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Jüdische Rundschau · 1917-05-18 · Heft 20 (18.5.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXII (1917)
Issue
Heft 20 (18.5.1917)
Date
1917-05-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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{ ׳ Kr 20 J U E Dl SC H E RUNDSCHAU s׳c״ lk’r ji'Uischc״ UcffenFic'hkeit in Rußland, in denen unzweideutig die 1(1111111111־« der nationalen Rechte aufgestellt worden war. Die Konteren/, sandte an die Adresse des I )immahgeordiieten N. M. F r j c. j m ״ ״ dem helreiten russischen Judentum ihre Glückwünsche und begrüßte cs in sei״e1n neuen Kampf ״״! (!ie Sicherung seiner nationalen Entwickelung. Fine ähnliche Kund- :chu»ß sandte die Konteren/ auch an den ״Rat der Soldaten- und Arbeiter-Deputierten" in Petersburg, in der die Uebcr/etigung /um Ausdruck gebracht wird״’dait die neu errungene Freiheit des Landes den Natiönalituen Rußlands und damit auch dem jüdischen Volke die ersehnte freie Entwicklung bringen wird. Bcgrülhingcn an die Konteren/ üherbrachten u. a im Simen des KongrdSkoinitecs Herr Pinkus Kutten- 1 1 ין u . im Namen der Sozialisten-Tcrritorialisten Ilerr L. Regalski, im Namen des Zentralkomitees der Poale-Zion Dr. N. S y r k i 11. t eher die Organisation des Jüdischen Kongresses iKiuhtete der \ertreter des natioual-so/iaiistiseheu Ar* * DnHrkomilees im Lxekutivkomiiee der Kougrellhewe- .1111-. Prof. J. A. Ilurwitz. Heber die nächsten Aut- ..dun in Palästina hielt der palästinensische Poale-Zio- 11;*t l>. Ben-Gor io 11 einen eingehenden Vortrag. Unter ,111(1! rein zeigte Iteii-tiorion, dali der vom Kongreitkomitee .ei,!Ute ,Komproniilihesehlnlt über die Forderung der Heien I iiivv ,iiiilcmug und Kolonisation in Palästina nicht mehr genüge und einer Aeiulenmg bedürfe. Dieser Vor- »hing des Referenten rief eine stürmische Debatte heroch, die den ganzen dag in Anspruch nahm. Die Majorität ilei Konteren/, darunter auch die neuen Männer der Bewegung, Dr. Cliaim S 11 i I I o vv s k i, M, Kat / u. a., waren mit dem Vorschlag des Referenten ither die Lrw 1 iterting der Pal.istinaforderimg durch den jüdischen Kongreß völlig» einverstanden. Die׳ Minorität dagegen, *!runter auch die Poale-Zionisten B. Ilnrnehow und M. iln/ki, tertrat die Meinung, ein solcher Beschluß widerspreche den Vertragen dei Koiigrcßhcwegmig und den Versprecliiingeii, die den anderen Parteien hei dem h'muprumilf gegeben wurden, Fine aus den Vertretern der beiden < truppen /usammeiigeset/le Kommission brachte nach langen Debatten eine Resolution ein, die חטי der Konteren/ einstimmig angenommen wurde und lolgenden Wor.laut hat ,.In Frwagung, dali die re\olutionäre /eil und die 4,101111 Ereignisse die \o,le Befreiung imd Selbständigkeit 1 aller Nationen als die niehstc und wichtigste Aufgabe j de- Weltfrieden!• gestellt haben, erklär( die Konteren/,! 111׳» iet/t der günstigste und wiclitigsie hi-tori-ehe Mo- | meiil für das amerikanische und das (icsamijmlciuimi 1 gekommen ist, die Fnrdcrimg der Millen nalioualeii Be• j firiiiiig mul der gesielierlen lleimslatu׳ Itir dis jtuli-; ¬׳)ווו Volk in Palästina zu proklamieren." ״Bc/iigiich der Wahlen zu dem anierikaiiisehen Kon-! sn1׳ besclihel'.i die Konferenz, »lall der KniuprotuilUic• I seliiiill \ou 1*M‘ו in der Pal isliiiairagc (iir alle ange• I »ehlosseiitn Organisationen obligatorisch ist mit der Be- 1 diugmig, dal! alle unsere Dclcgierleii, ehenso wie alle Delegierten, die unsere l'iiierstiit/tuig geiiiellen, nicht dagegen stimmen dürfen, dal! die erweiterte Palästinaforderung auf die Tagesordnung gestellt und dal!, lalls die Frage zur Verhandlung kommt, sie im Sinne der l orderim״ einer gesicherten Heimstätte gelöst wird." Nach einer Rede von P, Ruiteiihcrg wurde einstimmig beschlossen, dem Kmigreltkouiitee zu erklären, dali, falls gewisse Demente der Ko!1grelSlK׳v,׳egiing jel/.t, nach der Emaii/fpatioii in Rulil.mU, die l.inherufimg de* Kongresses lur überflüssig halten sollten, die nntioiiai-sozialistisehe Arheilersehail zusammen mit den an- 1h .