Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1916)
- Date
- 1916-12-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2651273-2651974-2652022--10898-2668366- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1!ו־־י,'"" ־־ז p* mit. | Itd.t txv tkeit 1 ו״יו« «,; tufich m j׳ IH* 11. (j .) tntiichcn I i Ä | ,)"""!"סי '•hc Auf. f 11 ln־U ׳׳,; I fremd. י htsstatfe J *it liivru f ernennt srat tief T »CStaligt '? lt7.VJ)(ie71 die Be. >K. auch 1• der Ikj.; siel lang j1; die pol. i müssen, f fkörper. - sofern n Siraf. j ä Ids.rafe ׳ u seefij j Schrift » Vollzug j r, 11,1m. i;• »quem | ht י l; u n- J leffent- ן 1 Jen»■ j ufsat« | wierigf nd des!• f; h 1 t in Je-;e der lau/־re g he• zieder, ■s un- 1 <1 Schaft- •n Dr. uschcr;11 wir e neu M 11 , Wir Klas- ן •1 aulgi'iiommeii; Herr L. i I s c h i 1z. für Bienenzucht, Herr K a s p i für Viclikrnnkheiien, Herr li. R <> s e 11 s t e i 11 itir Buchhaltung, Herr Agronom 1־ e I d in a n n (während der Somnieniionale) für Landwirtschalt nml Naliirkumle. I>er Unlerricht konnte trotz aller üulScreii Schwierigkeilen in geordneter Weise vor sich gehen. Auch in diesem Jahr haben die Schüler grollen I Kill und Liier an den l ag gelegt, insbesondere in den i aclnvisseu• schäften.^ lue l.ehrgcgt iistände, die in den Lehrplan unserer Schule neu aulgenommen wurden, sind; Leitung um Wirtschaften (in Berücksichtigung der türkischen A״rargese1/e), Kenntnis der Organisationen und (iesellschäften des neuen Jischuhs, Krankheiten von l’flau/en, Bienenzucht (in Verbindung mit praktischer Betätigung), Tierkrankheiten (mit praktischen t )eiuoiisttatiotU'u), pruktische landwirtschaftliche Buchführung. Lie praktische Bienenzucht wurde an den Bienenhocken unseres Lehrers, Herrn Lifscliitz, ausgeübt. Samtliehe Arbeiten wurden um unseren Schülern selbst ausgeführt. beiter Beschäftigung suchen. Im nächsten Jahre gedenken wir eine entsprechende Parzelle für praktische Arbeiten zu pachten. Mit dem kleinen Betrage von etwa t(X> Lr. glauben wir, dies einrichten zu können. Die finanzielle Lage unserer Schuir ist nicht ertreulich, Das Budget für das ahlaufende Schuljahr bcträgt nach den wcitmöglichstcn Kürzungen: Ausgaben: 1 ehrgehäher, Bedienung mul Sekretär 10020,— Fr, Wohnungsmicte 0(X>,- ״ Verschiedene Ausgaben 700,-״ ״ 12 520, Fr. Einnahmen: Waad-t lachinuch 3 300,-— Fr. Schulgelder 720,23 ,, Verschiedene Liuuahmcn 1 ■100,- ״ 5 180,23 Fr. Aile Untersuchungen der kranken Tiere wurden im Schulhofe vorgenoniiiicu, so dal! unsere Schüler (ich•• genheit hatten, sieh selbst in der Pflege der Tiere und ihrer Heilung auszubihten . . . Fast alle unsere Schüler, deren Angehörigen im Auslande wohnen, und auch einige von den Palästinensern arbeiten nachmittags als Lohnarbeiter. Dazu waren sie infolge ihrer schlechten ökonomischen Lage gezwungen, denn nach dem Ausbruch des Krieges haben die meisten unserer Schüler aus dem Auslande keine (ieldcr mehr für ihren I.elR'iisimterhalt bekommen können . . . Ein Teil unserer Schüler hat sieh anfangs des Schuljahrcs zu einer (jruppc zusannnengetan, die sich mit dem Anbau von Gemüse beschäftigt und zwar mit gutem Erfolge. Allein die Wintcrgemiise auf einer Parzelle um l;l4 Dunau! brachten brutto 300 Lr. eilt, das heillt für jcdcn^ Arbeitstag mehr als 1 I r. 1111 Sommer konnten die Schüler mit 1 litte des Palästina-Amtes, da-, ihnen eine Anleihe zur Verfügung stellte, an die Ucnrbci• n!ng von 2b Dunani bewässvrbaren Bodens herangeben. 