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Jüdische Rundschau · 1916-11-17 · Heft 46 (17.11.1916) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 46 (17.11.1916)
Date
1916-11-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 46 JUEOISCHE RUNDSCHAU Seite 37Q sehen Organisation nach Palästina übermittelt wnr•! den sind.! Unter dein Vorsitz des Herrn Herbert Heut- | wie!• fand ,21 1111׳, Oktober in der Touibee I lalle j in lomlon die 9, Sitzung der 1.0״ tut on Univer* sitv Zionist Society" statt, die außcronlemlieh gut besucht war. Herr Nahnin Sukolmv sprach über ״Hie hebräischen Schulen in Palästina“. I r führte aus, daß er unter Erziehung in Palästina nicht I r/ichnng auf der Grundlage der Wohltätigkeil verstehe, sondern Erziehung auf nationaler Basis, Erziehungsarbeit mit dein Ziele nationaler Regeneration. Iriig sei die Meinung, nicht alle modernen Ihiterrichtst'äehcr könnten in der hebräisehen Sprache gelehrt werden. Vor 20 Jahren habe er seihst an die Möglichkeit nicht geglaubt, daß Uchräiseh eine Sprache sei, in der man alle modernen Bedürfnisse ,wsdrückcn könne. Doch heute sei dies eine lebentliße Tatsache geworden. An der wahrhaft schöpferischen Arbeit, die hier von Pionieren, jungen Ju- <11-11, Intellektuellen, Studenten, Träumern und Poeten geleistet worden ist, « erden, so hoffe er, die jungen Juden Englands sich auch beteiligen. Am 21. Oktober wurde in der New West lind Synagoguc eine große Versammlung abgehaltcn, die •von der West London Zionist Association eiiibcriiteii worden « ur. Reverend L, Q e f f e n präsidieric und sprach in seiner Begrüßungsrede von den ״Anfängen und Vorläufern des Zionismus“. Dnjan La/arus widerlegte die alten Besclutldigiiugcii, daß Zionismus und Patriotismus sich nicht vereinen ließen. Wenn es ein Recht der kleinen Nationen gibt, dann habe die jüdische Nation auch ihre Forderungen an die Friedenskonferenz. Die neuen Kolonien in Palästina haben schon dir eigenes Ck׳pr,ige und auf ihrem alten Boden haben d e Juden 1 utwieklmigsniögiielikeiten. bis sprachen noch die Herren F. S. Spiers, Paul Ooodman, Herrin,•11111 Kisch, Schaap und I), Lewis. Die West London Zionist Association hat vor kurzem ein J ü d i s e 11 - S o z i a I e s Büro eröffnet. Am 20. Oktober erölfnctc Herr Herbert Beutwie 11 mit einem Tätigkeitsbericht über das verfiossene Jahr die Winter,irbeit der ״Ezra Zionist Social Society“. Besonders die Ergebnisse der Natioiialfonds-Saiiiiiilungen waren sehr gut. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein Konzert, dessen Ertrag zugunsten des Organisations-Fonds des Vereines bestimmt war. Die Jugendarbeit unter den Zionisten Englands fängt jetzt an, bestimmtere Formen aii/nnelnnen. ln London haben sich neue zionistische Jugendvereine gebildet. Die ״London Junior Zion ists“ liatten ihre erste Wintcr-Zusammeukuuft Ende Oktober, wobei Herr P. Horowitz über das I liciua ״Der nationale Gedanke in der jüdischen Geschichte“ referierte, ln einer späteren Verstimmlnng sprach Herr I. Turtelt über ״Die Zukunft Palästinas“. Der Fraiicn-Vcrein ״Londons Women’s Zionist Association“ wird dieses Jahr die Gescliiclitsknrse für Mädchen über 11 Jahren fortsetzen, die voriges Jahr befriedigende Erfolge aufmveisen hatten. Herr Benjamin Grad sprach in der ersten Vorlesung über das Thema ״Welchen Wert bat die Kenntnis der jüdischen Geschichte für jüdische Mädchen?