Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1917-05-25 · Heft 21 (25.5.1917) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 21 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652026-2652046--11127-2668417
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

er die Behauptung aufstellte, daß die Juden beim Magistrat ihre Wünsche stets durchzusctzen verstünden, wobei sie es nicht verschmähten, die Hilfe deutscher Beamter in Anspruch zu nehmen. ״Die nationalen Juden“, sagte Herr Ilski, ״finden hundert Türen zu verschiedenen deutschen Beamten, die ihnen schon die nötige Hilfe leisten. Sic sind es auch, die immer darauf hiuwciseu, daß cs hier in Polen zwei verschiedene Nationalitäten mit verschiedenen Interessen gebe und daß daher die polnischen Behörden nicht alle Fragen erledigen könnten. Dieses tut man hierzulande, in Berlin und in neutralen Ländern, mit einem Wort überall, wo man den polnischen Interessen schaden kann. Sic sollen cs sich aber gesagt sein lassen — schloß Herr Ilski seine Rede —, daß das polnische Volk diese Dinge nicht vergessen und im geeigneten Augenblick Abrechnung halten wird. Die polnische Geschichte wird diese Tatsachen verzeichnen.“ Auf diese Drohrede hin meldeten sich die jüdischen Ratmänner Prilutz ki, Truskcr, Bercnsohn und S e i d e m a n n zum Wort. Herr P r i l u t /. k i wies in seiner Entgegnung nach, daß der Vorwurl des Hern! Ilski, die Juden verstünden ihre Wünsche stets beim Magistrat durchzusetzen, vollständig unberechtigt sei. ״Außerdem“, fuhr Prilutzki fort, ״hat Herr Ilski uns einen Vorwurf gemacht, den ich mit einem sehr scharfen Wort bezeichnen müßte. Ich will mich aber damit begnügen, daß ich gegen diese unbegründete Beschuldigung den heftigsten Einspruch erhebe. Man kann als Kulturmensch, selbst wenn man Antisemit ist, niemand der Denunziation zeihen, wenn man dafür keine genügenden Beweise hat. Ich fordere Herrn Ilski «auf, hier öffentlich, vor dem ganzen Stadtrat, diejenigen zu nennen, die das getan haben, dessen er sie beschuldigt . . . Solche Reden, wie wir soeben eine gehört haben, sind die Folge davon, daß ihr keine gemeinsame Sprache finden könnt und wollt, durch die wir zu einer Verständigung kommen können, wie sie sieh für Nachbarn, die auf einem Boden wohnen, geziemt. Das ist das Tragische an den polnisch-jüdischen Be- Ziehungen, daß man miteinander nicht reden kann . . . Wir lehnen die Verantwortung dafür ab , . . Wer, wenn nicht ihr, ist Schuld daran, daß die Welt die Ucbcuzeugung erhält, daß ihr unfähig seid, die Juden gerecht zu behandeln . . . Herr Ilski ist unzufrieden darüber, daß wir von dieser Tribüne herab zu reden das gesetzliche Recht haben. Die Reaktion hat stets vbr offenen Türen Furcht gehabt. An dem Beispiel Rußlands aber, wo jetzt der mächtige Zarismus, von dem man geglaubt hat, daß er niemals ein Ende nehmen könne, gestürzt ist, sehen wir, daß an seinem Sturz die russische Gesellschaft,, die in der Rcichsduma sich offene Türen'geschaffen hat, in einem hohen Maße betciligt war . . . Wir hoffen, daß auch in Polen die offenen Türen dazu führen werden, daß die Reaktion zu Falle gebracht wird . . .