•ei! Tcik i, 1 f er Kongreß!״• wegmig eiitwhlosseii ist, »Ilen 1, auch ohne ihre Beteiligung, den Jüdischen Kongrill ciii/tibornfeii. (ileicli/eitig wurde auch die ־/weite O Herr״ Rudenberg vorgeschlagene Resolution ״ngc* uommeu, die die Organisierung einer Volkspetition an «!(ו1׳ hi/igrclt, die erweiterte Palästmairage auf die I agesordmmg zu stellen, verlangt. lieber die Organisierung einer nationalen Anleihe sprach Dr N. S y r K i 11. 1:1׳ zeigte die Durchführbarkeil des Planes und schilderte die Aufgaben, die sie zu realisieren buben wird. ״Fs wird", sagte der Redner. ״Schiii»ich uml toiihcii zugleich sein, wenn ,,Wohiircchl‘‘ und ,,Amlielning der Pro/entnorm" unser höchstes Ideal in (liesein historischen Augenblick sein sollte . . . U11scrc nationalen Forilenmgeii müssen jetzt von uns so laut wie möglich proklamiert werden. Dazu muh eine iKitiomitc Anleihe gesehaflen wenlen, nicht um die jüdiseiten Ruinen wieder aul/nbaneii, .somlern eine nette jit- *lisch»• Heimat in unserem historischen Vatcrlunde zu Schaffell. Wir Wullen nicht nur gleichberechtigte Menscheu uni er Menschen wenlen, .sondern ein gleichbereehtigtes Volk imler Völkern." Im AtischlulS au diesen Vortrag mul den lies Herrn J. Sa 1■ über die Organisierung der Wiederaufbauarl'.eit wurde beschlossen; ״Der jüdische׳ k'ongrel! hat’ die i rage der Gritmlung eines f iii.nizinstitlits zwecks Scti.if11111g einer nationalen Anleihe für «lie Arbeit des W iederauIbuucs in den Kriegskmderu, wie auch für die w irisch,iitlkhe Entwicklung Palästinas aufztiitelimen.“ I h'ber die faktik der iiatumal-sozialistiselicu Vereine auf dem künftigen jüdischen Kongreb berichtete das Mitglich des Zentralkomitees der Poale-Zion H, Zuckerm a n 11 , der Vorsitzender der letzten Sit/imgcn der lagini״ war, Dnter anderem wttrdeu l'olgvinle Resoltitionen .׳mgenomnien: 1. Der bevorstehende jüdische Kongreh ist atilztifordern, einen Jmlisehen Weltkongreß, i.1Ds möglieh noch vor (!וויו i riedeusverhaiidlimgeu, eüi/iihei'til'en; 2. der indische Kongreit ist aiii/iifordeiu, das Fmigratiintsproliletn auf die Tagesordnung zu stellen; T. ס sind nationale Rechte im׳ das jüdische Volk aul (inintl demokratischer Selbstverwaltung /u fordern; 1■ gegen den Beschhill des RniigriTlkiuiiilccs ist Proir-i zu erheben, dal! mir amerikanische Bürger das passive Wahlrecht /um Kongreb besitzen; 'י. die religiöse Autonomie, die »lie Juden in Polen bekiiitimeii hallen, ist iiiidcmokratisi'h und kann die Wtmseln• der jüdischen Massen keineswegs befriedigen, so lange das polnische Judentum Hiebt volle nationale Rechte erhalten wird, <1. das internationale' sozialistische Hureau ist autziifordern, eine jüdische nationale Sektion in der Internationale zu schaffen. Von der ״Hadassali*‘ 1!