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Jüdische Rundschau · 1917-05-25 · Heft 21 (25.5.1917) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 21 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr, 21 Seite 174 Denken, .vorau •gesetzt, dal! der Z.ioiiisl kein Chan• vinist des jud1.n:i1111s ist und Welt bürg cimi!11 niclit gleicliseiz.t mit roh materialistischem Wcltbiiitiiulertiim." Ch,:minist des Jndeiilunis! Dieses Wo.t hätte neriistoia in diesem Zusammenbau; nicht ansspre* clu-ii kimiie.11, hätte er das /.ionistisclk• Str.ben in Tlieoiie und Pra xis wirklich geknm t. So aber Konstruiert er sieb einen zioui .tischen T\ pus, den cs nicht gib» und der, wenn es ihn gäbe, abgclclin! werden würde. Diese von der Wirklichkeit so weil ontt'ernte Konstruktion!;ibt der i rosihiire Bernsteins die fa!• sehe Note. Wir verstehen es, da!» Bernstein zwei• mal klar und deutlich bekennt: ,,Ich seihst bin kein Zionist.“ Aber gerade darin, daß 11־ sich i»n Laufe seiner Anscinamlcrsetzuiijj, um kein Mil'»•! Verständnis inifkonniieii zu lassen, zu einem s > e 11• | (adieu Bekenntnis fiezvv un׳-en fülilt. ze'gl sich, wie l schwer es ihm wird, seine in gewissen üie z n un- ן teriiommeiii• Vert> iTgtmg der Assimilation mit dem » bedauern zu verbinden, das sich in den Worten j nusdrückt: ,,Dieses vollständige Vcr es ■zu de» Tat• j saclie, dal» mau einem in der Welt als G ist vieler i Völker!eilenden Volk angeh ■rl, ist ein grot er N ich-; teil für die europäische Kultur.“ Es ist ni.ht leicht, 1 für SiammesbewulUsein und für Assimilation zu• j gleich einzutrcicn! .! An diesem inneren Widerspruch ist üerndein! in seiner Ablinndiung gescheitrt. Er kann sien, ] wie er sagt, .,der Tasaelie ein s Stiic es Wahr• י hei: i,11 Zion■soi 1!s ui 11, v.׳rs.־l1l elicu״, ii.nnl ca d 1 Tatsache, dali die Jiid •n nur sehr s: live:׳ i 1 ihre! Wirtsvöll.er;estlos ant'giheu k.muea un1׳ d 1,1 s ״aut' lange hiii.ms immer nur eine I leine ,diud.!.heit 1 von Juden sein wird in denen das IlewuMs in ihr r J besonueiaii ll,ri.u:»fi vGiig erlisbl, mi 1 inuii doch; fast im •;leieiieii Ateiiizu; gesteh n: , Icii bin kein Zionist, ich fühle mich zu sehr als Deutscher, um I cs sein zu können.“ j T.olz dies r 1 s.1 ntat'veii bs ig'e an de 1 Zio- I iiisnnis wir!,en in Ih riistiMis (ie׳l!11 eugaii eit unter-; irdische ICauc, die i!m uem juuseiien Na,inua1׳s,n11s VervamLcr z igeit aU der Assimiitnio.:. W-cnn . entstein ersi ernannt haben wird, dali ,1 1׳ Zi >11 siiin-, nicht anderes will, als durch eine Konzen,;,.-r ing der Juden in Pal,es ina jeus gesund־׳ n fnna c Empfinden der Juden w iederhe ■/.! s eilen, da ,11׳ 111׳ er bei andemi \ öli.ern aD dmviia s bere ht ga und lebt 11; 11 tw i.dig an rkenii, dann v, r.l er auii d u Juden das Recht auf nationale Silhstbestiniuum״:,das er den and ich zugcsicht, ni 11, 1,111. c v ueuth t ten können. Wie anders -sollen wir s ms, das Wort Bernsteins deuten, dali da, wo der Mensch am heben wirken kann, sc 11 Vaterland is? ״Die Juden als Mi.tler“ )1.1, Bernstein seinen Aufsatz übe;schrieb 11. S > sehr wir üiierz-. g, sind, dali der Zionismus in seinen Wirklingen einen völkeiverbiiiikiideii Faklor im Leben de! Na I.meu dar• stellt, so sehr miiliteii wir es ablelinen, in diese! ״VenniUltiiig“ eine Aufgabe des Zionismus zu sehen. Der Zionismus kennt nur die ei ne Aufgabe der Repatriierung der Juden in Palästina. Es mag für dir Durchführung dies» 1־ Aufgabe ein günstiges Monieni sein, dali er zugleich - •ohne es besonders zu wollen . eine friedliche Verständigung der Völ• ker fördert, seine Existeu/.b.'redniguug schöpft er nur aus dem nationalen Sein mul Wiik'11 des jüJi* scheu Volkes. * * M. M. Neue zionistische Aufrufe in Rußland Am 20. Mörz (11. April), eine Woche nach der Veröffentlichung des Edikts über die Aufhebung der Judv11h«׳.