“ Die Mädchen schreiben Auf-?ätze über die Vorlesungen und der Frnuen-Vcrcin hat eine monatliche Prämie für den besten Aufsatz aiisgesetzt. Die ״Bnotli Zion Association“ in Lon- Ton wird auch diesen Winter ihre Vortrags- und Musikabcnde nbhaltcn. ״T h e Young M c n ’ s Zionist A s s o ciation“ in Liverpool hat beschlossen, kein festes Wintcrprogramm nusznarbcitcii, lau literarisches Sub-Komitcc aller •zionistischen 'Vereine ist gebildet worden mit der Aufgabe, monatliche Vorträge zu veranstalten, an denen sich die Young Mcn's Zionist Association beteiligen wird. Die bebesondere Tätigkeit des Vereins wird sich auf zwei Punkte konzentrieren: die Verbreitung des zionistisehen Gedankens in den englisch-literarischen Gc- Seilschaften und die Verbreitung zionistischer Literatnr. In einer Versammlung am 20. Oktober bcschloß der Verein, Zirkel zum Studium des Hebr.iischen, der jüdischen Geschichte und der zionistiseben Probleme zu bilden. Die erste Zusammenknnft dieser Zirkel fand Anfang November statt. Herr li. L. iiawkius sprach über das Saiiimeibuch ״Zionismus und der Staat“ (von H, Sacher), ln der nächsten Sitzung, die am 10. November stattfand, sprach Herr Josef Co wen (Präsident ■der English Zionist Federation) über ״Zionismus“. ״The G i rls׳ Zionist Lcagu e“ und ״Th e Juniors’ Zionist Association“ in Liver- Pool erölfnete ihre Wintcrarbcit mit Vorträgen über Zionismus. Diese Vereine werden hebräische Sprachhirse und jüdische Oeschichtskurse veranstalten. Unter den Auspizien der ״Queen’s Park Zionist and Literary Society״ wurde am 21. Oktober im Jüdisch-Nationalen Institut in Glasgow eine zionistische Versammlung abgehaltcn. Herr S. Pinsky aus London war der Hauptredner. - ln einer internen Sitzung des Vereines wurde der Vorschlag von Herrn Pinsky, eine Gesellschaft für die Propagierung des i lehr liseiieu als einer lebenden Sprache zu bilden, lebhaft diskutiert. Der Vorsehlag wurde angenommen und 25 ],cisonen traten sofort der neuen Gesellschaft hei. Das ״Joint Literary Committee of Z i o 11 i s t a n d M arcahran S »c i c t i c s“ in Manchester hielt Ende Oktober die erste Wintervci'Simmluug ab. Das Thema des Abends war ״Einige Bemerkungen über die Persische Periode“ von Rabbiner Dr. B, S a 1 o 111 o n. Ein zionistisches Mcct ng ist von der״Daught e r s 0 1' Zion S o c i e t v“ in Manchester einberufen worden, hei dem verschiedene bekannte Redncr über die zionistische Bewegung, ihre Aufgaben mul Ziele sprechen «■erden. Unter,den Auspizien der Rclfaster Abteihing des ״Order ul A 11 c i e u t Maccabeans“ wmf Herr Rabbiner ll'odeß eine Reihe von Vor- Irsiingen zugunsten der zionistischen Institutionen halten. Nach der ersten Vorlesung, die zugunsten des Jcu’ishColoni.il-Tni't stattfand, wurden ülier it) Shares verkamt mul ein ״Sharc-CInb“ gebildet, der l'iir den «eiteren Absatz von Shares des J. C. T. Sorg«• tragen soll. Hie zionistischen Vereine von Newcastleo n - T y n e veranstalteten anläßlich eines Schekeltage? ein Meeting, bei dem einige Redner über die Bedeutung des Schekels sprachen. Fs wurden 15(1 Schekel verkauft. p1l₪!!lil!f!lll|!l!lillf||||||l!ll||!ll||||!ll||||₪ | üeininai’istiscliei׳ Vortragszuhlus j | veranstaltet