Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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JUEDJSCHE RUNDSCHAU Nr. 33 heile 2 78 verschiedenen Zionistischen (icsclischaftcM gesammelt. Jeder jüdische Junge und jedes jüdische Mädchen kann sieii um diese Prämien bewerben. Die C 20 sind für Bewerber bis rum Alter von 1(1 Jahren, die '2 'JO für solche bis zum Aller von T) Jahren Iveslimmt. Diese Resohition wurde ohne lest- Setzung der I lohe der Prämien angenommen. Ilerr Chi decke I brachte eine Resolution ein, nach der die Versammlung einstimmig beschlichen solle, dali die Konferenz all ihre Macht und ihren!:infinit aulbieteii solle, tun nach Beendigung ries Krieges den Juden bürgerliche 11. j>.riitisehc (ilciclt- Berechtigung in Ruliland u. Rumänien zu verschaffen ti, das zionistische P r o g r a in in zu verw irkliehen. Das beste Mittel zur Erreichung dieses Ziels ist nach Meinung der Konferenz eine passende Vertretung auf dem Friedcnskoiigrcß. Auch diese Resolution wurde nach Ojsku33ion angenommen. Bei der Präge der Stellungnahme zum Jüdischen Kongrelt (siehe letzte Nummer der ,,Jüdischen Rund* schau") betonte Ilerr Sandler, daII man vor allem im Auge behalten müsse, daß die Zionisten ein Programm und nur eines haben ־- das Basler. Der Natioiialfondkommissar Ilerr B. J. Chri* mo \v i t 7 gab einen Bericht über den Nationalfoud, der in Anbetracht der ungünstigen Zeit verhaltiiismabig erfolgreich abscltließc. Er betonte, daß trotz der vcischicdciK'ii während des Krieges gegründeten Hilfsfonds auch der Nation,alfoml nicht vernachhssigt werden durtc. Während der Tagung der Konferenz erschien der Bürgermeister von Johannesburg in Beglcitmig des ('ouncil-Miigliedcs, Bernhard A I e \a ud e r, um die Delegierten zu begrüßen. Der Bürgermeiste!• sagte in seiner Ansprache, daß zwar jeiiiarnl nicht über eine Sache reden solle, die er nicht verstehe, Pr sei freilich nicht bewandert im Zionis- Inns, bemühe sieh aber immer, mit ihm in Beziehung zu kommen. Er verstehe seine Ziele und Zwecke, Mit den zionistischen Anschauungen sei er deshalb nicht einverstanden, weil er keinen Juden Südafrika verlassen sehen möchte. Das l.aml brauche Leute, welche betriebsam sind und für das Land, in dem sie leben, arbeiten. Trotzdem wünsche er aber den Zionisten Erfolg für ihre Bestrebungen. Er ",erde alles tun, um ihnen zu helfen. Alsdann begrüßte Herr Alexander die Konferenz erstens, wie er misfülme, als Jude, zweitens als Vorsitzender des Council of United I lebrew Congregation und drittens als einer der Johannesburger Stadlväter. U, a. sagte er, daß es über• flüssig sei, seine Sympathie für die zionistische Sache zu belonen, da doch kein Jude Jude sein könne, ohne die größte Sympathie für den Zionismus zu empfinden. Es gäbe nur eine Lösung der jüdischen Frage — die zionistische. Obwohl er kein orga- ■niskrter Zionist sei, trage er doch seit! Scherflein dazu bei, für sein Volk zu arbeiten. Herr J. Coliett hält in .seiner Erwidcruiigsrcdo die Begrüßung Alexanders insofern für bedeutsam, als die zionjslischc Bewegung vor nicht allzulange!