ן»* Zionistische Fräucn-Organisation Amerika•! ״Ha - dass.'ih". au deren Spitze Fräulein llcurictta Szold, Mitglii•»! des Prm i-oiiselien Zionistischen FsekutivKomitecs, steht, 11,11 wälii'ciiil des Krieges eine intensive palästuiviisiselte '1 ätigkeit entfaltet, iiaelulein sie sieh früher liesniiiieis mit der Iheorclisehcn zionistischen Aushildtnig ihrer Mitglieder befallt hatte. In Palästina hat sieh wiäll• icml des Kriege* die von ITT. I )r. Kag a 11 geleitete Poliklmik der ,,lladassoU‘• sehr gut bewährt. Das Zentralkonutee der ״I Inilassuh" hat auf (iruml der ihm zugegaiigcnen Bericltle der palästinensischen Fachleute sein ganzes Interesse dem Zustandekommen der geplanten 1 Ai r/t1׳-l,\pedi1ion nach Palästina gewidmet, Obgleich bisher noch keim׳ positive Fntseheidimg gefallen ist, ar- 1 heilet das Zentralkomitee an diesem Plane weiter und hat! ui allen Städten, wo Zweigvereine der ״Hadassah‘‘ sind, j eine rege Propaganda für diesen Zweck begonnen. 1 Fräulein 1 leiiriitta Szold hat New York verlassen, j um /n Propaganilazweckeii »lie Städte Reading, Phij ladc!|1hia, Syraeuse, Rochcster, Toronto (Kanada), Detroit,! Yoiingstmvu und (llevehuul zu besuchen. Ein anders Mit- I glied des Zentrai-Komitees, Fräulein Eva Leon, bereist Seite 167 die Küste des Stillen Ozeans, tun Mittel für die medizinisehe Expedition atif/iibriiigen. Alts Philadelphia sind l'JOO Dollar an das Zentral-Konntee für die medizinische Expedition der ״I latlassali“ überwiesen wotxlen. Zur Hille der palästinensischen Flnehtlinge in Alexandria hat die ״Hadassal!''- Ortsgruppe in Toronto 5(»(> Pollar an das Zcniral-Komitcc übersandt. Communique der Zionistischen Organisation in Polen anläßlich der russischen Revolution An unsere Brüder in Rußland! Die imeiulliehe Kette moralischer und physischer Leiden, die unser Volk während ries Krieges ertragen mußte, wurde plötzlich tinterbrocln'u durch cm außergewöhnliches Licht, das Licht der Freiheit 1111 grollen Reich»• des Despotismus uml der l'nteidrtukling. Wir erinnern uns noch dem lieh der jetzt schon überholten Unterdrückung jener /eiten, da die Staaten, in »lenen wir wohnen, noch nicht von einander getrennt waren. Aber auch jetzt fühlen wir sehr lebhaft die Fr- Icichtcriing eurer Leiden, die die Oereehtigkctt euch brachte, wir empfinden eure I rctnli und Bereitschaft zum Kample Schulter an Schulter mit euren Mitbürgern fui die Sicherung der eroberten Befreiung. Denn gemeinsam war, ist und wird ewig sein das Fliehen der Leiden und Freuden des ganzen ubw alle Welt zerstreute!' Volkes, Wir sind sicher, daß die Leiden und K impfe, »lie ihr (Imehgemaclit habt, durch gleiche Rechte und mit io■ nalc Freiheit gekrönt sein werden. Wir sind sicher, daß auch wir hier, im polmselven Staat»•, mul unsere Brüder in allen Staaten mul Ländern der Welt in Ruhe und Frieden der xollstämligcu (ileicliheit des Rechtes und der Freiheit in «len Angelegenheiten unseres nationalen Lehens teilhaftig werden müssen und teilhaftig werden. Wir sind endlich des festen Olauheus, »laß die blutigen Opfer, die unsere Bruder auf allen Schlachtfclilerii vergossen haben, die ller/en der Völker öffnen, und ilire Augen auf unsere Nation, »lie am meisten verfolgte unter allen Nationen, richten werden, und daß die (ivrcchtigkeit, die aus »len 1 odesanstrengungen aulgeblüht ist, uns die alte Schuld ab/ahleu heißen und uns endlich die Freiheit der Existenz uittl Entwicklung in unserem historischen Vaterland, in Palästina, zurückgehen wird. Warschau, April PJI7 Das Zentralkomitee der Zionistische u Organisation in P o I e n. Aus dem Hauptausschuß des Deutschen Reichstags Beschwerden Uber die Behandlung der Juden in den besetzten Gebieten Die Verhältnisse in den besetzten Oelueten kamen am I, Mai im I lanptaussclitissi des Reichstags zur Sprache. Ein Veitreter