Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 33 J U E Dl SC H E RUNDSCHAU Seite 277 Schlußreden hielten Rabbiner L e v i!1111 a I, l>r. 1: pst ein, Jacob de Haas, M. Sc 11111 man״. Ab, Go Id bürg, L. Lipsky, M. M. Scheink i 11, Leo M o t z k i n, J. Karo 11 d e s, B, M o ss i n s o h 11, Prof. F r i e d 1 ä n d e r und I >r, Schmarja l.c v in. liefe Bewegung rief die geistvolle Schlußrede des Herrn l)r. Levin hervor, die mit stürmisehent Beifall uufgciumimen und mit dem Absin- «et; der Halikvvah erwidert wurde. Anlalllich des Dclegicrtcntages vcrausta.U . . ie .. V o u 11 g M e n H e b r e w Assuci a t i« 11" in Pni- Uk'lpliia einen Emniangsabend bei dem die Herren l)r. Margolis, f)r, Harry Friedenwald und andere Ansprachen hielten. Sonntag abend fand im Metropolitan•( )pcra-Housc unter dem Vorsitz des (lemciiuie-Prasidenteii Herrn L. 1. c v y eine Masscnvcrsa 111 in I u n g statt, der mehr als 5001) Personen beiwohnten. Der Hauptredner des Abends war Herr Prof. Harry Friedenwa ld, der die Rcstrcbungcn des Zionismus und die indische Entwicklung in Palästina dariegle, um sehlielilieh kur/ /u betonen, dal! sich glänzend vor aller Augen erwiesen habe, dal! Zionismus und Ainonkanisiitus wohl /u vereinen sind. Ausführlich über diese letzte Frage sprach Richter Julian W. M a c k aus ' ( hHago, der erst vor kurzem dem Zionismus ge- Wonnen wurde, Linen tiefen Eindruck machte die Anklagerede des Reform-Rabbiners l)r, Mas Heller gegen die Assimilationsbestrebungcn, die sich unter den Rciorniiabbinern geltend machen. Nach seiner Rede erschien auf der Tribüne Louis I). B r a!1 d e i s, dem begeisterte Ovationen dargebradit wurden. Dr. Benzion Mossinsoh n sprach über das Leben in Palästina und forderte zur Unterstützung des Kolonisationswerkes auf. Unter den Rednern waren auch der christliche Geistliche William B I a c k s t o 11 e, die jüdisch-amerikanische SclirifUtellerin Mary A 111 i 11 , die sich durch ihren Ro- I man ״The Promiscd Land“ berühmt gemacht hat, und der beliebte zionistische Volksredner Z. K. Al a s I j a!1 s k y. Begeisternde Reden an die Versammelten von l)r. Stephan S. Wise und Dr. S. L e v i n hatten zur Folge, da(( an diesem Abend von zionistischen Organisationen und Einzelpersonen I (10 OttO Dollar für zionistische Zwecke bewilligt wurden. Montag Abend fand ein B a n k e 11 statt, bei dem Dr. Harry F r i e d e 11 w a I d präsidierte und au dem 8(10 Personen tcilnahmen. Ansprachen hielten Herr Schciukin in hebräischer Sprache, ferner die Herren Dr. Sehmarja I. c v 111, Louis Lipsky und viele andere. Zum Schluß hielt I lerr I )r. S, M c I a in e d einen eingehenden Vortrag über die jüdische Presse in Amerika und ihre Stellung zum Zionismus. Dienstag Nachmittag (and eine Beratung 11 c r hebräischen Lehrer statt, in der Fragen des hebräischen Unterrichts erürtert wurden. Ls wurde ein K o 111 i t e e ernannt, das sieh mit der kürzlich gegründeten ״Hebräischen Föderation“ und der ,.Amerikanischen Zionistischen Föderation“ wegen der I Begründung einer ״V e r e i 11 i g 1111 g der hchrüisehen Schulen in Amerika“ in Verbindung scl/cii soll. < ileichzeitig fand eine Beratung des ״I1 a 11 a s s a" statt, die sieh mit den Fragen der medizinischen I lilisaktiou für Palästina eingehend hel'alltc. Auf einer Konteren/ der zionistischen S 111 d e 111 e n \ e r h i 11düngen sprachen Dr. B. M o s s i 11 s o 11 n, Prof. B. K 111 i n und Richter Julian Mack. Dienstag Abend fand der sogenannte ״llehräisihe Tag" statt, an dem mehr als 500 Delegierte und (Fiste tcilnahmen und der ausschlielSlieh