“ Nach Prilutzkis Rede, die auf den ganzen Stadtrat großen Eindruck machte, stellte der Vorsitzende einen Vorschlag auf Schluß der Debatte in dieser Frage zur Abstimmung. Gegen die Stimmen sämtlicher jüdischer׳ Ratmünncr mit Ausnahme des Herrn Nathansohn, der mit der nichtjüdischen Mehrheit / stimmte, wurde dieser Antrag angenommen, Herr Ilski, der zu einer persönlichen Bemerkung das Wort verlangte, erklärte, daß seine' Beschuldigungen sich nicht bloß auf die Volksgruppe, sondern auf alle nationalen Juden bezogen, die die polnische Gesellschaft reizen. Vor dieser zweiten Rede llskis hatten die jüdischen Ratmänner mit Ausnahme des Herrn Nathansohn den Saal verlassen. * Der zionistische Ratinann Seide mann hat dem Präsidium des Strdtrats folgende Interpellation eingereicht: ״Bezüglich der Untcrstht/ung für Rcservistenfraucn, die keine formellen Ehezeugnisse besitzen, hat der Stadtrat am 22, März dieses Jahres beschlossen: 1. der Magistrat soll cs für die jüdischen Rcservisteiifraiien der’genannten Kategorie ermöglichen, die nötigen Formalitiltcn zu erfüllen, indem er einen entsprechenden Befehl au die zuständigen städtischen Behörden erläßt; '2. der Magistrat soll vom 1. April an auch solchen Rcservistciifrauen, die keine formellen Ehezeugnissi• besitzen, auf Grund von Zeugnissen, die den Vollzug der religiösen Trauung bestätigen, Unterstützungen auszahlen und eine entsprechende Summe in das Budget für das Jahr IUI 7 auf nehmen. IXa bis jetzt weder der erste noch der zweite Punkt dieses Beschlusses ausgeführt wurde, fragen wir: 1. Ist cs dem wohllöblichen Magistrat bekannt, daß die Unterstützung für April den genannten Reservistenfrauen nicht ausgczahlt worden ist? 2. Daß die städtische Miliz sich weigert, die nötigen Akten auszustellen, die eine Unterstützung der Reservistenfrauen ermöglichen sollen? 3. Was hat der wohllöblkhc Magistrat getan oder was beabsichtigt er zu tun, daß der Beschluß des Stadtrats vom 22. März genau und sofort ausgeführt wird?“ Diese Interpellation haben «alle jüdischen Ratmünncr, mitAusnaluncdesHcrrnNathansohn, unterschrieben. Die Sonderstellung Galiziens Polnische Blätter bringen Auszüge aus dem vorn Polenklub ausgearbeiteten Projekt zur Verwirklichung der im kaiserlichen Handschreiben vom 5. November 1916 aiigckündigten Sonderstellung Galiziens. Dieser Entwurf verdient die weitgehendste Aufmerksamkeit der gesamten jüdischen Ocffcntlichkcit. Wir geben hier seine wichtigsten Punkte wieder. Die Kompetenz des (lnlizischen Landtages wird ausgedehnt auf alle Angelegenheiten der Gesetzgebung und Verwaltung, mit Ausnahme des Hecreswesens, der auswärtigen und der Handelsvertragspoiitik. Die gnliziselieu Abgeordneten scheiden aus dem üesterreicliisdren Reichsparlament aus, und der Landtag wählt bloß eine Delegation in die zu schaffende parlamentarische Körperschaft zur Erledigung der gem c i 11 sa m en A1 ige 1 ege 11 hc iteil. Der Landtag besteht aus zwei Kammern: Abgcordnetenlmis und Senat. Das Abgeordnetenhaus bestellt aus 228 Mitgliedern, darunter 62 Ruthcncn (Ukraiuer). Sie werden auf Grund des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechtes gewählt und zwar auf Grund gesonderter nationaler Kataster für Polen Und Ukrainer. Im Abgeordnetenhaus bilden die polnischen und ukrainischen Abgeordneten zwei nationale Kurien, die selbständig die Wahlen der ihnen »!gewiesenen Zahl von Vertretern In die vom Landtage einsetzenden Körperschäften vornehmen. Diese