreich“. Wilhelm Braumüller, Wien und Leipzig 1917. XI 11. 34-1 u. ln hebr. SS.) Die Wiener Jüdische Kultusgemeinde hat, um eine grundlegende Geschichte der Juden in Wien erscheinen «) lassen, iin Jahre 1901 eine historische Kommission begründet, die neben anderen Vorarbeiten die Herausgäbe der ״Quellen und Forschungen zur 1917• o o Wir fordern alle Gesinnungsgenossen, die den Kriegsbeltrag bisher noch nicht entrichtet haben, auf, dies umgehend nachzuholen• Unser 2. Ausweis erscheint in Nr. 24 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 15. Juni d. J. In den Ausweis können nur Beitrage auf genommen werden, die bis Freitag den 8. Juni bei uns cingcgangcn sind. Wir erwarten, daß alle Freunde uns durch die Entrichtung möglichst hoch bemessener Beiträge (Mindestbeitrag 6 Mk. 1) in den Stand setzen werden, den großen Anforderungen, die jetzt an die Organisation der deutschen Zionisten gestellt werden, nachkommen zu können. Unsere Kriegssteuer muß diesmal von jedem Gesinnungsgenossen entrichtet werden 1 Zionistische Vereinigung für Deutschland. Berlin W. 15, Sächsische Straße 8, Postscheckkonto 1 Berlin 8091. gelcgcnhcltni seihst zu bestimmen, In der Verwirkli• chuug dieser Postulate erblicken wir die einzige Sicherheit des harmonischen Zusammenlebens aller Bürger zum Nutzen und Glücke des Landes“. 111 Ucbcrcinstmiinung mit dieser Ucberzcttgting vorlangt die Deklaration: 1, Uebernalini(- aller öffentlichen Institutionen unter Leitung der Stadtvcr»vn|tung und Teilnahme der Juden an diesen Institutionen in prozentualer Zahl. 2. Allgemeine und unentgeltliche Volksscliulhildung und f K׳w,:!hr1111g entsprechender Summen für die BitduiigslH'ilüi fnisse der Juden, die einem zu bildenden J ü 11 i s e 11 e 11 Schulrat zur Verfügung gestellt »vcrden müssen. '1. Berücksichtigung der Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung bei -der Verteilung der Staatsgebiet I. Zulassung der Juden zu allen städtischen Aem* lern. b. Regulierung der Frage der Sonn- und Feiertagsruhe. Besondere Deklarationen »erlasen die Vertreter der beiden jüdischen sozialistischen Parteien des Stadtrates. I >er einzige B 11 11 d i s t des Stadtrates, L i eil t c 11 s t c i n , protestierte in seiner Erklärung gegen die Wahlordnung, die das Wahlrecht <les Arbeiters geschmälert habe. Er erklärte, daß er zusammen mit dem Vertreter des polnisdicn Proletariats einen offenen Kampf gegen jede bürgerlichc Richtung, ״die polnische wie die jüdische, die assimilatorische »eie die nationalistische, führen und auchdie Pscudo-Arhciter•( )rgaiiisatioiicn bekämpfen wird, die irgendwo in der l erne ein Vaterland zu schaffet» bestrebt sind uml daimt «lie Arbeiterklasse vom internationalen Kiasst-iik.iinpf und der Arbeitersolularität ablc-nkcn und in (len I licnsl der Bui gcosie stellen“. Nach Aufzähliuig der ttozialisli-.chcn I orileriiugcii betont die bumlistlsclie Deklaralion das Recht jeder nationale» Minderheit auf eine freie kulturelle Fiitwiekluiig und »erlangt die Gründung eines Jüdischen Schulrates, «lie Sicherung des Rechtes der Hemit/niig der jütischen Sprache in Schule um! Amt 1111(1 «lie Anerkennung des Rechtes flir Arbeiter uml I lamielsangi-stellte, am Samstag, und nicht am Sounlag zu rnlicM. Im Namen der drei Abgeordneten ״Poalc Zion“ gab Rann.um 11 o| e 11 (I e r s k i eine ausführliche Erklärung über die Wünsche und den Arbeitsplan seiner Partei all. ״Der Arbeiter eines unterdrückten Volkes licilll es in dieser Deklaration leidet am meisten unter dein nationalen Druck mul bildet daher die Avantgarde im Kample für di«- nationale Befreiung. Uni jede nationale Reihung zu beseitigen und die individuellen