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Jüdische Rundschau · 1916-10-18 · Heft 41-42 (18.10.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 41-42 (18.10.1916)
Date
1916-10-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41/42 J U EDI SCH E RUNDSCHAU Seite 345 Die Gemeindenkrise in Rußland Infolge der Festsetzung von vier fleischlosen lagen in der Woche worden die Einkünfte der jinlisehen i'leiseh-Korohka viellaeh vermindert (vergl. 1|״ul. Rtuulsch.“ Nr. ),ל) mul all die jüdischen (1rmeimle.'instahen, die Synagogen, Selmlen, Krankenl1.H1-.er, Waisenlieime etc. in die neue (iel'aln׳ eines völligen Ruins gebracht. So /. II. hc/icht die jüdische Gemeinde in J e k a t e r i n o s I a w , die bisher 121)000 Rubel jährlich Einkünfte aus der Heisch- Korobka halte, jet/t nur 10 llbl) Rubel und die (1emciiulv zu Kiew, die ein entsprechendes Einkommen um 200 000 Rubel halle, nur 50 000 Rubel. In alnilieber l äge beliuden sieb auch die grollen jüdischen (ieniciiulen in T s c 11 c r 11 i g o w, Kischinew etc. besonders kritisch wurde die I nge in den kleinen Städtchen, wo die Heisch-Korobkn die I lanpibasis r'ii 1־ die materielle Evisten/ der Rabbiner, Acr/te, Kauloren tisw. bildete,!,in der (iefahr abzuhelfen, wäre eine Zwangs- Ik'sleuerung aer (icuieindemitglieder nötig, die aber angesichts der in Rußland herrschenden Gesetzgebung Mir Jiidengemeinden un/ulässig ist. Versehiedene (1e• ineinden versliehten schnn auf privatem Weg, dieses Reell( für sieh zu erreiehen. So ersuchte die jüdisehc (iemeinde zu T s c h c r 11 i g o vv!.las Ministerium des imicrn, ihr du* Besteueruiigsrccht zu gewähren, mul die jüdische Gemeinde zu Kischinew verlangte die Gesetzesvorlagc der Rabhinerkoiifereiiz. von Dill über die Legalisierung der Gemeinden zu sanktioniere״. Mit ähnlichen Gesuchen wandten sich auch die jüdischen Gemeinden in Mohilcw, Witchsk, Minsk u. a. an das Ministerium. Ihn all diese Versuche diirchzulubren und ein politisches Programm in der!Tage der (icmeinderclorm auf/ustellcii, aut (irnml dessen eine Gcsct/csvorlagv durch die jüdischen Abgeordneteii der Reichsüuma vorgclcgt werden wird, hesehlolt die jüdische Synagogeiiverwaltung in Peters• bürg eine Konferenz der Vertreter der gröllereii jü• diselren (iemeiiiden in nächster Zeit ein/iilienifen. Anller diesen aflgcmeinen Reorganisierimgs/ieleii wird die lleratung die Aufgabe haben, < icld(|11e|leu ausfindig zu machen, um die gegenwärtig vor ihrem Ruin stellenden jüdischen Gemeimleaiistalleu aiilreclü zu erhalten. Die jüdische Presse aller Richtungen schenkt dem Rcorganisicruiigspmhiem der jüdischen (icineitiden, das eine der I laiiplhestrehiiiigen aller jüdischen politischen Parteien des Landes darstellt, lebhaftes Interesse, Vom Jüdischen Nationalfond ln der Zeit vom I.,Januar bis )0, September 1010 beliefen sieh die Nati<mall'oiid-SpendcM auf insgesamt 50 1 820 M, gegenüber III015 M, im gleichen Zeitlaunie des Vorjahres. Die Spendrneinkimfle des Jüdiseheii National• londs im September 19 K> ergaben 52017. Sie verleileii sieh auf folgende Länder:!Oesterreich 11(102 M, (biM tzti׳ Gebiete 381 M.), I ieiitseliland׳ II 125 M, (bcsct/.tc Gebiete 000 M.), Amerika 12 05b M., ( aii.ida 3(111 M., Südafrika 2275 M., Holland 1138 M., Riillland 085 M., Bulgarien (>80 M., England ()IS M., Sndslavisehe Länder (107 M., Schweiz 558 M., Danemark 308 M., Griechenland 3(10 M., Ostasien 210 M, mul Aegypten 235 M. Außerdem sind im September für den Ge- 11 o s 8c n s c 11 a f t $ f o n d 22<i0 M. gespendet worden, wovon 2175 M. auf Holland entfallen. Während der H a I b f e i e r t a g c des S11 k - k 1)1 h fest es beginnt in allen I.