Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1916-12-22 · Heft 51 (22.12.1916) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 51 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2651974-2652024--10916-2668386
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

111J an; üilcn de vo!n ticil ins :t;״tcn it'l von : unter! n״ ihre I rcht-! ei nt/cg; ,rioij ■ •Mond bleiern. *,iitertc JirolJca tzniiliig nm rolle ״ ־Ob 1 lagen : ״Oie in fer- 1< vo!n te rief u stcr. Toten, Haupt• Aerzte, cfrrite, bei in seinen roten t stand wer!n auf In der Stabs• •s wie :leinen t; die le der :weiße laufen rieben •es/ie- «ab Zeit, i «■.!־ז.-! vom Arme s zerickelt, tilgen chein, amlcn •eiten,!oreif. .cli rer viele Dich• lenim lauen s, die onncs, , ganz trutul; Lipa, ilhjni״ R.-lli- «dein, orten, e, die •n auf helle» treiber wissen raeSit" ״Jude, Crcuzc Tische eweht rftiger ■ leer, ti her- Esse wart «1er airotn mm zu rffnen^TeliwIeMlHIsteii^etrte der Mauernde, er sah nicht auf. Ein Qreis trat zu ihm und grüßte ihn, junges Lächeln lag wie Morgenrot auf altem Fels über verwitterter Stirn und dein greisen Harte. ״Gegrüßt sei der am Turme mauert“, sagte er, mul: ״Gedankt dem, der die Tochter Zions erblickt hat“, antwortete der Baumeister u1ui set/.te einen Stein, ״Die Tochter Zions ist auf dem Wege“, sprach Akiba, und der Schaffer errötete vor Glück. Ich aber konnte nicht mehr an mich halten: ״Oh Akiba," rief ich, ״Wann kommt der Messias!“ Sein Blick prüfte meine Seele. ״Vor den Toren Roms sitzt ein buckliger Bettler, der Messias und wartet“, sprach er; mich erschreckt es wie Drohung. ״Worauf wartet er, Meister!“ rief ich voll Angst. ״Auf dich“, sprach der Greis und wandte sielt. Ihiü ich erwachte vor jähem, grellem herzeriieuendem Schreck. Der jüdische Kongreß in Amerika Von S. Kaplansky Das Uebcreinkominen zwischen dem in Pltiladclphia eingesetzten Organisations-Komitee für den jüdischcn Kongreß mit der sogenannten Konferenz der Reichs-Organisationen über die Plattform eines allgc• meinen Kongresses der Juden der Vereinigten Staaten, ist ein Ereignis, an dem wir die Entwicklung des nationalen Bewußtseins und die Demokratisierung der Judciilicit in den letzten Jahrzehnten deutlich wahrnehmen können. Die Zusammenkunft der Vertreter von drei Millionen Juden der nordamcrikanisclten Republik wird wohl eine Kundgebung von geschichtlicher Bedeutung werden. Aber fast bedeutsamer als der Kongreß selbst ist der gesellschaftliche Kampf, aus dem vf nervorgeht, die Wirkungen nach innen, die die Kongrdibewegung bereits erzeugte. Am Anfang war eine Masse von '2!/■! Millionen ustiudischen Einwanderer ohne ein gemeinsames politiscltcs Programm, ohne organisierten Ucsamtwillcn, Aut der anderen Seite eine plutokratiselie, assimilierte Oberschicht mit dem American Jcwish Committee als einer festen, politischen Leitung an der Spitze. Die («!jüdischen Massen sind wohl in großen gewerkschaftliehen Verbänden, Lebensversicherungs-Orden, nationa• len und sozialistischen .Organisationen gegliedert. Aber die sozialen Gegensätze, die anscheinend unübcrbruck• baren politischen Differenzen, die beispiellose Erbitte• ruug zwischen der nationalen Strömung, die in Klein• hurgertum und Arbeiterschaft langsam vorJrang, und den assimilatorischen Tendenzen, die in den von der Plulokratie abhängigen Schichten des Bürgertums und bis tief in die führenden Kreise der Arbeiterschaft hinein vorherrschten, all das ließ kaum die Hoffnung auf Verständigung, Zusammenfassung zu gemeinsamem Wollen und I landein auikommen. Auf der andern Seite stand die Gruppe um das American Jcwish Committee, die durch ihre philanthropische Politik eine Reihe der wichtigsten Kulturanstalten und Wohlfahrts-Institutionen