Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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י IJ EDISCH E RUNDSCHAU Seile 293 Nr. 35 ZIONISTISCHE BEWEGUNG Oesterreich. L i o 11 i s t i s c 111׳ I 1 ü c J111 i 11 g s f ii r s o r g c. Die Kriegslage im Osten hat wieder viele Taum ״di׳ Juden aus ihren Wohnsitzen vertrieben. Ls fliuiileii nicht nur die Familien, die Ivereits zurückgekehrt sind, solidem in noch viel stärkerem Malle diejenigen Juden, die während der ersten russischen Invasion zurückgeblieben sind und der russischen Bedrückung ausgesetzt waren. Die Flüchtlinge sind in verschiedenen böhmischen und mähiische« Ortschaften untergebracht wurden. Lin Teil ist nach Ungarn dirigiert worden. Seiteils der Regierung geschieht alles, um den hed.mcmxwertcu Menschen, die ihr Hab und Out zurückgelassen haben, die Lage erträglich zti machen. Die österreichischen zionistischen Fürsorgcaktioncu werden sonach noch stärker in Anspruch genommen werden und, diesem Umstände Rechnung tragend, ist die zionistische Leitung bemüht, die diesbezüglullen Agenden entsprechend zu erweitern. Niederlande. Die S. Jahresversammlung der niederländischen /lonistischeii Stiidcntenorgaiiisatioii wählte für das nette Bclriebsjahr Herrn M. H. de Jung /.um Vorsitzenden, Herrn R. Polak zum Sekretär, Lräulein I., C o 11 e 11 zum Kassenwart, * In Amsterdam Italien dort weilende ostenropiiiselie Flüchtlinge einen zionistischen Verein ״ H 11 e Keil ein“ gebildet. Der J o o d s c h v Wächter bringt eine Artikclseric von Dr. B. P. O o 111 p e r t s über ״Gasttreibe it und Bürgerrecht“, in welcher der Verfasser im Anschluß an Debatten im nicderlän- «lischt• 11 Parlament über Grundsätze für die Naturalisatinn von Ausländern den nationaljiidischcn Standpimkt zu diesen Fragen darlegt. Amerika. (״V o u n g | u tl a e a" - K o n f e r e n z in N e w - Y o r k) Am 8. Juli versammelten sich über hundert Delegierte aus den Vereinigten Staaten in Long Brauch, New-York zu einer ״Yottng j 1t d .1 e a“ - Ko 11 f c - re 11/. Alle Berichte der einzelnen ,,Klubs“ bewiesen den Fortschritt der amerikanischen Jugendarbeit. Die Abteilung des Staates New-York umtalit allein 3 500 Mitglieder und arbeitet mit einem Jahres-Budget von 15011 Dollar. Ueberall war der stärkste Zuwachs in den M ä d c 11 e 11 k I u b s zu verzeichnen. Ls wurde beschlossen, Pfadfinder a b t c i 1 u n g e n zu gründen, uut am Sport interessierte Jungen heranzu/iclien, Die Delegierten bewilligten ein Budget von 5 (KID Dollar. Dem Notfond des P. L, C. wurden ebenfalls 5 000 Dollar zur Verfügung gestellt. (Vorträge von Dr. Sch mar ja Lew in.) Mehr als 1001) Personen hörten in Pittsburg eine Rede voll Dr. Siihmarja I. e w i 11 , der ein eindrucksvolles Biltl von dem schrecklichen Llcnd en(warf, Ü1 dem sidh die Juden der Kriegs/.one hofinden. Auf der Versammlung wurden über ■100 •I fiir palästinensische Instilulionen gesammelt. England. (M ,1 «!ehester Zionist Association.) I )1 e A\ a n c h e s t e r Zionist Association hielt am Sonntag, den 30. Juli ihre jährliche Geiieialversammlmig ah. Bedeutende Fortschritte sind wählend des letzten Jahres gemacht worden. Die Mitgliederzahl ist auf •100 gestiegen. Audi die allgemeine!,resse interessiert sieh für die Bewegung, wie unter anderem aus einigen Artikeln des Manehester ünaidiaii’s hervorgellt. Das Komitee der Associaliou hat die Leitung der Ivriyah Schule für Mädchen übernommen. Ls wurde der Versuch gemacht, die jüdischen Gewerkschaften und ״Freundsrhaftilchen Gesellschaften“ (soziale Krankenkassen) fiir den Zionismus zu interessieren man hofft eine Zusammenarbeit zu erreichen. — Scliekalim waren 32(1 verkauft worden. Für die notleidende jüdische Bevölkerung in Palästina wurden 127 Pfund gesamnult mul dem Provisorischen Zionistische״ Exekutiv- Koinilee in New-York überwiesen. (Herzl-Feier im englischen Ge fangenen-Lagcr.) In dem englischen Zivilgefaiigenen-l.ager in Dong |as. fand am 23. Juli d. J. eine Ilerzl-Fcicr statt, die von! Jüdischen Komitee veranstaltet wurde. Mehr als 150 österreichische, ungarische, deutsche und türkische Juden