-.chvnnhu11gen in Rußland, \ci<>ffenl!ieliu־ das /. i o!1 i s 11 s e It e Z e 111 r :1 11, o in i t e e in Rußland einen A tt f r u f a ח d a s j ii d i s c 11 e Volk, in dem es die Bcdcuumg׳ des Befreiungsaktes Idarlegt innl die neuen Perspektiven, die, die geschaffene Lage für »las Judentum in 1-11111:111(1 eröffnet, schildert. Unter anderem heißt es: ״l'.ie Aufhellung der Bcsehntnlaingcn ist nur der i'i'sic, negative Teil der erneuenden Ailvit, ihm muH das Schaffen folgen: die Herstellung eines jüdischen Lebens im freieu Rußland. |>ie < '»leicliberveluiguu״; löst die l׳'rage des jüdischen Individuums, aller nicht der jüili-' '׳.eilen (»emeinseliaf(, das bürgerliche, aber nicht das natimi.ile Problem. Freie, vollberechtigte jüdisch«• Bürger können unter Umständen mich als lilieder der jiidi• selten Nation geknechtet bleiben, fm Westen wurde den Juden die (ileiehhereditiguug nur unter d'eser Bedingiiii׳.■ ׳׳,(,währt. In Rußland ist dies nicht de!' Fall und wird iiieht der Fall sein . , , Das Judentum Rufflaiuls wird als Volk anerkannt. Diese Anerkennung durch die 111 •׳siseliv Oeffentliehkcit muH ab» r in einen staatsrechtlichen Akt verwandelt werden. Unter den lerritori-ilen Völkern Rußlands hat das jüdische terriloii׳ane;Dse Voll« einen entsprechenden Platz eitizunehmen. Wie alle Völker der freien rus.ischeu Uetnnkrilie muH es aueii die Wohltat der I):•zentnlisii-ituig getiielfen dürfen, muß es das Recht fiir eine fre.e Organi iiriüig siitscs inneren Lehens, die Oar.ititieu für ene Verireuing in den zentralen und lokalen, gesi-tzgeberisiLen und administrativen׳ Organen 1111-1 das Recht auf ii'cii׳ Lcuuizilug seiner Sprachen in der Srlmle und 1'm (iilt'inlicliea l.elieu erhallen, Der Jüdische Kongreif, der mich vor der Konstituante an («1 mul des ,11׳!;:c111׳.iiieii, gleichen, geheimen »ml direkten Wahlrech:s ciiibrriifcn wird, wird den Willen des jüdischen Volkes zur nationalen Sclh-thesliiiiiuuiig zum Ausdruck , I>1i11j;c11 mul di-׳ l'oruieii des uatloiidim Lebens und der jüdischen Oiganisaüon in Ruliland, sowie die jüdischun;ionalen l'oi'demugen feslxctzcii lind der Konstituante ubeueielieii . . . Aber die Bclrieiligiing dieser uationaieii i־01'׳demugeu des russischen Judeiitmiis bedeutet noch I, eia es Wegs die Lösung des Problems der jiidischeu I -Le pnra. Der F’lucli der Zerstreuung und unlioiialcn Abhüngigkei:, der Territoriumslosigki ii und der inneren Zersplitterung wird 11.1111־ wie vor auf dt m Judentum Insten . , . Dar, Judentum in Ruliland;st nur ein Teil des jüdischen Volkes, das über den ganzen Erdhall /eistreut ist und seinen 11:11 iimaien Traditionell, seiner Kultur und seinem Willen nach bis heutigen Lage» ein Volk ist. Die Jiidcnfragc in KuHlaml ist nur 1 ein Teil des Problems der tcrrilnriuinslnscn jüdischen; N,iiion, die ihrer Heimat gewaltsam entrissen wurde j und die iiiemaL aufgehört hat, sich nach