in Abhängig• keil hielt, gleich am Anfang des, Krieges auch das llill'swerk für die Kriegsnot leidenden in ihre Hand!!rächte, umgehen von der Gloriole der politischen Reife und Erfahrung, auf ihre Verdienste bei der Küniligung des Handelsvertrages mit Rußland pochend, da• bei mit einem klaren Ziele vor Augen, — keine von den jüdischen Massen unmittelbar gewählte Vcrtreterschait neben sich zu dulden, die durch Selbstwahl und will• kurhehe Ergänzung an sich gerissene politische Füllrang des Judentums Amerikas um jeden Preis zu be■ halten, dafür zu sorgen, daß die bürgerliche Emailzipation der Juden als Religionsgenosscnscliaft das poimselie Programm auch für Osteuropa wird und jede Aktion zu verhindern, die die Juden als Nation pro״ klamnri und nationale Rechte für die jüdischen Min• dcrbeitei! erstrebt. Daneben galt der taktische Vorsatz, die Aussprache über die Aktion für jüdische Rechte in den kriegführenden Ländern auf vertrauliche Zusammen• küm'te zu beschränken und eine Kundgebung der Ju• deiilteit Amerikas, wenn sie nicht zu vermeiden wäre, mit die Zeit nach dem Kriege zu verschieben, um ihr ton vornherein jede rmmitteibure politische Wirkung «1 nehmen. Nach nahezu zwei Jahren aufregender und uufrei• bender Kämpfe ist die assimilatorische Piutokratie auf der ganzen Linie nahezu restlos geschlagen. Die verenthärte Plattform des jüdischen Kongresses ist ein bieg des nationalen Gedankens und des Grundsatzes demokratischer Vertretung. Dreiviertel der Kongreße delegierten werden aus allgemeinen Waiden hervor1■ gehen. Der Wahlkampf wird die weitesten Volksschichten aulrütteln, die politischen Parteien und Strömutigen zwingen, ihre Programme und Forderungen dem Urteil der jüdischen Odfcnüichkcit und Bcvöl• keruug zu unterbreiten. Der Kongreß wird nicht bloß die bürgerlich« Emanzipation der Juden in allen kriegführenden Ländern heischen. Zum ersten Male se.t der großen französischen Revolution, seit dem Beginn des Kampfes um die Anwendung des Prinzips der Mciiselieiireclite auch auf die Juden, wird die Judenheit eines großen Landes erklären, daß sie die Anvrkennung auch der Völkerrechte für die Juden vorfangt, daß sie Garantien für den nationalen Bestand der jüdischen Minderheiten von Osteuropa bis Palästina fordert. Ueberdics haben sich alle Gruppen der amerikanischen Judcnhcit darin geeinigt, auf die!«sonderen Interessen hin zuweisen, die das jüdische( Volk mit Palästina verbinden, und Bürgschaften für jüdische Rechte in diesem Lande zu verlangen. Gewiß ist die Vereinbarung, wie jeder Kompromiß, nicht völlig zufriedenstellend. Audi meine nächsten Freunde mußten auf manchen Programmpunkt ver-;liälllilliffllllilllliMSlillllliikllllllUI j111iHU1n«111111111111111111111111111111i1i1t1111111in1111111n1t111H11i1H1111i11111111i1n111i111i11);1111i111)1i1111111u11111111111111111111111111111H111111111n111H11111111im111«mmmm1m111n1i11111m1m11111w111111m1mm1mraw1M11111|fe j ך• «4* ' ' ץ־ירן \ k ' && /* t“■ "י"'"! .״ r/M ר""׳/ |“J\ /ן $ך~/ ' ץ | J\ veranstaltet die linier. Sionioilselie Vereinig einen Vortragsabend über o ca רן ס,יד t-ך״■* ך״» ך׳* «־ j 'Ts j j 1L«* 1%**) «Ldi ial *C- 4 € illj!!i!illll!lllUilllllllllillll!lll!lll!lll!llliIiiliilll!lllllilllli!IIUlllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIllllllülllllll am Montag den ZS. Dezember 1916, abends 8 Uhr im Kliiulworlh-Sdiarwcnka-Saal, Lützowstrabe 76 des Herrn Arno Nadel unter freundlicher Mitwirkung des Frl. Bertha Swertlin, des Herrn Heinz Rock, des Herrn Jakob Kargher und des Gesangvereins ״Hasamir״ (Dirigent Leon Kop0• zu 4, 3, 2 und 1,50 Mk. bei Bote und Bock, Leipziger- und Teuentzienstr., im Bureau der Z. V. f. D., Sächsische Straße 8 und an der Abendkasse. G I; 6 \ t? * I i ־/ 1 \ \ S - -i xi -j A { .