Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 48 (1.12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seile 399 Dank der Unterstützung des Herrn S. j. Wt> I j k ס w s k y wurde in Moskau ein neuer hebräir süttr Verlag ״S f a I c n u“ gegründet, dessen Ziel die!*liege und wissenschaftliche Bearbeitung der II e b r ä i s c 11 c 11 üraminatik und L e x i k <> g 1־ anliit für Schule und Umgang ist. Der Verlag plant werke über die ltcbräiscltc Grammatik und Geschichte der hebräischen Sprache liennis/ugcbeii, Ic.vikogra- |)hiscl1e Werke und periodische Ausgaben zur Er• gründiiug der hebräischen I’liilologie und Lehrbücher für Lchrgegciistünde, die bis jetzt keine einheitliche und erschöpfende hebräische Terminologie besitzen, erscheinen zu lassen, in erster Linie beabsichtigt der Verlag die Herausgabe einer Reihe Sa mm ei- 1) 11 c h e r für hebräische Philologie, die demnächst unter der Redaktion von ür. Josef Klau sner zu erscheinen beginnen. Audi die Herstellung einer philologischen Bibliothek für Ge- I e 11 r I e ist geplant. 111 Moskau erschien ein neues hebräisches Saminelbucli ״Darkenu“ (,,Unser Weg“), den Prägen der hebräischen Erziehung und Kultur gewidmet. Das Saminelbuch enthält lieiträge von L)r. J. Klausner, l>r. S. Eisen Stadt, I iillel Slatopoiski und den Pädagogen J, Ulass, CI1. Dubai kow־ S. Pugatschew und S. Tseharno. Dem bammclbuch sind aucli die Ergebnisse einer Rundfrage unter den Vertretern der verschiedenen Richtungen 1111 Judentum über das jüdische Schulwesen beigefugt. Das erste Heft bringt die Antworten von M. M. Ussi sch kiii, H. B, 'öl ios 1>erg, S. A. Au-sky, O. O. (irusenberg und b. M. I > u h 11 o w, Uli. N. Bialik, O. 11 i 111 »1 e I f ar b, N, Osip o w i t s e 11 M. M. U s s i s c 11 k i 11 und Abgeoidnetcr des Keichsrates Ci. Weinstein veiöffeutlichten in der jüdischen Presse einen Aufruf zur Dildüng eines 1־ r 11 g f o 11 d s zum Andenken an den dahmgcsehicdcncn־Dichter. Der Fond hat zum Zweck: Trugs Werke in einer Volksausgabe in drei Spradien (hebräisch, jidiseh und russisch) herauszugeben und Bücher iiationaljüdischen Inhalts in russischer Sprache zu veröffentlichen. Die dem Aufruf folgenden ersten zwei Spendenlisten ergaben den Beirag von 380b Rubel. Der Vortrag des Herrn Dr. J. T sc 11 1111 ׳ o w auf der Konferenz der Bildungsgesellschaft: Jidischismns und Schule“, der später für die Presse vom Autor vielfach ergänzt und erweitert wurde, erschien jetzt im Verlag ״Literatur‘1 (Moskau) in Buchform. In Petersburg begann eine jüdische radikale Wosehenschrift in der russischen Sprache ״Jcwrejskija W j e s f i“ (״Jüdische Nachrichten“) unter der Mitarbeit von D. Saslawski, J. Hei lik mann, U, Ehrlich, L. Bogrow u. a. zu erscheinen. W. J, B 1 n s t o c k und S, A. Nowoselsky veröffentlichten einen stattlichen Band ,Materialien über die Binnenwanderung der jüdischen Bevölkerung im europäischen Rußland während der letzten 40 Jahre (1807—1906)" in russischer Sprache. Diese Abhandlung, die auf der Reichsstatistik beruht, bildet die dritte Lieferung der wissenschaftlichen Publikationen der ״Gesellschaft zur Pflege der Gesundheit des jüdischen Volkes." Die Berliner Repräscntantenwahleu Die Berliner Repraseiitunteiiwahlen haben mit einem eklatanten Fiasko des Kompromisses geendet. Bekanntlich hatten einige konservative Organisationen sich dazu verstanden, mit den Liberalen ein Kornpromilf ein/iigehen und sieh damit begnügt, von den Liberalen drei Kandidaten konzediert zu erhalten. Wir brauchen nicht zu bemerken, daß diese K<m- Zession der Bedeutung der religiös-konservativen Eie• mente in keiner .Weise gerecht wurde. Wir haben in der vorigen Nummer mitgeteilt, dal! weite ko 11• servative Kreise dem Kompromiß fernst,׳mden, wie sich auch die Kreise des Neuen Jüdischen tjenieindevereiiis und die zionistischen. Kreise von der Wahl enthielten, weil sie iii dieser Zeit und unter dem jetzt noch herrschenden Wahlrecht Wahlen überhanjrt für unangebracht hielten. Es kann nicht zweihalt sein, daß intensive loyale Einflußnahme der liberalen Führer das von ,ihnen geschlossene Konipromilf hülle durchsetzen können. 