Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXII (1917)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1917)
- Date
- 1917-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652026-2652047--11134-2668425- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 22 Seite 182 8(0Iz auf St; ach und seine Zunft. Er keimt keine j nnilereu 1104011,. ׳ und «ein Streben ist nur, sich in 1 I Keiner Arbeit /״ vervollkommnen und ein ffUlj>carl»citcto« Stuck;!hmliefern. Juden haben aber hier um! in LU tauen den iinndel mit mnschiiicngefcrtiglen Schuhen entwickelt und der Export dieser Schuhe nach Rulilami hat; die Summe von 20 Millionen Rubel jährlich erreicht. Das Ende war, daß der Handel, da die jüdischen Schuhe schlecht gearbeitet waren, zurückghig Und Wien und Berlin mit Polen zu konkurrieren begannen." IXr Redner berief sich auf die Gesetze von 1816, nach denen Pfuscher in die Zünfte nicht aufgenommen werden dürfen. ״An der jüdischen Gemeinde in Warschau existieren jetzt schon fast 30 Jahre hindurch Werkstatten, die «ine Unmenge Ocld kosten und nicht schlecht geführt werden, weil die Instruktoren Christen sind. Und doch haben sie keinen Nutzen gebracht. Bei iniit fiat sich ein Zögling dieser Schulen beklagt, dal) seine Erziehung der Gemeinde ungefähr 6000 Rubel gekostet! habe und daß er, wenn man ihm diese Summe in bar gegeben hätte, damit ein Geschäft hätte eröffnen können. So ist cs in der Regel. Betrachtet doch einmal die Liste der jüdischen Kandidaten in der 4. Kurie! ihr seht hier Advokaten, Doktoren, Journalisten, Bankiers, Kaufleute, aber keinen einzigen Vertreter der jüdischen Handwerker." Trotzdem trat Rntlnii/ky dafür ein, dali in dieser Zeit, in der sowohl der politische als auch dir jüdische Handwerker seinem Ruin cntgegengcht, kein Unterschied zwischen Juden und Christen gemacht wert den darf. Nur müsse die Rundfrage, die die Lage des Handwerks in Warschau fcstslellcn soll, für Juden und Polen gesondert durchgeführt werden, da der Charakter ׳des polnischen Handwerks ein anderer sei als der des jüdischen. Hierauf ergriff der jüdische Rat man 11 H i r s c 1111 o r n das Wort. Er wies darauf hin, dali die Forderung! die der Ratmann Triiskcr auf der letzten Sitzung gestellt hatte, sehr berechtigt ist. ״Auf diese bescheidene Forderung erhielten wir die Antwort, dali es überhaupt' keine jüdischen Handwerker gebe. Es würde unter unserer Würde sein, das jüdische Handwerk zu verteidigeu und zu beweisen, dali es jedenfalls nicht schlechter ist als das polnische. Wer nur etwas mit der polnischcn Geschichte vertraut ist, wcill, welche bedeutende ökonomische Rolle die jüdischen 1 lamlwerkcr in Polen gespielt haben. Sie hatten ihre eigenen Zünfte und; trotzdem die christlichen Zünfte ihre Macht dazu mili- . braucht haben, um die jüdischen zu bekämpfen, erhielten sich dies!; doch und brachten ihre Leistungen zu bei deutender Höhe . . . Was wir heute über das jü- , 'dischc Handwerk hörten, hören wir bei jeder Gelegenheit, wenn nur die Rede auf Juden kommt, Bitten jüdische Literalen und Journalisten um eine Subvention, wie sie die polnischen erhalten, so verweigert man sie ihnen; versucht man daran zu erinnern, daß polnische Theater eine Subvention bekommen, während die jiidisehen ülircm Untergang zugeführt werden, so erhält man dieselbe Antwort: Die jüdische Literatur ist keine Literatur, das