dieser Heimat 1 zu seltnen und uaeli ihr zu streben. Jetzt mehr als je 1 mul» dieses Sueben gesainljiidiseh-iintioual sein . . . Her i Kampf fiir die Gleichberechtigung der Juden Rulflanüs war bis jetzt das politische Ziel, das die ganze Jmk'iilieh vereinigt hat. Jetzt ist dies Ziel erreicht. Die י iieiclibereditigung wurde zur Tatsache. Der bevorstehemle Kampf uni iiire Durchführung, tun die uatio- 5alen Rechte ist nicht ausreichend, um die Juden alWr Länder zu vereinigen. Im < »esaiatjutleiitiim wurde <1iv Sehnsucht nach der F.iulici! der Nation geboren. Dies« Sehnsucht muH unbedingt zum Zionismus führen'. |*r Aufruf schildert ferner die Aussichten, die der Ab. scliluli des Krieges für die Lösung der ii.ttu.iiaku I rage eröffnet. ,,Schon sind die I esxehi I־in 11!,1 mls jre-! fallen. Schon ist Polen zum selbständigen Staate er* '! klärt worden. Das Pibt/ip der nationalen Selbstlx-xiuii• , riumg wird immer mehr zum grundlegenden Ziel de» j Krieges. t:s kommt der Zeitpunkt, da die einlieitliehv 5 jüdische Nation das Pioblcm ihrer Tcrritor.tuiisjnsigkeit lind ihrer nationalen Entfaltung vor der ganzen Welt.!, au [rollen imiif. Fs kommt der Zeitpunkt, den das 1 Judentum seit jeher sehnsuchtsvoll erwartet 11:11, der > Zeitpunkt, da sieh au« dein »Meer von Blut und Tränen eine neue Welt erhebt. In dieser neuen Welt I1.1t die jüdische Nation das Recht auf ihre Heimat zu erhallen, ן das Recht, ein normales, freies Leben in Palästina zu :) schaffen . . . Der grolle Augenblick im leben der 1 Menschheit und im Leben Rulilamls muH auch zum großen Wendepunkt in dem Schicksal des jüdische» Volkes weiden." Der Aufruf schlicht mit der Aufforcieritng, die''freie russische IVinokratie zu unter, stützen, das nationale Leben der Juden in Rußland zu formen und vereint mit dem ücsaintjudeinum lur die Schaffung eines nationalen Zentrums des Judentums io Palästina zu kämpfen. Audi das Oilcss a er P a I ä s t i n a - K o 111 i 1 ee veröffentlichte eim a von seinin Vorsitzenden M M. Ussilseh.kin Unterzeichneten Aufruf, <!1׳r die Auf* gaben des befreiten russischen Judentums formuliert. ״Unser jetziges Giiick, unsere bürgerliche, poldisehe und nationale (ileiehbercchtigung in der i iuspora, ist mtr ein Vorliot in unserem eignen nationalen l einpel. Unser Tempel war, ist mul wird sein: Zinn und Jerusalem. Mit dem Wachsen unserer i tcihcit und unseres (ilückes in den Ländern der Diaspora wird immer mehr unser Streben zum vollen (»fmk, zur Seeleneinheit gedeihen. Und wenn wir jetzt, Ikfreitc und (ilückiiv'lie, z.usanmu'11 mit »dien Völkern Rnhlamls in freudigen Manifestationen durch die SlraHcn ziehen, taucht Huw.iUurlidt d,e Erinnerung an die g'ol'en Worte auf, die Mit! »neu Juden am Jomktppm am lieh wiederluden: ״Ich entsinne mich, o Gott, und klage, da ich sehe, daß jede Stadt aufrVelU auf ihrem Bollen -;teilt und die Stadt Ciottes in Trümmern Legi." Wenn du das volle (ilüek anderer Volker sielist, erst daun wünschst du dieses Glück׳ deinem Volke . . . Unter den Vielen Parteien mul unter den autoritativen Personen jüdischer mul uiclitjüdischer Nationen wird das Streben, das Probleut lies autonomen jüdischen /eutrujus i» P.ilistina der bevorstehenden t rmicnskoiii'ereu/ z.tt unterhielten, immer mehr zur politischen Losung. Unsere Aufgabe und Pflicht ist cs daher, auch in Rußland eine freie Agitation in dieser