ändern die Leer 1111 g der S a m m c I h ii c h s e u des Jüdischen Natioualfonds, und es ist in dieser Zeit doppelt wünsehenswert, *fall hierbei keine Büchse olieigaiigen wird. Vor Ausbruch des Krieges waren in der ganzen Welt etwa 150 000 Büchsen verteilt. Hort, wo die Organisation der Sammelbüchsen auf der Kobe war, ist halbjährlich ein!,Hurchschuittsertrag' von I, M. pro Büchse erzielt worden, lioffcntlieh wird die nach Alisehhtß der I lalhjahrsleerung zu veröffentlichende Statistik der an den cmzcliieju Orten verteilten bezw. geleerten Sammelbüchsen er- ,.;eben, daß überall die Leerung der Büchsen lückenlos durchgefühlt ist und ein wachsendes Erträgnis gebracht hat. Wenn auch zu erwarten ist, daß in (ier Folge die Zuwendung1 größerer Beträge an den Nabonalfoml häufiger werden wird, so bleibt doch das Volkssam 1111־lirmteI der Buchsen von großer Bedeutuug, weil es unserem Volksschatze ungeachtet der Zciiverhältnisse eine Stabilität seiner Einnahmen vco hiirgt. Jeder Zionist sollte deshalb dazu beitragen, daß die Einkünfte des Nationalfonds aus den Sammelbiichsen mehr und mehr den Charakter einer Sei bstbc Steuern 11g unserer Gesinmmgsgenossen erhalten. Nur dann wird cs möglich sein, das in Eret Israel geschaffene Werk nicht bloß zu erhalten, sondern es in einem beschleunigten Tempo aiiszubanen, Wir Ireten in dcn*"drilten Kriejr.swintci‘. Boten die beiden ersten schon genug der Entbehrungen und Leiden, so ist von dem kommenden noch eine Steigerung der Not zu erwarfen. Mil der Länge des Krieges sind die zunächst noch reichlich vorhandenen Vorräte sowohl fiir Ernährung wie für Bekleidung verbraucht, das wenige Vorhandene ist unerschwinglich teuer, für Minderbemittelte nicht mehr zu beschaffen. Die Lebensmittel, soweit sie im Lande produziert werden, sind zwar in knappen Portionen allen zugemessen, aber die hohen Preise für Butter, Eier, Fleisch, selbst für Gemüse und Obst, machen diese Nahrungsmittel für die Familien der Kriegsteilnehmer und unserer armen Flüchtlinge, die mit ihrer kargen Unterstützung und ihren immer geringer werdenden Einkünften auskommen müssen, völlig unzugänglich Sie sind auf Brot und Kartoffeln angewiesen, die in so geringen Mengen zur Erhaltung der Gesund* heit nicht mehr völlig ausreiehen, wenn alle anderen Beigaben fehlen. Kleiderstoffe, vor allem Schuhwerk sind so knapp geworden und daher im Preise so ungeheuer gestiegen, dass die Erwachsenen für die Arbeit und vor allem die zahlreichen Kinder nicht mehr damit verschon werden können. Die schlimmsten Erkrankungen sind 7.u befürchten, wenn Unterernährung und Erkältung Zusammenwirken. Hier tut dringend Hilfe not! Darum wenden wir uns an alle diejenigen, die in der Lage sind, Not und Elend zu lindern, an alle, die nicht müde werden zu helfen und nicht müde werden dürfen! Es gilt die Erhaltung der Jugend, eines gesunden Nachwuchses. Es gilt, Frierende zu kleiden, Hungernde zu speisen. Jede Gabe ist willkommen, um unserem Hilfskomitee eine segenbringende Arbeit zu ermöglichen. Eine regelmässige Selbstbesteuerung, die uns einen bestimmten Etat sichert, würde unserer Hilfe die wirksamste Sicherung geben. Gaben jeder Art sind willkommen! Wer selbst mit den Hilfsbedürftigen in Fühlung kommen will, übernehme eine oder mehrere Familien zur Versorgung. Wer getragene Kleidungsstücke, warme Wäsche und Stiefel entbehren kann, sende sie an unser Kleider-Depot. Barmittel benötigen wir auch zur Aufrechterhaltung und Weiterführung unserer Brief• Vermittelung, die sehr umfangreich geworden ist und grosse Aufwendungen an Mühe, aber auch an Kosten für Porto, das jetzt wesentlich erhöht ist, erfordert. Mit dieser Seite unserer Tätigkeit konnten wir nicht nur materielle Not lindern, sondern auch vielfach Beziehungen zwischen den in alle Well zerstreuten Familienmitgliedern wiedcrhcrstcllen, manch bedrücktem Mutterherzen Trost und Beruhigung durch Nachricht von ihren Lieben gewähren. Unsere Barmittel sind völlig erschöpft! Wir können unsere Arbeit nur fortsetzen, wenn jeder nach seinen Kräften dazu beisteuert, unseren Fond wieder aufzufüllen. Helft uns die Kinder vor Hunger und Krankheit zu bewahren I Hilfskomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Geldspenden erbeten an: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8. Postscheckkonto Berlin 8091. Kleider an: Frau Dr. Zfockstl, Berlin, Weißenburger Str. 6. LITERARISCHE CHRONIK