der Deutschen I ra kt io 11 sagte u. a., »lie Lage der Juden, besonders in Lodz, sei entsetzlich uml ihre Bessern״״ eme der ersten Pflichten. Ein Sozialdemokrat beschwerte sieh über die Verwaltung m Litauen. Bei der Jiidcnhrvülkerting in Wilna ist gewiß manches schlimm, aber sie stellt ein wirtschaftlich uuenthehrliehes Element dar. Die Sterblichkeit hat dort sehr zugemmniieu, ohne dali Oemigemlcs dagegen geschah. Polen nun Juden müssen Zusammenleben, deshalb müssen »lie Ersten״׳ gelulltifin. vergaßen ilue Herkunft und blickten auf Tcvvjc mit l.ibittcrung, Oniniii uml spottemlem Auge. Bis der I lichter auf!rat lind mit :•einem frohen t leiste den seit- *a!11111־ Tewje mul seine Art erkannte mul uns sein ganzes Iler/ und seine ganze Seele, seinen Wifz, seinen Scharf- *iiiii und seinen alten Willen offenbarte tiiut 1ms seinen ewigen Ra” ׳eil ״!Tuen׳ da wurde unsere (Tasse voll v<!וו einer .ilt-iiviicn Ktiltiiratfnosphürc, wie das Meer unu Wassir bedeckt wird. Zwar ist dieser l'evvje, der Milchiger, ein Widerspruch im iniHlernen Lehen, dessen (ie|)1׳age Einfachheit und Evolution ist, denn die Lviler Tewjes steht auf der Frde und reicht bis in den llmimel. Aber der Wi»lers|)1־ueJ1 •wird aufgehoben durch :1111 hciU'ivti Deist des Dichters, »lurih das große Lachen i 1 wjes, Sclndcm ,Mcjelieiiis und a!Iler Anweseiuleii. I feint sobald wir die Disharmonie der Lage erkannt und sie in wohlwollendem Lachen bekannt haben, haben wir die Erlösung unserer Seele gefunden. lind Menachi'iu Mendel, dieser gewöhnliche Kleinst.ulttvpiis, der ganz Luftmeiiseh ist, der zu nichts taugt, trotzdem er sich mit allen möglichen Dingen beschäftigt, begann als Händler und wurtlv schließlich Literat und IK iralsvcrmittlcr, bis er am Ende nach Amerika auswunderte. Di*׳ Welt der Einfachheit und Evolution zitlert einmal für Meitachem Mendel, ein anderes Mal enreut sie steh an seinem Anblick alles je nach dein Schicksal dieses jüdischen Typs. iMeiiachem Mentii 1 ist die Quelle für eine Fülle von Gefühlen, von unnihtigen Folgerungen, Anschauungen, Fehlern, Feindschalt uml Neid, die in der Welt gegen den ewigen Jtidi!1 vorhanden sind. Zusammen mit .seinen (leimssen 1 cvv je, dem Milchiger, und anderen Typen Scholen! Alcjchcms baut Meitachem Mendel sein Nest in den Spalten uml Rissen des wirtschaftlichen Organismus und von dort spinnt er.sein Netz aus und saugt am Saft »ics Landes. So war stets die .Meinung der Welt über Meiiadtem Mendel; die Welt war ärgerlich über ihn und Ute modernen Juden schämten sich bei seinem Anblick, l'eber diesem Meitachem Mendel erstrahlte mm der heilert: Geist des laetieiuleii I )ichters und ein neuer Men״- chcin Mendel stand vor uns. Meitacltcui!Mendel, der wageurutige, der energische, der scharfsinnige, den kein Hindernis schreckt, der neugierige, der der Welt und j iIiivi Pr!11111ivitat .spottet, der auf seilt natürliches Recht I m »Iir individuellen Gesellschaft!101:11!, .Menachcm Men- ן deI, der die Regeln des im ,geschäftlichen Lehen Geltenden;׳leugnet und sieh dadurch aut Gottes Frde durchsetzt, j lDi«I wenn sich hei Meiiadicm Mendel der Widerspruch | zwischen Woilen und Können zeigt unu wir in der! Kenntnis dieses Widerspruchs ihn bedauern und vor i ihm voll Verachtung die Flucht ergreifen wollen, kommt der Humor, der heitere Deist, uml lost den Wider- | sprueh. Rein ist .Mejiaehem Mendel, weil er sieh seihst 1111 grollen Lachen erkennt, und seine Schuld liegt nicht m ihm seihst, sondern im Lehen, in vier Tragödie der l ,uiversnlitnt. FihI wie der Dichter mit dem (»eiste seiner tiefen Liebe mul seines großen Lachens die seltsamen Tv|K׳i1 von KasricTovvke von der Trübung reinigte, die man ihnen angetan hatte, indem er ihr Iler/ öffnete und ihre Seele vor den Augen der gnii/en Welt bloßlegte, so gab er auch den Sitten der Kasrielovvker und ihren Lebensgewohnlichen, von denen in der modernen Zeit dir Glorie gewichen war, wieder die Weihe. Der jüdische Sabhatlt war it! unserer Zeit zum Werktag! geworden uml seine Heiligkeit je<lcs Inhalts und jeder Wahrhaftigkeit entkleidet. Da kam der Dichter und öffnete den tausendjährigen Ranzen, der Kasrieiowkc zu drücken begonnen hatte, entleerte seinen. Inhalt von einem Gefäß ins andere, vom Gefäß des Gesetzes in •las der Poesie und siehe, 01! Wunder! Sahbath, Pcssach, Seder, C.harolk'tli, Purim, SehiTaeh-Muiwtli, Pun'mspiele, Schavvouth, Blin/cs, Sehofar, Schofarbläser, Lag Beomcr mit Spaziergang und Rogen, Chaiiiiiikkuh mit Chan- 11t1kknh-Gcl»l und alle Tvpeu rings um den Ranzen — Vmheter, Spaßmacher, Heiratsvermittler und die übri- ״eit Ktiltiisheamten , sic alle erstrahlten im Lichte der Gerechtigkeit und einer rci/volten Schönheit. Der Dichter hauchte in die lieblosen Gestalten den Atem der Poesie und siehe, sie erglänzen wie Perlen unu Edelsteine in der Farbenpracht der sehnsuchtsvollen Seele, ihres Leitles und ihrer Freude - der ewigen Seele des. alten Israel. x Der Dichter erlöste sein Volk durch das Qeschenk seines heiteren Geistes und gab ihm wieder die Befreiung einer Seele, Nach Scholcm Alejehcm waren alle Verschuldungen verschvvunilcn, die man Kasrieiowkc und seinen Bewohnern angedichtet halte. Shakespeares. Sliylock, Turgenjews ״Sind" uni! die Beschuldigung Kants und I iehtes, die Juden würden den Saft der Frde aussaugen, sind von mm au Ins in alle Ewigkeit null und nichtig, iiathdcm Scholcm Alejehcm Kasrieiowkc und seine Gestalten mit den Farben ih r Liehe und des 1111mors gezeichnet hat. Und meiil nur dieses. Die ganze Welt wird verstummen und sich schämen, wenn sie die Gestalten Scholcm Alcjchcms mit den häßlichen Judentypen von Gogol, Sehtschcilrin uml Shakespeare vorgleicht. Und das jüdische Dahitli wird aus der Quelle Scholcm Alcjchcms flieht mir Vergnügen mul Freude, Trust tutd f'ricdcu, sondern auch Starke und Adel, Sicherheit des Geistes tum (ictühls schöpfen. In der ersten Periode *ler jüdischen Literatur, als die Judenbeit zum ersten Mal mit der Kultur der fremden Umgebung ziisammenstieß, wurde sie mutlos und an ihrem historischen Vorrang irre. ״Alles ist wund an ihm!" verhängten die Schriftsteller uml Dichter der Assimilation über das Volk und verurteilten es. Da erstumi der erlösende Dichter, der!Meister des reinigenden Lachens uml umfaßte die Zelte Jakobs und Wobnungen Israels in großer Liehe, und siehe, ein neues Volk erstand durch ihn und eine eigenartige Kttltur kam aus ihren Winkeln uml offenbarte sieh. Denn die Natur hatte den Dichter mit großem Erbarmen uml einem guten Auge begnadet, sodalf er ״keine Schuld sah an Jakob und kein Fehl schaute an Israel." (Aus ״Hatorcn".) Was uns not tut ln letzter Zeit haben wir m der ״Jüdischen Kmulscliazi“ immer öfter von Fachleuten gehört, wie wichtig die Mitarbeit der Frau für die gedeihliche Entwicklung unserer palästinensischen Kolonien ist und daß z, B. kleinere landwirtschaftliche Bettiebc erst bei sachverständiger Mitarbeit der Frau ausreichende Erträge abwerfen. Nun haben wir wohl in Deutschland zionistisehe Frauen- und Jugcndvereine, die sieh die zionisti«

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