011׳ auf einer Parzelle von 10 Dunani bisher angebauteii י lenhise sind sehr schön aufgcgangen. und die Einkünfte hiervon sind gut. Infolge des ficberreichcn Klimas au diesem Ort aber konnte leider nur ein Teil des gesamten Lodens bestellt werden ... In diesem Jahre׳konnten unsere erstell Absolventen, I Schülerinnen mul 8 Schüler, unsere Anstalt verlassen. Wir haben uns aber entschlossen, erst nach Ablauf eines Jahres praklisclH'1• Arbeit unseren Schülern die Abgangs- Zeugnisse zur Verfügung zu stellen damit unsere Zog- Imge sich noch weiter in der praktischen Arbeit ausbilden, bevor sie unsere Anstalt gänzlich verlassen, und damit sie nicht in die Versuchung kommen, rein tlieoretische Ausbildung an höheren l.chranstniten zu sueben . . . Die nach einem Jahre für die Prüfung notwendige nochmalige Durchnahme mul Wiederholung des gesamten Lehrstoffes seitens der einzelnen Absolventen wird es auch mit sich bringen, daß den Schülern der Lehrstoff besser cingeschärft vviril, und da(! sie ihn besser beherrschen werden als zuvor. Hm nun tjeii Schülern eine Lrleiehtening zu gewähren, damit sie die allgemeinen Lehrgegeiistäude nach dem praktischem Jahre nicht zu wiederholen hraiielicii, haben wir f 11 r a I I g e in e i n e Lacher eine Prüfung Ende des vierten Jahres festgesetzt. I־'a c h g e g 1• 11 s t ä 11 d e bleiben dam! allein für das nächste Jahr übrig, Die l'rüfimgen für die allgemeinen I.ehigegensLunle fanden am 20. Juli dieses Jahres in (iegenwart der Herren Dr. Thon und Agronom Wilkanskv ans Jafla statt. Hie Lchrgegenstämlc, in denen gcpriiil wurde, waren: Hebräisch, l'ranzösiseh Cie schichte, (ieographie. Mathematik, Buchhaltung. Die Ergebnisse der Prüfung waren günstig. Die Absolventen haben sieh jelzt mit grobem Eifer der praktischen Arbeit gewidmet, unter ihnen auch zwei Schülerinnen, die aullerhalb ihres väterlichen Hauses zu arbeiten beabsichtigen. Leider konnten wir auch in diesem Jahr a u s M a 11 g e I a 11 Mittel 11 f n r 11 n - Wir schliellcn mit einem Defizit von 7 030,77 F r. ab. Wir werden uns so einrichten, dall das Budget im kommenden Jahre sieh in demselben Rahmen wie das gegenwärtige Budget bewegen wird, Wir würden im nächsten Jahre gern die erste Klasse wieder erölfnen. Hoffentlich werden wir über die nötigen Mittel verfügen können."1 Aii die Freunde und Leser der Jüdischen Rundschau In neuer Gestalt gelaugt mit dieser Nummer die ״Jüdische Rumlsclinii" in die llntid der Leser. I>cr Verlag hat sich den Wünschen der Redaktion entsprechend zu einer wesentlichen Vergrößerung der Zeitung entschlossen, die durch modernere und ökonomischere Anordnung des Textes und eine erhebliche Vergrößenmg des Satzspiegels die Möglichkeit bietet, die Lulle von Aufsätzen und Nachrichten niifzunehnien, die der Redaktion in immer steigendem Maße Zuströmen. Die ״Jüdische Rundschau‘' wird in der gesamten jüdischeu Publizistik gegenwärtig mit Recht als reichhaltigste und inforniierciulste Zeitung anerkannt, Sie ist die einzige Zeitung, der Infolge ilucr Beziehung zur )ganzen zionistischen Weltorganisation aus allen Liiiideru Nachrichten zur Verfügung stehen. Keine andere jüdische Zeitung kann mit ihr hierin wetteifern, Die Nachrichten der ״Jüdischen Rundschau“ aus Oesterreich und Polen einerseits, Rußland, England, Frankreich und Rumänien andererseits informieren gründlich über alle Vorgänge im jüdischen Leben. Die Berichterstattung aus Palästina und Amerika ist in ihrer Reichhaltigkeit