Richtung zu entfallen. Wir haben die Freiheit der Personen erreicht, wir miesen die l'retheil der Nation erreichen und wir müssen auch das sc׳!bständige politische Zentrum in Palästina schaffen . . . Wer bis jetzt uaeli Palästina gestrebt hat aussthhcßlich unter der Wirkung des äußeren Druckes und der Rechtlosigkcit, der wird jeizt unsere Reihen verlassen. Wer sieh aber nach Paläsiina sehnte aus inneren tiefen Frvväguugeu, wem cs ein nationales Bedürfnis, eine Ret- Imig aus seiner Seelenzweilieit ist, der wird gerade jetzt mit veivieli.ielilcr Energie und sicherem Glauben an der Erreichung seines Lud/ielt s seine Kräfte entfalten . . . Zwei grolle Wunder erlebten wir: die Be- Ireiung Polens und die Befreiung Rußlands. Die Propliezenmgen der wenigen Optimisten und (iliiubigcn 11,1111:11 die vielen Pessimisten und Skeptiker Lügen ״Polen tiiiil Judeii“ Von Adolf Böhm, Wien Die Publikationen über das Ostjudenproblcm, das für die nicbtzioiiistischen Autoren erst im Kriege entdeckt wurde •— ein Beweis, wie wenig die z ouistische Literatur, die sich damit schon seit Jahrzehnten hefaßt, in eine breitere Oelfentäclikeit gedrungen war nehmen ihren Fortgang. Unter ihnen ist eine kleine Broschüre besonders beachtenswert, die der bekannte poale-zioni Tische Theoretiker l)r. Max Rosen fehl kürzlich unter dem Titel ״Polen u 11 ei Juden" (Verlag R. Löwit, Berlin und Wien! verödend chi bat. Rosenfeld trachtet datiti, die Tatsachen selässprechen zu lassen. Der marxistisch geschulte Theoretiker wiU die historischen und sozialökouomischen Wurzeln der Jmlcunot Idol’,leg en, wobei ihm nicht nur sein großes Wissen, sondern auch seine theoretische Schulung und praktische Erfahrung als langjähriger Vorkämpfer für die nationalen Poxtulatc zugute kommen. Die Broschüre i-t eine ausgezeichnete Imormationsquelle. Rosenfeld gißt zunächst einen kurzen historischeu Abriß des Verhältnisses zwischen Juden und Polen, so daß, auch derjenige, der den verwickelten politischen Verhältnissen Galiziens bisher fern gestan* den ist, ein klares Bild über sie erhält. Er sieht, wie die Polen die Juden zwangsweise ihrem polnischen Machtbesitz, cingercibl Italien so ist der galizsche Wahlkataster ein konfessioneller, in dem einen s ind Katholiken (Polen) und Mosaisten (Juden) vereinigt, in dem andern die Griechisch-orthodoxen (Rutlicncn) - und Wie sie dieselben Juden, die ihnen wider Willen damit zur politischen Ucbcrmacht über die Ruibcncti verhelfen müssen, nicht nur wirtseäa't'Ll! drangsalieren, sie aus ihren Berufen verdrängen, sondern auch ihre kulturelle und gesellschaftliche Assimilation perliorres• zieren. Eine derartige ״Sonderstellung“ der Juden gibt es sonst nirgends auf der Welt. Er zeigt dann! in welch völlig volksfeindlicher, kläglicher Haltung die axsimila* torischen, jüdischen ״Führer" (lies: 1 laiisjutleii des Kolo polskie) verharren, die sich weder auf das Volk stützen könneu 11 «»eil wollen, da sie dem Wunsch der Herrennation, die Juden zu willenlosem Stimmvieh zu 1na1׳h׳n, eifrig dienstbar sind, um sich ihre Mandate z.u sichern. Aber Rosen leid bleibt nicht bei diesen Fextsteliuncn s ehen, es genügt ihm nicht, anziiklagcn, cs gilt zu erkennen. Er uiilei'suciit daher die objektiven lai a.׳.!e!