׳ Zeit von den Vertretern der assimilierten südafrikaitisehvu Judcnheit scheel angesehen wurde. Er nimmt Herrn Alexanders Worte als ein Versprechen, daß ihre Vorschläge für eine hebräische Erziehung in Siida'rika יי«•‘ Unterstützung der .Behörden finden winden und!ordert Herrn Alexander auf, seinen Einlhiß nach dieser Richtung geltend z.u machen. Ilerr Alexander betont in seiner Antwort, daß er gerade an dieser Erngc sehr interessiert sei und sich warm dafür cinsotzen werde. Mr. 11 c r s c I! crbfliiclc ehe Diskussion über die gegenwärtige I age in Palästina und schlug vor, daß eine Summe von ,C ■I000 für den Special Palastine Emcrgcncy Relief Fond beschafft werden soll, die dem Provisional Executiv Committee in New York zur Verfügung gestellt wird und daß mit der Sammlung für diesen llilfsfond sofort auf dieser Konferenz begonnen werden solle. Sämtliche Redner, die zu diesem Punkt sprachen, stimmten der Resolution bei. Es wurde vorgeschlagen, den L a g bco m e r als einen besonderen S n m m c I - tag für Palästina festziiseizen. Alle ziouislischt'ii Verbände Südafrikas sollen an diesem Tag für Palästina von Zionisten und Niehtzionistcu Geld sammeln. Auch dieser Vorschlag wurde angenommen. Die Konferenz drückte ihr volles Vertrauen in die zionistische Leitung und das Provisional Executive Committee for General Ziopist Affairs aus lind verlangte intensivste Fortsetzung der Arbeit in allen Ländern lind weitere Verstärkung des Zionistischen Bureaus in Kopenhagen. Mit einer Rede, in der er den Delegierten den Dank für ihr Erscheinen aussprach, schloß der Vorsitzende die Konferenz. Jüdische Aussichten in Rußland Eine russische Tageszeitung brachte vor kurzem die Nachricht, das Ministerium dfcs Innern habe die Absicht, in nächster Zukunft sämtliche Bescliriinknngen der Juden anfzuheben. Angesichts der Acußcrtmgen der Abgeordneten der Reiehsiluma mul des Reichsrates, die aus dem Auslände znrückgekchrt sind, wurde dieser Nachricht in manchen Kreisen Vertrauen cnlgcgcngcbracht. Der K0rrcs|10mk11׳t der ״Rjetseh“ besuchte darauf- Inn das Ministerium des Innern mitl erhielt (!:trüber folgende Erklärung: ,,Nach Wiederkehr des Liicdcns wird die Judenfrage zweifellos auf die Tagesordnung gestellt werden, da die rechtliche Enge der Juden unbedingt geregelt werden muß. Der gegenwärtige Augenblick ist aber fiir die Erörterung der Judenfrage nicht geeignet. Die russische Regierung ist ( jetzt mit ,linieren Angelegenheiten beschäftigt, Das einzig Mögliche wäre die Sanktionierung des Sehiseherhatow'sehen Erlasses über die Erweiterung des Ansicdlungsrayoits. Aber;mell in dieser Plinsicht sind vorläufig nur geringe Vorbereitungen getroffen worden; es ist daher auch die Lösung dieser Frage in der nächsten Zukunft kaum zu erwarten. Jedenfalls vertritt die Regierung den Standpunkt, daß den Juden das Aufenthaltsrccht in den Dörfern nicht gewährt werden könne. Ebenso hält es die Regierung für unmöglich, daß Juden Staatsämler bekleiden und die Proz.entnorin In den IJildimgsaustalten aufgehoben wird. Es könne sich höchstens um die Erleichterung einiger Beschränkungen handeln.“ Zur Sprachenfrage der jüdischen Schulen in Polen I )io ,,Jüdische Gesellschaft f ii ז S c!1 u - le und Volksbildung״ in Lodz, wandte sieh mit einer Anfrage an den Polizeipräsidenten, in der sie sich nach dem Resultat ihrer vor vier Monaten ciiigcrciehtcu Petition betreffs Einführung der j i 11 i s c!1 e 11 U n t c r r i c In s s p r n c h c in den jüdischen Schulen erkundigte. Am 6. August erhielt die Gesellschaft vom Lodzer‘ Magistrat die Kopie einer Verordnung, die folgenden Wortlaut hat: Den Vorschriften des Chefs der Zivilverwaltung am Warschauer Generalgouvernement gemäß verordne ich: 1. Ein Teil der im Schuljahr PH6 zu eröffnenden jüdischen Schulen wird nach Bedürfnis die jidisclte Sprache zur Unterrichtssprache halten, lieber die Zahl solcher Schulen hat die Schuld)clegatkjn ihre Vorschläge zu unterbreiten. 