Bedürfnisse der nationalen Minoritäten zu befriedigen, müssen alle spezifisch uatioiial-kultuvvlku und national-wirtsdinftlil i e s c h i 1:111 e «I e r Juden in Deuts e h Oesterreich“ voriiinimt. Die wissenschaftliche Leitimg führt gegenwärtig der Wiener Uuiversifiitsprofessor Alfred Fraueis P r i b r a m unter tätiger Mitarbeit des Sckliniisran-s im Haus•, Hof• und Staatsarchiv I >f. Artur (ioldmanii. Dieser letztere cröffnete aiic-11 100$ die Reihe der Veröffentlichungen, die nun bis zum 7. Band;;(׳(liehen sintl, Der \<>1׳liegende Band enthält aus den Obersthofmarsch,׳iHakleii des k. k, Laiulcsgerichtes in Wien die Nachlaß»erzeicliiüs-e, Lheverträge und Vermächtnisse der Wiener Juden mni /»»׳ar zum übmviegt'iHlcii Teil nur aus/ug-weise; davon gehören II Urku1H1c11-Wie<lergnlK1׳t dem i 7. Jahrhundert seit 1(122 - und '271 dem 18. ahrhumlcrl an. Sichen »»׳eitere Beilagen, darunter vier (riefe Karls VI. 1111 den Kurfürsten Friedrich von Bayern zugunsten seines Faktors Wolf Wertheimer ergänzen die deutschen Urkuinleiiabdrücke, denen sich ein Persollen* und ׳ Ortsverzeichnis allschließt. Aul נס Seiton folgen mm 2t) hebräische Urkunden. Die auf Grund der I!urcliarhi-ituiig der Urkunden zutage geförderten Ergebnisse ver»vcrtet der Verfasser in einer Einleitung, jedoch, wie er anpibt, nicht erschöpfend; er erörtert darin nach einer Besprechung der Quellen die Rechts- Stellung, (ieschäftc. Wohnung und Kleidung der luden. Briefe, Verträge und Vermächtnisse sind nach Mitteilung des Verfassers in der Regel im Judendeutsch, durchsetzt mit hebräischen Wendungen, mir ausnahms- »veise hebräisch verfasst, die Eheverträge Iiebräisdi. Durch getreuen Abdruck der hebräischen Urkunden sucht der Veifasscr ein Bild über die damaligen hebräischen Kenntnisse zu gewähren: ״Die vorliegenden Testament« zeigen eine änderst geringe Kenntnis der hebräischen Sprnchgesctze, Die biblischen und tahiuidisclicn Rede- Wendungen waren den Verfassern der Schriftstücke »vohl, geläufig, die Grammatik jedoch »var ihnen völlig fremd.“ Ergiebig »varen selbstverständlich die Nachkftverzeichnisse, um über Wohnungseinrichtung und Kleidung Kenntnisse zu schöpfen. Edelmetall, vielleicht meist nur als Handelsgegcnstaud »var überaus häufig, Büchersammlungen sind oft ausgewiesen; im übrigen jedoch glaubt der Verfasser, den Lebensgenuß und den Luxus, wie ihn die christliche Umgebung in Anspruch nahm, im jüdischen Heim, selbst der Wohlhabenden, zu eben Interessen der Kompetenz der allgemeinen -Staatseuvrichtungcn entzogen und den besonderen 11ntiona|-automomen Organen zur Ver»valt1u1g׳ übergeben werden. Die vollkommene Regulierung des jüdischen Lebens und die endgültige Aufhebung der Unterdrückung der Juden als territoriumsloses Volk kann nur durch die jüdische Siedlung, die gegenwärtig in Palästina geschaffen wird, erreicht werden, 111 den Ländern aber, »vo das jüdische Volk eine nationale Minderheit bildet, strebt der jüdische Arbeiter nach solchen Selbst»׳e1׳»valt1mgsf<>r111e11, die dem jüdischen Volke die Möglichkeit sichern, seine nationalen Bedürfnisse zu befriedigen, «I, i, nach einer n a t i o 11 a - len Autonomie. Diese Forderung stellen »vir auch in Polen auf, »vo »vir eine bedeutende nationale Minderheit sind.