nationalen Lamltagskuricn beschließen die Ausgaben für ökonomische und kulturcllc Zwecke aus den von ihren Nationsgenossen .erliobciien direkten Steuern. Der Senat besteht aus 130 -140 Mitgliedern, darunter 45 Vertreter des Großgrundbesitzes (darunter ein Ruthene), ferner Vertreter der Selbstverwaltungs-Körperschäften (Kreise und Hauptstädte), der Handelskammern, schließlich 17 Viralisteu und ernannte lebenslängliche und erbliche Mitglieder. Die Landesregierung besteht aus einem Staatskauzler und Ressort-Ministern. Der Entwurf sicht außerdem drei Arten von nomen Körperschaften vor: Ktc.'se, Bezirke und q*; mcindcu. An der Spitze jedes Kreises steht ein Kr% H Präsident und «in Kreisrat, welcher durch dir j j räte gewählt wird, in national gemischten Kr!•; * l \ (mindestens 150/״ der Minderheit) bestellen mich;11 1 Kreisrat nationale Kurien. a!j Die Kreise zerfallen in Bezirke mit einem Bezirk11 liauptnianii au der Spitze. Jeder Bezirk hat einen »'1I zirksrat, der von den Gemeindevertretungen und!0י| j Großgrundbesitz, gewählt wird. Auch hier sind חח!!!," j nale Kurien vorgesehen. Die unterste autonome Körpn I schuft bildet die Stadt oder Dorfgemeinde. Die KnB petenz wird durch ein Landcsgesetz bestimmt, eben* 1 die Wahlordnung. Es stellt aber schon jetzt fest, i das Gcrncindewahlrecht nicht gleich sein wird. 11 Es sei noch erwähnt, daß für Schul- und Erziehung angclegenheiien die Schaffung eines ״Landcs-Edukatioa». Rates" aus Vertretern der verschiedenen Konfession^ der Lehrerschaft und des Acrztestandcs in Aussicht p. nommen ist. Der Zusammenhang mit der ()österreichischen Re. gicrung wird hcrgestcllt durch ein Ministerium für («. lizien in Wien. Alle Steuern, Zölle, Monopole, Eingänge aus Stand■ Unternehmungen usw. fließen in die Rcgierungsknsj: Galiziens. Die Beteiligung Galiziens an den Gesamt• ausgaben der Monarchie wird besonders geregelt. Innere Amtssprache im ganzen Lande ist die polnische Sprache. Nur in Unterrichtsnnstalten mit ukrainischer Unterrichtssprache ist Ukrainisch audi inne« Amtssprache. Eingaben an die Behörden können « beiden Landessprachen abgefaßt sein. Die Behörden müssen ruthcnische Eingaben in ruthcnischer Spracht beantworten, wenn in dem betreffenden Kreise wenig, stens 10״/o Ruthcncn wohnen. Ebenso ist es im Oerichtswesen. Unterrichtssprache in der Volksschule isi die Sprache der Mehrheit der Gemeinde. Wenn io einem Orte mindestens 40 schulpflichtige Kinder der nationalen Minderheit vorhanden sind, dann wird eint besondere Minderheitsscliulc begründet; sonst ist für diese Kinder in der gemeinsamen Schule der Unterricht ihrer nationalen Sprache zu ermöglichen. Ucber die Gründung von Mitte'schulcn entscheiden die Regierung und der Landtag. Die Ukrainer erhalten eine eigene Universität. Zu diesen Bestimmungen des polnischen Projekte! schreibt die ״Jüdische Arhciterkorrespoiidenz“: Es ist außerordentlich charakteristisch, wie die pol nische Gc:cl!scl1aft die politischen Rechte anderer Na• tionen behandelt. Was zunächst die Ukrainer betrifft; so bilden sie in Ostgali/ivn eine Majorität von ungefähr 62"/u, während die Polen bloß 250/״ der Bevölkerung bilden. Nichtsdestoweniger wollen die letzteren <«• lizien noch immer als ein polnisches Land behandelt wissen Und versuchen durch diesen Gesetzentwurf ihr