Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1916)
- Date
- 1916-12-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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י™י ■V'T h. Dahl, Gehr. Li'b.ich Söhne, Josef Röttgen, Herrn. Stirn, Schlesinger K־ Co. je l(H). . (.'saiin Ahr.iham, Al reil Aiiler, 1 ran J. B.irdach, Benno Harme (zwei Moiialsraieu), I.ouis Heer, Firma Gosmau, Ferbcr, H. Gutliinami, l'.r. Allreil lleiniann, Jose! liirseh, l’h. Hevin.inn, II. Lewin A Die.. Linst Samuel, Artur Stern, Max Stern• berg, I.. Tictz A.-G., Itagob. Waller, J. Well fv Oie., I.ouis Weiler je •jti. , Allierl I lamm, Josef Herz, K. u. G., Mendels sr. je 25.■ , Alfred Hemheim, R.-A. I >r. Cop.!,.ei, Bruno Daniel, k.-A. Dr. Oberländer, Leo Sonnenleid je 20. , Alfred Alsberg, Meier Hirsch, David Ranscnbcrg je 13. , Natan Adler k.-A. Julius lliindy, Paula i rank, (inst, Mosheim, Josef Wolff je 10. , an klcim reu Spenden 10. , zusammen .108 L- I ureli Herrn D a g o!> e r I Walter: Dr. Gnmebcrg 30. , Moritz. Markus 10. , Gustav Katz.eiislein 20. , zusammen .110. - Durch I ran S. Z 11 e k e 1111 ׳ n 1111; 28 kleinere lk׳itraj;e, ziismmuen .28.70 (iesamli'i'jjeluus der Aktion ..... 2122,70 Ls wäre sehr erwünscht, wenn auch iit anderen deutschen Stadien derartige Aktionen fiir «las llygicnisclie Institut m Jerusalem, das während der Kriegszeit so besonders segensreich wirkte, diiiehgefohfl wurden. Vom rumänischen Antisemitismus Die Neue Zätrieher Zeitung, die früher Meldungen iiber antisemitische Pogrome in klimm en mit einem ollizioscn rumänischen Dimenti cutgcgeugctrctcn ist, meldet jetzt, «lall sieh in Rumänien eine wachsende Gercizthcit bei den Behörden, namentlich in den kleineren Orten, beinerkhar macht, Im Anschluß daran heißt vs: ״Auch der Anliscmitisinus scheint nicht mit der Tatsache rechnen zu wollen, daß eine größere Anzahl jüdischer Soldaten bereits auf den verschiedenen Fronten gefallen ist. Die Behandlung der Juden im Heere sieht mancherorts einer Heberwachimg von gefährlichen Individuen sehr ähnlich. Lin besonders krasser Lall von unangebrachter Beamte|1strenj׳e ist der vom ״Adveriil" erzählte, «lall eilt verwundeter jüdischer Soldat um die Befreiung seines in jalomit/a internierten alten und kränklichen Vaters nuchgesuclit hat, ohne jctloch «hu geringsten Erfolg zu erzielen." Im übrigen ist «he Ueberwncbinig Rmniiniens so s'reng, «lall ausführlichere Nachrichten über die Vorgange bisher auch aut dem Wege ober Ridllanil nicht zur Kenntnis «ler europäischen Ocffciithchkcit gelangt sind. Mau hat also keinerlei Anhaltspunkte dafür,׳ welche Vorgänge sich jetzt auf dem Gebiet der Behänd- Ihiil: der Juden in Rumänien abspiclcit. Die Wahlkampagne im österreichischen Okkupotionsgehict Wie die jüdische Presse in Warschau mit teilt, hestellt bereits die Möglichkeit, auf Grund «ler Listen «ler Wahlberechtigten s eit ein Bild über die jüdischen Aussichten bei den Wahlen in den vier (ioiivcniemcnLsst.idteii des österreichischen Okkupationsgebiets zu machen. ln Kiele«■ können bei intensiver Agitation imprfälir 18 jüdische Ratmäiuier, in L u 111 i n 20- 25, in Petrikau 10 12, in Radom 18—20 gewählt werden. Diese geringe Aussicht der Juden hei den Waiden ist zum Teil darauf r.tirück/ul'iihrcu, dal! nicht alle wahlberechtigten Juden in die Listen eilige• tragen sind. Die Verhandlungen, die in Petrikau wegen einer Verständigung zwischen dein assimilatorischen mul dem nationalen Waldkmuitee geführt wurden, ergaben ein הזזד iTmcäi eine assimilatorische Liste aufzustelten. In Radom dagegen geilen die Cmi-s.d'iu a ler Richtungen, sogar «he Derer, zusammen mit «lein nationalen Wahl• koinitee, die einen gemeinsamen Kampf gegen die Assimilation führen. In Lublin wird die jüdische Wahlkampagne mit besonderer Ile tigkeT geführt. Die Zionisten emigteu sielt mit den verschiedenen uatio• iialcn Körperscannen auf eine nationale Plattform, wie überhaupt in der polnischen Provinz «'ine lenden/ zur Vereinigung aller nationalen Kräfte im Wahlkampf gcgenvvartig zu konstatieren ist. Eine Resolution der zionistischen Jugend in Warsclim» Seit einigen Wochen wurde im Warschauer z.iouistisi heu Mcrkas, der Vereinigung aller zionisti-rhett Jiigemlorganisationni «Ile Frage der z i«! 