in hebräischer Sprache geführt wurde. Vorsitzender war Dr. M. Schein kin. Der Sekretär der Organisation, Herr Bernstein, verlas eine Reihe Bcg1üßungsdc|>eschen der hebräischen Vereine, Schulen und Schrittsteller in den Vereinigten Staaten und Canada. Mit besonderer Begeisterung wurden die Begrüßungen von Rüben Braiuin und Eliescr Ben-Jehuda aufgeiioiumcn. IX'11 ersten Vortrag über ״Land, Volk und Sprache“ hielt Dr, B. M o ssin soll n. Uebey die Eigenart der orientalischen Kultur und über die besonderen Schwierigkeiten die Amerika ihrer Entwicklung cntgegenstellt, sprach Dr. Sehmarja L e v i n. Im Namen der Philadelphier jüdischen Gemeinde begrüßte Rabbiner 1). A. Levinthal die Versammhmg in einer meisterhaften hebräischen Anspräche. Im Namen der Poale-Zion sprach D. Ben Gurion, im Namen des Misraehi Herr Meier Berlin. Herr K. Witcman schilderte die Geschichte der hebräischen Versuche in Amerika berichtete über die Tätigkeit der neugegründeten hebräischen Föderation und schlug eitlen genauen Arbeitsplan für die Zukunft vor. Der ״Hebräische Tag“ beschloß, eine reguläre Konferenz der hebräischen Föderation abzuhalten, deren Einbcnifungszeit das Komitee zu beschließen hat. Abram J. Elkus Der vom Präsfdcnteu Wilson, wie bereits mitgeteilt, zum Botschafter der Vereinigten Staaten in der Türkei ernannte ■Rechtsanwalt Herr Abram J. Elkus, einer der bekanntesten Juristen von New׳- York, spielt audt im jüdischen Leben Amerikas eine große Rolle. Er ist u. a. Präsident der ״J üdischen Technischen Schule für Mädchen“ kt Ncw-York. Medizinische Expedition für Palästina Das Provisor■ Zionist. E א c k 111 i v k o in i - tvc meldet, «laß hinsichtlich der Absendling eincer iiicdi/inisehen Evpetliiion nach Palästina, bestehend aus 10 Acrztcn und 2 ausgebililcten Pflegerinnen, Forlschrillc gemacht worden sind. Mr. Jacob de Haas, Sekretär, und Mr. Julius Dieser vom •iiiglon Bureau besprachen mit Staatssekretär Pulk tlic Einzelheiten der Abseiuhing dieser E\- pedition und erhielten die Versicherung, daß die Regierung «ler Vereinigten Staaten ihr Möglichstes tun werde, um die notwendige Erlaubnis von seiten der englischen, deutschen und türkischen Regierung zu erreichen, damit die Expedition so schnell wie möglich in Funktion treten könne. Als die Haiiplschwicrigkcit vvirtl cs betrachtet, «he Erlaubnis zu erhalten, für «las Personal der Expedition I ieilinittcl und andre medizinische Artikel mit/iinehmcn. Inzwischen ordnet das H a «I a s s a - Z e 111 r a I -K זוז ס i t e e , unter dessen Auspizien die Expedition otg«nisiert wird, die organisatorischen Einzclheiteii. (Siehe den heutigen Bericht der jüdischen Rundschau.) Die amerikanisch-jüdische Kongreßbewegung Aul der Shzung «les Org.-Kom. des Kongresses, die unter «lern Vorsitz von Louis l>. B r .1 n d c i s am 22. Juni in Ncw-York statt fand, wurde zunächst über «lic E i n I a d u n g d c s American J e w i s h C o mm i 11 «• c zu «ler von ihm cinhcrufcncn Konferenz verhandelt. Auf Grund «les liier gefaßten Beschlussvs fiat das Organisierungs-Komitee «les amerikaniscli-jüdiselun Kongresses folgendes Schreiben an das American Jewisli Committee gerichtet: ״Sehr geehrte Herren! Ihre Mitteilung vom 1(>. ds., in der Sie 1ms cinladcn, IX'legiertc zu einer Konferenz zu entsenden, die ,1)1 1111׳, Juli in dieser Stadt aligcli;dien werden soll, mit dem Zwecke, Maßnahmen zu erwägen, welche mich die Diskussion von Vorschlägen umfassen, die vorgclcgt werden könnten he/uglidi der Organisierung eines jüdischen Kongresses zur Sicherung der vollen GIcichberechtigiuig