von den zionistischen I | und national-jüdischen Vereinen | | Grofi-Berlins. | | 1. Kurs: j | Dr. Eugen Töublcr: ״Alt-Israelitische j | Geschichte״. § ff Der Kurs wird wegen Ucberfällung ge- § I schlossen. .Weitere Karten können nicht I mehr ausgegeben werden. Damen und g g Herren, die keine Karten mehr erhalten 1 J konnten, können sich sthon jetzt für die g | nächsten Kurse einschreiben lassen. i Seit drei Monaten arbeitet auch in Newcastle ein zionistischer Jngcndvcrcin, ,,The Junior Zionist Society“; die Miiglicdcrzalii ist bereit? von 20 auf Sit gestiegen, uml der Verein verspricht auch welteiiün eine gute Entwicklung. Hebräische Sprachkur?c und Vorträge über Zionismus und jüdische Geschichte sind geplant. Auch in den nicht-zionistischen Kreisen und in der nicht-jüdischen (')Öffentlichkeit Englands schenkt man in letzter Zeit der zionistischen Bewegung größere Aufmerksamkeit. Hierzu liabc״ in hervorragendem Maße die lieiden zionistischen Sanunclluicher ״Der Zionismus und die jüdische Zukunft“ (hcrausgegeiicn von IT. Sacher) und ״Der Zionisums, seine Ziele und Aussichten״ (lierausgegebcn von Paul Goodman und D. Lewis), ferner die von den Herren Simon und Sacher publizierten Broschüren über die zionistische Bewegung und die Jüdische Kolonisations-Arbeit in Palästina beigetragen. Die bedeutende englische Zeitschrift ״F ז ס t n i g 111 ly Review“ veröffentlichte aus der Feder ״Eines englischen Juden" einen Aufsatz über den Zionismus, der freilich vom ״Jcwish Clinmicle“ und den zionistischen Zeitungen Englands in schärfster Form angegriffen wird, weil er alte und längst widerlegte Beschuldigungen gegen den jüdischen Nationalismus enthält. Das SamnuTlnieh von H. Sacher wurde kürzlich von Lord Cromcr einer eingehenden und wohlwollenden Kritik unterzogen, der bei dieser Gclegeiihcit auf die Bedeutung der zionistischen Bc- Strebungen hinwies. ״Pro Israele“ Weber die nichtjüdische Vereinigung tur Verteidigung jüdischer Rechte bei der Neuordnung der europäischen Verhältnisse ״Pro Israele“, von der wir in der letzten Nummer der Jüd. Rundschau berichtet haben, meidet die ״Qiovinc Europa" in Mailand am 9. Oktober 1916: Da« Komitee der Gesellschaft bestellt ans: Prof. Avv. Pietro Bonv a 111 e , Rektor der Handelshochschule ll«c »ni, PräskUiit; Deputierter Arnoido Agnelii und Frau Rosalia Gwis A d a 111 i Vizepräsidenten־. Frau Elga Oh Isen Sekretärin; Ortolani Di An ge 10 Vize- Sekretär, In der Schwebe ist nur noch die ,Ernennimg des Kassenwarts, der vorläufig nicht über sehr große Summen zu wachen haben Wird. Immerhin sind schon einige Beitrage für die Zwecke der Vereinigung cingegaiigen. Zum Heeresdienst der russischen Juden in England Protest des ״National Werkmens Comittee of Jewlsh Rights“ Der Vorschlag Sir Herbert Samuels, alle russisehen Flüchtlinge, die nicht in die Armee cintrctcn wollen, nach ihrem 1 leimatlaudo zu deportieren, wurde auf einer Versammlung i״ Cuopcr Union, die unter den Auspizien des ״National Workmens Committee of Jewisli Rights“ abgehaltcn wurde, von dem Juristen Morris H i I I q 11 i t als völkerrechtswidrig gekennzeichnet. Das Vcrsammlungsniitglied A. J. S hi - plakoff war Vorsitzender, mul die Redner waren der Deputierte Meyer London, Dr. Henry Mosk o w i t /., Präsident der Municipal Civil