2. Es wird der Schuldirektion anheimgestellt, einen Teil der neuen polnischen Schulen fiir solche jüdische Kinder zu bestimmen, deren Muttersprache das Polnische ist. 3. In den jüdischen Schulen, die am Schlüsse des vorigen Schuljahrs bereits bestanden haben, bleibt die Unterrichtssprache die deutsche; die Zahl dieser Schulen darf nicht verkleinert werden. Die Russen in Galizien Unter der IJebcrsclnitt ״M a I! a a It in e n j; cg e n Verhehlung“ veröffentlicht die angesehene’ Moskatter Zeitung ״Rußkija Wedomosti“ vom 16./29. Juli PH 6 folgendes Telegramm ihres Korrespondenten in Kiew; ,,Durch einen Tagesbefehl an die Armeen der Südwcxt-Eront schließt der Obcikommntulierende General B 1׳ u s s i I o w asts der Kompetenz des Zivilgcriehts alle <ierichtssachen wegen Deserteure und V e r h e h 111 n g e n von Juden aus und übergibt sie der Kompetenz der Kriegsgerichte. I in1 ׳(ie Verleitung zum Desertieren ist die Strafe fiir die im Militärdienst stellenden Juden bis auf h Jahre Vcrhesserungsaustalt oder bis 8 Jahre Zxvangsallzeit erhöbt worden. Es ist ferner beantragt, außerdem auf die jüdischen Gemeinden, in welchen sieh die jüdischen Deserteure verbergen, Geldstrafen auf/uerlcgcn. Dieser Tages- 1> e fehl bezieht sich auch auf die von russischen Truppen besetzten Gebiete in G a 1 i z i e n“. Jüdischer Nationalkalender 5677 Ende August erscheint im Verlage der ״Jüdisehen Zeitung'‘ Wien, der ״J ü d i $ c h e N a t Io n a 1• k a I e 1! d c r 3 6 7 7" herausgegeben von Otto Abcles und Ludwig B n t o. Dieses Jahrbuch wird im 2 0. Jahre nach dem Auftreten The odor Herz. Is veröffentlicht und in zahlreichen Arbeiten berufener Autoren wird diesem bedeutsamen Zeitabschnitte Rechnung getragen, Der reichhaltige beletristische Teil, sowie Bilder und Zeichnungen unserer ersten Künstler verleihen dem zweiten Jaltr• gange des jüdischen Nationalkalemlers daucrmlen Wert. Aus dem Inhalte heben wir folgende Auf- Sätze'hervor; ״Das Jahr 5()70‘‘ von Ludwig B a t ö, ״Theodor llcr/.l mul wir“ von Adolf Stand Zwanzig Jahre!«vlitixe Itcr Zionismus“ von Otto A b e I e s, ״Zmrück zu llerzl!“ von Nacltum (io Id mann,’ ’,Großzügige Palästinaarbeit“ von AdolfB o h m, Die!:iitdi'ckuug des Ostens“ von Oxiax I hon, ,,Vorn Leben einer toten Sprache“ von I >r. I lemr. E o e w e, ״Die volkscrzielivrischc Bedeutung des jüdischen Natioiialfouds" von l)r, Egon Zweig. ״Von jüdischen Dientern lind Erzählern“ von Martin Btt her, ״Scltalom Alrjclicm" von l)r. Z. p. I i n k e I s t e i 11, ״Bialik 1111 Liebte des zciteenössisehen Judentums“ von Ernst Müller, ״Arnolil Zweig“ von I >r. Auguste W e I d I e r - S t c 111borg, ״Wilhelm Wachtel“ von Josef P a t a i. Ferner Not eben, Skizzen, (leilichte und Nachdichtungen von Otto A b e I e s, Ludwig B a t 31 > ,״. N. B 1 a I i k, Max Brod, David E r i s ׳c h m a n n, S. E r n g, Otto I I a u s e r, Josef K i II, Allons P e 17 o I d, M. x c 11 e rlag, Sdtnlom Alcjcltcm, Abraham Sonne, Arnold Zweig. In den Text sind zahlreiche sorgfaltig gewählte Kern w orte jüdischer I >e 11• k e r zur J 11 d e 1t f r a g e eiugestreiit. Das Buch, dessen Uinscitlagbild von Wilhelm W a c 11 t e I gezeichnet wurde, bringt Bilder von Hermann Struck, Jakob Stark, Wilhelm Wachtcl zahlreiche interessante Illustrationen und die Autopsie des denkwürdigen Briefes Theodor lierzls an die Münchener Jüdische Kultusgeineimle. Das vornehin und handlich ausgestattete Buch (Feldpostforinat) kostet 2.50 Kr. 1.80 Mk. Be- Stellungen nimmt der Verlag ,,Jüdische Zeitung“ in Wien (II, Zirkusgasse 33) entgegen. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Amerika. (F ii r den P a I ä s t i 11 a - A r b e i t e r f o n d ) Ein F a h 11 e 111 a g , den die Ponlc-Zion am E Mai in Ncwyork für den Arbeiterioml in Palüstina abhieltcn brachte 61)00 8. Auch in Detroit wurde am IE Mai ein Falinentag abgehalten. Das poalc-zionistisdie Klomitee berichtet, daß das Buch ״Jiskor“, dessen Reinertrag bekanntlich dem palästiiiensischcn Arbeiterioml zuflicßcn soll bereits weit verbreitet ist. Die Nachfrage nach uem Buch ist so groß, daß das Komitee ־beabsichtigt, in allernächster Zeit eine zweite Auflage zu drucken. Nachrichten Berlin, Unsere Gesinnungsgenossen Fekhinterarzt W. Notier und Gefreiter Georg Colin (K. J. V.) Berlin haben das Eiserne Kreuz erhalten, Unser Gesinnungsgenosse Karl Meyer wurde ztim Vizefeldwcbcl und Georg W o 11 s t e i n (K. J, V.) Berlin zum Vizew achtmeister befördert. Der in der letzten Nummer als vermißt gemeldete Soldat Dr. K a t ze n e 11 c n bo g c n (K, j, V.) ist in französische Gefangenschaft geraten. Unser Gesinnungsgenosse k. u. k. Korporal Hermann Eisner ist in russische Gefangenschaft geraten, Berlin. Zionistischer J11 g e 11 d v e r e 1 n, Sonntag, den 20. August Tageswanderung. Abfahrt 8.15 vom Wriezener Bahnhof (Fruchtstraße) nach Tiefensee mit Fahrkarte ■I. Klasse. Führer Sand Heidelberg. Vor kurzem hat der Abiturient des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, Herr Naamnn II e e r m a n n aus Jaffa, nach einem Universitatsstudium von sechs Semestern an der philosophischen f ,1kultät der hiesigen Universität mit der Dissertation ״Die Kriegführung der alten Hebräer“ promoviert. Ilerr Dr. Bceritiniiii, der als erster palästincjisischcr Gymnasiast in Deutschland promoviert hat, beabsiclitigt, nach dem Kriege als Lehrer nach Palästina zu gehen, Fulda. Hier wurde im Mai eine zionistische J n g c n (I g r u p p e gegründet, die jetzt 23 Mitgheder zählt. Es wurde eine rege zionistische Tätigkeit entfaltet. Vor einiger Zeit hielt Herr Dr, P r agcr aus Kassel einen Vortrag über ״Jüdische Prob- Feme im Weltkrieg“ der sehr gut besucht war. Zu lierzls Todestage wurde eine eindrucksvolle Erinnerungsfeier veranstaltet. Allwöchentlich finden Mittwoch Abend Zusammenkünfte statt. Ein liebraisclter Sprachkursus ist geplant. Die Gcklsammhmgen in den letzten Monaten haben eine stattliche Höhe erreicht. — Es ist zu hoffen, daß die zionistisehe Sache sich hier noch weiter ausdelmen wird. Schluß des redaktionellen Teil». Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) .Freit., 18. Aug, 16 abds.: In all. Syn. 8 Uhr. Sonn ab., 16. Aug, 16 vorm.; Alte Svn. SV* U.t Pestalozzistr.-, Kaiscrstr.- u, Rykestr.-Syn. 9 Uhr, i. d. Neuen, Lindcnstr.-, Lüt^owstr.-, Fasanenstr. u, Levetzowstr.-Syn, Frültg. 7»/״ U״ Hauptg. 10 U. P r c d i g t c n: Neue Syn.: Rabb. Dr. Blumenthal. Syn, Lindcnstr.; Rabb. Dr. Warschauer. Syn. Lützowstr.: Rabb. Dr. Hochfeld. Syn, Fasanenstr,: Rabb. Dr. Bergmann. Jugend gottesdien•‘ nachm. 4 U. Alte Syn.: Rabb. Dr. Pctuehovvski. Abendgotte*d.: (Sabbatausg.): 9 U, 11 M. Mlncha: L a, Syn, eine halbe Stunde v. d. x «