> der Ent- Wickelung, zeigt die SicdlimgsvcrhültuRsc der Juden in Galizien •111111 Polen auf, ihre ücriifsschichumg, ihre wirtsdinitiichen Zustände, (Fs ist dabei ganz interessant, zu hören, daß die Juden, trolzdvm sic tor allem Im Handel, Gewerbe und freien Berufen tätig sind, doch ca. 9"/0 der Gesamtzahl der Arbeiter stellen, rclaliv fast soviel, als ihrer Bevölkerungszahl - ll׳.״« - entspricht.) Er zeigt, wie nicht nur die Gesetzgebung, sondern aueii die wirtschaitlichc Entwickelung (Konsumvereine, Ge* nossciischatten) depossedierend auf d e Juden w rkt und wie diese Entwickelung durch die aus Konkurrenzneid fließenden wirtschaftlichen Boykotte seitens des poluisehen Bürgertums gefördert wird. Er untersucht sodann die. Mittel zur Lösung der Juden (rage. I:r zeigt, daß die Polen, wenn auch einzelne Führer gegen die Juden die redlichsten Absichten lüttten, gar nichts anderes wünschen können, «Is die Dissiinilatkm vier Juden, um den eigenen Bür,-erstand in die von den Juden erfüllten Funktionen zu bringen Um so verderblicher ist die Haltung der jüdischen Assm.iUmten, inklusive jener in der Sozialdemokratie welch letztere er aber unbegreiflicherweisc zu sauft an• fallt, Es ist seit jeher den Poak-Ziou vorgeworfe״ worden, daß sie sich nicht recht getrauen, die Haltung der (iifi/iellen Sozialdemokratie In der Judenfrage auzugreifen. Gerade deshalb hätte der so unterrichtete Autor melit in denselben Fehler verfallen dürfen Er ,.10l" f;,"Vur Untersuchung über, welche Lösung׳’vom jüdischen Standpunkt wünschenswert wäre und ’cgi dar!1 i daß den Juden nur eine nationale Konzentrierung beifeu könne, die zur I rrtüguug de! tut omtlen Autonomie führen müsse. Für dies.• sind in den Ku tusgcmeimle- Organisationen die Grundlagen gegeben. Deshalb sind die Entwürfe der österreichischen Regierung b«tre»N der Oignui-ieiung der jüdischen Reiigionsgemeinschafteil durch Zusammcnlassung und Schaltung einer Vcrtretimg, ebenso wie die neue Kultusorduung, welch« die deutschen Behörden in Polen eingeiüliit haben, Schrille auf dem Wege zu einem Fortschritt. Franz Oppenheimer, der in den ״Neuen Jüdischen Moii itxhc len" die Broschüre Roseufclds sehr warm an• erkannt hat, machte Einwendungen dagegen, daß die Kaltais nach Rosen leid die Zehen für die judisch-nationale Autonomie werden sollen und w 11 den ״Kultus“ von den nationalen und wirtschaftlichen Angelegcnlieiten getrennt wissen. Wahrscheinlich fürchtet Oppenlicimcr irgendwelche ״klerikale“ Velleit.itcu. Sehr mit Unrecht. Max Roseniehl hat schon in einem größeren Artikel: ״Die nationale Autonomie der Juden in Oesterreich"*) nälier ausgcliilirt, warum er jenen Weg als den richtigen ansielit. Auch ich, der ■eben so wenig des Klerikalismus verdächtig ist, wie Rosenfcid, bin hei theoritbchcr Unterauel uiig dieser Fragen zu demsc ben Ergebnis gekommen.**) Die Gründe dafür lassen sich hier nur kurz amieuteu. Nationale Autonomie ist, ohne daß irgendwo eine seßhafte Majorität des Volkes siedclt, deshalb schwer zu erringen, weil sic untren ־י׳ bar verbunden ist mit lokaler Selbst* Verwaltung, welchen Grundgedanken Renners alle die übersehen, die siel» bloß mit den Leitsätzen der N n t i o 11 s k ״ n s t i t u i e r u n g befassen - und dessen Durcharbeitung auch in den bisherigen Arbeiten R־״ D Im Sarmnelbueli ״Heimkehr“. Leider ist diese vorzügliche Arbeit wenig bekannt. ") Prognimm/iel■■ «1er Jüdischen Nationalpartci.

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