11 1 k f I s e h e 11 (1 e g «11 ׳ vv a 1 t s a r b e i t auf mehreren Versammlungen, auf (lenen alle über dieses, Problem bestehenden Anschanmigrii zu Worte kamen, eingehend besprochen. Am Schluß dieser Dehatle wurde am 2. De/emher einstimmig folgemh’ Resolution angenommen: ״In Anbetracht der Wichtigkeit und des Frustes des gegenwärtigeu Augenblicks und der Verantwortlichkeit, die das jüdische Volk bei allen seinen Schritten auf sich zu nehmen hat, kommen wir zu der Ucberzeiigung, daß die Zionistische Organi sation ohne Vorzug d e Initiative mul Führung bezüglich vier Vereinigung aller j ii «I i s c h - n a t i o 11 a I e r Kräfte auf sich nehmen muß, um eine zentrale jüdische Körperschaft zur Vcrteidigung «ler nationalen und bürgerlichen Rechte der Juden in Polen zu schaffen. Zur Verordnung über die Religionsgesellschaft in Polen Aufnahme In Oesterreich. Die jüdisch-nationale Presse Oesterreichs widmet vier Verordnung, die jüdische kcligionsgesellschnlt im Generalgouvernement Warschau betreffend, längere Bcsprcduuigcu, in denen sic, ähnlich der ,,Jüdischen Rundschau", feststellt, daß der Verordnung in keiner Weise die Bedeutung einer nationalen und kulturellen jüdischen Selbstverwaltung zukouunt, die allein die berechtigten Forderungen und Interessen der polnischen Juden befriedigen könnte. So schreibt Dr. Egon Michael Zweig in der zionistischen Prager ״S c I b s 1 w e 11 r“ unter anderen!: ״Hm uns nicht in der Wiedergabe von Einzelheiten zu verlieren, sei zunächst jene Tatsache betont und hervorgehohcii, die - - bei aller Anerkennung der immerhin gebotenen Orgaiiisntloiisinöglichkciteii — auch hier- /ul,■unk־ nuffallcn und jeden auf das Wohl unserer jtidischeu Brüder in Polen Bedachten schmerzlich berühren muH. Ls wurden nämlich die Juden des Gciieralgouvcriiemcuts Warschau als Religionsgcscllschaft bezeichnet und normiert, «lie nationale Autonomie aber, nach der sie sich sehnten, blich ihnen wenigstens hier und vorerst versagt. Und «loch waren alle, die aus Deutschland als unvoreingenommene Beobachter nach Polen kamen, welchen Stammes, Glaubens oder Bekenntnisses immer sie waren, so midi jüngst der Kcichstagsabgcordnctc Gothein, darüber klar, daß die Juden vidi dort als ein nach Rasse, Glauben, Sprache und Berufsgliederung von der übrigen Bevölkerung verschiedenes Element von eigenartiger nationaler Prägung ilarstellcit und deshalb zum Schutze ihrer Interessen, soweit sie nicht mit jenen der übrigen Bevölkerung Zusammenfalle!!, als Minderheit der nationalen Autonomie würdig und bedürftig waren. Die die Verwaltung der kcligionsagemleii ohn.wcTeres mitumsihließen können. Das Wesen der nationalen Autonomie besteht t** kamitlieh darin, daß einem Volk die Möglichkeit g*« sichert wird, seine kultmelleii Interessen sclbstämlig zu verwalten oder, wie es die rus-isdten Juden neulich in der Petition au ihre Regiciung aiisgcäruckt haben, Fragen der Kultur und Bildung, Arbeit lind öffentliche» Fürsorge selbständig zu rcgchi," Und weiter sehreiht Dr. Zweig: ״In welchem Geiste alur wird dir in der Verordnung vorgesehene straffe Ordnung durch «las staatliche Auf. sichtsreelit gcbamlhabt werden? Mit Wohl- oder 17 heb wollen? Zum Schutz der Autonomie oder, um fremd, nationalen Machtvvillcn auch in «lic letzte ZufluclUvsiättt eigenartig jüdischen Lehens zu fragen? Gelfgenln it hiezu böte shh genug. Die staatliche Aufsichtsbehörde ernennt eine An/,1111׳ von Mitgliedern in den Verwaltungsrat der Kreisgeiucimlen und in den Obersten Rat, sie liest,!tigt die von diesen , Kör!