jüdische Theater ist kein Theater, der jüdische Handwerker ist kein Handwerker. Dann sollte man wenigstens konsequent sein und auch sagen, dal? das jüdische Geld kein Geld sei. Wenn ihr den Juden nichts gebt, so nehmt von ihnen auch keine Steuern. Man beschuldigt die jüdischen Nationalisten des Separatismus, So weit es sich dabei um unser Recht auf ein eigenes Kulturleben handelt, leugnen wir das nicht ... So wenig wir uns germanisieren oder russifizieren lassen wollen, so wenig wollen wir von den Polen verschlungen werden. Von einem Wirtschaft- Was uns nottut Zwei Antworten Auf die Ausführungen von Frieda Roinm in der vorletzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau‘‘ sind uns die folgenden Antworten «!gegangen, die wir gerne veröffentlichen. 1. Wie unbedingt erforderlich di« Gründung von landwirtschaftlichen Schulen in der Diaspora ist, haben zio• nistisclic Frauen und Mädchen schon längst eiiigcschen. Demgemäß lautet § 11 des Programms der zionistischen Frauenorganisation: Vorbereitung der Einrichtung von loiidwirtschaftlichen Schulen im Golus, damit Frauen lind Mädchen, die nach Palästina übcrsiedeln, schon mit Kenntnissen versehen sind. Schaffen müssen wir die landwirt• wirtschaftliche Schule unbedingt, ist es doch eine Schande, daß es in ganz Deutschland keine Gelegenheit gibt, wo Jüdinnen die Landwirtschaft er• lernen können. Abgesehen davon, daß Palästina dringend der Land• wirtin bedarf, tut es auch den Diasporajüdinnen sehr not, sich mit der Landwirtschaft zu beschäftigen, denn Geist und Körper leiden ganz beträchtlich durch die *zum Sitzen zwingenden, zum Teil rein mechanischen Berufe, die unsere Mädchen jetzt in zu großer Anzahl ergreifen. Indessen nur e i n Mittel gibt es für die zionistischen Frauen und Mädchen, um die Schaffung dieser Insti* tution und noch mancher anderer, allein von Frauen zu schaffender, zu erreichen; organisierte Arbeit. Die zionistische Frau möge endlich aus ihrer Reserve her.iustrctcn und sich nicht mit bloßem Zuschauern bei ernster Volksarbeit, das wir an den Assimilantinncn 1 so tadeln, begnügen. y Sehr viel wird noch gearbeitet werden müssen; um zu eireichen, daß alle Frauen und Mädchen, die schon in unseren Reihen sind, et nicht mir dem Bekenntnis J U EDI SC 11 E P.UNDSCHAÜ liehen Separatismus aber heben wir niemals etwa* wissen wollet). F'iir den ökonomischen Wohlstand des Landes wollen wir ziramiicn 1..it euch arbeiten und da darf kein Unterschied zwischen Christ und Jude gemacht werden, Wir können euch nicht diktieren, was ihr in den Institutionen tut, die ihr für euer Geld gründet; aber hier huntleit es sich um die städtischen Steuern . . .“ Der Redner wies weiter darauf hin, daß die Polen vor der Welt eine andere Sprache führen und die polnischen Organe im Ausland stets zu beweiset! glichen, daß in Polen alles in Frieden lebe. Nachdem Ratmann Rupie Witz nochmals in einer Rede behauptet hatte, daß es in Polen keine jüdischen Handwerker im vollen Sinne des Wortes gebe, ergriff der jüdische Ratmann Trtisker tlas Wort zu einer wirksamen Verteidigung des jüdischen Handwerks, wobei er sich auf ein genaues Material stützte. ״Wenn ihr'- - sagte der Redner — eure Kenntnisse über das jüdische Handwerk nicht durch Vermittlung eures getauften Lieferanten erhalten, sondern die L<\״e selbst ehrlich studiert hättet, würdet ihr cingcselicii