111 Wirklichkeit haben die konservativen Kandidaten etwa 150 Stiuimen weniger bekommen als sic nötig gehabt hätten, um Repräsentanten zu werden. Sic sind samt lieh nur Stellvertreter und zwar an letzter Stelle geworden, sodaß sie auf eine Einberufung niemals zu redinen haben. Daß etwa, um den Bruch des K0111• promisses wieder gut zu machen, die erforderliche Zahl gewählter Liberaler zurücktritt, ist kaum au- /»nehmen. Das Ergebnis der Wahl erweist das aufs neue, dal! die schon im Jahre 190 zugesagte Einführung des Proportionalwahlrechts unabweisbare Notwendigkeit ist. Zionistische Bewegung Außerordentlicher Dcleglertentag der Zionistischen Vereinigung• für Deutschland am Montag, den 25. und Dienstag, den 26. De- /einher 1916 im Savoy- Hotel, Berlin, Friedrielist lalle 103. Tagesordnung: 1. Belicht des Vorsitzenden Dr.’Artlvur Hantke, Berlin. 2. Referate: S. Schocken jun., Zwickau und Kurt Blumenfeld, Berlin, über ״Zionistische Oegenwartsarbeit". Zur Entsendung von Delegierten sind nur diejenigen Ortsgruppen bcreclitigt, welche die La tid e sbe i t r ä ge rechtzeitig a b ge f it 11 rt habe!!.“Alle Orts* gruppen werden gebeten, auch Ersutzdelegierte zu wählen. Diejenigen Ortsgruppen, die Anträge zu stellen haben, weiden gebeten, sie baldigst dem Zentralkomitee /ju/nstellen. Die Delegierten werden gebeten,, im Savoy- H 0 I e I ah/nsteigen. Bestellungen sind rechtzeitig unter Hinweis auf die Teilnahme am Delegiertentag au die Direktion des Hotels zu richten. Kleine g!llllll!il!lllllll)ll!llllllll₪ 1 Seminaristischer Vortragszyklus j I veranstaltet von den zionistischen 1 rs sa | und national-jüdischen Vereinen g | Groh-Berlins. § | Der Kurs von Dr. Eugen Täublcr über j | ״AU»Israelitische Geschichte" findet g | von jetzt ab im Sitzungssaal des Zio- 1 | nistischcn Zcntrolburcaus, Sächsische ff | Str. 8 statt. Nächster Vortrag: Sonnabend, j | den 2. Dezember, abends 8 */• Uhr. Der jg | Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der Hörer- 0 | karten gestattet. Weitere Hörerkarten wer- | | den nicht mehr ausgegeben. p iillllllllllllllllllllllllllllillllllllllllllllillllliu Zimmer mit Frühstück kosten für die Delegierten 6 Mark. Reisebrot- und Reichs fleischkarten sind mitzubringen. Gemeldete D e I egic r t« a wa Ulen: Mannheim: R.-A. Dr. Otto Simon, Erl. Luise Treu, Mannheim, Delegierte. Hamburg: L Estermann, R.-A. H i r s c 11, Dr. Hildesheimer, Hamburg, Delegierte. Dr. Weigert, Heinrich Mayer, Dr. Nathan, I Limburg, Lrsatzdelegicrte. Ghcmnitz: Dr. Walter Fra 11 k e 1 Ciiein• niu, Delegierter, I. udwig Schwa r z-Chemnitz, Ersatzdelegicrtcr. Zur Uebernalime von Mandaten haben sich bereit erklärt; Dr. Albert Baer, Berlin, Zahnarzt W o I f f, Günzenhausen, Dr. Matti« B11 b e r , t kppenlieim, Ludwig Schwarz, Chemnitz, Dr. Kurt Nawratzki, Winterbach, Leo Förder, Berlin, Leo M. M i c h a e I ■ Hamburg, R.-A, Max Strauß- Berlin. Oesterreich. (Dr. Hantkes Reise nach Galizien) Im geschäftlichen Teile der Sitzung des erwciterlen Exekutiv-Komitees in Wien erstattete das Mitglied des E. A. (נ., Herr Dr. Arthur Hantke, ein beifällig aiifgenmumeues Referat über die Ergebnisse seiner Informationsreise nach Galizien, insbesondere nach Krakau und Lemberg, Es schloß sich an dieses Referat eine anregende Diskussion, nu der eine Reihe Mitglieder des Exekutiv-Komitees und Vertrauensmiinner teilnalnn. Die Frage der Fürsorge für die K r i e g 8 w a i 8 e 11 k i 11 d e r nahm einen großen Teil der Diskussion in Anspruch. Es wurde ein diesbezüglicher Antrag angenommen, Mit einem Dankesvofum des Vorsitzenden der Vcrsammhing an das unermüdliche Mitglied des E. A. C. Herrn Dr. Hantke schloß die äußerst instruktive Versammlung, England. , (״Dobre fbrith" in Olasgow.) Nach einem wirkungsvollen zionistischen Vortrag des Herrn S. Pinski wurde in Olasgow ein hebräischer Sprachverein ״Dobrc ibritn" gc• gründet. L>cr Verein hat zur Führung seiner Arbeit ein Komitee gewählt. Besetztes Gebiet. (Hebräische Kulturarbeit.) Der zionistische