und Schnelligkeit selbstverständlich nur mit einem mit der zionistischen Leitung in Verbindung stellenden Organ erreichbar. Dazu kommt die große Zahl aktueller und richtunggebender Aufsätze, die®über Politik und Kultur, I iieraiur und Orgaiiisnli m im jüdischen Gegenwartslcbeii handeln. Die Rücksicht auf den wachsenden Stoff hat den bisherigen Rahmen der ״Jüdischen Rundschau“ zu eug erscheinen lassen. In erweitertein Umfang wird sic nunmehr einen erweiterten Kreis von Freunden und Lesern erfassen. I reu ml c der ״Jüdischen Rundschau“! Werbe( für die ״Jüdische Rundschau“! Der Verlag. Außerordentlicher Delcgiertentag 1 der Zionistischen Vereinigung für IX'tttschiamtl! am Montag, eien '23. lind Dienstag, den 26 Dezember l<)16 int Savov ־ H״t<׳|, Berlin, Friedrich- Straße 1B3. : T a g e s o r d n u n g: 1. Bericht des Vorsilzenden Dr. Arthur Hantke, , Berlin. 2. Referate: S. Schocken jun., Zwickau und , Kurt Bliimcnfeld, Berlin, über ״Zionistische CiegcnwartsarlH'it“. Die Sitzungen sind nicht öffentlich. Zur Ent* 1 sc 11 d 11 ng von Delegierten sine! nur die* j e n i g e n Ortsgruppen berechtigt, w e 1 - che die L a 11 d e s b e i t rii g e re e h t zc i t i g ab- , ge f ii 11 r t h a b e 11. Alle Ortsgruppen werden ge-! beten, auch E r s a t 7. d e I e g ic r t c zu wählen. f Diejenigen Ortsgruppen, die Anträge zu stellen , haben, werden gebeten, sie baldigst dem Zentralj komitee zuzttsU'jk'n. י Die Delegierten werdet! gebeten, im Savoy- H o t e I abziisteigen. Bestellungen sind rechtzeitig; unter Hinweis auf die Teilnahme am {»elegierten- ' tag an die Direktion des Hotels zu richten. Kleine , Zimmer mit Frühstück kosten für die Delegierten! (נ Mark. Reisebrolmarkcn und Reiclisfleischkarten sind nüt- ן Zubringer!. ’■ Gemeldete Delcgicrtenwahlen. , Mnlberstudl: Isaac F e 11 e r r i 11 g, llalbcrsladt, I»clegierter, Victor Mach, I lalbeistadt, Ersatz-IXIcgiertor, . Dortmund: Zahnarzt I a bi au, Dortmund, Dclegicrtcr. Danzig: Wolf Zi m eis, Danzig, Delegierter, Frau Jciinv BIiiiih nfeld, z. Zt. Danzig, Ersatz-l»elegierte. Berlin: Berliner Zionistische Vereinigung: l»r. Mar- (in 1111 b e r-Heppenliciin, R.-A. Max Strauß-Berlin. Frau Dr. Z I o c i s I i, .Oberlehrer C a I v a ry-Crossen J. H. Waguer-Berlin, Dr. Heinrich l.oe w e-Bcrlin, Delegierte; Davis Trietsch, R.-A, Erich Colin, Direktor Locwciilhal, Leo I iernnaim, Dr. Robinsohn, Dr. Navvrat*• ky, Berlin Ersatz-Delegierte. Zur l/cbernahmc von M a 11 d a t c n haben sieh bereit erklärt: l»r. Albert B a c r, Berlin, Zahnarzt Wolff. Gunzenhausen, Ludwig Schwär^ Chemnitz Dr, Kurt Na w ratz, ky, Wintcrhach Leo Ford er, Berlin, Leo M. Michael, Hamburg, David Hamburger, Frankiurt a. M., z, Zt. Darmstadt, Isaak Bo schwitz, Bcrliti, Dr, Julius Löwen heim, Berlin, Jacob Reich, München, z. Zt Sambor. Allenstein: R.-A, W is t i nc t zk 1• A||en$tein De.©• gierter. Stettin: Hermann Jacob, Delegierter. Dresden: Sally II o r \v i t z-l>resdc11, Delegierter. Amerika. (Von der zionistischen Studcntenbew e g u ״ g.) Linem Bericht der zionistischen Stiidcnieuvcreinigung <11 Ainenka entnehmen wir, daß seit der letzten Zioiiisteu-Konfcrenz in Philadelphia, auf der die Studenten- Vereinigung ihre zweite Beratung nbgchalten hatte, es den ziouistisehen Studenten gelang, eine rege Tätigkeit zu entfalten. Gegenwärtig zahlt die Vereinigung Grup- (ich an zwölf Universitäten und mehreren Hochschulen. Sie haben •sich der zionistischen Loderation nngesclilossen