In Jaffa erschien eitle schön ausgcstattctc Summ- Imiß hebräischer Gcdichlc eines jungen Dichters I ew i 11 - K i p 11 i s, telitclt ״Lewa«( ad" (,,Einsam“). * Eim'ii wertvollen Beitrag zur Geschichte der in- Heren Kampfe des Chassidismus liefert Herr ). E \v e 11 >״it seinem hebräischen Buch ״ M a c 111 o k c t h San/ w e ’ S a <1 a go r a“, das jetzt in Ne vv-York erschienen ist. Das Werk lH'handelt den bekannten Streit /wischen Rabbi (.11.1 jiווו I lalberslamm aus San/ um! den Nachfolgern des Rabbi Israel Risliiner, die in Sadagora ihre Residenz ballen. Auszüge aus dieser sehr interessanten Arbeit waren bereits in Amerika in der hebräischen Zeitschrift ״Haiwri“ und in den jidisehcn Zeitungen ״Der l ag“ und •״Wahrheit‘׳ veroffcntliclit. Hie Ncw-Yorker Gesellschaft zur Förderung der hebräischen Sprache und Literatur ״Ach ie bei“ Ix•- schloß, ein literarisches | a b r b u e h nach «lern Vorbild der bekannten Jahrbücher ״Aehiasaf“ in hebräischer Sprache heratiszugeben, * Im Verlag R, Merlis (New-York) erschienen in 5 'Bänden sämtliche ״Dra 111 a t i s c 11 e u W c r k e“ von ,!*ere/ II i r s c 11 b c i 11 in jidisclur Sprache. Im Verlag (נ. A. Sehwetschke, Berlin, erschien als Heft I I der Sammlung ״Kriegsiiolitisdie EinzelsehiiHcn“ eine Broschüre: ״Die I. a g e des jüd i s e h e n Volkes in R u ß f n 11 d׳ \ Reden gehalten in der Duma, Uelwrset/t und mit einem Ge- Icitwort versehen von Professor Dr, S, Kali scher. 41 In der ״N a t u ז w i s s e 11 s ch a f 11 i c 11 c 11 W oche n schrift“ «tun 25. Juni BMC (Verlag Gustav Liseher 111 Jena) erschien au leitender Stelle eine Abhandlung von l>r, A. Friedman״ über die ״Naturschätze iu der Türkei״, in der den ,, 11!1 v r 111 e 11 von Ti her ins" ein Abschnitt go Widmet ist. " <Rr ungarisch-jüdischen Zeit• Das August-Heft schrift Mult 15s Jövö“ ist dem Diehtcr-Jubi• tl>or ^«1״kteur Dr Josef den Namen durch seine Gehers et zu 11 gen und Studien ,.. , . 1״ Ungarn bekannt gemacht hat, widmet einen eingehenden Aufsatz tlcr ־־' ' lliahks, von der er in eigener Dichtung Uebcr&etaing viele Proben in ihr ganzen Nummer zerstreut veröffeullieht. In einem anderen Artikel erzählt L>r, Patai üIht Bialiks Aufenthalt in Budapest, als der Ihcli- Ier hei Beginn des Krieges unter großen Schwierigheilen vom t raii/eiish idei Kuraufenthalt nach Odessa lieimreiste. Die llhist rationell wie auch tlcr übrige Inhalt des I ieltes habon das Tltcm,1׳ der Zerstörung Jerusalems zum Stoff. * In dem nengcgmiiileteiii zionistischen Verlag ״Mrrchavia“ (Moskau) erschien in russischer Sprache eine SninmcMirift ״Im I. i c h t e d e s K r i tg es“. Die Srlirift enthalt Aufsätze von I>r. J. W ( s eh I e וו o vv, M. (itrstln-nsohn, S. (lep■ stein, 1״ J a f f e mul Clt. G ז ü n b e r g. in russischer Uebersct/img von CI1. Grünbcre erschien mit einer Einleitung versehen in Peters- Imrg 11״ Verlag Wostok“ (״Orient“) ein Band Schriften Ach ad lla :uns. Dieser Band dessen Erscheinen mit dein «)jährigen Jubiläum des Autors /iisammcnfk'l, bestellt aus sechs bis jetzt in die mssisclie Sprache noch nicht übertragenen Aufsätzen. Das zionistische Büro in Warschau hat die Broschüre von l)r. Osiäs Thon über ״Herzt“ in jidisehcr Sprache Iwrausgegeben. Dieses Büro hat terner eine Broschüre ,,Zionismus'‘ von Dr. Pasmau 1 k m polnischer Sprache veröffentlicht. Seit einer Keilieyvon Jahren ist das die erste zionistische Hroselnire, die 111 polnischer Sprache erschienen ist. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Amerika. in New-York.) Am 18. September fand in New-York eine Konfereiiz statt zu der alle z.ionistiseben Redner in New״- Vork *ungeladen waren. Die Konferenz war cinl>erufen worden, um die bevorstehende Winterarbeit Bcschlü'ssc.^ m opga״iskTC" ״«*I faßte entsprechend« B ״ ־ " I « M I V | 9.J Kimm!!1״,״' v°r einer gutbesuchten Ver sammluig der Ncw-Yorker Zionisten Frau Fel! ll״/ Ac Bedeutung des Beschlusses der 19 Kon fertnz der amerikanischen Zionisten, in Palästina ein«

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