Verein in Zgicrz hat eine hebräische Fröbclschulc eingerichtet, ׳ deren Tätigkeit bereits begonnen hat und die erfreuliche Beweise einer fortschreitenden Entwicklung gibt. Auch wurden vom zionistischen Verein hebräische Abendkurse eröffnet, die ebenfalls das lebhafte Interesse der jüdischen Bevölkerung linden. Rußland. (Ein Zion is te 11 p roze 1!) Der bekannte Zionist Herr Iiillel SI a to pol s k y aus Kiew war, wie schon früher mitgctcilt wurde, wegen Zugehörigkeit zur nichtlcgalisiertcn Zionistischeu Organisation zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Gegen das Urteil ,wurde Revision eingelegt. Diese Revision hatte den Erfolg, daß der Kiewer Gerichtshof ihn von der Gefängnisstrafe freisprach und ihn zu einer Geldstrafe von 200 Rubeln verurteilte. Auch gegen dieses Urteil ist ücr u I U n g eingelegt worden mit der Begründung, daß der § 124 nur zu solchen nichtlcgalisiertcn Gesellschaften die Zugehörigkeit verbietet, die lür die öffentliche Ordnutig und Sicherheit iin Lande eine Gefahr bilden. In ähnlichen Fällen war bisher jede Bemühung um eine prinzipielle Freisprechung erfolglos vcrLaulen. Canada. Die ״Federation of Zienist Socicties of Canada" hielt in Montreal eine Sitzung ab, bei der Herr Clareiice de Sola den Vorsitz führte. Es wurde der Plan besprochen, Herrn Dr. Benzion Mossinsohn zu einer Tournee durch Canada cinzuladcn, die als Pronagaiidareise für die Verbreitung des zionistischen ücuaiiKcns und gleichzeitig zur Stärkung des ״Not- Standsfonds" dienen soll. Die Canadische Zionistische Föderation schuldet diesem Fond noch 12UOO Dollar, die sie seinerzeit zugesagt hatte. Das Exekutiv- Komitee wurde ermächtigt, mit dem provisorischen Zionistischen Exekutiv-Kumitce in New-York wegen der Reise des Herrn Dr. Mossinsohn die nötigen Arrangements zu treffen. Neue zionistische Vereine, die sieh der Förderation ungcsdilossen haben, sind in Windsor und Torouto entstanden. Um den Zusammenschluß der Zionisten Montreals zu stärken und um häufigere Zusammenkünfte in kleinerem Kreise zu ermöglichen, die einen Gcdankeiiaustausdi bezwecken, der in Volks-Meetings nicht erzielt werden kann, wurde die Errichtung eines ״Z i o 11 i s t i s c h c n Hauses" in Montreal beschlosseii und eine Kommission gewählt, die genauere Pläne ausarbeiten und bei der nädistcn Sitzung vorlegen wird. Chile. Dem Bulletin Nr. 11 des Provisional Extcutivc Committee in New-York zufolge hat sich in S t. J a g o in Chile ein zionistischer Verein gebildet, von dem man gute Arbeit erwartet. Aus aller Welt Aus dem besetzten Gebiet. (Vor den Wahlen in die Stadträte) In allen größeren Städten des österreichischen okkupierten Gebiets -- in Lubiin, Kielcc, Radom und Pc tri kau — begannen die Vorbercitungeii zu den Waiden. Ucbcrall macht sich die Tendenz der Polen geltend, mit keiner jüdischen Partei, nicht einmal mit den extremen Assimilanten in Verbindung zu treten. Fast überall sind daher die Assimilanten gezwungen, jüdische Walilvcr- Sammlungen einzuberufen und auf jüdischen Listen zu kandidieren, obgleich sie bisher die Durch füllrimg einer besonderen jüdischen Wahlkampagne als gefährlitncn Separatismus bekämpften. Die Strömungen, die sich unter den jüdischen (Wählern bemerk׳■ har machen, sind dieselben wie in Warschau, In Petri kau führte eine von den Assimilanten einberufene Wahlversammlung, der ungefähr tausend Personen beiwohnten, zu einer scharfen Auseinander- Setzung zwischen den Assimilanten und den nationalen Elementen. In Lublin wurde ein Jüdisches Vercinigtes Wahlkomitcc aus Vertretern der Gemeinde- Verwaltung, der Assimilanten, Nco-Assimilanten, Zionisten und Unparteiischen gewählt. Am 28. Ü. M. wird in Lublin eine Beratung der jüdischen Vertreter aus dem österreichischen okkupierten Ocbict tagen, die außer diesen Fragen auch die Frage der Sonntags/wangsruhc behandeln wird. (Die polnische Presse über die Verordnung der jüdischen Rcllgionsge- Seilschaft.) Während die jüdisch-nationalen Zeitungen Polens die Verordnungen betreffs der ncugcschaffencn Rcli- 1 1 I r I! ß l ' / i ו