־ ד * £ m l I g •j I n ■1 [1 4־ -?ג g Mt £ : M 3 r-1 111Hiiiiii1i1i1tit1iiiU1111iimttimutuummtuuEü!mtiMtiumummuut1 .41 r ■ -'r; 1m111mmma1um1wtu11m1111t111mmm11m1mw111miwm11m11w11mM1umm1mwnmmm11m11m1iW1P > zicliten, der ihnen wichtig und unerläßlich sdtien. Die Konzessionen mußten gemacht werden, weil eilt allgemeiner jüdischer Kongreß, an dem alle Parteien mul Schichten freudig mitwirken, nur möglich war, wenn keiner Gruppe Opfer des Intellektes und der Uebcrzeugttng zugcnuitet wurden. Geschlagen geht aus diesem gesellschaftlichen Kampfe nur die assimilatorisclie Ideologie hervor und die usurpatorhcltc Me• tltode des jüdischen Gcldsackcs in Amerika, das Recht der Vertretung von drei ,Millionen Juden zu beanspru• dien, otme Wahl, ohne Auftrag, ohne Kontrolle einer Tätigkeit. Bemerkenswert ist der Anteil der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas an dem Fortgang der Kongreßbewegung. Ihre Geschichte ist noch nicht geschrieben, aber es wird schon jetzt allgemein anerkannt, daß die 8. Konvention der Jüdischen Sozialistischen Partei Poale-Zion in Rochester, Ende 1014, und der allgemeine Kongreß der jüdischen Arbeiter-Organisation des Laudes in New-York, Anfang September 1015, die ersten, wichtigsten Schritte auf dem Wege zu einem Kongresse!waren. Der Zusammenschluß der Arbeiter-Demokratie, die Verständigung der bis nun heftigsten Gegner über ein nationales Programm waren eine wirksame Mahnung au die breiten Schichten das Bürgertums, das gleiche zu tun. Eine Reiite großer jüdischer Organisationen, unter denen die zionistische die Führung übernahm, schufen dann im Herbst 1915 das Organisations-Komitee für einen jüdischen Kongreß, worauf im März 1910 die Vorkonferenz in Philadelphia erfolgte, an der auch der poale-zionistisch gesinnte Teil der Arbeiterschaft teilnahm. Die Pltiladelpltier Konferenz zeigte, daß nicht weniger als eine Million jüdischer Männer und Frauen die Abhaltung eines demokratisch gewählten Kongresses iug.1*'die Schaffung einer legitimen Vertretung der Ju• deiilteit Amerikas wünscht, die sich mit den Juden in den kricgiitlireiidcli Ländern solidarisieren und bei der Neuordnung der Verhältnisse nach dem Kriege ilr.e poliusehen und nationalen Rechte wahrnehmen soll. Die Entscheidung in dem Kampf zwischen Demokratie und Piutokratie war in den Händen der Arbeiter- Schaft. Dies entsprach auch dem wirklichen Kräfte- Verhältnis, Etwa 1 Millionen Juden der Vereinigten Staaten gehören dem Proletariat an. Die größere 1 iälfte der jüdischen Arbeiterschaft ist gewerkschaftlieh und politisch organisiert. Sie hat iltre politische Reife schon damit bekundet, daß sie zuerst alle Parteigegensät-ze überbrückte, sielt zu geschlossenem Vorgehen vereinigte, die Forderung nationaler Garantien erhob, die Unterstützung der sozialistischen Parteien, und der gewerkschaftlichen Bewegung Amerikas ■für die Sache des jüdischen Volkes gewann und ihre Bereitschaft erklärte, au einem allgemeinen jüdischen Kon■ gieß tcilzuiiclimcn, der ihre Plattform akzeptiert. Wenn das ״Nationale Arbeiter-Komitee“ die historische Sendüng nicht vollbrachte, der ׳Vorkämpfer der Kongreßbewegung, ja ihr Schiedsrichter zu werden, so ist das einzig und allein die Schuld der assimilatorischen Führerdemente dieser Exekutive. Sie haben den Kampf um nationale Anerkennung nur widerwillig mitgcmacht, um sich mit der Stimmung der Massen nicht in Widersprach zu setzen. Aber in ihres Busens tiefstem Schrein blieben ihnen die nationalen Losungen und Palästina ein Greuel, und es zog sie zu ihren assimilatorischen Gesinnungsgenossen am Lager der Großbourgeoisie hin. So kam das Merkwürdige zustande. Anstatt sich mit dem Organisations-Komitee des Kongresses