haben, wie unbegründet alle eure Vorwürfe sind . . . Nach dem Gesetz kann jeder, der 3 Jahre als Geselle gearbeitet und ein Meisterstück angefertigt hat, als Mitglied der Zunft gelten, Dazu gehört nicht so viel,' als daß cs der jüdische Handwerker nicht fertig brächte. Für ihn aber habt ihr besondere Gesetze. Ihr laßt in eure Zünfte keine jüdischen Finnen cintretcn, selbst wenn sie schon 40 und 50 Jahre!existieren und die höchsten Auszeichnungen für ihre Erzeugnisse erhalten haben, ln einer ganzen Reihe von Städten der polnischen Provinz, sind Juden in den verschiedensten Handwerken beschäftigt und sind dort auch zu den Zünften zugeinsseil worden. In Warschau gibt cs eine Reihe jüdischer professioneller Schulen, die jährlich Flunderlc von ausgebildeten Schülern entlassen. Die Werksliittcii an der Jüdischen Gemeinde in Warschau werden musterhaft geführt.1׳ Der Redner wies auf eine Reihe anerkennender Zeugnisse über die Leistungen dieser Schulen hin und verlas eine Anzahl Briefe von Zögliugen dieser Schulen, die sieh jetzt in Amerika, England und anderen Uindern befinden, wo sic überall eigene Werkstätten eingerichtet haben, ausgezeichnete Arbeiten liefern und nützliche, produktive Bürger sind. Ferner skizzierte Herr Tmokcr ein Bild lies blühenden jüdischeu 1 laiulwerks in den andern Ländern, In Frankreich, England und Amerika. Ein großer Teil dieser jüdischen Handwerker stamme aus Polen. ״Wir wollen - schloß der Redner nicht aiifliörcn, mit Hammer und Maschine für das Wohl des Landes, eines freien, unabhängigen Polen, zu arbeiten". Darauf sprach der antisemitische Rntmnnn llski: ״Ihr kommt stets zu uns - sagte er — mit Klagen über Ungerechtigkeit und Intoleranz. Das ist nicht richtig. Wir sind bisher m tolerant und zu gerecht gewesen gegen unsere ״Eroberer“. Der jüdische Nationalismus wächst uns über den Kopf, er will unser Land in Bcsitz nehmen. Alle Eroberer Polens haben sich stets der Juden bedient, um das Polcutum in Polen zu ersticken. Sie, die fremden Eroberer, haben den jüdischen Nationalismus unterstützt und gepflegt. Er ist nicht durch Rußland groß geworden, sondern schon früher, unter der Wirkung des Westens . . . Nicht als Antisomit und nicht als Reaktionär bekämpfe ich den jüdischcn Nationalismus, sondern als echter Pole, der die ganze Gefahr erkennt . . . Ich habe gar nichts gegen das jüdische Volksbewußtsein, ich verstehe ein solches Bewußtsein im eigenen Land, aber nicht hier auf unscrcr Erde. Der ״Moment" schreibt, daß die Juden nach sind, sondern mit Interesse, Arbeitslust und Opfersinn unserer Sache dienen, Machen wir uns einmal klar, daß cs in ganz Deutschland nur 3 zionistische Frauen- und 4 Mädchen vereine gibt; den letzteren ist jetzt endlich nach schwerer Arbeit gelungen, mehr lind mehr Anklang zu finden. Soll das Wort von der Kulturarbeit in der Diaspora nicht bloß eine Phrase bleiben, so muß vor allen Dingen, die jüdische Frau zu dieser angclcitct werden, damit sie jüdisches Fühlen und Denken in die Familie und bi die Gesellschaft bringt und ihre Kinder jüdisch-national erzieht. Schaffen wir endlich, wo cs mir irgend angängig ist, zionistische Frauen- und Mädchenvereiitc, in denen unsere Jüdinnen zu andauernder Arbeit für unsere Sache erzogen werden. Nur im organisiertet! Verein wird man ihnen eine rationelle, allgemein menschliche und jüdische Erziehung zu teil