für die Juden aller Länder und der Absihaffung aller gegen sie gerichteten Aiisnahnicges« tze, hat dem Exekutiv-( )i'gmiisicnings-Komitec für einen amerikanisch-jüdischen Kongreß auf seiner Sitzung vom 22. ds. Vorgelegen, Dieses Komitee ist eingesetzt worden durch die Vorkonferenz in Philadelphia ,1)2 הווי. und 27. März, zu der alle jüdischen Organisationen cingclnden waren und die ein bestimmtes Programm zur Einberufung eines jiidisi'hcn Kongresses auf einer demokratischen Basis zur Arbeit für die, Erlangung jüdischer Rechte augenommen hat. Unter dieser! Umständen können wir, ohne diese Angelegenheit unserer ganzen Körpersihai't von nationalen und zentralen Organisationen und städtischen Kongreß-Komitees zu imlcrhreiten, an einer Konferenz, welche aufs neue die Fragen zu erwägen beabsichtigt, in «lenen wir bereits Schritte unternommen haben, folgerichtig nicht tcilnchmen. Es ist auch klar, «laß die Organisationen, die sich der Kougrcl’bewcgimg angeschbssen haben, dadurch, «laß sic «lureli die Entscheidungen der Vorkonferenz gebunden sind, eigentlich nicht tcilnchmen können an Verhandlungen, welche die Annullierung des von ihnen angenommenen Programms erstreben könnten. Wir linbc« daher beschlossen die Einladung zu «ler von dem American Jewisli Committee und anderen Organisationen einbcrufcrien Konferenz ab zu• leimen. Wir haben weiterhin beschlossen, ein Komitee von drei Männern zu ernennen, die, wenn sie eingeladen werden, bereit sein werden, Ihrer Konferenz bei/uwohnen und vor «len dort versam- Hielten Delegierten die Ansichten unserer Körperschuft dar/.ulcgi'ii. Wir beehren uns. Ihnen. ferner mit/iiteilen, «laß in dieses Komitee folgende Persollen ernannt worden sind: Obcrrichter Louis I), B r a n d c i s Richter Hugo P a in und früherer Richter Leon Sanders. Wir werden Ihnen dankbar sein, wenn Sie uns sobald wie möglich mitteilen wollten, ob Sie wünsehen, daß unser Komitee vor Ihrer Konferenz erscheint, damit wir die Mitglieder hiervon so rechtzeitig in' Kenntnis setzen können, daß sie in der Lage sind, der Einladung Folge zu leisten.“ Das Organisierungs-Komitee beschäftigte sich weiterhin mit der Frage des Wahlmodus zum Kongrell, faßte jedoch noch keine Beschlüsse. Die Frage wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Das Bud<- get des Organisierungs-Komitees wurde für das laufcndc Jahr auf S4 000 Dollar festgesetzt. Professor Dr, Felix Frankfurter, Mitglied des Provisorischen zionistischen Exckutiv-Komitees in Ncw-York, ist aus dem American Jewiih Committee ausgetreten. In einem von der amerikanischen Presse veröffentlichten Schreiben legt er dar, daß er aus den gleichen Oriindcn wie Herr Dr. Harry Frieden wald die Arbeits-Methoden des American Jewisli Committee verurteile und infolgcdessen nicht mehr in seiner Mitte mitarbeiten könne. Sechste südafrikanische Zionistenkonferenz , Bereits in Nr 20 der ,,Jüdischen Rundseliau“ ist über die sechste südafrikanische Zionisten-Konferenz. kurz berichtet worden. Der Präsident «ler Föderation A. M. Abrahams hielt die Eröffnungsansprache. Er legte dar, «laß die Juden in diesem Kriege doppelt schwer betroffen seien, überall seien sic durch ihre Hingebung an das Land ihrer Geburt gezwungen, die Hand ,gegeti ihren Bruder zu erheben. Uebernll aber hätten sie bewiesen, «laß mx-li das Makkabäerbhit in ihnen lebt. Trotz all ihres Mutes aber würden sie noch mit Argwohn betrachtet, und sieben Millionen von ihnen seien in Rußland, Galizien mul Palästina dem größten Elend prcisgcgcbeii. Fragt man sich, ob cs keine Hoffnung auf Besserunggibt, so