>ers1 halten gewählten Vorsitzenden lind sicllvertrclenden Vorsitzenden oder versagt die ße, stätigung mul ernennt, nach dreimaliger Versagung, auch die Vorsitzenden, sie k a 1111 Ausnahmen von eler «lenklicheu Regel zulassen, daß bei künftig.r Anstellung von Rabbinern diese liehen der jüdischen muh die pol nisclie Sprache in Wort und Schult beherrschen müssen, sie kann in jede Sitzung jeiler jüdischen kcligionskorpcr. schalt Kommissionen entsenden mul kann z. B., soiem nicht nach Kricgsrccht oder nach den allgemeinen Straf, gesetzen eine härtere Strafe verwirkt ist, mit Gelds rafe bis zu 100 001) Mark oder mit Gefängnis bis zu sechj Monaten bestrafen, wer durch Agitation in Wort. Schrill oder Druck andere zum Widerstand gegen d.n Voßzug dieser Verordnung anreizt oder austiftet. Ja, die künftige Regierung kann noch mehr, n.inv. lieh die ganze Verordnung, wenn sie ihr unbequem wird, wieder beseitigen oder doch in ihren Bcrechtigun. gen empfindlich einschränkend‘ Aus Palästina (Die B r o t f r ag e) 1111 Zentrum aller Fragen der jüdischen Ocifentlichkcit Palästinas steht die Brotfrage. De in |crusalcm erscheinende ״llaclicnit" bringt täglich Aufsätze über die große Teuerung des Brotes und 11,c Schwierigkeiten der Versorgung der armen Bevöikerun ׳ und des Mittelstandes mit einem minimalen ,Quantum. (Von den hebräischen Schulen in Jerusalem) Zu Anfang des Monats Chcsclnvan wurden in Jernsalem sämtliche hebräische Schult׳!!, die infolge der herrschenden Kinderkrankheiten diesmal besonders lange geschlossen waren, wieder emifuct Gleichzeitig hegaiinen auch die Abend-Kurse für l rwachscue wieder, die die Schüler des luhr.i-iehen Lchicrscmmars un״ entgeltlich leiten. Die Landwirtschaftsscliulc ״Chaklai" »n Petacli Tikwali Dem vor kurzem von dem Leiter der landwirtsch.iftliehen Schule ,,Chaklai" i!1 Pctach Tikwali, Herrn Dr. Pick holz, tiir «las Schuljahr B115/H) in lichriiKchcr Sprache erstatteten Rechenschaftsbericht entnehmen wir folgendes: ״In diesem Schuljahr wurde eine IV. Klasse neu eröffnet, dagegen w,!re!1 wir ans Mangel an MH• teil» gezwungen, die erste Klasse zu schließen. Wir unterrichteten also im lauicndeit Schuljahr in drei Klas• Noch vor dein BUubt'ichl des Antiochus halte schon im Judentum seihst hei den Reichen und Vornehmen vier Abfall begonnen. Nachahmer griechischer Sitten lockten mit Worten: ,,Kommt, wir wollen uns den Völkern anschließeu, «Le rings um uns her sind, denn seitdem wir ׳.ins von ihnen abgesondert, traf uns viel Unglück." Viele folgten und griechische Sitten verdräng* teil di«׳ jmhscTicu, griechische Namen «lie jüdischen. Das Judentum war in Gefahr, zugrunde z.11 gelun, aber erst Gewalttat schuf die Abwehr. Frevelhaft hatte Antiochus dem griechischen Gotte im heiligen lempel von Jerusalem den Altar errichtet, des Antiochus Sendboten durchzogen das 1 .and mul kündeten «he Forderungen des Königs: wie die Helden zfi leben und statt des einzigen Gottes den Gott der Griechen anzubeten. - Wer nicht folgte, fiel durch das Schwert, Da ertönte des Volkes Weltruf: ״In dein I igcntum, Gott, drangen Heiden, Sie haben deinen heiligen Tempel entweiht find Jerusalem zu Schutthaufen gemacht, Sie halten die Leichen deiner Knechte Den Vögeln des Himmels zum Fräße gegeben, Den wilden Tieren das Fleisch deiner Frommen!" Nur Weltrufe waren es! doch «ler Retter erstand, Mattithjabu, der