werden lassen können. Am augenscheinlichsten wird einem die Notwendigkeit der .Erziehung unserer jungen Jüdinnen in der praktischen Arbeit selbst. Da sicht man erst, was die Jahrhundertelange Wirkung von Ghetto und Assimilation, besonders beim weiblichen Geschlecht, a!!gerichtet hat. Die jüdischen Frauen haben Ihre Tüchtigkeit schon oft bewiesen, leider kommt diese aber meistens andereu zu Gute, und nicht dem eigenen Volke. Durch organisierte Aufklärung könnten wir viele dieser Frauen auf die richtige Fährte bringen und dadurch noch viel mehr als eine landwirtschaftliche Schule schaffen. Jedes große Werk setzt sich aus einer Unsumme von Kleinarbeit zusammen. Zu andauernder Kleinarbeit aber gehört eine ganze Menge Ausdauer und Opfersiun, die leider bei einem grollen Teil unserer Zionistinncn bk jetzt wenig in die Erscheinung traten. Wenn wir es mehr als bisher als unsere vornehmste Aufgabe be* trachten werden, unsere jungen Jüdinnen zu regelmäßi* ׳״er Kleinarbeit zu erziehen, dnuu werden wir unseren großen Zielen schneller, näher kommen. Edith Lach inann , Breslau. In Polen stets eine eigene Kultur gehabt hätten, wollen das weiterhin nicht mehr dulden , , . Wir k״a. ne» mir die Redde!lerer anerkennen, die auf dem Boden; des Poleidiiins, der polnischen. Kultur stehen, aber nicht derer, die hier ein Juiläo-Poloiiien schaffen wolkn, Diese Herren arbeiten stets gegen uns in der Presse der andern Länder. Das können wir nicht mehr «Jultlui. Wir sind stark genug gegen das kleine jüdische Häuf, lein . . . Ich verstehe: jedes Volk strebt nach einen eigenen Staatsleben und für Palästina sind alle dies! ideale ganz berechtigt. Aber nicht hier in Polen, wo. hin ihr nichts mitgebracht und wo ihr nichts geschallen habt, ich selbst würde bereit sein, mit euch für Pa. lästina «1 kämpfet! - das wäre ein Glück für euch und für uns (Gelächter bei den jüdischen Ratmännern). JHu heißt aber nicht, daß ich Zionist geworden bin. lei! 1 verstehe die Juden und begreife ihre Psychologie. Aber ihr, Polen, seht, was aus unserem Lande wird! 1>t Juden bauen sich hier Festungen, und wenn es so weder. . gehl, werden wir untergeben. Fremde wollen uns v«• schlingen . . . Unsere Pflicht ist es daher zu warnen! Laßt nicht den inneren Feind in die Tore, er wird sid! befestigen und sich auf uns werfen" (Beifall bei allen polnischen Parteien). Auf diese I)rohrede Jlskis antwortete der jüdisch!: Ratmann Heren soll n: ״Wißt ihr" - fragte er ״wo• r«n uns Juden eure Reden 11ml Gesten erinnern? Sie er. innen! uns an jene Leute von Kischincw, ,־yi getötete Greise und Kinder, aufgeschlitzte Leiber und von Nägeln durchbohrte Köpfe! Das ist die Erbschaft des Henkers, der hier seine Herrschaft hatte. Er hatte euch <>!!• Juden als Knochen zun! Fraß liiugeworfen, um wich von der Wirklichkeit abzulcnkcn, Und Sie und Ihresgleichen, Herr llski, knabbern noch immer daran. Dar• auf Wollen Sie das künftige polnische!,eben atifbaucn. Jede Frage, die von Ihnen berührt wird, hat den Zweck, den Jiulen auszustoßen und wir müssen ständig die Vcr« teidiguug führen. Das hundertjährige Jubiläum der 1<*ן• nisdicu Ziinfte, das man vor kurzem gefeiert hat, war ein hundertjähriges Jubiläum der Rechtlosigkeit des jü• ׳! dischcn I imidwerks in Polen. Schon vor Fit! Jahren, j als der polnische Staat seinem Untergänge nahe war und die besten polnischen Männer alle