Vorherrschaft gegenüber den Ruthcncn zu verewigte Nicht nur im vorwiegend polnischen Westgali/ien, sr>11• dern auch im ruthcnischen Mehrheitsgcbiet Ostgalizicn soll die polnische Sprache die einzige innere Amtssprache sein. Von den 228 Mandaten sollen die Ukrainer bloß 62, das sind 270/0, erhalten, trotzdem sie 12"« der Bevölkerung des Landes ausmachen. Die natio• nalcn Kurien bedeuten keineswegs die Einführung der Selbstverwaltung in nationalen Angelegenheiten. Die Oründung von Gymnasien wird der Regierung und dem Landtag Vorbehalten, die Gründung von Minoritäts-Volks• schulen soll zwar gesetzlich geregelt werden, doch soll die Durchführung dieser gesetzlichen Bestimmung in den Händen der vorwiegend polnischen Verwaltung bleiben. Mit einem Worte, die Polen wollen aus Gali• Von programmatischer Bedeutung ist auch der Aufsat7. von Dr. J. Klatzkin, der ״Die Juden frage und die Gleichberechtigung“ behandelt. Klatzkin kommt zu dem Resultat, daß die Judenfrage durch die Emanzipierung der russischen Juden ״nicht gemildert, geschweige denn gelöst, sondern erat recht akut geworden ist, da auch im Zentrum der Judenhcit die Tore der Assimilation sich geöffnet haben“. ״Das Judcnproblcm hat mit dem Fall des letzten Ghettos seine höchste Steigerung erfahren. Der Zionismus muß sich seiner Pflicht gegenüber den Gefahren der Assimilation bewußt sein. Er muß die neu erschlossenen Möglichkeiten der Volksarbeit im Hinlenken und Hinzielen auf unsere nationale Zukunft in Palästina fruchtbar machen und sie damit auch im Golus selbst schöpferisch gestalten“. Dr. A, Mlbaschan kündigt in einer einleitenden Betrachtung eine Serie politische!• Aufsätze an, die sieh mit der ,,Lage im Zionismus“ beschäftigen wird. Diese Aufsätze sollen ״manche Verwirrung und Unklarheit, Mißverständnisse und gegenseitiges Verkennen“ innerhalb der zionistischen Organisation aus der Welt schaffen. ״Nie und nirgends war die Zeit so darnach angetan, alle die kleinen und großen Spaltungen und Meinungsverschiedenheiten ziu zersticben!und Einheit in das Lager der Streitenden zu bringen als der gegenwärtige Moment im Zionismus , . . Diese Einheit kann aber erst herbeigeführt werden, wenn wir gelernt haben, uns gegenseitig anzuhören, die Meinungs- Verschiedenheiten, die augenblicklich noch vorhanden sind, zu würdigen und sie zu verstehen, die begangenen Fehler nicht zu vertuschen, sondern offen und ehrlich zuzugeben und nach ihren Gründen zu forsche«, um sie in Zukunft vermeiden zu können“. Der bekannte Pionier der palästinensischen Bewegung, Joschua Eisenstadt, formuliert angesichts der großen Utnwiilzungen in Rußland die Prinzipien der zionistischen Ideologie in kurzen scharfumrissenen Leitsätzen. Am Schluß zitiert er die Worte Achtd Haams, die dieser &n ihn in seinem letzten Briefe gerichtet hat: ״Ich habe keine Angst vor der Knechtschaft innerhalb der Freiheit, wenn der Einfluß des ״Landes unseres Lebens“ so groß sein Wird, daß die Freiheit im Oolus nicht solche Verheerungen im Geiste unseres Volkes hervorruft wie früher." Außer diesen politisch-programmatischen Beiträgen enthält die erste Nummer des ״Erwachens“ noch eine große Fülle Materials über jüdisch-politische Fragen, die teils in wörtlichen Zitaten aus Zeitschriften und Zeitungen, teils im Auszug oder bearbeitet geboten