Priester von Mod in, ließ den Abfall nicht zu, er erschlug den Sendling des Königs und den Abtrünnigen seines Volkes! So begann er, wie einst Mose, sein Werk, der im Zorn den Acgypter erschlug, und floh wie Mose. Doch die Tat halte gezündet und sein Ruf ״wer den Bund hält, der folge mir", verhallte nicht ungehört. Im Gebirge sammelte sich die Gemeinschaft; sie kannten alle Schlumpfwinkel und Verstecke der Berge und eriangen im Kleinkriege gegen die Syrer ihre ersten Frfolge. So wurden sie kanipfesmutig. Au( «len Bund der Getreuen wurden die Miiuner verpflichtet, die sieh emsteilten und schon mutiger eiklang es nachts am Lagerfeuer: ״Laß vor dich kommen der Gefangenen Seufzen, Herr nach der Grolle deiner Macht Befreie die dein Tod Geweililcn!" Juda Makkabi wurde Anführer, als sein Vater starb. Ilm liebte «las stattliche Heer, das sich um ihn gesammelt, und wenn er vor seiner Mannschaft staml, mit Harnisch und Waffen gerüstet, in seiner Kraft «lein Löwen gleichend, «lattn mochte er sprechen: ״Wer aber hangen Herzens ist, der ziehe heim". Sie wichen nicht. Ohne Zagen sangen sie vor der Schlacht: ״Packe sie, Gott, im Wirhclstnrm Gleich wie die Stoppeln vor dem Winde! Wie Feuer, das «len Wald verzehrt, Wie Flamme, die;pif Höhen loht." Und linier dem lang hintimeiidcii Klang der Posaunen, mit dem allen Schlachtruf ״Tcruah" stimmen sie auf den Feiml, Siebenfache Uebermaclit wurde goschlagen, kampferprobte I leere der Syrer wurden aufgtricben von der mutigen Schar, die Juda Makkabis Heldenmut beseelte uml mich den ersten großen Siegen zog das Heer hinauf zum Berge Zion, den Tempel wieder zu weihen. Das Volk jauchzte ihnen entgegen, mit Gesang uml Reigentanz zogen die Jungfrauen zum* Tempel herauf, lestliche Musik ertönte. Eine achttägige Feier hielt das Volk gleich dem Laubhütten lest, trug laubumwundem■ Stabe, Reiser und Palmeuzweige. Doch demütig, wie wahre Melden, sprachen die Kampier: ״Ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, | Nicht mein Schwert bringt -mir den Sieg, Nur Gottes Macht läßt uns die Feinde besiegen, Macht unsere Hasser zuschand." So reinigten sie «len l'empel uml zündeten Ln Her an; hell wie zuvor flammte׳ das Lieht. Nach weiteren großen Siegen starb Juda Makkabi den Heldentod in «ler Schlacht. Das ganze Volk hielt ihm die Totciiklagi׳ mul ««einte ״wie ist der llchl gefallen, der Israel errettet". Schon vor ihm war sein Bruder Llcasar gefallen, tollkühn war er in die feindliche Schlachtreilic ׳׳!«• gedrungen, unter einen der feindlichen Elefanten 7®• krochen, «len er von unten durchbohrte. Der 1:L oaist stürzte, 'hiaehte die feindliche Schlaclttreüie in I nordtumg, begrub aber Llcasar unter sich im Fall. Jocliamm, des Juda Bruder, fiel auf einem Streifzug, Jonathan und Simon, den letzten Söhnen des Mattitlmdut, war es nicht vergönnt, in einer «ler siegreichen Schl uh• ten zu fallen, die auch sie den Syrern geliefert, sie fielen durch Meuchelmord. Dies waren die ersten Makkabäer! Ihr Geist 011־ in «ms leben, wie er in dein jungen Goschlechte »Ics Landes der Vater, dem «ler Makkabäer I lehlenkampf gegolten hat, lebendig ist. Albert B a e r. Buchbesprechung Erwiderung. Ich habe zu tlcr Rezension, die in der letzten Ntufl* mer «ler ״J, R." über meine Arbeit: ״Die Motive der preußischen Juilcnenianzipallon" erschienen ist, einig« zu bemerken. 1, btt I iauptteil meiner Arbeit hatte ich «Ictt Nach• weis geführt, daß «lie Ursprünge «ler preußischen Judenemanzipation unabhängig von der Juacngcsctzgcbiing #der französischen Revolution gewesen sind. Im Mittelpunkt meiner Beweisführung stand «las Judenrcfomtwerk aus dem Jahre 1808, der Gesetzentwurf Schröders, eines leitenden Staatsmanns, des nächsten Mitarbeiters von