“ Nach Aufzählung aller Forderungen der Partei hinsichtlich der Arbeiter-Gesetzgebung und komiiumaleu Politik schließt die Deklaration mit der Auf- Stellung der jüdischen Forderungen: Eröffnung von Schulen mit jidisciier Unterrichtssprache, «lie aut Kosten der Stadt erhalten und unter die Verwaltung der jiidisehen Bevölkerung gestellt »»׳erden, (ikiclibcrcchtiguiig der jidischen Sprache in den städtischen Institutionen, Regelung der Sonn- und Feiertagsruhe, Zulassung der jüdischen Arbeiter zu allen städtischen Arbeiten und Berüeksiihtigiiiig «U-r jüdischen Interessen bei der Bcfriedigung der staatlichen Bedürfnisse, Zum Vizcvorsitzeiiden de« Lod/er Stadtrats wurde der Vertreter der ״Jmhsehen Fraktion“, Jaroc/inskl, (mit '11 Stimmen tiir und 2 gegen, bei IQ Enthaltungen) gewählt. Von den b ge»vähltcu Mitgliedern des Sekrctariats gehören 2 (M, J a r h 111 m mul Ing, P raschk e r) «ler ״Jüdischen Fraktion“ au. Von den Stadlräten der polnischen Provinz Die |x»l11isclu׳n Ratniänner des Stadtrnts von C z c 11 - stoeliau hatten in einer Beratung, zu denen sie die jüdischen Ratinäiiiier nicht eiiiliiilcn, eine Liste des zu wählenden Präsidiums des Stadlrats aiifgestellt, in der sich kein jüdischer Ralmann befand, obwohl die Juden In Czenstucliaii über ein Drittel der Gcsanilbevolkcruiig nttsinaelien. Liegen diese Ucbcrgeliung bei der Wahl des Stadtratpräsidiiiins hatten die jüdischen Ratniänner von Czcnstochau Einspruch erhoben. Sie verlangten, daß eine gemeinsame Beratung aller Rntmiinner einberufen werde, die über die Einsetzung des Präsidiums Beschluß fassen soll. Die polnischen Ratmäuner gingen aut dieses Verlangen ein, wußten aber auf der gemciusaincn Sitzung durch einen Majoritätsbeschluß cs vermissen. Die »veitgeliemlsten Aufschlüsse aber gcben geschichtlich«׳ Urkunden im allgemeinen, noch mehr solche, Juden betreffend, über «iie wirtschaftlichen Verhältmsse, wie es sieh ia aus dem Wesen der Sache ergibt, »veil vor allem Bestimmungen wirtschaftlicher Art schriftlich beurkundet mul aulhc»»ahrt wurden. Die Juden hatten als Bankiers für die Allgemeinheit eine große licilciitung, weniger durch ihren Kleinhandel; für den Staat;!her gewinnen sie als l.iefcruitlen 11ml als Fl* nanzic-r«, hesomiers in Kricgs/citcn, den Wert einer mächtigen und iim-iithcliiliehen Stütze. So lut z. II. Samuel Oppenheimer 1707 an Ha 01,111011111־ und Lieferilligen an «len Staat aus den Jahren IM3 1703 eine Forclcruug von )0 722 013 f| an Kapital, wozu an Zinsen, bis Ende 1707 berechnet. I 086 73 י fl kommen. Andere bedeutende Fimitizmänner jener Zeit sind sein Sohn Emimuvl Oppenheimer, Löw Siti/hcim, Simon und Wolf Wertheimer. Dadurch, daß die Juden bei diesen Geschäften ungeheure Beträge in Verkehr setzten, »viril der Schein großen Reichtumes er»» eckt, ein Schein, der jedoeli zum überwiegenden Teil unbegründet ist. Denn die Juden führten ilire (ieschäftc zumeist mit dem bei ihnen von Adel uml Bürgertum angelegte״ (leide durch. Daneben mag die bewußte Absicht, (his Vertrauen der aiilagesiidicnden Besitzer zu cr»»erlH-n 1111(1 zu erhalten, dazu lu-igetragi-n hallen, daß die Juden diese Meinung zu befestigen suchten. Bestärkt wurde der Schein noch durch die bedeutenden Aufwendungen, die die Juden bei sonst bescheidener Lebensführung außer für wohltätige Z»»c׳eke für dir Versorgung ihrer Kinder, namentlich zur Verheiratung machten. Waren Zweifellos auch bedeutende• Vermögen vorhanden, so waren diese doch oft nur vorübergehend, besonders zufolge der bedeutenden Cicfaliren, welche eins Dnrlchensgeschüft in sieh schloß, das staatliche noch mehr als jenes an Private. In diesem Sinne halt der Verfasser die Durchsicht dieser Nachlässe zur Feststellung der Bcsitzvcrbiiltnissc der Juden im 17. und 1$. Jahrhundert besonders wertvoll, indem er auf das jüdische Sprichwort »erweist: ״Willst du wissen, was ein Jude besitzt, dann laß ihn für zweimal 24 Stunden sterben." Das Buch ist als ein wertvoller Beitrag zur Quellenkunde der jüdischen und der allgemeinen Wirtschaft«, und Sittengeschichte anmschcn. 1;1 :i j