Service Commission, und Morris 11־ i 114וו ן i t. Die Juden zurück nach Rußland zu schicken — sagte Hillquit — würde heißen, sie zu den Galgen oder nach Sibirien zu schicken. A. J. S 11 j p I a k o f f InTiatip- (etc, daß England nie 111 mehr Recht habe, politische Flüchtlinge von Rußland in die Armee liineiiizustellen, als es haben würde, Amerikaner, Deutsche oder Skandinavier zu zwingen, Militärdienst zu leisten. Am Schlüsse der Versammlung, wurde ein Telegramm an den Minister des Innern gesandt, in dem es unter anderem heißt: ״Die Juden werden jetzt in fast allen kricgsführcmlcn Ländern geopfert ... Es würde ein großes Unglück für die Sache der Mensch lichkcit sein, wenn England, das traditionelle Land der Freiheit und des I)einokratismus, sich den Kräften, die die Juden unterdrücken, anseliliellcn sollte.“ Debatte trn Board of Dcputies Auf der ersten Sitzung der neuen Session des Board of Dcputies wurde auch die Militärdienstfrage der russischen Juden behandelt. Mr Lasky aus Manchester sagte, daß das Board of!)■eputies in dieser Frage nicht seine PfFclit getan habe. Die englische Regierung müsse die russischen Juden naturalisieren und ihnen alle Bürgerrechte geben, dann würden sie von selbst unter das Milit.irgcsctz kommen. Fs sei keine gerechte Forderung, von ihnen den Anschluß an die Armee zu verlangen unter dem Versprechen, daß man sie drei Monate später naturalisieren werde. Außerdem erhebe sich die Frage, was mit den Männern geschehen werde, deren Familien sich in Rußland befinden. Werden deren Kinder Engländer sein? Das Board of Deputies müsse sich mit dieser Frage beschäftigen. In dem gleichen Sinne sprach Mr. Strauß, der sagte, daß das Parlament das Gesetz dahin ändern könne, daß jeder sofort naturalisiert werden kann, Mr. Hcnrikus meinte, daß die Regierung das Naturalisationsgesctz nictit ändern könne. Da? würde ungefähr ein Jahr dauern. Ein Rcgicrimgskomitce arbeite gegenwärtig daran, das Naturalisationsgesctz strenger zu machen. Es sprach die Befürchtung aus, daß durch die Weigerung der russischen Juden, englischen Militärdienst zu leisten, die Juden leiden würden. Mr. Robert Monte( io re vom Ministerium des Innern meinlc ebenfalls, daß die Juden wegen des Nicht,anschlusscs sehr leiden werden. Er wisse nicht genau, was die Regierung tun werde. Im Ministeritim des Innern winden Mittel in Aussicht genommen werden, wie man die russischen Juden in dieiArrnee bekommen könnte. Mr. Rose 11t 11a I erkürte dem Board, warum russische Juden keine Lust haben, sich der Armee anzuschiicßcn. Sie erhielten nicht nur keine besonderen Privilegien, sondern nocli weniger als die englischen Staatsangehörigen. Protestmeeting der Sozialisten Am 22. Oktober fand in London ein von den russischen sozialistischen Gruppen in London und den jüdischen sozialdemokratischen Organisationen in England cinberufcncs Meeting statt, das sich mit der Militärdienstfrage der russischen Staatsangehörigen in England befaßte. Es wurde nach vielen Reden der Arbcitsfülirer einstimmig eine Resolution angenommen, die erklärt, daß die Politik der Regierung gegen die Rechte der Fremden sei, und daß sie die Vernichtung des Asylrechts Zum Ziel habe; diese Politik sei ein schwerer Schlag für die inter*

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