solidarisch zu erklären und das American Jewislt Committee zu isohören, hat sich das Nationale Arbeiter-Komitee mit diesem verbündet, um die nationale Note in der Kongreßbewegung abzuschwächen oder sie gar zu vereiteln. Der Austritt der Poale-Zion und der ihnen politisch nahestehenden Organisationen aus der Arbciter-Exekulive war die Folge dieser Schwenkung. Das nationale Arbeiter-Komitee hört auf, ein entscheidender Faktor in der Kongreßbewegung zu cein und geriet iss Schlepptau des American Jcwish Committee. Diese Episode ist wert, fcstgehaltcn zu werden. Denn sie cltarakterisiert den Flügel der sozialistischen Bewegung, der sich rühmt, den Bundistcn am nächsten zu stehen. Der jüdische Kongreß wird demokratisch und national sein, trotz dieses Bündnisses zwischen plutokratischer und pseudo-sozialistischer Assimilation. Aber praktisch bedeutet der Mißbrauch des Mandats de» Arbciterkongresses, das Liebäugeln mit den üroßjuden überflüssige LiiergkhVerschwendung nach innen, anstatt systciuatischer Aufklärungsarbeit nach außen, unwiderbriugliehen Zeitverlust. So kam cs, daß in der Schicksalsschwersten Zeit, wo über die Zukunft von Völkern und Ländern entschieden wird, zurzeit, als die Wicderaufrichtung Polens zu einem internationalen Problem, zu einer unmittelbaren politischen Möglichkeit geworden ist, die Judcnhcit Amerikas noch immer die Forderungen und Wünsche der Juden der kriegführenden Länder nicht verdolmetscht, die Regierung der Vereinigten Staaten noch nicht davon unterrichtet hat, wie sic die Rechte des jüdischen Volkes bei den entscheidenden Verhandlungen nach dem Kriege gewahrt wissen will. Doch es ist nicht die Zeit, über die politischen Sünden littd Verfehlungen der verschiedenen Gruppen zu urteilen. Nun, nachdem die Vereinbarung endlieh doch erreicht ist, können wir Juden der anderen Länder nur wünschen, daß der Kongreß der Juden Amerikas raschcstens zusainmcntr.tt, die natioiiale» Forderungen und Hoffnungen der Juden aller Länder laut ausspricht und eine rechtmäßige Vertretung einsetzt. Es ist anzunehmen, daß das politische Oewicht der Juden Amerikas groß genug ist, um ihrer Vertretung die tätige Förderung der Regierung der großen nordamerikanischen Republik zu sichern. Die Aufgabe der jüdischen Demokratie, vor allem in den kriegführenden Ländern, ist cs, leundzutun, daß die For• derungen der Juden Amerikas auch die ihrigen sind, daß die Vertretung der drei Millionen Juden jenseits des Ozeans sittlich berechtigt ist, auch ira Namen der europäischen Juden zu sprechen. Vielleicht wird e» während der Friedensverhandlungen möglich sein, dieses Einvernehmen auch organisatorisch zum Ausdruck zu bringen. Außerordentlicher Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland am Montag, den 25. und Dienstag, den 26. Dezember 1916 im Savoy-Hotel, Berlin, Friedrich- Straße 103. Die Verhandlungen werden am Montag, den 25. Dezember vormittags 9>/2 Uhr eröffnet. Die Tagesordnung ist jetzt endgültig wie folgt festgesetzt:!.Rechenschaftsbericht des Qe* schäftsführenden Ausschusses: Dr. Arthur Hantke, Berlin. 2. Gedenkworte: Justizrat Dr. Qpdenheimer, Köln. 3. Zionistische Qegenwartsarbeit: Kurt ßlumcnfeld. 4. Organisation und Inhalt derzionistischen Arbeit in Deutschland: S. Schocken, Zwickau. 5. Grundlinien eines Kulturprogramms: Dr. Eugen Täubler, Berlin. Die Verhandlungen werden pünktlich um 9>/8 Uhr eröffnet. Die Referate sollen hintereinander gehalten werden, damit der Delegiertentag dann über das sich aus dein Zusammenhang aller I3erichte ergebende Gesamtbild diskutieren kann. Voraussichtlich wird der Montag Nachmittag und der ganze Dienstag zur Stellungnahme zur Verfügung stehen. *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.