und erblicken ihre spezielle Aufgabe in der Vertiefung der zionistische״ Gesinnung und in der Entwicklung einer zionistischen wissenschaftlichen Literatur. Z11 diesein Zweck veröffentlichte die Leitung einige Arbeiten j: ze!1, I!; jclncr 1 ikkabi!1 hielt { d ,Bj (allen,! einn ge- Ic: aut Ln- |ocha- Julia־ hjalui, lilacht, sie t soll e des Itainpf r. Nun!» e der imges Nachn Ju״!bung Mittel*!werk ein^s von I! ו I ( Stein, fliesen Rciortnversuch, durch den die Jiidenfragc : überhaupt zum Gegenstand der Refomigcsctzgchnng ge- 1 ni h Sit w urde, habe ich als unabliäiu'ig von 11er fran- 1 zösisehen Rcvoluti011s״esctz«:cb1m!: nach:! «׳wieset»: Vom 1 cäaiaklc!Büschen Prinzip der fraiizß-isciien Jmletieinan- I zip.ititmi, dem Grundsatz der Gleichheit aller vor dem I Gesetz, war in dieser großzügig angelegten Reform nichts 1 oi finden, ihre grundlegenden Motive waren anderer Mt. Daran schlossen sieh als weitere Beweisstücke ׳ die Gutachten au, die von den verschiedenen Regienuigs- Instanzen zu diesem Gesetzentwurf abgegeben wurden, und die im Wichtigsten und Wesentliehen eine ebenfalls v1״! den französischen Ideen unbeeinflußte Stellungnahme oir Imlenfrage dartun. Der Herr Rezensent lehnt nun du־ Richtigkeit der von mir vertretenen Auffassung ah, ,״dem er diesem Gutachten die Beweiskraft .ibspriclit. (..Die Motive der Jiideueinanzipatioii in Preußi n verwandein mcIi in individuelle Anschauungen vier Verfasser der ' crwliiedenen Gutachten, die mit der Durchführung der Rclorm wenig verbünden sind.") Aber selbst wenn diese Gutachten nur als persönliche Anpassungen methodisch zu bewerten wären (was ich dmthaiis bestreite), ist damit der Kern niemes Beweises die .Silnölter'sclH• Reform irgendwie berührt? Konnte ich zur Stütze meiner Behauptung eine objektoerc, politischere, unpcrsönlielieie Urkunde beibringen als einen Gesetzentwurf? Hierzu kommt, daß ich diese Vlirötter’sche Reform historisch verknüpfen konnte mit früheren Reformversuchen ans den nt) igor Jahren, die ebenfalls von der französischen Gesetzgebung imbccintlulif gewesen sind. Der Herr Rezensent polemisiert also g e g e 11 in eine A 11 f f a s s 11 n g, o h ne daß er das Kern- und liauptstück meiner Bcwcisführ u 11 g (i b e r 11 a 11 ון t berücksichtigt! 2. Die Rezension gibt die Grundtendenz meiner Arbeit in dem Sinne wieder, daß ich für die preußische Emanzipation im wesentlichen Unnbliängigkcit von der französischen Revolution proklamiere, die teilweise Bceiiillussung durch sic zwar anerkenne, aber doch sehr in den Hintergrund zu rücken bemüht bin, z. T, mit Mitteln, die der Herr Rezensent als unstatthaft und unwissenschaftlich andeutet (״bei anderen Schriftstücken werden verdächtige Berührungspunkte mit den Rcvohilioiisjdei'ii durch eine etwas gekünstelte Interpretation weggeräumt" usw.). Nun aber habe ich nicht nur die Beeiiilliissiui); durch die französische Revolution für das spätere Stadium des preußischen Gesetzes zugegeben — sondern ich habe für diese Beeinflussung einen neuen t e \ t k r i t i s e 11 e 11 Beweis hcrbcigebracht und ihrer näheren Untersuchung ein besonderes Kapital gewidmet. Jene Grundtendenz kann also nicht richtig wicdtrgcgcbcn sein. — In der Tat ist die ursprüngliche Selbständigkeit der Motive des Erna 117ip.1tionsgesetzes für itticli «iie eine Seite seiner Gcscluclitc, die Beeinflussung durch die Iratizüsisclicii Ideen im letzten Stadium die andere. Ls ist eben nicht so, daß man, wie vier Herr Re/enseid