werden. Besonderes Interesse haben auch die biographischen Aufsätze, die den jüngst verstorbenen Warschauern Isidor Jasinowski und L. L. Zamen- 11 o f gewidmet sind und uns die Persönlichkeit und das Wirken dieser Männer nahebringen. Mit großer Wärme ist auch der Aufsatz S. Gorelik* über S c h o I e 111 A I e j c h e m geschrieben, in dem die Schicksale und die Wesensart eines Flauptheklen der Scholem Alejcbemsclicn Kunst skizziert werden. Eine eigennrtige Erzählung, die eine wahre Begebenheit aus dem Leben einer zum Judentum übergetretenen russischen Bauernfamilie in Palästina wiedergibt, Stylit eine schöne belletristische Ergänzung des reichen Inhalts der Numrner dar, Kurze Mitteilungen aus dem jüdischen Leben aller ׳Länder und besonders der Schweiz suchen einen Uebcrblick über die gesamte jüdische Lage zu gehen. Die Zeitschrift, die in einem sachlichen •und doch warmen Tone gehalten ist, wird allen deutschlesenden Juden, aber auch vielen nach Orientierung suchenden Nichtjuden eine willkommene Gelegenheit geben, *ich in leichtfaßlicher Weise über alle Vorgänge des jüdisclvcn und besonders des zionistischen Lebens orienderen zu lassen. Der Ernst, mit dem hier Meinungen vorgetragen werden, und der frische Zug, der die Beiträge der Zeitschrift auszeichnet, ist eine Gewähr dafür, daß sie sich im Blätterwald der zionistischen Presse eine angesehene Stellung erwerben wird. M. M. Die Zahl der Juden In dem soeben erscheinenden Doppelheft (April-Mai) der Zeitschrift ״Der Jude“•) macht Dr. Arthur Rup• p i n folgende interessante Mitteilungen über die Zahl der Juden und ihre Verteilung auf die einzelnen Länder: in keiner früheren Epoche war die Zahl der Juden auch nur annähernd so groß, wie heute. Während die Zahl von 4>/a Mili. Juden, die zur Zeit der Zerstörung des jüdischen Staatswesens vorhanden waren, bis zu® 19. Jahrhundert nie erreicht wurde, im Gegenteil bis auf l'/s Millionen am Ende des 17. Jahrhunderts gesunken und erst im Laufe des 18. Jahrhunderts auf 3 Millionen gestiegen war, hat sich diese Zahl im Laufe des 19. Jahrhunderts vervierfacht und ist heute (1915) auf 13 •V! Mil■ lionen angewachsen. Würde dieses rapide Wachstum anlialtcn, so würden die Juden in wenigen Generation« den großen europäischen Nationen an Zahl ebenbürtig sein. Es scheint aber, daß das Wachstum sich mehr und mehr verlangsamt und auf eine ähnliche Steigerung wie im 19. Jahrhundert nicht mehr zu rechnen ist. Immer• hin ist es möglich, daß das 20. Jahrhundert die Zahl der Juden auf 25 und vielleicht auch auf 30 Million« ansteigen sehen wird. Die Juden verteilen sich nach den letzten Zählufr gen auf die Erdteile und einzelnen Länder wie folgt: in Europa leben insgesamt 9905701 Juden, d*• von im europäischen Rußland (ohne Polen) 4 100063, In Polen 1 533716; in Oesterreich 1 325537 (davon in 0«; lizien 871 895); in Ungarn 932458; in Deutschland S״i: in Rum;i״icn 266 652; in Großbritannien 240000;• in der europäischen Türkei (vor dem Balkan׳ krieg) 188 896 (Inzwischen hat sich die Zahl durch Abtrc d!• 2 ׳! Jude eine Monatsschrift. R. LÖwit-Vcriag׳ Berlm N. 37, Wcißenburgcrstr, 6. Heft 1/2 des 2. Jahr־ gang*. Preis des Doppelheftes Mk. 2.70. Abonnement ganzj. Mk. 13.20, haloj. Mk. 6.60, Einzelheit Mk. 1.10■ ‘4;1 'S

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.