Mittel anwvndeten, um ihn zu halten, hatten sich so ״schlechte‘', ״unpntriotisclie" Polen gefunden, die der Scjm-Ko!nmissipp erklärten, daß zur Stärkung des polnischen Hand• werks und der Klcinimlustric die Juden «1 den Zünften zugelassen werden müßten. Im Jahre 1863 hat eine Versammlung polnischer Handwerker eine Resolution ge• faßt, in!!er erklärt wurde, daß die Nichtzulassung der Juden zu den' Zünften eine Schande für!las polnische Volk sei und gegen den polnischen Geist verstoße. Selbst in der Russenzeit haben sich 30% der Zunft- , mitglieder für eine Zulassung der Juden ausgesprochen. J, (Zuruf; Polen haben eine Menge Fehler gemacht!) t'׳; Die Judenfrage — schloß der Redner -- ist eine Landes- I frage und glücklicherweise werden w i r sie nicht lösen, sondern die Vertreter von ganz Polen. Und wie e.nst ä) werden sich daun auch wahre Freiheitsstinunen ver- [ : nehmen lassen, die verstehen, daß der Wohlstand des j Landes eine Konzentrierung aller Bürger des Landes t ohne Unterschied der Nation und des Glaubens um die Staatsmaschinc verlangt. Sic, Herr llski, werden das neue Polen nicht aufbaiien. Der große Stnatsgedanke ן wird Sie und Ihresgleichen hinwcgfegcii".! Als letzter jüdischer Redner nahm Ratmann I* ri- < 1111 z k i das Wort. Er erklärte, daß er gerne die Bcj schuldigung auf sich nehme, daß die ״Jüdische Volks- I gruppe“ zu oft die Debatte über die polnische Juden- I! H. | Der Gedanke eines deutschen Kinereth, einer Mail-; chcnfarin, scheint mir der richtige Weg, besser 1 als die schon öfter proponiertc Giirtneriuiienscluik• und 11 auch besser als meine sehnlichst gewünschte ״Haus* 11 wirtschaftliche Frauensehule auf dem Lande" nach dem lj Reifciisteinschen Schema. . Die Mädchcnfnrin, als Arbeitsgemeinschaft kommt vielleicht der Eigenart unserer Mädchen mehr entgegen | als ein schulmäßiges Internat, außerdem aber würde sich ein derartiger Betrieb billiger stellen, wie man 111 Deutschland an anderer Stelle schon erfahren hat. So einfach aber ist in. E. die Sache nicht. Wenn wir uns ein kleines Bauerngut kauften und nun darauf 1 losarbeiteten, trff wäre es zun! Mindesten sehr unratio• ncll. Ich erinnere nur an den letzten in der ״Rundschau'1 ׳ veröffentlichten Artikel von Frau Dr Mcisl-Schochat ’), in dem sie die mangelnde Vorbildung tvttcr vermißt, die ihr und den anderen so viel unnötig« Mühe gekostet ha(. Der erste Schritt zur Verwirklichung der Idee müßt!: fl deshalb die Sorge um die Ausbildung der künftigen ff Leiterin und Lehrerin sein. Mit einem halben Jahr * Maricufelde ist es nicht getan. Mein Vorschlag geht j,1 dahin: Zwei, drei Mädchen, die ihre Lebensarbeit die- ן f ser Saciie widmen wollen, und ich weiß, cs gibt solche,; |י gehen auf eine der beiden süddeutschen Frauenschulen ן | auf dem Lande, die einzigen derartigen Anstalten, dk f j Juden aufiiehtnen, um nach zweijährigen! Kurs, die Prä- | fuiig als ״Hauswirtschaftlichc Lehrerin auf ,dem Lande“ f ן abzulcgcn. Diese Ausbildung ist eine wesentlich anf י dere, als die der hauswirtschaftliclien Lehrerin, denn ״ , sie umfaßt außerdem noch Gemüse-, Obst- und Kar•!.; toffelhau, Geflügel und Kleintierzucht und Molkerei• und j j Bienenzucht. Diese Ausbildung dürfte auch für uns genügen. Großtierzucht und Körnerbau sind als Lehr- , gegenständ sehr kostspielig und nehmen den anderen! _ f 1 ') ״Jüdische Rundschau" No. 8 und 9.