es will, das Ereignis auf ein großes, iiuiversalgcschichlliehcs Prinzip bringen kann; die aus den (Quellen .geschöpfte Wirklichkeit zeigt vielmehr eine Vcrllcthtung und Verknüpfung von verschiedenen Prinzipien. I 'as historische Bild verliert durch diese konkretcre Betrachtungsweise vielleicht die große, geschlossene, universelle Linie, gewinnt aller au historischer Treue. - Daß in meiner Arbeit die ursprüngliche Seibs:- Mündigkeit der Motive in einem helleren Liebt stellt als ihre Abhängigkeit, ergibt sich zunächst daraus, daß für diese Tatsache überhaupt erst einmal Raum zu schäften war, hängt aber des weiteren mii der großen, historischen Bedeutung zusammen, die ich ihr ziisprecltc! Denn wold ist die scldicßliehc Gestalt des Edikts durch äußerliche Anlehnung an die französisch-westfälische Gcsetzgebung entstanden, aber der Geist, der in diesem Sinne schuf, ist in der preußischen Politik ein!׳ ephemere Erscheinung gewesen, stellt nur die Gesinnung eines einzelnen Hardenbergs dar. Was uns dagegen in den ursprünglichen Motiven des Gesetzes rntgegcntiitt, sind nicht oberflächlich angenommene Doktrinen — son-’ dem ein bestimmtes, konkretes, lebendiges Verhältnis zur Judenfrage in gesetzgeberische Form gebracht, ein großzügiger, sozialfiolitisclicr Versuch, eine als schädlich erkannte nationale Minorität für die Gesamtheit nützlieh zu machen. . Dr. RosaDukas. Mitteilungen Das Dczcmbcrheit der ״Hamburger Jüdi sehen N ä e ii r i c h t e 11“, die mmmchr regelmäßig ul monatlich erscheinen, enthält au leitender Stelle den An satz der ״Jüdischen Rundschau": ,,Was wird in i de״ polnischen Juden'*" Z. Klötzel tri in einem ״Stimmungen“ betitelten Aufsatz dafür eil daß das deutsche Judentum angesichts des im Land steigenden Antisemitismus sich einheitlich organisiere solle: ״Hie Organisation der deutschen Zionisten h; schon manche Aufgabe gelöst, die nicht von vornlierei m ihrem Rahmen lag. Stellen sich all die grollen )1 discheu Verbände, Zcntrnlvcrein, I lilfsvcreiii, Gemeind׳ biiml, Eabbinervcrbaml usw., mit ihr in die gleici Front der Abwehr, dann sollte bald die ,verzweifelt Stimmung einer stolzen Zuversicht weichen.“• Dr. nie! Max Michael spricht einer Verständigung der j1 disch-ljbcralen Kreise Deutschlands mit den Zionisti das Wort, indem er von den Zionisten verlangt, 11;1 sie die Assimilation ״als historisch bedingt und nicl als Gharakterfehler“ aiisclien sollen, während er die L beralen zur Anerkennung'verpflichten will, daß das n tional-jiidkclic Bekenntnis nicht die staatsbürgerliche Pflichten beeinträchtige. Stellen aus dem im Septcinbc lieft der ״I ricclensvvarte‘‘ erschienenen Aufsatz von Edmu Bernstein, der sicli mit einem ״lieber den Patn tismiis der Juden“ betitelten Artikel in der London Zeitschrift ״The Nation“ (vom 8. fuli P)1(>) ausei amlcrsct/t, schließen die Aufsatzreihe des Heftes. — In Moskau erscheint demnächst ein Sammclbuch rassischer Sprache ״Na pcrcwoljc“, um dem sh die poalc-zmnistischcn Schriftsteller sammeln. Das er- I left dieser Saimnclschrift bringt Aufsätze von A I m a n ״) ״Die wirtschaftlichen Perspektiven des Krieges" A. Revvuzki (״Um die Jmlcufragc“), L B ( D Krise der Internationale“). N. (״Die nationale' Poiit der Arbclterdcmokratic") kiwin (״Der Kampf für d Volksscl1ule“T Arski (,,Der Krieg und der jüdiscl Arbeiter in Palästina“), Leon Chaianowitz (״D Krieg und das Kolonisationsproblem“) und anderen, w< terc Ausgaben sind in Aussicht gestellt.