nahmen an der Feier teil, die von Herrn Rabbiner Dr. Silbermann eröffnet wurde. Herr Moses Frostig (Rcdakteui des Leinberger Tageblatts) hielt eine zu Herzen gehende Gedenkrede. Frankreich. (II e r z I f c i e r.) Am 21. Juiii haben die Zionistischen Vereine von Paris gemeinsam eine I ler/l-t iedeukfeier veranstaltet, hei der der Präsident der französischen Zionisten- 1 Tkleratiott, Dr. A. Klein, die Hauptrede hielt. T ripolis. Wahrend zionistische Arbeit in Tri|*1lis bis kurz vor dem Kriege noch fast unbekannt war, ist heute der zionistische Gedanke unter den Juden Tripolis stark verbreitet. Unter der ca. 15 001) Mitglieder zählenden, last in ihrer Gesamtheit orthodoxen jiidisehen Gemeinde in Tripolis wurde in der letzten Zeit der zionistische Gedanke durch Veranstaltungen Vortrage und teste, durch Propaganda-Broschüren in hebräischer und italienischer Sprache propagiert, und diese intensive propagandistische Tätigkeit zci- (igle gute Erfolge, Glückwunsch-Ablösungen Solange der jüdische Nationalfoiul besteht, lialien unsere Freunde z.um Rusch I lasdiannli- Fest < ielcgenlieit genommen, ihn dtincli Glückwunsch-Ablösungen zu unterstützen. In diesem dritten Jahre des Weltkrieges erwächst der (idielreitdig'keit imserer (iesiniiungsgenossen wieder eine besonders dringliche Aufgabt׳. Die Lage unserer palästinensischen Brüder ist, trotzdem sie durch tatkräftiges Eingreifen vor dem Aeuiicrsten bewahrt blieben, nach wie vor sehr traurig und es bedarf weiterer ganz erheblicher Mittel, um unserem Kolonisationswerk über die furchtbaren Erschütterungen des Krieges binwegzuhell'cii.!Wir bitten daher alle unsere üesinnungsgenossen, bei den diesjährigen Neujalirsablösungen der vom Nationalfond geschaffenen Notstands-Aktion für Palüstina besonders zu gedenken und aucli fern erste- 11 c n de jüdische Kreise zti derartigen Spenden zu veranlassen. Wir Italien bereits an alle uns erreichbaren Adressen eitlen Aufruf iu diesem Sinne verschickt und fordern unsere Freunde hierdurch dringend auf, uns möglichst viele weitere Adressen zu diesem Zweck aufzugebett. Der erste Ausweis der Ablösungsspenden erfolgt in Nr, 3t) der ״Jüdischen Rundschau“. Falls unsere Freunde die Zusendung dieser Nttin- 111er an bestimmte Adressen wünschen, sind wir gern bereit, gegen Einsendung von 10 Pf. für das Exemplar die Zustellung zu übernehmen. Die Spenden müssen, um noch in die Nettjabrsntiniuier atifgenonimeii zu werden, bis spätestens Freitag, den 15. September bei unserem Schatz- ׳meiste!, Herrn Max Wollstcincr, Charlottenhing, Roscherstr. 5, Postscheck-Konto Berlin 3817, eingeben. Wir bitten nochmals, unsere Aktion durch größere Spenden und durch Propaganda in weiteslen Kreisen zu unterstützen. Jüdischer Nationalfond Zentrale für Deutschland. Australien. Am 13. Mai fand unter Vorsitz des Herrn J. K i s s e 111 o f f die erste Jahresversammlung der Y o n n g M c 11 ’ s Zionist Association in Sydney statt. In seinem TätinkeitslH'richt wies der Vorsitzende auf die guten Ergebnisse hin, welche die zionistische Arbeit, sowie die Arbeit für den Jüdischen Hilfsfonds während des letzten Jahres er-!;eben hat. Der Verein hat 22 Vortragsabende, außerdem zwei große öffentliche Versammlungen veraitstaltet. Für den Jüdischen H i 1 f s Fo n d hat der Verein mehr als 10 000 Francs aufgebracht. I lerr Pcrc.v 1. Marks, der Vorsitzende der Sydney Zionist Association, der in der Generalversammlung das Wort ergriff, widmete der Tätigkeit des jungen Vereines Worte warmer Anerkennung. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden die Herren J. Kisscllioff zum Vorsitzenden und Herr S. P c c h t e r zum Schatzmeister wicdergevvählt. Sekretär in Ehrenamt wurde Herr I. K. Sampson; außerdem gehören dem Vorstande neun weitere Mitglieder an. Die Zionist Soeiitv in A ueklaud Ncu-Zeeland, hat ihren Bericht über das Geschäftsjahr 1015/16 veröffentlicht. Die Zahl der Mitglieder ist trotz des Krieges erhalten wurden und beträgt 171, die größte erreichte Zahl während der zwölfjährigen Dauer des Vereins. Das Hauplereignis des Jahres war die Eintiilinmg einer Jueerdabteilung. Es sind schon Mitglieder in die jiigeiidnhtcilung aufgenommen WOK• den. Der Verein bat sieh der English Zionist Federation angesdtlosscn. Präsident ist Rev. S. A. ti o 1 d s t e i n, Russisch-Polen. Korso. Herr Sch. Zcmacli hielt einen Vortrag über ״Die Einwanderung der Juden nach Palästma“. S o s n o w i e e. lieber ,,I >ie Aufgaben des jungen Geschlechts“ sprach hier Herr Sch. Zcm ach. (Hebräisch als Unterrichtssprache.) Das Rmlupestcr L.imlesrabbinerseminar hat nuf Antrag des Präsidenten des Kuratoriums, Dr, Franz M e / e v, beschlossen. \otn nächslcn Schuljahre ab, sowohl in der unteren, wie in der oberen Abteilung für die hebräischen Lelirgcgenst.imlc die hebräische Sprache als Unterrichtssprache em/tifiiiircn. Diese Neuerung ist ums״ bezeielmender, als gerade in Ungarn in jenen Kreisen, welchen die Leitung des K’abhinerseminars anoeliöi t, bis vor nicht langer Zeit eine entschiedene Haltung gegen die Anerkennung der hebräischen Sprache als lebendige Sprache!1» torisch war. Diese Wandlung wird sicherlich nicht ohne Wirkung auf die Erziehung der künftigen Gencration der ungarischen Juden bleiben. Aus England. In London werden gegenwärtig unter der eit»- gewanderten ostjüdiselien Bevölkerung ״Landsmanrtschäften“ zwecks I * 1nterstützung der kriegsnotleideutle 11 Juden der Städte organisiert, denen die betreffenden Juden Londons entstammen. Bis Jetzt wurden derartige ״Warschauer“ ״Lodzcr“. ״Bialistoker“, ״Mohilcwcr“ iisw. Landsmannschaften gebildet. (B 111 m e n t a g in Londo n.) Wie ״The Icwislt Chtxmicle“ mitteilt, veranstattete das Jüdische Arbeiterhilfskomit e e in London einen Blumentag, dessen Sammlungen die Summe von 510 PfuntF erreichte, Aus Amerika. (Der dreißigste Trauertag um Schalem A I e j c h e m in New-York. Samstag, den 13. Juni, versammelte sich anlüßlieh des dreißigsten Todestages Schalom Alcjchetns die Intelligenz der jüdischen Bevölkerung Nevv-Yorks im grollen Carnegie-Saal um das Andenken des unvergeßlichen Toten zu leiern Der Vorsitzende der Gemeindeverwaltung, l>r. J. L. M a g n e s, eröffnete die Feier und erteilte Herrn Dr. Seheniarja Lew in zur Trauerrede das Wort, In meisterhafter Form schilderte Dr. Lcwi» die Persönlichkeit des dahingeschiedenen Dichters und die Bedeutung seines Schaffens für die weitesten Kreise der Judeuheit. Rührend wirkte das Testament Schalom Alcjchems, in der sehr eindrucksvollen Vorlesung des jüdischen Dramaturgs Percz 11 i r s c 11 b e i n. Die Schriftsteller Schalom Asch uml David Pinsky trugen zum Schluß einige ausgewiiblte Abschnitte aus den Werken des Dichters vor. Aelinliclie Tr.iucrvcrsammlmigcn wurden auch in einer Reihe anderer Städte Amerikas veranstaltet. Die jüdische Presse widmete von neuem den Erinnertingcn an den Dichter und der Würdigung seines Schaffens großen Raum. Aus dem besetzten Gebiet. (Vom a m e r i k a!1 1 s 1 111 11 H i 11 s w e r k.) Das Ko p e n h a g e 11 c r Büro der Z i o n i s t is e 11 e 11 O r g a n i s a t i o 11 hat auf Verlangen ver* srhiedencr Stellen im besetzten ■Gebiet darüber nach Amerika berichtet, daß im okkupierten Gebiet unter der jüdischen Bevölkerung großer Bedarf nach kondensicrter Milch, insbesondere für Säuglinge und Kinder, besieht. Nun mehr ist die Nachricht eingetroffen, daß das Joint Distribution Comm 111 e e des American | c w i $ h R c I i c f C o mmittee auf diesen Bericht hin 2501)0 Dollars für den Ankauf kondensierter Milch für die notleidcnden Juden im besetzten Gebiet bewilligt hat. Falls der erste Versuch der Uebcrmittlung und Vcrteilung der Milch gut ausfallt, ist es möglich, daß das genannte Joint Distribution Committee (Vorteir lungskomitee) später weitere Beträge für den gleichen Zweck ausset/.t, Wilna. Mit dem vor einigen Wochdti infolge von Flecktyphus verstorbenen praktischen Arzt Dr.!Josef Epstein ist einer der bedeutendsten׳ Männer und Führer der nationalen jüdischen Sache dahmgegangen. Besonderes Interesse widmete er zionishschcn Bestrebungen und der Förderung der hebräischen Wissenschaft und Sprache AUS ALLER WELT Aus Ungarn. Löst die Roschhaschanahwünsche durch den Nationalfond ab!