ist die Antwort, daß ein kleiner Hoffnungsschimmer heute vorhanden ist: der Zionismus. Gerade die gegenwürtigen Verhältnisse haben bewiesen, daß der Zionismtis lebt und unzerstörbar ist. ja er ist die große treibende Kraft die den Wechsel hervorge» bracht hat, der jetzt schon im ganzen jüdischen Leiten erkennbar ist. Der Redner schlägt zum Beweise des Ernstes und «ler Wahrhaftigkeit ihrer Gesinnung eine Vereinigung mit allen denjenigen vor, die für die Verbesserung des Loses der Juden zu arbeiten willens sind, selbst wenn sic auch nicht ganz mit dein Programm des Zionismus im Einklang stehen. ,,Wir wollen ein Land, in dem wir unser eigenes Leben führen, in dem wir mit einem Wort nicht Frcimlc sein werden, sondern das gleichberechtigte Element; dieses Land ist das historische jüdische Heimatland Palästina.‘‘ Er schließt mit der Aufforderung au die Delegierten, ihr Bestes zu tun, um.die zionistischen Führer in Europa und Amerika zu unterstützen, wie sie es verlangen. Drei Wege «ler Tätigkeit liegen offen zu Tage, die beschritten werden müssen: finanzielle Unterstützung, soweit es möglich ist; Propagaudaarbcit. um sovielc den zionistischen Reihen zti/uführen, als es in der Macht des Zionismus steht; und vor allem eifrige, tinanf- Jiörlichc Arbeit, um alle Kräfte im Judentum zu gemeinsamer Aktion zu vereinen. Jn Süd-Afrika gibt es nach Ansicht «les Redners keinen ausgesprochenem Anti/ionisten. Vor allem sei es erwünscht, JolianiK'sburg aus seiner Lethargie aufzurütleln. Einige IX'legiertc seien gegen die Abhaltung der Konferenz gewesen, aber man müsse sich im Kriege für «len Frieden vorbereiten. Die Juden sollen niclit uuvorbereitet sein, sie sollen nicht die Gelegenheit verpassen, tlic sieh so selten bietet. Im Bericht des Exekutivkomitees, der im ״Zionist Reeoril“ veröffentlicht und den Delegierten des Kmgrosses unterbreitet wurde, findet die Wichtigkeit der Pflege der hebräischen Sprache bcsondere Hervorhebung. Die Arbeit für die Verbreitung der hebräischen Sprache unter den Juden Südafrikas soll von mm an eifrig gefördert werden. Der Frage «ler hebräischen Jugenderziehung war ein großer Teil der Generaldebatte gewidmet. Es wurde beschlossen, daß ein besonderer Kommissar für zionistische Jtigcnilvcreinc aus den Reihen der Föderation gewählt werden solle, der über die Arbeit und die Fortschritte dieser Organisationen wie alle anderen Kommissare zu berichten habe. Es wurde ferner 11. a, folgende Resolution hinsichtlich der hebräischen Jugenderziehung angenommen: Da die Erziehung des jüdischen Volkes nach nationalen Richtlinien eines der Hauptelemente des zionistischen Programmes ist und jeder Zionist die Pflicht hat, für diese Erziehung zu arbeiten; und da die hebräische und religiöse Erziehung in Südalrika auf sehr niedriger Stufe steht: beschließt die 6. südafrikanische Zionistcn-Konfercnz, ein nation a 1 e s Erziehungs-Komitee zu ernennen, welches in Verbindung mit den Kultusbcamten und den hebräischen Lehrern arbeiten und eine ständige hebräische Erziehungs-Behörde gründen soll, «lie betreffs des Programms, der Bücher usw. ausreichende Informationen erteilen kann. Ucbcr diese Resolution setzte eine lebhafte Diskussion ein. Von allen Rednern wurde die Not» Wendigkeit einer intensiven hebräischen Erziehung betont, die bis jetzt sehr vernachlässigt worden sei. Herr A. J. Gotsman von der Capetown Junior Zionist Society brachte folgende Resolution ein: Um zum Studium des Hebräischen zu ermutigen, setzt die Föderation zwei jährliche Prämien von £ 30 und £ 20 aus. Das Geld wird von den